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wo stehe ich eigentlich? - Plan für die nächsten 10-15 Jahre

Hallo zusammen,

eigentlich bin ich nur durch Zufall über verschiedene Artikel über Frugalismus aufmerksam geworden und irgendwie auf dieser Seite gelandet. Das ganze Thema ist aber nicht nur äußerst interessant, sondern ich finde mich auch teilweise mit meinen Überzeugungen in den Aussagen vieler Foristen hier wieder.

Ich bin 40 Jahre alt, wohne im Raum Köln/Bonn/Düsseldorf. Seit 2004 bin ich als Wirtschaftsinformatiker beruflich tätig (angestellt). Über meine Verhältnisse habe ich seit dem Studium nie gelebt. Mir war es wichtig, immer einen "Notgroschen" jeden Monat zur Seite legen zu können. Seit Berufbeginn habe ich also immer schon gespart.

Kurz darauf lernte ich auch meine Frau kennen. Wir haben sehr kurzfristig ein kleines Reihenhaus gekauft um a) keine Miete mehr zu zahlen und b) das Wohnen aufzuwerten. Plan war, das Haus schnell abzuzahlen, um dann endlich in ein "großes" Neubau Haus umzuziehen. Erste Aktienkäufe habe ich zeitgleich getätigt, weil mir klar war, dass nur hier eine ordentliche Rendite möglich ist. (erstes Invest: super. - Hat die nachfolgenden Fehler "bezahlt"). Danach  bin ich mit Aktien recht vorsichtig geworden.

Zwischenzeitlich haben wir einen wunderbaren Sohn bekommen. Ziemlich bald danach ist meine Frau dann leider in ein Burnout gerutscht (Beruf), was unseren "großen Plan" ersteinmal aufgeschoben hat. Vom Kopf her haben mich die darauffolgenden Jahre andere Dinge als Geldanlage beschäftigt. Und nun geht es wieder bergauf 🙂

Heute:Unser Sohn ist 8 Jahre alt, meine Frau ist im letzten Jahr Ihrer Ausbildung für den neuen Beruf. WIR sind glücklich, dass wir uns gegenseitig haben. WIR möchten kein größeres Haus mehr haben, wir sind zufrieden. Wir haben gelernt, dass es auf andere Dinge fernab materieller Werte ankommt. Daruas ist schlussendlich auch der Wunsch entstanden, nicht mehr ein Zahnrad im großen Ganzen sein zu müssen, sondern zu können.

Über die für mich bewegenden Jahre habe ich zwar immer weiter gespart, nur leider nicht sehr renditefreundlich.

Mein Plan ist nun, in 10 bis 15 Jahren die FI zu erreichen und dann vielleicht Teilzeit zu arbeiten. Doch wo stehe ich dabei eigentlich? Ich habe keine Vergleiche ("über Geld redet man doch nicht..."). Mit Kollegen und Freunden können wir über dieses Thema nicht sprechen.

Gegeben:

  • Wir wohnen mietfrei im Eigentum, übliche Instandhaltungskosten
  • Gehalt: 4100€, Sparquote gute 65%; Ausbildungsvergütung meiner Frau kommt auf die restlichen 35% hinzu: 650€, ab Sommer 2020 1600€++
  • Heutige Ersparnisse ca 275t,  90% davon auf den mittlerweile nicht mehr verzinsten Tagesgeldkonten. (Das nenne ich Opportunitätskosten, die wir für den Kauf eines neuen Hauses in Kauf genommen haben)

Ich möchte vor allem die Erpsarnisse von den Tagesgeldkonten in ETFs   MSCI  word + EM  umschichten. Aber wie?? - Sparplan mit großen Raten oder Einmalanlagen?  Ein bisschen "Spielgeld" für Aktien?  Oder weitere Invests in Unternehmungen, die einmal passive Einkünfte abwerfen?  Immobilien für die Vermietung schließe ich aus, da die Immobilienpreise für mich zu hoch liegen (Reihenhäuser ab 500ts, Wohnung nicht unter 35 Jahres Kaltmieten).

Auf Anregungen, Ideen, Gedanken oder auch kritische Kommentare freue ich mich.

 

Hallo Alex,

willkommen hier im Forum.

Ich lese bei Dir eine gewisse Angst heraus, alles auf einmal zu investieren (vielleicht, weil Du Angst vor einem Börsencrash hast?).

Da empfehle ich Dir:
1) Festlegen, wie hoch Dein "Sicherheitspolster" sein muss, damit Du ruhig schlafen kannst. (Denk dran, dass auch monatlich reichlich Geld reinkommt, von dem Du locker leben kannst.)
2) Das Kapital, auf das Du 10 Jahre und länger verzichten kannst, JETZT in einen ETF einzahlen. Du hast Zeit, um Rückgänge auszusitzen (denn auch nach dem Teilausstieg kannst Du von Deinem Restgehalt leben und musst voraussichtlich 15, 20 Jahre nicht an die Fonds ran.
3) Angst vor dem falschen Zeitpunkt? https://wealthyaccountant.com/2018/09/20/where-to-invest-your-money-when-the-stock-market-is-overpriced/   https://www.gerd-kommer-invest.de/timing-des-markteinstiegs/
4) Welcher Fonds soll es sein? https://www.finanzwesir.com/blog/etf-mischung-egal

 

Hallo Alex,

herzlichen Glückwunsch zu deinem tollen Sparerfolg, deiner Familie und deinem Nachwuchs.

Bezüglich der von dir angesprochenen "Timing-Thematik" des Einstiegs in den Aktienmarkt würde ich in Anbetracht des derzeitigen Spätzyklus (Aktien, Konjunktur u. Credits) und deines hohen Cash-Bestandes eine vorsichtigere Herangehensweise vorschlagen.

Denkbar wäre z.B. ein Einstieg in mehreren Stufen z.B. über 3 Jahre verteilt, oder eben etwas schneller falls es vorher zu einer kräftigen Korrektur, Rezession und/oder Finanzmarktkrise kommt. Selbst dann würde ich staffeln, dann allerdings den Einstiegszeitraum verkürzen, z.B. gestaffelt nach Kursrückgängen.

Zu überlegen wäre ggf. auch, anstelle des MSCI World Index - wegen des sehr hohen US-Anteils - eine Aufteilung in S&P 500 und Stoxx Europe 600 vorzunehmen.

Hallo @alex79,

275K und ein abbezahltes Haus ist schon mal nicht schlecht. Ich würde als erstes mal so investieren, dass du jährlich 1.600 € Kapitalerträge erzielst, um den Sparerfreibetrag auszunutzen. Ob das ein ausschüttender ETF oder ein/zwei dividendenstarke Einzeltitel sind, ist eigentlich egal... Hauptsache die 1.600€ sind steuerfrei eingeheimst.

Nur mal als Beispiel (ohne, dass das jetzt als konkrete Empfehlung zu verstehen ist): Münchener Rück hat aktuell eine Dividendenrendite von knapp 5%. 32.000 € Aktien wären dann quasi die 1.600€ jährliche Dividende. Die würde ich sofort investieren. Verbleiben noch knapp über 240.000€.

Ich persönlich würde das schnell und in voller Höhe (aber keinesfalls unüberlegt) in ETFs und Einzelaktien investieren. Wenn man sich ein wenig absichern man (gegen einen eventuellen Crash), kann man auch 24 Monate lang je 10.000 € umschichten plus die monatliche Sparrate. Mir persönlich wäre wichtig, dass es diversifiziert, aber nicht zu kompliziert ist. Max. 2 Einzeltitel und max. 2 ETFs... das wars. Alles sollte nicht-ausschüttend sein, damit erstmal keine Steuer anfällt (bis auf die neue ETF-Steuer). Wenn die 240.000€ dann amgelegt sind, würde ich nur noch die monatlichen Überschüsse (65% von 4100 = knapp 2.500) anlegen.

Wobei... Teilzeit könntest du ja heute schon machen. Wenn du 4.100 € verdienst, aber nur knapp 1.600 € ausgiebst, dann wäre 50% Teilzeit schon drin. Aber wenn man - angenommen - 500K oder mehr in der Hinterhand hat, geht das natürlich entspannter 🙂

 

Leute, Alex hat bisher keine Erfahrung mit Aktien, lasst ihn einen oder zwei ETF kaufen und denen beim Wachsen zusehen. Er muss nicht die letzten 0,3 % Rendite rausholen mit aktivem Investment. Es ist schon ein großer Schritt von der negativen Rendite (Tagesgeld) weg zur Marktrendite in ETF, den sollte er - abzüglich seines individuellen Sicherheitspolsters! - sofort tun. Er hat noch mindestens 20 Jahre Zeit.

Alex, lies die drei genannten Links, dann musst Du auch nicht versuchen, den Markt zu timen oder Freibeträge auszufüllen. Wenn mit der Zeit das Interesse wächst und Du schon ein bisschen Erfahrung mit dem Auf und Ab an der Börse und Einblick in die steuerlichen Konsequenzen hast, dann kannst Du mit dem, was Du monatlich ja noch weiterhin ansparst, immer noch Einzeltitel kaufen.

Vielen Dank für Eure Antworten und Ideen.

@Christine: Ich hadere tatsächlich damit, zum jetzigen Zeitpunkt das Tagesgeld komplett in ETFs zu packen. Ich sehe - wie Thoreau - die Konjunktur und Märkte vor einer Korrektur stehen. Ein Einstieg in mehreren Stufen über 2-3 Jahre vorzunehmen erscheint mir da sinnvoller.

@ skywatcher: Dein Hinweis auf die Ausschöpfung des Sparerfreibetrags ist wichtig. Den habe ich bisher bei weitem nicht ausgeschöpft. Ob ich das mit einem einzelnen Dividendentitel mache muss ich für mich noch entscheiden... 🙂

In Teilzeit möchte ich aktuell noch gar nicht gehen, da mir der Job Spass macht und eine gewisse Struktur vorgibt.

Was ich noch erwähnen möchte: Oliver's Blog hat mir die Augen geöffnet, dass wir in gewisser Weise schon immer ein bisschen frugal gelebt haben. Das Wettrennen nach dem Neusten, Besten, Größten, ....  war nie unser Ding. Wir verzichten nicht. Aber sogenannte Impulskäufe gibt es nicht. Vor großen Anschaffungen hinterfragen wir den Nutzen und Mehrwert. Leider haben sich trotzdem über die letzten 10 Jahre diverse Dinge angesammelt, die heute weder einen Nutzen haben, Platz wegnehmen, und damit einfach eine "Belastung" sind. Hier haben wir also noch Optimierungpotential zu unserem "persönlichem Glück"...  🙂

Dieses Forum werde ich interessiert weiterlesen. Es ist schön zu sehen, dass man mit dieser Denkweise nicht ganz alleine dasteht...

 

Hallo Alex,
ich find's gut, dass Du nicht - wie so manche in der Szene - versuchst, so schnell wie möglich auszusteigen und auf Minimalstkosten abzuspecken, sondern, dass Du Dir ganz gelassen noch Zeit nimmst.
Zitat von Alex79 am 29. September 2019, 9:49 Uhr

Vielen Dank für Eure Antworten und Ideen.@Christine: Ich hadere tatsächlich damit, zum jetzigen Zeitpunkt das Tagesgeld komplett in ETFs zu packen. Ich sehe - wie Thoreau - die Konjunktur und Märkte vor einer Korrektur stehen. Ein Einstieg in mehreren Stufen über 2-3 Jahre vorzunehmen erscheint mir da sinnvoller.

Nur mal so als Gedanken:
Wir nehmen an, der Markt steigt weiter. Dann wartest Du und wartest Du und wartest auf die Korrektur, bei der Du dann einsteigen willst. Und bist nicht dabei.
Wir nehmen an, der Markt fällt ab morgen. Dann wartest Du und wartest und wartest, weil es ja sicher noch weiter fällt. Und bist nicht dabei, wenn es wieder dreht.
Da wir keine Glaskugel haben, kannst Du den richtigen Zeitpunkt nicht erwischen. Aber Du hast das Wichtigste: Zeit. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt (für alles Geld, das Du die nächsten 10 Jahre nicht brauchst).

Ich hab leider nur ein altes Berechnungsbeispiel in meinen Unterlagen gefunden (gibt's aber bestimmt auch aktualisiert*):
Titel: Das Verpassen der besten Tage kann die Performance deutlich mindern
Deutschland: 1. Januar 1987 bis 31. Dezember 1997
Jährliche Performance bei Anlage ...
... an allen Tagen:                     + 9,7 %
... ohne die besten 10 Tage:    + 4,2 %
... ohne die besten 20 Tage:   + 0,6 %
... ohne die besten 30 Tage:   - 1,6 %
... ohne die besten 40 Tage:   - 4,0 %

Mein Fazit draus heißt: Bei ausreichendem Zeithorizont und ausreichender Sicherheitsrücklage sollte nicht nach Bauchgefühl investiert werden; reinspringen und dann wirklich durchhalten. Dabeisein (investiert sein) ist in diesem Falle alles. Roemheld sagt es so: "Zeit ist bei der Aktienanlage wichtiger als der Zeitpunkt."

* Doch noch was Aktuelles gefunden: https://www.dasinvestment.com/kapitalmarktstratege-bei-fidelity-international-nur-10-boersentage-haben-ueber-erfolg-der-aktienanlage-entschieden/

Hallo Christine,

meine "Angst" vor dem falschen Zeitpunkt zum Invest überdenke ich gerade. Sehr hilfreich ist dabei vor allem der Link zum Vergleich  der Investitionsstrategien MVT vs SOWI. 🙂      Erste (sehr gute) Erfahrungen habe ich Ende 2008 und Anfang 2009 mit Direktinvests in Aktien Einzelwerte gesammelt. Der Zeitpunkt war ideal, um kurzfristig eine ordentliche Rendite einzufahren.  Mit einem langfristigen Anlagehorizont mit diversifizierten ETFs spielt das tatsächlich keine Rolle mehr.

Mit ersten zögerlichen Investitionen in ETFs habe ich vor knapp einem Jahr begonnen. Leider nicht wirklich überlegt und strukturiert, aber das Kind ist damit nicht in den Brunnen gefallen. Somit muss ich für mich nun überlegen, wie mein Portfolio in Zukunft aussehen soll.

Ziel: einfach und nachvollziehbar. Im Grunde also Großteil des heutigen Tagesgeldes in 2 oder 3 ETFs umschichten und weiter besparen: MSCI world ex EMU (läuft schon), MSCI EM. Europa fehlt noch, da suche noch im Stoxx Europe.  Konkrete Produkte muß ich mir dazu noch in Ruhe heraussuchen. Wie sschreibt der Finanzwesir sinnbildlich? - Ob 2 oder 4 ETFs ist eigentlich unerheblich, solange es nicht um die Nachkommastelle gefeilscht wird, und ausreichend diversifiziert wurde.

Vielen Dank für den Input. Ich gönne mir noch ein paar Tage, um die nächsten Schritte zu Ende zu denken. Einfach, damit sich das für mich "rund" anfühlt. Und dann wird der fertige Plan umgesetzt. 🙂

Zum Thema Freibetrag ausnutzen:

Es muss nicht unbedingt das sinnvollste Vorgehen sein, bis zur Ausschöpfung des Freibetrags in Ausschütter zu investieren – sagt Grand Master Joerg:
https://frugalisten.de/steuern-kapitalertraege-privatier-optimieren/#comment-68650

Zum Thema Einmalinvestition vs. zeitliche Streuung:

Für den Einstieg in den Aktienmarkt (sofern du dich prinzipiell dafür entscheidest) auf eine "Korrektur" zu warten, macht aus den von Christine gut erläuterten Gründen keinen Sinn: Den "richtigen" Einstiegszeitpunkt zu finden wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren.

Dennoch kann es Sinn machen, sein Geld nicht auf einmal, sondern gestaffelt über einen definierten Zeitraum zu investieren. Das senkt natürlich die statistische Renditeerwartung gegenüber einer Sofortinvestition, aber gleichzeitig auch das Downside-Risk von sehr schlechten Renditen, falls man ausgerechnet zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt investiert. Dazu empfehle ich auch immer wieder folgenden Artikel vom Finanzwesir:
https://www.finanzwesir.com/blog/markttiming-zeitlich-diversifizieren

Zitat von Oliver am 29. September 2019, 19:28 Uhr

Dennoch kann es Sinn machen, sein Geld nicht auf einmal, sondern gestaffelt über einen definierten Zeitraum zu investieren.

Ich lernte das vor 20 Jahren unter dem Begriff "Cost-Average-Effekt" kennen und als Verkaufsargument für Sparpläne. Die wird Alex nämlich auch noch einrichten können, mit seinem monatlichen und durchaus stattlichen Haushaltsüberschuss. Es ist übrigens auch der Grund, warum fondsgebundene Lebens-/Rentenversicherungen funktionieren: Man spart diszipliniert und lässt sich bei fallenden Kursen nicht ins Bockshorn jagen (bzw. hat das bei Versicherungsbeiträgen nicht so auf dem Schirm wie bei einem Depot, das heutzutage live beobachtbar ist).

Alex wird sich jetzt für das entscheiden müssen, womit er ruhig schlafen kann. Und in 10 Jahren sind wir alle hier schlauer :-))

 

Ich würde 40t auf einem Tageseldkonto lassen, 200t gestreckt über 2J in einen MSCI World und den Rest festverzinslich (Einlagensicherung beachten, ggf splitten mit Frau) über 5J anlegen.

Stehst doch ganz gut da, Alex. Was soll da noch so groß schief gehen? Kannst doch auch jetzt schon gut TZ arbeiten (finanziell gesehen zumindest).

Zum Thema Einstiegszeitpunkt bin ich völlig d`accord was Sparpläne betrifft. Die Allermeisten hier im Forum scheinen ja auch regelmäßig anzusparen. Damit ist die Timing-Thematik für diese Leute weitestgehend gelöst.

Bei der Einmalanlage, die hier ja auch im Fokus steht, sehe ich diese Thematk  - auch aus psychologischen Gründen - anders. Wenn aus den ursprünglichen 275 TEUR mal ebenso 140 TEUR werden, können die regelmäßigen Sparer den Verlust ja noch relativ gelassen sehen, da für sie ja "nur" die möglicherweise zuvor erzielten Gewinne verloren gehen, was natürlich auch nicht schön ist. Wenn dagegen der Ersteinsteiger den (Buch)Verlust von unterstellt 135 TEUR erleidet, wird ihn dies emotional vermutlich stärker treffen, da ja das hart ersparte Kapital - zumindest für den Moment - verloren geht.

@ Alex: Zur aktuellen Marktlage: wieso findet eigentlich der langfristig agierende Superinvestor Warren Buffet, der ja bekanntermaßen sehr optimistisch und risikobereit ist -  keine einzige Anlagemöglichkeit für seinen riesigen Cash-Berg von rund 120 Mrd. USD ? Wenn die These stimmt, dass der Einstiegszeitpunkt quasi irrelevant ist, wieso greift die lebende Legende von Omaha zurzeit nicht zu ? Vielleicht weil die Renditeerwartungen - zumindest über einen Zyklus hinweg - ganz maßgeblich und entscheidend vom Einstiegszeitpunkt abhängen ? Kann es sein, dass die aktuellen Bewertung UND Margen der Unternehmen in den USA extrem hoch sind und die konjunkturellen Perspektiven nach einem 10-jährigen Aufschwung nicht mehr so vielversprechend sind wie noch in 2009 ?

 

 

 

Zitat von Thoreau am 1. Oktober 2019, 19:39 Uhr

wieso findet eigentlich der langfristig agierende Superinvestor Warren Buffet, der ja bekanntermaßen sehr optimistisch und risikobereit ist -  keine einzige Anlagemöglichkeit für seinen riesigen Cash-Berg von rund 120 Mrd. USD ?

Könnte natürlich auch einfach daran liegen, dass sein Zeithorizont nicht mehr so ganz lang ist 😉