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Erste Schritte von bald Frugalisten

Hallo liebe Frugalisten,

ich lese hier schon eine Weile fleissig mit und habe dabei ganz viel gelernt. Nun habe ich beschlossen hier auch etwas aktiver zu werden und stelle mich dehalb erstmal vor. soviel schon mal vor ab, meine bessere Haelfte und ich sind noch bei weitem keine Frugalisten, wollen uns aber in die Richtung vorarbeiten.

Unsere kleine Geschichte dazu...

Mein Mann (46) und ich bald (45) sind beide 1990 aus Osteuropa mit jeweils einem Koffer eingewandert. Entsprechen finanziell bescheiden war unsere Kindheit und auch unsere Anfaenge in Deutschland. Wir haben versucht dabei moeglichst keine Sozialleistungen zu beziehen und jede moegliche Arbeit anzunehmen um uns ueber Wasser zu halten. Mit 17 Jahren habe ich meine bessere Haelfte geheiratet und zwei Jahre spaeter kam unser Sohn 1994 zur Welt. Unsere Schulausbildung und die Berufsaubildung haben wir parallel dazu durchgefuehrt und anschliessend 2 sichere Arbeitsstellen erhalten. Es hat aber nicht lange gedauert, bis wir realisiert haben, dass wir noch weiter wollten. Wir haben also unsere Hochschulreife abends nachgeholt, beide Jobs gekuendigt und uns 2002 fuer ein Diplomstudiengang eingeschrieben. Seit dem Abschuss 2005 sind wir nun beide in sehr guten Arbeitsverhaeltnissen angestellt.

Meine Kindheit war trotz der bescheidenen finanziellen Verhaeltnisse wunderschoen. Durch meine sportlichen Aktivitaeten konnte ich zumindest (trotz Osteuropa) viel reisen und viele Freiheiten geniessen. Die Zeit hat aber wohl doch in dem Sinne sehr gepraegt, dass wir in unseren Anfaengen in Deutschland dem Konsum verfallen sind und ueber unsere Verhaeltnisse gelebt haben. Die letzten Konsumschulden (Auto) konnten wir erst 2010 endgueltig loswerden.

Unser grosser Traum war schon immer eigenes Eigentum. 2008 haben wir uns diesen Traum mit einer schoenen 4 Zimmerwohnung realisiert. Mitlerweile ist diese wieder verkauft und wir haben ein Eigenheim in einer kleinen Stadt in Baden-Wuerttemberg gebaut.

Eigentlich haben wir bisher alles erreicht was wir wollten. Wir sind gemeinsam seid 27 Jahren Lebenspartner, unser Sohn mit 25 Jahren ist auf dem Weg sein Bachelor-Studiengang in Architektur abzuschliessen, wir habe zwei sehr gut bezahlte Jobs, ein wunderschoenes Eigenheim und alle Fernreisen nachgeholt die wir uns in jungen Jahren nicht leisten konnten. Seit einigen Jahren (angefangen hat es wohl langsam nach dem Studium), hat sich aber eine Sehnsucht nach mehr Freiheit wieder in unser Unterbewusstsein eingeschlichen. Seit dem kann ich mich auch immer weniger an materiellen Errungenschaften erfreuen. Langsam aber sicher sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass wir uns das Hamsterrad nicht ein Leben lang antun wollen.

Unsere Finanzielle Situation zum jetzigen Zeitpunkt

Netto EK (nach Abzug von 350 €/ mtl. jeweils fuer private Altersvorsorge)

- Er: 58000 €

- Ich: 67000 €

Kapitalvermoegen:

- 160000 € ETF

- 40000 € Tagelsgeldkonto

Immobilien

- Einfamilienhaus Selbstgenutzt, Wert ca. 630000, Restschuld 250000

Altersvorsorge

- ER USA: 61000 € ETF, auszahlbar 59 J

- ER Pensionsfond Vorsorgeguthaben: 49500 €, Anspruch ab 60 J

- Ich Pensionsfond Vorsorgeguthaben: 82664 €, Anspruch ab 60 J

Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir in der Lage 50 % unseres Einkommens zu sparen (+priv. Altersvorsorge). Es ist mir bewusst, dass dies im frugalistischen Sinne bei unserem Einkommen extrem viel zu wenig ist.

Wir haben uns das Ziel gesetzt in 7, besser in 5 Jahren finanziell frei zu sein und sind nun dabei unterschiedliche Alternativen zu bewerten um den richtigen Weg dahin zu finden.

Ich erhoffe mir spannende Diskussionen dazu hier in diesem tollen Forum!

Bis bald,

LG

OM

 

 

 

 

 

 

toller Lebenslauf,

zusammengefasst:derzeitige mögliche Sparfähigkeit p.a. also 62500 € plus 700 € mtl für Altersvorsorge ausserdem die Tilgung von dem Wohnbaubarlehen (oder ist die bei der Sparfähigkeit dabei),

Auf der anderen Seite wird derzeit 62500 € jährlich zum leben gebraucht (bzw dann ja weniger wenn dann noch darlehensraten weg gehen). Die Lebenshaltungskosten werden sicher auch weiter runter gehen wenn der Sohn das Studium Beendet hat und selbst Gutes Geld verdient.

Jetzt würde ich mir hochrechnen was man nach dem Ausstieg an jährlichen lebenshaltungskosten hat und welches Kapital dafür nötig ist das durch Kapitaleinkünfte und kommenden späteren Renteneinkünften.

Das Kapitalvermögen sollte ja bei gleichbeleibender Sparrate um 312500 € in den nächsten 5 Jahren (ohne Zinsen) zulegen.

Denke das sieht nicht schlecht aus das was wird.

 

 

@arbitrage,

ja der Tilgungsanteil fuer unser Haus kommt noch on top als Sparrate dazu (ca. 600 € mtl.). Bei den Lebenshaltungskosten ist aber definitiv noch Luft drin. Sobald unser Sohn auf eigenen Beinen steht sieht es schon mal viel besser aus. Wir wollen aber auch wieder lernen mit weniger auszukommen. Die entsprechende Planung wird zur Zeit auf die Beine gestellt 😊.

Hallo OM

Eure Sparrate dürfte nach Verkauf und jetzt Miete ja wieder etwas gesunken sein. Dafür geht es vielleicht die nächsten Jahre schneller mit der Vermögensbildung voran? Da müsst ihr halt langfristig entscheiden ob ihr weiter mieten oder wieder kaufen wollt. Ich hab keine abschließende Meinung ob mieten oder kaufen besser ist.

Ich persönlich fühle mich am wohlsten wenn ich möglichst geringe Fixkosten habe.

Die Immobilie ist einfach da und entlastet deutlich auf der Kostenseite. Ich hab das dann quasi aus dem Kopf.

Ein Depot beobachte ich doch immer und es beschäftigt mich. Nicht falsch verstehen, ich mach das gerne. Aber noch lieber wenn es keine zentrale Rolle spielt 😉

Zitat von Muslime_Frugi am 31. Juli 2020, 16:12 Uhr

Hallo OM

Eure Sparrate dürfte nach Verkauf und jetzt Miete ja wieder etwas gesunken sein. Dafür geht es vielleicht die nächsten Jahre schneller mit der Vermögensbildung voran? Da müsst ihr halt langfristig entscheiden ob ihr weiter mieten oder wieder kaufen wollt. Ich hab keine abschließende Meinung ob mieten oder kaufen besser ist.

Ich persönlich fühle mich am wohlsten wenn ich möglichst geringe Fixkosten habe.

Die Immobilie ist einfach da und entlastet deutlich auf der Kostenseite. Ich hab das dann quasi aus dem Kopf.

Ein Depot beobachte ich doch immer und es beschäftigt mich. Nicht falsch verstehen, ich mach das gerne. Aber noch lieber wenn es keine zentrale Rolle spielt 😉

Hallo Muslime_Frugi,

ja, unser Sparrate ist jetzt tatsaechlich geringer. Im Vergleich zu den gezahlten Zinsen i.H. von etwa 2700 € im Jahr fuer die Hypothek, zahlen wir nun eine Miete i.H. von 13200 Euro im Jahr (Delta ca. 10500 €) . Andererseits sind durch den Hausverkauf 400Tsd € frei geworden, mit denen im Falle einer Investion auf dem Aktienmarkt bei langfristiger Anlage eine gute Rendite erwirtschaftet werden kann. Nehmen wir mal konservative 4% an, das waeren im Jahr 16000 €. Das sind schon mal 5500 € Unterschied, ohne Beruecksichtigung von wegfallenden Instandsetzngsaufwendungen und geringeren Fahrtkosten durch die Naehe zur Arbeit.

Ich bin aber tatsachlich auch bei dir, trotz der dem Anschein nach guenstigeren Mietvariante tue ich mir schwer langfristig komplett ohne eigene Immobilie zu planen. Zum einen habe ich enorm viel Spass an Immobilien zum anderen habe ich auch eine gewisse Unruhe mit einer reinen Investition im Aktienmarkt. Eine Möglichkeit die ich hier fuer uns sehe, ist eine kleine Eigentumswohnung zur Selbstnutzung mit ca. 20 % EK Einsatz, Resttilgung bei Eintritt in die gesetzliche Rente. Damit haetten wir noch einen grossen Anteil des Kapitals im Aktienmarkt und wuerden die derzeit guenstigen Zinsen nutzen um die Fixkosten zu senken. So wirklich entschieden haben wir das noch nicht. Die Flexibilitaet fuer den naechsten Schritt zu haben ist ganz angenehm. Wir koennen uns z.B auch vorstellen in einer anderen (vl. Guenstigeren) Gegend zu wohnen oder vl.  1-2 Jahre erstmal durch die Weltgeschichte zu reisen.

 

Hi OM

keien Frage mit dem Verkauf des Hauses und damit auch dem Loslassen von überschüssigem Konsum habt ihr euch auf jeden Fall finanziell besser gestellt. Das zeigt ja alleine deine konservative Rechnung mit 4%. Gut, vielleicht würde das Haus auch weiter steigen, aber es kostet auch wie du richtig geschrieben hast (Instandhaltung usw.).

Ihr seid jetzt erst mal frei im Kopf und von der Basis aus lässt sich klarer planen als mit materiellem Ballast. Der Plan mit der 1-2 jährigen Reise hört sich sehr gut an 8-). Danach könnt ihr ja immer noch eine Wohnung kaufen.

Sowas erweitert den Horizont ungemein und danach sehen die Dinge sowieso anders aus. Es klingt alles in allem nach einen guten Plan wie ihr für euch beide das Leben neu aufsetzt und auch an euch denkt wenn der Sohn mal auf eigenen Beinen steht! Ich hoffe er gönnt es euch von Herzen 😀