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Dramatische Betragserhöhung der AXA

Liebes Forum, ich bin ja schon lange, wie viel hier PKV versichert.

An Erhöhungen bin ich gewöhnt, aber so was wie heute habe ich noch nie erlebt.

Die AXA , bei der ich seit fast 30 Jahren versichert bin, hat meinen Beitrag  ( ohne irgendwelche Änderungen im Tarif oder den Leistungen) für das kommende Jahr heute um fast 80% erhöht.

Ist sowas Überhaut rechtens ?

Hallo Achim_Global,

ich kenne die genaue Situation deiner Versicherung nicht, deswegen kann ich nur mutmaßen, worin genau die Gründe liegen.

Generell haben PKV-Unternehmen das Recht bzw. die Pflicht, ihre Beiträge anzupassen, wenn sich die Leistungen oder die Sterblichkeit entsprechend stark verändert haben. Gegen Beitragsanpassungen in der PKV wird seit einigen Jahren sehr häufig geklagt (die AXA war da auch in Prozesse verwickelt, ich meine, sie hat auch mal verloren), deswegen achten PKV-Unternehmen jetzt sehr genau darauf, dass ihre Beitragsanpassungen juristisch dicht sind.

Die Beiträge dürfen nicht einfach so erhöht werden, sondern die erwarteten Leistungsausgaben (bzw. Sterblichkeit) müssen von den einkalkulierten Leistungen um mindestens 5-10% abweichen (welchen Prozentsatz sie nehmen, können Versicherer selber entscheiden, ist aber gerade -soweit ich weiß- auch vor Gericht). Deswegen müssen Versicherer teilweise recht lange warten, bis sie bestimmte Tarife anpassen dürfen. Wenn der Tarif dann aber angepasst wird, müssen alle Größen, die sich geändert haben, mit eingerechnet werden. Hier kommen die niedrigen Zinsen mit ins Spiel. Falls dein Tarif schon lange nicht mehr angepasst wurde, hat er vermutlich noch einen hohen Rechnungszins. Jetzt bei der Beitragsanpassung wird dein Rechnungszins mit geändert und das ist ein ziemlicher Kostentreiber, je älter der Versicherte ist, desto teurer wird eine Rechnungszinssenkung, da sich nicht nur die Verzinsung der zukünftig angesparten Beiträge, sondern auch die der bereits angesparten Rückstellung ändert.

Mir erscheint fast 80% Steigerung allerdings tatsächlich etwas hoch. Normalerweise setzen Versicherer noch Limitierungsmittel ein, um solche Extremfälle abzumildern, das geht aber nur, wenn entsprechend Geld in der Kasse ist (außerdem können Versicherer relativ frei entscheiden, nach welchen Kriterien sie limitieren möchten). Ich habe keine Ahnung, wie die finanzielle Situation der AXA in Bezug auf Limitierungsmittel ist, es wäre allerdings möglich, dass durch die Aktien-Crashs dieses Jahr weniger Geld als normalerweise zur Verfügung steht bzw. die AXA vorsichtiger ist und weniger ausgibt.

 

Viele Grüße

abde

Hallo, ich beschäftige mich auch derzeit mit dem Thema, bin seit 23 Jahren bei der SDK versichert.
Mein Tarif wurde vor 2 Jahren geschlossen und aktuell um 24% erhöht. Der offene Alternativtarif ist noch mal um ca. 100€ teurer.

Ich hoffe mal ich darf einen link einstellen. Das soll keine Werbung sein, ich kenne den RA nicht, habe auch nichts mit ihm zu tun..
Er hat lt. seiner Webseite schon Beitragserhöhungen von der AXA abgewehrt.
https://anwalt-kg.de/bankenrecht/pkv-beitragserstattung/#bgh-urteil

Grüße
Horst

Danke erstmal soweit für dieFeedbacks.

Ich habe nun offiziell Beschwerde bei der BAFIN eingereicht.

 

Erhöhung Ja, aber, genau genommen 77,8 % , das ist doch etwas schwer mit gestiegen Kosten zu rechtfertigen.

@achim_global

Es geht nicht um gestiegene Kosten oder höhere Gewinne des Versicherers die an den Versicherten weiterberechnet werden sondern um die Versicherungsleistung der Versicherten die letztes Jahr abgerufen wurden (also wie viel Geld der Versicherten wurde für Krankheitsbehandlung ausgegeben und übersteigt das die Beitragssummen) und somit diese Ausgaben der auf alle Versicherten umgelegt werden. Das hat mehrere Ursachen: Wurde mir das mal von einem Versicherungsoptimierer so erzählt, also ggf. nicht 100% richtig, Richtung sollte aber stimmen:

Jeder Krankenversischerer bietet jede Mengen unterschiedliche Tarif und Einstufungen und somit Versicherungsleistungen an. Jeder PKV-Versicherte kann sich also sehr individuell versichern. Durch Wechsler zwichen den Tarife, Demographie, Zu- und Abgänge.... werden die unterschiedlichen Tarife von unterschiedlich vielen und sich auch ändernden Versicherten (männlich, weibich, alt oder jung, öfters krank, meist gesund...) gebucht. JEDER Tarif wird dabei separat kalkuliert. Und eben nicht die Summe aller Versicherten bei der AXA.

Es steht zu vermuten, dass Sie in einem Tarif drinstecken, der eine unvorteilhafte Mitgliederzusammensetzung zeigt. Also wenig neue Mitglieder, ggf. Ältere und öfter Kranke.. o.ä. Sich zu beklagen nützt eher nix, da jede Erhöhung sowieso jedes Jahr transparent vorgelegt und begründet werden muss und von öffentlich bestellten Sachverständgen und unabhängigen Treunhändern geprüft und freigegeben werden muss.

Was ist zu tun? Tarif wechseln, am besten innerhalb der Versicherung um die Rückstellungen nicht zu verlieren. Spezialisten für PKV Optimierung ggf. kontaktieren. Die Vesicherungen haben nat. meist keine Lust Versicherte in "günstigere Tarife" zu lotsen. Also zweigleisig fahren.

Zitat von Absprung_2020 am 23. November 2020, 9:14 Uhr

@achim_global

Es geht nicht um gestiegene Kosten oder höhere Gewinne des Versicherers die an den Versicherten weiterberechnet werden sondern um die Versicherungsleistung der Versicherten die letztes Jahr abgerufen wurden (also wie viel Geld der Versicherten wurde für Krankheitsbehandlung ausgegeben und übersteigt das die Beitragssummen) und somit diese Ausgaben der auf alle Versicherten umgelegt werden. Das hat mehrere Ursachen: Wurde mir das mal von einem Versicherungsoptimierer so erzählt, also ggf. nicht 100% richtig, Richtung sollte aber stimmen:

Jeder Krankenversischerer bietet jede Mengen unterschiedliche Tarif und Einstufungen und somit Versicherungsleistungen an. Jeder PKV-Versicherte kann sich also sehr individuell versichern. Durch Wechsler zwichen den Tarife, Demographie, Zu- und Abgänge.... werden die unterschiedlichen Tarife von unterschiedlich vielen und sich auch ändernden Versicherten (männlich, weibich, alt oder jung, öfters krank, meist gesund...) gebucht. JEDER Tarif wird dabei separat kalkuliert. Und eben nicht die Summe aller Versicherten bei der AXA.

Es steht zu vermuten, dass Sie in einem Tarif drinstecken, der eine unvorteilhafte Mitgliederzusammensetzung zeigt. Also wenig neue Mitglieder, ggf. Ältere und öfter Kranke.. o.ä. Sich zu beklagen nützt eher nix, da jede Erhöhung sowieso jedes Jahr transparent vorgelegt und begründet werden muss und von öffentlich bestellten Sachverständgen und unabhängigen Treunhändern geprüft und freigegeben werden muss.

Was ist zu tun? Tarif wechseln, am besten innerhalb der Versicherung um die Rückstellungen nicht zu verlieren. Spezialisten für PKV Optimierung ggf. kontaktieren. Die Vesicherungen haben nat. meist keine Lust Versicherte in "günstigere Tarife" zu lotsen. Also zweigleisig fahren.

Vielen Dank und gut gemeint, nur leider kann weder die Versicherung selber, noch ein unabhängiger Makler einen günstigeren Tarif finden.

Ich zahle inkl. Pflege , Tagegeld und Ausgleichszahlung an die Gesetzlichen nun etwas über 300 Euro. Der eigentliche KV Tarif hat sich von 115.- auf 204.- erhöht.

Taktisch gut ist der Zeitpunkt dieser Erhöhung in dem Masse ( wie es sie bisher in 25 Jahren noch nie gab) gewählt, da ich nun 55 bin, und praktisch keine Wahl hebe ausser zu zahlen. . Ein Schelm, wer böses denkt.

Auf Grund der Versicherungspflicht in D bleibt also nur zahlen oder auswandern.

Wobei hier die letzten Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft sind. Rein rechtlich ist es ja nicht strafbar, keine KV zu zahlen. D.h. es wird nicht mit einer extra Strafe belegt. Man muss nur unter Umständen nachzahlen. Was genau die Umstände des nachzahlens sind, konnte ich bisher nicht erörtern. Genau so schwammig ist der sogenannte Notlagentarif. Man kommt wohl dort rein, wenn man eifach seine Beiträge nicht zahlt. Dieser Tarif bewegt sich irgendwo zwischen 100 und 200 Euro. Die Frage die sich stellt ist, wie lange kann man in dem Notlagentarif bleiben, ohne das andere Sanktionen , wie Pfändung oder ähnlichs drohen.

 

Es ist nun nicht so, das ich mir die 100 Euro im Monat nicht leisten kann...aber 100 Euro im Monat mehr , für die nächsten 30 Jahre bis zum natürlichen Ableben, sind mal eben 36.000 Euro, die ich nicht unbedingt zahlen will für etwas , was ich sowieso nicht haben will.

Danke für die aufmunternden Wort wegen des gut Gemeinten, jedoch bin ich eher der Typ des gut machen: Ich habe nirgends geschrieben, dass Sie zu einem Versicherungsmakler gehen sollen, sondern zu einer Firma, die bei Ihrem derzeitigen Versicherer einen optimalen Tarif sucht. Das will ihr Versicherer Ihnen meist NICHT anbieten, obwohl die da oft was haben. Lesen, prüfen lassen, ggf. freuen😁

Zitat von Absprung_2020 am 23. November 2020, 12:48 Uhr

Danke für die aufmunternden Wort wegen des gut Gemeinten, jedoch bin ich eher der Typ des gut machen: Ich habe nirgends geschrieben, dass Sie zu einem Versicherungsmakler gehen sollen, sondern zu einer Firma, die bei Ihrem derzeitigen Versicherer einen optimalen Tarif sucht. Das will ihr Versicherer Ihnen meist NICHT anbieten, obwohl die da oft was haben. Lesen, prüfen lassen, ggf. freuen😁

Alles leider schon geschehen, leider auch mehrfach, kein günstigerer Tarif zu bekommen 🙁

Dann halt positiv sehen: Waren wohl in der Vergangenheit in einem sehr günstgen Tarif, jetzt gibts eben einen Nachzieheffekt.  Übrigens Ombudsmann für Versicherungen ggf. der BAFIN als Beschwerdestelle vorziehen.

Das mit der Basisversicherung für Selbstständige für unter 200 € habe ich mir auch schon überlegt. Müsste aber mal erst  recherchieren was dann überhaupt noch drin ist bei den Leistungen.

Dein Tarif war aber auch sehr günstig und ist es nach der Erhöhung immer noch. Weiß ja nicht welche Leistungen dahinter stehen, aber selbst auf Basistarifniveau und mit hoher SB ist das sehr wenig. Das wird sicher auch ein Grund für mangelnde noch preiswertere Tarife sein?

300 ist immer noch ziemlich günstig, habe (bei der Versicherung, bei der ich schon mein ganzes Leben versichert war) mit 30 Jahren so 400 bezahlt...

Zitat von Achim_Global am 23. November 2020, 10:10 Uhr

Ich zahle inkl. Pflege , Tagegeld und Ausgleichszahlung an die Gesetzlichen nun etwas über 300 Euro. Der eigentliche KV Tarif hat sich von 115.- auf 204.- erhöht.

Taktisch gut ist der Zeitpunkt dieser Erhöhung in dem Masse ( wie es sie bisher in 25 Jahren noch nie gab) gewählt, da ich nun 55 bin, und praktisch keine Wahl hebe ausser zu zahlen. . Ein Schelm, wer böses denkt...

Als Leser frage ich mich, wie sowas überhaupt gehen kann.

115€/Monat Krankenversicherung für einen 55 jährigen. Das ist/war einfach unglaublich billig.

Selbst die 205€/Monat sind immer noch sehr billig. Natürlich fidnet da keiner was preiswerteres für einen 55jährigen, wie auch?

Wenn man sich überlegt, was ein durchschnittlicher Versicherter so im Leben an Kosten verursacht müssten die Beirrräge eigentlich ziemlich schnell Rihctung 500€/Monat hoch gehen, damit sich das überhaupt noch aufgeht.

Können Krankenversicherungen eigentlich insolvet werden?

 

Zitat von Achim_Global am 23. November 2020, 10:10 Uhr

Es ist nun nicht so, das ich mir die 100 Euro im Monat nicht leisten kann...aber 100 Euro im Monat mehr , für die nächsten 30 Jahre bis zum natürlichen Ableben, sind mal eben 36.000 Euro, die ich nicht unbedingt zahlen will für etwas , was ich sowieso nicht haben will.

Du glaubst, dass es bei dieser Erhöhung bleibt? Träum' weiter.

Ich dachte, dass das allgemein bekannt ist, dass man bei der PKV das was man anfangs spart halt später im Leben nachzahlt. Gerade  als Frugalist im Entnahme-Alter mit geringem Einkommen sollte man mit der GKV kostenmäßig immer besser fahren.

https://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/praemie-steigt-um-bis-zu-17-6-prozent-reform-verweigert-beitragsschocker-bei-privaten-krankenversicherungen-waeren-unnoetig_id_12693464.html

PKV steigert angeblich geringer als DKV. War bzw. ist in meiner Wahrnehmung anders...

Zitat von Cepha am 24. November 2020, 13:51 Uhr

Als Leser frage ich mich, wie sowas überhaupt gehen kann.

115€/Monat Krankenversicherung für einen 55 jährigen. Das ist/war einfach unglaublich billig.

Selbst die 205€/Monat sind immer noch sehr billig. Natürlich fidnet da keiner was preiswerteres für einen 55jährigen, wie auch?

Wenn man sich überlegt, was ein durchschnittlicher Versicherter so im Leben an Kosten verursacht müssten die Beirrräge eigentlich ziemlich schnell Rihctung 500€/Monat hoch gehen, damit sich das überhaupt noch aufgeht.

Können Krankenversicherungen eigentlich insolvet werden?

Ich bin seit fast 30 Jahren bei der AXA ( früher noch Colonia) krankenversichert.

Der Gesamtbeitrag von nun 285 Euro  ( bisher 196 Euro) setz sich zusammen aus 205 Euro KV, 73 euro PV , 7 Euro KT ( Angabe ohne Cent) .

Laut AXA wird es ab 60 wieder günstiger, weil dann die Rückstellung zum tragen kommt, und die Ausgleichszahlungen an die GKV wegfallen.

Für deutsche PKV Verhältnisse mag das niedrig sein, im internationalen vergleich ist das mit 2400...nun über 3000 jährlich jedoch sehr hoch.

Wenn man sich mal global tätige Versichert ansieht ( die man in Deutschland leider nicht wählen kann, weil die Regierung dermassen den Finger drauf hält) , bekäme ich bei der Cigna z.b. einen Jahresbeitrag von 1690, bei der BUPA einen von 1900 ( aktuelles Angebot liegt mir vor, habe ich mir mal durchrechnen lassen bei Wohnsitz in Frankreich, wie gesagt , Deutschland geht nicht).

Würde man in Deutschland die KV europäischem Recht anpassen, würden einerseits die Beiträge für PKV und freiwillig GKV Versicherte deutlich sinken, während gewissen Bevölkerungsteile und Gruppen erstmalig zahlen müssten. Wer 200 Euro billig findet, und über Insolvenz von Krankenversicherungen nachdenkt, der überlege mal, was ein Mindestlohnempfänger mit Frau und 3 Kindern in der GKV pro Person zahlt, und wie da wohl die Kostendeckung ist.

In Singapore, wo ich ja auch recht lange gelebt habe, waren meine Frau und meine Tochter bei der Axa versichert, mit einem Jahresbeitrag von knapp 800 Euro pro Person.

Machen wir uns nichts vor, die KV in Deutschland ist so hoch, weil zu viele Leistungsbezieher die Leistungen bekommen, ohne dafür zu bezahlen.

Ist es nicht ein Widerspruch, wenn Sie sagen, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen erst mal einzahlen müssten und sich aber über die PKV-Steigerung echauffieren? Da kommen doch nur Leute rein die in jedem Fall bezahlen. Ansonsten kann ich das bestätigen was Sie sagen, zumindest wird das auch bei mir so geschrieben: Ab Anfang 60 sollen die Beiträge konstant bleiben, da die persönlichen Rückstellungen aufgelöst werden.

Was mich mehr beschäftigt ist ein viel zu niedriger Eigenanteil und auch kaum eine Rückzahung bei Nicht-Inanspruchnahme. Das wären Stellgrößen unnötige Arztbesuche zu vermeiden, für Entlastung zu sorgen und Kosten für alle zu senken. Würde dann Ihr Thema ja auch tangieren, dass Leute die nix einzahlen da ggf. auch etwas defensiver werdenbei der Terminfindung.

Bin auch bei der AXA, allerdings erst seit 5 Jahren und in einem Beihilfetarif. Insofern absolut nicht vergleichbar. Bei mir wurde der Beitrag für nächstes Jahr gesenkt. Allerdings zahle ich dennoch mehr als Du. Dürfte also schon ein sehr günstiger Tarif sein.