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Notgroschen, Rentenversicherung, Humankapital im Portofolio

Ich habe eine Frage zur  Gesamtportofolio-Aufteilung:

Es ist üblich das Portofolio in risikoreichen und risikoafreien Anteil aufzuteilen.

1.) Darf ich meinen "Notgroschen" (z.B. 3x Nettogehalt/Monat), welcher auf dem Tagesgeldkonto liegt, als risikofreie Anlage in meinem Portofolio anrechnen?

2.) Wie sieht es mit Rentenversicherungen (Riester, gesetzlich,...) aus? Werden diese auch im Portofolio berücksichtigt?

3.) Wie berücksichtigt ihr euer "Humankapital" im Portofolio?

Hintergrund der Frage: Eine Berücksichtigung z.B. des Notgroschens hätte ein Rebalancing zur Folge.

In Fachbüchern steht ja überall, dass man das "Komplettpaket" im Portofolio berücksichtigen soll.

 

@spaaren

1.) Ja. Das ist Teil des liquiden Vermögens und so sicher wie Bargeld im Safe.
2.) Wenn du mit 'Portfolio' dein Gesamtvermögen meinst, dann ja. Zumindest die privaten Versicherungen. Bei der Gesetzlichen kann man es leider kaum abschätzen, was man von dem eingezahlten Geld später noch rausbekommt. Ich würde diese daher eher als ganz normale Abgabe (wie z.B. Lohnsteuer) behandeln.
3.) Gar nicht. Denn dann wird dein frühzeitiger Ruhestand oder auch deine Freizeit extrem teuer! Es stellt sich die Frage, ob man wirklich an alles ein Preisschild hängen muss?! Kann man Glück und Zufriedenheit monetär bewerten? Ich denke nicht. Du musst dir darüber klar werden, was du im Leben erreichen willst. Wenn Humankapital dabei einen monetäre Rolle spielt, die du in deiner Bilanz unbedingt abbilden willst, wäre es auch zu überlegen bis 90 zu arbeiten und kein Geld mehr für Urlaubsreisen oder sonstigen Freizeitquatsch zu verschwenden 😉

@Fritz

zu 1.) Das würde bedeuten, wenn ich meinen Notgroschen im Notfall ausgeben muss, muss ich evtl. mein Portofolio "rebalancen"? Was für ein Wort :-).

zu 3.) Deine Antwort gefällt mir sehr. Geld ist nicht alles im Leben!!

1.) Darf ich meinen "Notgroschen" (z.B. 3x Nettogehalt/Monat), welcher auf dem Tagesgeldkonto liegt, als risikofreie Anlage in meinem Portofolio anrechnen?

2.) Wie sieht es mit Rentenversicherungen (Riester, gesetzlich,...) aus? Werden diese auch im Portofolio berücksichtigt?

3.) Wie berücksichtigt ihr euer "Humankapital" im Portofolio?

 

1.) Ich berücksichtige den "Notgroschen" nicht in meinem Portfolio. Es ist wie gesagt ein Notgroschen und nur für selbiges da, daher wird er nicht berücksichtigt und beim geringsten antasten auch schnellstmöglich wieder aufgefüllt. Ich bin da vielleicht ein wenig "krass", denn ich sehe meinen Notgroschen als eine Art "Dispo" an mich selbst. d.h. wenn ich meine 5 Nettogehälter auf der Seite habe ist mein "Konto" auf 0.

Kann ja jeder machen wie er will, manche Leute fahren auch auf Reserve durch die Gegend; andere sehen die Reserve wirlich als Reserve um noch ein ticken Reichweite zu haben falls der Tank doch mal früher leer war (Motorradfahrer kennen es vielleicht).

2.) Nö, die private Rentenversicherung sehe ich in dem Fall auch als "Notgroschen" fürs Alter, man weiß ja nie was alles kommt. Und die gesetzliche Rentenversicherung sehe ich persönlich als "Running Gag" - ein Witz oder "Durchhalteschreiben" welches mir jährlich per Post zugestellt wird und worüber ich jedesmal lachen muss.

3.) Einrechnen tue ich es nicht, sehe aber zu dass es durch Fort- und Weiterbildungen zumindest für überschaubare Zukunft (1-2 Jahre) möglichst groß ist.

 

 

Also für mich ist das Portfolio ein in sich "abgeschlossenes" Gebilde und ich halte mich an eine typische "Standardaufteilung": 25% RK1 (Tagesgeld) und 75% RK3 (ETF und Einzelaktien). Da ist das RK1 einfach dafür da den Maximalverlust zu begrenzen und mögliche "Horrorverluste" von 90% des Portfolios zu vermeiden. Ansonsten wird es nicht angetastet.

Zusätzlich liegen dann noch mehrere Monatsgehälter als "Notgroschen" bereit (die ich jetzt ein wenig angeknabbert habe um in dieser Marktsituation ausserplanmässig bei ETF/Aktien aufzustocken).

Damit kann ich sehr gut schlafen.

Rentenversicherung: Rürup habe ich beitragsfrei gestellt. Die Riesterrente ganz aktuell ebenfalls zum 01.03.2019. Ich investiere mein Geld jetzt lieber eigenständig.

Gesetzliche Rente plane ich für später voll mit ein (ich habe das Glück bisher immer am oberen Ende der Einkommenskala gewesen zu sein).

Grüße vom See

SeePaddler

Zitat von spaaren am 8. Januar 2019, 10:59 Uhr

1.) Darf ich meinen "Notgroschen" (z.B. 3x Nettogehalt/Monat), welcher auf dem Tagesgeldkonto liegt, als risikofreie Anlage in meinem Portofolio anrechnen?

2.) Wie sieht es mit Rentenversicherungen (Riester, gesetzlich,...) aus? Werden diese auch im Portofolio berücksichtigt?

3.) Wie berücksichtigt ihr euer "Humankapital" im Portofolio?

1.) ja, warum denn nicht? In der Regel packt man den Notgroschen ja schließlich nicht an und wenn doch, dann füllt man ihn wieder auf. Ich beispielsweise habe den Notgroschen auf meinem Onvista-Konto um hier jeden Monat freebuys zu kreiren, die mir dann fürs Rebalancing sehr nützlich sind.

2.) ja, ist ja auch eine relativ sichere Einnahmequelle, wie hoch sie sein wird sei mal dahingestellt. Eine Bewertung über die gesetzliche Rente lasse ich hier auch mal offen...

3.) Definitiv nein! Denn dieses Kapital ist eine aktuelle Bestandsaufnahme, die sich jeden Tag durch Krankheit oder Unfall ändern kann, was natürlich keinem zu gönnen ist. Wobei ich denke dass das vorhandene Humankapital oftmals durch nichts zu ersetzen ist. 😉

1) Notgroschen 1-2 Monate Bedarf

2) Ich zahle seit Jahren keine Rente, meine Depotzinsen werden meine Rente sein

Neben dem Einkommen habe ich inzwischen auch einen Dividendeneinkommen, welcher nach Steuer ca. 2 Monate ausreicht.

Bei meiner finanziellen Situation, sollte ein Teilverkauf oder ein Notkredit kein Problem sein - deshalb investiere ich das Geld lieber, statt es der Inflation auszusetzen.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Ich habe überhaupt keinen Notgroschen. Zumindest im klassischen Sinne. Bei mir sind 100% in Aktien bzw. ETFs investiert.
Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, wofür ich einen Notgroschen benötigen sollte. Auto ist ein Dienstwagen der quasi mit 18 Monaten Haltedauer immer in der Gewährleistung ist und falls doch mal was ist, kümmert sich der Arbeitgeber darum (inkl. Ersatzwagen). Das Haus ist versichert (Wohngebäudeversicherung) und alles was sonst so kaputt gehen könnte (Fernseher, Herd, Kühlschrank) kann ich vom laufenden Gehalt bezahlen. Notfalls habe ich einen Dispo, der bis zum nächsten Monatsersten überbrücken kann (die paar Euro Zinsen machens nicht aus). Kommts noch härter, kann ich Aktien auch verkaufen und das Geld ist am nächsten Tag verfügbar. Wenn man halt mal zu schlechten Kursen verkaufen muss, dann ist es halt so... dann nimmt man die Verlustvorträge mit und freut sich später, wenn man Gewinne nicht/weniger versteuern muss.

Vom Arbeitgeber bekomme ich 3 Monate Entgeltfortzahlung, wenn ich krank sein sollte und meine Kündigungsfrist beträgt ebenfalls 3 Monate. Danach gibts noch 12 Monate Arbeitslosengeld. Das würde ausreichen, um ohne ans Ersparte zu gehen, auf dem bisherigen Niveau leben zu können. Wir könnten notfalls auch mit einem Gehalt über die Runden kommen.

Warum sollte ich einen Notgroschen haben?

Zitat von Fritz am 8. Januar 2019, 15:07 Uhr

@spaaren

1.) Ja. Das ist Teil des liquiden Vermögens und so sicher wie Bargeld im Safe.

???

Vorab und damit kein Mißverständnis aufkommt: Ich habe selbst relativ viele Konten als Tages-und Festgelder.

So sicher wie Bargeld (Zentralbankgeld) ist dies generell aber keinesfalls. Zudem: Bargeld im Schließfach einer Bank ist eine Art "Sondervermögen". Bei Bargeld in meinem eigenen Safe fallen Besitz und Eigentum eh zusammen.

Solche (Giralgeld/Buch)Konten sind immer nur ein Kredit an die Bank. Man hat lediglich einen schuldrechtlichen (!) Anspruch auf Auszahlung. Der ist nur so gut, wie die Bank gut ist, also zahlungsfähig bzw. zahlungswillig. In dem Kontext sei nur mal an Zypern (Bail-In mit Haircut) und Griechenland (Bargeld Rationierung mit Tageslimits) erinnert. Das war nicht irgendwo in der Karibik - sondern mitten in Europa ...

Die Banken machen es deshalb bei größeren Summen völlig anders. Beispiel Immobiliendarlehen. Sie sichern die Rückzahlung dinglich (!) ab, sprich mit einer Grundschuld. Im Notfall bedienen sie sich daraus (Zwangsversteigerung).

Wer auf Anlegerseite im Notfall auf die Einlagenversicherung vertraut, der dürfte wohl naiv sein … zumindest, wenn mehrere Banken in einer Krise betroffen sind (in Zypern waren damals sogar die 100 tsd. am wackeln, es waren vorübergehend auch mal nur noch 20 tsd. im Gespräch).

"Geld im rechten Augenblick zu haben, das allein ist Geld" (Detlev von Liliencron)

"Man muß sich entscheiden: Entweder man setzt auf die Verlässlichkeit des Goldes, oder man setzt auf die Verlässlichkeit von Ehrlichkeit und Intelligenz der Regierenden" (Georg Bernard Shaw) - diese Entscheidung ist mir noch niemals schwer gefallen ...

Zitat von spaaren am 8. Januar 2019, 10:59 Uhr

1.) Darf ich meinen "Notgroschen" (z.B. 3x Nettogehalt/Monat), welcher auf dem Tagesgeldkonto liegt, als risikofreie Anlage in meinem Portofolio anrechnen?

2.) Wie sieht es mit Rentenversicherungen (Riester, gesetzlich,...) aus? Werden diese auch im Portofolio berücksichtigt?

3.) Wie berücksichtigt ihr euer "Humankapital" im Portofolio?

Hallo spaaren,

zu 1.): Ja, unterliegt ja dem Einlagensicherungsfonds

zu 2.) ich rechne meine privaten Rentenversicherunge mit hinzu => den garantierten Auszahlungsbetrag

zu 3.) gar nicht

So mache ich das. Inzwischen habe ich mir ein Excel-Sheet gebastelt, in dem ich die Fortschritte in den verschiedenen Anlagen monatlich festhalte. Sehr motivierend!

Der nächste Schritt soll dann so ein Diagramm wie aus dem Buch "Mehr Geld, mehr Leben" sein, in der die Einnahmen, Ausgaben, Sparraten grafisch dargestellt werden.

LG

Lupi

Parsimonia summum vectigal