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Hyperinflation

Wie hoch schätzt ihr die Gefahr einer Hyperinflation ein?

Und vor allem: Wie kann sich der Otto-Normalbürger, der 10.000-200.000 in Aktien investiert, oder anderswo gespart hat, dagegen absichern?

Es ist natürlich noch spekulativ, aber gerade werden Zinsen erhöht und es wird angefangen Geld zu drucken.

 

Meiner Einschätzung nach gar nicht.

Aber wo werden denn Zinsen erhöht?

Zitat von wanderer am 29. März 2020, 14:13 Uhr

Wie hoch schätzt ihr die Gefahr einer Hyperinflation ein?

Aktuell Null.

Wir liegen iirc bei ca. 60% Belastung des BIP, mit der aktuellen Neuverschuldung und wirtschaftlichen Belastung dürfte es in Richtung 80% gehen, also auf den Stand der Lehman-Pleite. Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass die schwarze Null schon längst hätte fallen müssen - passiert jetzt im Schnelldurchlauf.

Hängt aber natürlich davon ab, wie lange die Einschränkungen aktiv bleiben und wie schnell sich die Wirtschaft darauf umstellen kann. Das passiert aber schon, manhat laufend Leute am Telefon, die im Home-Office sind, was vor Monaten noch undenkbar war. Wir stellen jetzt auch um bzw. erweitern unsere Home-Office-Arbeitsplätze.

Und vor allem: Wie kann sich der Otto-Normalbürger, der 10.000-200.000 in Aktien investiert, oder anderswo gespart hat, dagegen absichern?

Bin kein Freund von Dirk Müller, weil ich seine Verschwörungstheorien und seine ausschweifende Laberei zum K***** finde, aber sein Konzept gegen die Krise funktioniert aktuell ziemlich gut. Ist auf jeden Fall einen Blick wert, zumindest hält sein Fonds den Wert aktuell. Ob das allerdings als Konzept gegen Hyperinflation taugt, bin ich mir nicht sicher.

Bei meinen Rentensparplänen sind aktuell so ~30T€ drin, werden mtl. mit ~325€ bespart. Das sichere ich nicht ab, die laufen einfach so durch, habe auch noch nicht einen einzigen Blick riskiert, wo die aktuell stehen. Dürften auch abgerauscht sein, alles andere wäre ein Wunder, aber auch egal.

Gegen Hyperinflation ist iA immer Gold das Allheilmittel, was ich aber nicht so sehe. Palette Schnaps oder Zigaretten dagegen schon, wobei sich der Schnaps noch besser lagern lässt.

Es ist natürlich noch spekulativ, aber gerade werden Zinsen erhöht und es wird angefangen Geld zu drucken.

Ja, aber man muss sich die Dimensionen ansehen. Bei Dirk Müller ist es schon schlimmer als 1929, also kompletter Weltuntergang, totale Apokalypse. Baubranche ist allerdings stabil, unsere Neu/Staatsverschuldung auch. Aus meiner Sicht ist das schon eine ernste Situation, aber es gibt zB keinen Zusammenbruch des öffentlichen Lebens bei uns. In anderen Staaten sieht das schon deutlich anders aus.

Ich denke halt, dass es völlig egal ist, ob sich Länder wie Deutschland und Österreich in der akuten Lage noch gut halten.

Die ganze Welt und die Weltwirtschaft hängt mittlerweile so stark zusammen, dass es einen Dominoeffekt haben wird.

Vor allem jetzt, da absehbar ist, dass es die USA wahrscheinlich genauso schlimm, oder schlimmer treffen wird, wie manche europäischen Länder, wo zu spät gehandelt wurde.

Hier ein Artikel dazu: https://www.telegraph.co.uk/business/2020/03/26/central-banks-print-new-money-huge-quantities-risk-hyperinflation/

Weitere Links:

https://finanzmarktwelt.de/inflation-massiv-im-anmarsch-konkrete-gegenargumente-162367/

https://finanzmarktwelt.de/warum-inflation-durch-das-coronavirus-sehr-schnell-kommen-kann-161708/

https://www.zeit.de/wirtschaft/2020-03/coronavirus-krise-rettungsprogramme-inflation-5vor8

Von erwähntem Dirk Müller: https://www.youtube.com/watch?v=VWSO_-MGHEI&feature=emb_title

Markus Krall: https://www.youtube.com/watch?v=wgfTq7SRynI&feature=emb_title

 

Es ist unterschiedlich.

Wie funktioniert Inflation:

entweder gibt es immer mehr Geld ohne entsprechendes Konsumentenangebot. Dies kann verursacht sein durch Nachfrageerhöhung oder Geldgeschenke an Konsumenten.

Beispiel für das erste: Klopapier oder Gesichtsmasken. Die Nachfrage ist von kurzer Dauer, und die Klopapierblase wird bald platzen.

Beispiel für das zweite: Bedingungsloses Grundeinkommen der Sozialisten. Das scheint aktuell in weite Ferne gerückt.

Nicht zur Inflation führen Geldmengenerhöhungen für Investitionen, da diese zu einer Erhöhung des Warenangebotes führen. Hier besteht eher die Gefahr einer Deflation, da die Nachfrage nicht nachkommt.

Eine gewisse Gefahr entsteht, weil die Produktions- und Lieferketten kollabieren. Z.B. hat VW die Produktion eingestellt. Wenn das weitere Produktionsbetriebe tun (müssen), steigen die Preise. Das ist realistisch, aber auch nur von temporärer Dauer.

Die eigentlich Gefahr besteht in der Zahlungsunfähigkeit eines Großteils der Firmen, deren Kredite faul werden und zum Zusammenbruch der Banken führen kann. Quantitative Easing (der Staat bürgt für alle faulen Kredite) ist nur bedingt eine Lösung.

Die Lage ist dystopisch, aber werthaltiges Sachvermögen ist sicher nicht falsch. Aber bitte kein Klopapier.

 

Achte auf deine Gedanken! Sie sind der Anfang deiner Taten.

Müller in Verbindung mit Krall - reine Zeitverschwendung. Wer 5 Jahre lang in einer Tour ohne Punkt und Komma den Untergang herbeiredet, der hat natürlich auch das richtige Zitat zur Hand, wenn's zur Krise kommt. Geschenkt.

Zur Inflation generell ist es hilfreich, in einem stabilen Staat zu leben. Erwischen wird's alle, aber willst Du diese Situation lieber in D, GB, Indien oder Uganda erleben? Ich bin für D.

Zudem kann man sich wie gesagt über Müllers' Fonds absichern oder jetzt einfach warten, was im Immobilienmarkt passiert. Es werden Finanzierungen platzen und projektierte und bereits neu erstellte Wohnungen oder auch ganze Häuser auf den Markt kommen bzw. Projektierer werden das darin gebunde Kapital veräußern müssen, um neue Projekte vorzufinanzieren. Wer dann Cash hat, kann bequem in die (geplatzten) Finanzierungen/Projekte einsteigen und die Immo ggflls. selbst nutzen - fertig.

Wer dann immer noch Angst vorm Aufstehen hat, soll halt liegenbleiben.

Wirtschaftsweiser Wieland zur Inflation:

"Sehen Sie dann eher die Gefahr einer Deflation?

Es wird vor allem eine Verschiebung der relativen Preise geben. Manche dringend benötigte Güter werden in der Krise teurer, andere, die wegen des Erliegens des öffentlichen Lebens nicht mehr gebraucht werden, sinken im Preis. Die schlechte Wirtschaftslage sorgt aber insgesamt tendenziell eher für Abwärtsdruck bei den Preisen."

Zitat von wanderer am 29. März 2020, 14:13 Uhr

und es wird angefangen Geld zu drucken.

 

Das liest man sehr häufig, leider ohne es weiter zu hinterfragen. Es wird immer davon ausgegangen, "Geld drucken" (die Formulierung an sich lass ich mal so stehen), führe automatisch zu Inflation. Dem ist nicht so. Simples Beispiel: hätte ich eine Gelddruckmaschine im Keller und würden mir xyz Fantastillarden drucken, hat das welchen Einfluss auf die Inflation? Absolut keine. Das Geld liegt einfach nur in meinem Keller rum.

(Hyper)Inflation entsteht doch erst dann, wenn eine breite Masse Geld zur Verfügung hat und damit eine entsprechend höhere Nachfrage als Angebot generiert. Und aktuell ist genau das Gegenteil der Fall, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit usw. mindert doch eher die zur Verfügung stehende Geldmenge der Masse.

Ob da jetzt in EZB Bilanzen tausende Milliarden € stehen oder die liegen in meinem Keller - das allein bewirkt bzgl. Inflation erstmal gar nichts.

Zitat von wanderer am 29. März 2020, 14:13 Uhr

Wie hoch schätzt ihr die Gefahr einer Hyperinflation ein?

Und vor allem: Wie kann sich der Otto-Normalbürger, der 10.000-200.000 in Aktien investiert, oder anderswo gespart hat, dagegen absichern?

Hyperinflation?

Die beste Antwort auf diese Frage habe ich bei einem guten Fondsmanager gelesen (ich glaube es war Peter E. Huber). Er differenzierte zwischen Vermögenswerten und Gebrauchsgüter und -dienstleistungen.

Bei Gebrauchsgütern (z.B. Autos) (genauso auch Dienstleistungen) stellt sich die Frage, wie ausgelastet die Produktionskapazitäten sind. Auch zu Konjunkturhochzeiten hätte man von fast allen Automarken (Ferrari ist eine Ausnahme) locker noch deutlich mehr an Autos nachfragen und bekommen können. Teilweise waren die weltweit möglichen Produktionskapazitäten im Durchschnitt nur zu 60 % ausgelastet. Anders formuliert, wird die Betätigung der Gelddruckmaschine dazu führen, dass die Nachfrage nach Gebrauchsgütern soweit steigt, dass die Produktionskapazitäten für die nachgefragten Gebrauchsgüter nicht ausreichen? Diese Frage konnte bislang in den letzten Jahren nach der Finanzmarktkrise immer mit nein beantwortet werden. Dies ist wohl heute noch genauso der Fall, wenn man nicht gerade Gesichtsmasken oder Beatmungsgeräte haben möchte (wobei es hier nur eine Frage der Zeit ist, wann die Produktionskapazitäten die jetzige Nachfrage bedienen kann). Dies wird m.E. auch in Zukunft der Fall sein.

Anders ist es für Vermögenswerte: Aufgrund der niedrigen Zinsniveaus, sind diese gestiegen und werden zumindest was Aktien betrifft noch weiter steigen. Hintergrund ich sehe nicht, dass mit den neuen Schulden weltweit, die Staaten es sich leisten können, die Zinsen signifikant anzuheben, zumal keine Inflationsgefahren (siehe oben) drohen.

 

Was ist der beste Schutz gegen eine Hyperinflation?

Diejenigen, die in der deutschen Geschichte am besten aus der Hyperinflation herausgekommen waren, waren diejenigen, die mit Kredit Aktien von Unternehmen gekauft haben, deren Geschäftsmodelle eine große Preisdurchsetzungskraft haben. Also alle lebensnotwendigen Güter außerhalb des regulierten Bereiches. Hugo Stinnes, Flick aber auch die Quandts haben auf diese Weise ihr Vermögen erheblich vermehrt.