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Wieviel Geld ist genug? Geld als Belastung?

Gibt es da bei Euch eine Grenze wo Ihr sagen würdet, mehr möchte ich gar nicht besitzen, z.b. 1 Million? .... oder habt Ihr gar mit dem Gedanken gespielt Euer Geld zu verschenken, weil Ihr es als Belastung (z.b. ständige Angst es wieder zu verlieren) empfindet?

Diese zugegebenermaßen interessante Frage ist wohl nur individuell zu beantworten, da sie von der Lebenssituation (Familie?), der Wohnsituation (Stadt/Land), den eigenen Bedürfnissen und dem persönlichen Sicherheitsdenken abhängt und bestimmt habe ich noch etwas vergessen 😉. Die meisten hier werden wohl lieber noch etwas mehr auf der Habenseite ansammeln wollen. Gedanken wem man das dann mal vermacht kann man sich ja dann auch noch in Form eines Testaments machen 😎

Ich glaube, ab 3 Millionen wäre ich entspannt. Aber da werd ich nicht hinkommen.

Meine frugale Grenze : Ausreichendes gut gestreutes Vermögen für die vorzeitige Entnahme für Teilzeitarbeit oder die Job Kündigung. Mehr brauche ich nicht.

Verlustangst habe ich nicht, da Verluste dazu gehören. Wer sein Geld unverzinst auf dem Sparbuch liegen lässt oder nichts spart, sollte Angst haben.

Ich spende Zeit in ehrenamtlicher Tätigkeit. Ich zahle Steuern 1. Klasse und Sozialabgaben. 🙂

3 Tage Woche. Teilzeitarbeit.
Zitat von Waermflasche am 3. Juni 2019, 15:09 Uhr

Gibt es da bei Euch eine Grenze wo Ihr sagen würdet, mehr möchte ich gar nicht besitzen, z.b. 1 Million? .... oder habt Ihr gar mit dem Gedanken gespielt Euer Geld zu verschenken, weil Ihr es als Belastung (z.b. ständige Angst es wieder zu verlieren) empfindet?

Hallo Wärmflasche,

es gab mal eine Umfrage durch ein glaubwürdiges Institute wie viel Geld monatlich zur Verfügung stehen muss um glücklich zu leben bzw. zufrieden und enspannter durchs Leben zu gehen. Bei 95 Prozent der Befragten lag dieses monatliche Einkommen zwischen 2000 und 5000 Euro, bei über 70 Prozent zwischen 2-3000 Euro monatlich. Danach spielte mehr Geld nur noch eine untergeordnete Rolle bezogen auf ein positives Lebensgefühl. Das ist jetzt zwar nicht die genaue Antwort nach dem maximalen Vermögen, aber man kann ja hochrechnen wie viel Vermögen für die monatlichen 2-5000 Euro die zur Verfügung stehen sollten da sein müssen. Ist dann natürlich schon eine weite Spanne, aber es gibt ja auch viele Faktoren die eine Rolle spielen.

Für mich wären 2000 euro /Monat glaub ich auch das Wohlfühlmass (da hätte ich dann noch eine guten Puffer nach unten, da ich keine Miete zahlen muss), das ist auch etwa das was mich (stand heute und vor Anleihencrash) etwa nach Kaufkraft im Rentenalter erwartet. Im Moment lote ich eher nach unten aus, was das absolute Minimum ist, was ich auch ganz spannend finde.

mit dem was darüber hinaus ist könnte man mit "retten" von anderen Menschen, die mir wichtig sind, einsetzen.

Ich hab sogar schon mal mit Gedanken gespielt, umsonst zu arbeiten (ohne Abhängkeit vom Geld ist der Druck weg) oder das Geld einfach so zu verschenken, z.b. bei Bedürftigen in den Briefkasten zu stecken, wenn ich genug habe....

Zitat von Schwaebin am 3. Juni 2019, 17:32 Uhr

Ich glaube, ab 3 Millionen wäre ich entspannt. Aber da werd ich nicht hinkommen.

3 Mios! Da könnten die meisten hier das Lachen nicht mehr sein lassen.

Ich denke mit 0,5 Mio (pro Person im Haushalt) lebt es sich schon wesentlich entspannter.

Kann mir nicht vorstellen, dass mich Geld irgendwann belasten würde - kann man zur Not ja einfach auf einem Konto liegen lassen. Aber wer weiß, wie es aussähe, wenn ich es wirklich hätte.

Was das umsonst arbeiten angeht: Genau das machen Millionen Menschen in diesem Land - insgesamt wird (wenn ich das richtig aufgeschnappt habe) mehr unentgeltlich gearbeitet, als entgeltlich. Eltern z.B., v.a. Mütter. Wenn die Kinder klein sind, muss rund um die Uhr einfach jemand da sein -  wenn Kinder nicht mehr klein sind... wenn ein Umzug ansteht, sind Vati und Mutti schon mal dabei, oder wenn  Enkelkinder da sind, und die Kinder selbst entgeltlich arbeiten müssen, und irgendwer die kleinen aus der Kita abholen muss. Oder Menschen, die Angehörige pflegen, natürlich auch ehrenamtliche, z.B. in Vereinen oder bei der Feuerwehr...

 

Ich habe keine feste Grenze,  ist eher ein fließender Prozess.  Ich rechne mit den Dividenden-Einnahmen, weiche derzeit etwa 400€ Netto monatlich ausmachen.  Das reicht bei 4 Kindern natürlich lange noch nicht,  geht aber ins Haushaltseinkommen mit ein.  Langfristig erfolgt eine weitere Umschichtung des Depots Richtung Dividenden.  Ich denke so ab 2000€ Netto-Dividende im Monat könnte ich es jobmäßig ruhiger angehen lassen, zumindest wenn die Kinder mal auf eigenen Beinen stehen.

Eine bezahlte Wohnung + 1000€

für mich gibt es keine Grenze. Warum soll mich Geld belasten? Ich würde vergleichbar zu jetzt leben.

Bist du arm, denkst du manchmal an Geld.

Hast du mehr Geld, denkst du oft an Geld

Bist du reich, denkst du nur noch an Geld.

Wars der Mark Twain (?), weiß ich nicht sicher ...

Für mich gilt zunächst die simple BWL-Regel: Gewinn = Umsatz - Kosten.

Oder anders: wenn die Einnahmen die Ausgaben übersteigen, bin ich schon irgendwie "reich". Am einfachsten über Ausgaben zu steuern 🙂

Nach meiner Scheidung vor 11 Jahren habe ich gründlicher über Geld nachgedacht. Versorgungsausgleich: rund 1/3 meiner Rentenansprüche werden an meine Exfrau übertragen (gönne ich ihr). Hinzu kam mal wieder eine Krise bei meinem Arbeitgeber - Sozialplan, Interessenausgleich, Betriebsversammlungen... Im Radio wurde berichtet, dass das Rentenniveau in Zukunft auf 43% fallen könnte. Konsequenz: jetzt schon mit 43% oder weniger des Netto auskommen, den Rest sparen (Tagesgeld). Habe ich ab dann gemacht (Frugalist, ohne das Wort zu kennen).

Die Krise ging vorbei, es ging bergauf, bergab usw. Bei der letzten Krise (Personalabbau) war ich alt genug, um mich für Altersteilzeit zu bewerben (ca. 85% Netto, abgesichert bis Alter 63, letzte 2 Jahre+2mo freigestellt). Ging auch alles glatt. Die Freistellung läuft noch bis Ende Juli, dann sollte die (mit  Abschlägen vorgezogene) Rente einsetzen. (Die ich seit 2018 mit freiwilligen Beiträgen, gut 35k, aufstocke, um eine "Eckrente" 45 pEP zu erreichen...)

Dass das Tagesgeld (zuletzt 208k) seit Jahren 0.00% Zinsen abwarf, habe ich beobachtet. Mein Umstieg vom Spekulationsvermeider zum Investor kam so: 2017 hatte ich angefangen, Siemens-Belegschaftsaktien zu erwerben, mit 50% Rabatt (viel zu spät, zugegeben). Beim Abschiedsgespräch der aktiven ATZ erwähnte mein "disziplinarischer Vorgesetzter", dass ich die Belegschaftsaktien auf ein eigenes Depot umschichten müsste. Ich sagte: "oder ich verkauf sie einfach", da hat er mich ganz entgeistert angeschaut. Daraufhin habe ich angefangen, mich mit Finanzwirtschaft zu beschäftigen. Depotkonditionen meiner lokalen Sparkasse.. und online-Broker-Vergleiche... Grundprinzipien von Anleihen, Aktien, Fonds, ETFs... war (ist bis heute) eine sehr lehrreiche Zeit.

Um mich von Wertpapieren nicht abhängig zu machen, habe ich das schließlich eröffnete onvista-bank-Depot als "Sondervermögen" deklariert. Ich darf einzahlen, aber normal nichts abheben. Verwendungszwecke sind:

- Kostendeckung bei stationärem Pflegebedarf (von dem ich hoffe, dass er nie eintritt - das wird sauteuer)

- sonst: Erbmasse für meine Töchter

Also verwalte ich dieses "Sondervermögen" ("family office") nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Entnahmeinteresse. Erträge werden reinvestiert, sobald sie 1k übersteigen. Mein Benchmark sind die 0.00% eff. Ertragsrendite der Sparkasse Bodensee, und bei der letzten Messung am 4.6.2019 hatte ich 5.05%, also gut geschlagen 🙂

Und ein Zieldepot für meine inzwischen 64,987 Stk (also knapp 65) Siemens AG-Aktien steht auch bereit.

Zu den Ausgangsfragen: Wieviel Geld ist genug? Eigentlich habe ich weit mehr als genug, aber bei stationärer Pflegebedürftigkeit kann sich das schnell ändern...

Geld als Belastung? Ich fühle mich nicht belastet, aber gut beschäftigt (was fein ist in ATZ Freistellung - Selbstfortbildung in Rentenrecht, Steuerrecht, Finanzwirtschaft kann ich sehr empfehlen): durch Recherchen zur Dt.Pfandbriefbank habe ich z.B. erfahren, dass sie ab diesem Jahr Dividenden nach §27 KStG, also steuerfrei, ausschüttet. Habe das auch meinen Internetkumpels mitgeteilt, und nachdem einer die pbb daraufhin aufgestockt hat, habe ich das durchgedacht und auch gemacht 🙂

Manche Menschen betrachten Vermögenszahlen als eine Art Spiel oder Sport. Die haben dann typischerweise nie genug.

Mit Geld kann man sich in vielerlei Hinsicht engagieren, das fällt vielleicht weg, wenn jemand den Glauben an seine Mitmenschen ziemlich verloren hat.

Wer Geld als Belastung ansehen würde, der würde vielleicht eigentlich seinen Umgang damit belastend finden? Etwa den Anspruch es immer zu vermehren oder nichts davon zu verlieren.

Ab wann ist es genug? Gute Frage. Es gibt aber wohl keine generelle Antwort darauf. Hier meine individuelle Antwort:

Für mich ist es genug, wenn es entspannt zum Leben reicht. Für mich heißt das, dass die Immobilie abbezahlt ist. Darüber hinaus brauchen wir aktuell so ca. 4000€ zum Leben, allerdings haben wir zwei Firmenwägen und sind krankenversichert. Ohne Arbeit würden wir mit einem Auto auskommen. Krankenversicherung müssten wir dann on top bezahlen. Da landen wir also bei ca. 5.000 € im Monat.

Macht 60.000 im Jahr; nach der 4% Regel 1.500.000 €. Da werde ich mit einer durchschnittlichen Rendite von 6% mit 55 auf jeden Fall landen. Aber wer weiß schon, wie das Leben kommt oder welche Pläne man bis dahin hat. Daher werde ich in knapp 11 Jahren mit 50 mal schauen, wo ich stehe und dann entscheiden. Wenn der Job dann noch Spaß macht, könnte man ja noch ein paar Jahre dranhängen... eventuell auch in Teilzeit. Vielleicht zieht es einen auch noch ein paar Jahre ins Ausland (Karibik, Mittelamerika, etc), wo es sich günstiger leben lässt. Dann reicht auch weniger als 1,5 Mio. Und mit 67 gibts ja Rente (wird mit aktuellem Gegenwert gerechnet so bei 3.000 € brutto liegen, wenn wir mit 50 aufhören bzw. 3.700, wenn wir bis 55 arbeiten sollten). Da muss man also nicht mehr so viel aus dem Vermögen zuschießen. Es würde also auch weniger reichen; wie viel genau sehe ich in 11 Jahren.

In Panama lebt es sich für 3.000 € im Monat wunderbar. Dafür bräuchte es 900.000€. Haus verkauft (700.000) plus 200.000 ansparen würde dann auch reichen (17 Jahre später würde allein unsere Rente die Lebenshaltungskosten decken). Von daher könnte ich auch 17 x 36.000 € nehmen (=612.000€) und die komplett ohne Rendite über 17 Jahre aufzehren und dann von der Rente leben. wenn das noch ein wenig Rendite abwirft, reichen evtl auch 500.000€.

Irgendwo zwischen 500.000 und 1.500.000 liegt also meine „Reicht-mir“-Summe. Je nach ungeplanter und unplanbarer Arbeitsfreude und ungewisser persönlicher Präferenzen.

 

Zitat von Gelöschter Benutzer am 3. Juni 2019, 15:09 Uhr

Gibt es da bei Euch eine Grenze wo Ihr sagen würdet, mehr möchte ich gar nicht besitzen, z.b. 1 Million? .... oder habt Ihr gar mit dem Gedanken gespielt Euer Geld zu verschenken, weil Ihr es als Belastung (z.b. ständige Angst es wieder zu verlieren) empfindet?

Sehr interessante Frage, über die sich schön philosophieren lässt.

  1. Siehe Geschichte "Hans im Glück" und mal darüber philosophieren
  2. Geld ist nur ein Werkzeug. Grundsätzlich ist Besitz auf Dauer eine Belastung bzw. wenn dich der Besitz besitzt. 😉 Besitz erfordert Verwantwortung, Pflege, Zeit, Aufmerksamkeit usw. usf.
  3. Siehe Minimalismus. Hierzu schönes Projekt von Rob Greenfield: EXTREME Minimalist Living With ONLY 47 Possessions!
  4. Probiere mal über den Tellerrand hinausschauen: Mit Walden, Bushcraften, Wild-Camping oder wie man es auch immer nennen möchte. D. h. in der Natur frei übernachten mit nicht mehr, was in einen Rucksack passt. Hierzu auch ein Verweis an die relativ aktuelle Serie 7 vs. Wild, die kürzlich ihr Debut auf YouTube hatte. Viele Kandidaten hatten echt tolle Erleuchtungen. Allen voran Fabio Schäfer, der Publikumsliebling! 🙂
Zitat von skywatcher am 5. September 2019, 23:26 Uhr

Ab wann ist es genug? Gute Frage. Es gibt aber wohl keine generelle Antwort darauf. Hier meine individuelle Antwort:

Für mich ist es genug, wenn es entspannt zum Leben reicht.

würde ich genau so sehen!

 

Zitat von skywatcher am 5. September 2019, 23:26 Uhr

Macht 60.000 im Jahr; nach der 4% Regel 1.500.000 €. ... Vielleicht zieht es einen auch noch ein paar Jahre ins Ausland (Karibik, Mittelamerika, etc), wo es sich günstiger leben lässt. Dann reicht auch weniger als 1,5 Mio. ...

In Panama lebt es sich für 3.000 € im Monat wunderbar. Dafür bräuchte es 900.000€.

angenehm finde ich es, wenn ich mir nach hier-gefällt´s-mir aussuchen kann, wo ich leben WILL

und nicht dort leben "muss" wo das Geld dafür reicht ...

--> je mehr Puffer, desto besser!

Zitat von skywatcher am 5. September 2019, 23:26 Uhr

Irgendwo zwischen 500.000 und 1.500.000 liegt also meine „Reicht-mir“-Summe. Je nach ungeplanter und unplanbarer Arbeitsfreude und ungewisser persönlicher Präferenzen.

hinzu kommen politische Risiken!

in Zeiten, wo in den USA plötzlich ein Trumpel zum Präsidenten gewählt wird ... in D neue Parteien wie eine AfD hochkommen ... im Blick darauf, dass so ein neues Coronavirus zu großflächigen Einschränkungen gewohnter Freiheiten führt ...

... möglicherweise China mit one road-one belt/Würgeschlinge sein Sozialkredit-System global auszurollen gedenkt?

--> wissen wir JETZT, in welchen Ländern es sich in 20 Jahren angenehm in Freiheit leben lässt?

PS - ein Extrembeispiel:
ein ungarischer Jude musste sich in den 1920er Jahren nicht nur überlegen, wie viel Geld er braucht, um im gewohnten Umfeld für´s Alter vorgesorgt zu haben, sondern auch - um alt zu werden - was 10 oder 15 Jahre später ein Neustart in Argentinien o.ä. kosten würde!