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Hausbau + ETF investieren + Partnerschaft

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Zitat von Frugi85 am 6. Mai 2022, 12:30 Uhr

650K für den Hausbau ... Letztlich aber soll es ja auch den eigenen Ansprüchen genügen, schließlich ist das Eigenheim eine Anschaffung fürs Leben und nebenbei natürlich auch ein wertsteigerndes oder zumindest werterhaltenes Invest. ...

  1. richtig - wobei das Leben bzw. der Konsum an Wohnraum dann halt unter Umständen nicht mehr wirklich "frugal" ist  😉
  2. der Werterhalt ist schwierig einzuschätzen - viele heutige Bauherren sehen in Einfamilienhäusern, die in den 1970er Jahren für teures Geld neu gebaut wurden, altes "Glump" das man nur noch abreißen könne um den Bauplatz wieder nutzbar zu machen
    --> wie gut trifft der heutige Neubau den Geschmack der Käufer in den 2050er Jahren?
Zitat von exit-tbd am 6. Mai 2022, 13:07 Uhr
  1. richtig - wobei das Leben bzw. der Konsum an Wohnraum dann halt unter Umständen nicht mehr wirklich "frugal" ist  😉
  2. der Werterhalt ist schwierig einzuschätzen - viele heutige Bauherren sehen in Einfamilienhäusern, die in den 1970er Jahren für teures Geld neu gebaut wurden, altes "Glump" das man nur noch abreißen könne um den Bauplatz wieder nutzbar zu machen
    --> wie gut trifft der heutige Neubau den Geschmack der Käufer in den 2050er Jahren?

Punkt 1 sind wir "on the same page"

Punkt 2 klingt für mich unsachlich und polemisch

Wenn man sich mal ansieht was es heute für Vorschriften an den Energetischen Mindeststandard gibt und das mit den 70ern Vergleicht in denen maximal Luftschichtmauerwerk zum Einsatz kambund an jegliche Dämmung überhaupt nicht gedacht wurde, dann sehe ich da schon enorme Unterschiede. Mittlerweile sind wir mit etwas Aufpreis bereits beim Passivhaus angekommen. Was soll man da noch großartig verbessern?! Die Materialien halten bei guter Pflege ewig. Mein Haus ist über 300 Jahre alt, sieht aber aus wie ein Neubau und ist energetisch weit vorne mit dabei.

Davon mal abgesehen finde ich bei Bestandsbauten gerade die Gebäude aus den 70ern hochinteressant. In der Regel sind sie noch unsaniert und bautechnisch nicht verpfuscht. Damals war Luftschichtmauerwerk Standard. Das lässt sich leicht und günstig prima nachdämmen. Ein neues Dach nach 50 Jahren ist auch keine schlecht Idee und durch Aufdopplung mit Nachdämmung von außen oder auch nur Zwischensparrendämmung mit neuer Lattung, Spannbahn und Pfannen ist das ganze recht zügig erledigt, ohne dass innen entkernt werden muss. Auch beim Mauerwerk hat man wenig Probleme, vor allem,was,die Funktionalität der Sperrungen eingeht welche gute 100 Jahre hält bevor hier was getan werden muss. Eine Komplettsanierung ist hier aufgrund der noch sehr guten Bausubstanz schnell und verhältnismäßig preiswert gemacht. Vor allem Bungalows aus den Baujahren kann man fast blind kaufen. Wenn Dach und Keller trocken sind, ist auch alles andere idr. okay...

Ansonsten: warum ist ein solches Objekt nicht frugal? Ich sehe es als Investment. Es wird Miete gespart und in diesen äußerst wertstabilen Sachwert investiert. Andere kaufen Aktien oder Gold oder einen Misch so,wie es ja auch in diesem Fall geplant ist.

Hier in der Gegegend gibts außer bei "Fertighäusern" kaum noch was unter 4000€/Qm Baukosten zzgl. Außenanlagen etc.

Wer also massiv und nach neuestem Standard bauen möchte und ggf. noch ein, zwei Extras wünscht, der kommt bei aktuellen Baupreisen unter 500.000€ auf jeden Fall nicht raus. Und da reden wir üner einfache Bungalows mit 140 qm Wohnfläche...

Zitat von commander-hp am 4. Mai 2022, 13:29 Uhr

Meine aktuelle Frage ist nun allerdings, wie ich ein Spagat hinbekomme um genügend in mein Depot zu legen und mit 55 Jahren, spätestens 60
nicht mehr arbeiten zu müssen und somit von den ETF Sparplänen / Dividenden leben zu können.

Ebenfalls sind in absehbarer Zeit Kinder geplant. Hier fehlen mir aktuell sämtliche Kenntnisse, was das dann bzgl. Einkünfte meiner Partner heißt.

Nun würde ich gerne Meinungen hören zum Thema Haus abbezahlen vs und/ oder ETF investieren.

Hi @commander-hp ich versuche mal auf deine Fragen einzugehen.
Der Spagat ist schwer hinzubekommen. Mir persönlich fällt es leichter sich auf die Tilgung vom Kredit zu konzentrieren und erst anschließend sich um ETF sparen zu kümmern. Muss halt jeder für sich entscheiden ist Geschmacksache.
Kinder haben mein Leben komplett umgekrempelt. Ich konnte es mir vorher überhaupt nicht vorstellen was das bedeutet auch wenn es mir jemand erzählt hätte. Es ist wie gesagt unvorstellbar wie sich da die Prioritäten im Leben ändern können. Ein Kind braucht sehr viel Zuwendung. Ein Vollzeitjob ist dagegen ein Witz. Eltern wachsen aber oft über sich hinaus und bekommen das alles auch irgendwie super hin. Großes Lob an alle Eltern in der Welt!
Durch ein frugales Leben ist es durchaus machbar auch nur mit einem Einkommen ein sehr gutes Leben zu führen und auch deutlich vor 55 genug angespart zu haben. Wichtig ist neben dem sparen natürlich das richtige investieren. Nur in Kombination funktioniert es sehr gut. Ob dir dabei ein Job am Wochenende hilft musst du selbst herausfinden. Ich habe recht bald gemerkt das gutes investieren mich schneller voran bringt als Überstunden in der Firma zu leisten. Das kann bei dir aber auch genau umgekehrt sein dazu kenne ich dich zu wenig. Viel Glück beim ausprobieren und entdecken.

Zitat von Jan Veerman am 6. Mai 2022, 18:54 Uhr

Der Spagat ist schwer hinzubekommen. Mir persönlich fällt es leichter sich auf die Tilgung vom Kredit zu konzentrieren und erst anschließend sich um ETF sparen zu kümmern. Muss halt jeder für sich entscheiden ist Geschmacksache.
...

Ersteinmal Willkommen am Board. Allerdings sehe ich es ein wenig anders als Jan.
Nur alles in die Tilgung zu setzen halte ich persönlich für den falschen Ansatz - vor allem bei den derzeitigen Zinsen.
Ich würde einen Teil in die Tilgung setzen, aber zeitgleich monatlich einen Sparplan beginnen (bspw. 1.000 Tilgung / 500 Sparen).

Die Verteilung ist jetzt natürlich nur als Beispiel gedacht.
Doch dadurch hast Du einen "fixen" monatlichen Betrag von 1.500 Euro, die ins Haus/Wohnung und Sparen laufen.
Wenn Du bspw. eine Finanzierung mit der Möglichkeit zu Sondertilgungen hast, dann kannst Du immer bei Bedarf entscheiden, zusätzlich etwas abzuzahlen.
Weiterhin hast Du mit der Sparquote zusätzliche "Freiheit" auf Eventualitäten reagieren zu können.
Den Sparplan kannst Du ohne große Mühe ändern und somit Kapital für andere, ungerwartete Ausgaben frei zumachen.

Denn einerseits baust Du ja so Deine Schulden ab, andererseits siehst Du auch das Vermögen weiter wachsen.
Und Du hast ja dann immer noch die Möglichkeit, Teile der Anlagen zu veräußern um ggf. Sondertilgungen zu leisten. Abgesehen davon sollte man nicht vergessen, dass irgendwann im Laufe der Zeit ja auch weitere "unerwartete" Ausgaben anfallen (bspw. neue Waschmaschine, Fernseher, etc.).

Jedenfalls jedem, der mich dazu gefragt hat, habe ich den gleichen Ratschlag erteilt. Nimm den Betrag, den Du monatlich entbehren kannst (wie oben als Beispiel genannt 1.500 €) und ziehe davon den Betrag x ab, bei dem Du dich wohl fühlst. Der eine Teil geht in die Tilgung der Wohnung, der andere Teil wird angespart.

@jan-veerman : Ich habe den Bericht mit Dir samt Familie ebenfalls angesehen. Hast Du hier im Forum einmal Deinen Werdegang geschrieben, wie Du zu den 3 Häusern und 8 Wohnungen gekommen bist? Das würde mich durchaus interessieren. (Habe aber - ehrlich gesagt - hier im Forum in Deinen 230 Beiträgen noch nicht gesucht, ob dort etwas vermerkt ist)

Moin zusammen,

Ersteinmal Willkommen am Board. Allerdings sehe ich es ein wenig anders als Jan.
Nur alles in die Tilgung zu setzen halte ich persönlich für den falschen Ansatz - vor allem bei den derzeitigen Zinsen.
Ich würde einen Teil in die Tilgung setzen, aber zeitgleich monatlich einen Sparplan beginnen (bspw. 1.000 Tilgung / 500 Sparen).

Stimme zu. Bei dir, Jan, war es ja auch nicht so, dass du immer erst eine Wohnung abgezahlt hast bevor das nächste Objekt dazu kam. Man muss natürlich die richtigen Grundannahmen treffen. Hier soll ja möglichst effektiv investiert werden.

Wenn ich das Eigenheim möglichst hoch finanziere, bietet sich eben der Vorteil, den Differenzbetrag bzw. das nicht eingebrachte Eigenkapital direkt breit gestreut am Aktienmarkt zu investieren.

Ja - natürlich zahle ich dann als Ausgleich auf den Mehrkredit der Summe einen Zinssatz von z.b. 2%. Das mache ich ja aber sehr langfristig. Wenn man nicht davon ausgeht, dass der Aktienmarkt über 20 Jahre eine durchschnittliche Rendite von mehr als 2% erwirtschaftet, dann lasse ich das doch ohnehin, unabhängig von der Zusammensetzung der Finanzierungskonstellationen. Derzeit haben wir aber noch die Möglichkeit, den Rand der historischen Niedrigzinsphase auszunutzen - sicher kein Modell das in 10 Jahren noch funktioniert wenn sich Sollzins der Immofinanzierungen und Aktienmarktrendite immer stärker angleichen und somit das Gewinnfenster immer schmaler und ungewisser-  und somit immer wenig lohnenswert wird.

Wenn ich im Schnitt eine Erwartung von 7% p.a. Wertsteigerung im Depot ausgehe und dann von diesem betrag entsprechend 2% Sollzinsen abziehe (effektiv ist es ja noch um einiges weniger da nur der zu tilgende Restbetrag verzinst wird), so habe ich immer noch einen Gewinn von 5% zu verzeichnen. Das kann ich über viele viele Jahre nicht nutzen wenn ich einen hohen Eigenkapitalanteil bei der Finanzierung mitbringe.

Die investierten Summen bleiben stets gleich, nur kann ich so parallel Rendite einfahren. Wenn ich also investieren will, dann nutze ich das doch aus wenn es mir seitens der Bank ermöglichst wird! Investment ist eben etwas, das man langfristig betrachten muss. Es bringt also nichts, erstmal 30 Jahre lang Kredite mit Sondertilgungen durchzuziehen um auf diesen Rückzahlungsbetrag 1,5 oder 2% Sollzinsen zu sparen, zumal man das Geld somit der perspektivisch noch höheren Inflation hinterher schmeißt um dann mit Mitte 50 anfangen zu wollen in Aktien zu investieren wenn der Drops doch längst gelutscht ist. Um Kursschwankungen und auch mal den einen oder anderen größeren oder kleineren Crash zu "verkraften", bedarf es einer langfristigen Betrachtung.

Da ist es doch viel sinnvoller, das Startkapital ins Depot zu schmeißen und es arbeiten zu lassen, selbst wenn man anschließend keine weiteren Einzahlungen vornimmt und nur von steigenden Kursen profitiert. Sondertilgungen kann man doch immer noch fahren oder am Ende der Zinsbindung das Kapital aus dem Depot dem Hauskredit zuschießen. Das wird sich auch ohne Einzahlungen innerhalb von 10 Jahren etwa verdoppelt haben.

Ich habe das im Bereich "Immobilien" im Threat "Eigenheim beleihen" näher ausgeführt. Wer davon ausgeht, dass der Aktienmarkt über 20 Jahre unter 2% p.a. performt, der sollte da ohnehin die Finger von lassen - meiner Meinung nach aber eine sichere Hausnummer. Ein 20 jähriges unterinflationäres Depotwachstum wäre ein Szenario das uns in die Wirtschaftliche Steinzeit zurückschleudern würde - dann haben wir ohnehin ganz andere Sorgen als Cashverlust.

Das alles ist nichts als eine Umschichtung von kapital mit dem Ergebnis positivem Cashflows den man dem Depot aber nicht entnimmt. Und nun Heißtb es rechnen, um das für das eigene Fallbesipiel mal durchzurechnen. Am Ende kommen beim Vergleich einige 100 tausend Euro Differenz heraus - kann die Freundin also doch zu Hause bleiben und muss nicht kellnern gehen 😉

 

VG

 

 

So wie Frugi85 es beschreibt ist es. Wenn man komplett das Haus schnell abzahlt ist man im Alter vielleicht nicht arm, von vermögend oder Vorruhestand aber weit entfernt.

Man wird reich wenn man alles in Aktien ballert, nachdem mal die Schule abgeschlossen hat. Ob man dann mietet oder nebenbei ein Haus abzahlt ist zweitrangig.

Zitat von Lostoi am 7. Mai 2022, 8:08 Uhr

Hast Du hier im Forum einmal Deinen Werdegang geschrieben, wie Du zu den 3 Häusern und 8 Wohnungen gekommen bist? Das würde mich durchaus interessieren. (Habe aber - ehrlich gesagt - hier im Forum in Deinen 230 Beiträgen noch nicht gesucht, ob dort etwas vermerkt ist)

Ohje das weiß ich gar nicht genau wo ich das mal geschrieben habe. In Kürze vielleicht so: Hausehacking/1-Bankenstrategie/Anfangs hohe Tilgung und Kredite immer aufgefüllt (geht nur bei gleicher Bank 1. Rang Grundschuld) um neue Objekte ohne bzw. mit wenig EK und niedrigen Zinsen kaufen zu können. => Hohe EK Rendite > 20% und damit extrem schneller Vermögensaufbau.
Mein Purpose/Antreiber hab ich mal hier auf eine Seite komprimiert: http://www.wg-veerman.de/CONCEPT/concept.html

Eigentlich wollte ich etwas gegen den Wohnraummangel unternehmen von dem wir selbst betroffen waren.
Mein Weg ist recht speziell kein Profi würde dazu raten es so zu tun aber ich hatte einfach Spaß und vielleicht auch Glück es zur richtigen Zeit gemacht zu haben.

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