Goodbye England! …und die finanzielle Freiheit auf Probe

Am Strand Finanzielle Freiheit auf Probe

Erinnert ihr euch noch? Im vergangenen Herbst ist Joana in die Karibik aufgebrochen, um dort für ein halbes Jahr auf dem Segelschiff Mercedes zu arbeiten. Während der letzten sechs Monate hat sie dort Taue gezogen, das Schiff instand gehalten, den Ausflugspassagieren das Schiff erklärt und Snacks und Getränke serviert. Weil Joana ja eigentlich Grafikdesignerin ist, hat sie für ihre Reederei sogar ein kurzes Video über das Schiff produziert. Aber seht selbst:

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Wer übrigens glaubt, dass ich in allen Lebensbereichen der unangefochtene Chef-Frugalist sei, den muss ich eines Besseren belehren. Während ihres Abenteuers hat Joana nur aus einer Reisetasche gelebt und sich mit ihrer holländischen Kollegin eine drei Quadratmeter kleine Kajüte geteilt. Ihr Fazit, als sie wieder da war: Ich habe überhaupt nichts vermisst. Mehr braucht man eigentlich gar nicht.
Dagegen habe ich in meinem gemütlichen WG-Zimmer fast schon verschwenderisch luxuriös gewohnt.

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Teilzeitjob oder Early Retirement – Was darf’s für dich sein?

Early Retirement oder Teilzeitjob

Ich glaube, dass das gängige Lebensmodell der meisten Menschen in Deutschland auf einer gewaltigen Fehlannahme aufgebaut ist. Diese Fehlannahme lautet ungefähr so:

Arbeiten gehen müssen wir ja sowieso.

Von Kindesbeinen an wird uns vermittelt, dass es quasi unvermeidbar sei, unser gesamtes Leben lang in einem (Vollzeit-) Job arbeiten zu gehen. Schließlich müssen wir unser Geld ja irgendwie verdienen – und die Rente gibt es frühestens mit 63.
Da heißt es dann „Such dir einen Job, der dir Spaß macht, den musst du schließlich 40 Jahre lang machen!“
Oder vor den letzten Sommerferien der Schulzeit: „Genieße es nochmal. So viel Freizeit hast du nie wieder in deinem Leben!“

Auf diese scheinbar unumstößliche Grundannahme bauen wir dann alle weiteren Lebensentscheidungen auf, insbesondere unser persönliches Ausgabeverhalten. Es entsteht ein typischer Lebenslauf: Du absolvierst Ausbildung oder Studium und suchst dir danach einen Job, in welchem du ganz gutes Geld verdienst. Naja, und weil wir ja sowieso alle arbeiten gehen müssen, kannst du dein Gehalt dann ja auch mit vollen Händen ausgeben, oder etwa nicht?

Blöderweise wird aber gerade so die fehlerhafte Grundannahme zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung: Wenn du immer alles ausgibst, was du verdienst – ja dann musst du tatsächlich immer weiter arbeiten gehen, bis zum Rentenalter.

Ich glaube ja, wir müssen gar nicht sowieso arbeiten gehen – sondern nur deshalb, um unseren gewohnten Lebensstil finanzieren zu können. Und je weniger Geldverbrauch dieser Lebensstil beinhaltet (und je mehr wir verdienen), desto weniger müssen wir auch arbeiten gehen. So einfach ist das.

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Finanzielle Freiheit – Ein Buch über Leute, die es geschafft haben (oder auf dem Weg sind)

Buch Finanzielle Freiheit Gisela Enders

Es lässt sich schwer abstreiten, dass die deutsche Financial-Independence-Community in den letzten Jahren ordentlich gewachsen ist. Genug sparen, um nie wieder für Geld arbeiten zu müssen – vor einiger Zeit wäre das noch die abenteuerliche Idee eines einsamen Verrückten gewesen.
Mittlerweile ist aber klar: Finanziell frei zu werden, mit 40 in Rente gehen, das ist kein Luftschloss. Es ist möglich, und das nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland mit einem normalen Einkommen.

Das Thema scheint den Nerv der heutigen Zeit zu treffen. Möchte ich wirklich jahrzehntelang jeden Tag für die Träume eines anderen arbeiten gehen? Oder möchte ich lieber frei und selbstbestimmt entscheiden, womit ich meine Zeit verbringe?

Wir haben den Luxus, uns diese Frage stellen zu können. Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt. Zu keinem Zeitpunkt hat es in der Menschheitsgeschichte so viel materiellen Wohlstand gegeben wie heute. Schon mit sehr wenig Geld kann sich jeder von uns einen luxuriösen und komfortablen Lebensstandard leisten. Geräumige, beheizte Wohnungen, elektrischen Strom, fließend Wasser, Internetzugang, das ganze Jahr über gesunde Lebensmittel, warme Kleidung, ärztliche Versorgung, Schulbildung. Das alles kann man schon von einem kleinen Einkommen bezahlen.

Alles, was sonst noch für ein zufriedenes Leben notwendig ist, kann man nicht für Geld kaufen. Und so stellen sich immer mehr Menschen berechtigterweise die Frage: Möchte ich noch mehr materiellen Wohlstand anhäufen? Oder habe ich davon eigentlich schon genug, und verbessere lieber meine sozialen Beziehungen, meine persönlichen Fähigkeiten, meinen Zeitwohlstand?

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Die 300 €-Regel: Bezahlst du einen unendlichen Kredit?

Die 300 €-Regel

Heute starten wir einmal mit einem Gedankenexperiment. Stell dir vor, dein Smartphone ist kaputt gegangen und du gehst darum in den nächstgelegenen MegaMarkt, um dir ein neues Gerät zuzulegen. Weil dein altes Handy sowieso schon etwas überholt war, möchtest du auch gleich auf ein etwas moderneres Exemplar aufrüsten.

Nachdem du eine Weile die angebotenen Geräte verglichen hast, hat es dir schließlich ein Modell besonders angetan: Das nagelneue FancyPhone. Das hat ein schönes großes Display und extra viel Speicherplatz. Und schick aussehen tut es außerdem auch noch.
Also gut, dann soll es eben das FancyPhone werden – auch wenn es mit einem Preis von 300 € ein bisschen mehr kostet, als du eigentlich ausgeben wolltest.
Als du zur Sicherheit nochmal einen Blick auf das Preisschild wirfst, wirst du jedoch stutzig. Scheinbar hat sich der MegaMarkt ein etwas ungewöhnliches Angebot einfallen lassen:

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Winterbericht 2016: Ein Jahr Berserker-Sparen

Frugalist Berserker-Sparen 70 % Sparquote

Tadaaa, 2017 ist da! Ich hoffe ihr seid alle gut reingerutscht seid und habt anständig mit euren Freunden und eurer Familie gefeiert.
Mit Anbruch des neuen Jahres ist gleichzeitig auch das zweite Halbjahr 2016 Geschichte und somit ist es wieder Zeit für den traditionellen finanziellen Lagebericht.
Anders als im letzten Sommerbericht soll es heute aber nicht nur um die vergangenen sechs Monate gehen. Stattdessen möchte ich einen Rückblick auf das gesamte Jahr 2016 werfen. Für eine Finanz-Statistik finde ich so ein komplettes Jahr einfach interessanter als nur die zweite Jahreshälfte. Also los geht’s:
Wie viel habe ich im Jahr 2016 verdient? Wie viel habe ich ausgegeben (und wofür)?
Wie viel habe ich gespart? Wie haben sich mein Wertpapier-Depot und mein Vermögen entwickelt?

2016 war mein allererstes Jahr, in dem ich vollständig von Januar bis Dezember in einem normalen Vollzeitjob gearbeitet habe. Außerdem hatte ich schon Ende 2015 hier in England ein Gewerbe (Web- und Softwareentwicklung) angemeldet, mit dem ich nebenbei und am Wochenende als Freelancer tätig war.

Das Jahr stand damit unter einem klaren Motto: Geld verdienen!
Um möglichst viel Geld zu sparen und finanziell unabhängig zu werden, brauche ich nämlich zwei Stellschrauben: Möglichst geringe Ausgaben auf der einen und möglichst hohe Einnahmen auf der anderen Seite.
Mit meinen Ausgaben war ich soweit schon recht zufrieden. Trotz gut bezahltem Job lebte ich einfach so weiter wie schon als Student. Ich wohnte in WGs und fuhr mit meinem alten Fahrrad zur Arbeit, statt mir ein Auto zu kaufen. Ich kochte mein Essen selbst und ging nur ab und an mal ins Restaurant. Auf  Elektronik-Spielzeug oder Designermöbel konnte ich sowieso schon immer gut verzichten. Meine Ausgaben bewegten sich also bereits auf niedrigem Niveau.

Im letzten Jahr wollte ich mich darum etwas mehr mit der Einnahmenseite beschäftigen. Das hieß im Klartext: In einem möglichst gut bezahlten Job arbeiten, ordentlich Berufserfahrung sammeln (um in den kommenden Jahren noch mehr verdienen zu können) und zugleich ein Nebengewerbe aufbauen.

Sparen wie ein Berserker

So sieht meine Strategie aus: Ich maximiere mein Einkommen und pflege gleichzeitig einen studentischen Lebensstil mit geringen Ausgaben. Warum? Ganz einfach: Weil das der allerbeste Weg ist, um als junger Mensch innerhalb von nur wenigen Jahren ein fettes Vermögen aufzubauen. Diese Taktik ist auch als Berserker-Sparen bekannt. Laut brüllend und ohne Rücksicht auf Verluste stürze ich mich in die Schlacht. Sparquote? Alles unter fünfzig Prozent ist Pippifax! Alle unnötigen Ausgaben werden in Stücke gerissen. Die Lifestyle-Inflation wird in Grund und Boden gestampft. Jeder Euro, der nicht zwingend benötigt wird, wandert auf die hohe Kante.

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