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Alles zum Thema Stoizismus. Erfahrungen, Tipps, Fragen...

Vielen Dank, vodef!

Ich dachte mir schon, dass sich irgendwann jemand hier meldet mit ähnlichem Hintergrund, was den Stoizismus betrifft, weil der Stoizismus  als logische Folge der Sparsamkeit (in diesem Fall im "inneren" Haushalt) gerade bei Minimalisten beliebt ist, also folglich auch bei Frugalisten. Der Thread wurde ja auch  nicht von mir gestartet, sondern durch einen Frugalisten hier im Forum. Sonst hätte ich vielleicht nicht geschrieben. Genau genommen fand ich das Forum über den Stoizismus als Stichwort. Und weil ich als Minimalistin mich auch bereits mit dem Frugalismus beschäftigte, gab es dadurch gleich drei gemeinsame Themen mit dem Forum hier. Außerdem gefällt mir die Zielstrebigkeit der Frugalisten. Das ist motivierend. Viele Minimalisten leben eher in den Tag hinein ohne konkrete Ziele. Ich jedoch bin auch sehr zielorientiert und lebe den Minimalismus nicht zum Selbstzweck, sondern weil es mir nützlich ist und mein Leben vereinfacht und mich so in meiner Zielstrebigkeit unterstützt. Ich verschwende meine Zeit nicht unnötig an unnützen Kram, den ich hin und her schiebe. Ebenso soll der Stoizismus mich dabei unterstützen, mich aus der Reizüberflutung rauszuziehen, um mich auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren.

Derzeit habe ich das Design hier dunkel eingestellt, um meine leicht gereizten Augen zu schonen. Außerdem passt das dunkle Design gerade ideal zu meiner inneren Einkehr, wozu ich jetzt gar nicht groß schreiben möchte. Es ist ein geschützter Inkubationsraum des Verarbeitens und sich neu Aus- und Aufrichtens zum Universum (Gott - Logos), um den stressigen Alltag leichter anzunehmen. Das gelingt dadurch überraschend gut.

Ich bin dabei, die Erkenntnisse des Stoizismus zu vertiefen, dies im Vergleich zu ähnlichen Lehren, denn es ist oft so, dass gemeinsame Nenner, aber auch Unterschiede die stoizistische Sichtweise noch verständlicher und plausibler machen, gerade bei den harten Lektionen. Die gemeinsamen Nenner zeigen gleichzeitig, dass alles aus derselben Urquelle des Seins stammt und es nur an der menschlichen Bewertung liegt, wenn sich Unterschiede und Unstimmigkeiten einschleichen. Der Stoizismus ist für mich persönlich der stimmigste Zugang.

Andere Lehren mit ähnlichen Kernaussagen wirken teilweise wie auseinandergedriftete Kontinente, die eigentlich zusammengehören auf logische und vernünftige Weise, jedoch durch eine verstärkte Gefühlsdiktion diese durchgängige Logik eingebüßt haben und dogmatische Axiome als Klammern herhalten, die einfach geglaubt werden müssen. Beim Stoizismus ist das nicht nötig durch die Logik des Logos.

Liebe Grüße, Laura Maelle

Hallo Laura_Maelle

ich lese auch gerne deinen Input, wenngleich ich auch nichts kommentiere. Manche Dinge stehen für sich gut im Raum! Ich mache Meditation auf Vipassana Basis und ja, das wie auch Stoizismus passt gut zum Frugalismus.

Wenn euch mal nicht einfällt, was ihr als nächstes lesen wollt:

Abt Muho/ Der Mond leuchtet in jeder Pfütze: Zazen oder der Weg zum Glück

https://www.amazon.de/Mond-leuchtet-jeder-Pf%C3%BCtze-Zazen/dp/3827013925

Ein wunderbares Buch eines deutschen, der es bis zum Abt in einem japanischen Kloster gebracht hat. Teils irre witzig und dadurch entmystifizierend (z.B als er die ersten Male die Aufsicht über die Mit-Mönche beim meditieren hat und mit deutscher Gründlichkeit körperlich diszipliniert, hat er in Folge den Spitznamen "Gestapo"), aber zum Großteil einfach eine gute Verständlichmachung des Zen-Buddhismus und der Meditation.

Alles dreht sich dabei um die "Reduktion und Konzentration auf das Wesentliche". Wie beim Stoizismus eben auch. So, als würde hier einer Stoizismus wirklich leben, wo hingegen bei den alten Römern vieles wohl eher "Wasser predigen, aber Wein trinken" war.

 

Interessant, was ihr da schreibt. Danke für die Links! Jemand, mit dem ich vor kurzem über die Unterschiede und Parallelen des Stoizismus zu anderen Lehren sprach, verglich die heterogenen Lehren mit Nüssen, die äußerlich unverdaulich jedoch den gleichen wahren Kern beinhalten, was ich sehr treffend finde und sich in diesem preisgekrönten Film ähnlich wiederfindet als Metapher (Kiefernzapfen) ab 11:30

https://awakentheworld.com/de/film/inner-worlds-outer-worlds-teil-3-die-schlange-und-der-lotus/

Auch er sprach die Gefühlsebene an, die neben dem logischen Sinnkontext wichtig sei. Im Stoizismus geht es ja auch klar über die eigene Natur (Intuition - verkörperte Logos-Seele), die im Kosmos (Allnatur - Gott - Logos) verankert ist, so wie alles Seiende. Die Intuition verbindet die Wahrnehmung des Gefühls mit der Logik.

Liebe Grüße, Laura Maelle

Das Bild mit den Nüssen und deren Kern gefällt mir auch gut. Ich hatte schon manche dieser Nüsse in der Hand, aber bei fast keiner konnte ich die Schale knacken.

Ich entstamme einem katholischen Elternhaus und sehe es als Bereicherung Glaube erlebt und gelebt zu haben. Ich denke gerne daran zurück. Von meinem Wesen her würde ich mich Skeptiker nennen. Und so hab ich mich in meiner Jugend immer mehr vom Glauben verabschiedet. Für mich war das, als hätte ich eine verschwommene Brille abgesetzt und konnte zum ersten Mal klar sehen. Alles in meinem Leben hat nun auf Logik basiert und ich empfand es als klar und ehrlich als Atheist durch's Leben zu gehen. Und tatsächlich bin ich noch immer etwas stolz darauf, daß ich die Kraft hatte gegen den Willen meiner Eltern meine eigenen Weg zu gehen.

Und doch war mir Logik alleine zunehmend zu wenig. Mit einem vorgesetzten Glauben kann ich nichts anfangen. Dafür bin ich zu sehr Skeptiker. Doch beim Buddhismus soll nicht einfach eine Lehre übernommen werden, man ist angehalten sich alles selbst zu erarbeiten.

So denke ich seit vielen Jahren über das Koan Mu nach. Dabei habe ich das Gefühl dem "Kern" sehr nahe zu sein.

Zu Priester Jōshū kam ein Mönch und fragte ihn: "Hat ein Hund Buddhanatur oder nicht?" Jōshū antwortete: "Mu (Nichts / Da ist nichts)."

Guten Abend, vodef!

Der Buddhismus ist mit dem Stoizismus nahe verwandt, das las ich in einem Buddhismus-Forum.

Es gibt auch ein Buch dazu: Hermann Jacobi, Lothar Baus, Joseph Dahlmann, Richard Garbe, Wilhelm Geiger - Buddhismus und Stoizismus  - zwei nahverwandte Philosophien und ihr gemeinsamer Ursprung in der Samkhya-Lehre, Asclepios Edition.

Der Stoizismus ist keine religiöse Lehre, sondern eine offene Philosophie ohne jegliche Pflichtvorgaben. Außerdem besteht ja die Hauptlehre gerade darin, dass jeder über die eigene Natur (Intuition) zum Kern der Wahrheit findet, weil jedes Wesen in der kosmischen Allnatur verbunden ist.

Deshalb kommen Dir die antiken Stoiker auch nicht so diszipliniert vor, weil es letztlich keine dogmatische Lehre ist. Auch andere Philosophen, wie die (teilweise atheistischen) Epikureer, wurden von den Stoikern akzeptiert. Marc Aurel und Seneca beziehen sich positiv auf diese. Erst bei der christlichen Aneignung des Stoizismus wurden die atheistischen, mehr weltzugewandten Epikureer verunglimpft.

Bei den Facebook-Gruppen zum Stoizismus gibt es viele atheistische moderne Stoiker, denn das lässt der Stoizismus agnostisch offen, auch wenn die Stoa von einer kosmischen Ordnung ausgeht (Logos), was ja heute durchaus naturwissenschaftlich passt. Die antiken Stoiker waren die ersten Naturwissenschaftler.

Liebe Grüße, Laura Maelle

Guten Morgen Laura,

die agnostische Antwort auf die Frage nach Gott gefällt mir doch besser als die atheistische. Will mich hier korrigieren, denn mich einen Atheisten zu nennen trifft's nicht ganz. Agnosiker ist OK. Will nicht mit Gläubigen streiten, sondern einfach in Ruhe gelassen werden bei diesem Thema.

Auf das Buch "Der tägliche Stoiker" wurde ich aufmerksam gemacht durch einen befreundeten Lehrer und Kinderbuchautor. Den würde ich tatsächlich als knallharten Atheisten bezeichnen, denn der sieht Religion als die Wurzel fast allen Übels. Ich bin da weit milder und versöhnlicher. Jedenfalls finde ich Atheist + Stoiker eine gute Kombination. Ich unterhalte mich gerne mit ihm.

Beim Zen sind unsere Gedanken, unser ewiger innere Monolog ein wichtiges Thema. Sie sind dazu da um uns zu dienen, gleich unseren Händen und Füßen. So sollten wir Herr unserer Gedanken sein und diese als Werkzeug verstehen. Man versucht in die Rolle des Beobachters der eigenen Gedanken zu treten. Das finde ich spannend. Vor vielen Jahren hatte ich eine schwierige Zeit und war oft in "Grübelschleifen" gefangen. Durch das Beobachten dieser destruktiven Grübeleien kann man diese aufbrechen. Es geht nicht um's Unterdrücken von Gedanken, das klappt nicht. Doch wenn man beobachtet, welchen Schaden und Schmerz man sich aussetzt, wird der Kopf von alleine in einen angenehmeren, konstruktiveren Modus schalten.

 

 

Zitat von vodef72 am 18. September 2021, 9:33 Uhr

Auf das Buch "Der tägliche Stoiker" wurde ich aufmerksam gemacht durch einen befreundeten Lehrer und Kinderbuchautor. Den würde ich tatsächlich als knallharten Atheisten bezeichnen, denn der sieht Religion als die Wurzel fast allen Übels. Ich bin da weit milder und versöhnlicher. Jedenfalls finde ich Atheist + Stoiker eine gute Kombination. Ich unterhalte mich gerne mit ihm.

vodef, es ist sogar so, dass die heutigen modernen Stoiker mit Atheismus-Affinitäten (also sehr viele), ganz gern den spirituellen Aspekt des antiken Stoizismus umdeuten und gleich alle antiken Stoiker als verdeckte Atheisten sehen wollen, aber das stimmt natürlich überhaupt nicht. Das waren die wenigsten, manche wohl tendenziell Agnostiker, aber atheistisch kaum. Bei den Epikureern gab es aber atheistische Vorstellungen, weil sie weniger von einer kosmischen Ordnung und Schöpfungsallmacht ausgingen. Sie waren auch weniger tugendhaft ausgerichtet bzw. ihre Ethik war eher sozial-ökonomisch orientiert. Letztlich waren sie auch minimalistisch und sozial im Denken, wollten aber das Leben genießen, also eine möglichst optimale Life-Work-Balance, während die Stoiker strebsamer waren in Bezug auf Arbeit und Tugend. Das alles erfährt man natürlich nicht aus oberflächlichen Bestsellerschinken wie den "täglichen Stoiker", sondern nur durch Lesen der Primärliteratur, dies im historischen Kontext. Es gab schon früher solche Sprüche-Sammlungen für das Volk, auf diese Weise lernt man natürlich nicht, was den Stoizismus ausmacht. Das wird dem nicht gerecht, würde ja auch beim Zen-Buddhismus nicht klappen. Gerade die Achtsamkeit ist auch bei den antiken Stoikern ein wichtiger Aspekt. Ähnlich wie Du es beschreibst, geht es darum, seine Gedanken und Gefühle an sich vorbeiziehen zu lassen und zu erkennen, wie man sich dazu verhält, ob durch Zustimmung oder Loslassen, denn dadurch befreit sich der Meditierende von den Affekten.

Liebe Grüße, Laura Maelle

Du bist sehr tief in das Thema Stoizismus eingetaucht, und das bewundere ich. Es ist fast immer großartig, wenn man sich über eine lange Zeit mit einer Sache die einem liegt, einen interessiert, auseinandersetzt. Ich bin das eigentlich nur in meinem Job. Da mein Interesse dafür von Jahr zu Jahr schwindet bin ich in diesem Forum.

Bei Meditation und Zen bin ich alles andere als ein Experte. Aber ich habe mich mehr mit diesen Sachen beschäftigt als mit anderen. Und ich merke dabei jedes Mal: Das ist mein Ding.

Es ist wohl nur eine geschmacksfrage, wie man sich dem "Kern" nähert. Sprüchesammlungen sind immer nur ein Einstieg.

You can talk the talk, but you need to walk the walk.

 

Es gibt mittlerweile einige schöne Stoiker-Blogs im deutschen Sprachraum, welche die Inhalte der antiken Stoiker meditativ aufbereiten, z. B. ein Zen-Buddhist, der mit Kyūdō ein inspirierendes Meditations-Ritual praktiziert hat, dem der Stoizismus sehr entgegenkam, scheint also gut zusammenzupassen:

https://www.stoa-heute.de/kontakt/

Ich beschäftigte mich früher auch mal intensiv mit Autohypnose und las sehr viel dazu, gerade Wissenschaftliches. Ich war erstaunt, wie viele unterschiedliche Techniken letztlich zum gleichen Ergebnis führen. Es spielt eigentlich keine Rolle, ob man sich durch Konzentration und eine starke Aufmerksamkeitsbündelung oder durch Entspannung eine innere Leere erschafft, wodurch im Vakuum letztlich das Wesentliche präsent wird, es also gleichzeitig eine achtsame Aufmerksamkeit bedeutet. Das zeigen mir auch die unterschiedlichen Lehren, die im Kern trotzdem erstaunlich ähnlich sind.

Im Stoizismus geht man den Weg der Konzentration und Aufmerksamkeitsbündelung im aktiv tätigen Logos. Durch diese Fokussierung wird gleichzeitig eine Menge losgelassen an Reizüberflutung und Energieverschwendung. Es wird zur meditativen Innenschau. Andere Lehren blenden das Äußere aus und erstreben die innere Leere in der Achtsamkeit und Meditation, wodurch der universale Logos ebenfalls präsent wird. Es sind zwei Seiten einer Medaille, Trance und Meditation, Konzentration und Tiefenentspannung. Erklärt wird es damit, dass durch die Aufmerksamkeitsbündelung auf den Konzentrations- oder Meditationsgegenstand bzw. Zustand sehr viel Energie vom Körper abgezogen wird und dadurch automatisch eine Entspannung eintritt.

Liebe Grüße, Laura Maelle

Ist es nicht so, dass gerade auch bewertet wird, um gar nicht erst von einer Situation vereinnahmt zu werden? z. B. Joggen auf einem Weg, jemand kommt einem entgegen, Bewertung der Gefährlichkeit des Gegenübers, harmlose Alte mit Stock, keine Gefahr, weiter joggen. Also keine spezielle Aufmerksamkeitsabziehung auf Zielperson, welche näherkommt. Und so passiert das doch laufend im Alltag. Eine gewisse Grundbewertung ist notwendig zum Überleben. Eine Aufmerksamkeitsvereinnahmung wäre schon affektiv und gerade dort hilft der Stoizismus, dies auf vernünftige Weise zu kontrollieren.

Ich mache es ganz einfach, indem ich es zu Gott (Logos) delegiere und darauf vertraue, dass ich von Gott die richtigen intuitiven Eingebungen erhalte, um die jeweilige Situation für den Moment passend zu bewerten auf die Frage: Bin ich durch diese Situation aufgefordert zu handeln oder dem nachzugehen oder nicht?

Im tiefen Gottvertrauen kann man diese Einschätzung jedoch getrost Gott überlassen und dann die intuitiven Eingebungen zu den jeweiligen Lebenssituationen und traumatischen Trigger empfangen. Dadurch werden verfehlte Schemata, negative Suggestionen und verzerrte Selbstbilder und Fremdbilder losgelassen. Es sind nur Meinungen, Zerrbilder, Gedankenkarussells. Der Stoizismus hilft, sich verstärkt mit dem Universum zu verbinden, wodurch sich die Perspektive verändert. Man kommt aus der Opferrolle des falsch Programmierten raus und öffnet sich für die universale Wahrheit, die befreit.

Liebe Grüße, Laura Maelle

Hi Laure,

zu Beginn meiner Sitzmeditationen sag ich mir in Gedanken immer diese auswendig gelernten Merksätze auf. Sind glaub ich aus einem MBSR Buch Finde die bringen einen in eine gute Grundhaltung für Meditation, Achtsamkeit und dem Leben allgemein:

1. Wertneutralität - Offene, neutrale Haltung einnehmen.
2. Anfängergeist - Keine alten Schablonen verwenden.
3. Geduld - Dingen ihre Zeit geben.
4. Vertrauen - in die Regungen und Zeichen unseres Körpers. Vertrauen durch vertraut werden.
5. Akzeptanz - Ohne Wertung und Interpretation. Akzeptanz nicht mit hinnehmen verwechseln.
6. Teflon-Geist - Sich von aufkommenden Reizen lösen oder sogar auf Reize nicht mehr anspringen (ohne sie zu unterdrücken)
7. Loslassen - Nicht an Vergangenheit oder Zukunft festhalten. Aufmerksamkeit dem Jetzt schenken.
8. Liebe und Mitgefühl - Freundlich, humorvoll, wohlwollend und gelassen mit sich reden.

Guten Abend vodef,

ja meine persönliche Handlungsanleitung, die mit dem Stoizismus übereinstimmt, beinhaltet ebenfalls Deine Punkte und noch ein paar mehr.  Diese lese ich auch immer als Einstieg, ebenso die stoizistischen Kerninhalte., die ich hier vorgestellt habe in Ausschnitten. Am wichtigsten ist natürlich die Umsetzung.

Liebe Grüße, Laura Maelle

Ich entdecke diesen Thread gerade erst. Ich meine, die Stoa passt aus mehreren Gründen in unsere Gesellschaft im allgemeinen und in den Kontext Minimalismus/Frugalismus im Besonderen.

Die Stoa war die herrschende geistige Strömung vor der Entstehung des Christentums, und hat letzteres maßgeblich mitgeprägt; die christliche Tradition ist ja nicht isoliert entstanden, sondern hat immer Bestehendes aufgenommen. In unseren Tagen verliert das Christentum an Bedeutung, die Zahl der Kirchenaustritte ist ein Indikator.

Der Mensch, und damit auch der Frugalist, lebt aber nicht vom Brot allein; es gehört auch geistige Nahrung dazu. Eine einfache, praktible Lösung ist - sofern man sich nicht grundlagentheoretisch mit der Stoa beschäftigen möchte - der tägliche Impuls. Das Buch "Der tägliche Stoiker" ist ein vernünftiger Ansatz, weil er "snackable content", wie man so schön sagt, also verdaubare Gedanken gibt. Insofern eine Empfehlung für den praktischen Minimalisten/Frugalisten.

Gute Idee, das hier ins Forum zu stellen. Danke für die Beiträge an Laura_Maelle. Macht das Forum reicher 😉 und ist somit frugalistisch.

(PS: In meiner "Biographie" bezeichne ich mich schon seit der Registrierung als Stoiker.)
Achte auf deine Gedanken! Sie sind der Anfang deiner Taten.

Hallo Ernst

Freut mich, dass Dir meine Beiträge zum Stoizismus einen geistigen Mehrwert bringen.

Es wäre lohnenswert, sich tiefergehend mit dem Stoizismus zu beschäftigen, zumindest so weit, wie ich es durch meine Beiträge und Links hier zu vermitteln versuchte, dann hilft der Stoizismus auch viel mehr und wirkt effizienter.

Lieben Gruß

Laura Maelle

Liebe Grüße, Laura Maelle

Ein köstliches Beispiel, wie das Wort "stoisch" vor Gericht sinnentstellend kriminalisiert wird. 😀 😀 😀

https://www.lto.de/recht/feuilleton/f/stoizismus-justiz-gefuehle-affekt-rechtsprechung-philosophie-rechtsgeschichte-strafverteidiger/

Liebe Grüße, Laura Maelle
Zitat von Laura_Maelle am 26. Juli 2021, 15:02 Uhr

Zur "Berg-Perspektive" auf Leben & Arbeitsweise

Marcus Aurelius Antonius, Selbstbetrachtungen.
X 15, VIII 32, VI 16+35, III 4.

"Lebe wie auf einem Berg! Bringe in dein ganzes Leben
und in jede einzelne Handlung Ordnung!

Es kann sich ein Widerstand erheben,
vielleicht tritt etwas deiner Tätigkeit in den Weg.
Doch lässt du dir auch jenes Hindernis gefallen
und schreitest mit Überlegung fort zu dem,
was dir noch freisteht,
so tritt sogleich ein neuer Gegenstand der Tätigkeit an die Stelle
und wird sich in die Lebensordnung fügen, von der wir reden.

Denn jede Arbeit will nichts Anderes,
als die Dinge ihrem Zweck entsprechend gestalten,
Steht es damit gut bei dir,
so brauchst du dir um andere Dinge keine Sorgen zu machen.

Hörst du jedoch nicht auf damit,
auf eine Menge anderer Dinge Wert zu legen,
so bist du noch kein freier, selbständiger Mensch.

Sieh doch, wie der gewöhnliche Künstler
sich zwar nach dem Geschmack des Publikums richtet,
aber trotzdem an den Vorschriften seiner Kunst festhält
und ihren Regeln zu genügen strebt!

Indem er sich selten und nur in Hinblick auf das allgemeine Beste
mit dem beschäftigt, was ein anderer sagt, tut oder denkt,
wendet er seine ganze Tätigkeit seinen eigenen Angelegenheiten zu.

Und die Bestimmung,
die ihm die ewigen geistigen Naturgesetze auferlegen,
ist der beständige Gegenstand seines poetischen Nachdenkens."

Quelle: Gutenberg Projekt

Sinnvolle Arbeit erleben - in stoischer Präsenz & intuitiver Achtsamkeit:

Um eine Arbeitsaufgabe sinnvoll zu erleben und selbstführend zu gestalten, braucht es eine innere Sicherheit und Souveränität, die sich von äußeren Faktoren unabhängig macht. Diese innere Sicherheit wird durch intuitive Stimmigkeit und Konsistenzerfahrungen hergestellt, was Orientierung gibt. Dies fördert wiederum das Selbstvertrauen und das Vertrauen in eine versteh- und bewältigbare Welt, die in einem sinnvollen Kontext der Ordnung und Zugehörigkeit steht, wodurch die damit verbundene Anstrengung und Veränderungsbereitschaft einen Kohärenzsinn ergibt, dabei gleichzeitig die angstvolle Kontrollsucht abbaut und das perfektionistische Streben nach Erkennen der Komplexität reduziert. Dieses innere Sicherheitsgefühl wird gesteigert durch eine wertneutrale und angstfreie stoische Präsenz und Achtsamkeit.

Sinnvolle Arbeit erleben in stoischer Präsenz und intuitiver Achtsamkeit = stoische Transzendenz im tätigen Logos, befreit von den persönlichen Affekten durch majestätisch erhebende, intuitiv entfaltende Adlerperspektive und transzendent erhöhte Berggipfel-Zielorientiertheit.

Parallelen in der Kognitionspsychologie:

https://www.pohlw.de/lernen/kurs/index-lernen/

https://www.pohlw.de/lernen/kurs/lern1/

https://www.pohlw.de/lernen/kurs/lern2/

Liebe Grüße, Laura Maelle

Der Stoizismus entfaltet seine Wirkung am besten, wenn man sich täglich meditativ Zeit dafür nimmt. Dann ist es sehr hilfreich & befreiend.

Youtube: Soothing Relaxation - geheimnisvolle Entspannungsmusik - Harfe, Flöte, Klavier & Streicher

https://youtu.be/V6R8uiaMtb0

Youtube: 2CELLOS - Now We Are Free - Gladiator - at Sydney Opera House

https://youtu.be/Sk5zxA9UP2Q

Liebe Grüße, Laura Maelle

Heute Nacht träumte ich, wie ich jemandem erkläre, dass die Psychologie, deren Fachliteratur ich an sich gerne lese, allzu defizitorientiert sei und deshalb zu sehr in einer grüblerischen Lageorientiertheit und Opferhaltung belasse (mit der Folge, dass jemand sich zu sehr in einem Krankheitsmodell einrichten könnte wie eine Kollegin, die auch im Traum vorkommt und sehr verpeilt wirkt im Alltag, welche ich zu aktivieren versuche), während das Coaching-Know-how eher handlungs- und zielorientiert zur Motivation, Umsetzungskompetenz und Veränderung führe. Ein Aufstehen aus der Lageorientiertheit ins selbstwirksame, freudige Handeln ist viel besser. Das entspricht auch dem Stoizismus.

Ich persönlich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die eigene Intuition viel Selbstheilendes in sich trägt. Auch wenn jemand traumatisiert wurde, besitzt er/sie sehr viele gesunde Anteile und im Laufe der Jahre heilt vieles aus durch den Prozess der selbstheilenden Intuition und den Weg der Individuation, wie es auch C. G. Jung beschreibt. Es wäre sinnvoller, verstärkt auf die eigenen Ressourcen zu setzen. Intuition und Spiritualität, wie es der Stoizismus aufzeigt.

Youtube: Dream Relax - Heilende Musik gegen Angst, Depressionen und negative Gedanken

https://youtu.be/Q8CDEIJNRP4

Liebe Grüße, Laura Maelle

Youtube: Boris Grundl - Steh (innerlich) auf! - sagt querschnittgelähmter Spitzensportler
https://youtu.be/Wlg66dDZ41I

Youtube: Boris Grundl - Motiviert bleiben nach Formel: Energie = Zielvision x Selbstvertrauen
https://youtu.be/FZNCYwySncs

Youtube: Deniz Deke - Stoizismus - Die Kunst cool zu bleiben
https://youtu.be/yGjcehH6BS4

Youtube: RedeFabrik - Kommunikation & Charisma - Lehren des Stoizismus für deinen Alltag
https://youtu.be/kXOvxJ7h20s

"Amor fati" hat der Rhetorik-Experte Benedikt Held im RedeFabrik-Video sehr plausibel & überzeugend aufgeschlüsselt, sodass ich es nun gut mit meinen eigenen Erfahrungswerten in Übereinstimmung bringen kann. Vorher hing dieser Satz noch irgendwie ohne Bezug zu mir in der Luft.

Ich lese und höre zwar lieber die Original-Werke von Marc Aurel, Seneca etc., aber gerade wenn ich es noch nicht so richtig für mich festmachen kann mit meinem eigenen Leben, können solche Videos von modernen Stoikern helfen, die mehr in Richtung Coaching gehen und das Spirituelle des Stoizismus offen lassen oder nur andeuten. Immerhin träumte ich ja sogar vom Coaching-Aspekt des Stoizismus, also ist es wichtig wegen der Berg- und Vogelperspektive und der pragmatischen Umsetzung.

Liebe Grüße, Laura Maelle