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Performa aussteigen aus dem System ?

Die Last an Steuern, Abgaben, Fixkosten und Pflichtausgaben belastet ja viele in diesem Forum.

Ich möchte mal einen etwas unkonventionellen Ansatz in dem Raum stellen.

Was passiert eigentlich, wenn man sich dauerhaft aus Deutschland abmeldet, als neuen Wohnsitz ein Nicht EU Land angibt,  aber trotzdem hier bleibt ?

Was für negative Auswirkungen könnte das haben ? Ist das eigentlich strafbar ?

Ich muss dazu sagen, ich habe das schon mal zeitlich begrenzt, also für ein Jahr ,gemacht, das ist aber schon lange her.

Ich habe in der Zeit mein Eigentum weiter bewohnt habe, und bin keiner beruflichen Tätigkeit nachgegangen.

Folgende Dinge sind mir dabei aufgefallen. Positiv: Ich musste keine GEZ mehr bezahlen. Die Krankenversicherungspflicht war aufgehoben, ich konnte mich bei einem internationalen Versicherer wie BUPA versichern ( was erheblich billiger war) . Einkünfte aus Kapitalanlagen ( sprich Zinsen) waren nicht mehr steuerpflichtig, da ich Steuerausländer war. Mit meinem Reisepass könnt ich weiterhin ungehindert ein und ausreisen.

Negativ: Ich konnte kein Auto auf meinen Namen anmelden.

 

Bin gespannt auf euer Feedback.

Und Infrastruktur nutzen ohne dazu beizutragen.

Optimierung auf Kosten der Allgemeinheit. Wenn alle das machen funktioniert unser Staat nicht mehr.

Kann niemanden davon abhalten aber einfach einmal meine ehrliche Abneigung dafür ausdrücken.

Zitat von Cricetus am 20. Juni 2020, 14:20 Uhr

Und Infrastruktur nutzen ohne dazu beizutragen.

Optimierung auf Kosten der Allgemeinheit. Wenn alle das machen funktioniert unser Staat nicht mehr.

Kann niemanden davon abhalten aber einfach einmal meine ehrliche Abneigung dafür ausdrücken.

Das stimmt ja so nicht. Ich zahle weiterhin Mwst, Grundsteuer und lokale Abgaben, Strom, Wasser, Heizöl ( also auch Mineralölsteuer) .

Mal davon abgesehen, geht es ja in diesem Forum auch darum, wie man kosten optimiert und ein Leben ohne Einkommen / Arbeit bestreitet, und nicht wie man den Sozialstaat finanziert 😉

@achim_global Deutsche Millionäre und Milliardäre machen das schon seit vielen Jahrzehnten so. Nicht an die grosse Glocke hängen. Just do it !

3 Tage Woche. Teilzeitarbeit.

Hallo Achim,

was du hier vorschlägst, ist illegal und strafbare Steuerhinterziehung.

Die Einkommensteuerpflicht ergibt sich in Deutschland nicht aus dem melderechtlichen Wohnsitz, sondern aus dem sogenannten "gewöhnlichen Aufenthalt". Verbringst du mindestens 183 Tage im Jahr in Deutschland, bist du hier einkommensteuerpflichtig, egal in welchem Land du gemeldet oder nicht gemeldet bist.

Zitat von Achim_Global am 20. Juni 2020, 15:02 Uhr

Mal davon abgesehen, geht es ja in diesem Forum auch darum, wie man kosten optimiert und ein Leben ohne Einkommen / Arbeit bestreitet, und nicht wie man den Sozialstaat finanziert 😉

Aber wer sich auf Kosten der Allgemeinheit einen Vorteil erhaschen will, muss eben auch damit leben das dies so benannt wird.

Steuern und Abgaben sind Umverteilung. Schulbildung, Straßen, Gesundheitssystem laufen solidarisch.

In meinem Leben hat der Staat mich aufgefangen als es mies um mich/meine Familie stand. Mein Wohlstand kommt aus meiner kostenlosen Ausbildung/Studium.

Klar, man kann optimieren. Ist halt scheiße für alle anderen.

Zitat von Oliver am 20. Juni 2020, 16:35 Uhr

Hallo Achim,

was du hier vorschlägst, ist illegal und strafbare Steuerhinterziehung.

Die Einkommensteuerpflicht ergibt sich in Deutschland nicht aus dem melderechtlichen Wohnsitz, sondern aus dem sogenannten "gewöhnlichen Aufenthalt". Verbringst du mindestens 183 Tage im Jahr in Deutschland, bist du hier einkommensteuerpflichtig, egal in welchem Land du gemeldet oder nicht gemeldet bist.

Ja, aber nur der Teil mit der Zinsbesteuerung.

 

Wie steht es generell mit dem Aufenthalt ? Z.b. KV

Ich kann das ewige Gejammer wegen der ach so hohen Abgaben nicht mehr nachvollziehen. Als Privatier zahlt man in diesem Land weniger als ein regulär Angestellter mit gleichem Bruttoeinkommen. Die Steuern sind bei Kapitalanlagen bei 25% gedeckelt. Aus der Renten- und Arbeitslosenversicherung kann man sich ebenfalls verabschieden und die KV kann man sehr flexibel gestalten und ist darüber hinaus auch noch teilweise von der Steuer absetzbar. Außerdem sind die gesetzlichen Abgaben im europäischen Vergleich hier eher Mittelmaß und keines Falls die Teuersten. Was wollt Ihr denn noch? Könnt Ihr den Hals nicht voll genug bekommen? An Milliardären und diversen Konzernen, die Briefkastenfirmen in Steueroasen unterhalten braucht man sich nun wirklich kein Beispiel zu nehmen. Es ist und bleibt asozial.

Asozial, aber wie Oliver ausführt vor allem kriminell. Ich habe im Gegensatz zu @achim_global hier auch bisher keine grundsätzliche Ablehnung der Abgaben oder ihrer Höhe festgestellt, da ist vielleicht der Wunsch Vater des Gedanken.

Frugalisten reduzieren die Abgaben ohnehin schon ganz legal, indem sie möglichst "unter dem Radar" des progressiven Einkommens- und Umsatzsteuersystems leben. Das moralisch zu bewerten wäre wohl einen eigenen Thread wert, aber volkswirtschaftlich spielt es bis jetzt sicher kaum eine Rolle.

@achim_global

Ohne amtliche Meldung in Deutschland eine Wohnung zu bewohnen (oder sich ins Ausland abzumelden, ohne tatsächlich die deutsche Wohnung aufzugeben) ist ein Verstoß gegen das Meldegesetz und rechtlich eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeldern belegt ist.

Damit ist auch das Umgehen der Rundfunkgebühr auf diese Weise nicht zulässig.

Bei der KV scheint es tatsächlich möglich, der Versicherungspflicht zu entgehen, indem man eine Auslands-KV abschließt, die den deutschen gesetzlichen Anforderungen an eine Pflichtversicherung entspricht (siehe https://indiereisen.de/auslandskrankenversicherung/). Allerdings dürften diese Versicherungen immer Vertragsbestandteile enthalten, die einen längeren Aufenthalt in Deutschland ausschließen. Wenn man dann trotzdem in Deutschland lebt, erlischt der Versicherungsschutz. Das würde ich nicht riskieren wollen!

Wenn man sich eine Behandlung in Deutschland trotzdem erstattet lässt, wäre das Versicherungsbetrug. Die Alternative wäre, eine Auslands-KV mit vollständigem Versicherungsschutz im Inland – die dürfte aber nicht billiger sein als eine reguläre PKV – ohne den ganzen Aufwand.

Zitat von Oliver am 20. Juni 2020, 19:54 Uhr

@achim_global

Ohne amtliche Meldung in Deutschland eine Wohnung zu bewohnen (oder sich ins Ausland abzumelden, ohne tatsächlich die deutsche Wohnung aufzugeben) ist ein Verstoß gegen das Meldegesetz und rechtlich eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeldern belegt ist.

Damit ist auch das Umgehen der Rundfunkgebühr auf diese Weise nicht zulässig.

Bei der KV scheint es tatsächlich möglich, der Versicherungspflicht zu entgehen, indem man eine Auslands-KV abschließt, die den deutschen gesetzlichen Anforderungen an eine Pflichtversicherung entspricht (siehe https://indiereisen.de/auslandskrankenversicherung/). Allerdings dürften diese Versicherungen immer Vertragsbestandteile enthalten, die einen längeren Aufenthalt in Deutschland ausschließen. Wenn man dann trotzdem in Deutschland lebt, erlischt der Versicherungsschutz. Das würde ich nicht riskieren wollen!

Wenn man sich eine Behandlung in Deutschland trotzdem erstattet lässt, wäre das Versicherungsbetrug. Die Alternative wäre, eine Auslands-KV mit vollständigem Versicherungsschutz im Inland – die dürfte aber nicht billiger sein als eine reguläre PKV – ohne den ganzen Aufwand.

Hallo Oliver, zum Verständnis, ich rede hier nicht von einer Auslandskrankenversicherung, ich reden von einer im Ausland abgeschlossenen global gültigen Krankenversicherung. Diese ist unabhängig vom Aufenthalt gültig. Hier kollidieren 2 verschiedene rechtliche Gegebenheiten Die Bundesregierung hat durch einen gesetzliche Trick den Zugang internationaler Krankenversicherungen nach Deutschland blockiert , und somit auch EU Recht ausgehebelt. Wie bekannt ist, müssen deutsche Privatversicherer einen Ausgleich an die gesetzlichen Versicherung zahlen, dieses wird auf die Beiträge umgelegt. Dadurch verteuert sich die PKV massgeblich. Diese Rechtslage gilt aber nur für in Deutschland angemeldete Menschen.  Man kann durchaus in Frankreich eine private Krankenversicherung abschliessen, sich in Deutschland aufhalten, und diese auch in Deutschland nutzen, und das völlig legal. Es kommt zu keinerlei Problemen bei der Abrechnung.

Ich kann da recht viel drüber sagen, weil ich mich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigt habe, und ausserdem über 20 Jahre im Ausland zugebracht habe.

Generell wundere ich mich doch sehr über die Feindseligkeit und die Beschimpfungen hier im Forum.

Mein Vorschlag ist eine vollkommen legitime Herangehensweise an das Ziel vieler hier, die nötigen Ausgaben auf ein Minimum zu beschränken.

Mich deshalb als Asozial zu beschimpfen ist schon ein starkes Stück. In der fiktiven Situation zahle ich weiterhin Mwst, Grundsteuer, und viele andere Abgaben an den Staat und die Gemeinde. Im Gegenzug habe ich keinerlei Anspruch auf irgendwelche Zuwendungen. Letztendlich belaste ich die Gesellschaft überhaupt nicht, im Gegenteil. Geht es Daum, nichts mehr zur Gesellschaft finanziell beizutragen,  müsste man auch jeden Rentner, Arbeitslosen und alle anderen die keinen nennenswerten positiven Beitrag mehr zum System beisteuern, als hochgradig Asozial betiteln.

Dann denke doch einfach noch einmal darüber nach.

Du optimierst deine Ausgaben auf wessen Kosten?

Kannst du machen. Klar. Aber erwarte keinen Beifall dafür. Wenn es sogar illegal ist: Well, ich wünsche dir kein Glück dabei das es unentdeckt bleibt.

Ich habe das Wort assozial vermieden, aber ja, Sozialbetrug ist assozial. Du magst geltendes Deutsches Recht als EU Rechtsbruch sehen, aber es ist eben geltendes Recht.

Gibt dir dein Kontostand, deine gezahlte Mehrwertsteuer die Gewissheit über diesem Gesetz zu stehen? Über den Rentern und Arbeitslosen?

So lesen sich für mich deine Argumente.

 

 

 

Achim, ich verstehe, dass Dich die Sache mit der internationalen Krankenversicherung, die in Deutschland nicht erlaubt ist, erbost. Der korrekte Weg ist der parlamentarische.

Nimm Kontakt zu Deinem Bundestagsabgeordneten auf bzw., wenn es wirklich gegen EU-Recht ist, zum Europaabgeordneten. Und/oder beschreite den Rechtsweg und klage dagegen. Oder ziehe halt nach Österreich, hatten wir ja schon diskutiert.

Ich schätze, der Gegenwind, den Du grade kriegst, kommt auf durch den ungesetzlichen Lösungsansatz. Du würdest mit ihm zwar Kosten bei der Krankenversicherung sparen, dafür könntest Du allerdings keine Steuererklärung in Deutschland machen, um Dir die Abgeltungssteuer zum Großteil zurückzuholen (Günstigerprüfung) bzw. die Krankenversicherungsbeiträge als Sonderausgaben anzusetzen. Ich glaube, da sparst Du unterm Strich nicht so viel, dass es das wert wäre, illegal hier zu leben.

 

PS: "Die Last an Steuern, Abgaben, Fixkosten und Pflichtausgaben belastet ja viele in diesem Forum." Für mich gilt diese Prämisse allerdings nicht. Mich belastet eher die sinnlose, kostenintensive Bürokratie in Deutschland.

Hallo @achim_global,

nur zur Klarstellung, ich habe nicht dich als assozial bezeichnet, sondern den von dir vorgestellten, hypothetischen Plan. Das ist ein wichtiger Unterschied, zumal du bisher nicht angedeutet hast, deine Idee zu verwirklichen. Aus meiner sicht spricht nichts dagegen, rechtlich und ethisch fragwürdige Themen theoretisch zu diskutieren, solang du dabei nicht zum Rechtsbruch aufrufst.

Ansonsten krankt deine Logik weiter an der Vorstellung, es reiche schon aus, wenn jeder nur für sich selbst sorgt. In Deutschland gilt, dass Eigentum verpflichtet. Die konkreten Regelungen setzen fest, dass wirtschaftsstarke Subjekte wie du nicht nur niemanden belasten, sondern darüber hinaus ihren Beitrag leisten. Dass du diesen Sachverhalt nicht akzeptierst, spielt für die Beantwortung deiner Eingangsfrage keine Rolle.

Zitat von Achim_Global am 21. Juni 2020, 10:16 Uhr

Hallo Oliver, zum Verständnis, ich rede hier nicht von einer Auslandskrankenversicherung, ich reden von einer im Ausland abgeschlossenen global gültigen Krankenversicherung. Diese ist unabhängig vom Aufenthalt gültig. Hier kollidieren 2 verschiedene rechtliche Gegebenheiten Die Bundesregierung hat durch einen gesetzliche Trick den Zugang internationaler Krankenversicherungen nach Deutschland blockiert , und somit auch EU Recht ausgehebelt. Wie bekannt ist, müssen deutsche Privatversicherer einen Ausgleich an die gesetzlichen Versicherung zahlen, dieses wird auf die Beiträge umgelegt. Dadurch verteuert sich die PKV massgeblich. Diese Rechtslage gilt aber nur für in Deutschland angemeldete Menschen.  Man kann durchaus in Frankreich eine private Krankenversicherung abschliessen, sich in Deutschland aufhalten, und diese auch in Deutschland nutzen, und das völlig legal. Es kommt zu keinerlei Problemen bei der Abrechnung.

Ich kann da recht viel drüber sagen, weil ich mich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigt habe, und ausserdem über 20 Jahre im Ausland zugebracht habe.

Hallo Achim,

danke für die Klarstellung! Das war mir bisher so nicht bekannt, macht aber vor dem Hintergrund deiner Erklärung Sinn. Es gilt ja auch die europäische Krankenversicherung, d.h. dass ich mich mit jeder Krankenversicherung eines EU-Landes auch in jedem anderen EU-Land behandeln lassen kann und meine KV diese Kosten übernimmt. Nur eben, dass Deutschland dann offenbar nicht jede dieser Krankenversicherungen als Pflichtversicherung im Sinne der deutschen Sozialgesetzgebung anerkennt.

Grundsätzlich finde ich den Ansatz spannend, für die KV den Blick über die deutschen Staatsgrenzen hinweg zu erweitern. Wenn aber die Umsetzung dieses "Hacks" aktuell erfordert, sich über weitere Gesetze hinwegzusetzen und Ordnungswidrigkeiten (Meldegesetz) sowie Straftaten (Steuerhinterziehung) zu begehen, dann kann ich mich damit nicht anfreunden.

Zitat von Christine am 21. Juni 2020, 10:58 Uhr

Du würdest mit ihm zwar Kosten bei der Krankenversicherung sparen, dafür könntest Du allerdings keine Steuererklärung in Deutschland machen, um Dir die Abgeltungssteuer zum Großteil zurückzuholen (Günstigerprüfung) bzw. die Krankenversicherungsbeiträge als Sonderausgaben anzusetzen. Ich glaube, da sparst Du unterm Strich nicht so viel, dass es das wert wäre, illegal hier zu leben.

Als Steuerausländer würde man gar keine deutsche Abgeltungssteuer zahlen. Wird man bei der Depotbank mit ausländischem Wohnsitz geführt, nimmt diese keinen Abzug der Abgeltungssteuer vor (das war auch bei mir der Fall, während ich in England gelebt habe).

@oliver

Hallo Oliver, ja, warum hier jemand eine Straftat ins Spiel gebracht hat, ist mir nicht bekannt. Das war auch nie meine Absicht, und davon möchte ich mich ganz klar und deutlich distanzieren. Mir geht es darum, den gesetzlichen Ramen soweit auszunutzen, wie es rechtlich möglich ist. Die 183 Tage Regelung ist mir auch bekannt, an die muss man sich natürlich halten. In der Praxis ist das für die Behörden allerdings sehr schwer nachzuvollziehen, da ja keine verpflichtende Registrierung bei der Grenzüberquerung stattfindet ( wie in manchen anderen Ländern) . Auch zu dieser Regelung gibt es noch Sonderregelungen. Wenn man sich in keinem Land  der Welt 183 Tage aufhält, gilt das Land des Lebensmittelpunktes . Ist also alles eher schwammig, und lässt eine menge Raum für kreative Gestaltung innerhalb der gesetzlichen Regelungen.Man will  ja keine Steuern hinterziehen, aber Steuern so weit wie möglich zu vermeiden, ist keine Straftat. Ganz im Gegenteil, wenn ich irgendwo einkaufe, kaufe ich ja auch da, wo es am günstigsten ist, warum soll man dann nicht auch seine Steuern da zahlen, wo es am günstigsten ist. Ich finde das vollkommen in Ordnung.  Dieses wird ja von vielen Menschen in der IT Branche stark genutzt ( also die Regelung mit dem Lebensmittelpunkt)  und geht problemlos, ich kenne da so einige. Der Lebensmittelpunkt befindet sich dann irgendwo in einer Steueroase, und ist ein angemietetes Zimmer im Hinterhof. Zurück zum Thema Kaptaleinkünfte. Um das noch mal klar zu stellen, als Steuerausländer sind Kapitaleinkünfte in Deutschland generell steuerfrei. Und es gibt Länder, die keine Steuern auf ausländische Einkünfte erheben. Man muss es halt nur so zusammen stellen, das es passt. Nicht Steuerfrei in Deutschland sind Einnahmen aus Immobilien, also Vermietung und Verpachtung. Die werden sogar recht hoch besteuert, und nicht wie ein normales Einkommen. 1000 Euro aus Vermietung werden erheblich höher besteuert, als 1000 Euro Einkommen aus einer Beschäftigung .Wenn ich mich recht erinnere, 25% oder so. Hierzu wurde schon oft geklagt, leider bisher ohne Erfolg.

Selbst genutztes oder lehrstehendes Wohneigentum ist hingegen, bis auf die kommunalen Abgaben, Wasser, Strom, Müll, Grundsteuer, praktisch völlig neutral, und man kann dieses , ohne sich anzumelden , bis zu 182 Tagen im Jahr nutzen, und das ohne gegen ein Gesetz zu verstossen....zumindest soweit wie ich die Gesetzeslage als Nicht-Rechtsanwalt deuten kann.

Nochmal zur Krankenversicherung. Mir liegt ein Angebot der Cigna Heathcare vor, Globale Coverage ohne USA , als Deutscher Staatsbürger . Bedingung, ich darf nicht in Deutschland angemeldet sein.....d.h. ich darf schon, aber wäre dann verpflichtet, in Deutschland zusätzlich eine Versicherung abzuschließen, was ja Unsinn wäre. Der Cigna Healthcare wäre aber mein Wohnsitz zur Zeit des Abschlusses völlig egal, und der würde sich auch nicht auf die Beiträge auswirke. D.h. auch, ich kann mich in jedem Land der Welt aufhalten und behandeln lassen, ausser in USA.

1690,- Euro im Jahr , mit 800 Euro Selbstbehalt. Das schlägt mal locker jedes noch so gute Angebot einer deutschen Versicherung.

Andere derartige Versicherung sind z.B. die Bupa. Auch die Axa bietet ausserhalb Deutschlands so was an, da war meine Frau schon mal für etliche Jahre versichert.

Hallo Achim,

in deinem Eröffungsbeitrag klang es so, als ob du deinen Wohnsitz abmelden, dich aber trotzdem das ganze Jahr über in Deutschland aufhalten wolltest. Vielleicht hat das hier für Verwirrung und Gegenwind gesorgt. Bei Einhaltung der 183-Tage-Regel ist natürlich alles rechtens.

Zitat von Oliver am 21. Juni 2020, 12:14 Uhr

Hallo Achim,

in deinem Eröffungsbeitrag klang es so, als ob du deinen Wohnsitz abmelden, dich aber trotzdem das ganze Jahr über in Deutschland aufhalten wolltest. Vielleicht hat das hier für Verwirrung und Gegenwind gesorgt. Bei Einhaltung der 183-Tage-Regel ist natürlich alles rechtens.

Ja, so klang es. Und von mir gibt es weiter Gegenwind für jeden, der sich auf welchem legalen Weg auch immer der Einkommenversteuerung generell entzieht. Ich halte das weiter für nicht-kriminelles Schmarotzertum. 😁

Zitat von Oliver am 21. Juni 2020, 11:24 Uhr

Als Steuerausländer würde man gar keine deutsche Abgeltungssteuer zahlen. Wird man bei der Depotbank mit ausländischem Wohnsitz geführt, nimmt diese keinen Abzug der Abgeltungssteuer vor (das war auch bei mir der Fall, während ich in England gelebt habe).

Naja, abmelden in Deutschland, aber nicht anmelden in einem anderen Land (so klang es für mich im Eingangspost), das bedeutet aber, dass er weiterhin Abgeltungssteuer zahlen muss, weil er seiner Depotbank keine ausländische Wohnsitzbescheinigung vorlegen kann. Oder ist da in unserer total reglementierten Vorgehensweise (Identitätsfeststellung, Geldwäsche etc.) ein Schlupfloch?

Mich hatte die Sache nicht so sehr aufgeregt, weil ich davon ausging, dass auf jeden Fall Abgeltungssteuer abgeführt würde. Sehe aber grade, dass er das mit der ausländischen Meldeadresse anders formuliert hatte (ich wohl falsch interpretiert).

 

Zitat von Achim_Global am 20. Juni 2020, 11:23 Uhr

Ich muss dazu sagen, ich habe das schon mal zeitlich begrenzt, also für ein Jahr ,gemacht, das ist aber schon lange her.

Ich habe in der Zeit mein Eigentum weiter bewohnt habe, und bin keiner beruflichen Tätigkeit nachgegangen.

Folgende Dinge sind mir dabei aufgefallen. Positiv: Ich musste keine GEZ mehr bezahlen. Die Krankenversicherungspflicht war aufgehoben, ich konnte mich bei einem internationalen Versicherer wie BUPA versichern ( was erheblich billiger war) . Einkünfte aus Kapitalanlagen ( sprich Zinsen) waren nicht mehr steuerpflichtig, da ich Steuerausländer war. Mit meinem Reisepass könnt ich weiterhin ungehindert ein und ausreisen.

Das war mit hoher Wahrscheinlichkeit schon damals illegal und damit strafbar. Ob Du die 183-Tage-Regel einhältst oder nicht, ist Dein Risiko, allerdings kann Dir Oli als Betreiber der Seite nur die legale Version beschreiben. So wie Du es im ET beschreibst und man es verstehen muss, ist es definitiv illegal.

Ansonsten hast Du mE ein ganz anderes Problem: Du behauptest ja permanent, dass Dir der böse Staat nicht glauben will, dass Du Dich bis ans Lebensende selbst von Deinem Kapital über Wasser halten kannst und daher keine oder nur minimale staatliche Absicherung benötigst und ergo auch nicht mehr als Summe x dafür bezahlen willst.

Fakt ist: diese Kosten sind bekannt, die gesetzlichen Bestimmungen in D ebenfalls und da Du offensichtlich beruflich etwas rumgekommen bist, darf man Dir auch unterstellen, dass Du den Vergleich mit anderen Ländern besser beurteilen kannst als der Durchschnittsdeutsche. Dummerweise reicht Deine Kohle aber für D nicht, ansonsten würdest Du die 800€ einfach zahlen, weil in der Gesamtkalkulation korrekt enthalten. Deutschland dauerhaft verlassen willst Du aber auch nicht, was nur beweist, dass D offensichtlich doch eine so gute Lebensqualität bietet, dass man alle Hebel in Bewegung setzt, diese zu möglichst geringen Kosten zu erhalten.

Das mag für Dich eine plausible Herangehensweise sein, gesamtgesellschaftlich ist es das nicht und deshalb wirst Du auch von unterschiedlichen Usern heftig kritisiert, mMn auch völlig zu Recht. Wenn alle so handeln würden wie Du, würde aber gar nicht so viel passieren, allerdings zB die MwSt. und/oder die Grundsteuern A/B erhöht, damit der Staat seine Ausgaben anderweitig einnehmen kann.

An welcher Stelle man also zur Kasse gebeten wird, ist gesamtbetrachtet vollkommen egal - Leben kostet nun mal eine bestimmte Summe und wenn Dir diese zu hoch ist, dann bedeutet das schlicht und ergreifend, dass Du Deine Ansprüche runterschrauben, D verlassen oder wieder arbeiten musst. Dass das für Dich zutrifft, kann man in fast jedem Deiner Beiträge herauslesen, im ET gleich in der ersten Zeile:

Die Last an Steuern, Abgaben, Fixkosten und Pflichtausgaben belastet ja viele in diesem Forum.

Nein, aus dem Alter bin ich schon etwas länger raus.

Zudem gibt es reichlich Beispiele, die Dein Problem lösen, allerdings musst Du dafür flexibel leben oder Dich zumindest legal an die 183-Tage-Regel halten. In den Opportunitätskosten sind allerdings zumindest die Mehrkosten für eine (kleine) doppelte Haushaltführung sowie jährlich zweimalige Transitkosten zwischen den Wohnsitzen zu berücksichtigen.

Grob beträgt Deine Einsparung in der von Dir genannten KV gegenüber der aktuellen Variante 8T€ jährlich. Transit und Zweitwohnsitz dürfen pro Monat also nicht teurer als ~650€ sein. Wenn Du einen signifikanten Gewinn erzielen willst, deutlich weniger. Wenn der Zweitwohnsitz für 400€ warm incl. aller Zusatzkosten zu haben ist, bleibt eine Ersparnis von ca. 3T€ p.a. zzgl. etwaiger anderer Steuervorteile, die aber vom jeweiligen Steuerrecht des Erstwohnsitzes abhängen.

Die Frage ist also, ob Dir der Verzicht auf die halbjährliche Anwesenheit in D so viel wert ist oder nicht. Alles andere spielt keine Rolle.