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Wohnen im Eigentum, Chance in der Krise?

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Aktuell gibt es kaum eine Förderung beim Erwerb von Wohneigentum. Von der FDP kam einmal der Vorschlag, den erstmaligen Erwerb von Wohneigentum durch Erlass der Grunderwerbsteuer zu fördern.

Dann gab es die Idee, Eigengeld durch zinsgünstige Darlehen zu ersetzen. Voraussetzung natürlich nachhaltiges Einkommen, aus dem auch die monatlichen Raten bezahlt werden können.

Steuerlich gab es früher die so genannte 7B Abschreibung. Da konnte man acht Jahre lang 5 % des Gebäudewertes abschreiben.

Heute könnte man zum Beispiel regeln, dass die Zinsen steuerlich absetzbar sind. Oder man könnte auch wieder eine Abschreibung einführen. Aber es sieht so aus, als wenn die Parteien hier sich nicht engagieren wollen.

Sollten Sie es tun, dann könnten Sie auch eine neue Form von Sozial – Eigentumswohnungen fördern. Das wären auch Bestandswohnungen, bei denen der erstmalige Erwerb auch für Familien mit geringem Einkommen ermöglicht wird.
Oder Neubau, bei dem bisher immer der Vermieter gefördert wird. Diese Mietsozialwohnungen werden aber immer nur 20-30 Jahre gefördert. Dann fällt die Förderung weg und die Wohnungen sind keine Sozialwohnungen mehr.

Aktuell haben wir sowieso nur noch etwas über 1 Million Sozialwohnungen in Deutschland. Aber wir haben weit mehr als 10 Millionen Berechtigte. Insofern ist diese Art von Förderung bezahlbarer Mieten nur eine Art Lotto.

Was könnte man sonst noch machen, um den Erwerb von Eigentum erschwinglich zu machen oder auch sogar Baugemeinschaften zu fördern, oder ist die Politik gar nicht daran interessiert?

Heute könnte man zum Beispiel regeln, dass die Zinsen steuerlich absetzbar sind. Oder man könnte auch wieder eine Abschreibung einführen.

gibt es ja, aber nur für Vermietung.

Für eine selbstgenutzte Immo wäre das dann einfach nur eine Steuerkürzung, die sich sicher eher die Gutbetuchten leisten können, also nicht wirklich das Ziel, insbesondere bei den klammen Staats-Kassen.

Und beim Bereich der Vermietung macht man es den Willigen ja auch nicht gerade leicht mit Mietpreisbremse, beschränkten Umlagefähigkeiten bei neuen Heizungen etc. Bei dem Mieterschutz wundert es mich nicht, dass keine Wohnungen gebaut werden.

Und dann kommen noch die Banken mit Ihren immer höheren Anforderungen bzgl Eigenkapitalquote usw. Ein Verkauf bei mir hat sich neulich hingezogen, weil die Bank des Käufers eine Bestätigung für die Wohnfläche haben wollte, trotz vorhandenem Bauplan und Flächenangabe in der Teilungserklärung etc. Nein, da musste ein Sachverständiger vor Ort kommen und nachmessen, der eine Vorlaufzeit von 6 Wochen hatte und jede Menge Kohle für die halbe Stunde kassiert hat. ... die Spinnen die Banker ....

In einem anderen Forum wird über diese Frage seit in 3870 Beiträgen in einem Thread diskutiert - der "Lösung" sind wir dort keinen Schritt näher gekommen 😉

Die Lösung wäre ganz einfach und habe ich auch schon mehrfach beschrieben: in meiner Straße - und die ist nicht besonders lang - stehen locker 500m² Wohnraum leer. Und das ist nur der Teil, den ich sicher kenne. In der Nebenstraße liegt seit Jahrzehnten ein Grundstück frei. In 300m Entfernung steht eine komplette Immobilie (EFH) seit über 10 Jahren ungenutzt in der Gegend rum usw. usf.

Es fehlt also nicht am Wohnraum, sondern an der Verfügbarkeit und letztlich an der regulatorischen Ohnmacht des Staates.

Um Druck zu erzeugen müsste man einfach die Grundsteuer für ungenutzten Wohnraum verdoppeln - und das alle 2 Jahre. Nach 10 Jahren jährlich.

Anders ist dem deutschen Kleinmichel nicht beizukommen.

Mir geht es speziell um die Förderung von eigengenutzten Eigentumswohnungen. Und dort um diejenigen, die bisher noch keine Eigentumswohnung gehabt haben.  Sie zu motivieren, Eigentum zu bilden, darum geht es mir speziell. Aber vielleicht ist die Politik gar nicht an Eigentumsbildung  interessiert.

Wie man das Vermieten bestehender Wohnungen durch Druck fördern kann, dafür hat ja MFZ diverse Vorschläge gemacht.

Wie wäre es mit Sozial-Eigentumswohnungen? Bisher werden nur Mietwohnungen gefördert durch Zuschüsse an den Vermieter. Man könnte doch stattdessen diese Zuschüsse an den neuen Eigentümer zahlen und seine monatliche Belastung damit reduzieren. Es würde zahlenmäßig für Staat und Eigentümer zu denselben Ergebnissen führen, wie bei den jetzigen sozialen Mietwohnungen.
Das Problem ist das fehlende Eigengeld. Hier könnten zum Beispiel die Förder-Banken helfen, die sich günstig am Kapitalmarkt refinanzieren könnten. Oder die Förder-Banken verbürgen das Eigenkapital ersetzende Darlehen von normalen Geschäftsbanken. Damit wären auch die Probleme mit Banken erledigt, die Money Maker hier zutreffend darstellte.

Zitat von MFZ73 U3/5 => 6 am 12. Mai 2026, 17:37 Uhr

...: in meiner Straße - und die ist nicht besonders lang - stehen locker 500m² Wohnraum leer. ... In 300m Entfernung steht eine komplette Immobilie (EFH) seit über 10 Jahren ungenutzt in der Gegend rum usw. usf.

Ich wohne - nach einigem "Klinkenputzen" - seit 2023 in einem alten Einfamilienhäuschen, das zuvor zwei Jahre leergestanden ist ...

Entspricht natürlich nicht ganz den üblichen "Standards" ...

Einziger Nachteil (aus meiner Sicht):
Ist nur zur Zwischenmiete, aus der ich irgendwann (und dann relativ plötzlich) raus muß - wenn die weitere Ver- bzw. Aufwertung der Hütte oder des Grundstücks geklärt ist ... habe also derzeit reduzierte Planungssicherheit ...

Wie wäre es mit Sozial-Eigentumswohnungen? Bisher werden nur Mietwohnungen gefördert durch Zuschüsse an den Vermieter. Man könnte doch stattdessen diese Zuschüsse an den neuen Eigentümer zahlen und seine monatliche Belastung damit reduzieren. Es würde zahlenmäßig für Staat und Eigentümer zu denselben Ergebnissen führen, wie bei den jetzigen sozialen Mietwohnungen.

@nofreelunch1

Das wäre eine Förderung von Kapitalaufbau und der Banken. In die Sozialwohnungen dürfen ja nur die, die eben kein Kohle haben, auch nicht für eine "normale" Miete. Wie sollten die ein DL abzahlen. Warum sollte also der Staat den Aufbau von Kapital in Form von ETWs auf diese Weise fördern? Das kann doch nur der in Anspruch nehmen, der schon genügend Kohle hat, um den Eigenanteil aufzubringen und sich die DL-Rate leisten kann.  Und die Förderung der Vermieter dient nur dem Zweck, dass der seine Kohle dafür einsetzt, was eigentlich die Aufgabe des Staats wäre.

Das Problem ist das fehlende Eigengeld. Hier könnten zum Beispiel die Förder-Banken helfen, die sich günstig am Kapitalmarkt refinanzieren könnten. Oder die Förder-Banken verbürgen das Eigenkapital ersetzende Darlehen von normalen Geschäftsbanken. Damit wären auch die Probleme mit Banken erledigt, die Money Maker hier zutreffend darstellte.

Und warum sollte hier der Staat eingreifen? Zuschüsse in Form von zinsgünstigen DL von der KfW gibt es zuhauf, allerdings nie für eine 100% Finanzierung. Die wäre auch in meinen Augen ein zu großes Risiko. Ziel des Staates ist es doch nicht möglichst viele Eigentümer zu bekommen sondern bezahlbaren Mietwohnraum. Deswegen ja die ganzen Dinge Mietpreisbremse etc.

Sorry, aber das seh ich keine Chance für dieser Idee.

Zitat von nofreelunch1 am 12. Mai 2026, 18:30 Uhr

Wie man das Vermieten bestehender Wohnungen durch Druck fördern kann, dafür hat ja MFZ diverse Vorschläge gemacht.

Mein Vorschlag zielt nicht nur auf Vermietung, sondern auch auf Verkauf. Es gibt wirklich viele Menschen, die nie im Leben vermieten würden, weil sie es einfach nicht wollen - könnte ja ein Student oder gar ein Hundebesitzer einziehen, womöglich gar eine Familie mit Migrationshintergrund. Wenn das Wohnen bzw. das Halten des übergroßen Spekulationswohnraums so teuer wird, dass es auch der Letzte merkt, dass das purer Luxus ist, dann kommen auch mehr Immos auf den Verkaufsmarkt.

Man muss den Kommunen aber Werkzeuge an die Hand geben und die haben sie derzeit kaum.

Wie wäre es mit Sozial-Eigentumswohnungen? Bisher werden nur Mietwohnungen gefördert durch Zuschüsse an den Vermieter. Man könnte doch stattdessen diese Zuschüsse an den neuen Eigentümer zahlen und seine monatliche Belastung damit reduzieren. Es würde zahlenmäßig für Staat und Eigentümer zu denselben Ergebnissen führen, wie bei den jetzigen sozialen Mietwohnungen.

Meiner Meinung nach eher nicht, ist aber ein komplexes Thema.

Das Problem ist das fehlende Eigengeld. Hier könnten zum Beispiel die Förder-Banken helfen, die sich günstig am Kapitalmarkt refinanzieren könnten. Oder die Förder-Banken verbürgen das Eigenkapital ersetzende Darlehen von normalen Geschäftsbanken. Damit wären auch die Probleme mit Banken erledigt, die Money Maker hier zutreffend darstellte.

Frage für einen Freund resp. an das Kurzzeitgedächtnis der Schwarmintelligenz: die Finanzkrise 2007/08 wurde noch mal ausgelöst durch welche Konstellation und Vorgehensweise?

Ich will's mal so sagen ... das kann man gern so durchsetzen und organisieren ... dann weiß ich aber, wo ich diversifiziert investiere. Und ich bin unter normalen Bedingungen eher pro Immo und auch pro (anteilig sinnvollem) Sozialwohnungsbau.

 

Zitat von exitus2022 am 12. Mai 2026, 19:31 Uhr
Zitat von MFZ73 U3/5 => 6 am 12. Mai 2026, 17:37 Uhr

...: in meiner Straße - und die ist nicht besonders lang - stehen locker 500m² Wohnraum leer. ... In 300m Entfernung steht eine komplette Immobilie (EFH) seit über 10 Jahren ungenutzt in der Gegend rum usw. usf.

Ich wohne - nach einigem "Klinkenputzen" - seit 2023 in einem alten Einfamilienhäuschen, das zuvor zwei Jahre leergestanden ist ...

Entspricht natürlich nicht ganz den üblichen "Standards" ...

Einziger Nachteil (aus meiner Sicht):
Ist nur zur Zwischenmiete, aus der ich irgendwann (und dann relativ plötzlich) raus muß - wenn die weitere Ver- bzw. Aufwertung der Hütte oder des Grundstücks geklärt ist ... habe also derzeit reduzierte Planungssicherheit ...

Als Einzelmann mit abwärts kompatiblem Anspruchsverhalten kommt man immer durch (no offense an der Stelle, das gilt auch für mich selbst), notfalls in der halb-legalen Betriebsleiterwohnung im Gewerbegebiet. Da hätte ich bei mir vor Ort vermutlich sofort 10 Optionen, wo ich mal für 3 Monate unterkommen könnte. Nur ist das nicht die Dauer-Lösung für Menschen/Familien, die noch was vorhaben im Leben und die können - oder sollten - auch nicht 20 Jahre warten müssen, bis die Boomer mit den Füßen voran ausziehen.

Ich befürchte nur, dass es so passieren wird, weil Familien in diesem Land einfach keine Lobby haben.

Funfact und weitere Lösungsoption an der Stelle: ich verfechte seit iirc mehr als 2 Jahrzehnten die These, dass man das Wahlrecht Ü60 halbieren oder Familien mit Kindern eben pro Kind eine Stimme zusätzlich geben muss - im Ernstfall beides.

Dafür bin ich schon vor 20 Jahren virtuell "gesteinigt" worden, aus wirklich (mutmaßlich) allen politischen Richtungen. Aber wo wären wir heute, wenn wir das vor 10 Jahren eingeführt hätten?

Zitat von nofreelunch1 am 12. Mai 2026, 13:29 Uhr

Aktuell gibt es kaum eine Förderung beim Erwerb von Wohneigentum. Von der FDP kam einmal der Vorschlag, den erstmaligen Erwerb von Wohneigentum durch Erlass der Grunderwerbsteuer zu fördern.

Dann gab es die Idee, Eigengeld durch zinsgünstige Darlehen zu ersetzen. Voraussetzung natürlich nachhaltiges Einkommen, aus dem auch die monatlichen Raten bezahlt werden können.

Steuerlich gab es früher die so genannte 7B Abschreibung. Da konnte man acht Jahre lang 5 % des Gebäudewertes abschreiben.

Heute könnte man zum Beispiel regeln, dass die Zinsen steuerlich absetzbar sind. Oder man könnte auch wieder eine Abschreibung einführen. Aber es sieht so aus, als wenn die Parteien hier sich nicht engagieren wollen.

Sollten Sie es tun, dann könnten Sie auch eine neue Form von Sozial – Eigentumswohnungen fördern. Das wären auch Bestandswohnungen, bei denen der erstmalige Erwerb auch für Familien mit geringem Einkommen ermöglicht wird.
Oder Neubau, bei dem bisher immer der Vermieter gefördert wird. Diese Mietsozialwohnungen werden aber immer nur 20-30 Jahre gefördert. Dann fällt die Förderung weg und die Wohnungen sind keine Sozialwohnungen mehr.

Aktuell haben wir sowieso nur noch etwas über 1 Million Sozialwohnungen in Deutschland. Aber wir haben weit mehr als 10 Millionen Berechtigte. Insofern ist diese Art von Förderung bezahlbarer Mieten nur eine Art Lotto.

Was könnte man sonst noch machen, um den Erwerb von Eigentum erschwinglich zu machen oder auch sogar Baugemeinschaften zu fördern, oder ist die Politik gar nicht daran interessiert?

Dass man teilweise 10-15% des Kaufpreises für Steuern, Notar und Makler verbrennen muss, bevor auch nur ein Euro in die Tilgung fließt, ist der absolute Wahnsinn und killt jede vernünftige Rendite-Rechnung. Ein Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer für die erste Immobilie wäre das Mindeste, was passieren müsste, um die Einstiegshürde beim Eigenkapital zu senken. Was man sonst noch machen könnte, wäre eine echte Deregulierung der Bauvorschriften, denn aktuell baut man in Deutschland quasi den Porsche unter den Häusern, auch wenn viele mit einem soliden VW zufrieden wären, die ganzen energetischen Auflagen treiben die Quadratmeterpreise in Regionen, die sich mit einem normalen Gehalt kaum noch wegrechnen lassen. Baugemeinschaften könnten eine super Lösung sein, um den Bauträger-Profit einzusparen, aber da legt einem die Bürokratie oft so viele Steine in den Weg, dass man als Privatperson vorher entnervt aufgibt.

@moneymaker

ein Vermieter von Sozialwohnungen erhält staatliche Zuschüsse und die für den Mieter günstige Miete. Mit diesen beiden Erträgen trägt er seine gesamten Kosten einschließlich Abschreibung. Insofern würde auch ein Käufer der Wohnung mit dem staatlichen Zuschuss und einem Betrag, der der Miete entspricht, seine monatliche Belastung tragen können. Das Fehlende ist nur das Eigenkapital. Und hier müsste der Staat beim erstmaligen Erwerb durch Bürgschaft helfen. Natürlich nur bei sicherem, nachhaltigen Einkommen. Und bei langjähriger Festschreibung.

@marcinator

absolut richtig, die erstmaligen Käufer von Wohneigentum müssen von Erwerbsnebenkosten entlastet werden.
Zum einen die Befreiung von der Grunderwerbsteuer, zum anderen könnte geregelt werden, dass der Makler vom Verkäufer zu bezahlen ist, so wie es auch jetzt beim Vermieten ist. Und weiterhin könnten die Notarkosten auf 500 € gedeckelt werden und keine Gerichtskosten erhoben werden. Das immer nur für den erstmaligen Erwerb.

Zitat von MFZ73 U3/5 => 6 am 12. Mai 2026, 21:51 Uhr
Zitat von nofreelunch1 am 12. Mai 2026, 18:30 Uhr

Wie man das Vermieten bestehender Wohnungen durch Druck fördern kann, dafür hat ja MFZ diverse Vorschläge gemacht.

Mein Vorschlag zielt nicht nur auf Vermietung, sondern auch auf Verkauf. Es gibt wirklich viele Menschen, die nie im Leben vermieten würden, weil sie es einfach nicht wollen - könnte ja ein Student oder gar ein Hundebesitzer einziehen, womöglich gar eine Familie mit Migrationshintergrund. Wenn das Wohnen bzw. das Halten des übergroßen Spekulationswohnraums so teuer wird, dass es auch der Letzte merkt, dass das purer Luxus ist, dann kommen auch mehr Immos auf den Verkaufsmarkt.

Man muss den Kommunen aber Werkzeuge an die Hand geben und die haben sie derzeit kaum.

Alles massive Eingriffe in das Eigentumsrecht. Unfassbar.

Wie ist's eigentlich dazu gekommen, dass wir eine solche Wohnungsnot haben? Durch eine mitnichten alternativlose Politik der offenen Grenzen und immer neue Auflagen im Baurecht, weil Deutschland auch in punkto Klima die Welt retten muss.

Aber ja: Schuld sind die wenigen Leute, die aufgrund schlechter Erfahrungen nicht Vermieten wollen. Leerstand ist zwar genauso wenig ein entscheidendes Problem - v.a. nicht in den Metropolen! -  wie die Oma, die ihre letzten Jahre noch in der gewohnten Umgebung verbringen will, wo jeder Handgriff sitzt. Wenn man aber hier ansetzen wollen würde, müsste man die Rolle der Vermieter stärken, so dass man Mieter im Fall der Fälle schnell ohne allzu große Kosten auch wieder los werden könnte. Das Gegenteil passiert. Vermieten wird immer unattraktiver gemacht.

Die Leute „verbrauchen“ viel mehr Wohnraum als früher.  In den 50er Jahren im Schnitt 20qm/Kopf,  in den 90er Jahren 35qm und jetzt 49qm pro Kopf.

Man will großzügig wohnen, man kann es bezahlen, man tut es.

Man kriegt in München morgen eine Wohnung, wenn man bereit ist 30$/qm für eine möblierte Wohnung auf Zeit auszugeben.

Bezahlbaren Wohnraum gibts halt nicht.  Den kann und will niemand bereitstellen.

Zitat von luxander am 14. Mai 2026, 10:37 Uhr

Alles massive Eingriffe in das Eigentumsrecht. Unfassbar.

Weit weniger massiv, als Dir in der nicht folgenden Sachdiskussion lieb sein dürfte.

Wie ist's eigentlich dazu gekommen, dass wir eine solche Wohnungsnot haben? Durch eine mitnichten alternativlose Politik der offenen Grenzen und immer neue Auflagen im Baurecht, weil Deutschland auch in punkto Klima die Welt retten muss.

Schuld sind also die Ausländer? Lässt tief blicken.

Aber ja: Schuld sind die wenigen Leute, die aufgrund schlechter Erfahrungen nicht Vermieten wollen.

Das sind nicht wenige, das ist eine signifikant große Gruppe.

Leerstand ist zwar genauso wenig ein entscheidendes Problem - v.a. nicht in den Metropolen! -

Metropol(region)en sind die einzige Ausnahme, davon haben wir in D etwa 3-9 mit nachhaltigem Bevölkerungswachstum, je nachdem, welche Studie man bemüht. Also im worst case 10 Ballungsräume, wo man in der Tat mehr und anders bauen müsste.

In diesen Bereichen gibt es aber eh kaum Leerstand und ergo würden die beschriebenen Maßnahmen nur in Extremfällen und damit sehr sehr selten zur Anwendung kommen. Faktisch vermutlich gar nicht.

In allen anderen Bereichen würde es aber helfen.

Leider fast schon die erwartete Antwort.

Zitat von MFZ73 U3/5 => 6 am 14. Mai 2026, 11:32 Uhr
Zitat von luxander am 14. Mai 2026, 10:37 Uhr

Alles massive Eingriffe in das Eigentumsrecht. Unfassbar.

Weit weniger massiv, als Dir in der nicht folgenden Sachdiskussion lieb sein dürfte.

Wie ist's eigentlich dazu gekommen, dass wir eine solche Wohnungsnot haben? Durch eine mitnichten alternativlose Politik der offenen Grenzen und immer neue Auflagen im Baurecht, weil Deutschland auch in punkto Klima die Welt retten muss.

Schuld sind also die Ausländer? Lässt tief blicken.

Nee, ursächlich ist eine verfehlte Migrationspolitik. "Schuld" ist da der völlig falsche Begriff. Ich bin durchaus dankbar in Wohlstand und Frieden aufgewachsen zu sein und kann nachvollziehen, dass andere Menschen deswegen nach D wollen. Immer noch eines der besten Länder zum Leben.

Tief blicken lässt vor allem die Antwort deinerseits. Typisches Muster in Diskussionen hier: Wenn etwas nicht ins eigene Weltbild passt, direkt persönlich werden.

Jetzt die Daumenschrauben für Hausbesitzer anzuziehen und mehr Bürokratie zu schaffen. Das könnte sich als kontraproduktiv erweisen.

Zitat von TakeTwo am 14. Mai 2026, 11:08 Uhr

Die Leute „verbrauchen“ viel mehr Wohnraum als früher.  In den 50er Jahren im Schnitt 20qm/Kopf,  in den 90er Jahren 35qm und jetzt 49qm pro Kopf.

Bezahlbaren Wohnraum gibts halt nicht.  Den kann und will niemand bereitstellen.

Den gibt's je nach Region durchaus. Ich vermiete z.B. im Altbau unterhalb des Mietspiegels. Teurer wird's neben der Inflation für meine Mieter v.a. weil ich gezwungen werde, energetisch was machen zu lassen und das sicherlich weitergeben werde.

Rein anekdotisch: Bei Leuten, die unbedingt in Städten wie Freiburg leben müssen, obwohl sie in der Provinz genauso gut bezahlte Jobs bekämen, hält sich mein Mitleid dann auch in Grenzen. Kann das Gejammere eines befreundeten Paares disbezüglich nicht mehr hören. In vielen Regionen sind Immobilien nach wie vor erschwinglich.

Eine Liberalisierung der Mietengesetze würde Bewegung in den Wohnungsbestand bringen.
Zum Beispiel könnte geregelt werden, dass die Bestandsmieten in zwei jährlichen Schritten auf den zutreffenden Wert des Mietpreisspiegels erhöht werden dürfen.
In einem zweiten Schritt, der dann drei Jahre dauert, darf auf den Mietpreis für Neuvermietung erhöht werden.

Allein diese Ankündigungen würde dazu führen, dass viele darüber nachdenken, wie es sie betreffen würde. Es käme dann Bewegung in den Wohnungsbestand, es lohnt sich nicht mehr, eine große Wohnung vorzuhalten, man wechselt kostengünstig in eine kleinere Wohnung.

Auch der Eigentumsmarkt  würde befeuert. Wenn man höhere Mietbelastungen auf sich zukommen sieht, überlegt man eher, in Eigentum umzusteigen. Und auch die Vermieter würden es als Signal ansehen, Mietwohnungen zu bauen.

In fünf Jahren sieht es dann am Mietwohnungsmarkt ganz anders aus. Für diejenigen Mieter, für die diese Umstellung eine unzumutbare Mietbelastung bringen würde, gibt es das Wohngeld. Und das kann durch die Steuern auf die höheren Mieten finanziert werden.

Zitat von luxander am 14. Mai 2026, 12:48 Uhr

Leider fast schon die erwartete Antwort.

Zitat von MFZ73 U3/5 => 6 am 14. Mai 2026, 11:32 Uhr
Zitat von luxander am 14. Mai 2026, 10:37 Uhr

Alles massive Eingriffe in das Eigentumsrecht. Unfassbar.

Weit weniger massiv, als Dir in der nicht folgenden Sachdiskussion lieb sein dürfte.

Wie ist's eigentlich dazu gekommen, dass wir eine solche Wohnungsnot haben? Durch eine mitnichten alternativlose Politik der offenen Grenzen und immer neue Auflagen im Baurecht, weil Deutschland auch in punkto Klima die Welt retten muss.

Schuld sind also die Ausländer? Lässt tief blicken.

Nee, ursächlich ist eine verfehlte Migrationspolitik. "Schuld" ist da der völlig falsche Begriff. Ich bin durchaus dankbar in Wohlstand und Frieden aufgewachsen zu sein und kann nachvollziehen, dass andere Menschen deswegen nach D wollen. Immer noch eines der besten Länder zum Leben.

Tief blicken lässt vor allem die Antwort deinerseits. Typisches Muster in Diskussionen hier: Wenn etwas nicht ins eigene Weltbild passt, direkt persönlich werden.

Du kannst das gern als Beleidigung an den Forenbetreiber melden und ich bin sofort und jederzeit bereit, meine persönlichen Daten zur Verfügung zu stellen, wenn Du die entsprechende Klage auf den Weg bringst.

Kriegst Du nie im Leben durch.

Jetzt die Daumenschrauben für Hausbesitzer anzuziehen und mehr Bürokratie zu schaffen. Das könnte sich als kontraproduktiv erweisen.

Nochmal: wo ist der Sachbeitrag in Bezug auf meine These? Ich habe ein Grundstück beschrieben, dass seit +10 Jahren leer steht. Ich habe eine Wohn-Immo/EFH beschrieben, dass seit 10 Jahren nicht bewohnt wird.

Übrig bleibt - in einem (sic) Frugalisten-Forum - die Argumentation, dass (reales Beispiel aus meiner Straße) zwei ü80-jährige ein Dreifamilienhaus bewohnen und dabei die oberen Wohnungen gar nicht mehr betreten können, weil die die Treppen nicht mehr schaffen. Ist vor +5 Jahren alles im EG ebenerdig umgebaut worden, die Kinder sind seit 30 Jahren aus dem Haus. Das ist weder in meiner Straße noch grundsätzlich ein Einzelbeispiel, in einer alternden Gesellschaft schon erst recht nicht.

Relativ weit oben im Grundgesetz steht die These, dass Eigentum verpflichtet.

Und das möchtest Du ernsthaft in diesem Forum mit der Argumentation verneinen, dass "D in puncto Klima nicht die Welt retten könne"?

Ganz dünnes Eis.

 

Ich habe zwei Dinge ausgedrückt: 1. Dass die Misere wesentlich durch Migrationsbewegungen verursacht wurde. Damit ist man bei dir und vielen anderen linksliberlaen Geistern dirket in einer Liga mit Höcke, womit man sich in der Sache eher selbst schaden dürfte. Schade. 2. Dass Wohnungspreise auch durch Auflgen, energetisch was machen zu müssen, ansteigen.

Von Einzelfällen abgesehen - wie von dir geschildert - würde das Erfassen nicht vermieteten Wohnraums in eher ländlichen Räumen daneben viel Bürokratie erfordern. Das sind oft irgendwelche verbauten Buden. Ob die Kommunen über geeignete Übersichten verfügen? Ich bezweifle es.

Wegen dieser (siehe 1. und 2.) - meine Sicht! - Fehler jetzt die Daumenschrauben anzuziehen und irgendwelche Rentner zu problematisieren, die "zu viel Wohnraum" haben und nicht richtig nutzen. Kann man machen. Zu Ende gedacht, ist man dann bei dir  (überspitzt formuliert) quasi bei Zwangseinquartierungen irgendwelcher Leute, die man nicht im eigenen Haus will und kaum noch los wird.

 

Vor ein paar Tagen auf Bild.de: Experten schlagen Alarm: Millionen Deutschen droht die Wohnarmut | Politik | BILD.de „60 Prozent der Kleinvermieter erwägen, wegen der Überregulierung und deren Folgekosten die Vermietung aufzugeben, ihre Wohnungen sogar zu verkaufen. Folge: Das Angebot wird noch knapper, Investitionen bleiben aus. Darunter leiden die Mieter.“ („Haus & Grund“-Präsident)

 

 

Zitat von luxander am 15. Mai 2026, 10:06 Uhr

Ich habe zwei Dinge ausgedrückt: 1. Dass die Misere wesentlich durch Migrationsbewegungen verursacht wurde. Damit ist man bei dir und vielen anderen linksliberlaen Geistern dirket in einer Liga mit Höcke, womit man sich in der Sache eher selbst schaden dürfte.

Die Migrationsdebatte hast Du selbst angefangen, ist überhaupt nicht mein Thema. Wir haben zu wenig Wohnraum, das ist das Problem. Löse es. Mit einer Debatte, ob ich ein linksliberaler Geist bin oder nicht, mit Sicherheit nicht.

Schade.

Nein. Überflüssig.

2. Dass Wohnungspreise auch durch Auflgen, energetisch was machen zu müssen, ansteigen.

Erstens: worauf zielt mein Ansatz denn ab, luxander? Auf Neubau? Oder darauf, bestehenden (!) Wohnraum zu aktivieren? Wie soll der Preis steigen, wenn Leerstand aktiviert wird ... möchtest Du wenigstens versuchen, das zu erläutern?

Zweitens: die These, dass Baupreise auf Grund der hohen Auflagen unnatürlich steigen würden, ist ebenfalls eine Nebendebatte, die Du angefangen hast. Man muss sich aber nur mal die Reaktion des Normenkontrollausschusses und anderer Quellen auf das neue Heizungsgesetz ansehen, um zu wissen, das das alte G besser war und den Einwohnern dieses Landes eher niedrigere Heizkosten beschert hätte. Um das beim Verbrauch einzusparen, muss in der Folge noch besser gedämmt werden, was die Kosten weiter steigern wird. Bei anderen Bauthemen sind wir hintendran, das machen andere europäische Nachbarn besser, stimmt. Das liegt aber längst nicht allein an höheren Energiestandards.

Von Einzelfällen abgesehen - wie von dir geschildert - würde das Erfassen nicht vermieteten Wohnraums in eher ländlichen Räumen daneben viel Bürokratie erfordern. Das sind oft irgendwelche verbauten Buden. Ob die Kommunen über geeignete Übersichten verfügen? Ich bezweifle es.

  1. Das sind keine Einzelfälle, wenn allein in meiner kurzen (!) Straße mindestens 6 Wohnungen dauerhaft leer stehen, von denen ich weiß.
  2. Das sind auch keine verbauten Buden (ok, sowas sehe ich auch beinah täglich), sondern ganz normale MFH mit EG, OG und DG in gewachsener Mittellage zur Innenstadt.
  3. Die Instrumente gibt es längst, müssten nur (konsequenter) angewandt und die Prozesse verschlankt werden.  Auch die Übersicht ist theoretisch vorhanden, allerdings sind die entsprechenden Behörden - Thema Datenschutz - nicht entsprechend vernetzt. Das meiste liegt aber digital vor.

Wegen dieser (siehe 1. und 2.) - meine Sicht! - Fehler jetzt die Daumenschrauben anzuziehen und irgendwelche Rentner zu problematisieren, die "zu viel Wohnraum" haben und nicht richtig nutzen. Kann man machen. Zu Ende gedacht, ist man dann bei dir  (überspitzt formuliert) quasi bei Zwangseinquartierungen irgendwelcher Leute, die man nicht im eigenen Haus will und kaum noch los wird.

Nur, wenn man das so dramatisieren will wie Du. Klingt bei Dir so, als ob man jeden Mieter nur möglichst schnell loswerden müsste.

 

Vor ein paar Tagen auf Bild.de: Experten schlagen Alarm: Millionen Deutschen droht die Wohnarmut | Politik | BILD.de „60 Prozent der Kleinvermieter erwägen, wegen der Überregulierung und deren Folgekosten die Vermietung aufzugeben, ihre Wohnungen sogar zu verkaufen. Folge: Das Angebot wird noch knapper, Investitionen bleiben aus. Darunter leiden die Mieter.“ („Haus & Grund“-Präsident)

Hast Du von mir in diesem Forum jemals den Satz gelesen, dass ich Einzel-/Kleinvermietung für sinnvoll erachte? Kannst mal anfangen zu suchen, bin schon etwas länger dabei. Spoiler: den Satz wirst Du von mir nicht finden, weil das Klumpenrisiko viel zu groß ist und das irgendwann durch gesellschaftliche Zwänge/Randbedingungen einkassiert wird. Genau das passiert gerade und die Kleinmichelvermieter weinen jetzt wieder rum, dass das Lebenslego nicht aufgeht. Kein Mitleid meinerseits, unter 5 Einheiten muss man schon wissen, was man tut. Und das wissen die meisten nicht.

Abgesehen davon ist das Argument, es würde Wohnraum verloren gehen, wenn man eine vermietete Wohnung verkauft ... nun ja ... err ... cringe.

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