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Welche Partei wählt man als Frugalist?

Zitat von Waermflasche am 22. September 2019, 15:48 Uhr

wie kommt man denn am besten und vor allem günstig von Köln (Düsseldorf) nach Berlin (an einem Feiertag vor Brückentag wo sehr viele auch fahren möchten), genau diese Reise steht für mich im nächsten Jahr an, oder ist es schon schlecht schlecht bzw verwerflich überhaupt günstig diese Reise antreten zu wollen?

  1. Mitfahrzentrale (BlaBla Car o.ä), ist nicht so meins, man weiss nicht mit wem man fährt ob der im Zweifel auch wirklich kommt und man ist der Situation dann 7-8 stunden ausgeliefert, Kosten ab 20 euro aufwärts
  2. Flixbus ca 39 euro, da an dem Tag hohe Nachfrage vermutlich kaum günstiger
  3. Bahn Sparticket, wenn man die denn bekommt an dem Tag, wird vermutlich schnell weg sein (Normalpreis bisher 125  euro)
  4. Quer durchs Land Ticket 44 euro (inkl 7 mal umsteigen und den ganzen Tag Unterwegs)
  5. mit dem eigenen Auto (allein vermutlich teurer +Parkplatzproblem +Autoverschleiss)
  6. Fliegen bisher ca. 39 euro (vor neuer Flugabgabe), aber an einem Feiertag vermutlich auch nicht so einfach, aber in einer Stunde da
  7. Fahrgemeinschaft, ich könnte in Facebookgruppen fragen, ob noch andere aus Richtung Ruhrgebiet fahren
  8. (per Anhalter)
  9. (mit dem Rad)

mein Plan: meine Preisobergrenze sind die 44 euro für das quer durchs land Ticket, ich versuche irgendwas zu bekommen was noch darunter liegt

...habe mich jetzt für den Flug entschieden, 75 euro hin und zurück mit Eurowings (Easyjet wär nochmal 6 euro günstiger gewesen aber so what), Flugzeit 1h 10 Minuten (+ zeit am flughafen), der Zielflughafen ist zudem in der Nähe meiner Unterkunft, zum vergleich: mit der bahn(quer durchs-land ticket) wär ich 9 stunden unterwegs und 4-5 x umsteigen, ticketkosten minimum 88 euro, regulärpreis ca 170 euro hin und zurück, spekulieren auf Sparpreis bei der bahn wär Lotto gewesen, da an einem langen Wochenende. Da ich nicht an den "Treibhauseffekt durch CO2" glaube, habe ich auch ein komplett reines Gewissen....

Zitat von Waermflasche am 9. Oktober 2019, 19:48 Uhr

... Da ich nicht an den "Treibhauseffekt durch CO2" glaube, habe ich auch ein komplett reines Gewissen....

Und ich glaube nicht an die Schwerkraft. Idioten gibt's ...

Beleidigungen fallen in der Regel auf einen selbst zurück....

Ich kann nur empfehlen einfach damit aufzuhören, den Troll weiter zu füttern, sondern ihn nach diesem Kommentar einfach nur noch zu ignorieren. Inzwischen glaubt @waermflasche nicht mehr nur  nicht an den "menschengemachten Klimawandel" (was ja irgendwie zumindest noch halbwegs diskussionswürdig ist), sondern er "glaubt nicht" an den "Treibhauseffekt durch CO2". Spätestens hier macht eine Diskussion keinen Sinn mehr.

Ich denke es führt zu weit den Klimawandel hier zu diskutieren. Meine Feststellung ist, dass die meisten Menschen, die den Traubhausefekt durch CO2 leugnen, meistens per se sehr egoistisch und misstrauisch durchs Leben gehen. Als Frugalist kann man dieser Versuchung leicht erliegen, da "sparen um jeden Preis" leicht dazu führt, dass dies auf Kosten anderer geht.

Mehr zahlen für umweltschonende, nachhaltige Produkte, für die Menschen einen fairen Lohn bekommen? Nö, steht nicht im Einklang zum meinem Sparziel... Und ein mögliches schlechtes Gewissen ausblenden ist einfach: Man "glaubt" einfach nicht daran, dass das Produkt wirklich fair und umweltschonend ist. Moralische Zwickmühle gelöst! 🙄

Die Welt ist kompliziert. Ich wäge bei allem ab. 5 € mehr für Ökostrom? Gerne! 10.000 € mehr zzgl Batteriemiete für ein E-Auto? Nein! Ich kaufe gerne ein Fair-Trade Produkt, aber noch lieber lokal und saisonal - das ist dann meist gesund, fair und günstig.

Ich denke, man muss als Frugalist weder automatisch moralischer noch unmoralischer sein als alle anderen. Und Frugalisten wählen vermutlich ein breites Parteienspektrum, weil Frugalist-Sein nicht automatisch eine bestimmte politische Meinung bedeutet. Es wäre auch falsch seine Moral dem Frugalismus zu opfern. Mich haben Geldanlagen dennoch wieder mehr in liberale Richtungen gebracht. Mir stellen sich die Nackenhaare auf wenn Grüne und SPD von Enteignungen sprechen oder von einer 5% Vermögenssteuer. Das ist linker populistischer Stimmenfang. Wir brauchen keinen Staat der sozialistisch alles kontrolliert, sondern einen fairen Rahmen. Bis dahin, dass Unternehmen und Banken auch pleite gehen können. Warum soll eine Bank nachhaltig wirtschaften wenn sie am Ende eh gerettet wird?

Und den Traubhausefekt durch CO2 kann man natürlich leugnen, aber selbst den hargesottensten Leugnern dürfte klar sein, dass fossile Brennstoffe nur begrenzt vorhanden sind und wir abhängig sind von Schurkenstaaten. In vielerlei Hinsicht ist unsere Nutzung fossiler Energieträger endlich. Insoweit Frugal "einfach, schlicht, sparsam" bedeutet, muss es gesellschaftlich auch einen sehr bedachten, sparsamen Umgang mit Resourcen meinen. Und nicht: Ich tanze auf dem Vulkan solange er noch nicht ausbricht und schütte noch Kohle hinein...

ok,

ich bin ein

"idiot", "Troll", "Egoist"

wer möchte noch, heute ist: "hau mal drauf for free" aber sich dann moralisch selbst beweihräuchern, hm

 

@waermflasche

Also ich muss Fritz und Stoliver zur Seite springen. Früher war ich auch ein ungläubiger Klimaleugner aber spätestens wenn man sich so anschaut wie derzeit die besten Klimawissenschaftler der Extinction Rebellion in Berlin mit ihren wissenschaftlichen Methoden an der Rettung der Welt arbeiten, dann sollte eigentlich jeder Skeptiker von der Kompetenz und Seriosität des ganzen überzeugt sein.

ist schon ok, ich bin hart im Nehmen, bzw. ich bin das gewohnt, ich war schon immer ein Kritischer Mensch, der alles hinterfragt, damit bin ich schon bei den Lehrern in der Schule angeeckt, solche Leute wurden in der Vergangenheit gerne mal ans Kreuz genagelt oder im See versenkt

Meine Oma hat immer gesagt "Politik und Religion gehören nicht an den Küchentisch" 😎

Es kann immer jemand kommen und sagen "ich glaube nicht an ...." und ganz schnell hast du einen Streit.

Bei allen Themen, die man nicht mit einer persönlichen Hammer-auf-den-Fingerschlag-Methode beweisen kann, gibt es Zweifler und Leugner. Wenn die Menschheit irgendwann an etwas zugrunde geht, wird es ein solches gefühlt abstraktes Problem sein, dass fast jeder mitzuverantworten hat aber für das sich keiner verantwortlich fühlt.

Ein bisschen wie der volle Mülleimer, den man nicht raustragen will, weil man ja nur so wenig hineingeworfen hat 😉

Wo sind eigentlich die Lösungsansätze das CO2 wieder aus der Atmospäre zu holen wenn das der Grund für den Klimawandel ist, davon hört man irgendwie nichts, dürfte doch technisch gar nicht so schwierig sein, man müsste nur Biomasse speichern. Oder es aus der Luft im grossen Stil rausfiltern...ok, mal googlen

https://www.finanzen.net/nachricht/geld-karriere-lifestyle/klimarettung-co2-aus-der-atmosphaere-ziehen-statt-ausstossen-kommen-bald-klimanegative-autos-7743559

https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/forscher-wandeln-kohlendioxid-wieder-in-kohle-um-a-1255348.html

https://sz-magazin.sueddeutsche.de/die-loesung-fuer-alles/klimaschutz-co2-filter-benzin-85859

es gibt doch schon schon seit längerem Biokraftstoffe (Ethanol, Biodiesel) die müssten doch eigentlich auch durch das Wachstum der Pflanzen der Luft CO2 entziehen (wurden aber vor allem von den Grünen ausgebremst, "Teller zu Tank" Diskussion), anstatt es wieder zu verpulvern könnte man es doch einfach einlagern, man könnte z.b. auch in der Forstwirtschaft gefällte Bäume einfach auf Halde legen, wo ist denn da das politische Konzept (wenn die deutschen beim der CO2 Einsparung da ganz weit vorne sind dann müsste man doch sich da genauso engagieren)? Also wenn es so dringend ist und wir nur noch 10 Jahre haben bis die Kipppunkte uns alle umbringen.....

Zitat von Waermflasche am 12. Oktober 2019, 23:11 Uhr

Wo sind eigentlich die Lösungsansätze das CO2 wieder aus der Atmospäre zu holen wenn das der Grund für den Klimawandel ist, davon hört man irgendwie nichts, dürfte doch technisch gar nicht so schwierig sein, man müsste nur Biomasse speichern. Oder es aus der Luft im grossen Stil rausfiltern...ok, mal googlen

https://www.finanzen.net/nachricht/geld-karriere-lifestyle/klimarettung-co2-aus-der-atmosphaere-ziehen-statt-ausstossen-kommen-bald-klimanegative-autos-7743559

https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/forscher-wandeln-kohlendioxid-wieder-in-kohle-um-a-1255348.html

https://sz-magazin.sueddeutsche.de/die-loesung-fuer-alles/klimaschutz-co2-filter-benzin-85859

es gibt doch schon schon seit längerem Biokraftstoffe (Ethanol, Biodiesel) die müssten doch eigentlich auch durch das Wachstum der Pflanzen der Luft CO2 entziehen (wurden aber vor allem von den Grünen ausgebremst, "Teller zu Tank" Diskussion), anstatt es wieder zu verpulvern könnte man es doch einfach einlagern, man könnte z.b. auch in der Forstwirtschaft gefällte Bäume einfach auf Halde legen, wo ist denn da das politische Konzept (wenn die deutschen beim der CO2 Einsparung da ganz weit vorne sind dann müsste man doch sich da genauso engagieren)? Also wenn es so dringend ist und wir nur noch 10 Jahre haben bis die Kipppunkte uns alle umbringen.....

Zu deinen Links:

zu 1: Warum soll ich mir ein E-Auto kaufen? Das kostet deutlich mehr, geschweige denn ein künftiges negativ-CO2-E-Auto. Heutige Autobatterien sind noch zu groß, zu teuer und belasten die Umwelt immer noch deutlich.

zu 2.: Die Umwandlung von CO2 zu Kohle ist -wie in deinem Artikel beschrieben- nicht ausreichend erforscht

zu 3: Auch hier steht in deinem verlinkten Artikel selber drin, dass es zu teuer ist CO2 aus der Luft zu filtern -> 1000 Dollar für nur eine Tonne CO2

Es ginge aber relativ einfach. Bereits das Pflanzen von Wäldern und die Nutzung von Holz als Hauptrohstoff für den Gebäudebau würde den Klimawandel stark ausbremsen. Es gibt Berechnungen, die besagen, dass alleine die Umstellung von konventioneller Mineraldünger-Landwirtschaft auf nachhaltige Bio-Landwirtschaft nicht nur die Qualität unserer Nahrung maßgeblich steigern sondern auch bis zu 30% des CO2 in der Luft wieder in den Böden binden würde. Bei der Landwirtschaft spricht man von einer Ertragsminderung von 10-15%. Das wäre absolut kompensierbar, denn wir schmeißen heute ja bereits über 30% der Nahrungsmittel weg.

Aber wer macht das?

In Brasilien wird gerade großflächig der Amazonas abgefackelt damit man mehr Anbaufläche bekommt und noch mehr und noch billiger Lebensmittel auf den Weltmarkt zu werfen, von denen dann noch mehr weggeworfen werden. Russland und der mittlere Osten zerstören auf der Suche nach immer mehr Öl und Gas ihre Landschaften. Die USA versucht mit Fracking mehr Öl zu fördern als Saudi-Arabien und co.

Du fragst warum so wenig gegen den Klimawandel unternommen wird? Vier Gründe:

  1. Es kostet Geld
  2. Einige Dinge sind noch nicht serienreif (siehe deine Links)
  3. Große Konzerne haben viel Macht und sind dagegen. So finanziert die Ölfirma Total eine Möchtegern-Studie der AfD, die den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel widerlegen soll.
  4. der wichtigste Grund: Es wäre internationale Zusammenarbeit nötig, da natürlich kein Land alleine das Klima retten kann. Und diese Zusammenarbeit gibt es nicht.

Wie viel Geld ist das menschgemachte CO2 wert?

https://www.youtube.com/watch?v=M-eraMs-wR0

ist sicher auch nur ein Idiot oder Troll der Hr. Lüning

 

Zum Treibhauseffekt durch CO2

https://www.youtube.com/watch?v=lsu5x6vC5VE

Globale Erwärmung auf Mars, Pluto und Neptun - wie ist das möglich?

"Seit 1975 ist mutmaßlich wieder eine tendenzielle Erwärmung auf der Erde, jedoch auch auf anderen Planeten unseres Sonnensystems zu erkennen. Für viele Forscher und Menschen ist es nicht vorstellbar, dass die Sonnenaktivität überwiegend für die Veränderungen der globalen Temperaturen verantwortlich ist und nicht die anthropogenen CO2-Emissionen.

Satellitenmessungen wie beispielsweise von der Raumsonde Odyssee haben gezeigt, dass sich das ganze Sonnensystem erwärmt, nicht nur die Erde."

https://www.watergate.tv/globale-erwaermung-auf-mars-pluto-und-neptun-wie-ist-das-moeglich/

@waermflasche

Es reicht jetzt, bitte back to Topic. In diesem Thread geht es um Parteien, nicht um Klimawandelleugnung.

@ Oliver, ich leugne den Klimawandel nicht, der ist Fakt, nur die Ursache bezweifle ich, aber dafür gibt es ja einen neuen Thread

Was interessiert mich als Frugalist?

  1. niedrige Steuern auf Kapitalerträge
  2. keine Vermögenssteuer (zumindest nicht bis zu dem Betrag den ich für meine finanzielle Unabhängigkeit benötige, seien es 500.000 oder meinetwegen auch ne Million)
  3. Günstige Lebensmittel und generell günstige Lebenshaltungskosten
  4. Freiheit (z.B. kein Verbot von Goldbesitz, keine Enteignungen von Immobilien, aber auch freier Zugang zu Informationen, freies Internet usw.)
  5. Rechtliche Sicherheit - dass sich o.g. möglichst nicht zu meinem Nachteil ändert und mein Vermögen durch den Staat geschützt wird (zb Polizei)
  6. Generell Stabilität, kein Krieg, keine Revolten o.ä.

Nach dem Ausschlussprinzip würde ich Abstand nehmen von

  • LINKE und allen Parteien ähnlichen linken Spektrums
  • Teilen der SPD (JuSo Forderungen etc)
  • AfD
  • Diverse Kleinparteien, die nur einzelne Ziele vertreten

Ein Fragezeichen würde ich machen hinter:

  • Grüne (in Teilen liberal und umweltfreundlich, aber bislang zurückhaltend was Vermögenssteuern und co angeht)
  • FDP (fragwürdig sozial, aber eine DER Parteien für niedrigere Steuern auf Kapital)

CDU ist für mich ein Sonderfall. Es gibt schlimmere Parteien für Frugalisten, aber die CDU hat zu viel negatives mitgemacht oder sogar initiiert (Finanztransaktionssteuer, Abschaffung der Steuerfreiheit auf Kurssteigerung, Freiheitsbeschränkungen auf deutscher und EU Ebene, Stichwort Internet usw). Vielleicht wäre die CDU unter einem konservativen Merk besser für Frugalisten, Blackrock lässt grüßen ^^

An der Stelle muss man sich aber auch fragen, ob es als Reicher oder Vermögender unbedingt sinnvoll ist nur an die eigenen vordergründigen Interessen zu denken; also, niedrige Steuern, wenig Sozialabgaben, usw. Schaut man sich die Länder an, wo genau das Realität ist, möchte man vielleicht auch als Reicher dort nicht unbedingt leben: Die süd- und mittelamerikanischen Staaten, Osteuropa, im Prinzip alle Schwellenländer, die USA(?). Sie alle zeichnen sich durch niedrige (oder gar keine) Steuern für Reiche und geringe Sozialabgaben aus. Aber alles hat seinen Preis. Die Kehrseite der Medaille ist, dass sich Reiche besonders schützen müssen, weil die Kriminalität dort sehr hoch ist. In vielen dieser Länder leben sie sogar in eigenen abgesperrten Siedlungen, die von privaten Sicherheitsdiensten bewacht werden. Die Korruption in solchen Ländern ist oftmals sehr hoch. Ebenfalls herrscht eine mangelnde Rechtssicherheit und staatliche Willkür. In den USA gibt es keine echte Demokratie (auch wenn das oft behauptet wird), sondern eine Plutokratie. Viele Bevölkerungsteile sind von der gesellschaftlichen Mitbestimmung ausgeschlossen (hauptsächlich Schwarze und Arme). Wer Vorbestraft ist, verliert sein Wahlrecht. Das führt zu sozialen und politischen Spannungen. Krankenversicherungen sind exorbitant hoch bei mittelmäßigen Leistungen. Möchte ich als Reicher diesen Preis zahlen, nur um weniger Abgaben zahlen zu müssen? Nein, ganz bestimmt nicht! Jedes Land, in dem eine besonders hohes Maß an Sicherheit und Wohlstand erreicht wurde, ist gekennzeichnet durch eine egalisierte Gesellschaft und hohe Steuern. Bsp: die Schweiz oder die skandinavischen Länder. Es ist also etwas zu kurz gedacht und irrational nur auf die niedrigen Abgaben zu schauen. Als Reicher möchte ich nicht auf einer Insel leben, sondern Teil der Gesellschaft sein. Das eine gibt es aber nicht ohne das Andere. Die Annehmlichkeiten, die wir in unserem Land genießen dürfen, gibt es nun mal nicht zum Nulltarif und sie sind auch nicht durch Privatisierung zu erreichen.

Ein weiterer Punkt ist, dass bei allzu wirtschaftsliberaler Politik, die Konzerne und Lobbys mehr und mehr Macht gewinnen und damit Einfluss auf die Politik nehmen. Gesetze, die z.B. Arbeitnehmerrechte stärken oder Umweltschutzmaßnahmen, werden dann nicht mehr durchgesetzt. Es kommt zur Ausweitung von prekären Beschäftigungsverhältnissen, Spekulation mit Wohnraum, usw.; wie wir es in Deutschland bereits vielerorts verspüren. Gesundheitsbelastungen durch Schadstoffe im Grundwasser oder der Luft sind nur einzudämmen, indem der Industrie Auflagen gemacht werden. Das kostet natürlich Geld und wird durch Lobbyarbeit versucht zu verhindern.

Von daher kommen alle sozialen oder grünen Forderungen und Gesetze sogenannter "linker Parteien" indirekt auch den Reichen wieder zu gute. Und wir sollten dabei auch bedenken, dass Deutschland keines Falls das Land mit den höchsten Abgaben ist. Im Hinblick auf diesen Aspekt sind wir eher im Mittelfeld. Wir sollten uns vor allzu egoistischem Denken in Acht nehmen...

Zitat von Fritz am 1. November 2019, 10:42 Uhr

An der Stelle muss man sich aber auch fragen, ob es als Reicher oder Vermögender unbedingt sinnvoll ist nur an die eigenen vordergründigen Interessen zu denken; also, niedrige Steuern, wenig Sozialabgaben, usw. Schaut man sich die Länder an, wo genau das Realität ist, möchte man vielleicht auch als Reicher dort nicht unbedingt leben: Die süd- und mittelamerikanischen Staaten, Osteuropa, im Prinzip alle Schwellenländer, die USA(?). Sie alle zeichnen sich durch niedrige (oder gar keine) Steuern für Reiche und geringe Sozialabgaben aus. Aber alles hat seinen Preis. Die Kehrseite der Medaille ist, dass sich Reiche besonders schützen müssen, weil die Kriminalität dort sehr hoch ist. In vielen dieser Länder leben sie sogar in eigenen abgesperrten Siedlungen, die von privaten Sicherheitsdiensten bewacht werden. Die Korruption in solchen Ländern ist oftmals sehr hoch. Ebenfalls herrscht eine mangelnde Rechtssicherheit und staatliche Willkür. In den USA gibt es keine echte Demokratie (auch wenn das oft behauptet wird), sondern eine Plutokratie. Viele Bevölkerungsteile sind von der gesellschaftlichen Mitbestimmung ausgeschlossen (hauptsächlich Schwarze und Arme). Wer Vorbestraft ist, verliert sein Wahlrecht. Das führt zu sozialen und politischen Spannungen. Krankenversicherungen sind exorbitant hoch bei mittelmäßigen Leistungen. Möchte ich als Reicher diesen Preis zahlen, nur um weniger Abgaben zahlen zu müssen? Nein, ganz bestimmt nicht! Jedes Land, in dem eine besonders hohes Maß an Sicherheit und Wohlstand erreicht wurde, ist gekennzeichnet durch eine egalisierte Gesellschaft und hohe Steuern. Bsp: die Schweiz oder die skandinavischen Länder. Es ist also etwas zu kurz gedacht und irrational nur auf die niedrigen Abgaben zu schauen. Als Reicher möchte ich nicht auf einer Insel leben, sondern Teil der Gesellschaft sein. Das eine gibt es aber nicht ohne das Andere. Die Annehmlichkeiten, die wir in unserem Land genießen dürfen, gibt es nun mal nicht zum Nulltarif und sie sind auch nicht durch Privatisierung zu erreichen.

Ein weiterer Punkt ist, dass bei allzu wirtschaftsliberaler Politik, die Konzerne und Lobbys mehr und mehr Macht gewinnen und damit Einfluss auf die Politik nehmen. Gesetze, die z.B. Arbeitnehmerrechte stärken oder Umweltschutzmaßnahmen, werden dann nicht mehr durchgesetzt. Es kommt zur Ausweitung von prekären Beschäftigungsverhältnissen, Spekulation mit Wohnraum, usw.; wie wir es in Deutschland bereits vielerorts verspüren. Gesundheitsbelastungen durch Schadstoffe im Grundwasser oder der Luft sind nur einzudämmen, indem der Industrie Auflagen gemacht werden. Das kostet natürlich Geld und wird durch Lobbyarbeit versucht zu verhindern.

Von daher kommen alle sozialen oder grünen Forderungen und Gesetze sogenannter "linker Parteien" indirekt auch den Reichen wieder zu gute. Und wir sollten dabei auch bedenken, dass Deutschland keines Falls das Land mit den höchsten Abgaben ist. Im Hinblick auf diesen Aspekt sind wir eher im Mittelfeld. Wir sollten uns vor allzu egoistischem Denken in Acht nehmen...

Dem stimme ich zu.

Da du aber den Vergleich mit den USA aufwirfst, erlaube mir die provokante Gegenfrage: Ist nicht selbst die rechtskonservativste Partei Deutschlands immer noch sozialer als beide große US Volksparteien zusammen?

Nicht nur Themen wie du sie nennst (Krankenversicherung, Minderheiten, Kriminalität) sind ein Problem in den USA, nein, das Land hat nicht einmal ein Sozialsystem, welches ein Äquivalent zu Hartz 4 bietet. Hierzulande ist Hartz 4 Reizthema, in den USA gibt es das nicht mal! Welche sozial unbedingt notwendigen Änderungen erhoffen wir uns von linken Parteien in Deutschland?

Von den USA kann man halten was man will, aber das Land war und ist ein Land der Leistung. Die Menschen nehmen dort ihr Leben selbst in die Hand, ja, teils weil sie es mangels sozialer Systeme müssen. Aber nur deswegen ist die Wirtschaft bzw. der gesamte Kapitalmarkt in den USA vorbildlich. Und da wo es kriselt, ist oft gerade staatliches Eingreifen Schuld, weil es Märkte verzerrt und Marktrisiken untergräbt. Banken und Unternehmen sollten nicht gerettet werden. Denn ohne Risiko pleite zu gehen, werden diese immer wieder falsche Risiken eingehen.

Und auch der einzelne Bürger sollte im Leben "Skin in the Game" haben und das Risiko zu scheitern. Er sollte keinen unkündbaren Arbeitsplatz, Grundrente, bedingungsloses Grundeinkommen und Rundumversorgung haben. Er sollte -wie eben auch ein Frugalist- versuchen sich selber zu versorgen, Freiheiten zu erarbeiten statt stets auf staatliche Hilfen zu pochen.

Du spricht Dinge wie Gesetze zur Stärkung der Arbeitnehmerrechte an. Prinzipiell bin ich auf deiner Seite. Ich glaube nur nicht, dass der Staat vorrangig durch eigenes Eingreifen soziale Gerechtigkeit herstellen soll. Z.B. bin ich ein Fan von Gewerkschaften, die Menschen die Möglichkeit geben, sich selber zu organisieren und selber faire Arbeitsbedingungen zu erkämpfen. Der Staat muss dafür einen Rahmen (Gesetze) schaffen, aber sich dabei so weit zurück halten wie möglich.

Linke Politik widerstrebt mir keinesfalls insofern sie soziale Gerechtigkeit fordert - wobei das oft nur ein Schlagwort ist - nein, linke Politik widerstrebt mir, weil ihrem Denken zu Grunde liegt, dass der Staat viel Macht braucht und viel selber gestalten muss. Das führt fast immer irgendwann in eine Machtkonzentration beim Staat, die vom Staat missbraucht werden kann.

Wirtschaftsliberale Politik bedeutet Reichtum für wenige und Armut für viele. Linke Politik bedeutet Armut für alle. So steht im Wahlprogramm der Linken die demokratische Vergesellschaftung von Privateigentum - nichts anderes als Enteignungen, wenn ein privater zb ein Grundstück nicht so nutzt wie es der Staat will. Gerne auch im Wahlprogramm zu finden: Vermögenssteuern ab einer Million EURO: 5%. Bedenkt man Inflation und Kapitalertragssteuern bedeutet dies faktisch eine Vermögensgrenze auf 1 Million EURO. Wäre ich Multimillionär, würde ich dann Deutschland verlassen...

Ist doch der gleiche Schmarn wie mit der Finanztransaktionssteuer. Belastet nicht die großen Zocker, sondern Aktionäre UND nur deutsche bzw. europäische Aktien. Führt also dazu, dass Deutsche noch weniger in Aktien und noch weniger in deutsche Aktien investieren. Damit die Chinesen noch besser und konkurrenzloser hier auf Shoppingtour gehen können. Wehe der Deutsche investiert, dann wird er bestraft. Wehe der Deutsche wird wohlhabend, dann muss sein vermögen gedeckelt werden, denn wenn es nach den Linken geht, ist privates Vermögen ja schon fast ein Verbrechen.

Ich denke wir sollten uns so langsam von der Vorstellung lösen "Geht es der Wirtschaft gut, geht es allen gut". Dieser Zusammenhang existiert so nicht. Wie lebt denn der Durchschnitt-Amerikaner im Vergleich zum Durchschnitts-Deutschen oder Durchschnitts-Schweden. Obwohl die Wirtschaft der USA eine "Supermacht" zu den meisten europäischen Staaten ist, geht es den meisten Normalbürgern in den USA oft schlechter. Sie sind weniger gebildet, leben ungesünder, haben eine kürzere Lebenserwartung und müssen für viele Leistungen, die privat finanziert werden müssen, mehr bezahlen, als wir Europäer, die das vom Staat finanziert bekommen, oder wo die Preise allgemein festgesetzt sind. Beispiele wären Hochschulbildung, Gesundheitswesen, Anwaltskosten. In den USA hat der bessere Chancen vor Gericht, der sich den besten Anwalt leisten kann. Einen guten Uni-Abschluss, der einem viele Türen öffnet, kann sich nur leisten, wer eben mal 40.000 USD pro Semester für Studiengebühren übrig hat. Von daher hat die freie Wirtschaft und die Zurückhaltung des Staates zwar viel Reichtum geschaffen, aber die meisten Bürger haben nichts davon.

Wir dürfen an der Stelle nicht vergessen, dass "der Staat" in einer demokratisch organisierten Gesellschaft nicht das Unterdrückungs-Monster ist, als das es oftmals gesehen wird. "Der Saat" das sind wir alle, und die sogenannten Volksvertreter haben wir alle gewählt, damit sie unsere Interessen auch gegen den Widerstand mächtiger Körperschaften (z.B. Konzerne) durchsetzen. Leider machen sich die Politiker oftmals zu Handlangern der Konzerne und agieren weniger als Volksvertreter. Aber dafür gibt es demokratische Mittel und einen demokratischen Bildungsprozess um solchen Entwicklungen entgegenzuwirken. Man muss allerdings auch Gebrauch davon machen, was viele frustrierte Nichtwähler und "Wutbürger" leider nicht tun. Dazu gehört in erster Linie politische Bildung (hilft z.B. beim Erkennen von Fake-News), das Wählengehen und die Unterstützung von Parteien und unabhängigen Organisationen, die die eigenen Interessen vertreten und sich für demokratische Teilhaben einsetzen oder Missstände offen zur Diskussion bringen. Das ist anstrengend, erfordert kritisches Denken und kostet Zeit. Das haben viele noch nicht kapiert und wählen statt dessen eine planlose Zerstörer-Partei, die alles nur noch schlimmer macht.

Die Aussage 'selbst die rechtskonservativste Pertei Deutschlands ist noch sozialer, als die beiden US-Volksparteien zusammen' greift etwas zu kurz. Die sozialen Errungenschaften, die wir heute genießen dürfen und über die sich im übrigen auch der rechtskonservativste Wähler nicht offen beschwert, haben wir linken Kräften zu verdanken und die Wirtschaft ist deshalb nicht zusammengebrochen oder hat ernsthaft Schaden genommen, es ist auch kein Reicher davon ärmer geworden. Der Mindestlohn hat niemanden geschadet und unser steuerfinanziertes (kostenloses) Bildungssystem führt zu einem Gewinn für die ganze Gesellschaft, weil eben auch Menschen aus ärmeren Familien eine Chance bekommen. Die rechtskonservativen und wirtschaftsliberalen Kräfte sorgen jedoch dafür, dass diese Errungenschaften wieder zurückgedreht werden sollen. Eine bestimmte Partei (ich nenne hier keinen Namen) will dass wieder nur das Leistungsprinzip gilt und soziale Leistungen auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Das führt nur dummerweise dazu, dass gerade Frauen wieder verstärkt in die Abhängigkeit von Männern geraten (alleinerziehende Mütter sind eine der größten Gruppen, die von Sozialleistungen abhängig sind). Eine Frau könnte sich dann aus wirtschaftlichen Gründen nicht von ihrem Mann trennen, selbst wenn dieser z.B. durch Alkoholmissbrauch oder Gewalt die Familie zerrüttet hat.

Ich bin keines Wegs dafür, dass linke Parteien und Kräfte nun die absolute Mehrheit haben sollten, ich finde aber dass ein starker linker Einfluss durchaus nicht verkehrt ist. Ich glaube auch, dass bei vielen da noch falsche Assoziationen in den Köpfen sind. Man kann die heutige LINKE nicht mit dem alten SED-Regime gleichsetzen. Niemand möchte eine DDR 2.0. Es gibt da Probleme mit Altlasten, keine Frage. Und sicher hat man sich auch nicht ausreichend von den Verbrechen der DDR distanziert, aber die Ideologie hat sich gewandelt und man muss an der Stelle auch einmal sagen, dass die bisherigen kommunistisch und sozialistischen Staaten nicht viel gemein hatten (und haben) mit den Aussagen des Karl Marx. Sie wurden oft missbraucht und umgedeuted um die eigenen Machtinteressen durchzusetzen. Er hatte für die analysierten Probleme nur leider keine schlussendliche Lösung präsentiert, von daher haben es dann andere für ihre eigenen Unterdrückungsgelüste behauptet, sie hätten die Lösung und den "real existierenden Sozialismus/Kommunismus" verwirklicht. Aber selbst die DDR stand in vielen Dingen im krassen Widerspruch zu Marx. Aber das nur am Rande, ich bin keines Wegs ein Marxist 😉

Das Thema mit den Abgaben und Steuern ist meines Erachtens ein rein handwerkliches Problem. Selbst für die Transaktionssteuer gibt es Lösungsmöglichkeiten, dass sie eben gerade nicht den Kleinanleger trifft, der nur für seine Altersvorsorge spart. Schon als das Thema noch unter Kanzler Schröder hoch kam (damals als sogenannte Tobin-Steuer), sollte es nur Großanleger betreffen und solche, die im späteren Hochfrequenzhandel tätig waren. Der Kleinanleger oder Privatier, hätte von diese Steuer nichts gemerkt.
Eine Vermögenssteuer dagegen ist auch nach meiner Ansicht kein gutes Mittel. Sie ist verfassungsrechtlich kaum durchsetzbar und außerdem ist es schwierig eine passende Grenze festzulegen und das auch noch zu kontrollieren. Ich denke wir hätten schon viel gewonnen, wenn die bisherigen gesetzlich legalen Schlupflöcher, mit denen sich besser Verdienende der sozialen Verantwortung entziehen können, schließen. Hierzu gehört z.B. die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenzen, Abschaffung des dualen Krankenversicherungswesens (z.B. Bürgerversicherung mit optionalen Zusatzleistungen), eine Rentenversicherung, in die alle einzahlen. Das führt nämlich dazu, dass die Beiträg auch für alle massiv sinken würden.

Und das Thema "weniger Staat - mehr freie Wirtschaft" ist eigentlich auch schon erschöpfend diskutiert worden: Die kapitalistische Marktwirtschaft ist leider kein Selbstläufer. Sie ist ein instabiles System, dass sich ab einem gewissen Punkt aufschaukelt und dann zusammenbricht. Das liegt eben daran, das Kapital immer Kapital anzieht. Es bilden sich Kapitalsenken wie bei Monopoly. Ein Reicher kann sich ab einem gewissen Vermögen gar nicht mehr dagegen wehren noch reicher zu werden. Es ist dann wie "der süße Brei", man kann nicht soviel ausgeben, wie hinten wieder rein kommt. Das betrifft auch diverse Weltkonzerne. Aber dieser Vorgang entzieht der Gesellschaft finanzielle Mittel und erzeugt automatisch Verlierer: Arme, Bedürftige und Menschen, die am Wohlstandszuwachs nicht teil haben. (In unserer globalisierten Welt sehen wir die nicht mehr unbedingt, weil die z.B. in Bangladesch für einen Hungerlohn und in 14 h - Schichten Wegwerfklamotten für uns nähen.) Von daher muss der Staat immer wieder nachsteuern und negative Entwicklungen korrigieren. Leider tut er das, selbst bei uns, mit nur mäßigem Erfolg, da er anscheinend niemanden weh tun möchte - Lobbyismus lässt grüßen. Was dabei heraus kommt sind nur leider schlechte Lösungen für alle.

Der Glaube, dass es allen gut geht, wenn es nur der Wirtschaft gut geht, ist ein Irrglaube, den wir beerdigen sollten. Das zeigt sich an ganz realen Entwicklungen weltweit. Leider hat dieser Glaube mittlerweile religiöse Züge angenommen und alle handeln danach, Politiker wie Normalbürger. Ressourcen sind eigentlich genug da, das Verteilungssystem "kapitalistische Marktwirtschaft" ist nur leider in seiner derzeitigen Ausprägungsform "suboptimal" wenn nicht sogar existenzbedrohend - die aktuellen Umweltprobleme haben wir ja diesem Wirtschaftssystem zu verdanken. Es ist also an der Zeit, die Probleme bei der Wurzel zu packen und grundlegende Missstände zu ändern. Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht: Ich will keines Wegs die Marktwirtschaft abschaffen, aber vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, dass Geiz und Gier nicht geil sind, sondern allen schaden. Ausuferndes Gewinnstreben und Gewinnmaximierung um jeden Preis, sind Auswüchse dieser Denkweise und ein Fehler im System. Der Einzelne kann sich oft gar nicht dagegen wehren. In diesem Sinne...