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DSW-Petition: Stoppt den Steuerirrsinn!

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https://www.dsw-info.de/steuerirrsinn/pmc///create/Form/#c6904

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Hallo dev,

wenn man in einem Sozialstaat lebt müssen auch Steuern gezahlt werden, sonst funktioniert es nicht. Während wir die Erträge aus unseren Mietobjekten mit dem vollen Steuersatz versteuern müssen gibt es ja schon Sonderregelungen für Wertpapierbesitzer. Auch ein Privatier, der nur aus den Erträgen seiner Wertpapier lebt, nutzt das Gut der Allgemeinheit angefangen von der Straße bis zur Sicherheit durch Polizei und Gerichte. Das alles kostet und muss bezahlt werden. Und ich persönlich finde unsere Steuerlast nicht zu hoch im Vergleich zum Gegenwert den wir erhalten (und wir sind nicht soweit vom Höchstsatz weg).

So ist nicht nachvollziehbar, warum ausgerechnet 10 Millionen Bundesbürger, die ihr bereits versteuertes Geld in Wertpapieren anlegen, durch eine Finanztransaktionssteuer, durch die gezielte Beibehaltung des Solidaritätszuschlages und nun auch noch durch die Versagung der steuerlichen Anrechnung von Totalverlusten beschränkt und beschnitten werden.

 

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett
  • Lohndumping/Niedriglohn schaffen Wirtschaftsaufschwung in einem Exportland. Davon profitieren jene die ihr Kapital in der Wirtschaft anlegen können. Andere,  ca. jeder vierte Arbeitnehmer, arbeiten im Niedriglohnsektor, diese können gewöhnlich nicht von Kapitalanlagen profitieren.

Unter Schröder fiel der Spitzensatz der Einkommenssteuer von 53 auf 42 Prozent.

Angela Merkel senkte die Steuer auf Kapitalerträge von maximal 42 auf 25 Prozent. Seitdem: erarbeitet sich ein Gutverdiener zusätzliche 10.000 Euro, werden 4.200 Euro Steuern fällig. Streicht er 10.000 Euro an Zinsen ein, muss er nur 2.500 Euro zahlen.

Die Erbschaftssteuer ( vererbt werden ca. 200 Milliarden Euro) ist nahezu nicht mehr existent. Die Vermögenssteuer abgeschafft.

Allein durch die Steuersenkungen der vergangenen zehn Jahre sind dem Staat rund 300 Milliarden Euro entgangen. Mehr als durch die Finanzkrise.

Eine Transaktionssteuer, allerdings umfangreich auch auf Derivate, Devisen und co., halte ich für notwendig um Milliarden Mehreinnahmen zu generieren.

In meiner Wahrnehmung gerechter als die Erhöhung der Mehrwertsteuer, die mit den Steuererleichertungen für Besserverdienende kam. Eine Mehrwerterhöhung von 3 Prozent die all die Menschen mehr traf die mehr von ihrem Einkommen ausgeben müssen um sich zu tragen.

Ein kurzes Video zur Finanztransaktionssteuer: Steuer gegen Armut. Eine gute Idee?

https://vimeo.com/16460139

  • Die Sache mit der Abschreibung von Totalverlusten sieht zur Zeit (vor Gerichten)gut aus. Die Möglichkeit dazu macht steuerrechtlich Sinn.
  • Beim Soli denke ich, weg damit, hilft allerdings auch mehr denen die mehr haben.

Meine Kritik ist, die Steuer (geändert)ist zu kurz gesprungen, wenn sie nicht auch für Devisen ...gilt.

Ich denke dies würde ertragbar sein, ein EU Vorschlag: Die vorgesehenen Mindeststeuersätze betrugen 0,1% für den Handel mit Aktien und Anleihen und 0,01% für den Handel mit derivativen Vereinbarungen wie Optionen, Futures oder Swaps.

 

Wenn Du alles machen kannst was Du willst solltest Du etwas wollen.
Zitat von alija am 11. September 2019, 17:14 Uhr

Eine Transaktionssteuer, allerdings umfangreich auch auf Derivate, Devisen und co., halte ich für notwendig um Milliarden Mehreinnahmen zu generieren.

Diese zahlen demnächst nur private Anleger - das Ziel war ein anderes.

In Bezug auf die Finanztransaktionsteuer ist zunächst festzuhalten, dass die ursprüngliche Intention als Reaktion auf die Finanzkrise, über eine solche Steuer hochspekulative Finanzgeschäfte sowohl ordnungspolitisch als auch finanzpolitisch zu adressieren, prinzipiell positiv zu sehen ist.

Warum aber die von Olaf Scholz vorgesehene FTT ausschließlich Aktionäre und damit Anleger, die der Industrie wichtiges Eigenkapital zur Verfügung stellen, erfasst werden sollen, verschließt sich dem Betrachter vollkommen. Damit werden sowohl die falschen Anlageobjekte als auch die falschen Anleger getroffen.

Eine Transaktionssteuer wäre überhaupt nur dann sinnvoll, wenn sie sich in ein neues, ausgewogenes System einbettet, das ein langfristiges und der Volkswirtschaft dienendes Zurverfügungstellen von Kapital fördert, indem die langfristige Anlage und Investition entlastet wird.

So ist auch die Frage zu stellen, warum der Verkauf von Immobilien nach zehn Jahren oder von Gold nach bereits einem Jahr steuerfrei möglich ist, bei Aktien als klassischem Sachwert aber nicht. Hier sollte angesetzt und mindestens einen Gleichlauf hergestellt werden, anstatt Aktionäre und Anleger gezielt mit neuen Steuern zu belasten.

Unabdingbar ist auch die deutliche Erhöhung des Sparerfreibetrages, um so auch einkommensschwächeren Bürgern und Familien zu ermöglichen, sich angemessen und eigenverantwortlich um ihre Altersvorsorge zu kümmern.

Schade das die Webseiten heutzutage erst alle Informationen nach diverser Mausklicks zeigen 🙁

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Leider greift der Populismus immer mehr um sich. Keiner argumentiert mit vernünftigen Fakten sondern schreibt einfach nur das, was ihm gefällt.

Alija, ich gehe jetzt nicht auf jeden deiner Punkte ein, das ist mir echt zu mühsam. Aber damit andere Leser nicht von dir auf die falsche Fährte geleitet werden:

  • Vor Einführung der Abgeltungssteuer galt das Halbeinkünfteverfahren für Dividenden. D.h. es wurden nur 50% besteuert
  • Vor Einführung der Abgeltungssteuer konnten Werbungskosten angesetzt werden
  • Vor Einführung der Abgeltungssteuer waren Kursgewinne nach einem Jahr steuerfrei

Zinsen werde  jetzt theoretisch bei Gutverdienern geringer besteuert, ist aber bei den aktuellen Zinsen wohl kaum relevant.

Insgesamt sind die Abgaben also eher gestiegen.

@dev Es zahlen wohl alle die mit Aktien handeln. Privat oder nicht. Aber ich gebe Dir recht, das ist zu kurz gedacht, s.o. .

Aber dies ist kein Grund sie nicht einzuführen. Es ist ein Grund sie zu erweitern.

Wenn Du schaust wie sehr Steuern gesunken sind, insbesondere für jene die mehr verdienen, wäre eine Steuer von 0,1 % oder gar wie in dem Video von 0,05 % ertragbar. Diese Steuer würde einige Milliarden generieren.

@Privatier: Ich will mich mit Dir gar nicht über Einzelheiten streiten. Und vermutlich, so wie Du es beschreibst, hat sich auch etwas verschlechtert für Anleger. Trotzdem sind sie bevorzugt.

Ich habe oben Steuersenkungen beschrieben. Ich denke es ist ersichtlich welche Einkommens/Vermögensschichten in den letzten Jahren Vorteile hatten in Bezug zu Anderen.  Was das für einzelne Menschen bedeutete, werden sie selbst für sich gut berechnen können.

Das Problem ist, dass ich keine Steuergerechtigkeit sehe zwischen Menschen die ihr Geld durch Erwerbsarbeit erarbeiten und jenen die von Kapitalerträgen leben. Dabei profitierte ich selbst schon davon. Langfristig denke ich aber, ohne mehr Ausgleich zwischen "gewonnenen Einkünften" wird soziale Ungleichheit zu einem Nachteil für alle führen.

 

 

 

Wenn Du alles machen kannst was Du willst solltest Du etwas wollen.

Das ist ja genau was ich meine: da zeigt man auf, warum das Geschriebene objektiv nicht stimmt. Aber das spielt keine Rolle. Die eigene Position steht fest und Fakten sind egal...

Das heißt @Privatier, Du findest nicht, dass die Steuern ungleich verteilt sind in Bezug auf Einkünfte aus Erwerbsarbeit bzw. anderen?

Wenn Du alles machen kannst was Du willst solltest Du etwas wollen.
Zitat von alija am 11. September 2019, 17:48 Uhr

@dev Es zahlen wohl alle die mit Aktien handeln. Privat oder nicht. Aber ich gebe Dir recht, das ist zu kurz gedacht, s.o. .

Aber dies ist kein Grund sie nicht einzuführen. Es ist ein Grund sie zu erweitern.

Die "Kosten" kann ich vernachlässigen, da ich eh Buy & Hold investiere und vor 20 Jahren waren die Ordergebühren höher als aktuell + Transaktionssteuer.

Es ist nur ein weiteres Abmelken statt das Problem des Hochfrequenzhandels zu bekämpfen, deshalb bin ich dagegen.

 

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett
Zitat von dev am 11. September 2019, 19:10 Uhr

Die "Kosten" kann ich vernachlässigen, da ich eh Buy & Hold investiere und vor 20 Jahren waren die Ordergebühren höher als aktuell + Transaktionssteuer.

Es ist nur ein weiteres Abmelken statt das Problem des Hochfrequenzhandels zu bekämpfen, deshalb bin ich dagegen.

 

Das verstehe ich und da bin ich bei Dir, es muss alle betreffen und bringt dann auch mehr Geld für den Staat für hoffentlich Projekte die nachhaltig für alle gut sind.

Wenn Du alles machen kannst was Du willst solltest Du etwas wollen.

Ich finde eine Finanztransaktionssteuer gut. Private Anleger handeln nicht genug und sollten auch gar nicht so viel spekulieren, dass diese belastend wird. Mich jedenfalls wuerden 0,1% Transaktionssteuer nicht stoeren. Es ist prinzipiell zu begruessen an den Finanzmaerkten Spekulationen zu "bestrafen" und laengerfristige Anlagen zu belohnen. Das stabilisiert die Maerkte. Theoretisch!

Denn ich sehe nicht wie ein nationaler oder europaeischer Alleingang grosse Investoren treffen soll. Die werden immer einen Weg drum herum finden solange es keine internationalen Absprachen gibt. Und dann trifft es wieder nur diejenigen, die Kleinen, die ihren Steuersitz nicht verlegen koennen. Wie immer halt.

Hier in den USA werden Long Term Investments, die laenger als ein Jahr gehalten wurden, bei der Kapitalertragssteuer guenstiger behandelt als kuerzere Haltedauern.

Nun ja alles Ansichtssache und kommt auf den Blickwinkel an. Ich arbeite ja nix mehr. Ich handle lediglich Arbitragegeschäfte. Das heist ich nutze Kursunterschiede an den verschiedenen Börsen aus. Mein Zeitaufwand dafür sind paar Stunden. Aber ich fühle mich gerade zu verfolgt von Scholz. Klar derzeit habe ich einen sehr Tollen Steuersatz. Aber Es wird gerade aus allen Löchern gegen mich geschossen. Meine Durchschnittle Marge liegt bei ca 0,6 % pro deal. Also wenn ich am Anfang 0,1 % zahle und am Ende 0,1 % verschlechter sich meine Marge auf nur noch 0,4 %. Da ich aber meistens mit Marketmakern handle da die Papiere nicht so liquide sind, wird der Markemaker das schon irgenwie in seinen Gestellten preisen mit einrechnen. Da der Mein Kontrahent ja das selbe zahlt.

Weiter wird kommt jetzt hinzu das ja die Abgeltungssteuer fallen soll, und mit dem Persönlichen steuersatz verteuert werden soll, also in meinem Fall der Reichensteuersatz von 45 %+Soli der ja nicht abgeschaft werden soll, in der Kirche bin ich auh noch aber das werde ich wohl bald ändern. Also geht dann nochmal die hälfte weg. Bleiben mir noch 0,2 %.

Arbitragehandel funktioniert ja nur mit großen Summen folglich bin ich auch noch in der vo Scholz gewünschten Vermögensteuer dabei.

Wie gesagt meine Marge liegt derzeit bei durchschnittlich 0,6 % es sind natürlich auch Geschafte dabei wo die Marge von vornherein kleiner sind (die werde ich dann weglassen). Meine Gesamt Steuermehrbelastung wäre dann bei über 70 % und wenn ich berücksichtige das mein Volumen zurückgeht weil ich ja meine Mindestmarge anheben muss. Meine Einnahmen würden implodieren (klar würde ich dann aus der Reichensteuer wieder rausfallen)

Was bleiben mir dann für alternativen, hier weiter leben und die Kröte schlucken. Oder ins Ausland gehen, Zypern, Malta dort musste ich derzeit rein garnichts zahlen.

Oder es ganz sein lassen. Wer von euch würde hier bleiben bei einer Steuerbelastung von über 70 %.

Mann darft nicht vergessen das das Handelsaufkommen durch eine solche Steuer stark rückläufig werden würde. Banken haben sehr Stark zu kämpfen mit den Niedrigzinsen bzw Negativzinsen, das versuchen Sie mit Gebühren aller art und dem Wertpapiergeschaft zu kompensieren.....(ich bin kein Bankenfreund, aber von den Direktbanken), aber einen Einbruch in diesem Zweiten Geschaftsfeld würden sie nur schwer Verkarften. Das dumme nur weniger Umsatz führen dann zwangsläufig zu höheren Gebühren.

Aber klar jeder sieht das aus seinem Blickwinkel.......

Übrigens das ganze system ist bescheuert, da der Staat unter dem Strich keinen Cent steuern bei mir kassiert. Das problem ist doch ich handele auschliesslich gegen Marketmaker und Banken. Das was ich Gewinn mache , machen die 1 zu 1 verlust. Das heist was ich an Steuern zahlen kriegen die als Verlustverrechnung, klar manchmal auch umgekehrt. Aus meiner Sicht wäre es viel Sinnvoller die Abgeltungsteuer auf 10 oder 15 % zu senken besser 10 % und im gegenzug aber die Verlustverrechnung bei Geschäften fallen zu lassen. Damit wären allen die langfristig agieren geholfen denn die machen in der Regel Gewinn und bei Kurzfristigen Handelsstrategien würde das ganze wie eine Art Transaktionssteuer wirken. Wenn ich 1000 Euro verdiene und ein anderer 1000 verliert, dann haben fällt keine Steuer an (klar nur dann wenn es leute gibt die immer verlieren und nie die verluste ausgleichen, man braucht ewige Verlierer lol). Dagegen  müsste wenn eine Verrechnung nicht mehr möglich ist ich Steuern 10 % bezahlen und der andere würde keine Erstattung bekommen. Unter dem Strich würde so mehr rauskommen wie wenn man weiter unser System fährt. (Hab ich mir mal so hochgerchnet, aber ob es wirklich so ist kann wohl nur jemand sagen der Zugriff auf alle Daten hat).

 

Petitionen haben keinen Nutzen, dies sind Bittbriefe an die Regierung. Hatte eine Petition gegen Steuern jemals Erfolg oder überhaupt eine Petition? Petitionen dienen dazu, den Leuten Glauben zu machen, sie hätten Einfluss. Wer gegen die 70 Prozent Durchschnitts Steuern und Abgaben ist, hat die Möglichkeit mit den Füssen abzustimmen und sich eine Jurisdiktion zu wählen, die ihn und sein Vermögen besser behandelt.

Wer gegen die 70 Prozent Durchschnitts Steuern und Abgaben ist, hat die Möglichkeit mit den Füssen abzustimmen und sich eine Jurisdiktion zu wählen, die ihn und sein Vermögen besser behandelt.

Mit den Füßen abstimmen bedeutet üblicher weise nicht wählen sondern sich anders ausdrücken. Was meinst Du damit Fitzi?

Inwiefern eine Jurisdiktion wählen?

 

 

 

Wenn Du alles machen kannst was Du willst solltest Du etwas wollen.

Das heißt beides soviel wie in einen oder mehreren Staaten zu wohnen, in denen die Steuern niedriger sind. Das eine ist eine Redensart, das andere bezeichnet die Gesetzgebung (Steuergesetze) im jeweiligen Land.

Zitat von Fitzi am 14. Oktober 2019, 13:12 Uhr

... Wer gegen die 70 Prozent Durchschnitts Steuern und Abgaben ist, ...

Würde mich mal interessieren, wie man auf diese Zahl kommt?

Zitat von Energiefuchs am 11. September 2019, 15:30 Uhr

Hallo dev,

wenn man in einem Sozialstaat lebt müssen auch Steuern gezahlt werden, sonst funktioniert es nicht. Während wir die Erträge aus unseren Mietobjekten mit dem vollen Steuersatz versteuern müssen gibt es ja schon Sonderregelungen für Wertpapierbesitzer. Auch ein Privatier, der nur aus den Erträgen seiner Wertpapier lebt, nutzt das Gut der Allgemeinheit angefangen von der Straße bis zur Sicherheit durch Polizei und Gerichte. Das alles kostet und muss bezahlt werden. Und ich persönlich finde unsere Steuerlast nicht zu hoch im Vergleich zum Gegenwert den wir erhalten (und wir sind nicht soweit vom Höchstsatz weg).

Es geht bei der Petition nicht darum ob Deutsche pauschal zu wenig oder zu viel Steuern bezahlen, sondern darum ob die Besteuerung für Wertpapierbesitzer - insbesondere in Hinblick auf die Änderungen- gerecht ist. Aus meiner Sicht nicht.

  1. Kapitalerträge aus Wertpapieren werden doppelt besteuert, da die zugrunde liegenden Unternehmenserträge bereits versteuert wurden.
  2. Es gibt keine sozialverträgliche Steuerprogression. Fast jeder zahlt 25%.
  3. Der Freibetrag ist ein Witz
  4. Die neue Finanztransaktionsteuer trifft die falschen Anleger. Der Kleinsparer muss eine Steuer entrichten wenn er Aktien kauft. Wer spekulative Anlagekonstrukte kauft, muss keine Steuer zahlen.
  5. Immobilien sind nach 10 Jahren, Gold nach bereits einem Jahr steuerfrei. Kursgewinne auf Aktien nie.
  6. der verfassungsrechtlich bedenkliche Solidaritätszuschlag wird in seiner jetzigen Form nur bei Kapitalerträgen beibehalten.
  7. Totalverluste sollen nicht mehr steuerlich angerechnet werden dürfen

Insgesamt sendet dies ein falsches Signal an Anleger und Wirtschaft, da Aktien zunehmend vom Gesetzgeber verteufelt werden. Einerseits fordert der Staat private Altersvorsorge, andererseits sabotiert er diese.

Soweit du Immobilien ansprichst: Aus meiner Sicht werden diese steuerlich sehr gut und besser behandelt als Aktien. Schuldzinsen und praktisch alle Ausgaben um die vermietete Immobilie kann man steuerlich absetzen. So schaffen es viele Vermieter ihre Steuerlast weit unter die 25% für Kapitalerträge zu drücken. Hinzu kommt ein Steuerfreibetrag von rund 9.000 € - mehr als 10 mal so viel wie für Kapitalerträge aus Aktien. So ist die erste vermietete Immobilie oft komplett steuerfrei. Nach 10 Jahren sind Wertsteigerungen der Immobilien zudem steuerfrei.

@andreas900 Ein paar Anmerkungen und Korrekturen:

zu Pkt.1: Mal abgesehen von Steueroasen, wird das in fast jedem westlichen Industriestaat so gehandhabt. Wer Gewinne macht, zahlt darauf Steuern, egal ob ein anderer darauf schon mal Steuern gezahlt hat. Da gibt es aber viele Bereiche, wo so eine Doppel- oder Mehrfachbesteuerung statt findet. Das ist ein grundsätzliches Problem. Es ist wahrscheinlich auch nicht so einfach dieses Dilemma zu lösen.

zu. Pkt. 2: Nein. Die 25% sind bei Kapitalerträgen der Höchstsatz. Bis ca. 55 TEUR (Gesamt-) Jahreseinkommen lohnt sich eine Günstigerprüfung. Was darunter ist, wird auch mit dem persönlichen Steuersatz geringer besteuert.

zu. Pkt. 3: Darüber lässt sich sicher trefflich streiten. Bei Immobilien z.B. gibt es überhaupt keinen Freibetrag.

Zitat von Fritz am 15. Oktober 2019, 21:07 Uhr

@andreas900 Ein paar Anmerkungen und Korrekturen:

zu Pkt.1: Mal abgesehen von Steueroasen, wird das in fast jedem westlichen Industriestaat so gehandhabt. Wer Gewinne macht, zahlt darauf Steuern, egal ob ein anderer darauf schon mal Steuern gezahlt hat. Da gibt es aber viele Bereiche, wo so eine Doppel- oder Mehrfachbesteuerung statt findet. Das ist ein grundsätzliches Problem. Es ist wahrscheinlich auch nicht so einfach dieses Dilemma zu lösen.

zu. Pkt. 2: Nein. Die 25% sind bei Kapitalerträgen der Höchstsatz. Bis ca. 55 TEUR (Gesamt-) Jahreseinkommen lohnt sich eine Günstigerprüfung. Was darunter ist, wird auch mit dem persönlichen Steuersatz geringer besteuert.

zu. Pkt. 3: Darüber lässt sich sicher trefflich streiten. Bei Immobilien z.B. gibt es überhaupt keinen Freibetrag.

Zu Punkt 2 hast du Recht, dass die 25% der Höchstsatz sind. Diesen Höchstsatz erreicht aber fast jeder, da er nicht an den Durchschnittsteuersatz (wie bei Immobilieneinkünften), sondern an den Grenzsteuersatz gekoppelt ist. Nur wenn der Grenzssteuersatz unter 25% liegt lohnt die Günstigerprüfung.

Der persönliche Grenzsteuersatz liegt unter 25%, wenn das zu versteuernde Einkommen bei einem Ledigen maximal rund 16.000 Euro und bei zusammenveranlagten Ehegatten nicht mehr als 32.000 Euro beträgt. Da muss man schon nahe dem Mindestlohnsektor arbeiten, damit man weniger als 25% Steuer zahlt. Kurz: Fast jeder Aktionär zahlt die vollen 25% Abgeltungsssteuer.

Du sagst Immobilien seien höher besteuert, weil für sie der normale (=Durchschnittssteuersatz) Steuersatz gilt, den die jeweilige Person hat. Letzteres ist korrekt. Aber was bedeutet das in der Praxis? Bei einem zu versteuernden Einkommen von 48.000 € und einem Steuerbetrag von 11.644 € (ohne Solidaritätszuschlag) entspricht die Einkommensteuer 24,26 % des zu versteuernden Einkommens. Das ist der Durchschnittssteuersatz bei Einzelveranlagung. Hat so ein Durchschnittsverdiener Mieteinnahmen, steigt sein Steuersatz nochmal entsprechend. Der typische Durchschnittsverdiener, der als Wertanlage 1-2 Eigentumswohnungen hat, zahlt aber vielleicht grad mal 30%, im Extremfall bei sehr vielen Immobilien 42%.

Ich würde aber sehr gerne und bereitwillig jedes Jahr 30% und mehr auf Dividenden aus Aktien zahlen, wenn ich (wie im Falle von der Wertsteigerung von Immobilien heute ist und bei Aktien früher auch war) nach 10 Jahren Kursgewinne steuerfrei mitnehmen könnte. Gerade wenn du dir die Immobilenpreisentwicklung der letzten 10 Jahre anschaust (bei uns in einer eher mäßigen Gegend 6% p.a.) ist es Wahnsinn, dass man diese Wertsteigerung vollkommen steuerfrei bekommt.

Insofern kann man doch die Gesetzgebung derzeit nur so interpretieren, dass Immobilienpreise weiter in die Höhe getrieben werden sollen - mit allen einhergehenden Konsequenzen wie unbezahlbare Mieten und Verdrängung von sozialschwachen Menschen. Gleichzeitig wird seit über 10 Jahren der Aktionär zunehmend mehr gemolken, sei es durch den Wegfall der Spekulationsfrist bis 2008 bis zu heutigen Maßnahmen wie der Besteuern des Aktienerwerbs.

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