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Vor-/Nachteile des Minimalismus/Frugalismus

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Hallo zusammen,

was sind Eurer Meinung nach die Vor-/Nachteile von "Minimalismus bzw. Frugalismus"?

Freundliche Grüße

Hi Sparfuchs,

ich glaube zu den Vorteilen wurde schon viel gesagt, aus meiner Sicht ist es mehr finanzielle Sicherheit durch geringere Ausgaben und höhere Rücklagen als der Durchschnitt im Frugalismus, und weniger Stress durch weniger Besitz und mehr Konzentration auf das Wesentliche im Minimalismus.

Als Nachteil fällt mir ein, dass man auf Unverständnis stößt und sich in seiner Einkommens/Berufsgruppe etwas zum Außenseiter macht, wenn es einen denn juckt.

Hallo,

jeder hat das Recht so zu leben, wie er es möchte. Immer noch besser als im "Hamsterrad" gefangen zu sein. Sicherlich sind wir in der Minderheit bezogen auf die gesamte Bevölkerung. Aber es werden von Tag zu Tag immer mehr, die ebenfalls ihren Konsum reduzieren und gelassener leben wollen.

Gruß

Der Minimalismus hat auch andere Nachteile. Ich erinnere mich an eine Doku über eine Familie in Japan. Die haben's echt übertrieben. Wenn Besuch kam, gab es für diesen kein Geschirr. Man ging dann mit dem Besuch essen. Das ist nicht, was ich unter einem gastfreien Leben verstehe.

Auch finde ich es umweltschädlich, wenn man das sowieso vorhandene Caquelon für Käsefondue* wegwirft und dann später wieder kauft. Setzt bei * gerne alles ein, was man nur selten benutzt. Klar kann man sich viele Dinge mit Freunden in direkter Nachbarschaft teilen, nicht jeder muss einen eigenen Rasenmäher haben. Aber das hat Grenzen, denn zu groß darf die "Kommune" nicht sein, sonst wollen halt alle am selben eiskalten Feiertag abends gerne den Raclette-Grill anwerfen oder in einer Hitzeperiode das Planschbecken aufstellen. Ich habe beispielsweise in meiner Küche ziemlich viele Gegenstände, die ich nicht oft nutze. Manche nur alle zwei Jahre einmal. Manche nur, wenn ich eine große Grillparty mit vielen Gästen bei mir mache. Die werfe ich nicht weg, auch wenn sie Platz in meiner Wohnung in Anspruch nehmen. Die verwende ich wieder. Fürs Geschirr haben wir im Haus einen Vorrat an altem Service, das verwendet wird, wenn die Pergola genutzt wird und viele Teller/Gabeln/Löffeln benötigt werden.

@Christine, da stimme ich Dir ganz und gar zu, wollte ich hier schon mal diskutieren

https://frugalisten.de/forum/topic/frugalismus-und-minimalismus-ein-widerspruch/

Frugalismus geht wahrscheinlich mit etwas Minimalismus einher, denn Frugalisten verzichten auf Dinge, die Geld im Unterhalt kosten, und machen Sachen zu Geld, die sie nicht mehr brauchen. Es wird dann kritisch, wenn man gar nichts mehr hat, was über die Minimalaustattung hinausgeht (wie in deinem Beispiel das Geschirr für Gäste), ich sehe das auch bei Werkzeug und Bastelmaterial, denn Reparieren ist ja auch ein wichtiger Baustein, wenn man frugal leben will. Einige Werkzeuge braucht man so gut wie nie, aber wenn, dann sind sie Gold wert.

Da aber jeder entscheiden kann, wie er es auslebt, wird man einen guten Mittelweg für sich finden.

Ob das ein faktischer systematischer Nachteil ist, würde ich nicht mal sagen, aber es gibt ein gewisses Risiko, wenn man sich vom Mainstream verabschiedet und nur noch in seiner Community agiert. Das ist auch hier im Forum an einigen Beiträgen zu beobachten. Wenn sich der Freundeskreis verändert/verkleinert, man weniger Kontakte bei der Arbeit hat und dort auch nur noch als Teilzeitkraft wahrgenommen wird, Fortbildungen vernachlässigt werden etc., dann kann sich daraus ein schleichender Prozess entwickeln, dessen Auswirkungen man erst bemerkt, wenn das System Frugalismus/Minimalismus nicht funktionieren sollte.

Damit zusammen hängt auch die Abhängigkeit vom Depot, denn viele Frugalisten/Minimalisten verzichten auf Rentenpunkte, sammeln stattdessen lieber "Aktienpunkte". Ob daraus tatsächlich eine höhere Freiheit/Unabhängigkeit resultiert, weiß man aber faktisch erst am Ende. Das leidige Dauerthema GKV/PKV/Pflegeversicherung lässt grüßen.

Hier sind uns die USA wie zumeist mal wieder "voraus". Da dort zumeist der Vermögensaufbau fürs Alter über Aktien / Fonds erfolgt, haben dort schon viele erlebt, was bei einem deutlichen Markteinbruch passiert. In Deutschland sind meiner Ansicht nach viele zu blauäugig. 400 TEUR in ETFs und das reicht dann von 30 bis 90. Aber auch nur vielleicht.

Im Internet gibt es dazu genug Geschichten, zB:

https://www.wired.com/story/meet-camperforce-amazons-nomadic-retiree-army/

Ich bin jedenfalls ganz froh über eine ganz ordentliche Sammlung an Rentenpunkten, Betriebsrenten etc.

Generell halte ich es für einen Nachteil des Frugalismus, dass dort Geld als DAS Sicherungsmittel gesehen wird.

Ich persönlich habe vor Jahren überlegt, was denn passiert, wenn unser heutiges Geld nichts mehr wert wäre. Und kam zu dem Schluss, dass dann Fähigkeiten zum Tauschen gefragt sind (Du kannst mir die Elektrik reparieren, ich nähe Dir ein Kleid) und das eigentlich wirklich Wichtige wieder viel mehr zum Tragen kommt: Beziehungen. Freunde. Dass man sich gegenseitig hilft.

Das war früher ganz klar, dass man sich selbst zum Wohle der Gemeinschaft zurückstellt, heute in Zeiten von Individualismus (oder deutlich gesagt: Egoismus) und Selbstverwirklichung ist es ganz aus der Mode gekommen.

Ich pflege also die Beziehungen zu meiner Familie und meinen Freunden. Ich helfe, wo ich kann, lade ein zum Essen oder Unternehmungen. Wer weiß, ob ich mal drauf angewiesen bin, ein gutes Verhältnis zum Zahnarzt in meiner Verwandtschaft zu haben, weil ich eines Tages nicht mehr in Geld entlohnen kann.

Mir erschließt sich nicht woher diese irrationale Angst kommt, dass das Geld bald nichts mehr wert sein könnte. Wir haben in der DDR 40 Jahre lang mit wertlosem Geld bezahlt und es ist keiner verhungert. Die Menschen regeln ihre Geschäfte seit Jahrtausenden mit Geld und immer wenn eine Währung nichts mehr wert war, gab es eine andere; entweder durch eine Währungsreform oder eine Fremdwährung, die überall akzeptiert wurde. Es ist absurd zu glauben, dass wir unsere Waren und Dienstleistungen bald wieder gegen Naturalien tauschen werden, weil das Geld nichts mehr wert ist. Selbst wenn der höchst unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, dass der Euro wieder aufgelöst wird, gibt es eine andere starke Währung in der man sein Geld anlegen kann und mit der man seine Waren bezahlt. Geld ist essentiell für eine funktionierende Gesellschaft. Ihr werdet eure Brötchen niemals gegen Naturalien eintauschen! Niemals, nie nie nie...! 😛

Zitat von Fritz am 15. Januar 2020, 8:56 Uhr

Mir erschließt sich nicht woher diese irrationale Angst kommt, dass das Geld bald nichts mehr wert sein könnte.

Ich habe keine Angst davor, dass mein Geld bald nichts mehr wert sein könnte. (Dass ich vielleicht mal auf den Zahnarzt angewiesen bin, könnte (bei mir) schlicht daran liegen, dass ich evtl. nicht genug Geld haben werde, um ihn zu bezahlen.)

Nachteilig scheint mir nur, dass im Frugalismus Geld als heiliger Gral gesehen wird.

Und ich habe mich entschieden, nicht dem Mammon zu huldigen, sondern mich auf das zu konzentrieren, was in meinen Augen im Leben Wert hat: Beziehungen. Das ist - meiner Einschätzung nach - das, was Menschen noch auf dem Sterbebett bewegt, nicht, wie hoch ihr Depotstand ist. Und das scheint mir bei vielen Frugalisten zu kurz zu kommen (der Eindruck kann täuschen und ich will auch keineswegs alle über einen Kamm scheren).

Natürlich muss ich dennoch auch ein guter Haushalter sein und mit dem, was ich erarbeiten kann, verantwortlich umgehen, sprich, mit dem Einkommen so umgehen, dass ich meinen Angehörigen möglichst nicht eine finanzielle Last bin, wenn ich mal nicht mehr arbeiten kann. Ich sage nicht, dass man nicht maßvoll leben und sparen/vorsorgen soll. Aber wenn das Depot fett ist, ist das noch lange keine Sicherheit.

 

Zitat von Christine am 15. Januar 2020, 9:31 Uhr
Zitat von Fritz am 15. Januar 2020, 8:56 Uhr

Mir erschließt sich nicht woher diese irrationale Angst kommt, dass das Geld bald nichts mehr wert sein könnte.

Nachteilig scheint mir nur, dass im Frugalismus Geld als heiliger Gral gesehen wird.

Und ich habe mich entschieden, nicht dem Mammon zu huldigen, sondern mich auf das zu konzentrieren, was in meinen Augen im Leben Wert hat: Beziehungen. Das ist - meiner Einschätzung nach - das, was Menschen noch auf dem Sterbebett bewegt, nicht, wie hoch ihr Depotstand ist. Und das scheint mir bei vielen Frugalisten zu kurz zu kommen (der Eindruck kann täuschen und ich will auch keineswegs alle über einen Kamm scheren).

Wodurch entsteht denn dein Eindruck?

Ich sehe es jedenfalls genauso wie du.

https://frugalisten.de/tour/

Zitat:

Wie leben Frugalisten?

Frugalisten fokussieren sich auf das, was nachweislich ein zufriedenes Leben ausmacht:
Gute soziale Beziehungen, eine erfüllende Tätigkeit, Lachen, Gesundheit, Sport, lebenslanges Lernen. Alles Dinge, die nicht viel Geld kosten müssen.

Ich würde mal sagen, das Geld ist bei Frugalisten nicht heiliger, als beim Durchschnittsbürger auch, er wirtschaftet nur anders damit. Für den normalen Arbeitnehmer, der 40 Jahre lang arbeitet und dann eine staatliche Rente bekommt, hängt das Leben ja genauso vom Geld ab, nur dass es eben woanders her kommt.

Zitat von Oliver am 15. Januar 2020, 11:08 Uhr

Wodurch entsteht denn dein Eindruck?

Ich sehe es jedenfalls genauso wie du.

Ich glaube, das ist so ein Sammeleindruck aus diversen Foren, wo Leute alle Brücken abbrechen und sämtliche Verträge kündigen und alles in ETF reinhauen und auf den großen Zahltag warten, parallel dazu immer geiziger werden. Geiz war noch nie geil, auch wenn der Werbespruch uns das seit Jahrzehnten vorbetet. Sparsamkeit und Bescheidenheit sind Tugenden, mit anderen teilen auch.

Schön, dass Du das auch so siehst! 🙂

Mal eine andere Meinung zum Thema:

Ich spare bzw investiere eigentlich größtenteils dafür, nicht mein ganzes Leben in Vollzeit arbeiten zu müssen. Teilzeit wäre ok.

In letzter Zeit ist mir nämlich extrem aufgefallen, dass ich viele Menschen (auf Arbeit) einfach nicht mehr ertragen kann. Sie saugen mir meine Energie wie Vampire aus dem Körper und wenn ich nach Hause komme, dann habe ich keine Lust mehr einem Hobby nachzugehen, weil ich einfach keine Kraft mehr habe.

Das würde sich eben alles ändern, wenn ich von meinem passiven Einkommen leben könnte und nicht mehr auf Arbeit angewiesen wäre bzw. ich arbeiten gehen könnte wie ich wollte. Das treibt mich derzeit an.

Auf Beziehungen zu anderen Menschen lege ich kaum Wert, da sie mir oft nicht gut tun und ich auch an den meisten Menschen einfach kein Interesse habe. Außerdem musste ich die schlimmsten Phasen meines Lebens alleine durchstehen, da hat mir niemand geholfen, sondern eher noch zugetreten.

Aus diesem Grund spielt die finanzielle Freiheit eine große Rolle in meinem Leben.

Das mag auf viele hier unsympathisch wirken, aber ich bin nun mal eher ein Einsiedlerkrebs als ein Herdentier.

@caro210 Ich bin auch gerne alleine. Aber ich bemühe mich, Beziehungen zu leben und meine sozialen Fähigkeiten zu verbessern. Denn auch wenn ich gerne alleine lebe, bin ich doch keine Insel. Kein Mensch ist das.

Zitat von Christine am 14. Januar 2020, 19:45 Uhr

Generell halte ich es für einen Nachteil des Frugalismus, dass dort Geld als DAS Sicherungsmittel gesehen wird.

Ich persönlich habe vor Jahren überlegt, was denn passiert, wenn unser heutiges Geld nichts mehr wert wäre. Und kam zu dem Schluss, dass dann Fähigkeiten zum Tauschen gefragt sind (Du kannst mir die Elektrik reparieren, ich nähe Dir ein Kleid) und das eigentlich wirklich Wichtige wieder viel mehr zum Tragen kommt: Beziehungen. Freunde. Dass man sich gegenseitig hilft.

Das Sicherungsmittel in Frugalistenkreisen scheinen eher Aktien/ETF zu sein, als Geld. Persönlich sehe ich auch das mit den Aktien nicht ganz unkritisch, aber weit genug genug gestreut weniger riskant, und v.a. deutlich gewinnbringender, als Geld.

Zur Tauschwirtschaft als Alternative: Muss mich da auch als Träumer outen... also ich habe mich auch schonmal ernsthaft mit dem Konzept "Tauschring" auseinandergesetzt. Aber ziemlich schnell festgestellt, dass man damit nicht besonders weit kommen wird. Nicht, dass da überhaupt nichts dabei war - einer Oma im Garten helfen, im Austausch dafür Sachen wie Kuchen oder Gemüse bekommen hätte ich mir damals schon vorstellen können. Aber eher so als Freizeitaktivität, als als Weg, seinen Unterhalt zu bestreiten. Die Auswahl an Waren und Dienstleistungen, die von normalen Leuten hergestellt werden, und realistisch gegen ebensolche Dinge getauscht werden können, ist doch ziemlich überschaubar.

Zitat von Caro210 am 15. Januar 2020, 22:06 Uhr

Mal eine andere Meinung zum Thema:

Ich spare bzw investiere eigentlich größtenteils dafür, nicht mein ganzes Leben in Vollzeit arbeiten zu müssen. Teilzeit wäre ok.

In letzter Zeit ist mir nämlich extrem aufgefallen, dass ich viele Menschen (auf Arbeit) einfach nicht mehr ertragen kann....

Oh ja, das kann ich gut nachvollziehen. Ich komme eigentlich mit fast allen Kollegen gut aus, aber es gibt einige, die sind extrem negativ und zynisch. Damit meine ich nicht unbedingt, dass das schlechte Menschen sind, sondern dass sie einfach "negative Schwingungen" verbreiten. Es wird sich oft in sarkastischer Weise aufgeregt und über Politik, die Vorgesetzten und sonst was gespottet oder einfach nur dummes Zeug geredet. Das geht einem mit der Zeit echt auf die Nerven.

Bis jetzt muss ich sagen, dass die Leute in diesem Forum einen positiven Eindruck auf mich machen und das große Ganze nicht aus den Augen verlieren. Denn Sparen kann auch zur Sucht werden und ich persönlich kenne auch Fälle in denen Menschen daran zugrunde gehen.

Aber die Einstellung vieler Frugalisten, vor allem der Leute hier im Forum, finde ich vorbildlich. Warum sind denn Daten so unfassbar wertvoll und warum ist die Werbeindustrie so erfolgreich? Weil diese Propaganda uns zu unfassbarem Konsum anregt. Und der Gedanke sich in diesem Konsum zu verlieren macht mir Angst, denn dann ist man sein Leben lang auf ein enormes Einkommen angewiesen.

Die Vorteile bzw. Nachteile des Minimalismus bzw. Frugalismus liegen letztendlich an den Extremen wie der Einzelne die Begrifflichkeiten auslebt. Wenn ich hier lese das es zum Frühstück immer Haferflocken gibt weil die gesund und billig sind finde ich das schon extrem. Ich esse auch gerne selbstgemachtes Müsli mit Haferflocken, aber dann sind da auch z.b. Heidelbeeren, Himbeeren, Quark, Leinsamenschrott und Granatapfelkerne drin. Das empfinde ich als gesundes frugales und minimalistisches Frühstück. Und wenn ich dann noch die Preise vergleiche beim Einkauf geht das in Ordnung.

Wir haben vor Jahren zwei komplette Haushalte zusammen geschmissen, natürlich war das meiste auch doppelt vorhanden. Minimalismus war für uns dann das doppelte Bügeleisen, Waffeleisen, den Staubsauger usw. abzugeben bzw. zu verkaufen. Was wir behalten haben ist das Geschirr, die Gläser.... Jetzt reicht es halt auch für einen große Party für den runden Geburtstag. Minimalismus so auszuleben, das ich noch nicht mal einen Tisch für 6-8 Personen (normale Wohnung vorausgesetzt und kein Studentenapartment) decken kann bzw. sich auf wenige 100 Teile zu beschränken ist dann wiederum das andere Extrem. Und warum soll ich Dinge die funktionieren und ab und zu gebraucht werden abgeben oder entsorgen (vorausgesetzt man hat den Platz dafür und muss nicht auch noch extra dafür bezahlen).

Wir sind über ein Umdenken in Richtung mehr Nachhaltigkeit und ökologischerem Handeln zum Minimalismus gekommen. Das bedeutet dann für uns weniger aber hochwertiger einzukaufen. Bzw. wirklich nur dann einzukaufen wenn ein Teil defekt oder verschließen ist (Volle Bekleidungschränke bei vielen Bekannten sind da ein abschreckendes Beispiel), ein Hemd wird z.b. gekauft wenn ein anderes zu ersetzen ist. Natürlich spart diese Art zu leben und nicht jedem Konsumtrend zu folgen auch eine Menge Geld.

Dem klassischem Bild des Frugalisten mit Geldanlage über Aktien, schnellstmöglicher finanzieller Unabhängigkeit, Hinterfragung jeder Ausgabe folgen wir nicht wirklich, aber eine Tendenz in diese Richtung ist auch bei uns durch die Mietobjekte gegeben. Wobei wir hier überwiegend von Vermögenssicherung im Alter sprechen und ebenso möchte ich meine erworbenen Rentenpunkte nicht gegen ein ETF-Depot eintauschen.

Frugal bezieht sich bei uns eher auf die Verringerung der Ausgaben und nicht so auf die Deckung der Ausgaben durch Rendite aus irgend einer Art von Geldanlage. Wir haben Wohneigentum um keine Miete mehr zu bezahlen und im Alter dort wohnen zu bleiben wo wir jetzt sind. Wir haben nahezu Energieautark gebaut um keine Energiekosten bezahlen zu müssen, bzw. kommen wir auch ohne Auto aus in dem wir den vorhandenen ÖPNV-Anschluss unserer Wohngegend benutzen können.

Frugal mit 35 in Rente geht, wäre uns aber zu extrem. Minimalismus mit vielleicht 200 Gegenständen geht bestimmt wäre uns aber "deutlich" zu extrem. Was wirklich wichtig im Leben ist, kann man mit Geld eh nicht bezahlen: Freunde, Familie, Gesundheit und Spaß an der Sache. Und auch mit anderen Teilen oder anderen zu helfen macht Spaß. Wir sehen für uns in beiden Begrifflichkeiten nur Vorteile, vermeiden aber das abrutschen ins Extreme:)

 

Ich empfinde den minimalistischen Ansatz als die Idee mich auf das Wesentliche zu reduzieren.  Immer mehr das Unwesentliche reduzieren bis mein Umfeld auch immer mehr mein Wesen unterstützt. In dieser Interperation sehe ich für mich keine Nachteile. Es unterstützt mich.

Eine mögliche Fixierung und Begrenzung das frugalen Ansatzes auf ein Mindestpassiveinkommen welches meinen Lebenshaltungskosten deckt, geht für mich am Ziel vorbei. Hier teile ich bei der Einschätzung von Privatier. Wer 400.000 oder 500.000 Euro in ETF´s spart und meint davon sein Leben von 40 ab leben zu können begiebt sich in ein Klumpenrisiko seitens seines Einkommens von erster Güte.

 

 

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