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Coronabeschränkungen als Minimalismuscheck ?

Hallo zusammen,

auch wenn ich vor den Coronabeschränkungen gemessen schon recht minimalistisch gelebt habe merke ich wie ich durch die Coronabeschränkungen fast automatisch mich weiter auf das Wesentliche reduziere. Durch mehr Zeit im Zuhause und weniger Möglichkeiten im Außen ging das fast von alleine.

Auch die bei mir durch Corona bedingt reduzierte Arbeitszeit brachte mich in eine sehr reduzierte Phase von angestellter Tätigkeit. Der noch durchaus interesante Beruf im angestellten Verhältnis wird dadurch auch zunehmend unwesentlicher.

Wie sind eure Erfahrungen?

 

 

Seit man nur noch mit Sabberlappen einkaufen darf, kaufe ich nicht mehr ein. Bin also seit 4 Wochen dabei, alle meine Vorräte aufzubrauchen. Einmal hab ich noch 10 Eier vom Automaten des Biolandbauern im Nachbarort geholt. Echt entspannt, so ohne Einkauf! Und jetzt kommen endlich auch alle Fischdosen und Reispackungen etc. weg. Kühlschrank ist schon leer und geputzt, das kleine Gefrierfach hat noch ne Portion grüne Bohnen, zwei Rindswürste und Spinat. Danach kann ich es auch endlich mal wieder abtauen.

So unterschiedlich sind die Meinungen, ich finde es gut, dass es an kritischen Orten Maskenpflicht gibt und sich hier die meisten daran halten.

Mein Konsum hat sich um ca 500€/Monat reduziert, vor allem mangels Essen gehen und anderer auswärtiger Aktivitäten (ich hab aber auch nie behauptet, dass ich Frugalist sei  :mrgreen: ). Damit kann ich gut leben, weh tut dagegen der wegfallende Familienbesuch im Ausland. Für mich in dem Punkt nicht nur Reduktion aufs Wesentliche, sondern noch darunter.

 

Bei mir hat Corona genau das Gegenteil bewirkt:

Meine Lebensmittel Vorräte sind jetzt eher 6 Wochen als 3 Wochen. Und im Lockdown sind 2 neue Werkzeug und 2 zusätzliche Bücherregale dazu gekommen.

Dann habe ich soviel angenommen das ich neue Hosen brauche.

Zum Thema Sabberlatz:

Wirkt. Ich bin um die üblichen Frühjahrs Erkältungen gekommen.

Ich bin auch sehr froh das es keine schweren Verläufe in meiner Familie und meinen Freundeskreis gab.

Haha.. Aus Mangel an "essential reasons" habe ich mir ein Auto in einer 200 km entfernten Stadt gekauft. Mit ein bisschen Sightseeing und Probefahrt.

Wenn man so lange daheim ist faengt man auch an ein bisschen zu renovieren usw..

Und aufgrund von zu viel Freizeit (4-Tage Woche) und weil alles was Spass macht geschlossen ist sind wir zu Freunden gefahren.
Die leben 900 km entfernt. Gut das war guenstiger als mit Hotel, aber sparsamer als sonst war das nun auch nicht. Dazu kommt Essen bestellen, hauptsaechlich um die lokale Wirtschaft zu unterstuetzen. Wir gehen sonst seltener Essen.

Ich war in den letzten Wochen nicht unbedingt sparsamer, weil ich vorher schon nur sehr wenig Geld für Spaß/Freizeit zur Verfügung hatte. Aber bedingt durchs Home Office und den Aufruf, zuhause zu bleiben, habe ich sehr viel ausgemistet. Das ist super und ist noch immer nicht abgeschlossen. Außerdem gehe ich, seit ich mir morgens die Fahrtzeit ins Büro spare, joggen. Macht mir in dem Sinne nicht unbedingt Spaß aber tut mir gut und versuche ich, auch nach Corona als "befriedigende" Tätigkeit, die mich kein Geld kostet, beizubehalten.

This is the start of anything you want.

Hallo @lex,

wie gehts es dir heute mit deinem Minimalismus?

Lebst du es noch, oder hat sich etwas in dir verändert?

Hallo Matsinho,

an meinem äußeren Minimalismus hat sich nicht viel geändert. Ich wohnte auch davor schon in einer 34m2 Wohnung. 🙂 Ja, es gingen nochmal ein paar Ausgaben zurück, aber dies war nicht der Punkt..

Meine Haltung gegenüber dem noch bestehenden Angestelltenverhältnis hat sich durch die Zeit nochmal deutlich verändert. Es war einfach soviel Gewohnheit in dem täglichen Arbeitsroutine drin. Es war erhellend das dies nun durchbrochen wurde.

Meine finanzielle Mittel reichen auch ohne Anstellung für mein minimalistisches alltägliches Leben. Geld ist also nicht mehr der Grund warum ich zur Arbeit ging. Wenn ich ehrlich bin, dann war der Grund wohl Gewohnheit und der Wunsch nach irgendeiner finanziellen Sicherheit die dann nie wirklich hoch genug war.

Es ist nun nicht so das ich jetzt gekündigt hätte. Warum auch? Ich habe immer noch eine deutlich reduzierte Arbeitszeit. Es ist jedoch jeder Schrecken weg. Ich bin fast schon gleichmütig wenn ich mal in der Arbeit bin.  Hab ich erwähnt das mein Beruf interesant ist? Naja, ich glaube es wird dennoch sein Ende finden. Ich warte mal ab ob eine Restrukturierung nach der Kurzarbeit kommt. 🙂

Hallo zusammen,

Corona hat unser Arbeits- und Einkaufsverhalten kaum verändert, ledig weniger Außendiensttermine stehen in meinem Kalender was ich aber grundsätzlich positiv empfinde. Und mit der Maske rumzulaufen ist etwas lästig aber ansonsten ein notwendiges Übel.

Privat hat sich schon einiges geändert, Geldausgaben für Kneipe und Essen gehen sind natürlich deutlich reduziert. Essen bestellen haben wir eh noch nie gerne gemacht. Der komplette Ausgabenblock im April war ein absoluter Minusrekord seit meiner Lehrzeit. Weggefallen sind auch die 10 Tage Toskanaurlaub und zwei Wochenendtrips in den Osten unserer Republik. Dazugekommen sind ein paar hundert Euro für Werkzeug und Material zum Bau weiterer Hochbeete im Garten und weiter Ausgaben für  zusätzliche Küchenmöbel im Abstellraum. Ich denke viele haben in Wohnen und Renovieren ihr Geld in der Zeit gesteckt.

Gruß Energiefuchs

Ich war ja schon vorher Minimalistin, aber stimmt, die Corona-Maßnahmen haben das noch gefördert und einige Weichen bei mir neu gestellt.

Da ich schon von Anfang an FFP2-Masken trug als Risikoperson und merkte, dass ich dadurch auch sonst weniger anfällig war für die alljährlichen Winterviren, werde ich die Maske für die öffentlichen Verkehrsmittel beibehalten, denn schon früher schaute ich immer, dass ich mich z. B. nicht in die Nähe von Hustenden setzte und schon da merkte ich, dass ich weniger häufig krank war. Die FFP2-Maske hat das jetzt für mich optimiert und gut ist, dass ich deswegen nicht als Verrückte angesehen werde. Entsprechend habe ich eine Aktion genutzt, wo die FFP2 Masken nur die Hälfte kosteten. Niemand sonst wollte diese hier in der Schweiz, aber ich griff umso mehr zu und bin nun für länger eingedeckt.

Liebe Grüße, Laura Maelle

Für mich war Corona eher ein Zufriedenheitscheck nach Schrumpfung des Aktionsradius, denn viele Dinge die ja vorher, auch zu Berufszeiten als essentielle Tagespunkte definiert waren fielen alle auf einmal weg: Außendienst und Kundenbesuche, Kollegentreffs, Essen gehen, Urlaub.

Alles weniger bis nicht mehr, weniger Geld ausgegeben, trotzdem geiler als mit dem einerseits Ballast, andererseits Zerstreuung. Das Gute: das mit dem Urlaub, Essen gehen, Freunde treffen,  Sport treiben, das hat weiteres Expansionspotenzial ab von Zerstreuung, hin zu bewusstem Erleben und Genuss. Weniger abhaken, mehr genießen.