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Kostenlos Urlaub machen durch Haustausch/Wohnungstausch

Hi,

ich teile so wie die meisten hier den Hang zur Sparsamkeit und Verzicht, jedoch in einer gemäßigten Form. So wäre z.B. der totale Verzicht auf Reisen für mich nicht vorstellbar, und leider war Reisen lange Zeit mein größter Kostenfaktor, da das als Familie mit Kind kein billiger Spaß ist.

Ich habe dann 2018 das Thema Haustausch/Wohnungstausch für mich entdeckt, und habe dadurch meine Reisekosten radikal reduzieren können. Das war aus meiner Sicht die "frugalste" Entscheidung in meinem bisherigen Leben, deshalb war ich überrascht dass ich hier im Forum nichts dazu finde. Deshalb im Folgenden meine Erfahrungen damit.

Ich habe 2018 erstmals in der Zeitung von dem Konzept gelesen, und habe seither 8 tolle Haustausch-Urlaube verbracht (London, 2x Frankreich, 2x Deutschland, Österreich, Belgien und Niederlande) und damit etliche Tausender gespart gegenüber "klassischen" Urlaubsformen, da man eigentlich nur die Anreise bezahlen muss, und am Urlaubsort ähnliche Ausgaben wie daheim hat.

Das Ganze funktioniert in der Praxis folgendermaßen: man benötigt eine Plattform, um den Haustausch zu organisieren. Es gibt mehrere Seiten dafür, ich benütze den Marktführer http://www.homeexchange.com und bin sehr zufrieden damit. Man bezahlt eine Jahresgebühr von 130,- für die Benutzung der Seite, weitere Kosten fallen nicht an. Der nächste Schritt ist, das eigene Zuhause zu beschreiben, möglichst attraktive Bilder hochzuladen und im Kalender anzugeben, wann ein Haustausch möglich ist und welche Wunschdestinationen man hat. Damit es nur echte Einträge gibt, wird das eigene Zuhause verifiziert, z.B. mit einer Stromrechnung. Man kann dann aktiv suchen und Anfragen verschicken, oder sich finden lassen. Das Ganze funktioniert natürlich nicht wie ein klassischer Urlaub, den man auf Knopfdruck bucht, da hier beide Seiten einverstanden sein müssen. So ist es normal, dass man mehrere Anfragen verschicken muss, bis ein Haustausch zustande kommt. Knackpunkt ist sicher der allererste Haustausch, der am anspruchsvollsten ist, da man noch unerfahren ist und man noch keine guten Bewertungen als Haustauscher hat. Danach geht es eigentlich ganz von selbst weiter...

Ich muss sagen, dass der erste Haustausch schon eine Überwindung war, da es ein ungewohntes Gefühl ist jemand fremden sein eigenes Zuhause zu überlassen, und dafür in dessen Haus oder Wohnung zu wohnen. Aber ich bin froh dass ich diese Form des Reisens für mich entdeckt habe, da es allesamt sehr interessante Erfahrungen waren, die man in einem Hotel niemals machen könnte. Auch sind eventuelle Sorgen größtenteils irrational, da das Gegenüber genau wie man selbst einfach nur einen schönen und günstigen Urlaub verbringen möchte, und Haustauscher generell sehr zuverlässig sind und sich vorbildlich ums traute Heim kümmern.

Der Tausch läuft dann üblicherweise so ab: man ist schon vorab in Kontakt, um eventuelle Fragen zu klären, und schickt am besten auch im Vorhinein eine Beschreibung der Unterkunft und der Umgebung zu. Ich habe einen Schlüsselsafe und schicke den Code den Tauschpartner per Whatsapp zu, man kann sich aber auch vorher für die Schlüsselübergabe persönlich treffen oder den Schlüssel per Post zuschicken.

Man bleibt auch während dem ganzen Tausch in Kontakt, was den Vorteil hat dass man tolle Ausflugstipps von Locals erhält. Man lebt auch wie ein Local und kümmert sich um die Unterkunft, den Garten und evtl. Haustiere. Am Ende putzt man gründlich und hinterlässt die Unterkunft so, wie man sie vorgefunden hat, es ist auch üblich eine kleine Aufmerksamkeit dazulassen.

ich habe mich auch angemeldet, in der Hoffnung, auf diese Art- und Weise einen großen Anteil der Reisekosten zu reduzieren. Allerdings finde ich das Angebot etwas unreal. Sogar in großen Städten werden sehr große, luxuriöse Wohnungen angeboten, bei der ich mir mit meiner 2 Zimmer Stadtwohnung vorkomme wie ein Wohnsitzloser. Teilweise mit Pool. Sehr oft sind die angebotenen Wohnungen Zweitwohnsitze, so dass nicht getauscht, sondern mit Punkten bezahlt wird. Die Idee ist wirklich gut, aber das Angebot ist für Alleinreisende unreal. Meist sind die Reisenden in großen Gruppen unterwegs, so dass meine 2 Zimmer Wohnung nicht geeignet ist. Na ja, ich werde wohl wieder auf herkömmliche Art eine Unterkunft suchen müssen.

ggf. wäre ja auch Couchsurfing was für dich? Kennst du das?

 

vg

Ne, was ist das denn? Ich google gleich mal 😛

 

Ne, Couchsurfing kommt mir bisschen unreal vor. Bevor ich info bekomme, soll ich gleich mal was bezahlen. Couchsurfing hört sich dann auch irgendwie nach null Privatphäre an. So wäre es zumindest auf meiner Couch. Die Idee von Wohnungstauch ist schon gut, wenn Leute teilnehmen, die Real leben. Ich kann mir in München als alleinstehende kein 4 Zimmer Wohnung leisten. In http://www.homeexchange.com/de sind allerdings ausschließlich solche Wohnungen in Metropolen wie London, Tokio oder anderen Großstädten. Da traue ich gar keine Anfrage zu starten. Obwohl mir 46 qm für den Urlaub durchaus angemessen erscheint. Ohne Pool.

 

Der Hintergedanke bei Couchsurfing ist eigentlich ein rein sozialer. In der Regel pennt man dann aber eben doch nicht nur auf Sofas sondern hat ein eigenes Zimmer. Gibts so oder so, kann man auch nach filtern. Toll auch, wenn wildfremde Leute aufeinandertreffen und ein paar Tage gemeinsam wohnen. Hat immer irgendwie was von Ferienlager. Ich bin auch dort angemeldet und biete meine Bullis und Wohnmobile als Übetnachtungsmöglichkeit für Reisende wenn sie gerade nicht vermietet sind und ohnehin nur rumstünden. Geld nehme ich dafür nicht und kenne auch keinen der dort gemeldet ist und das tut, allerdings gibts in der Regel ein kleines Gastgeschenk und bei längeren Aufenthalten regelmäßig Einladungen zum Essen oder etwas Hilfe im Garten 😉

Allerdings ist der Sinn hinter Couchsurfing auch nicht unbedingt der, irgendwo drei Wochen Urlaub zu machen sondern eher der, für ein paar Tage zu verweilen.

Ich selbst surfe nicht mehr, nehme aber wie gesagt viele Reisende auf und habe noch nie schlechte Erfahrungdn gemacht 🙂

 

vg

Zitat von Frugi85 am 6. Januar 2022, 23:54 Uhr

ggf. wäre ja auch Couchsurfing was für dich?

Eher wäre was GEWESEN!

Wurde wohl vom Management zugrundegerichtet?

Auch beim Couchsurfing kann ich mich nicht revanchieren, denn auf 46 qm ist meine Couch im Durchgangszimmer. Wohnungstausch wäre schon die gerechteste Form aber die Teilnehmer sind irgendwo abgehoben. 50 % vermieten gegen Punkte und nicht auf Gegenseitigkeit. Danke für den Tip mit Couchsurfing. Wäre was für mich gewesen, als ich noch in meinem Haus gewohnt habe und 3 leere Zimmer hatte.