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Hausbau + ETF investieren + Partnerschaft

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Hallo zusammen,

ich bräuchte mal ein paar Tipps bzgl. zu den 3 Themenbereichen:
- frugalistischen Ansatz
- Hauskauf zur Eigennutzung
- Partnerschaft / Ehe

Bitte keine Diskussion ob Eigenheim oder nicht / muss der Hauskauf sein etc.

Ich plane ein Hausbau in den nächsten 12 Monaten. Meine Partnerin und ich haben bereits ein Grundstück.
Der Hausbau wird ca. 650.000 EUR kosten (inkl. Garten, Küche, Garage, Baunebenkosten etc.).
Wir können aktuell ca. 40% - 45% Eigenkapital einbringen. Damit haben wir dann einen Kredit von ca. 350.000 EUR.

Meine aktuelle Frage ist nun allerdings, wie ich ein Spagat hinbekomme um genügend in mein Depot zu legen und mit 55 Jahren, spätestens 60
nicht mehr arbeiten zu müssen und somit von den ETF Sparplänen / Dividenden leben zu können.
Mein Depot wird bis Ende des Jahres ca. 45k wert sein.

Aktuell kann ich ca. 3000 EUR / Monat sparen.
Wenn der Kredit dann mal läuft, kann ich diese Sparsumme natürlich nicht mehr halten, da einiges dann auch in die Tilgung fließt.
Ich gehe mal mit einer monatlichen Belastung von ca. 1500 EUR aus. Von meine Partnerin muss davon natürlich auch noch Geld einfließen.
Da ihr Gehalt um einiges niedriger ist, gehe ich mal von maximal 500 EUR - 700 / Monat aus.

Ebenfalls sind in absehbarer Zeit Kinder geplant. Hier fehlen mir aktuell sämtliche Kenntnisse, was das dann bzgl. Einkünfte meiner Partner heißt.
Ich habe gelesen, dass es ca. 60% des letzten Gehalts sind. Wären bei meiner Partnerin ca. 1100 Euro.
Die Sparsumme ist derzeit noch so hoch, da ich noch Nebeneinkünfte von ca. 700-1000 EUR / Monat habe.
Die Nebeneinkünfte sind allerdings zeitlich begrenzt (da dann nicht mehr körperlich möglich), sodass ich diese maximal noch ca. 10 Jahre habe.

Nun würde ich gerne Meinungen hören zum Thema Haus abbezahlen vs und/ oder ETF investieren.
Sollte ich die nächsten Jahre alles in die Kredittilgung stecken (u.a. auch mit Sondertilgungen) und dann mit dem ETF "pausieren"?
Die 45k will ich allerdings im Depot drin lassen.

Im Moment sehe ich aber folgendes Problem:
- Ich kann deutlich mehr für die Kredittilgung einbringen und damit den Kredit abzubezahlen als meine Partnerin
- Das Haus könnte somit in ca. 10 Jahre abbezahlt sein, allerdings gar nichts bis nur wenig wird in ETF investiert

Problem meinerseits:
- Ich arbeite deutlich mehr als meine Partnerin. Dabei geht es auch erstmal nicht um meinen Hauptjob und den Verdienst hier.
Es geht mir eher um die Einkünfte im Nebenjob und die Lebenszeit, die dadurch bei mir verloren geht im Vergleich zu meiner Partnerin, die dann Freunde etc. treffen kann.
Ich bin nicht zwingend auf den Nebenjob angewiesen, mache es aber, weil es auch Spaß macht und ich somit eben weitere Einküfte habe.
In der Zeit, in der ich am Wochenende arbeite, kann sie durchaus andere (schönere) Dinge durchführen.
Im Grunde könnte meine Partnerin ebenfalls noch einen Nebenjob durchführen (heute sind noch keine Verpflichtungen durch Kinder etc. da), liegt aber meiner Meinung eher an der Faulheit, dass sie hier nichts macht.
Gerade im Service / Restaurantbereich, findet man immer irgendwelche Aushilfsjobs - daran wird es nicht scheitern. Für mich ist das eher ein Gefühl "er verdient ja eh genug, ich brauch nicht auch noch zusätzlich irgendwo arbeiten".
Das ist ja auch vollkommen OK für mich, dass sie nicht noch irgendwo arbeitet - nur ich will nicht die Erwartungshaltung haben, dass das meiste ich zahle:
a) 80% des Kredits alleine tilgen werde
b) Ich kann deutlich weniger, bis gar nicht mehr in ETF investieren und somit kein Vermögen aufbauen
c) Deutlich mehr gearbeitet habe, weniger Lebensqualität (Freunde etc.) habe
d) Und am Ende des Tages aufgrund der deutlich höheren Tilgungslast meinerseits (und demnach nur wenig an ETF Investition) dann auch noch länger wie 55 / 60 arbeiten.

Hat hier jemand Tipps?

Hallo,

ich würde dir dringend empfehlen dich mal mit deiner Partnerin zusammen zu setzen und GEMEINSAM einen finanziellen Plan zu erarbeiten, den ihr BEIDE als fair empfindet!

Ich nehme mal an ihr seid nicht verheiratet?

Mögliche Lösungen wären:

  • Ihr zahlt das Haus zu gleichen Teilen ab, was du monatlich mehr übrig hast kannst du ja dann in ETFs stecken
  • Ihr lasst euch nicht 50/50 ins Grundbuch eintragen sondern in dem Verhältnis in dem ihr auch Geld in die Immobilie steckt

Gerade bei geplanten gemeinsamen Kindern ist es aber auch wichtig vorab zu besprechen wer wieviel zur Betreuung zuhause bleibt und welchen finanziellen Ausgleich es gegebenenfalls für den Partner gibt, der mehr Zeit für Kinder und Haushalt aufbringt und dafür weniger arbeitet.

Interessant wäre auch noch: Wie verteilt sich denn das Eigenkapital? Also wieviel bringst du mit und wieviel deine Partnerin? Das wäre natürlich auch noch zu berücksichtigen...

Danke für die Antwort.

Vor der Kredittilgung sieht das Verhältnis ungefähr 50:50 aus.
Ich werde ca. 200k EUR einbringen, von ihr kommt das Grundstück (Erbe von Eltern) und ein Betrag von ca. 50-60k EUR.
Nein, wir sind nicht verheiratet. Es wird uns aber wohl nahegelegt zeitnah (aufgrund dem Hausbau) zu heiraten.

Das Haus in gleichen Teilen abzubezahlen ist denke ich nicht möglich (wäre natürlich auch meine Wunschvorstellung).
Einfach auch aus dem Grund, dass ihr Einkommen deutlich weniger ist.
Wenn ich von einer monatlichen Tilgung von ca. 1500 EUR ausgehe, wären das 750 EUR nur für sie für das Tilgen des Haus.
Dazu kommen dann noch Nebenkosten (Strom, Internet, Versicherung, Rücklagen etc.) pro Person nochmal ca. 250 Euro.
Sofern sie noch vollzeit arbeitet, könnte das noch klappen - aber es wird auch eine Zeit kommen, in der sie in Elternzeit ist.

Insbesondere hier habe ich die Sorge, dass die Kindererziehung als Vorwand genutzt wird, kaum oder gar nicht mehr arbeiten zu gehen und weil man
im Hinterkopf hat, dass mein Einkommen ja ausreichend ist. Im Umkehrschluss muss ich dann deutlich mehr für die Kredittilgung aufkommen und kann
dann nur noch bedingt in ETF´s investieren.
Vielleicht kann hier ja jemand auch berichten, wieviel man als Mutter während der Kindererziehung so an finanziellen Mitteln zur Verfügung hat.

Zitat von commander-hp am 4. Mai 2022, 14:11 Uhr

Insbesondere hier habe ich die Sorge, dass die Kindererziehung als Vorwand genutzt wird, kaum oder gar nicht mehr arbeiten zu gehen und weil man
im Hinterkopf hat, dass mein Einkommen ja ausreichend ist. Im Umkehrschluss muss ich dann deutlich mehr für die Kredittilgung aufkommen und kann
dann nur noch bedingt in ETF´s investieren.
Vielleicht kann hier ja jemand auch berichten, wieviel man als Mutter während der Kindererziehung so an finanziellen Mitteln zur Verfügung hat

Bist du sicher, dass du sie heiraten, mit ihr ein Haus bauen und Kinder bekommen möchtest?

Wenn ich das alles so lese, würde ich mir das alles nochmal gut überlegen...

Ich finde den Subtext auch etwas fragwürdig... Daher mein Vorschlag in meiner ersten Antwort sich doch mal GEMEINSAM zusammen zu setzen und die finanziellen Aspekte der Beziehung zu klären 😉

Findest du das sich um Haushalt und Kinder zu kümmern keine Arbeit ist? Wie wäre es wenn ihr einfach BEIDE Elternzeit nehmt und euch auch die Sorgearbeit aufteilt?

Vorsicht, überspitzte Formulierung:

Wenn ich viel mehr arbeite weil ich Spass daran habe soll die Frau gefälligst auch mehr arbeiten weil sie in ihrer Freizeit mehr Spass hat als ich!

Die Frau nimmt das Risiko auf sich in der Schwangerschaft/im Kindsbett zu sterben. Aber dann könnte sie zuhause bleiben und glücklich werden. Wie ungerecht!

Wenn mein Partner verlangen würde das ich einen Nebenjob annehme oder auch nur erwähnt das er mich für faul hält wäre dieser Partner mein Ex Partner.

 

 

Zitat von commander-hp am 4. Mai 2022, 13:29 Uhr

- Ich arbeite deutlich mehr als meine Partnerin. Dabei geht es auch erstmal nicht um meinen Hauptjob und den Verdienst hier.
Es geht mir eher um die Einkünfte im Nebenjob und die Lebenszeit, die dadurch bei mir verloren geht im Vergleich zu meiner Partnerin, die dann Freunde etc. treffen kann.
Ich bin nicht zwingend auf den Nebenjob angewiesen, mache es aber, weil es auch Spaß macht und ich somit eben weitere Einkünfte habe.
In der Zeit, in der ich am Wochenende arbeite, kann sie durchaus andere (schönere) Dinge durchführen.
Im Grunde könnte meine Partnerin ebenfalls noch einen Nebenjob durchführen (heute sind noch keine Verpflichtungen durch Kinder etc. da), liegt aber meiner Meinung eher an der Faulheit, dass sie hier nichts macht.
Gerade im Service / Restaurantbereich, findet man immer irgendwelche Aushilfsjobs - daran wird es nicht scheitern. Für mich ist das eher ein Gefühl "er verdient ja eh genug, ich brauch nicht auch noch zusätzlich irgendwo arbeiten".
Das ist ja auch vollkommen OK für mich, dass sie nicht noch irgendwo arbeitet - nur ich will nicht die Erwartungshaltung haben, dass das meiste ich zahle:
a) 80% des Kredits alleine tilgen werde
b) Ich kann deutlich weniger, bis gar nicht mehr in ETF investieren und somit kein Vermögen aufbauen
c) Deutlich mehr gearbeitet habe, weniger Lebensqualität (Freunde etc.) habe
d) Und am Ende des Tages aufgrund der deutlich höheren Tilgungslast meinerseits (und demnach nur wenig an ETF Investition) dann auch noch länger wie 55 / 60 arbeiten.

Hat hier jemand Tipps?

also ich kann auch nur raten das noch mal gut mit Deiner Partnerin zu besprechen, ansonsten ist der Frust und Krach vorprogrammiert.

Dein Lebensstil scheint nicht der Deiner Partnerin zu sein, die Erwartungshaltung, dass der Partner neben seinem Hauptjob noch am Wochenende bspw. in der Gastronomie arbeiten (soll) ist schon speziell, und als Faulheit würde ich das nicht bezeichnen. Es gibt Frauen, die arbeiten gar nicht, wenn Nachwuchs da ist wird das ohnehin nur schwer möglich sein. Und wollt Ihr Euch jetzt bis 55 abquälen, am Wochenende arbeiten damit das Haus dann abbezahlt und das ETF-Depot gefüllt ist, die besten Jahre des Lebens aber vorbei sind. 650k finde ich ziemlich viel wenn das nur für das Haus ein soll wenn ihr das Grundstück bereits habt.

Nein, wir sind nicht verheiratet. Es wird uns aber wohl nahegelegt zeitnah (aufgrund dem Hausbau) zu heiraten.

das hört sich jetzt auch nicht so romantisch an, wollt Ihr selbst denn heiraten oder weil Euch andere das nahelegen?

Ich würde vor Deinem Hintergrund sowohl das mit dem Haus und dem Heiraten sein lassen, innerlich fühlst Du offensichtlich, dass Du dich damit in eine Falle  (Hamsterrad) begibst.  Vielleicht das Geld komplett in Aktien stecken und von dem Geld später auf einen Schlag dann eine Immobilie kaufen (wenn die Zeit reif ist) und mit 40 schon den Job reduzieren.

Ich schließe mich den skeptischen Meinungen zu Eurer Beziehung und den damit verbundenen Erwartungen an: Du fühlst Dich nicht frei in der Entscheidung und weil es so ist, widerstrebt es Dir, diesen Schritt zu gehen. Eure jeweiligen  empfundene Beiträge sind aus Deiner Sicht nicht gleich und Du agierst aufgrund von einer externen Erwartungshaltung.

Vielleicht liegt bei Euch das Problem woanders, dass die Beziehung schon eher ausgelutscht ist und Du weiter in eine Verfestigung reingezogen wirst, die Du nicht willst. Es liest sich kein "Wir" daraus. Das ist kein Vorwurf, aber Du solltest darauf achten. Nichts ist unendlich und wenn es sich nicht richtig anfühlt,  dann mach es nicht. Am Ende ist es Dein Leben, es dankt Dir niemand, zulange im falschen Zug gesessen zu haben. Ich habe vor Jahren ähnliche Erfahrungen nach 9 Jahren gemacht. Heute wäre ich unglücklich, mich mit einem Haus aneinander gekettet zu haben. Ihr tickt nicht gleich, und Du kannst nicht richtig nein sagen anscheinend.

Bespreche das offen, auch die Erwartungen. Aber wie gesagt: viele Aussagen lesen sich nach innerem Widerstand und Ablehnung.

Ich würde es so machen wie du: Mich nicht trauen, dass mit der Frau zu besprechen.

Davon abgesehen wäre mein Vorschlag: Jeder bringt gleich viel Startkapital ein. Jeder zahlt gleich viel pro Monat, auch wenn der Kredit dann bis 70 geht. Deinen Überschuss gibst du in ETFs. Während deine Frau in Elternzeit ist, zahlst du 100%. Vor der Heirat mach Gütertrennung, du zahlst ihr also ab Kind das Haus aber alles darüber bleibt deins. Für Luxus muss sie dann selber arbeiten gehen. Irgendwie so.

Sorry, aber das Thema driftet mir irgendwie mehr ab in eine Beziehungsfrage.
Ich behaupte bei 80% in einer anderen Beziehungen würde es genauso laufen, dass ich ein deutlich höheres Einkommen habe, als meine Partnerin.
Und nein, die Beziehung ist nicht ausgelutscht oder sonst etwas.

Es geht mir darum, wie ich es angehen soll, dass die Verhältnisse klar geregelt sind, was die Zukunft und die Kredittilgung anbelangt. Was sind hier Erfahrungswerte aus der Praxis?
Daneben geht es darum, welche Strategie sinnvoll ist, dass man ebenfalls durch ETF Sparpläne sein Vermögen vergrößert und somit nicht bis 67 arbeiten muss.

Natürlich driftet das in eine Beziehungsfrage ab, lies Dir doch mal Deinen eigenen Text durch, Du achtest in Deinen Aussagen sehr darauf, was Du einbringst und wie sie sich verhalten sollte, aber besonders wertschätzend sprichst Du nicht von ihr (auch kein Vorwurf, nur eine Beobachtung).

Wie auch immer, ich würde mir eher die Frage stellen, ob ich ein Nebenthema bearbeite, oder mir eine grundlegende Überlegung stellen muss (Heiraten + Hausbau in dieser Konstellation). Das ist nicht angenehm und man muss ehrlich zu sich sein. Aber besser vorher Klarheit für sich und auch die Partnerin haben, als nach ein paar Jahren. Wenn Du mit dieser Einstellung rangehst und nicht im Vorfeld eine für beide Seiten ehrliche und zufriedenstellende Lösung findest, dann wird Dich das einholen.

Natürlich kann es in anderen Beziehungen auch so laufen, dass der Mann bspw. mehr Einkommen hat und mehr einbringt, aber dann ist er damit evt. zufriedener als Du, das ist der springende Unterschied.

Zu den "Erfahrungswerten aus der Praxis" kann ich nur sagen, dass ich auch etwas mehr verdiene als mein Mann, aber darin kein Problem sehe. Wir leben in einer Zugewinngemeinschaft, somit gehört -etwas vereinfacht dargestellt- das was wir in der Ehe verdienen beiden zu gleichen Teilen. Für und ist das okay, wir verstehen uns als Team und ich würde nie von meinem Partner verlangen, dass er noch zusätzlich am Wochenende kellnert oder so...

Zitat von commander-hp am 4. Mai 2022, 19:07 Uhr

Sorry, aber das Thema driftet mir irgendwie mehr ab in eine Beziehungsfrage.

So ist das hier im Forum. Man stellt eine Frage und erhält Antworten zu Fragen, die man vermeintlich nicht gestellt hat. Aber lies dir doch mal durch, wer was warum geschrieben hat. Vielleicht kannst du doch daraus etwas für dich mitnehmen?

Es sind die eigenen Erwartungen und Pläne die einen irgendwann erschlagen. Also eine Nummer kleiner machen und ggf. weiter unten mal bei Lebensglück/ Philosophie / Stoizismus usw. lesen.

Oder ganz kurz als Selbsthausaufgabe: Aus dem ich ein wir machen und begründen warum.

Grundsätzlich ist es doch etwas positives wenn Du soviel Feedback bekommst, also ruhig die Antworten reflektieren was Dich genau umtreibt.

Bei mir ist es bspw. so das ich schon immer Alleinverdiener gewesen bin und sowohl unser Haus als auch die Eigentumswohnung alleine abbezahlt habe. Gut beim Haus bin ich alleiniger Eigentümer, der Zugewinn würde aber zur Hälfte meiner Frau zustehen. Den Gewinn beim Wohnungsverkauf haben wir geteilt obwohl ich alles bezahlt habe. Davon haben wir u.a. ein Haus in Thailand gekauft was meiner Frau gehört, ich könnte mich mittlerweile auch eintragen lassen, was mir aber gar nicht wichtig ist. Falls es mal hart auf hart kommt würde ich da eh nicht mehr hin wollen. Wir sind jetzt 22 Jahre verheiratet und kein Ende in Sicht 🙂

Eine „gerechte“ Aufteilung wird glaube ich immer schwierig sein, das beide gleich verdienen und gleich sparsam sind und das es dann noch die Frau Deiner Träume ist sollte eher unwahrscheinlich sein. Mir wäre das auch gar nicht wichtig, denn Liebe und Glücklich sein sollte sich nicht so sehr an finanziellen Aspekten orientieren, meine Meinung. Wenn jeder nach seinen Kräften am gemeinsamen Leben beiträgt ist doch alles ok. Meine Frau und ich sind jedenfalls total glücklich das sich alles so entwickelt hat und happy wife means happy Life, das ist so. Wenn Du mal alt bist und Deine Frau Dich pflegt kann sie dafür ja auch keinen Ausgleich mehr bekommen, ist immer ein geben und nehmen. Seine Einstellung zu den Dingen zu hinterfragen und vielleicht neu einzuwerten hilft oft weiter.

@commander-hp

Der Lohn ist nicht entscheidend, denn Männer erhalten oft mehr Lohn als Frauen. Außerdem wird die Arbeit einer Hausfrau mit Kindern immer noch zu wenig honoriert. Ich sah einmal einen Frauentausch im TV, wo eine Wirtin, die laufend nur in der Gaststube stand und ihre Kinder nur nebenbei aufzog, ihnen kaum half bei den Schulaufgaben, auch nie mit ihnen spielte etc, wie ihre Kinder es beklagten, beim Frauentausch NUR für die Kinderbetreuung und den Haushalt zuständig war, ohne sonst arbeiten zu müssen, dafür aber mit den Kindern aktiv spielen und ihnen auch bei den Schulaufgaben zur Seite stehen sollte. Sie hätte mit ihnen einen vollen Freizeit-Tag gestalten sollen, Ausflug in Wald, mit den Kindern am Lagerfeuer reden, sich ihre Gefühle und Geschichten anhören etc.

DANACH war diese Wirtin so fertig, das war für sie viel anstrengender als ihr Ganztagsjob in ihrer Wirtsstube. Ihr ging es so mies, dass sie psychologische Hilfe brauchte, so schlapp fühlte sie sich danach.

Meine Mutter war ähnlich. Sie konnte den ganzen Tag wie ein aufgezogener Motor durcharbeiten, aber sobald sie mit Gefühlen und Problemen konfrontiert wurde, klappte sie zusammen. Das musste dann ich übernehmen. Und ja, es ist wirklich viel anstrengender. Auch meine Schwester konnte diese volle Zuwendung ihren Kindern nicht geben, also sprang ich ein. Es war schön, für ihre Kinder da zu sein, aber es ist wirklich mindestens so erschöpfend wie sonst eine Arbeit, weil Kinder immer 100% Aufmerksamkeit verlangen.

Du könntest Deiner Partnerin die Freizeit jetzt gönnen, denn mit Kindern wird sie dann diejenige sein, die abends besonders erschöpft sein wird. Nicht alle Mütter schaffen das so nebenbei und wenn ja, werden die Kinder anderswo untergebracht und nicht wirklich von der Mutter großgezogen.

Aber vielleicht findet ihr beide einen gemeinsamen Nebenjob, wo ihr zusammen seid, z. B. kenne ich ein Paar, das schon seit Jahren auf Märkten exotische Waren verkauft, die sie billig im Ausland auf Urlaub kaufen.

Liebe Grüße, Laura Maelle
Zitat von commander-hp am 4. Mai 2022, 13:29 Uhr

... zu den 3 Themenbereichen:

- frugalistischen Ansatz
- Hauskauf zur Eigennutzung
- ...

... haben bereits ein Grundstück.

Der Hausbau wird ca. 650.000 EUR kosten (inkl. Garten, Küche, Garage, Baunebenkosten etc.).
Wir können aktuell ca. 40% - 45% Eigenkapital einbringen. Damit haben wir dann einen Kredit von ca. 350.000 EUR.

Meine aktuelle Frage ist nun allerdings, wie ich ein Spagat hinbekomme um genügend in mein Depot zu legen und mit 55 Jahren, spätestens 60
nicht mehr arbeiten zu müssen und somit von den ETF Sparplänen / Dividenden leben zu können.
Mein Depot wird bis Ende des Jahres ca. 45k wert sein.

...  will nicht die Erwartungshaltung haben, dass das meiste ich zahle:
a) 80% des Kredits alleine tilgen werde
b) Ich kann deutlich weniger, bis gar nicht mehr in ETF investieren und somit kein Vermögen aufbauen
c) ...
d) Und am Ende des Tages aufgrund der deutlich höheren Tilgungslast meinerseits (und demnach nur wenig an ETF Investition) dann auch noch länger wie 55 / 60 arbeiten.

Hat hier jemand Tipps?

ich sehe zwei Optionen:

das Einkommen den gewünschten Ausgaben INKLUSIVE Zins- und TILGUNG sowie ETF-SPARRATE anpassen = mehr verdienen

oder

die Ausgaben dem Einkommen anpassen!

zum "Themenbereich: - frugalistischen Ansatz"
ein Haus mit reinen BAUKOSTEN i.H.v. 650 k€ - bei bereits vorhandenem Grundstück! - erscheint mir wenig frugal

--> "retire EARLY" bei einem normalen Einkommen und ohne größere Erbschaft/Lottogewinn/... funktioniert halt nur bei Sparsamheit auf der Ausgabenseite

650K für den Hausbau ist natürlich schon happig. Letztlich aber soll es ja auch den eigenen Ansprüchen genügen, schließlich ist das Eigenheim eine Anschaffung fürs Leben und nebenbei natürlich auch ein wertsteigerndes oder zumindest werterhaltenes Invest. Die Tilgung kann man also als Sparrate verbuchen da die Verschuldung von Rate zu Rate kleiner wird, ebenso wie der Zinsanteil. Zum Hausbaubgehört ja auch ggf. noch etwas Nebengelass und die Gestaltung der Außenanlagen, Pflasterung, Anlage des Gartens etc. und auch die Beschaffenheit und Vorbereitung des Baugrundes kann mancherorts hohe Kosten verursachen. Die Halbe Million ist da "in diesen Zeiten" schnellbgeknackt...

ICH PERSÖNLICH würde versuchen, verschiedene Konstellationen und Finanzierungsmodelle durchzuspielen und je nachdem was angeboten wird so wenig Eigenkapital wie möglich einzubringen. Wenn eine Vollfinanzierung möglich ist und am Zinssatz nicht dolle viel ändert, ist das auf längere sicht meiner Meinung nach zumindestbim Moment (noch) das bessere Invest. Derzeit bekommt man langjährige Finanzierungen je nach Konditionen noch mit Zinssätzen in der Größenordnung zw. 1,5 und 2,5%.

das wird auch dauerhaft deutlich unterinflationär bleiben. Wandert das Geld vom bisher geplanten Eigenkapitalanteil ins Weltdepot, so ist langfristig mit deutlich höherer Rendite zu rechnen. Ein MsCI liefert im Schnitt eine Rendite um die 7%. In jedem Fall aber deutlich mehr als du an Zinsen zahlst wenn du möglichst hoch finanzierst. Da das Grundstück ja bereits vorhanden ist, sollte das Projekt bei der Finanzierung zu guten Konditionen führen.

Wenn zum Ende der Zinsbindungslaufzeit die Anschlussfinanzierung deutlich teurer wird, kannst du dann immer noch Geld aus dem Depot inkl. 10-jährigem Wertzuwachs zuschießen um den weiterhin zu finanzierenden Restbetrag zu reduzieren. Und auch sonst hast du ja auf diese Form der Geldanlage ständigen kurzfristigen Zugriff.

Ich habe vor ein paar Monaten sogar eine Hypothek auf mein abbezahltes Eigenheim aufgenommen um diesen Effekt ebenfalls nutzen zu können. Es darf einem da nur nicht mulmig werden wenn monatlich recht viel Cash bewegt wird und die Verschuldung hoch ist. Langfristig gewinnt man bei derzeitigem Zinsniveau auf jeden Fall. Solange der Sollzins unterhalb der Inflation und deutlich unter der Dividende am Aktienmarkt verbleibt, bezuschusst die Bank dein Bauvorhaben quasi sogar, denn bei hoher Inflation ziehen auch die Löhne zeitnah nach, so dass der gleichbleibende finanzielle Aufwand für Zins und Tilgung im Laufe der Jahre einen stetig kleiner werdenden Anteil des Einkommens einnimmt. Bei einem Neubau ist zudem an Instandhaltungskosten über die Finanzierungslaufzeit wenig zu erwarten.

Je nachdem wie euer Grundstück so gelegen ist, kann vielleicht auch eine kleine Einliegerwohnung as Air BNB direkt bei der Planung baurechtlich mitbeantragt und gebaut werden. Das bringt etwas Nebenverdienst und die Reinigungsarbeiten etc. kann deine Frau quasi im Homeoffice neben Haushalt und Kindererziehung mktbetreuen. Meine beiden Fewos bringen im Jahr nach Abzug aller Kosten vor Steuer immer so zwischen 35 - 40K ein. Übern Daumen also etwa das 2-2,5 fache einer Festvermietung. Je nachdem welchen Standard man an Sauberkeit und Liebe zum Detail pflegt (ich bin da sehr akribisch), Kommt man mit allem Pipapo auf 3-5 Stunden Zeitaufwand pro Buchung. Auch Banken mögen solche Refinanzierungskonzepte gerne leiden 🙂

Vielleicht wäre sowas für euch ja eine gute Möglichkeit um Zuverdienst und Familie unter einen Hut zu bekommen.

vg

 

 

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