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Familientauglich?

Hallo Oliver,

ich bin zufällig hier gelandet und deine Strategie hört sich interessant an. Aber wie vereinbarst du das mit einem Familienleben. Ich habe vier Kinder und es wird in Zukunft nicht nur dort viel zu investieren sein: Studium, Kleidung, Schulsachen, Klassenfahrten.

Zu zweit klappt das bestimmt prima, aber ich glaube, dein Konzept funktioniert nicht wirklich für Familien mit mehr als einem Kind!

Viele Grüße an alle Sparer!

@ Ninachen

Mit 4 Kindern wirst Du höchst wahrscheinlich nicht mit 40 aufhören können zu arbeiten. Ein frugalistisches Leben, soweit denn möglich, wird Dir trotzdem Helfen ein Vermögen aufzubauen. Es fängt mit dem Sicherheitspolster an, welches ein paar Monatsgehälter umfasst. Danach fängst Du an Geld zu investieren und auch Du wirst in kleinen Schritten immer größere Erfolge erzielen. Vielleicht reichen die Dividenden aus den Investitionen nach einem Jahr erst für die Getränke in einem Restaurant. In einem weiteren Jahr reicht es dann für ein einfaches Familienessen. Es wird stetig wachsen und entsprechend Sicherheit geben. Falls Du viel sparen kannst so kannst Du auch entsprechend weniger arbeiten und hast einfach mehr Zeit Dich um die Kinder, Haushalt oder auch für Dich selbst zu kümmern.

Ich habe selbst zwei Kinder und Fire ist zum greifen nahe. Ob ich das in der Form durchführen werde ist eine ganz andere Frage. Es ist aber sehr befreiend wenn man es kann.

Zunächst einmal Hallo und herzlich Willkommen.

Auch wenn ich nicht Oliver bin so möchte ich doch meinen "Senf" dazu geben :-)...

 

...nee, mal im Ernst.

Zu deiner Frage:

Also so wie @kiev das geschrieben hat sehe ich das ganze auch. Du kannst sicher hier und da etwas mehr einsparen, aber um dann mit 40 oder 50 komplett aufzuhören wirds wohl nicht reichen.

Im Endeffekt ist doch das ganze nur ein Rechenspielchen das jeder für sich selbst "durchspielen" muss.

Zunächst einmal kann man doch mal festlegen wieviel Geld ich später monatlich "dazu" haben möchte um z.B.: mit 50 nur noch 30 Stunden anstelle der 40 Stunden pro Woche zu arbeiten ohne "Abstriche" machen zu müssen.

Dann kann man ja ausrechnen wieviel Geld pro Monat zum Eintrittszeitpunkt benötigt wird (also heutiger Stand zzgl. Inflation) um darüber mit Inflation und Co. zum tatsächlich benötigten Geld zu kommen...

...am einfachsten mal "Sparrechner" googeln, das erste Ergebnis (zinsen-berechnen) anklicken und mal alles mögliche durchspielen....

 

Zitat von ninachen77 am 9. Oktober 2018, 14:09 Uhr

. Ich habe vier Kinder und es wird in Zukunft nicht nur dort viel zu investieren sein: Studium, Kleidung, Schulsachen, Klassenfahrten.

Hier sehe ich auch "Sparpotential" - wenn ich oft von Eltern höre sie müssen das "Studium" der Kinder finanzieren denke ich mir "WHAT THE F..K" ?

Ich habe genügend Studenten im Bekanntenkreis die nicht von den Eltern gesponsort wurden und es auch geschafft haben, sogar meist besser als jene die den "geebneten Weg" vor sich hatten. Soll heißen es gibt BaFög und es gibt genügend Ferienjobs (und die Ferien sind auch reichlich vorhanden).

Zu den anderen Punkten wie Klassenfahrten und Co. - auch hier kann man die Kinder dran beteiligen; früh zu lernen, dass Geld nicht auf den Bäumen wachst und auch mal Zeitungen verteilen, dem Gärtner am Wochenende Pflanzkübel schleppen, Regale einräumen, Senioren den Rasen mähen o.ä. hat m.M.n. noch keinem geschadet 🙂 --- sorgt zudem auch für Wertschätzung all jener die das Geld mit den "Händen verdienen" müssen.

Zu zweit klappt das bestimmt prima, aber ich glaube, dein Konzept funktioniert nicht wirklich für Familien mit mehr als einem Kind!

Das Ausrufezeichen irritiert mich und errinert mich immer an irgendwelche Unterhaltungen die ich als Kinderloser Mittdreißiger manchesmal von Familien mitbekomme oder gar aufgedrückt bekomme.

Der Unterton der Familien ist ja immer der gleiche, es hört sich so an als wäre der "Kinderlose" Schuld an den Umständen derer die Kinder haben. Aber jeder der rechnen kann, kann sich ja vorher mal durchrechnen ob Kinder für Ihn in der heutigen Zeit in Frage kommen oder nicht...

...immer diese Vorhaltung "du hast ja keine Kinder du kannst ja dies und das"...

...das letzte Gespräch beendete ich mit "Sorry, aber ich hab Dir die Kinder nicht gemacht - also was kann ich dafür?"

 

Hallo! Wir haben 2 Kinder, die ich auch gerne beim Studium unterstützen möchte. Ich hab das von meinen Eltern als Geschenk bekommen und möchte es an die nächste Generation weitergeben. Ich hab das jetzt für mich so gelöst,  dass ich nicht zum frühestmöglichen Zeitpunkt die Berufstätigkeit einstelle, sondern vorher noch 10 Jahre lang Teilzeit arbeiten werde, und das Schönste: keine Nacht - und Feiertagsdienste mehr. Also der Plan ist: so viel wie möglich verdienen bis Juni 2020, dann 10 Jahre Teilzeit  (dann bin ich 57) und dann vorzeitiger Ruhestand bis 65, bis zum Beginn der staatlichen Rentenzahlung. Diese sollte dann zum Überleben reichen, und der Ertrag aus dem angesparten Kapital ist die Butter aufs Brot. Begonnen habe ich mit dem Ansparen und Investieren (Grossteils Aktien) vor mittlerweile 9 Jahren, noch gar nicht soo lang. In den 8 Jahren zwischen 57 und 65 werden wir etwas vom Kapital anknabbern müssen , aber es wird genug übrigbleiben. Und vererben muss ich nicht mehr allzuviel, weil ich meine Pflicht schon mit Finanzierung des Studium erfüllt habe.

Kinderlose sind sicher nicht schuld an den Rahmenbedingungen, die man mit Kindern hat - ich habe oft das Gefühl, dass nicht jedem Kinderlosen klar ist, dass es ganz andere Rahmenbedingungen sind. Also Kinder sind grundsätzlich 365 Tage im Jahr da, 24 Stunden am Tag. Die Hälfte der Zeit schlafen sie zwar in etwa, bei den ganz kleinen heißt das aber nicht, dass Vati sie währenddessen nicht herumträgt, und auch nicht, dass das länger als zwei Stunden am Stück ist - wenn sie etwas größer sind, heißt es auch nicht, dass sie nicht auch mal aufwachen müssen, schlimm träumen, kotzen... und auch wenn sie ruhig schlafen, muss eigentlich immer jemand da sein, zumindest per Babyphone schauen, oder zuallermindest mal alle halbe Stunde nachschauen, ob da keiner vielleicht seit einer halben Stunde schreit. Wird besser, wenn die Kinder größer sind, aber mit einem Abstand von vier Jahren zwischen zwei Kindern hat man so in etwa ein Jahrzehnt, während dem man mehr oder weniger immer da sein muss. Also eingeschränkter Feierabend, kein Wochenende, kein Urlaub - und keine Bezahlung... ich denke, dass gefühlte Dissonanzen eher vom Gefühl, nicht verstanden zu werden, herrühren, als von einer gefühlten Schuld.

Was die Kosten angeht, so ist da ja lange vor Dingen wie der Klassenfahrt als mit Abstand größter Batzen zu nennen: Entgangenes Arbeitsentgelt.

Ziehe den Hut vor Eltern, die es schaffen, ernsthaft zwei Karrieren neben Kindern zu verfolgen. Für mich kann ich nur sagen: Ich sehe da mit kleinen Kindern nicht wirklich die Möglichkeit. Wenn ich mich hier in der Umgebung umsehe, dann fehlen mir auch die Beispiele, bei denen es wirklich gut klappt. Die Fälle, in denen ein Elternteil voll arbeitet und der andere 50% oder auch mehr (habe kein Beispiel vor Augen, bei denen beide Elternteile wirklich voll arbeiten... Vati voll und Mutti 75% ist schon viel) funktionieren nur, wenn es Großeltern gibt, die sich engagieren. Also der Opa holt die Kinder vom Kindergarten ab, während die Eltern noch oder schon arbeitet. Natürlich gibt es arbeitszeitkompatiblere Kinderbetreuungsangebote, als hier auf dem Dorf - dass diese Angebote auch kompatibel mit Jobs wären, bei denen es auch mal Abendtermine, oder es hin und wieder eine halbe Stunde länger dauert (von Schichtdienst oder erwarteten Überstunden ganz zu schweigen), ist wohl auch in der Stadt die absolute Ausnahme - dann kosten gute Angebote mitunter so viel, dass durch den Job, den man mithilfe dieses Angebots machen kann, kaum was übrig bleibt (man hört von den 300€, die sonst halt zu wenig sind...). Und auch wenn man so eine Betreuungsmöglichkeit hat, und das Verhältnis von Kosten und Verdienst sogar ausgewogen ist, werden Kinder auch schon mal krank. Natürlich hat man Anspruch auf eine gewisse Anzahl an Tagen, an denen man dann zu Hause bleiben darf - aber das ist eine bestimmte Anzahl an Tagen. Wenn sich jetzt ein Kind einen fiesen Virus einfängt, zwei Wochen zu Hause bleiben muss und dann beim nächsten Kind das gleiche anfängt... sehe das bei uns und befreundeten Familien: Auch mit nur zwei kleinen Kindern kann es schon mal vorkommen, dass man über Monate mehr als die Hälfte der Zeit zumindest ein Kind hat, das nicht in die Betreuung kann - und man zwischendurch selber auch noch krank ist.

Wenn man niemanden hat, der nach Kindern schaut, kann man auch abends nicht mal weg. Schon der Elternabend im Kindergarten kann kritisch sein, wenn ein Elternteil gerade arbeiten muss - dann kann man da nicht hingehen - was die meisten wohl verkraften können: Aber wenn man jetzt selber als Erzieher(in) im Kindergarten arbeitet, fragt keiner, ob das jetzt geht, oder nicht.

Mir erzählten schon Leute, die eigentlich noch im alten Rollenmodell gelebt haben (also Frau blieb brav zu Hause, und Mann arbeitete) - wie sie nur zuschauen konnten, wie sie von Kinderlosen einfach auf der Karriereleiter überholt wurden - auch wenn man operativ gar nicht so krass in die Alltagstätigkeiten eingebunden war. Man hat mit Kindern einfach viel mehr um die Ohren -  Eltern sind ja nicht nur dafür da, dafür zu sorgen, dass Kinder rechtzeitig in die Kita gebracht werden, Essen auf dem Tisch steht, und alles, was anfällt, zu bezahlen. Also kostet Energie und Zeit, die man nicht zu Geld machen kann.

Wäre natürlich nett, wenn man vorher schon die finanzielle Unabhängigheit erreicht hätte - als Frau wirklich schwierig. Gegen Frugalismus oder Bescheidenheit als "Lifestyle" spricht natürlich trotzdem nichts - einen guten Teil der Freiheit hat man schon dadurch, dass man weniger braucht. Wenn dann noch etwas Spielraum dazu kommt, weil man eine Zeit lang mal (vor oder auch mit den Kindern) was zur Seite schaffen konnte, das dann etwas abwirft - ist es auch gerade mit Familie ganz gut. Auch, wenn man nur 100€ weniger braucht, weil man seinen Konsum hinterfragt (Für 100€ würde ein einfacheres statt eines etwas besseren Autos schon reichen... ) und man dazu noch 100€ aus angelegtem Ersparten erhält (könnte man wohl als Dividende von Aktien im Wert eines Mittelklasseautos erwarten - wenn man immer bescheiden gelebt hat, ist das auch für Leute mit nicht all zu hohem Lohn realistisch) kann das schon reichen, dass man sich z.B. nicht gezwungen sieht, 850€ für eine Kita auszugeben um für 1200€ netto arbeiten gehen zu können, weil sonst jeden Monat einfach 200€ fehlen...

Hy,

@badner@ ich gebe dir Recht. Auch ich empfinde die teilweise Heulerei Derer mit Kindern als lästig und ungerecht. Auch ich würde ähnlich argumentieren. "Ihr habt euch doch den Weg selber ausgesucht", "Hättet aufpassen sollen", "vorher Kopf einschalten hätt geholfen", "vorher rechnen ob man sich das "Hobby Kinder " langfristig leisten kann/will".   Aber die Kindentscheidung fusst sicher auf anderer Ebene.

Ja, ich weiß, recht konfrontativ. Aber es is doch so.  Bei Kindern hört die "Kosten-, Zeit- und Investitionsrechnung" auf einmal auf. Bei anderen Dingen ( Haus,Auto,TV,Urlaub) wird kalkuliert und gerechnet.

!!! Kinderlose können nichts dafür das Familien vielfach nicht genug Kohle haben fürs Kind. !!! Kinderlose haben nur keine Kinder, mehr nicht !!! 

Ich glaube, das da bei den Äußerungen der Elternteile ein Neidfaktor reinspielt.

Uns Kinderlosen wird oft unterstellt das wir zu wenig für den Sozialstaat beitragen. Mittlerweile gilt das sicher nicht mehr. Gerade auch nach den jetzt anstehenden Neuerungen für Familienbezuschussungen. Auch tragen alle kinderlosen Nichtverheirateten mit Lohnsteuer Klasse 1 schon ewig zum finanziellen Ausgleich bei. Auch Krankenkasse Zusatzbeitrag. 

 

Aber ich sehe auch die andere Seite.

Das Familien einen sehr erheblich wichtigeren Beitrag zur Zukunft unseres Sozialstaates beitragen. Wenn ich Familien mit vielen Kindern sehe, dann freue ich mich. Die gleichen unsere Kinderlosigkeit aus. Unbenommen, Familien wird das alltägliche Leben nicht leicht gemacht. Die zeitlichen Zwänge die Kinder auslösen können konkurieren mit Vorstellungen der meisten Arbeitgeber was Flexibilität und Arbeitszeit angeht. Kinder kosten. Kinder zwingen dich in Handlungsweisen. Das alles wird in unserem Sozialstaat nicht ausreichend gewürdigt. Es fehlt an Unterstützung. Andere Länder können das besser.

Es ist unser Staat der andere Prioritäten setzt, der Gelder verschwendet statt sie in Kinder und Zukunft zu stecken, der Lobbyisten und deren Branchen Geld hinterher wirft, eher gutbetuchte Familien auch von Sozialleistungen profitieren können, das eher sehr Reiche einen nicht bedeutenderen Beitrag zum Volkswohl leisten , …….. wo soll ich aufhören ? Seilschaften, Machtinteressen

Es ist halt einfach demjenigen im nahen Umfeld, dem es besser geht Vorhaltungen zu machen, statt dem, der es zu verantworten hat !!

 

 

 

Das Thema Verdienstentgang in den ersten Lebensjahren der Kinder kann ich nur zustimmen, das ist der größte Brocken, der anfällt. Gegenmittel: gute Ausbildung in einem Beruf, der Geld bringt - das muß nicht unbedingt eine akademische Ausbildung bedeuten, bzw. viele akademische Richtungen bringen dann leider doch nicht das Geld, das man sich erhofft hat. Gut ist ein MINT-Fach, gut sind Handwerksberufe, die einem erlauben, vieles selber zu machen, gut ist die Möglichkeit der Selbständigkeit. Je höher das Einkommen, je gefragter der Beruf, je flexibler ausübbar, umso leichter kann man auch die Kinderbetreuung unterbringen, besonders als Frau. Denn wenn man mit z.B. 1 oder 2 Arbeitstagen in der Woche anständig verdient, ist vieles leichter, als wenn man schon mit Vollzeit schwer über die Runden kommt. Allerdings kann man in den ersten Lebensjahren auch ziemlich gut mit wenig Geld auskommen, wenn man nicht jedem Modetrend hinterherrennt, den teuersten Markenkinderwagen, ein nigelnagelneues voll eingerichtetes Kinderzimmer und zahlreiche unnötige Sonderausstattung haben muß. Kleine Kinder kann man so einfach glücklich machen, am besten, wenn man Zugang zur Natur und vielleicht eine Großfamilie und/oder viele gute Freunde hat. Teuer werden Kinder erst später, ab der Pubertät so richtig. Da kann man dann auch gut den Umgang mit Geld vermitteln und auch zur Eigenaktivität anregen. Und bezüglich Fremdbetreuung sollte man halt nicht zu sehr auf negative Stimmen aus dem Umfeld hören, sondern auf seine Kinder achten - wie viel und wie früh sie vertragen, ist sehr individuell. Wenn man den Platz sorgfältig aussucht und ein gute Gefühl dort hat, und sieht, daß das Kind sich dort wohlfühlt, kann man beruhigt wieder ans Geldverdienen gehen.

Ich wollte ja hier auch nicht alle über einen Kamm scheren, aber oftmals hat man eben das Gefühl (oder bekommt es auch gesagt) wie @franky auch schreibt dass man es als kinderloser ja so viel besser hat und man mit Kindern so arm dran ist.

Den Gedanken muss halt jeder für sich, am besten natürlich vorher, selbst machen.

 

 

Zitat von rosi am 11. Oktober 2018, 19:18 Uhr

... gut sind Handwerksberufe, die einem erlauben, vieles selber zu machen...

Da ich Handwerksmeister bin kann ich hierzu etwas sagen. Klar, auf der einen Seite können wir vieles selbst machen und sparen somit Geld (zumindest wirkt es nach aussen für die meisten wohl so).

Ich z.B. : habe meine komplette Einrichtung (Einbauschränke, Bett, Nachttische, Badmöbel etc.) selbst gemacht - allerdings habe ich alleine fürs Material pro Schrank schon mehr weg als ein andere für einen fertigen Schrank im Laden bezahlt.

Auf der anderen Seite ist der Verdienst im Handwerk echt ein "Witz"; ich bin Meister & Techniker um im Handwerk das gleiche zu verdienen wie der ausgelernte Industriemechaniker im Betrieb 2 km weiter (kein Witz, habe die Lohnabrechnung gesehen).

Solche Unterschiede durch die "wenigen Dinge" die man Zuhause selbst machen kann wieder rein zu holen ist schwierig.

 

Ansonsten kann ich @rosi nur zustimmen, sehe ich genauso (zumindest aus meiner Erfahrung im Bekanntenkreis)

 

Ich hatte beides, Familie und Frugalismus, in (durch Scheidung) getrennten Lebensphasen. Geheiratet, zwei Töchter ganz gut großgezogen, dann, als die Jüngere volljährig war, auf Antrag meiner Exfrau geschieden.

Das ist ein einschneidendes Erlebnis, womit das ganze Leben durchgerüttelt und dann im besten Falle neu sortiert wird. Eine Konsequenz, die mir erst später bewusst wurde, ist der Versorgungsausgleich: in meinem Fall wurde rund 1/4 der bisherigen Renten-Entgeltpunkte auf meine Exfrau übertragen. Das gönne ich ihr, aber die fehlen nun auf meinem Punktekonto.

Hinzu kamen wirtschaftliche Krisen in meinem Betrieb, Personalabbau.. hat mir natürlich auch Sorgen bereitet. Und ohne den Begriff "Frugalismus" damals zu kennen (gut, "frugal" kannte ich schon), habe ich geschaut, wie ich soviel wie möglich sparen kann. Damaliger Plan: soviel Ersparnisse, dass ich bis 65 kein ALG-2 bekommen kann, weil ich noch zu viel "Vermögen" habe. 1000 im Monat, 10 Jahre lang, macht 120k (plus meine Ersparnisse von früher). Auf Tagesgeldkonto, was aber von über 2% immer weniger Zinsen abgeworfen hat, bis es 0% wurden (auch schon über 1 Jahr her). Also investieren (anderes Thema).

Abgebaut wurde ich bei der Arbeit erstmal nicht. Krisen kamen alle paar Jahre, bei der letzten (2015) war ich alt genug, um einen Altersteilzeit-Vertrag abschließen zu können (schleichender Abbau, aber relativ gut bezahlt..). Das Gehalt sank auf 85%, ist aber sicher bis zur vorgezogenen Rente mit 63. Und die letzten 26 Monate bin ich "freigestellt", also quasi im Vorruhestand, bei fast gleichem Gehalt.

Frugalismus hat mir dabei geholfen, dass ich immer noch (freiwillig) von 3k Netto 1100€ an Exfrau und Kinder abzweigen kann, nochmal 1k an das Wertpapierdepot, und vom Rest lebe ich immer noch "gut und gerne"... 🙂 Die Rente (nächsten August fällig) bessere ich mit freiwilligen Beiträgen auf (Stichwort V0210), zu meinen 42.43 persönlichen Entgeltpunkten habe ich schon 2.03 dazugekauft, nächstes Jahr nochmal. 45 pEP, die "Standard-" oder "Eckrente" ist mein Mindestziel. Kurz davor.

Ich bin ziemlich vom Thema abgekommen. Also zurück: auch in Familie kann man frugal leben (die Kunst ist, zu sparen, ohne darunter zu leiden), aber finanziell unabhängig mit 40 ist kaum drin (bin jetzt 62). Auch erwachsene Kinder, mit Master oder Promotion, brauchen manchmal noch Unterstützung. Aber besser als unfrugal (evtl. mit Kreditaufnahmen) ist es allemal...

Und mal ehrlich: erst durch den Wegfall von Konsumwünschen seitens Exfrau und Töchtern habe ich die Sparquote erreichen können 🙂

Ich bleibe bei der These,  dass ein Ausstieg mit 40 nicht realistisch ist,  wenn Kinder da sind.

Ich bin Anfang 40 und könnte eigentlich mich nach der 4% Regel für den Rest meines Lebens irgendwo in Thailand oder anderswo an den Strand liegen, wenn ich nicht 4 Kinder hätte.

Zum Glück macht mir der Job Spass und ich kann viel Reisen,  so dass ich die Arbeit in der Regel als angenehm empfinde.  Durch dass finanzielle Polster kann ich zum Glück wählerisch sein bezüglich der Annahme von Jobs.

Aber die finanzielle Freiheit beginnt mit Kindern im siebenstelligen Bereich, dass muss man erstemal zusammen bekommen.

.

weniger ist mehr...

Ich zahle seit ein paar Monaten rund 160€ monatlich für den Musikunterricht von zwei meiner Kinder.  Widerstrebt mir zwar finanziell gesehen,  aber was soll ich machen? Also schlucken und sich an Weihnachten über die vorgetragenen Liedchen freuen.

Dazu kommt dann noch reiten und andere kostspielige Freizeitaktivitäten der Kinder.

  • Kann sein dass es jemand schafft hier Frugalismus durchzusetzen,  ohne dass es innerfamiliären Knatsch gibt,  ich will diesen Konflikt nicht.  Insbesondere wenn es um die Ausbildung der Kinder geht. Klamotten für die Kinder kauft meine Frau glücklicherweise oft gebraucht oder im Angebot.  Ich kenne da einige Mütter,  die kein Problem damit haben, für drei Kindertshirts 240€ auszugeben. Bei so Sachen würde ich dann auch mekern.

Perfekt gesagt Paul! Es fängt mit Siebenstelligen Bereich an. Also mit Kinder unabhängig zu werden heißt Millionen haben zu müssen!

Mit einer Million Vermögen kann eine Familie in Deutschland denke ich gut leben, mit frugalistischen Kniffen sogar sehr gut. Das sind immerhin rund 3.000€ Kapitaleinkommen im Monat, also etwa das Einkommen von zwei Median-Verdienern. Das Kindergeld kommt dann noch dazu.

Eine Million bedeuten bei einem Verdiener-Päarchen 500k pro Person, das sollte sich je nach Einkommen und Sparquote für viele in 15-20 Jahren ansparen lassen, insbesondere dann wenn man schon einige Jahre vor der Familiengründung mit dem Vermögensaufbau beginnt.

Wer also mit Anfang 20 anfängt zu arbeiten, mit 30 anfängt Kinder zu kriegen und nicht allzu schlecht verdient, für den dürfte die finanzielle Freiheit mit Anfang bis Mitte 40 gut machbar sein.

Wo ist jetzt also genau der Kritikpunkt?

Hallo Oliver,

Wie können zwei medianverdiener eine Million so schnell sparen? Medianverdiener sind wie uns beide Softwareentwicklung oder so, dann müssen bis 25 studiert haben. Die Sparnisse bis Kindergeburt kann nicht so schnell eine Million werden und mit Kinder steigt mindestens eine auf Teilzeit.

Ich glaube nur dass das Ziel ziemlich hoch ist.

Schöne grüße aus BW

 

Hallo Amin,

Bei angenommen 5 % jährlicher Rendite (das SoRR mal ausgeklammert) muss man jeden Monat rund 2.400 € sparen und anlegen, um nach 20 Jahren eine Million zu haben.
Für ein Mittelstandspäarchen, das gemeinsam 4.000-5.000 € nach Hause bringt, ist das bei frugalistischer Lebensweise zu schaffen (Joana und ich geben zusammen rund 1.800 € im Monat aus).
Wenn die Kinder kommen, sinkt natürlich häufig das Einkommen deutlich und die Ausgaben steigen. Aber wenn man bis dahin schon ordentlich gespart hat, kann die Rendite in den folgenden Jahren gut auf das bestehende Vermögen wirken.

Verdient man weniger oder gibt mehr aus, dauert es natürlich länger. Wenn man nur die Hälfte (1.200 € im Monat) zurücklegen kann, dauert es aber nicht doppelt so lange, sondern nur 30 Jahre bis zur Million. Das wäre dann die Rente mit 50, was immer noch 17 Jahre vor dem gesetzlichen Ruhestand ist.

Und selbst wenn das nicht klappt, dann hat man halt mit 40 genug im Depot, um nur noch zwei Tage die Woche arbeiten gehen zu müssen. Warum soll das Konzept der Finanziellen Freiheit auf einmal falsch sein, nur weil nicht alle Familien mit 40 in Rente gehen können?

Das Gehalt der meisten Softwareentwickler dürfte übrigens deutlich über dem Medianeinkommen liegen. Letzteres liegt bei rund 1.700 € netto für Singles. Bei typischen SW-Entwicklern liegt schon das Einstiegsgehalt bei 1.700-2.300 €, was eher dem Einkommen des oben erwähnten Mittelstandspäaarchen entspricht.

Die Rente mit 50 finde ich realistisch. Meine Rechnung geht bis 55 aber wir legen Kindergeld 100% für Kinder an. Wenn ich bis dahin eine Million zusammen bekomme, versuche ich zwei Tage zu schaffen oder gar Projekte als Selbständige Freiberufler machen. Da hat man mehr Freiheit und kann man leichter Sabatjahre nehmen, wenn die Kinder groß sind.