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Obst und Gemüse - wie viel kostet es? Worauf achtet ihr?

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Ich habe mich in letzter Zeit mal vermehrt mit unseren Lebensmitteleinkäufen beschäftigt, da diese preislich doch ziemlich aus dem Rahmen fallen, zumindest bisher. Auch Haushaltswaren gibt es häufig besser und billiger beim Discounter. Teilweise gibt es da Tests, wo z.B. die Geschirrspültabs von Aldi und Lidl besser abschneiden als alle Markenprodukte oder bei Klopapier und Küchenrolle ist es ja nun wirklich egal.

Aber beim Thema Obst und Gemüse würde ich mich gerne noch bisschen besser informieren, da es hier ja auch schwankende Saisonpreise gibt usw. - bisher, seit Jahren, immer das gekauft, worauf wir Lust hatten und wirklich nie auf die Preise geschaut. Ich möchte jetzt zumindest mal etwas informierter entscheiden. Doch fällt es mir schwer, kurzfristig zum Thema Obst- und Gemüsepreise etwas in Erfahrung zu bringen.

Also bspw. Äpfel? Ich habe diese immer so mit 2 Euro je kg in Erinnerung. Ist das eher ein normaler oder hoher Preis? Und wenn jetzt Äpfel für 1 Euro pro kg im Angebot sind, dann ist das schon preiswert?

Oder Beeren. Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren. Die gibt es im normalen Supermarkt bei uns fast immer für 3 Euro für eine eher kleine 125 Gramm-Schale. Ist sehr teuer, andererseits sind die Dinger gesund und lecker. Gesünder als jedes andere Obst (siehe u.a. NutritionFacts.org) und unser Kind isst die auch gerne. Daher investieren wir hier gerne etwas mehr, da es ja gesund ist. Trotzdem ist mir aufgefallen, dass die z.B. im Discounter keine 3 Euro auf 125 Gramm kosten müssen. Oder ist das gerade saisonal? Was sind so normale Preise für bspw. Heidelbeeren? Im deutschen Hochsommer gehen wir die hier fast kiloweise auf einer Plantage pflücken für kleines Geld, aber was ist ein normaler Preis im Discounter/Supermarkt?

Würde mich mal interessieren, ob ihr euch auch Gedanken über Obst- und Gemüsepreise macht und bspw. ob ihr bei Obst X oder Gemüse Y zu Preis Z zuschlagt oder wann der Preis zu hoch ist? Weil, wenn man nicht so wirklich informiert ist, kann man auch schlechter entscheiden.

Obst und Gemüse, das aktuell Saison hat, ist in der Regel günstiger. Einfach mal nach Saisonkalender im Internet suchen, das gibt einen guten Überblick. Von November bis Mai schaut es mit deutschem Obst ziemlich mau aus, dafür gibt's dann Mandarinen aus Spanien etc.

Sonst nehme ich im Supermarkt/Discounter oft das Obst und Gemüse, das im Angebot ist. Eigentlich hat jede Obstabteilung immer an der Stirnseite immer was im Angebot (oft eben was gerade Saison hat). Bringt auch ein bisschen Abwechslung rein und man versteift sich nicht nur auf sein Lieblingsobst und -gemüse.

Bei Standardsachen schaue ich nicht unbedingt auf den Preis. Kartoffeln sind im Herbst billiger als im Frühjahr, aber trotzdem hole ich die das ganze Jahr über.

Falls du das Obst und Gemüse nicht unbedingt frisch willst (bspw. Beeren im Joghurt, Gemüse in Reispfanne, etc.) kann ich als Tipp auch noch Tiefkühlgemüse geben. Das schwankt (meinem Gefühl nach) deutlich weniger, schmeckt aber auch und von den Nährstoffen geht da auch wenig verloren (bei manchen Sachen werden Nährstoffe sogar besser erhalten, z. B. Spinat).

 

Hallo FrugalistMitHaus!

Nur kurz vorab: Wenn du beim Spülen sparen willst, kauf keine Geschirrspültab, sondern Pulver. Das kann man besser dosieren und kostet für 100 Waschladungen das gleiche wie 40 Tabs (oder so ähnlich). Kannst ja mal nach schauen.
Ich nehme 1/4 der angegebenen Menge Pulver für einmal abwaschen. Als Klarspüler nehme ich Wasser mit etwas Spiritus.

Zu Obst und Gemüse: Saisonal einkaufen spart nicht nur Geld. Wenn du dann kaufst, wenn es natürlich wächst, hast du auch das Obst und Gemüse, was nicht Tausende Kilometer geflogen werden muss, in anderen Ländern unnötige Ressourcen kostet, was unter der natürlichen Sonne (also nicht unter Glas und Folie) wächst. Geschmacklich ist es auch ein großer Unterschied. Beispiel Erdbeeren im Januar oder Juni. Im Januar sind Erdbeeren wie Kürbis um Erdbeerform, im Juni duften die reifen Frühte schon von weitem.

Obst kaufe ich nicht als Tiefkühlware, weil es mir einfach nicht schmeckt. Gemüse hingegen ist meiner Meinung nach eine gute Alternative. TK-Erbsen oder Spinat kaufe ich gern. Bohnen sind eingekocht oder getrocknet besser....

Äpfel kosten je nach Ernte unterschiedlich. In manchen Jahren unter einem Euro, in diesem Jahr scheinbar über 2 Euro. Ich hatte bis März noch eigene im Lager. Jetzt warte ich auf die neue Ernte.

Beeren sind so teuer, weil es wirklich Handarbeit ist Beere für Beere zu pflücken und weil die Pflanzen einiges an Pflege brauchen. Ich fahre morgens an einem Beerenfeld (Brom- und Johannisbeeren). Da sind Saisonarbeiter von März bis Oktober ganztags beschäftigt.
Leider sind die Beeren, die man kaufen kann nur auf Lagerfähigkeit und Ertrag un dnicht auf Geschmack gezüchtet...

Ob du Geld sparst, wenn du selbst gekaufte Saisonfrüchte konservierst (einfrieren, einkochen, trocken...), weiß ich nicht. Müsstest du mal rechnen. Ich kann dazu kaum was schreiben, den ich habe eigens, was ich auf Vorrat legen kann. Da rechnet sich dann schon. Wir haben Lebensmittelkosten unter 2,80 Euro pro Tag und Nase.

Ach so: Wenn ich das richtig interprätiere, lebst du in der Stadt. Wenn du das nächst mal über Land fährst, schau mal in den Dörfern. Dort stehen oft am Straßenrand Schilder oder Stände, wo man Kartoffeln, Äpfel, Eier usw. günstiger und von besserer Qualität kaufen kann.

 

Liebe Grüße, Flitzekittel --------------------------------------------- https://miteigenenhaenden.wordpress.com/ - Downshifting, Minimalismus, Selbstversorgung, Konsumreduzierung, DIY -

ich hab schon öfter Kartfoffeln eingekellert, bei guter Ernte gab es die in den letzten Jahren (letztes Jahr nicht) schon mal für 20-25 cent das kilo, in den Sommermonaten esse ich auch schon mal Sachen die in der Natur wachsen, bis hin zu Lindenblättern von Bäumen, schmecken sehr gut, im Herbst kann man z.b. Esskastanien sammeln oder Walnüsse, Mohonien, Holunder im Sommer...., dann kaufe ich mir Kilowiese getrocknet Datteln (ca 30 euro für 10 kg) oder ungesalzene Erdnüsse die ich als Süßigkeitenersatz esse, Bananen zu 1 euro dass kilo nehme ich oft als Grundlage für grüne smoothies, dafür suche ich auch Wildkräuter wie Löwenzahn, Brennesseln...

Alte Grundregel: Kaufe regional und saisonal.

Gut, ich als Dorfkind welches zudem im Obstkorb Deutschlands ( Mittelbaden) lebt hat natürlich gut gackern.

Obst und Gemüse kaufe ich tatsächlich regional beim Landwirt vor der Haustür; das hat mehrere Vorteile. Zum einen weiß ich genau wo es herkommt, zum anderen verdient der Landwirt so etwas mehr obwohl es für mich gar günstiger ist; einfach weil kein Obstgroßmarkt und Lebensmittelhandel dazwischen ist der auch noch die Hände aufhält.

Der Punkt saisonal ergibt sich somit automatisch, das was der Landwirt grad nicht da hat wächst halt auch grad nicht auf dem Acker.

Hallo, vielen Dank schon mal für die Antworten.

Zum Thema Straßenrandverkauf, direkt beim Bauern etc. pp.: Nein, das möchten wir nicht. Zum einen ist es ein Mythos, dass es besser ist. Der Straßenverkäufer muss es ja auch irgendwo her nehmen, der Bauer der einen winzig kleinen Teil selbst verkauft, verkauft die anderen 99 Prozent dann auch an Supermärkte, Discounter und Händler. Selbst Studie die besten Bio-Standard mit Standard-Ware verkaufen, kommen zu dem Ergebnis: kein messbarer Unterschied im Vitamingehalt, keine gesundheitlichen Vor- oder Nachteile.

Zum anderen ist es so oder so ein zusätzlicher Weg, selbst wenn es nur 5 Kilometer sind pro Strecke, muss ich bei realistischen minimalen Autokosten mit 2,50 Euro rechnen. Plus Zeitverlust.

Wichtiger ist, dass man es frisch isst. Entweder direkt frisch vom Supermarkt/Discounter oder eben erntefrisch gefroren. Nur dann ist beiden Varianten noch ein guter Vitamingehalt. Deswegen, etwas einmachen? Nein, natürlich nicht.

Also Äpfel kosten etwa zwei Euro pro kg im Normalpreis, wenn es hier welche für ein Euro gibt, wäre das ein guter Preis?

Bananen sind bei etwa 1 Euro je kg im Normalpreis, mehr wäre teuer? Ok.

Solche Infos suche ich, damit ich fundiert im Supermarkt entscheiden kann. Nur weil etwas Saison hat, muss der Supermarkt es nicht preiswert anbieten. Nur weil es außerhalb der Saison ist, muss es nicht teuer sein.

Aldi hat Tomaten zur Zeit für 0,89 Euro, Bananen für 0,88 Euro und Heidelbeeren für 4,50 Euro je kg jeweils im Angebot. Alles gute Preise? Lidl Äpfel: 0,90 Euro je kg.

Zitat von FrugalistMitHaus am 16. Mai 2019, 13:50 Uhr

Solche Infos suche ich, damit ich fundiert im Supermarkt entscheiden kann. Nur weil etwas Saison hat, muss der Supermarkt es nicht preiswert anbieten. Nur weil es außerhalb der Saison ist, muss es nicht teuer sein.

Im Grunde vergleiche ich immer das Obst und Gemüse relativ zueinander im Supermarkt. Wenn ich nichts mehr daheim habe, brauche ich was zu essen und nehme das beste Angebot. Da hilft es mir nichts, wenn selbst das beste Angebot über meinem Normalpreis liegt, irgendwas muss ich ja essen.

Zitat von FrugalistMitHaus am 16. Mai 2019, 13:50 Uhr

Zum anderen ist es so oder so ein zusätzlicher Weg, selbst wenn es nur 5 Kilometer sind pro Strecke, muss ich bei realistischen minimalen Autokosten mit 2,50 Euro rechnen. Plus Zeitverlust.

Natürlich ist es Blödsinn extra wegen 1 kg Äpfel und 5 kg Kartoffeln auf´s Land zu fahren. Deswegen habe ich ja auch geschrieben "Wenn du das nächst mal über Land fährst,..."

Zitat von FrugalistMitHaus am 16. Mai 2019, 13:50 Uhr

Zum Thema Straßenrandverkauf, direkt beim Bauern etc. pp.: Nein, das möchten wir nicht. Zum einen ist es ein Mythos, dass es besser ist. Der Straßenverkäufer muss es ja auch irgendwo her nehmen, der Bauer der einen winzig kleinen Teil selbst verkauft, verkauft die anderen 99 Prozent dann auch an Supermärkte, Discounter und Händler.

Du verwechselst da was. Ich meine den (meist) Nebenerwerbsbauern, der von seiner eigenen Ernte ein paar Kilo vor seinem eigenen Haus oder in seinem eigenen Hof verkauft.

Auf dem wöchentlichen Markt (auch bei uns) gibt es zumeist Großmarktware. Paprika in Mai aus eigener Ernte... Das glaube wer will.

Zitat von FrugalistMitHaus am 16. Mai 2019, 13:50 Uhr

Selbst Studie die besten Bio-Standard mit Standard-Ware verkaufen, kommen zu dem Ergebnis: kein messbarer Unterschied im Vitamingehalt, keine gesundheitlichen Vor- oder Nachteile.

Davon war zwar hier nicht die Rede, aber ich gebe dir Recht. Nährwerttechnisch ist das wohl nicht besser, aber eventuell doch von der Belastung mit Spritzmitteln u.ä.

Zitat von FrugalistMitHaus am 16. Mai 2019, 13:50 Uhr

Solche Infos suche ich, damit ich fundiert im Supermarkt entscheiden kann. Nur weil etwas Saison hat, muss der Supermarkt es nicht preiswert anbieten. Nur weil es außerhalb der Saison ist, muss es nicht teuer sein.

Aldi hat Tomaten zur Zeit für 0,89 Euro, Bananen für 0,88 Euro und Heidelbeeren für 4,50 Euro je kg jeweils im Angebot. Alles gute Preise? Lidl Äpfel: 0,90 Euro je kg.

Selbst gucken, eventuell aufschreiben und vergleichen. Nur so kommst du zu einem Preisvergleich.

Zitat von FrugalistMitHaus am 16. Mai 2019, 13:50 Uhr

Also Äpfel kosten etwa zwei Euro pro kg im Normalpreis, wenn es hier welche für ein Euro gibt, wäre das ein guter Preis?

Bananen sind bei etwa 1 Euro je kg im Normalpreis, mehr wäre teuer? Ok.

Sorry, ist zucke gerade zusammen. Geiz ist geil, egal ob der Bauer von den Billigpreisen leben kann? Du willst ernsthaft super billig einkaufen, aber möglichst die beste Qualität?

Auf wessen kosten sparst du?? Gibt es nicht Kompromisste, damit alle gut (davon) leben können?

Liebe Grüße, Flitzekittel --------------------------------------------- https://miteigenenhaenden.wordpress.com/ - Downshifting, Minimalismus, Selbstversorgung, Konsumreduzierung, DIY -
Zitat von Flitzekittel am 16. Mai 2019, 16:40 Uhr

Sorry, ist zucke gerade zusammen. Geiz ist geil, egal ob der Bauer von den Billigpreisen leben kann? Du willst ernsthaft super billig einkaufen, aber möglichst die beste Qualität?

Auf wessen kosten sparst du?? Gibt es nicht Kompromisste, damit alle gut (davon) leben können?

Stimmt, der arme deutsche Großbauer. Ich glaube wenn es einer Gesellschaftsgruppe blendend geht, dann den von allen Seiten gepamperten Großbauern. Gerade erst letzte Woche war es glaube Thema bei der Heute Show.

Nichtsdestotrotz, die bekommen Geld, wenn sie etwas anbauen, wenn sie etwas weg schütten, wenn sie nichts anbauen usw.

Da herrscht eine ähnliche Missinformation wie vor einigen Jahren noch bei den Ärzten. Mittlerweile ist den meisten ja klar, dass die nach wenigen Jahren als Oberarzt oder in der Praxis gut sechsstellig verdienen. Auch die Großbauern tragen dieses Märchen vom schlechten verdienst in die Masse. Wenn es so schlecht wäre, würden die Leute eben nicht als Großbauern arbeiten, sondern für 13 Euro pro Stunde beim Discounter, 14 Euro bei McDonald's oder 20 Euro pro Stunde in der Pflege.

Viele dieser Großbauern gehören zum ehemaligen Adel, weil dort noch immer die Ländereien sind.

Aber lassen wir das, also wenn die Gewinnspanne dieser Großbauern, die auch noch zig Millionen Subventionen kassieren, ein Prozentpünktchen geringer ist, weine ich da keine Träne.

Die Qualität der angebotenen Produkte ist ziemlich uniform, das ist klar. Dem Verbraucher wird Vielfalt und Qualitätsunterschiede suggeriert, damit die individuelle Preisbereitschaft besser abgeschöpft werden kann.

Daher gibt es unabhängige Tests, wo regelmäßig die Handelsprodukte besser abschneiden als die Markenprodukte bzw. gleichwertig. Wo zwischen Discounter, Supermarkt, Biomarkt und Wochenmarkt keine systematischen Qualitätsunterschiede fest gestellt wurden bei Obst und Gemüse.

Das ist auch eine sehr befreiende Erkenntnis. Bin selbst früher jahrelang fast nur zum Biomarkt und paar wenige Produkte vom Supermarkt. Damit habe ich dann eigentlich nur deren Gewinne finanziert und den aufgeblähten Apparat. Und die Marketing-Leute. Und die Leute, die an der Werbung verdient haben, also im Prinzip hauptsächlich Trash-TV-Sender. 🙂

Also, wenn jemand in unserer freien Marktwirtschaft ein Angebot unterbreitet, dann nehme ich dieses gerne an, wenn ich es möchte.

Sorry, das ist ohne Differenzierung unfug oder zumindest diskutabel.
Meiner Meinung nach sind Großbauern sowieso der falsche Weg und sollten nicht subventioniert werden, sondern nur kleine Bauern.

Ja "Agrakonzerne" und Großbauern stellen in Massen ein Produkt her, egal wo du es kaufst.
Genau dies ist aber der Grund warum man sowas wie eine BIO-Zertifizierung überhaupt braucht um zuimindest etwas differenziern zu können.

Ich komme vom Land und ich kenne genug Bauern und die sind nicht reich. Genau genommen sind die Teilzeit Landwirt, da sie auch davon nicht leben könnten. Und genau die produzieren Produkte die man auf einem Hofladen/Direkt kaufen kann und diese qualitativ nicht mit dem Supermarkt vergleichen kann.
Ich gehe davon aus das auch Flitzekittel genau solche kleinen Bauern meint.
Fest steht aber auch, das du dann für alles mehr bezahlst als im Supermarkt.

Man muss aber etwas gucken. Es gibt Bauern die verkaufen dann wirklich nur das was sie selber herstellen und es gibt welche die kaufen dann andere Produkte zur Ergänzung dazu. Manchmal auch direkt von anderen bauern, manchmal leider aber auch vom Großmarkt. I.d.R. kann man das aber direkt vor Ort erfragen und bekommt sinnvolle Antworten.

Zitat von Niels am 16. Mai 2019, 18:02 Uhr

Ich gehe davon aus das auch Flitzekittel genau solche kleinen Bauern meint.

Ja, genau.

Ich schreiben ja von Nebenerwerbsbauern / Teilzeit-Landwirten, die von der Landwirtschaft allein nicht leben können. Die aber die Landwirtschaft betreiben, weil es ihnen zu schade ist den Hof aufzugeben. Die placken sich dann, wenn andere beim Feierabendbier sitzen, oder morgens um 4 Uhr vor ihrer Schicht in der Firma. Vor denen gehört eher der Hut gezogen, als über sie pauschal geschimpft. (Und noch mal: Ich meine keine "Großbauern vom  ehemaligen Adel")

Wenn man sich für die Arbeit der jeweiligen Bauern interessiert, weiß man auch ob und was sie zukaufen um es am eingenen Hofe zu verkaufen. Auch Reden mit den Leuten soll hilfreich sein.

 

Liebe Grüße, Flitzekittel --------------------------------------------- https://miteigenenhaenden.wordpress.com/ - Downshifting, Minimalismus, Selbstversorgung, Konsumreduzierung, DIY -
Zitat von Niels am 16. Mai 2019, 18:02 Uhr

Und genau die produzieren Produkte die man auf einem Hofladen/Direkt kaufen kann und diese qualitativ nicht mit dem Supermarkt vergleichen kann.

Völlig richtig, solche Hobby-Bauern können nicht mit den hohen Qualitätsstandards eines professionellen Bauern mithalten.

Ein Mythos, der sich besonders in Deutschland hält, dass manuelle Arbeit besser wäre als Produkte, welche nach festen, qualitätsgeprüften Prozessen produziert werden. Alles was groß ist, ist böse.

Der Großbauer düngt nur gerade so viel, wie absolut notwendig ist. Mehr kostet Geld. Er nutzt nur so viel Pflanzenschutzmittel wie absolut notwendig, mehr kostet Geld. Sowas wird exakt berechnet, hundertfach erprobt und optimiert. Dazu gab es tatsächlich auch schon Tests, Hobby-Gärtner gegen Supermarkt/Discounter und da schnitten die industriell hergestellten Produkte deutlich besser ab. Ist ja auch logisch, wenn es 1.000.000 Äpfel ernte, dann arbeite ich viel eher daran, einen Prozess aufzusetzen, damit jeder Apfel so perfekt wie möglich ist. Wenn ich 10.000 Äpfel ernte, dann versuche ich eher über die Menge zu gehen. Die Skaleneffekte sind im ersten Fall ganz andere als im zweiten Fall.

Also, ich dachte hier in diesem Forum sind wie befreit von diesen Dogmen und Mythen und gehen das ganze rational an und nicht, nach dem Motto so müsste die Welt eigentlich sein. Was groß ist, ist böse. Wer Geld verdient, ist böse. Blabla.

Thema war eigentlich Preise von Obst und Gemüse, welcher Preis ist günstig, welcher Preis ist teuer? Wollen wir da jetzt zurück zum Thema oder völlig ins Off-Topic abgleiten?

Wir kaufen fast unsere gesamten Lebensmittel auf dem Markt ein. Dieses Jahr sogar mal mit Vergleichstest. Unser Marktplatz im Ort war 4 Wochen zur Sanierung gesperrt und dann bin ich 2 mal nach Lidl und 2 mal nach Aldi. Auf dem Markt lasse ich so ca. 50 Euro pro Woche für Obst und Gemüse, meist bei kleinen regionalen Vermarktern bzw. Direktverkäufern und bei in etwa gleichen Waren. Test Lidl: Preis wäre ca. 6-8 Euro in der Woche günstiger, Verpackung eine Katastrophe und bei der Frische und Haltbarkeit im Vergleich zum Markt bleiben bei der Haltbarkeit ca.1-2 Tage auf der Strecke und beim Frische und Geschmack geht´s auch deutlich nach unten. Bei Aldi ähnlich, etwas weniger Plastik, Preis ca. 8-10 Euro in der Woche günstiger wie mein Markteinkauf. Das Hobby meiner Frau ist gutes Kochen, die hat nicht wirklich begeistert bei der Discouterware geschaut.

Unser Fazit bezüglich Obst und Gemüse Einkauf: Regional und Saisonal einkaufen, weniger bis keine Verpackung gibts nur auf dem Markt, wer Wert auf Frische legt sollte die günstigen Discounter meiden. Wir geben gerne etwas mehr aus wenn die Qualität besser ist und bei längere Haltbarkeit wird auch weniger schlecht bzw. weggeschmissen (spart ja auch nicht nur Geld sondern auch Zeit, Umwelt und Fahrtkosten).

Sorry, dieser Vergleich ist Unsinn. Du wusstest ja, dass als Zwischenhändler der Discounter und nicht der Stand beim Wochenmarkt fungiert hat.

Deswegen macht Stiftung Warentest Blindverkostungen, deswegen gibt es bei Studien immer eine Placebo-Kontrollgruppe.

Unterbewusst und bei dir anschneiden sogar bewusst hast du gegenüber den einzelnen Zwischenhändlern Vorurteile, welche dein Urteil ganz maßgeblich beeinflussen.

Ich dachte wirklich, wir sind hier etwas kritischer und hinterfragen diese Werbebotschaften. Blindstudien machen das und finden da keine Unterschiede. Wie auch, ein Apfel der Sorte X ist ein Apfel der Sorte X. Gedüngt und gespritzt wird in der professionellen Landwirtschaft so wenig wie nur möglich. Ein anderer Regen fällt auch nicht auf das Feld.

Zitat von FrugalistMitHaus am 17. Mai 2019, 13:10 Uhr

Sorry, dieser Vergleich ist Unsinn. Du wusstest ja, dass als Zwischenhändler der Discounter und nicht der Stand beim Wochenmarkt fungiert hat.

Sorry, der Vergleich ist kein Unsinn, uns interessierte die Ware und nicht die Lieferkette. Und bei einigen unserer Marktstände gibt es auch keinen Zwischenhandel.

 

Deswegen macht Stiftung Warentest Blindverkostungen, deswegen gibt es bei Studien immer eine Placebo-Kontrollgruppe.

Wir haben ja auch nicht den Geschmack des Obst- bzw. Gemüses bemängelt, sondern überwiegend die Frische.

 

Unterbewusst und bei dir anschneiden sogar bewusst hast du gegenüber den einzelnen Zwischenhändlern Vorurteile, welche dein Urteil ganz maßgeblich beeinflussen.

Warum sollten wir wenn das Einkaufserlebnis identisch wäre, meine Frau wusste erst am 3 Tag nach dem Einkauf wo die Ware herkommt. Da ist doch zumindest die Köchin unvoreingenommen gewesen und hat eine ehrliche Meinung abgegeben.

 

 

Ich dachte wirklich, wir sind hier etwas kritischer und hinterfragen diese Werbebotschaften. Blindstudien machen das und finden da keine Unterschiede. Wie auch, ein Apfel der Sorte X ist ein Apfel der Sorte X. Gedüngt und gespritzt wird in der professionellen Landwirtschaft so wenig wie nur möglich. Ein anderer Regen fällt auch nicht auf das Feld.

Wenn wir nicht kritisch beurteilt hätten, würden wir wieder im Discounter einkaufen. Wie gesagt meine Frau hat erst drei Tage " blind" gekocht. Natürlich ist eine Apfel der Sorte X ein Apfel der Sorte X. Es macht aber in der Frische und Haltbarkeit schon einen Unterschied wenn die Länge bzw. Zeit der Lieferkette um teilweise zwei Glieder bzw. bis zu zwei Tagen kürzer ist, empfindlichem Gemüse wie Brokoli kannst du das ansehen.

Überigens habe ich nicht von Bio oder ähnlichem gesprochen, deshalb verstehe ich den Hinweis auf gedüngt bzw. gespritzt nicht wirklich in deiner Kritik, wobei eine hohe Nitratbelastung unseres Grundwassers  und viel künstliche Bewässerung mit Senkung des Grundwassers eine andere Denkweise durchaus zulassen. Wir gehen halt nur einmal in der Woche zum Groß-Gemüse Einkauf und da merken wir die Unterschiede schon. Einmal den frischen Spargel um 9 Uhr bei meinem Marktstand geholt, der erst morgens geerntet wurde, und du weist was ich meine. Diese Frische bekommt kein Discounter hin, oder hast du schon mal was anderes wie Großlaster aus dem Zentrallager vor Aldi Lidl und Co gesehen.

Die Großen lernen gerade im Bereich der Verpackungsflut dazu, schauen wir mal was dabei herauskommt, den schließlich liegt die "richtige" Recyclingquote bei Plastik gerade mal bei 12 Prozent.

Also du willst jetzt sagen, das Äpfel die alle gleich groß sind und nahezu gleich aussehen (gleichbleibende Qualität, Vergleicharkeit) schmecken besser?
[Edit] Sorry, hast du ja garnicht, sondern das die gleich schmecken. 🙂
Also zuimindest die Erdbeeren direkt von der Pflanze bzw. ein paar Stunden nach dem Pflücken, schmecken deutlich besser.
Ja natürlich düngt eine präzise Maschine exakt und genau so viel wie nötig. Vorallem genau so viel wie nötig um die gesetzten Ansprüche (Ertrag, Aussehen, Gewicht) an das Obst und Gemüse zu erreichen.

Aber was ist wenn man diese Vorgaben garnicht hätte und es nicht schlimm ist wenn Äpfel/Karotten/etc unterschiedlich groß, schwer, usw sind?
Es ist ja nicht so das Landwirte erst existieren seitdem jemand Dünger erfunden hat...
Ich sage es mal so: Obst und Gemüse wächst auch ohne Dünger, erstrecht ohne Kunstdünger.

Du solltest dir mal die Frage nach der Ursache und der Wirkung stellen.
Aber wahrscheinlich glaubst du auch, das Fleisch genauso schmeckt wenn Tiere dank Industrie schneller wachsen und fetter werden.

Blindverkostungen bringen leider nahezu nichts, mMn, da sich unser Geschmack an das was wir essen anpasst und damit "beliebige" Menschen von der Straße leider ohne Wert für einen Rückschluss auf einen einzelnen sind. Damit ist die Aussage leider nur, das Zeug schmeckt für irgendwen wie immer.
Nun zum Glück gibt es Menschen die anders schmecken als andere.

Zu den Werbeboptschaften, könnte ich dir natürlich jetzt das Gegenteil vorwerfen und dich Fragen warum du die Industrie und deren Ziele nicht kritisch hinterfragst.
Auf der Seite stehen nämlich ganz klar kalkulierende Unternehmen (wie du selber sagst) und denen ist herzlich egal was wir essen solange wir nicht direkt dran sterben (ist schlecht fürs Image und PR und so) und weiter kaufen.

 

Letztlich gibt es für alles Argument dagegen und dafür und wichtig für den einzelnen ist dann auch nur was einem schmeckt. Ob es für einen anderen nun nachvollziehbar ist oder nicht.

Wichtig ist erst einmal der Preis, zumindest für einen Frugalisten. Wenn das gleiche Produkt mehr kostet, dann sollte es nicht nur einen vermeintlichen Mehrnutzen haben, sondern einen ganz konkreten. Als Frugalist übt man sich, Werbebotschaften kritisch zu hinterfragen, welche einen höheren Preis rechtfertigen wollen (frischer als beim Discounter, direkt vom Bauern, ...).

Dass die Ernte für den Wochenmarkt nicht nur die Stunde davor erfolgt, kann man sich ja einigermaßen selbst denken. Natürlich wird die gesamte Woche geerntet. Und an einem Tag verkauft.

Das ist bei einem Supermarkt anders, dort wird die Ware täglich frisch angeliefert und Obst und Gemüse, welches regional verfügbar ist, wird natürlich auch regional bezogen. Das ist für den Supermarkt bzw. Discounter billiger, als eine zentrale Lieferung.

Die Frage ist ohnehin, wo das überhaupt eine Rolle spielt. Die Zwiebel interessiert es nicht, ob sie einen Tag länger liegt. Die Banane reift so oder so noch. Die Heidelbeere kommt zur Zeit auch so oder so noch von weit her.

 

Nur geht es nicht nur um den Preis sondern auch um den Gesschmack oder vielleicht auch z.B. um ökologische Aspekte.
Letztlich läuft es darauf hinaus das Produkt zu nutzen, das ein Ziel möglichst Effizient erreicht und das ist nicht immer das im Einkauf günstigste.

Mir ist klar das du aus einer Standt kommst oder dort schon sehr lange lebst.
Aber vielleicht verallgemeinerst du nicht alles, da es definitiv nicht immer so ist.
In der Stadt ist das Leben nun mal deutlich anders als auf dem Land.

Man kann auf dem Land sehr wohl Produkte kaufen die 1 Stunde vorher geerntet wurden.
Oder wenn man Spaß dran hat auch selber ernten. Gibt ein paar Landwirte mit solchen Konzepten.

Das ist bei einem Supermarkt anders, dort wird die Ware täglich frisch angeliefert und Obst und Gemüse, welches regional verfügbar ist, wird natürlich auch regional bezogen. Das ist für den Supermarkt bzw. Discounter billiger, als eine zentrale Lieferung.

Richtig im Supermarkt wird regelmäßig angeliefert, nur sagt das überhaupt nichts darüber aus wie alt die Ware ist.
Ein Supermarkt kauft das Produkt was mit dem höchsten Gewinn verkauft werden kann,und dabei spielt es keine Rolle ob es aus Spanien kommt oder Regional. Wenn ich nur genug transportiere und möglichst keine Verwaltungskosten habe, kann ich das Zeug auch aus China holen und bin günstiger als Regional.
Also kann man das überhaupt nicht pauschal sagen, sondern nur behaupten.
Davon mal abgesehen ist Regional kein geschützer Begriff und heißt erst einmal garnichts, da von der Definition des Supermarkts abhängig.

Die Zwiebel kauft sich ja auch nicht selber sondern der Kunde kauft sie und wenn es den Kunden interessiert ist das legitim.
Mir wäre das jetzt auch egal, aber wenn man die nicht kurzfristig verbraucht, macht es schon wieder einen Unterschied wie lange die sich hält.
Wobei ich mir nicht sicher wäre ob die nicht deutlich länger als einen tag im Lagerhaus liegt bevor die im Supermarkt verkauft wird. Wundern würde es mich nicht.

Ja Bananen sind nicht so ein gutes Beispiel, da ein Kauf beim Landwirt mit eigener Produktion durchaus problematisch ist bei uns in Deutschland 😉
Ja wenn man etwas frisch gewachsen haben möchte, sollte man es auch kaufen wenn es reif ist, und das trifft auf Heidelbeern im Moment in Deutschland auch nicht zu.
Woeb ich gerade an Erdbeeren denken muss und mich schon drauf freue. Lange dauerts nicht mehr 🙂

Heidelbeeren gibt es bei uns das ganze Jahr. 🙂

Da ist auch nichts mit saisonal ersetzen, ins Haferflockenmüsli mach ich mir im Mai keinen Wirsing oder Champignons. Unser Kind überzeuge ich auch eher mit Heidelbeeren und Kiwis vom Obst essen.

Wenn man sich auf regional beschränkt, bedeutet das ja Obstverzicht von Dezember bis Mai.

Champignons-Müsli 😀
In jedem Fall ein Erlebnis 😉

Nein, also das mache ich auch nicht und ich verzichte auch nicht im Winter auf Obst. Ich kaufe im Winter halt Äpfel, oder wer will kann die auch selber im Keller lagern. Ich weiß nur nicht ob das einkellern von Äpfeln mit den industriellen gut geht, die werden mir häufiger schneller schlecht als die die ich vom Bauern hole.

Eine vollständige regionale selbstbeschränkung ist vielleicht auch nicht der richtige Weg.
Ich bin für Regional und Saisional priorisiert.

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