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Mietwagen+Carsharing statt eigenes Auto

Ich habe das grosse Glueck nicht mehr auf einen eigenen PKW zur Ausuebung meiner Erwerbstaetigkeit angewiesen zu sein, habe aber noch einen relativ teures Auto das nur noch selten verwendet wird. Die Vollkosten incl. Wartung, Kraftstoff, Parkplatz, Wertverlust, Steuern etc. liegen bei ca. 600 EUR im Monat.

Momentan fahre ich nurnoch ca. 10.000 km im Jahr, davon 90% Reisen von 200-300km zu Verwandten die schwer mit der Bahn erreichbar sind, und 10% Kurzstrecke bei schlechtem Wetter, sowie Einkaeufe schwerer Dinge wie Moebel und Getraenke.

Ich habe mehrere Autovermietungen und einen Carsharing Kleinwagen in Laufreichweite, und ueberlege nun meinen Verkehrsbedarf wie folgt zu decken:

  • Fernreisen in Staedte mit ICE Anschluss mit der Bahn
  • Fernreisen aufs Land per Mietwagen
  • Kurzstrecken per Rad, Strassenbahn, und Carsharing

Ich habe jetzt mal die Kosten ueberschlagen und der Mietwagen kommt eigentlich ganz gut weg:

  • Wochenendausflug 60 EUR, 20-60 EUR Benzin je nach Reiseziel
  • Urlaubswoche 160 EUR + Benzin je nach Reiseziel
  • Kurzstreckenfahrt 5-15 EUR je nach Ziel
  • Mietwagenselbstbeteiligungsversicherung 60 EUR im Jahr

Bei meinem aktuellen Nutzungsprofil rechne ich mit drei kleinen und einer grossen Kurzstreckenfahrt pro Woche, sowie 2 Wochenendausfluegen. Urlaubsfahrten rechne ich separat ins jeweilige Reisebudget. Dann kaeme ich auf Mobilitaetskosten von durchschnittlich 215 EUR im Monat, was ca. einem Drittel meiner aktuellen KFZ Kosten entspricht.

Jetzt frage ich mich ob das nicht mit dem Besitz eines eigenen guenstigen Autos noch billiger geht. Gibt es hier Menschen mit aehnlichem Nutzungsprofil die das billiger mit eigenem PKW loesen? Wenn ja was sind eure monatlichen Mobilitaetskosten incl. aller Nebenkosten?

Ich schätze für unseren sehr günstigen kleinen Neuwagen (9000€) für die ersten fünf Jahre mit unter 200€ pro Monat für 6000km im Jahr, für einen größeren günstigen Neuwagen (15000€) und 9000km im Jahr rechne ich mit etwa 300€.

Wenn es rein um die Kosten geht, vorausgesetzt das Mietwagen/Carcharingangebot ist in deinem Wirkungskreis gut, wirst du bei deinem Profil mit dem Mietwagen besser fahren.

Aber da spielen ja noch mehr, ganz andere Dinge rein. Eigener Wagen positiv: meins, nur ich pupse in den Sitz, jederzeit verfügbar, kein Ärger bei Beschädigungen. Mietwagen/Carcharing positiv: kein gebundenes Kapital, kein Verkaufsstress, kein Parkplatz u. kosten, keine Ab- und Anmeldung, neueste Technik, weniger Alltags-Ballast,  evt. erhöhte Quote wagenfreier Fahren/Wege,

Hallo @dj-spaeti

Hatte den ähnliche Text schon mal im Threat zu den frugalistischen Kleinwagen.

Meine Frau fährt als Zweitwagen einen Golf 5 Bj. 2008 80 PS mit durchschnittlichen 6000 km im Jahr. Das Auto ist als Jahreswagen mit 6000 km in unseren Besitz gekommen. Sondermodell mit einer ordentlichen Ausstattung und Ganzjahresreifen. Bisher haben wir nur die Tüv-Gebühren, ein Satz neuer Räder weil zu alt  und 2 mal Wartung (allerdings nicht bei VW) reingesteckt. Das heißt wir fahren jetzt 10 Jahre für

Kosten: Benzin 4.200 Euro, 2 x Wartung, 3 x Tüv und Reparatur bisher keine, einmal neue Reifen zusammen rund 1000 Euro, Wertverlust 8000 Euro, Versicherung (Vollkasko) und Steuer 4000 Euro.

Jährliche Kosten rund 1720 bzw. 145 Euro im Monat.

Glaube kaum das du mit so einem ähnlichen Fahrzeug wirklich teurer (du fährst halt 10.000 km)  weg kommst als mit den von dir angegebenen 215 Euro Mobilitätskosten bei Nutzung der in räumlicher Nähe liegenden Angebote. .

Wir hatten bisher allerdings auch Glück mit den Reparaturen, sind in der Versicherung ganz unten durch den Mitarbeiterrabatt und das Fahrzeug fährt nicht wirklich viel.  Der Golf ist halt ein praktisches Nutztier und hält was er verspricht, haben ihn aber in 2008 auch günstig kaufen können, ist halt auch die Frage ob er dir zu Transportzwecken ausreicht.

Ökologisch bist du natürlich mit der Alternativ-Moblilität deutlich weiter vorne, bezogen auf Unabhängigkeit und Komfort wieder weiter hinten. Vielleicht geht ja auch eine Kombi aus Innerstädtischem ÖPNV und fürs Einkaufen und Reisen dann ein ähnlich günstiges Fahrzeug wie unseres.

Danke euch beiden fuer die Antwort. Mein Problem ist auch das ich hier nur schwierig einen Parkplatz an der Strasse bekomme und momentan fuer 60 EUR im Monat einen anmieten muss. Selbst mit dem super guenstig Golf aus dem Beispiel waere ich dann schon bei 205 EUR / Monat. Ich denke ich werde das mit dem Mietwagen+Carsharing mal ausprobieren, wieder ein Auto kaufen kann ich ja immer spontan.

habe einige Jahre städtisch gewohnt - viele Ziele in Fuß- und Fahrradreichweite, guter ÖPNV, zwei Carsharing-Stationen in dem Umkreis, in dem ich normalerweise einen Parkplatz fand,  hatte da nur ein Auto, weil ich's schon hatte, und es nicht kaputt ging. Wäre es kaputt gegangen, hätte ich den Teufel getan, und ein neues gekauft.

Hier auf dem Land stellt sich nur die Frage, welche Art von Auto man kauft. ÖPNV gibt es zwar - unter Tags geht aber auch mal zwei Stunden lang kein Zug. Die nächste Carsharing-Station ist etwa 30km entfernt, mit Mietwagen sieht es ähnlich aus (hier hat halt jeder ein eigenes Auto...).

Ja, die alte Stadt-Land-Problematik. Eine Möglichkeit wäre auch das Sharing privater Natur mit Nachbarn. Klar ist das eine Herausforderung, aber z.b. Einkäufe oder Arztfahrten könnte man ja zusammen machen.

Zitat von Tuschel am 3. Februar 2020, 12:37 Uhr

Ja, die alte Stadt-Land-Problematik. Eine Möglichkeit wäre auch das Sharing privater Natur mit Nachbarn. Klar ist das eine Herausforderung, aber z.b. Einkäufe oder Arztfahrten könnte man ja zusammen machen.

Klar Mitfahrmodelle. Aber sehr Mühselig. Für Einzelfälle aber gut.

Ansonsten kann ich nach nunmehr zwei Beispielen aus dem Bekanntenkreis von Modellen mit Investionen nur abraten. Erst und theoritisch hören sich solche Synergieprojekte immer super an. Die Praxis kann sich dann aber ganz anders darstellen. Tip: alles, alles haarklein vertraglich festlegen. Dann wirds aber schon wieder sehr aufwändig im Zweifelsfall auch anwaltlich. Und, irgendwas wird immer nicht bedacht. In den erwähnten privaten Sharingmodellen scheiterte es einmal daran, das ein Nutzer die Kupplung immer aufgrund mangelnder Fähigkeiten arg strapazierte und sehr frühzeitig Austausche anstanden. Richtig Stress gab es dann beim Ansprechen dieser Unfertigkeit, der Verteilung der Kosten dessen und der Vermeidung für die Zukunft. Fazit: Ende der Interessengemeinschaft inkl. Stress untereinander. Im anderen Beispiel veränderten sich Wohnort und Nutzungsverhalten eines Nutzers, in deren Zuge sich diese Interessengemeinschaft auch stressig auflöste.  Meiner Meinung nach können solche Modelle evt. gelingen wenn nur einer ins Risiko geht ( Verwaltung und Kauf ) und an die Anderen der Interessengemeinschaft "vermietet". Aber das ist auch nicht Ohne.