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ETF Anlage für Anfänger 180 k

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Ich würde in deiner Situation wahrscheinlich in eine weitere Immobilie investieren. Je nachdem wie die Preise in deiner Gegend sind. Wenn mit 180.000€ eine 1-2 Zimmer-Wohnung gut kaufbar ist, würde ich das tun.

Die Vorteile hierbei wären für mich:

  • monatlich planbarer Cashflow
  • geringe Steuern auf die Einnahmen, da geringes Einkommen/ Rente
  • keine psychologische Belastung aufgrund von Schwankungen an der Börse

Wobei aus meiner persönlichen Erfahrung, keine psychologische Belastung ... Bei Immobilien auch nicht passt.

(.. Börsenschwankungen waren gemeint, aber woher die kommen ist ja egal)

Ich finde mich mit den Börsenschwankungen besser zurecht als mit Mietern. Das muss jeder selbst beurteilen, sicher kann man da auch Glück haben.

 

 

Ein 62-jähriger Mensch mit vielleicht noch 4 jahren Ansparphase möchte zum ersten Mal im Leben in Aktien investieren.

Meiner Meinung nach ist alle Theorie wertlos, weil die Praxis nicht die Theorie ist.

150.000 auf einen Schlag in einen ETF gesteckt (in der Theorie die beste Lösung) und 10 jahre später ist man 72 Jahre alt, gesundheitlich angeschlagen und das Depot ist auf 120.000 Euro geschrumpft. Wird dieser mensch buy and hold beteriben und auf bessere Zeiten warten?

Da braucht man nicht spekulieren, die Antwort lautet zu 99% nein. Der weitaus größte Teil wird nichtmal 10 Jahre abwärts durchhalten, die allermeisten werden in dieser Lage nach 1,2 oder 3 Jahren panisch verkaufen, wenn es blöd läuft mit 50% Verlust, ein 65jähriger sitzt das nicht so aus wie ein 25-jähriger und selbst bei denen ist die Praxis was anderes als die Theorie.

Als erstes würde ich die Zielstellung definieren: darf am Ende das meiste weg sein oder soll was zum vererben übrig bleiben?

Traut man sich den Finanzkram mit 70 noch zu? Mit 80? Mit 90?

Die Risikotoleranz kann man in dem Alter nicht mehr "zur Probe" heraus finden, man hat nur noch den einen Versuch.

Mein Ratschlag wäre als das Experiemnt.

Jeden Monat in den vielleicht verbliebenden 4 Jahren z.B. 1500€ in einen (1!) ETF der eigenen Wahl stecken. Mir würde in dem Alter ein ausschüttender Dividenen ETF gefallen, z.B. der Vanguard All world high dividend. So kämen pro Jahr nach und nach 18.000€ in den ETF und man erlernt in dem allerletzten Versuch, wie man selber mit den Aktienmarkt klar kommt. Wenn einem di Volatailtät nichts ist (manche bekommen bei -10% schon Schweißausbrüche) muss man eben wieder aufhören. Wenn man das rechtzeitig macht passiert nicht wahnsinnig Schlimmes.

Wenn man's hingegen erträgt kann man weiter machen. Das Drama, dass es in der Ansparphase immer gemütlich aufwärts geht und wenn dann der ganze Batzen drin ist kommt der 50% Crash muss man wneigstens gedanklich durchspielen.

Bis wieweit man in diesem Fall sinnvoll mit dem ETF Anteil geht kann ich nicht sagen, vielleicht irgendwo zwischen 20% und 50%.

Wer schon über 30 jahre dabei ist und DotCom, Finnazcrash und Covid locker flockig easy ausgesessen ist, der braucht eh keinen Tip anderer mehr. Millionen(!) Leute in Deutschland sind in diesen Marktphasen aber gescheitert und keineswegs dabei geblieben, um die Delle auszusitzen.

Im Laufe der nächsten Jahre kann man sich ja auch anschauen, wohin die Zinsen für Festgeld so gehen.

 

Der Nachteil meines Ratschlags: Wahnsinnig viel kommt dabei nicht rum. Wenn am Ende 50.000 Euro im Depot stecken und grob 3% Dividende liefern landet man bei 1.500 Euro extra im Jahr (vor Steuern). Natürlich könnte man die Aktien ggf auch wieder verkaufen, ob mit Gewinn oder Verlust weiß man heute nicht.

MfG

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