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Mehr geben, statt nehmen?

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Moin,

hier im Forum gibt es immer mehr Spartipps, bei denen versucht wird, auch das letzte bisschen rauszuholen. Das kann man sicher sportlich sehen und so machen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das für einige sehr motivierend ist und richtig Spaß macht. Für mich persönlich finde ich das aber eher unpassend, da ich eine leicht andere Einstellung habe. Mich nervt diese "ich ich ich und nach mir und neben mir die Sintflut"-Mentalität zunehmend. Irgendwo habe ich das sicher schon mal geschrieben, aber ich versuche ein sozial, ethisch und ökologisch handelnder Frugalist zu sein. Das  bedeutet für mich in wesentlichen, dass ich neben meinem privaten "ich"-bezogenen Ziel auch etwa gutes für die Gesellschaft / den Planten / was auch immer tun möchte. Das lässt sich zusammenfassen zu  2 Dingen:

  1.  Bei Investments aufpassen, dass ich mich (fast) nur an Firmen beteilige, die nicht total sozial, ethisch und ökologisch verwerflich auftreten (das noch strenger zu leben ist für mich zumindest momentan zu schwer umsetzbar)
  2. Geben.

Dass ich dafür mein Ziel vielleicht ein oder zwei (oder drei) Jahre später erreiche, ist für mich okay. Beispielsweise habe ich letztes Jahr eine ganze monatliche Sparrate (die ist bei mir fix, da sammelt sich immer wieder etwas Geld auf dem Girokonto an) gespendet. Das ist natürlich schon "relativ" viel Geld, das nicht nicht auf meinem Depot gelandet ist. Aber ganz so stark muss man diesen Gedanken natürlich nicht leben.

Insbesondere denke ich mir, dass so Kleinigkeiten wie Pfand zu sammeln doch eher für wirklich bedürftige Menschen ist, statt für Frugalisten. Ich gehöre eher zu denen, die, wenn sie mit einer Flasche Bier losziehen, diese neben einen Mülleimer stellt, statt noch die Flasche neben dem Mülleimer mitzunehmen. Das tut ziemlich sicher dem Durchschnittsfrugalisten nicht weh.

Oder es gibt bei uns im Norden viele Möglichkeiten, kostenlos an Essen zu kommen. Da gibt es "Vereine", die unverkäufliche Lebensmittel bei Supermärkten und Bäckereien abholen und an bestimmten Stellen der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung stellen. Zu soetwas gehe ich auch, weil ich es richtig ärgerlich finde, wenn Essen weggeschmissen wird. Dann hole ich mir dort z.B. mal ein Brot oder etwas Gemüse. Aber da stelle ich mich ganz hinten an und warte, bis die wirklich bedürftigen Menschen versorgt sind.

Wie seht ihr das ganze? Bei anderen Menschen geht es um die Existenz oder darum, abends nicht hungrig einzuschlafen. Bei dem gut verdienenden Durschnittsfrugalisten geht es eher darum, ob man 10€-20€ mehr oder weniger pro Woche spart.

Ich würde mich über ein paar Meinungen / Erlebnisse dazu freuen,

liebe Grüße,

Oliver

Tja wo willst du da anfangen, im Grunde ist jedes Verhalten egoistisch, selbst wenn man die Welt retten möchte ist das egoistisch um sich besser zu fühlen und Frugalismus an sich ist schon ganz ganz schlecht. Wie kann es sein, dass man Geld anhäuft während in der "3.Welt" die Leute verhungern, da könnte man doch besser dann Patenschaften übernehmen usw., man könnte auch unentgeldlich arbeiten und/oder das Geld direkt spenden, während man dann selbst in eine 10 Mann WG zieht oder alternativ Flüchtlinge bei sich aufnimmt. Und jetzt anderen beim Foodsharing das Essen wegzuschnappen, die es vielleicht besser gebrauchen könnten, ist jetzt ethisch auch nicht gerade so toll, selbst wenn Du dich hinten anstellst, es könnten ja nach Dir noch welche kommen.

Will sagen, es wird immer Gründe geben sich schlecht zu fühlen, die "apokalyptischen Moralprediger" von den Grünen haben gerade Hochkonjunktur (Autofahren ist schlecht, Vermieten ist böse, Fliegen ist umweltschädlich, Fleisch essen sollte man nicht, Wald stirbt seit 40 Jahren und die Wüsten breiten sich aus, bald kein Wasser mehr verfügbar...), nur ist diese Moral (auf jeden Fall zu den guten gehören zu wollen um gesellschaftlich/oder vor sich selbst Gewinn daraus zu ziehen) vielleicht selbst das Problem und bremst die Menschheit beim Fortschritt und bremst eine höhere Lebenserwartung, so könnten z.b. Liberale argumentieren.

Letztendlich muss das jeder für sich selbst definieren, wie man leben möchte und seine moralischen Grenzen zieht oder auslegt. Ich habe jetzt kein Problem damit Pfandflasche zu sammeln, weil ich eher in Rente gehen möchte und dann nicht mehr fremdbestimmt arbeiten muss und ich glaube auch nicht dass ich hungrigen Menschen damit das Geld wegschnappe, bzw vielleicht bin ich ja selbst bedürftig in Sachen Freiheit und setzte mich auf die Spendenliste.

Hallo Oliver, genau aus den von dir genannten Gründen des immer mehr ICH oder höher, schneller, weiter sind wir beim Minimalismus ( gepaart mit frugaler Einstellung) gelandet. Uns geht es auch nicht um das Sparen auf Teufel komm raus und nach uns die Sintflut, wir streben da eher Nachhaltigkeit gepaart mit einer sozialen Verantwortung an. Glücklicherweise sind wir aufgrund unseres Einkommens schon in der Lage keinem der es mehr braucht etwas wegnehmen zu müssen.

Geben ist seliger den nehmen heißt es ja auch, und so halten wir es wenn auch nicht übertrieben. Ich zum Beispiel fühl mich super wenn ich Samstag auf dem Markt mit dem Bettler an der Ecke ein paar Worte wechsle und im anschließend ein belegtes Brötchen und/oder einen Kaffee kaufe. Von Geldspenden sehen wir da jetzt eher ab, unser Ding sind eher Sachspenden da es dann auch auch zum Verwendungszweck gebunden ist ( dieses Jahr gabs einen Fernseher fürs Lernzimmer der örtlichen Kinderklinik). Was ich auch schon mal mache ist meine berufliche Qualifikation ( im Bau- und Energiebereich) den örtlichen Vereinen kostenfrei zur Verfügung zu stellen, das kostet uns dann ja sogar nichts aber spart den Vereinen dann schon was ein.

In unseren Mietobjekten wohnen zwei Arbeiterfamilien mit Kindern zu bezahlbaren und jetzt seit vielen Jahren das erste mal erhöhten Miete. Auch da eher mal die soziale Verantwortung, den Anfragen von gutverdienenden kinderlosen Partnerschaften gabs genug.

Unsere Investitionen gehen eher in Betongold, aber immer super energiesparend und mit großem Anteil Nachhaltigkeit im Bezug auf die Baustoffe. Kostet dann etwas mehr, rechnet sich aber unserer Meinung nach. Da wir keine Aktien und ähnliche Ding kaufen von Unternehmen, legen wir eher wert auf das Einkaufen von welchen Unternehmen. Über 95 Prozent der Dinge in einem Supermarkt sind überflüssig und zum Leben nicht notwendig, solche Dinge gibts im hofladen oder auf unserem Markt eh so gut wie gar nicht.

Nachhaltigkeit, Umwelt und soziale Verantwortung kommen bei uns vor Rendite und schnellem Gewinn, wobei sich das ja auch nicht ausschließen tut.  Gut das du das Thema mal so eröffnet hast, regt den einen oder anderen vielleicht doch mal zum nachdenken an. Zumal wir ja immer noch auf kosten der anderen 85 Prozent der Weltbevölkerung leben, und da sind die bisherigen Volks- und Wirtschaftslehre nicht wirklich dienlich.

Hi Waermflasche,

ich verstehe, was du sagen willst.

Und jetzt anderen beim Foodsharing das Essen wegzuschnappen, die es vielleicht besser gebrauchen könnten, ist jetzt ethisch auch nicht gerade so toll, selbst wenn Du dich hinten anstellst, es könnten ja nach dir noch welche kommen.

Ganz konkret da kann ich dich beruhigen. Nach exakt 30 Minuten wird alles, was noch rumliegt, wieder eingesammelt und anschließend entsorgt. Wenn ich da 3 Minuten vor Schluss was nehme, ist die Chance schon ziemlich hoch, dass ich das niemandem mehr "wegnehme" 😉

Aber natürlich bleibt der Rest von deiner Antwort bestehen. Ich denke aber, dass man nicht nur das eine Extrem (alles nehmen) oder das andere Extrem (alles geben) leben muss, sondern dazwischen auch noch Wege existieren.

Letztendlich muss das jeder für sich selbst definieren wie man leben möchte und seine moralischen Grenzen zieht oder auslegt [...]

Ja genau, das sehe ich auch so. Das ist genau die Entscheidung oder besser der Kompromiss, den jeder mit sich selbst vereinbaren muss. Das trifft genau den der Kern meines Beitrags.

[...] und ich glaube auch nicht dass ich hungrigen Menschen damit [Pfand sammeln] das Geld wegschnappe, bzw vielleicht bin ich ja selbst bedürftig in Sachen Freiheit und setzte mich auf die Spendenliste.

Naja, das glaube ich halt schon. Und der letzte Teil des Satzes ist natürlich zynisch gemeint, aber so einfach geht das eben nicht. Und das ist genau der Punkt, beim Frugalisten geht es beim Pfand sammeln maximal um einen oder zwei Monate früher aufhören arbeiten zu müssen oder nicht. Für andere bedeutet das wirklich hungrig einschlafen zu müssen oder nicht.

Fun Fact: viele der von dir aufgeführten Dinge mache ich (Spenden in 3. Welt, seit ich wieder single bin wohne ich in einem WG Zimmer, habe kein Auto, vermiete nicht, Fliegen habe ich in den vergangenen Jahren ein paar mal gemacht - nun auch nimmer, esse kein Fleisch, und und und). Aber wie immer: das fühlt sich für mich nicht als Verzicht an, sondern bin damit glücklich.

Und das bringt mich zum ersten Teil deiner Aussage. Ich weiß wirklich nicht, ob meine Motivation vielleicht nur die ist, dass ich mich selbst mit soetwas besser fühle. Da muss ich noch mal stark drüber nachdenken. Vermutlich ist da was dran. In jedem Fall ist ein von mir erhofftes Ergebnis, dass es nicht nur mir gut geht, sondern auch meinen Mitmenschen UND dass ich auch noch den späteren Generationen eine Welt ermögliche, die halbwegs okay ist. Wenn es eine Kombination von beidem ist, bin ich damit auch sehr zufrieden.

 

ich hatte tatsächlich schon mal mit dem Gedanken gespielt zum Foodsharing zu gehen, sowas gibt es bei uns in der Stadt auch, aber da war dann die moralische Grenze für mich überschritten (also Bedürftigen was weg zu nehmen, von den gespendeten Dingen wird wohl kaum was weggeworfen), übrigens hab ich auch einige Jahre vegan gelebt, momentan esse ich vielleicht 1 x die Woche Fleisch und konsumiere keine Milchprodukte, ausserdem arbeite ich seit über 25 Jahren im sozialen Bereich, ich hoffe das reicht fürs Paradies. Im Mittelalter gab es ja sowas wie Ablasshandel für alle Sünden, die Kirche hat daraus ein Geschäft gemacht, heute zahlt man (bald) CO2 Steuer, wobei ja CO2 die Erde grüner macht usw, irgendwie paradox, aber halt gesellschaftlicher Konsens momentan das das schlecht ist, ich zweifle daran, aber hinterfrage halt generell "alles".

Also sich moralisch über andere zu stellen finde ich selbst moralisch schon verwerflich, ich mach das zwar auch manchmal schlüpfe dann von einer Rolle in die andere, mal bin ich Opfer, mal Täter, mal klage ich an, mal werde ich angeklagt, vielleicht sollte man das mal für sich selbst schriftlich fixieren wie man leben möchte so als Manifest, Leitlinie oder so...

Zitat von Waermflasche am 21. Juni 2019, 11:48 Uhr

Will sagen, es wird immer Gründe geben sich schlecht zu fühlen, die "apokalyptischen Moralprediger" von den Grünen haben gerade Hochkonjunktur (Autofahren ist schlecht, Vermieten ist böse, Fliegen ist umweltschädlich, Fleisch essen sollte man nicht, Wald stirbt seit 40 Jahren und die Wüsten breiten sich aus, bald kein Wasser mehr verfügbar...), nur ist diese Moral (auf jeden Fall zu den guten gehören zu wollen um gesellschaftlich/oder vor sich selbst Gewinn daraus zu ziehen) vielleicht selbst das Problem und bremst die Menschheit beim Fortschritt und bremst eine höhere Lebenserwartung, so könnten z.b. Liberale argumentieren.

Na ja wenn man der großen  Mehrzahl der Klimaforscher glauben darf ist an der zu erwartenden „Apokalypse“ schon was dran, und der Stimmungswechsel stimmt mich froh, leider haben’s viele immer noch nicht begriffen.

Und das mit dem Pfandflaschen solltest du noch mal überdenken, da hat Oliver ja schon das passende zu geschrieben, „sozial“ ist anders.

...und weil Oliver was geschrieben hat (ich habs nicht gelesen) ist es Gesetz? Es ist halt auch nur eine selbst geschaffene Norm? Und wenn ich jetzt meine eigene Norm habe (und mich dabei im Rahmen der Gesetze bewege)? Was ist jetzt schlimmer, ein Auto zu besitzen oder eine Pfandflasche mitzunehmen, ich sammle nicht mal aktiv (sondern nehme sie nur auf meinen Radtouren und Wanderungen mit wenn ich sie sehe), und oder  die moralische Keule zu schwingen, bzw sich permanent selbst zu beweihräuchern? Was ist denn noch erlaubt was moralisch nicht verwerflich wäre...

1. Vermieter sein - wird verboten

2. Zu viel Wohnfläche pro person - verboten

3. Autofahren - verboten

4. Verpackungen  -verboten

5. Fliegen verboten

6. Kleidung aus Asien -verboten

7. Tierische Produkte konsumieren - verboten

8. Irgendetwas essbares wegwerfen - verboten

9. Gold und Silber besitzen - verboten

.....

100. frei denken und selbstbestimmt leben  - verboten

 

Verbot ist OK, wenn es denn zielführend ist. Vieles ist zu kurz gedacht - es hilft Näherinnen in Asien wenig, wenn keiner mehr Kleidung aus Asien kauft. Die machen die Jobs nicht, weil sie bessere Alternariven haben.

Dass wir Essen wegwerfen - halt ein Zeichen dafür, dass wir genug haben. Wir essen es ja niemandem weg. In Deutschland hat jeder, der Anspruch auf Grundsicherung hat, die Möglichkeit, sich fettzufressen. Natürlich nicht mit den erlesendsten Speisen... aber mit Sachen, die über Generationen als ordentliches Essen gesehen wurden. Muss ja auch nicht auf die Deponie, ab in den Biomüll, Biogas und Kompost draus machen, Brot könnte man auch direkt verheizen...

Die Alternative zu Mieten und Vermieten wäre, dass alle im Eigentum leben. Das ist vielen zu unbequem (mir derzeit auch)...

Zitat von Waermflasche am 23. Juni 2019, 21:44 Uhr

1. Vermieter sein - wird verboten

2. Zu viel Wohnfläche pro person - verboten

3. Autofahren - verboten

4. Verpackungen  -verboten

5. Fliegen verboten

6. Kleidung aus Asien -verboten

7. Tierische Produkte konsumieren - verboten

8. Irgendetwas essbares wegwerfen - verboten

9. Gold und Silber besitzen - verboten

.....

100. frei denken und selbstbestimmt leben  - verboten

 

Ich denke mal nicht das es zu Verboten kommt, wenn auch mancher sich das einreden mag. Was spricht dagegen unsoziale und ökologisch bedenkliche  Handlungsweisen mit einem Preis zu versehen, bzw. bei gravierenden Mängeln auch als Staat einzugreifen. Wichtig wäre das die Folgekosten die jeder einzelne mit seinem Handeln verursacht auch bei ihm landet und nicht von der breiten Masse getragen werden.

Es läuft halt was falsch, wenn die Kosten fürs Wohnen auf Miete über die Hälfte des Einkommens auffressen, da finde kann der Staat ruhig eingreifen. Da bleibt für Vermieter auch so noch genug übrig, sehe ich ja bei uns. Oder als eigenes Beispiel: die Gebäudeversicherung ist bei uns nach 10 Jahren ausgelaufen, die Neuverträge liegen um 300 Euro im Jahr auf Grund der gestiegenen Wetterschäden höher. Da kann man ruhig mal eine Co2 oder Kerrosinsteuer fordern, damit der Verursacher und nicht die anderen die Kosten tragen.

Soziale Unruhen gefährden übrigens auch den Wohlstand, bzw. die Sicherheit und das Vermögen. Gibt genug Beispiele.

Zitat von Waermflasche am 23. Juni 2019, 21:44 Uhr

...und oder  die moralische Keule zu schwingen, bzw sich permanent selbst zu beweihräuchern?

 

Mir persönlich ist es ein Rätsel, wo du das aus den postings von Stoliver herausliest, @waermflasche.

Kann man über diese Anregungen nicht mit höflichem Interesse diskutieren, ohne dass man/frau dem Gesprächspartner obige Unterstellungen macht? Ich persönlich finde das sehr mühsam und würde mir hier mehr Differenziertheit wünschen.

Zitat von Waermflasche am 21. Juni 2019, 13:11 Uhr

[...] heute zahlt man (bald) CO2 Steuer, wobei ja CO2 die Erde grüner macht usw, irgendwie paradox, aber halt gesellschaftlicher Konsens momentan das das schlecht ist, ich zweifle daran, aber hinterfrage halt generell "alles".

Das geht zwar am eigentlichen von mir angeregten Thema vorbei, aber... wow... das stimmt, ja! Die Erde wird momentan im Mittel (!) durch den etwas höheren CO2-Gehalt grüner. Ich weiß nicht, wie ernst du diese Aussage meinst, dass deswegen eine CO2-Steuer (oder ähnliches) total paradox wäre. Sind wir uns einig, dass (fast?) nichts auf der Welt ausschließlich schlecht ist oder ausschließlich gut ist? Man findet also fast immer sowohl etwas gutes, als auch etwas schlechtes an "Dingen", die man sich anguckt. Oft überwiegt aber entweder die positive oder die negative Seite dramatisch.

Kurzum - obwohl die Pflanzen vom höheren CO2-Gehalt in der Luft etwas aufnehmen und somit (insbesondere im Frühling) mehr Biomasse produzieren, steigt der CO2-Gehalt der Luft weiter an. Es steigt deutlich mehr, als aufgenommen werden kann - sonst wären wir ja CO2-Konzentrationsmäßig in einem Gleichgewicht. Wenn das also das einzig gute an einem höheren CO2 Gehalt ist, können wir nun damit aufhören, denn noch mehr CO2 hilft einfach nicht, da CO2 nicht immer der limitierende Faktor ist.

Und zur Sache: Ich teile deine Überlegungen, @stoliver

Wir haben uns lange damit auseinandergesetzt, in welche ETFs wir unser Geld anlegen und haben versucht, damit möglichst in Unternehmen zu investieren, die soziale und/oder ökologische Verantwortung übernehmen.

Als "linksgrünversiffter Gutmensch" habe ich sogar eine Spalte im Haushaltsbuch für Straßenspenden, da ich tatsächlich jedem Bettler/Schnorrer/wasauchimmer 50 Cent gebe. Hat sich alles bislang noch nicht deutlich negativ in der Vermögensbilanz niedergeschlagen.

Für mich persönlich gibt es einen Unterschied zwischen frugalem Lebensstil und Egoismus-getriebenem Geiz, bzw. ist Frugalismus ein sehr weites Feld, auf dem sich viele verschiedene Schäfchen tummeln. Und das ist für mich absolut okay so  🙂

 

ich kann es letztendlich nicht beurteilen, was ich aber weiss das immer wenn in irgendwelchen Bereichen eine Hysterie oder Panik ausbricht die Masse zur Übertreibung neigt (wir haben nur noch 3 oder 4 Jahre zeit sonst sind wir alle bald tot...) und irrational handelt und da werde ich dann generell skeptisch wenn mir in dem Zuge irgendwas als Wahrheit verkauft wird, an der Börse sind das dann oft gute Kaufgelegenheiten, wenn man antizyklisch handelt, also ich fühle dann eher so das Sentiment um der Wahrheit auf die Spur zu kommen

Zitat von Waermflasche am 24. Juni 2019, 13:07 Uhr

ich kann es letztendlich nicht beurteilen, was ich aber weiss das immer wenn in irgendwelchen Bereichen eine Hysterie oder Panik ausbricht die Masse zur Übertreibung neigt (wir haben nur noch 3 oder 4 Jahre zeit sonst sind wir alle bald tot...) und irrational handelt und da werde ich dann generell skeptisch wenn mir in dem Zuge irgendwas als Wahrheit verkauft wird, an der Börse sind das dann oft gute Kaufgelegenheiten, wenn man antizyklisch handelt, also ich fühle dann eher so das Sentiment um der Wahrheit auf die Spur zu kommen

(Völlig offtopic, aber ich muss dazu etwas erwiedern, entschuldige, Olli):

@Wärmflasche, ich wünschte, es würde endlich mal Panik ausbrechen, aber es passiert ja im Grunde nichts. Im Klimakabinett schiebt man sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu,  die EU kann sich nicht auf ein Datum zur CO2-Nenutralität verständigen, fast kein Land erreicht seine im Pariser Abkommen definierten Klimaziele, allerorten wird in D gegen Strohmtrassen oder Windräder geklagt und derweil buddelt RWE munter weiter die Kohle aus dem Boden und jagt sie durch den Hochofen. Der Welt-Erschöpfungstag ist dieses Jahr wieder drei Tage früher als letztes Jahr, aber Hurra, das Wachstum geht weiter.

Wir sagen "Übertreibung", "Hysterie" und "Panikmache" und bezeichnen die Kinder, die sich derzeit dafür einsetzen, dass der Planet auch in 20 Jahren für sie noch bewohnbar sein soll als "Schulschwänzer",  damit wir uns nicht mit den nüchternen und trockenen physikalischen und geologischen Erkenntnissen, die uns die Klimaforscher seit 30 Jahren (in 97%iger Übereinstimmung) immer wieder sagen, auseinandersetzen müssen.

Wie absurd ist der Gedanke, dass Wissenschaftler, die wahrscheinlich unemotionalste Gattung, die unsere Menschheit je hervor gebracht hat, künstlich in Panik ausbrechen um ...? Ja, warum sollten sie das tun, wenn es gar keinen Grund dafür gibt? Warum sollten Wissenschaftler z.B. darüber bestürzt sein, dass der Permafrostboden bereits jetzt so weit aufgetaut ist, wie es für das Ende des Jahrhunderts erwartet wurde, wenn das ganze Methan darin für unser Leben auf der Erde gar keine Bedeutung hat? Weil es dann so blöden Pfützen gibt und die Forscher sich Gummistiefen anziehen müssen?

Ich kann wirklich jeden verstehen, dem das alles eine riesige Angst macht (mir macht es auch eine große Angst), und der sich deswegen damit nicht befassen will (ganz besonders kann ich junge Eltern verstehen), aber das Negieren dieser Erkenntnisse führt uns nirgendwo hin. Ja, die Sahara wird wahrscheinlich grün sein und ja, Sibirien wird voraussichtlich für den Menschen prolemlos bewohnbar werden, das ist prima. Sollen wir das den Menschen in Südeuropa dann sagen, die leider in ihren Heimatländern nicht mehr leben können, weil da jetzt Wüste ist? In 2015 kamen 1 Mio Geflüchtete nach Deutschland und die AfD stand kurz danach bei fast 30%.

Ich kann nur an jede und jeden appellieren, sich mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Klimawandel, dem Insektensterben oder allgemein den planetaren Grenzen auseinanderzesetzen und wenn es auch "nur" eine Folge von Quarks & Co. ist.

So sehr ich es mir auch wünsche (und ich wünschte mir wirklich, auch ich könnte weiter im gleichen Ausmaß konsumieren und Fliegen und CO2 verballern), aber da ist leider kein bisschen künstliche Panikmache drin.

Und Du denkst Quarks und CO ist die Wahrheit oder ist es derzeit einfach nur die Meinungshoheit, was Hr. Lesch z.b. über Elektroautos gesagt hat, war eindeutig in vielen Bereichen falsch oder fragwürdig (und viele EAutobesitzer haben sich darüber aufgeregt, so dass er nachher zurückgerudert ist), warum soll ich ihm dann bei anderen Themen glauben, wenn er offensichtlich schon bei einfachen Themen falsche Antworten gibt.

Es gibt z.b. auch videos darüber dass er bewußt Grafiken über den Klimawandel gefälscht hat (z.b. zur Durchschnittstemperatur) um das ganze dramatischer erscheinen zu lassen, ich schau mal ob ich es noch finde.

 

hab bisher nur das zu eautos gefunden

https://www.youtube.com/watch?v=2DdGlcW0eiY&t=52s

 

da ist es:

https://www.youtube.com/watch?v=aXWV6OOoeJI

ich kann über den Urheber nichts sagen und wie seriös der ist aber offensichtlich hat Lesch getrickst

 

@Insektensterben: meine subjektive Wahrnehmung dieses Jahr:  Jedes Mal wenn ich mit dem ebike unterwegs bin bin ich übersät von Insekten, kann ja sein, das das nur zufällig hier so ist, letztes Jahr wurde allgemein das Bienensterben ausgerufen (inkl. Weltuntergang, keine Nahrung mehr...), vor kurzem hab ich von einem Imker im Radio gehört, dass es kein Problem sei neue Bienenvölker zu züchten, also nahezu unendlich, was soll man da noch glauben, ich bin verwirrt...

<offtopic>

Moin @waermflasche

@Insektensterben: meine subjektive Wahrnehmung dieses Jahr:  Jedes Mal wenn ich mit dem ebike unterwegs bin bin ich übersät von Insekten

Wieviele (verschiedene Arten von) Schmetterlinge(n) hast du dieses Jahr schon gesehen? Wieviele waren es vor 5 Jahren? Natürlich nur gefühlt, geschätzt. Es geht nicht darum, dass die Gesamtanzahl an Insekten sinken würde (ist das überhaupt der Fall? Keine Ahnung). Es geht darum, dass bestimmte Insekten immer seltener werden. Dann sind bestimmte ökologische Nischen nicht mehr sonderlich gut besetzt. Es dauert, bis dafür Ersatz da ist.

Dafür kriegen wir Insekten, die eigentlich nicht zu den gewöhnlichen Temperaturen und sonstigen Bedingungen nicht in diese Region passen. Darauf wiederum ist die heimische Flora und Fauna nicht vorbereitet und und und. Es gibt eben immer Gewinner und Verlierer.

Die Videos werde ich mir noch ansehen, aber nicht mehr heute. Grundsätzlich kann auch ein Herr Harald Lesch mal einen Fehler begehen. Dadurch, dass er Inhalt auf öffentlichen Plattformen wie Youtube zur Verfügung stellt, ist dieser Fehler natürlich nun dauerhaft im Internet. Wegen eines Fehltritts eines populären Wissenschaftlers sofort die Meinung der fast gesamten Wissenschaft zum Thema CO2 und die daraus resultierenden Warnungen zu ignorieren, ist aber wohl auch nicht sonderlich plausibel. Aber konkret: Falls Harald Lesch nun bei dir verbrannt ist, schau dir gerne ein paar Videos von bzw. mit Stefan Rahmstorf an.

</offtopic>

Das mit den Schmetterlingen find ich interessant, hab nämlich gerad auf dem Nachhauseweg selbst daran gedacht, ich habe diese Jahr die gleichen Schmetterlinge gesehen die ich bisher auch gesehen habe, d.h. Admiral, Tagpfauenauge, Zitronenfalter, Weisslinge und einen den ich bisher nicht kannte, er ist weissorange und heisst Aurorafalter, ausserdem hab ich gestern den Junikäfer kennengelernt, den kannte ich bisher garnicht, ist wohl ziemlich weit verbreitet dieses Jahr. Ich bin jeden Tag im Schnitt zwei Stunden in der Natur unterwegs und fühle mich schon seit der Kindheit sehr naturverbunden, mit Pflanzen (essbare Wildpflanzen) kenne ich mich recht gut aus, bei Tieren habe ich noch Spielraum nach oben, ich sehe nicht, dass die Natur in irgendeiner Weise krank wär (natürlich kann man noch was verbesssern wie mehr blühende Wildblumenwiesen oder noch mehr naturbelassene Wälder(manchen ist es schon zu viel). Man sieht vereinzelt Trockenschäden bei Nadelbäumen aus dem letzten Jahr aber die wurden hier auch fälschlicherweise angebaut. Was ich hier viel sehe sind Störche und Fischreiher, es werden immer mehr. Mäuse sehe ich dieses Jahr auch sehr viele, Wölfe gibt es mittlerweile hier auch und viel mehr Greifvögel als früher, an Vögeln mangelt es generell nicht, alles natürlich rein subjektiv.

Wenn man den Medien glauben schenkt gibt es ja angeblich kaum noch Insekten, Vögel, Bienen und der Wald ist krank bis so gut wie tot, ich kann das aus meiner Sicht  leider nicht bestätigen , tut mir leid.

Bei aller angebrachter Skepsis - auch Wissenschaftler sind Menschen, was das Klima angeht, so ist das ein hochkomplexes System mit einer großen Anzahl an Faktoren, deren Funktion auch nicht so simpel ist (wie beim CO2: Treibhauseffekt, aber auch positiver Effekt auf Pflanzenwachstum, wer weiß, was sonst noch allescwie beeinflusst wird, und was das dann für's Klima bedeutet), alle Modelle, die Menschen aufstellen, sind zwangsläufig stark vereinfachend, und können die Realität nicht wirklich genau abbilden. Gute Wissenschaftler sind sich dessen auch bewusst. Das Problem ist: Es gibt nur diese Modelle, diese sagen uns in der überwiegenden Mehrheit, dass zu viel CO2 in der Atmosphäre wirklich kritisch werden können. Das deckt sich mit messbaren Veränderungen im realen Klima in den letzten Jahrzehnten.

Soll man das ignorieren und einfach weitermachen? Wie hoch wäre der Preis, wenn die Modelle da recht hätten? Ein gekippter Planet ist nichts, was man riskieren sollte. Wie hoch ist der Preis, wenn man CO2 einspart, obwohl es vielleicht nicht notwendig wäre? Es wird erstmal vielleicht etwas unbequemer...

vielleicht ist weitermachen ja genau richtig und die Wüsten und der Hunger auf der Welt sind bald weg? Peak Child scheint ja auch schon erreicht (d.h. es werden nicht mehr kinder geboren und die Weltbevölkerung geht dann in einigen Jahrzehnten zurück, das scheint schon relativ sicher, während andere da auch noch den Teufel an die Wand malen)

https://www.spiegel.de/fotostrecke/co2-macht-die-welt-gruener-fotostrecke-136869.html

In dem Artikel dazu wird geschrieben das der Effekt nur eine zeitlang anhält aber dann irgendwann kippt weil nicht genügend Nährstoffe im Boden sind, aber das finde ich nicht ganz logisch da ja immer wieder Pflanzen absterben und so den Boden Nährstoffe wieder zuführen, vielleicht wär es dann auch zu positiv geworden und man musste es deshalb reinschreiben, also es wird erst besser um dann nachher ganz ganz schlecht zu werden. Mehr Grün dürfte doch der Tierwelt im Schnitt  auch eher gut tun?

Vielleicht mal das Undenkbare denken? Ich kenne die Wahrheit (wenn es denn sowas gibt und wenn man das so nennen kann) nicht, ich versuche nur mehrere Szenarien gedanklich durchzuspielen.

 

Zitat von Waermflasche am 25. Juni 2019, 2:08 Uhr

Wenn man den Medien glauben schenkt gibt es ja angeblich kaum noch Insekten, Vögel, Bienen und der Wald ist krank bis so gut wie tot, ich kann das aus meiner Sicht  leider nicht bestätigen , tut mir leid.

Was glaubst du den wo die Medien ihre Information herhaben ? Denke eher nicht das hier Waldspaziergänger nach ihrer eher subjektiven Meinung gefragt wurden. Eher kommen hier doch die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Untersuchungen bzw. Studien und deren Ergebnisse zum tragen bzw. zur Veröffentlichung. Für solche Arbeiten oder Veröffentlichungen gibt es anerkannte Regeln in der Wissenschaft, und seriöse Medien schreiben Ihren Quellennachweis dann auch dazu. Übrigens pflanzen die Waldbauern in unserer Region schon seit ca. 500 Jahren die "falschen" Bäume an, bisher hat es funktioniert, aber schön das dir auffällt das sie jetzt vertrocknen. Natürlich werden jetzt die "richtigen" Bäume gepflanzt, nur blöd das ein Waldbauer nicht in Jahren sondern in Generation plant und denkt, was macht der mit den ganzen 10-80 jährigen Fichten und Tannen, die erst mit 100 Jahren geerntet werden um Ertrag zu bringen.

Naturverbunden sein heißt für uns auch naturverbunden handeln.

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