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Wie lange soll ich noch arbeiten?

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Hallo zusammen!

Ich bin neu hier im Forum. Gerne hätte ich mal Eure spontane Einschätzung zu meiner finanziellen Situation.

Ich bin 46 Jahre alt und derzeit als Selbstständiger tätig. Meine Bruttoeinnahmen (vor Steuern) liegen derzeit bei rund 9.000 EUR/Mon. Mein Vertrag ist allerdings kurzfristig kündbar. Weitere Mandate sind aktuell nicht in Sicht. Als Angestellter (bis vor einigen Monaten) lagen meine Nettoeinkünfte noch bei ca. 3.500 EUR/Mon. Meine monatlichen Ausgaben betragen bereits seit längerem ca. 2.000 EUR/Mon. (zahle den Großteil der Ausgaben für meine zwei kleinen Kinder).

Mein Vermögen beträgt aktuell rund 500.000 EUR, in einem gut diversifizierten Aktiendepot. Ferner bin ich Eigentümer des familiären Mietshauses mit acht Wohneinheiten. Es besteht ein Nießbrauchsrecht auf meine Eltern, die - zum Glück - noch recht rüstig sind. Ansonsten bin ich schuldenfrei. Auf absehbare Zeit plane ich keine großen Anschaffungen (>10 TEUR).

Aufgrund meiner negativen Erfahrungen im Arbeitsleben überlege ich mir nun schon seit einiger Zeit Privatier zu werden. Ursprünglich wollte ich das erst machen, wenn mein Aktiendepot mindestens 1.000.000 EUR wert ist. Nun aber überlege ich mir das zeitnaher anzugehen, weil ich einfach nicht mehr abhängig sein will. Andererseits habe ich aber immer wieder die Angst, dass ich aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse (Krankheit bzw. Krankheit meiner Kinder und/oder meiner Frau, Katastrophe - wie Corona, totale Wirtschaftskrise, etc.) dann doch wieder arbeiten gehen muss und auf dem Arbeitsmarkt keine vernünftige Anstellung mehr finde.

Wie seht Ihr das?

D9

Zitat von D3lt49 am 16. September 2020, 21:02 Uhr

Andererseits habe ich aber immer wieder die Angst, dass ich aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse (Krankheit bzw. Krankheit meiner Kinder und/oder meiner Frau, Katastrophe - wie Corona, totale Wirtschaftskrise, etc.) dann doch wieder arbeiten gehen muss und auf dem Arbeitsmarkt keine vernünftige Anstellung mehr finde.

Wie seht Ihr das?

Hallo D9,

gegen Angst können wir hier im Forum nicht helfen. Wechselfälle des Lebens sind normal. Wenn es Dir mental hilft, schließ eine Berufsunfähigkeitspolice ab. Das sind dann die Opportunitätskosten, die Du für einen ruhigen Schlaf brauchst.

Angenommen, Deine Mieter zahlen alle nicht, weil die große Weltwirtschaftskrise ausbricht (ich halte es mit Mr. Market, dass eine weitere Weltwirtschaftskrise durch unsere Notenbanken wirksam verhindert wurde, hier hat man doch dazugelernt). Dein Aktiendepot wäre plötzlich nur noch 30 % wert. Dann hast Du noch ein Dach über dem Kopf und mit 30 % von 500.000 kannst Du bis zur Rente was zu essen und Kleidung kaufen. Wirst Du krank, ändert sich an Deinem Privatier-Einkommen ja gar nix. Es fließt weiter.

Pauschal schwer zu sagen, das Sicherheitsbedürfnis ist einfach zu verschieden. In der Aufzählung vermisse ich mindestens die wahrscheinlich gar nicht wenigen Rentenpunkte, evtl. noch BAV, Riester, Rürup o.ä. vorhanden? Welchen Wert / welche Mieteinnahmen hat das Haus? Hast du für Privatierszeit+Rente bestimmte Pläne, z.B. teure Hobbies, leben im günstigen Ausland etc.?

Hast du vielleicht die Möglichkeit erstmal mit anderen Aufträgen mit geringerer Stundenzahl zu arbeiten, bis du dich der Sache sicher bist? Das würde notfalls den Wiedereintritt erleichtern. Gefühlt glaube ich bei den genannten Werten nicht, dass das je passieren wird. 🙂

Hallo D9,

Erst mal ein herzliches Willkommen hier. Sieht doch auf den ersten Blick sehr komfortabel aus. Habe ich das richtig verstanden:

  • du kannst kurzfristig gekündigt werden bist es aber nicht
  • von dem 8 Fam. Haus ist eine Wohnung als Nießbrauch genutzt der Rest vermietet ohne Verbindlichkeiten

Wenn dann deine Frau auch noch zum Haushaltseinkommen beiträgt ist das doch sehr gut - ohne weitere Details zu kennen.

Warum die Kenngröße 1 Mio.? Einfach so, oder ist da ein Plan bzgl. Entnahme dahinter. Wenn bis vor kurzem ein Angestelltenverhältnis da war ist da wohl auch eine AV zu erwarten. Wieviel darf vom Vermögen verzehrt werden?

Alles in Allem auf den ersten flüchtigen Blick eher auch ein mentales Thema?! Die Ängste und Befürchtungen kann dir das Forum nicht nehmen, nur dahin begleiten sie abzubauen.

Hallo zusammen!

Erst einmal vielen lieben Dank für Euer Feedback. Wir Ihr schon sagt, ist das tatsächlich ein mentales Thema.

Zu den Fragen:

  • Rente: Ich hätte Stand heute aktuell Anspruch auf ca. 750 EUR gesetzlicher Rente. Weitere Rentenansprüche habe ich nicht (kein Riester, Rürup bewusst abgeschlossen, da ich selbst anlegen wollte).
  • Haus: Die Bruttomieteinnahmen sind ca. 50 TEUR p.a. Der Wert beträgt (rund Makler) ca. 1,3 Mio. EUR. Der Nießbrauch bezieht sich auf das komplette Haus. Sprich ich habe keine Mieteinnahmen, die mir aktuell zufließen. Auf der anderen Seite aber auch keine Kosten, die ich tragen muss.
  • BU: Habe ich schon vor 15 Jahren abgeschlossen. Versicherungssumme: 1.500 EUR/Mon. Habe damals nicht mehr gemacht, da mein Anbieter sehr teuer ist (1.300 EUR p.a.), weil die Konditionen gut sind (keine Verweise - weder abstrakt noch konkret) und die BU bis ca. 67 Jahr geht.
  • Anlageziel: Die 1 Mio. EUR Sparziel für das Depot sind zum einen mental ("Millionär"). Ferner aber auch mit dem Gedanken, dass ich dann mit 2,5% Dividendenredite (nach Steuer und allen Abgaben) meine Lebenshaltungskosten voll aus den Dividenden decken kann. Das ist für mich dann die Definition von finanzieller Freiheit.
  • Geplante Ausgaben in Zukunft: Ich könnte mir gut vorstellen einige Direkt-Investments an Firmen (ca. 5-10x, zu je 25 TEUR) zu tätigen. Hierfür bräuchte ich aber einen eigenen Kapitalstock, da das Risiko ja sehr hoch ist.

D9

Hi D9,

wo die finanzielle Grenze für deinen Ausstieg liegt kannst nur du selbst festlegen. Die 2000 Euro Passiveinkommen im Monat sieht jedoch plausibel aus. Viel weiter runter würde ich nicht gehen um die Arbeitstätigkeiten ganz an den Nagel zu hängen.

Die Ängste kenne ich. Mir half da die mentale Betrachtung. Für mich ist eine 2fachen Sicherheit des Monatseinkommens gemessen an den Lebenshaltungskosten die relevante Größe + Erweiterte Barreserve. Hiermit fühle ich mich sicher. Ist jedoch wohl auch individuell unterschiedlich. Finde für dich raus bei welchem Betrag du dich sicher fühlst.

Ach ja, ich kann mir das Verbleiben in meiner Stelle im Industrieunternehmen auch immer weniger vorstellen. Sollte ich in der Krise ein finanzielles Angebot hinsichtlich des Ausstiegs bekommen werde ich dieses annehmen.

Hi D9

Ok, wenn auf das gesamte Haus der Nießbrauch gilt und du daraus keinen Cashflow generierst bleibt wenn ich das richtig überblicke ja nur das 500€ Depot für passive Einnahmen.

Die Ansprüche an die GRV von 750€ sind ja auch nicht all zu üppig.

Wohnst du selbst mietfrei? Ob ja oder nein, mit 46 Familie und 2 kleinen Kindern wäre mir persönlich das zu dünn.

Insofern nehme ich mein "mentales Problem" oben zurück.

Zitat von Lex am 18. September 2020, 19:56 Uhr

...Für mich ist eine 2fachen Sicherheit des Monatseinkommens gemessen an den Lebenshaltungskosten die relevante Größe + Erweiterte Barreserve....

Hi Lex

Auf welche Bezugsgröße setzt du die 2 fache Sicherheit? Auf 4% Entnahme der Kapitalerträge? Auf zu erwartende Mieteinnahmen? Betrachtest du die Inflation, oder siehst du die durch die inflationsausgleichende Anlagen wie Wertpapiere und Immos als gedeckt?

Wie hoch siehst du deinen monatlichen Bedarf ab der Privatierszeit (inkl. der höheren KV Kosten etc.)?

Das mit dem Nießbrauch hatte ich auch anders verstanden, dann ist das Haus ja rechnerisch ja eher wie ein irgendwann erwartetes Erbe. Eine gute Rückversicherung gegen Altersarmut aber vorerst nicht relevant für deine Pläne. Bei einem "familiären Mietshaus" für dich wohl keine Option, aber was wäre wohl ein realistischer Verkaufspreis für das Objekt samt Nießbrauchsrecht?

Du sagst, du zahlst den Großteil des Unterhalts für die Kinder, wahrscheinlich wegen deines aktuell hohen Einkommens? Würde sich daran etwas ändern, wenn du dein Arbeitseinkommen sich verringert, d.h. würde dann die Mutter einen höheren Anteil übernehmen?

 

Hallo!

Mir wären 500k auch zu dünn.

Aber ich kann es nachvollziehen wenn man den Job hinschmeissen möchte. Mir hat geholfen, dass ich mit 41 Jahren in die Teilzeit gegangen bin. Habe 7 Jahre 25 Stunden pro Woche gearbeitet. Das geht ein paar Jahre ganz gut. Work Life Balance hat sich dadurch extrem verbessert.

Vielleicht wäre das eine Option?

Wenn ich mir das so durchlese und richtig verstehe, sieht es also wie folgt aus:

  • du bist 46, hast 2 Kinder und willst mit dem arbeiten aufhören
  • aktuell hast du ein Aktiendepot von 500 TEUR, mit dem du die Zeit bis zum Rentenalter (sagen wir mal 67) überbrücken musst
  • Ab 67 bekommst du dann ca. 750 Euro/Monat Rente und bis dahin hast du dann wahrscheinlich ein Haus, dass ca. 50 TEUR / Jahr generiert
  • Von heute bis 67 wird es wahrscheinlich knapp. Du kannst bis dahin das ganze Kapital verzehren. Dann kannst du dir das selber durchrechnen
  • ab 67 bist du wahrscheinlich gut aufgestellt, wenn mit dem Haus alles gut läuft

Ich würde das jetzt von der Situation deiner Frau abhängig machen. Arbeitet sie auch? Wie hoch sind eure finanziellen Bedürfnisse?

Ausserdem musst du das Risiko mit dem Haus selber einschätzen.

@muslime_frugi

Die Basis für die 2fache Sicherheit sind bei mir: Mieteinnahmen, Dividenden, nebenberufliche Tätigkeit.  Im Rentenalter kommt noch die Rente hinzu. Es bezieht sich daher nicht auf eine kontinuierlichen Entnahmen sondern rein auf Cashflow. Letztlich komme ich ab 2022 wohl hier auf etwa 50% bei den passiven Einnahme und die 50% bei der Nebentätigkeit und liegen ohne Entnahme knapp unter 2.

Die erweiterte Barreserve halte ich zu 90% in Edelmetallen und 10% Cash.

Ich betrachte bis zur Rente jedes Jahr in einer Excel hinsichtlich der Einnahmen und Ausgaben. Die unterschiedlichen Einnahmen und Ausgaben habe ich dort als Prognose abgebildet.

Meine Monatskosten liegen in 2022 etwa bei 2000 Euro inklusive PKV.

Inflation, Steigerung der PKV etc. interessieren mich nicht wirklich. Durch die 2fache Sicherheit, die erweiterte Barreserve und dadurch das ich nicht geplant Kapital entnehme ist das unerheblich. Es ist dadurch einfach drin. Das Vermögen wächst bei dieser Betrachtung weiter an.

 

Ok Lex danke!

So hatte ich das auch gedacht. Um Inflation brauchst du dir keine Gedanken zu machen da alle Cashflow Quellen (außer die kleine Cash Reserve) Inflations ausgleichend sind.

Ab Rentenbeginn kommt dann ba die GRV und eventuelle andere Renten ja noch on top.

Als 3. Sicherheit hast du ja noch den diversifizierten Vermögensbestand, von dem du einen Teil zur Not ja auch verzehren könntest.

Falls in Zukunft keine wirklichen Katastrophen kommen führt das wohl dazu dass du im Alter exponentiell dein Vermögen mehrst oder deine Ausgabengewohnheiten deutlich erhöhen musst/kannst.

Wenn ich mich aus alten Beiträgen erinnere hast du mal von Faktor 1,33 gesprochen. Wäre das nicht ausreichend gewesen?

Ich mag es ja selbst auch lieber sicher. Würde hier wirklich mal gerne jemanden erleben, der rein die 4% Regel umsetzt und eher mit 40 als 50 aufhört 😯 .

Aber wenn 2022 dein geplantes Ausstiegsdatum ist hast du es ja bald geschafft.

 

Um wieder auf das Anliegen von D9 zurückzukommen:

Wann ist es genug?

Die Frage muss wie geschrieben jeder für sich selbst klären. Ich für mich bekam keine Ruhe mit der Kaptialentnahme von 4 oder 3% rein.  Es blieb einfach die Angst das es nicht reichen könnte. Wichtig ist für mich auch das die finanzielle Lösung mich trägt und ich nicht abhängig bin von den Einkünften des Partners oder eines möglichen Erbes bin. Wenn ich finanziell anscheinend frei bin, bin ich es dann auch wenn ich Angst habe das es nicht reicht? Meiner Meinung nach nicht.

 

Zitat von Muslime_Frugi am 19. September 2020, 7:00 Uhr

Ich mag es ja selbst auch lieber sicher. Würde hier wirklich mal gerne jemanden erleben, der rein die 4% Regel umsetzt und eher mit 40 als 50 aufhört 😯 .

Da sagst du was. Der arme @oliver hat sich das sicher anders vorgestellt mit seinem Frugalistenforum. Überspitzt gesagt: Statt smarte Lebenskünstler, die mit wenig auskommen und wendig mit Anpassung der Einnahmen und Ausgaben durch die Wirrungen des Lebens steuern, treffen sich hier alte risikoscheue Millionäre, deren Entnahmepläne dank Jahrzehnten harter Arbeit auch in der Krise wie ein Uhrwerk laufen dürften. Dazu darf man neidfrei gratulieren. Leider können Leute mit mittlerem Einkommen und weniger gradlinigen Lebenslauf weniger draus ziehen als von der klassischen FIRE Idee. Ich hoffe darum, dass Oliver seinen Plan weiter durchzieht und freue mich hier über jeden Neuling, der mit weniger hohen Summen hantiert. Das ist auch spannender zu lesen. 🙂

Hallo zusammen!

Vielen Dank an alle für die tollen Anregungen.

Insgesamt denke ich in meinem Fall werde ich versuchen erst mein Sparziel zu erreichen. Ggf. kann ich auf dem Weg dorthin meine Arbeitszeit schon runterfahren.

D9

@d3lt49

Die Beurteilung Deiner finanziellen Situation hängt vom Alter der Immobilie und Deiner Eltern in Verbindung mit dem jeweiligen (Gesundheits-)Zustand ab. Ebenfalls davon, ob Deine Eltern vom Nießbrauch substantiell abhängig sind.Du musst das hier nicht veröffentlichen, aber das sind entscheidende Kennzahlen.

Des Weiteren stellt sich die Frage, warum Du in die Scheinselbständigkeit gewechselt bist und Dich für fähig hältst, Kapital in 5-10 direkte Firmenbeteiligungen zu stecken, aber ganz offensichtlich nicht mal die ein bis zwei Firmenbeteiligung korrekt zu adressieren/beziffern weißt, in denen Du steckst.

Bevor Du also über Fremdbeteiligungen nachdenkst, musst Du völlig eigenständig und in 5 Sekunden nachts im Schlaf abchecken und beschreiben können, wo Du privat finanziell stehst. Wenn Du dafür Forenhilfe brauchst, vergiss den Rest mal ganz schnell.

 

Hallo!

Du bist in einer wundervollen Lage, dass du es dir überlegen kannst, Privatier zu werden. Viele andere haben dir ja schon gute Tipps gegeben.

Ich möchte dir noch ein paar andere Denkimpulse geben:

du lebst in einer Familie, daher ist deine Entscheidung nicht nur deine, sondern eure - ich würde zumindest mit der Frau die Alternativen besprechen

du beschreibst deine Finanzen und etwas deine Arbeit, aber nicht, was dich begeistert - wie stellst du dir vor, deine Zeit zu verbringen, wenn du Privatier bist, mit der Familie, Hobbies, ehrenamtlicher Tätigkeit - das würde ich in die Überlegungen einbeziehen

Die Arbeit zu reduzieren, finde ich auf jeden Fall eine gute Idee oder vielleicht eine Auszeit nehmen zur Entscheidungsfindung.

Alles Gute

Iris

Zitat von TheWanderer am 19. September 2020, 9:06 Uhr

Da sagst du was. Der arme @oliver hat sich das sicher anders vorgestellt mit seinem Frugalistenforum. Überspitzt gesagt: Statt smarte Lebenskünstler, die mit wenig auskommen und wendig mit Anpassung der Einnahmen und Ausgaben durch die Wirrungen des Lebens steuern, treffen sich hier alte risikoscheue Millionäre, deren Entnahmepläne dank Jahrzehnten harter Arbeit auch in der Krise wie ein Uhrwerk laufen dürften...

Hi Wanderer.

Es stellt sich schon die Frage wie lebensnah und in welcher Breite der Grundgedanke des Frugalismus wie er von MMM übernommen und von Oliver in D bekannt wurde.

Ich unterstelle den Schreibern hier einen grundlegenden Frugalismus. Heißt hohe Sparquote, bewusster Konsum, reflektierter Blick auf gesellschaftliche Zwänge wie Lifestyle Inflation u d Hamsterrad.

Unserer beiden Beobachtungen hier sind wie von dir beschieben.

Ist Sicherheit nicht einfach nur ein elementares Grundbedürfnis zum glücklich sein? Ist diese menschliche, psychologische und gesellschaftlich prägende Komponente gar die Sollbruchstelle des Frugalismus? Klafft hier die Theorie/Wunschvorstellung und die Lebenspraxis auseinander?

Oder ist es psychologisch so, dass man sich als 'satter" Frugalist unter den nicht ganz so satten wohler fühlt?

Werden dann die weniger satten verunsichert obwohl es für sie eigentlich zu FIRE gut passt und werden sie sogar wegen dem Forum ihren Plan hinausschieben?

Ferner beobachte ich hier dass die meisten ganz raus wollen und dann lieber noch einige Zeit gut verdienen und voll arbeiten.

Gleichwohl diese Fragen mich schon umtreiben, hoffe ich nicht, dass diejenigen mit geringeren Budgets oder anderen FIRE Konzepten hier fernbleiben!

...sofern es sie eben in breiterer Anzahl überhaupt gibt?

 

P.S.: Ich hoffe das wird nicht als OT empfunden. Ich finde diese Fragen sehr enntscheident für die Frage  "wie lange soll ich noch"

Hi Wanderer,

die Antwort daraus ist eben, dass die 400.000-500.000 Euro Vermögen für die meisten nicht reichen um einen Vollausstieg aus der Erwerbstätigkeit hinzulegen.

Ob der Frugalismus zu Menschen mit über 1 Mio Vermögen als Begriff passt ist eine gute Frage. Die Sparquote aus der Erwerbsarbeit wird durch die Höhe des investierten Kapitals deutlich relativiert. Vielleicht passt dann doch Minimalismus besser für Menschen wie mich. Ich für mich selbst komme jedoch ohne diese Begriffe aus.

Das beschriebene Uhrwerk welche einen immer durch die finanzielle Unsicherheit einer Wirtschaftskrise bringt ist ein gutes Bild.  Genau so ist das Ziel für den vollständigen Ausstieg für mich.

Ach und in meinem Fall handelt es sich nicht um einen alten Millionär. Zumindest nicht aus meiner Sicht.

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