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Vorabpauschale richtig für die Zukunft einplanen

Ich bin der Meinung, das man die zukünftige Steuer auf Gewinne in einer Bilanz auch listen sollte um das wirkliche Nettovermögen darzustellen. Das Ganze natürlich losgelöst von der Betrachtung ob man in Zukunft überhaupt real Steuern bezahlen muß ( unterhalb der Freibeträge ect. ). Hat man in Zukunft aber recht manierliches Einkommen wird es auf jeden Fall relevant.

Ich möchte für meine Vermögensplanung der Zukunft auch fällige Steuerzahlung soweit möglich einplanen. Dazu habe ich die temporär fällige Abgeltungssteuer der Wertpapiergewinne mit in die Bilanz eingepflegt.  ( soll heißen: Es gibt eine Position die z.b. für heute ( eingepflegte heutige Kurse der Wertpapiere ) die AGSteuer 26% auf die Wertsteigerung abzieht).

am 1.1.19 = 10000 eur MSCI

am 1.1.20 = 10500 eur = 500 eur Gewinn , Vorabsteuer angenommen ca. 100 eur - Teilfreistellung 30% = 70 eur zu versteuern = ca. 20 eur Abgeltungssteuer

Nun wird die Vorabpauschale jedes Jahr, aber auch nur evt. abgezogen ( abhängig von Jahresperformance ), und mindert die Steuerlast bei Verkauf. Es läßt sich also die mögliche Steuerlast beim späteren Verkauf nur sehr aufwändig errechnen indem man sämtliche Vorabsteuerbeträge pro Wertpapier summiert und gegenrechnet.

Oder weis jemand einen nicht so aufwändigen Weg die ausstehende Steuerlast einzuplanen ? Ich habe bisher einfach nur die komplette Abgeltungssteuer auf den temporären Gewinn eingeplant gehabt. Also daher mit zu viel Steuerlast gerechnet.

Ich glaube nicht, dass man das mal eben so auf die Schnelle und für 20 Jahre im Voraus projezieren kann. Wer weiß schon, ob der Sterusatz in 20 Jahren noch der Gleiche ist. Du kannst das Ganze systematisch "dämpfen" und mit durchschnittlich z.B. 20% rechnen, allerdings ist das ja auch wie Du schon richtig beschreibst, von weiteren Faktoren (zB allgemeine Wertentwicklung) abhängig, die kaum zu prognostizieren sind.

Wenn Du das aber trotzdem machen willst, würde ich mir die letzten drei bis fünf Steuererklärungen hernehmen, den Durchschnitt des realen Steuersatzes ermitteln und das wenige Jahre in die Zukunft projezieren. Weiter als 3 Jahre in die Zukunft zu schauen, ergibt vermutlich keinen Sinn. Zudem müsstest Du Einzelereignisse, die die Steuerlast signifikant beeinflussen oder beeinflusst haben, aus dem Faktor herausrechnen. Heraus käme allenfalls eine Zielvorgabe, an der man sich orientieren könnte, also in 3 Jahren rückwirkend erkennen könnte, was man vor 3 Jahren mal avisiert hat.

Ich bin davon überzeugt, dass das Gerechne nichts bringt. Du weißt nicht, welches Steuersystem in 10 Jahren, geschweige denn in 40 Jahren, gilt.

Der größte Unsicherheitsfaktor ist wohl, wie lange Du leben wirst und wie sich die Fonds bis zum Lebensende entwickeln.

Hast Du zu Beginn der Entnahmephase überhaupt noch die Möglichkeit (FIFO), Fondsanteile mit wenig Ertrag ausgewählt zu verkaufen oder ist diese Chance zur Steuerstundung weggenommen worden?

Wie hoch werden die Kosten für die Krankenversicherung sein und wieviel davon kannst Du steuermindernd ansetzen?

Wie hoch wird das steuerliche Existenzminimum sein? Wie die Progression verlaufen?

Wie oft wird ein Zwangsverkauf stattfinden, weil Fonds fusionieren?

Wird die Vermögenssteuer wieder eingeführt?

Die Zinsentwicklung (Vorabpauschale derzeit ja extrem niedrig, aber mit steigenden Zinsen auch höher), Konsumsteuern, Inflation, ...

Und dann natürlich so Dinge wie: Wie verändert sich Deine persönliche Lebenssituation in den 30, 40, 50 Jahren?

Danke Euch.

Hy, so meine ich das gar nicht, habs missverständlich erklärt. Es soll nicht heute für die Zukunft gerechnet werden sondern die noch/schon geschuldeten Kapitalsteuern ordentlich eingepreist werden, so als ob ich heute verkaufe. Das ist alles.

Es soll immer nur auf das aktuelle Datum gerechnet werden. ( ich möchte z.b. am 12.07.2020 die Situ wissen, muß dann natürlich die Fondswerte und alle anderen Vermögenswerte dieses Tages erfassen ). Aber es sind bis dahin ja auch steuerliche Abgaben aufgelaufen die aber dann noch fiktiv sind.

Anderes Beispiel:( z.b. zum Bewertungsdatum 31.12. wird Vorabsteuer berechnet. Es bleibt aber eine noch zu zahlende Reststeuer offen die beim Verkauf , abhängig dann vom Verkaufswert, beglichen werden muss). Diese Steuerbelastung meine ich. Diese möchte ich kalkulativ einbeziehen um mich nicht zu betrügen in meiner Bilanz zu diesem Zeitpunkt.

 

So mehr ich mich damit befasse desto mehr wird mir klar das ich wohl nur so lösen kann:

-Stichtag ist der 01.01.2018, auf alle bis dahin aufgelaufenen Gewinne sind Steuerschulden entstanden. Kurs am 31.12.2017 - Kaufkurs= Gewinn, darauf schon mal die fällige Steuer rechnen.

Ansonsten:

-Immer nur zum Zeitpunkt 31.12 rechnen da da Vorabpauschalsteuer berechnet wird.

-Pro Wertpapier die Vorabsteuerpauschale erfassen.

-Pro Wertpapier die tatsächliche Wertentwicklung seit Kauf erfassen und die mögliche Steuer darauf berechnen.

-Berechnete Vorabpauschalen summieren und von den Steuern der tatsächlichen Wertentwicklung abziehen.

Ergebnis ist die noch geschuldete Steuer die ich in meiner Bilanz erfassen würde als Soll

Das bringt wenig.

Nehmen wir an, Du hast ein Depot von 500T€ und 10% Gewinn vor Steuern, dann sind das 50T€ Gewinn im Jahr.

Wenn Du die Steuern mit 15%, 20% oder 25% pauschal ansetzt, ergibt das Steuerwerte von 7500-12500€, im Schnitt pauschal also 10T€. Die Unschärfe in diesem Intervall beträgt 2500€, also ganze 5% des jährlichen Bruttogewinns. Je nachdem wie Deine sonstige Einkommenssituation aussieht, kannst Du davon noch den Freibetrag abziehen - oder auch nicht. Wenn Du mehr als 30% Steuern zahlst, ist die unschärfe (fast) Null, weil der Gewinn eh mit fix 25% besteuert wird. Bezogen auf das Gesamtdepot sind es weniger als 0,5%. Ergo kannst Du es mit dem durchschnittlichen Steuersatz der letzten paar Jahre pauschal ansetzen, es sei denn, es ändert sich grob etwas an Deiner Situation.

Oder Du musst Dir eine Exceltabelle o.ä. bauen, in der Du tagesgenau die Haltedauer und aktuelle Kurse einpflegst, was man durchaus auch programmieren kann. Müsste man aber für alle Positionen automatisiert abfragen oder händisch einpflegen. Der absolute Erkenntnisgewinn hält sich dabei aber schwer in Grenzen, denn mehr als die 0,5% in Bezug auf die Gesamtsumme kannst Du nicht rausholen. Faktisch dürfte die Abweichung noch viel geringer sein.

Ich werde erstmal alle Vorabsteuern einzeln aufzeichnen. Mal schauen ob es aufgrund der Höhe überhaupt Sinn macht es in die Kalkulation einzubeziehen.