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Wohnungsgenossenschaften

Hallo zusammen!

Ich überlege einen Teil in Genossenschaftsanteilen anzulegen. Mir sind die Kündigungsfristen durchaus bekannt. Ich erhalte 4% Verzinsung. Habe keine Kursschwankungen und Depotgebühren.

Was haltet Ihr davon? Freue mich auf eine kontroverse Diskussion!

Schönen Tag wünscht Euch

Rookie

 

Hallo Rookie,

also meiner Meinung nach ist so etwas ungeeignet für Privatanleger. Das Chance/Risiko Profil ist extrem schlecht. Es kommt aber natürlich wie immer auf den Einzelfall an, also wofür und am wichtigsten wie lange willst du dein Geld denn anlegen?

Das ist nicht vergleichbar mit einer Geldanlage bei der Bank. Wenn die Genossenschaft pleite geht, biste dein Geld los. (Ist zwar unwahrscheinlich aber möglich)
Die Zahlungen können auch reduziert und ganz eingestellt werden, wenn das Geld eben nicht erwirtschaftet wird. (Im aktuellen Umfeld aber natürlich fast undenkbar)
Es gibt eben keine Kursschwankungen die ein Warnhinweis sein könnten.
Man investiert sein Geld in ein einziges! Unternehmen, also praktisch keine Diversifikation und der Ottonormalanlegen hat wahrscheinlich auch nicht das Know How
um eine gründliche Unternehmensanalyse durchzuführen, um zu schauen wie gesund die Firma ist.
Bei der aktuellen Aktienbewertung erhält man alleine schon 3,5% Dividendenrendite auf extrem breit diversifizierte Indices.
Langfristig sind 4% Rendite zu wenig um ein Vermögen aufzubauen.

Guten Morgen Viktor!

Teile viele Deiner Anmerkungen!

Ich überlege das Fünffache meines Jahreseinkommens in Genossenschaftsanteilen anzulegen.

Warum? Um etwaige niedrige Aktienkurse zu umgehen.

Schöne Grüße aus dem verschneiten Ruhrpott

Kalkuliere bitte auch die Inflation mit ein, wenn du heute 100k anlegst und in 20 Jahren wieder bekommst, hast du bei 3% nur noch ein Kaufwert von 55k.

Wenn man sich aber eine AG raus sucht, die ihr Gewinn langfristig um 10% p.a. steigern kann und 50% davon ausschüttet:

Aktuell 1 EUR Gewinn pro Aktie, 50 cent Dividende & KGV 12 = Kurs 12

20 Jahre, 10.p.a. > 6,72 Gewinn pro Aktie, 3,36 Dividende & KGV 12 = Kurs 80,64

Das eine AG 10% p.a. schafft kann dir keiner garantieren, aber wenn sie es die letzten 10 Jahre geschafft hat, sollte die Chance hoch sein.
Jährlich die Berichte lesen und schauen ob sie im Plan sind, wenn nicht, kann man wechseln ( Wirtschaftskisen beachten, da fallen die Gewinn bei fast allen Firmen, die vergehen aber wieder ). Und man sollte die aktuellen Kursschwankungen ignorieren können.

Gibs nicht? Na, dann schau mal hier:
https://www.ariva.de/fundamentaldaten/kompakt.m?secu=1429
Jahresüberschuss 2000 13,70 => 20017 192,10 => 16,8% p.a.

Für viele andere Aktien gibt es auch diese Daten, es gibt auch DAX-Aktien die über 10% p.a. schafften, manchmal haben diese auch Vorzüge, die sind oft um einiges preiswerter und haben ein paar cent mehr Dividende.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Guten Abend Dev!

Besten Dank für Deine ausführliche Antwort und sehr interessanten Einblicke!!!

Wünsche Dir ein schönes Wochenende!

Viele Grüsse

Chris

Als Mieter bin ich ebenfalls in einer Wohnungsbaugenossenschaft. In meinem Fall reinvestiert die Genossenschaft die Erlöse vielmehr, anstatt sie auszuschütten: In den vergangenen sechs Jahren die ich hier wohne, habe ich noch keinen Cent an Rückflüssen gesehen. Eine Genossenschaft die über längere Zeit 4% Dividende ausschüttet, hat meines Erachtens irgendwann einen Investitionsstau und reduziert dann die Ausschüttungen, oder die Mieten sind einfach relativ hoch für die eigenen Mitglieder. Oder sie spekuliert am Wohnungsmarkt, was man eventuell der meinen unterstellen mag... 😀

Letztlich würde ich vielleicht einen Teil, also einen sehr begrenzten Teil in den genannten 4% Anteilen anlegen.