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WHO Studie: Langes Arbeiten macht krank

Interessante Studie, besonders dass die Auswirkungen erst 10 Jahre später bemerkbar sind.

Männer häufiger betroffen als Frauen. Qualifizierte Gutverdiener ehr häufiger als Geringverdiener...

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/studie-arbeitszeiten-gesundheit-101.html

Ja, hab ich auch gelesen. Überrascht dich das?

Mich nicht (mehr). Selbstexperiment macht manchmal schneller schlau, als wissenschaftliche Studien.

Liebe Grüße, Flitzekittel --------------------------------------------- NEU: www.miteigenenhaenden.de - Minimalismus, Selbstversorgung, Konsumreduzierung, Suffizienz, DIY -
Zitat von Flitzekittel am 17. Mai 2021, 17:49 Uhr

Überrascht dich das?

Nö...

Hi!

Mich wundert das auch gar nicht. Ich hatte etliche Kollegen die durch die Arbeit krank wurden bzw. werden. Ich befürchte allerdings, dass sie es teilweise gar nicht merken. Erst wenn der große Knall kommt, dann erkennen sie es. Traurig.

...endlich mal ein Beitrag im Forum, den ich wieder gerne lese uns kommentiere. Diese Diskussion ist ja unendlich und macht ja so gar keinen Spaß ... 🙁

Grüße, Frisa

Hatte das auch in den Nachrichten gesehen und mich gewundert, dass darüber tatsächlich Studien gemacht werden?

Also überraschend fand ich das alles nicht, eigentlich sollte das die überwiegende Mehrheit schon im Arbeitsalltag bei Kollegen oder auch sich selbst im Laufe der Zeit festgestellt haben? So dachte ich zumindest bisher, dass da eigentlich keinerlei grosse Studien zu notwendig sind? 😀

Zu der Studie läuft vielleicht gerade der Feldversuch unter Realbedingungen? 😆 😉

Liebe Grüße, Flitzekittel --------------------------------------------- NEU: www.miteigenenhaenden.de - Minimalismus, Selbstversorgung, Konsumreduzierung, Suffizienz, DIY -

Überrascht mich nicht

Haber auch Menschen, die freiwillig so richtig viel arbeiten, noch nie verstanden. Naja, wers braucht.

Bei der Studie muss man aber auch bedenken, dass es sich um eine weltweite Studie handelt. Es ist davon auszugehen, dass vor allem die Bedingungen in Entwicklungs- und Schwellenländern hier stark zu Buche schlagen:

"Das Risiko, wegen zu viel Arbeit am Herz-Kreislauf-System zu erkranken, hätten vor allem Menschen im westpazifischen Raum und in Südostasien, aber auch in Afrika und in Südamerika - so Pega von der Weltgesundheitsorganisation weiter. In Europa und Nordamerika seien die Belastungen nicht so groß. 'Das hat mit Sicherheit viel damit zu tun, dass es in Europa besonders starke Arbeitsschutzrichtlinien gibt und die scheinbar in dem Sinne auch eingehalten und überwacht werden.'"

Viel Arbeiten per se muss nicht unbedingt krank machen. Ich hatte Phasen in meinem Arbeitsleben, in denen ich aus eigenem Antrieb zeitlich viel arbeitete, das war aber meine Entscheidung und entstand nicht durch Druck von außen. Wer in seiner Tätigkeit einen Sinn verspürt (außer dem puren Geld verdienen) und der Beruf Spass macht, der wird dadurch auch eher nicht krank werden. Problematisch ist die zunehmende Entfremdung der Arbeit in vielen Bereichen. Wer nur noch funktionieren soll und den Sinn in dem ganzen Unterfangen nicht mehr sieht, für den wird Arbeit zur Belastung. Viele Biographien hier sind ja gute Anschauungsbeispiele dafür.

Hi Vision_2020

ich würde dem komplett zustimmen, sprich dass die Studie vor allem auf Schwellenländer und asiatischen Raum bezieht. Ich kann dies aus Erfahrungen mit chinesischen Projektpartnern in China bestätigen. Was da gefordert wird und wieweit die Mitarbeiter da -vor allem in qualifizierten Bereichen- wie aber auch bei Wanderarbeiterin bereit sind Gesundheit zu opfern ist frappierend.

Da ist das hierzulande fast schon Weicheier-Gejammer und man stellt sich die Frage wie schwer es ist und sein wird unsere Gehaltsniveaus zu halten. Aber genau aus dem Grund sinken im Zuge der Globalisierung ja die Realgehälter und Goodies ja die letzten Jahre und steigt gleichzeitig die Arbeitsbelastung durch Verdichtung und Effizienzstreben. Das ist das was du dann wohl mit Entfremdung der Arbeit meinst?!

Zu dem Thema Stressbelastung im Job, Technostress, Effizienzsteigerung durch Achtsamkeit empfehle ich diese SWR2 Wissenssendung:

https://www.swr.de/swr2/wissen/weniger-stress-im-job-wie-sich-die-belastung-bewaeltigen-laesst-swr2-wissen-2021-04-22-100.html

Darüber hinaus auch das Buch "der Abstrakte Mensch" von Hand Gerd Prodoehl.

Weicheier-Gejammer ist das hierzulande nicht, nur erscheint das eben in einem anderen Licht, wenn man es mit weiten Teilen der Welt vergleicht, wo die Situation noch schlimmer ist. Sicherlich hat sich bei uns durch Arbeitsschutzmaßnahmen und (Teil-)Automatisierungen im Bereich der körperlich belastenden Arbeiten viel zum Besseren gewandelt. Dafür sind nun an anderen Bereichen neue Probleme entstanden und der internationale Konkurrenzdruck, wie von dir beschrieben, trägt viel dazu bei. Auch der Link weißt auf einige treffende Punkte hin. Nur wie löst man das am besten auf. Führungskräfte werden ja mittlerweile auch in solchen Dingen geschult. Nur mal ein Punkt:

  • keine Chancen, die eigenen Arbeitsbedingungen mitzugestalten

und eng damit verknüpft als Lösung:

  • Teams stärker in Entscheidungen mit ein beziehen

Da werden dann oft pseudo-partizipative Spielchen veranstaltet, in denen vorgegaukelt wird, dass sich das Team für bestimmte Optionen entscheiden kann. Oft sind die Lösungen aber bereits vordefiniert und nicht wirklich verhandelbar. Früher oder später ist das jedem klar, wie der Hase läuft und der Frust kehrt zurück oder verstärkt sich sogar. Hatte ich jedenfalls auch schon erlebt. Man macht dann irgendwann zu, ist frustriert, versucht sich mit der Situation zu arrangieren, ist letztendlich aber frustriert, was für die Gesundheit sicherlich nicht förderlich ist.

Wer hingegen in einem Kontext arbeitet, wo die eigenen Ideen geschätzt und aufgenommen werden, ist viel motivierter empfindet die reine Arbeitszeit nicht als Belastung. Leider scheint letzteres immer mehr auf der Strecke zu bleiben. Die Biographien hier sprechen ja Bände.