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Mit dem Bollerwagen Einkäufe erledigen

Durch meinen Umstieg auf Glas-Pfandflaschen hat sich die Notwendigkeit ergeben, dass ich ein Transportmittel benötige. Zuvor hatte ich sportlich die 1,5l-Sixpacks vom nahegelegenen Supermarkt geschleppt. Da kam die Idee: Bollerwagen statt Auto!

Zuerst wollte ich ein klappbares Modell erstehen, aber ausgepackt waren die Gestänge recht dünn und die textilen Anteile nicht besonders robust. Für den Sonntagsausflug okay, für mein Vorhaben nicht.

Ab 50 Euro gibt es online metallene Gefährte mit Luftbereifung, mein Modell habe ich dann innerhalb von ca. 2h zusammengeschraubt. Heute dann die erfolgreiche Probefahrt zum Supermarkt.

In einem reinen Getränkemarkt mit breiten Fluren möchte ich demnächst mein Glück versuchen. Mit dem Bollerwagen rein, Kisten drauf, zuhause umladen in den Keller. Die Containerschifffahrt des kleinen Mannes 😀

Tolle Sache! Wie ist die Erfahrung jetzt nach 3 Wochen?

Ich war / bin jetzt dreit Wochen ohne Auto (in Werkstatt, 1-Mann-Betrieb, in Urlaub - wusste ich aber vorher),
und habe mehrfach mit E-Bike und Lastenanhänger (bis 25 kg) Einkäufe gemacht. Geht im Prinzip sehr gut.

Hatte auch Tomaten zu Freunden transportiert. Bei den teilweise schlechten Straßen (Feldweg) war anfangs
viel zerdrückt. Tomaten in Stiegen, zuunterst Luftpolsterfolie (große Noppen) und unter die Stiegen aufgeblasene
Fahrradschläuche - und langsam fahren. So kommt es heil an.
Eier transportiere ich aber nach wie vor im Rucksack, jede Schachtel mit Weckring zugehalten und in ein
Handtuch gewickelt. Denn beim Transport in Satteltasche gab es anfangs Rührei. 😳

Ich habe einen Anhänger fürs Radl überlegt, dann aber doch wieder verworfen. Wir leihen uns alle 4 Wo ein Auto für den Großeinkauf (Getränke, Un- und schwer Verderbliches) und die frischeren Sachen (Obst/Gemüse/Fleisch/Wurst Frischkäse) gehen dann mit Rucksack, Radl und Körbchen.

Ich gebe aber zu, ganz ohne diese monatliche Autoleihe hätten wir auch n Radl-Anhänger gebraucht. Das wäre mir dann auch zu gefährlich gewesen, mit all dem auch Zerbrechlichen aufm Radl mit den Kindern.

Nach knapp 2 Monaten ein kurzer Überblick:

Im großen und ganzen kann ich ein positives Fazit ziehen. Es ist tatsächlich möglich, mit einem Bollerwagen auch größere Einkäufe über mittlere Distanzen (1km) zu transportieren. Wichtig ist dabei folgendes:

  • Breiter und ebener, barrierefreier Fußweg. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es auf normalen Gehwegen ziemlich schnell eng werden kann. Über eine mehrstufige Fahrrad-/Kinderwagenrampe wie zB bei Bahnunterführungen kommt man damit nur eingeschränkt bzw. zu zweit. Gerade weil ein vollbeladener Bollerwagen auch ganz schön schwer werden kann. Das macht Abstriche bei der Flexibilität.
  • Einkäufe müssen gut geplant werden. Es gibt nichts ärgerliches, als wenn die 0,5l Colaglasflaschen im Supermarkt natürlich wieder ausverkauft sind. Mit dem Auto fährt man fix  zum nächsten Getränkemarkt weiter, mit dem Bollerwagen ist man aufgeschmissen bzw. packt dann eben Apfelsaft ein. (Anmerkung: Der Getränkemarkt ist effektiv nur über die genannte Fahrrad-/Kinderwagenrampe erreichbar).

Meiner Erfahrung nach bietet sich ein Bollerwagen-Einkauf vor allem als Gemeinschaftserlebnis an, etwa einen abendlichen Spaziergang zu zweit. Dass anschließend der Keller und Kühlschrank wieder gut gefüllt sind, ist ein positiver Nebeneffekt.

Das Containerfahrt-Experiment hat übrigens tatsächlich funktioniert. Mit einem Freund bin ich zum Getränkemarkt gefahren und konnte die Bier- und Limokisten direkt einladen. Auf dem Rückweg haben wir dann noch Holz vom Wegrand (für Lagerfeuer) gesammelt und oben aufgepackt. Ein sehr effektiver Einkauf.

Zwischenzeitlich war ich tatsächlich auch wieder einmal normale (PET-)Getränkeflaschen einkaufen, da diese eben auch händisch und ohne Hilfsmittel bewegt werden können.

Im Vergleich bleibt ein Auto letztlich doch ein unglaublich flexibles Transport- und Mobilitätsmittel, das kann ein Bollerwagen nur in engen Grenzen substituieren. Mit Genugtuung habe ich allerdings einen Nachbarn kürzlich beobachtet, wie er die Einkäufe vom Kofferraum in einen Bollerwagen geladen hat, um sie ins Haus zu transportieren 😀 (nein, es war kein Senior).

Bin seit ein paar Wochen auch Besitzer eines faltbaren Bollerwagens. Ist nichts Dauerhaftes, soll eher die Phase zwischen Buggy und selbstständigem Gehen überbrücken. Erste Saison hat er schon überlebt, wenn er das nächste Jahr noch schafft, hat er seine Schuldigkeit getan.

In einem Laden war ich damit nicht - hier ist das nicht wirklich alltagstauglich (im Umkreis von 5km gibt es keine Einjaufsmöglichkeit), andernorts fand ich das Ding einfach zu sperrig für einen Supermarkt, erst recht in engen Innenstadt-Läden. Habe damit aber auch schon mal eine Kiste Bier transportiert. Kein Problem, im Gegensatz zu Kindern turnt so ein Tragerl nicht im Wagen herum (bis er umkippt...), steigt unterwegs einfach aus oder zerlegt andere zerstörbaren Gegenstände im Wagen... man merkt dabei jedenfalls, wie unbequem Städte für Rollstuhlfahrer sein müssen. Waren mit dem Wagen auf der Buga, dafür dass das alles größtenteils neu angelegt wurde

Zum Einkaufen scheint mir ein Handwagen bzw. Fahrradanhänger mit Handdeichsel praktischer - aber auch nur wenn man dafür nicht Stunden zu Fuß unterwegs ist.