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Bald Rentenbeiträge für Frührentner und Privatiere?

SPD-Minister Heil möchte, dass Selbständige entweder in die GRV einzahlen (18,6 Prozent vom Brutto) oder eine Rürup-Versicherung abschließen (ich vermute, dass der Einzahlungsbetrag gleich sein muss).

Aber was ist eigentlich ein Selbständiger und was ist mit einem Privatier, wie es hier manche amstreben? Einmal habe ich folgendes gelesen: wer nicht als Angestellter abgesichert ist, den trifft es.

Das würde ja auch auf jemand zutreffen, der von Kapitalerträgen lebt.

Wie seht ihr das? 18,6 Prozent Sondersteuer nochmal für Frührentner? Gibt es einen Gesetzesentwurf?

https://www.sueddeutsche.de/politik/selbststaendige-altersvorsorge-heil-1.4399183

Nach dem Willen von Arbeitsminister Heil (SPD) sollen Selbstständige künftig dazu verpflichtet werden, in die Rentenversicherung einzuzahlen oder aber anderweitig für das Alter vorzusorgen.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Genau darum geht es, entweder GRV oder Rürup oder Versorgungswerk. Haus und Depot werden natürlich nicht anerkannt. Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass ich für einen Euro pro Monat einen Rürupvertrag abschließe und damit bin ich aus der Pflicht.

Dann die Frage, wie selbständig definiert ist. Es wurde in einem Artikel mal erwähnt, dass alle einzahlen müssen, die nicht über ihre Anstellung abgesichert sind. Das würde dann auch frugalistische Frührentner treffen. Es kommt dann nicht nur die Krankenversicherung dazu, sondern auch 18,6 Prozent GRV-Beitrag oder Rürup-Beitrag.

Damit Netto am Ende das gleiche bleibt, bräuchte man 20-25 Prozent mehr Vermögen.

Man müsste aber nur bis 67 zahlen,  danach bekommt man was raus. Das Geld ist demnach nicht weg, sondern eine Zwangssparmassnahme. Oder man macht einen Teilzeitjob mit 500€.

Ich bin kein Freund der Zwangsrente, aber...

man kann mit 63 in Rente beziehen, aber nur mit 14,4% Abschlag.

Dann muss man auch nicht mehr einzahlen.

Wer über 45 Jahre eingezahlt hat, geht mit 65 abschlagsfrei in Rente, wenn er will.

Wenn man eine Zangsrente bezieht, benötigt man auch weniger Vermögen, das sollte sich auf lange Sicht ausgleichen.

Wer richtig frugal lebt, sollte mit der Zwangsrente auch komplett auskommen können.

Achte auf deine Gedanken! Sie sind der Anfang deiner Taten.
Zitat von TakeTwo am 25. Mai 2019, 10:33 Uhr

Man müsste aber nur bis 67 zahlen,  danach bekommt man was raus. Das Geld ist demnach nicht weg, sondern eine Zwangssparmassnahme. Oder man macht einen Teilzeitjob mit 500€.

Teilzeitjob, dass ist ja dann kein Retire Early in meinen Augen.

Zwangssparmaßnahme ja, aber es fehlt eben mit 40 oder 45 und wird dann erst mit 63 wieder ausgezahlt.

Man kann auch freiwillig in die DRV einzahlen (und die Beiträge großteils vom zu versteuernden Einkommen absetzen), wenn man 35 Beitragsjahre hat und mit Abschlägen und 63 in Rente gehen will. Letztes Jahr habe ich knapp 16k eingezahlt und knapp 5k Steuererstattung bekommen (gut 30%). Dieses Jahr nochmal knapp 20k, mit beidem zusammen habe ich ca. 4.48 "persönliche Entgeltpunkte" erworben, mit 46.9 pEP bin jetzt also leicht oberhalb der "Standardrente" von 45 EP. Wurde auch Zeit, Rentenbeginn ist für 1.8. beantragt...

Quasi als Diversifikation zu Wertpapieren investiere ich also in diese "Versicherung auf Langlebigkeit" (Amortisation nach 21 Jahren). Als Hedge gegen doch-nicht-Langlebigkeit lasse ich dafür meine Betriebsrente in 10 Jahresraten (nach Tod vererbbar) auszahlen 🙂

Zitat von suchenwi am 28. Mai 2019, 15:39 Uhr

Man kann auch freiwillig in die DRV einzahlen (und die Beiträge großteils vom zu versteuernden Einkommen absetzen), wenn man 35 Beitragsjahre hat und mit Abschlägen und 63 in Rente gehen will. Letztes Jahr habe ich knapp 16k eingezahlt und knapp 5k Steuererstattung bekommen (gut 30%). Dieses Jahr nochmal knapp 20k, mit beidem zusammen habe ich ca. 4.48 "persönliche Entgeltpunkte" erworben, mit 46.9 pEP bin jetzt also leicht oberhalb der "Standardrente" von 45 EP. Wurde auch Zeit, Rentenbeginn ist für 1.8. beantragt...

Quasi als Diversifikation zu Wertpapieren investiere ich also in diese "Versicherung auf Langlebigkeit" (Amortisation nach 21 Jahren). Als Hedge gegen doch-nicht-Langlebigkeit lasse ich dafür meine Betriebsrente in 10 Jahresraten (nach Tod vererbbar) auszahlen 🙂

Eine Frage hierzu:

Wie bemisst sich bei einem nicht mehr Berufstätigen der (freiwillige) Mindestbeitrag zur Rentenversicherung, damit der entsprechende Monat als Beitragszeit gezählt wird?

Hintergrund: Mir geht es in erster Linie nicht um zusätzliche Rentenpunkte, sondern darum die 35 Jahre noch "vollzumachen".

Viele Grüße

Greeni

Kann man nachschauen bei https://www.ihre-vorsorge.de/rente/gesetzliche-rente/freiwillige-rentenversicherung-kann-sich-lohnen.html - Mindestbeitrag 83,70€/Monat (entspricht 18.6 % von 450€).

Bis zum Höchstbeitrag von aktuell 1246.20 kann man frei wählen. Als Diversifikation zu ETF-Sparen durchaus sinnvoll, finde ich (und es spart Steuern...)