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Künstlerleben

Hallo, Jonas.

 

Ich bin auf dem Land aufgewachsen und habe schon immer gern das Ergebnis meiner Hände Arbeit gesehen; Baumhäuser, Staudämme und Flöße gebaut. Von der Jugend auf dem Dorf habe ich auch einen gewissen Geschäftssinn mitnehmen können.

Ich wohne in meiner Werkschaft, einem Genossenschaftsraum, der in den 20er Jahren als "Künstlerhof" gebaut wurde. Ich habe ich mir aus dem Holz vom Abriss einer 100 Jahre alten Scheune und portugiesischen Fliesen von einem Mosaikleger eine Küche gebaut. Ich habe - wie ganz allgemein im Leben - viel geschenkt bekommen und ich konnte mir so meinen Lebensraum mit den hochwertigsten Materialien gestalten.

Ansonsten habe ich mir ein sehr gut gewartetes Feuerwehrauto aus den 70ern gekauft, es mit Solarpanelen, Schlafmöglichkeiten und einer Dachterrasse zu einem guten Niveau von Autarkie ausgestattet. Somit bin ich jederzeit bereit, das Land zu verlassen - oder nicht in Bedrängnis zu kommen, wenn ich mal keine Miete mehr zahlen möchte. Mit diesem Jungentraum habe ich für mein Alter (31) schon viel von der Welt sehen und trotzdem immer ein bisschen was zurücklegen können.

Ich plane langfristig eine Mühle in der Nähe eines alten Klosters in Italien zu kaufen, dort eine Familie zu haben und Drehbücher zu schreiben.

Ich kann mir in Bezug auf meine Arbeit den Anspruch leisten, nichts tun zu müssen, weil mich jemand dafür bezahlt. Ich mache Dokumentarfilme, für die ich mir gerne viel Zeit nehme. Zeit ist wohl letztendlich der wahre Luxus. Ich denke auch, dass alles Schöne aus der Stille und der Ruhe kommt. Diese möchte ich nicht erst in meinem Grab finden. Ich denke weiter, dass unsere Natur einem Rhythmus folgt, den es zu entdecken und dem es zu folgen gilt.

Mir scheint, wir müssen Arbeit heute neu denken, als eine Verbindung von Tätigkeit, Bedarf und Einkommen, die sich möglichst gut die Waage halten müssen. Es gibt in der Geschichte viele Vorbilder, die es geschafft haben, sich innerlich von Erwartungen und Zwängen zu lösen um nah bei sich zu bleiben und wunderbare Dinge zu vollbringen. Kafka war Versicherungsangestellter, Einstein hat jungen Forschern empfohlen, eine Stelle als Leuchtturmwärter zu suchen.

Es gibt viele Konzepte in der Geschichte und Gegenwart vom Evolutionsprinzip der „Gegenseitigen Hilfe“ (Kropotkin vs. Darwin), Genossenschaften und Kollektiven bis hin zu LifeHacks. Ich glaube, dass der digitale Austausch dazu großartige Möglichkeiten bietet und ich freue mich darauf. Auch darüber, unter Frugalisten einen neuen Begriff gefunden zu haben.

 

 

 

 

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