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Report über geplantes Leben ohne Wohnsitz im Auto

Gerade ( 4.12.18 , 21:00 Uhr ) einen Panorama Report auf Tageschau24 gesehen über freiwilliges Leben im Auto. Echt interessant.

Evt. kann man es in den Mediatheken noch ansehen.

Meinst du folgenden Beitrag:

https://www.youtube.com/watch?v=WbPo4zqbSsw

 

Den fand ich persönlich nicht gut, habe mich aber auch schon viel mehr mit dem Thema beschäftigt. Interessanter finde ich z.B. diesen Beitrag (oder die eigenen Beiträge von den vielen vielen Leuten die das längst machen, tlw. seit Jahren, findet man viele bei youtube):

https://www.youtube.com/watch?v=ji0Gw78pQ5Q

So könnte man vielleicht mal seinen Urlaub verbringen oder auch eine längere Auszeit. Aber für ein dauerhaftes Leben absolut ungeeignet; insbesondere wenn man noch einen Job hat oder Kinder. Die ernsthaften Probleme dürften im Winter losgehen, wenn es mal so richtig knackig kalt wird. Das wurde im Film nicht wirklich gezeigt oder angesprochen.

Winter ist kein Problem (in D) -> Heizung einbauen (um so wenig m³ aufzuheizen brauchts ja nicht soviel und ist bis ca. -20 Grad mit gängigen Heizungen machbar)

Job -> kommt natürlich drauf an was für einer, aber ist auch nicht grundsätzlich ein Problem (warum sollte es?)

Kinder -> je mehr Personen desto mehr Platz wird natürlich gebraucht, mit Kindern geht also nur Richtung Wohnmobil, und ja, nur solange sie klein sind. Die ersten Jahre kann man es also problemlos machen (und ggf. viel durch die Gegend reisen). Wichtiger ist da wohl eher der Lebenspartner, der mitmacht. Ab Schulpflicht wird es dann wohl gegenüber normaler Wohnung für den Grossteil nicht mehr in der Praxis praktikabel umsetzbar.

 

Das grundsätzlich grösste / dauerhaft zeitaufwändigste Problem ist (meiner Meinung nach) Wasser/Abwasser Versorgung. Da braucht man jede Woche Zeit/seine Versorgungspunkte für (wenn man jetzt nicht frei reist sondern "normal" mit Job etc. so lebt und in einer Stadt gebunden ist, denn das fliesst nicht von allein rein/raus wie zu Hause)

Auf youtube findet man alle Arten von Leuten, die dauerhaft (>1 Jahr) in Autos/Vans leben, mit/ohne Job, allein/Paar/Familie mit kleinen Kindern, mit/ohne Job, ortsgebunden/auf grosser Reise, also es ist nicht grundsätzlich alles machbar, aber sehr viel mehr als man denkt, wenn man sich erstmal mit dem Thema und Möglichkeiten beschäftigt.

Ich persönlich bin auch mal gespannt, ob solche Lebensformen nicht bald noch weiter zunehmen - wenn man die Mietpreisentwicklungen in manchen Städten so anschaut, wird es gerade für junge Menschen ohne Kinder sicherlich auch finanziell sehr interessant, im ausgebauten Auto/Bus/Van/Wohnmobil zu wohnen - die Anschaffungskosten hat man gegenüber Miete/Monat ja doch sehr schnell wieder drin, völlig losgelöst von Mobilitätsaspekten...also ich persönlich würde keine Wohnung a 1000 Euro/Monatsmiete nehmen sondern dann lieber 5-10.000 Euro in Kleinbus/Van investieren - selbst wenn man nach 6-12 Monaten sagt das funktioniert für einen nicht, hat man quasi keinerlei Geld verloren und ist nur eine Erfahrung reicher 😉

Was im Moment ja boomt das "Tiny house".

Würde ich aber wohl einen ordentlichen Wohnwagen vorziehen.

 

Sprecht ihr eigentlich aus Erfahrungen oder aus angelesenem "Halbwissen"? Ich kann vielleicht ein Auto mit einer Standheizung dauerhaft auf 20°C halten. Aber ich kann im Winter keine 20 Stunden am Tag in einem Auto verbringen. Eine solche Lebensweise ist ja im Prinzip ein Leben in freier Natur, denn das Auto dient ja nur zum Schlafen und als Schutz vor Wind und Wetter.  Wer hier glaubt es besser zu wissen, viel Spaß beim Ausprobieren. Berichtet mir nach drei Jahren Leben im Auto. Ich bin gespannt... Genauso kritisch muss man die Sache mit dem Tiny House sehen. Es ist und bleibt selbst gewählte Obdachlosigkeit.

Es kommt natürlich drauf an, womit du vergleichen möchtest. Also grundsätzlich ja - solche Lebens/Wohnformen sind deutlich näher an der Natur. Das ist für die meisten auch ein wichtiger Aspekt, es für eine längere Zeit zu tun.

Ich weiss nicht, was du täglich 20h im Haus/Wohnung machst - geht mich ja auch nichts an - aber das ist sicherlich nicht gerade Durchschnitt (ggf. je nach Altersgruppe?)

Schlafen, essen, kochen, TV gucken, PC/Laptop usw. geht alles problemlos im richtig ausgebauten Auto. Da komme ich aber auch nicht annähernd auf 20h/Tag. Arbeiten, einkaufen, Unternehmungen, Sport, Freizeitgestaltung usw. ist in der Regel alles ausserhalb, egal ob du im Auto oder in einer Villa wohnst?

Es ist natürlich nicht für jeden etwas, und sicherlich auch nicht fürs ganze Leben, und unbestreitbar ist Wohnung/Haus erheblich komfortabler - aber eben auch in der Regel erheblich teurer. Vom Mobilitätsvorteil mal abgesehen. Mit Obdachlosigkeit hat das in meinen Augen nichts zu tun, wenn man ein vernünftig ausgebautes Auto hat (nen Kissen in Golf zu werfen und dort zu pennen ist natürlich unsinnig, darüber reden wir aber hoffentlich nicht!?)

Warum muss dir jemand hier aus dem Forum nach 3 Jahren berichten? Du findest wie schon gesagt bei z.B. youtube jede Menge Berichte von Menschen, die sowas oder ähnliches machen/gemacht haben über lange Zeiträume. Schau es dir an, wenn es dich interessiert - wenn es für dich nie in Frage kommt, kannst du dir natürlich auch die Zeit sparen 😉

 

Zum Thema Tiny House - auch ein spezielles Thema, finde ich grundsätzlich auch interessant, das Problem in Deutschland ist, dass man sich mit sowas hier meist nur die kombinierten Nachteile holt (nicht mobil, Baugrundstück ist sehr teuer, ggf. Baugenehmigung mit vielen Hürden, viel weniger Platz als wenn man dann gleich ein richtiges Haus baut für nur ein wenig mehr Geld usw.)

@michael321

"Ich weiss nicht, was du täglich 20h im Haus/Wohnung machst - geht mich ja auch nichts an - aber das ist sicherlich nicht gerade Durchschnitt (ggf. je nach Altersgruppe?)"

Wo arbeitest du? Im Straßenbau? Ich denke schon, dass das Durchschnitt ist. 7 Stunden gehen schon mal auf den täglichen Schlaf, den ja die meisten im Schlafzimmer in ihrer Wohnung verbringen!? 8 bis 9 Stunden sind Arbeit, was bei den meisten im Büro, Laden oder zu Hause am PC statt findet. Da sind wir schonmal bei ca. 16h. Dann musst du noch ein paar Stunden für Essen, Essen zubereiten, Duschen, Zähneputzen, Fernsehen/Internet und weiteren Kleinkram einplanen. Insbesondere Im Winter, wenn es kalt ist, wirst du dass wohl kaum alles im Freien erledigen wollen. Oder grillst du auch im Winter?

Mobilitätsvorteil? Inwiefern muss ich denn ständig mobil sein? Wenn ich meinen Job nicht ständig wechsel und kein Außendienstvertreter bin, dannn mache ich vielleicht mal eine längere Reise oder besuche ein paar Freunde, aber warum muss man denn ständig mobil sein? Dafür gibt es ja schon Autos, Bahnen und Flugzeuge und Ferienwohnungen sind auch nicht teuer. Die Menschheit hat erst ab dem Zeitpunkt enorme Fortschritte gemacht, als sie sesshaft wurden. Davor, als wir alle noch als Jäger und Sammler umhergezogen sind, hat sich über 200.000 Jahre an unserer Lebensweise nicht viel geändert. Seit etwa 10.000 Jahre erst, gibt es Ackerbau und Viehzucht. Und was ist in dieser kurzen Zeitspanne nicht alles passiert?

Das Problem, dass solche Dinge überhaupt als "Dauerlösung" diskutiert werden liegt doch wo ganz anders, nämlich an unseren explodierenden Mietpreisen. Und dabei geht es doch noch nicht einmal unbedingt um diejenigen, die sich die Miete nicht mehr leisten können, sondern auch um diejenigen, die sich sagen 'Wieso soll ich für ein klitzekleine Singlewohnung mein halbes Einkommen hinblätter?'. Das ist Wucher und die Politik erweist sich als unfähig das Problem zu lösen, das sich im Grunde genommen sogar selbst verursacht hat.

Wenn du immer im Homeoffice arbeitest, mag das ja sein - das ist aber definitiv nicht Durchschnitt.

Wer ins Büro geht um zu arbeiten, ist logischerweise in der Zeit nicht zu Hause, egal ob Haus/Wohnung/Auto, also wer arbeiten -geht- (sprich -geht- und nicht von zu Hause), kommt niemals auf 20h/Tag.

Ich verstehe auch deine Definition überhaupt nicht. Du zählst schlafen,  kochen, essen, duschen, Zähneputzen, TV/Internet usw. alles auf, und sagst, das macht man nicht draussen - dem stimme ich ja soweit zu - aber wenn man das, wie ich geschrieben habe, IM dafür ausgebauten Auto macht, ist das ebenfalls drinnen und eben NICHT draussen - also doch kein Unterschied zur Wohnung/Haus?

Für mich ist ehrlich gesagt alles drinnen, was nicht unmittelbar an der frischen Luft stattfindet - Haus/Wohnung/Wohnmobil/Wohnwagen/Tinyhaus/entsprechend ausgebautes Auto - das ist alles drinnen, alles sind geschlossene, beheizte Räume...

Aber auch mit den aufgezählten Tätigkeiten "drinnen" komme ich nicht auf 20h/Tag...und halte das auch nicht für annähernd Durchschnitt...über 20h/Tag zu Hause aufhalten, diese Zahl erreichen meiner Meinung nach nur Kleinstkinder, einige Rentner (im sehr hohen Alter?), einige kranke/eingeschränkte, einige Arbeitslose, ein paar wenige Homeoffice-Arbeiter/Selbständige. Alles Gruppen, die selbst zusammengerechnet nichtmal eine zweistellige Mio.Zahl erreichen bei >80 Mio im Land (meine Meinung). Schon allein alle Schüler und nicht-Homeoffice-Arbeiter dürften ca. 45-50 Mio. sein, und die können schon rein in der Theorie bei keinerlei sonstigen Auswärtsterminen/Treffen/Sport/Freizeit/Einkaufen usw. keine 20h/Tag zu Hause sein...

Bzgl. Mobilitätsvorteil - Niemand hat gesagt, du MUSST ständig mobil sein - es gibt aber Menschen, für die ist das in der Tat ein Vorteil bzw. die WOLLEN das auch so. Du magst auf dem Land im eigenen 1-Fam-Haus leben in Rente oder mit Homeoffice - aber der Grossteil wohnt in Städten, dort kann es eng, laut, viele Nachbarn usw. sein - da gibt es durchaus Menschen, die arbeiten da nur, fahren dann raus und stellen sich irgendwo in Ruhe hin und es nervt kein Nachbar beim Trompete lernen usw. 😉

Zu deinem letzten Absatz stimme ich dir leider nicht zu. Das ist sicherlich für einige der Grund (und der Anteil wird wohl steigen), aber (noch?) nicht der Hauptgrund. Der Grossteil derjenigen, die in einem Fahrzeug wohnen (dauerhaft), wollten der Enge/Stress der Stadt entfliehen und einfacher, reduzierter und naturnäher wohnen, dazu beliebige Mobilität. Das ist zumindest meine Beobachtung, bei den Aussagen von >30 Leuten, die das umgesetzt haben. Diejenigen die als Hauptgrund zu teure Miete angeben, sind da deutlich (noch?) in der Minderheit.

Man muss vielleicht bei 2 Dingen unterscheiden, nämlich zwischen "Übernachten", "Wohnen" und "Leben" und dem "Auto" oder "WoMo", bzw. "WoWa".

Während man (und ich) ganz locker mal ´ne Nacht im Auto verbringen kann, wenn es nicht gerade +40 oder -20°C hat, ist ein Wohnen oder gar Leben wohl eher nicht drin. Im vernünftig ausgebauten WoMo haben wir früher häufig Monate verbracht - auch mal im Schnee oder Extrem-Sommer mit über 40°. Mit gutem, cleveren Ausbau, Technik und Verstand geht das - aber sicherlich nicht ewig. Gleichzeitig ist das ja der Vorteil eines mobilen Heimes,  dass man notfalls weiter ziehen kann, wenn man nicht gerade auf dem Firmen-Parkplatz zuHause ist. Wenn also der Wetterbericht im Osten eine hartnäckige Kaltfront ankündigt, fährt man notfalls ein paar hundert km in den Südwesten und hat seine Ruhe oder umgekehrt. Die letzten Wochen waren im Berchtesgardener Land sicherlich kein Spaß, wenn im völlig zugeschneiten WoMo, weder Licht noch Solarstrahlung ankommt, die Gasheizung nicht geht, weil der Kamin zugedeckt ist und auch sonst keine Luft rein kommt.

Ich habe seit 20 Jahren nicht wenige Kunden, die "mobil" im Campingfahrzeug oder halbmobil in Bauwagen oder neudeutsch und trendy "Tiny-Haus" leben. Wenn man es richtig angeht (überdacht und geplant) funktioniert das. Aber genauso wie bei der Auswanderung, Selbstständigkeit, Selbstversorgung  oder dem RTL-Dschungel gibt es auch hier Menschen, die vorher alles viel zu easy sehen und schon nach Tagen oder Wochen abbrechen müssen, weil doch alles zu klein oder chaotisch wird. Vor allem muss, wenn man ihn hat, auch der Partner "mitmachen". Zu zweit ist vieles leichter und schöner, aber gerade das Leben auf Mini-Fläche kann dann anstrengender werden. Das klappt mit Hund besser.

Am besten testet man so etwas mal vorher und nicht nur zur Wohlfühl-Jahreszeit,  im Traumparadies oder Festival, sondern zu/an realistischen Zeiten und Orten. Hat man sich nach 2 Wochen schon gegenseitig angeekelt, wird das nix...

Was häufig unterschätzt wird, ist der Stellplatz! Wer täglich, außerhalb von Touristen-Zentren, mit einem unauffälligen Kastenwagen auf Standortsuche geht, wird kaum Pech haben. Mit dem Wohnmobil, vor allem einem Alkoven oder Wohnwagen, sieht das dann schon ganz anders aus. Es gibt zwar auch dafür extra Bauwagen-plätze oder manchmal Gewerbe-Gebiete, wo das extra angeboten, bzw. geduldet wird, aber auch Regionen, in denen tagtäglich kontrolliert und notfalls streng geahndet wird. Denn "Wild-Camping"  ist in immer mehr europäischen Ländern und Kommunen verboten. Ein regelmäßiger Campingplatz-Wechsel ist sowohl von den Kosten, als auch dem drumherum, dann sicherlich nicht die erträumte Alternative.

Wer aber privat oder beruflich sowieso den ganzen Tag unterwegs ist, also draußen "lebt" und nur einen Schlafplatz benötigt, wird wenig Probleme haben, nachts irgendwo halbwegs ruhig stehen zu können - notfalls auch nur im Kombi. Für Hygiene und Verpflegung nutzt man die öffentlichen/gewerblichen Einrichtungen und seine Gold-Card...

Zitat von Fritz am 8. Dezember 2018, 13:02 Uhr  Es ist und bleibt selbst gewählte Obdachlosigkeit.

Keine dieser Weisen ist "Obdachlosigkeit", denn die versteht sich ja "ohne Dach über dem Kopf". Evtl. könnte man von Wohnsitzlos sprechen, aber dafür reicht die zustellbare Adresse bei anderen Leuten, Camping- oder Bauwagenplatz, bzw. ein Postfach. Aber romatisch, verträumt sollte man das keinesfalls angehen. Und nebenbei Bedenken, dass das, was man sich mit 30 noch freiwillig antut, sich mit 65 ganz anders anfühlen wird...

Heute nutze ich das WoMo vorrangig alleine, für bis zu 6 Tage, wenn ich auf ein Festival fahre (auch im Winter). Mit meinem Hund zusammen klappt das prima. Mit meiner LG würde das nicht mehr funktionieren.

weniger ist mehr...