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Wie hoch können die Aktienkurse noch steigen? KGV 40-50?

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Zitat von FredFinanzFuchs am 9. Oktober 2021, 16:54 Uhr

Ich denke, Inflation werden wir weiter haben. Aktuell sehen wir es ja an den Preissteigerungen für Rohstoffe und Energie. Auch der ganze Klimakram, der zu teureren Energiekosten führt, verspricht Inflationseffekte.

Die Bürger werden das nur dann mit sich machen lassen, wenn an der Lohnspirale gedreht wird. Und damit haben wir die Lohnpreisspirale, die letztenendes Inflation bedeutet.

Aktuell sind es ja sogar 4 %, vielleicht kriegen wir sogar auch mal wieder 6 % Inflation. Wenn man genug zum Ausgleich in der Lohntüte hat, dann macht es einem nichts aus. Und wenn man sein Vermögen in Sachwerte investiert hat, dann kann man sich die Hände reiben, denn die steigen bei Inflation wieder im Preis. Und auch die Renditen steigen, denn Vermieter werden die Mieten erhöhen und die Aktiengesellschaften werden ihre Preise erhöhen.

Ist das so?

Ich habe neulich vom Youtube Kanal Finanzfluss dazu ein schönes Video gesehen. Darin wurde gezeigt, dass Sachwerte wie Gold, Rohstoffe, Immobilien und Aktien nur einen bedingten Inflationsschutz bieten.

Bei Rohstoffen muss man sehr gutes Timing besitzen, nur bei steigender aber nicht mehr bei anhaltender Inflation, sind diese ein guter Schutz.

Bei Immobilien kommt darauf an, ob a) Staaten Mietpreissteigerungen erlauben (Stichpunkt "Mietpreisbremse/-deckel") und b) die Löhne ausreichend steigen damit Menschen sich steigende Mieten auf Dauer leisten können. In den letzten 20 Jahren sind Mieten nicht so stark gestiegen wie Immobilienpreise.

Bei Gold hängt vieles eher von den Zinsen als von der Inflation ab. Zumindest historisch betrachtet ist der Zins eine Konkurrenz für Gold und damit gerade bei anhaltend hoher Inflation, Gold nicht wie erwartet der Gewinner.

Bei Aktien ist es noch spannender, da es hier um die Preissetzungsmacht der Unternehmen geht. So dürfte die Preissetzungsmacht bei Energie und Lebensmitteln sowie einigen Luxusartikeln hoch sein, aber nicht unbedingt bei allen Aktien. Birgt aber auch Risiken, Frankreich hat schon die Preisanstiege bei Gas gedeckelt...

Entscheidend dürfte auch die Höhe der Inflation sein. Während 2% als wirtschaftsfördernd gilt und auch 4% keine Katastrophen auslösen dürfte, wären 8 0der 10% ne andere Hausnummer. Auch deswegen weil die Notenbanken irgendwann Zinsen erhöhen müssten.

Historisch betrachtet gingen hohe Inflationen oft mit hohen Zinsen Hand in Hand. Und hohe Zinsen (so ab 5%) wiederum bedeuteten oft fallenden Märkte und fallende Sachwerte.

Ich glaube, dass derzeit der Markt nicht an eine langfristige und hohe Inflation glaubt. FALLS die Inflation weiter ansteigt und anhält und die Notenbanken darauf mit steigenden Zinsen reagieren, könnte dies vorerst das Ende von 10-20 Jahren Happy Hour in Sachwerten bedeuten.

Die Mieten können steigen, wenn die Bürger in der Lohntüte mehr Geld haben als Inflationsausgleich. Und wenn die Preise für Waren steigen, die meist von Aktiengesellschaften geliefert werden, können die bei steigenden Preisen auch die Rendite bertraglich erhöhen.
Dass es einmal wieder Zinsen geben wird, das glaubt derzeit noch eine Mehrheit. Aber wenn die Staaten einmal eine Lösung gefunden haben, sich zum Nulltarif zu verschulden, dann werden sie diesen Weg immer weiter beschreiten. Und die EZB wird letztenendes ja politisch besetzt, insofern gibt es keine Gewaltenteilung.

Derzeit sind es noch Billionen, die auf Tagesgeldkonten etc. geparkt werden als Geldwerte. Wenn die in Immobilien und Aktien drängen, weil die Bürger langsam erkennen, dass es dort keine Zinsen mehr geben wird, dann wird das einen weiteren Preisschub auslösen. Die Rendite von Aktien und Immobilien wird auf ein bis 2 % sinken. Wer auf Schnäppchen wartet, der wartet auf den Sankt-Nimmerleins-Tag.

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