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Was kosten Kinder

Zitat von Nyxpriest am 7. August 2020, 21:38 Uhr

Man will ja seinem Kind auch etwas bieten können

Das wichtigste ist Zeit mit dem Kind zu verbringen. Besser als in irgendwelche Freitzeitparks sind zB Wandern oder Radfahren, besser als irgendwelche Events sind Spiele - die machen Spaß, das Kind wird schlau uns kosten oft sehr wenig.

Die wichtigste Zeit ist meiner Ansicht nach, wenn ich einfach mit meinem Sohn normale Zeit verbringe und zB Spazieren gehe und über alles mögliche rede. Materielle Dinge bringen dem Kind eigentlich gar nichts.

Wichtig ist, dass ich einfach Zeit für meinen Sohn habe. 10 Wochen Unterricht zu Hause. Kein Problem, ich war ja sowieso zu Hause.

Aber darum geht es ja! Bei "dem Kind etwas bieten" ging es nicht nur um materielle Dinge, sorry das habe ich vielleicht falsch ausgedrückt.

Aber auch Zeit muss man sich leisten können und aktuell könnte ich das nicht. Ich hoffe in 5 Jahren sieht das schon besser aus 😀

Hier kommt glaub eine Schwäche zum Vorschein, die ein Frugalist hat. Er ist zu verplant, will perfekt sein nichts dem Zufall überlassen.

Und das "etwas bieten können" ist nicht der Kern eines Frugalisten.

Schau dir mal an was der Blog Betreiber Oliver hier schreibt mit seinem jungen Nachwuchs und relativ wenig Gehalt.

Ansonsten wie Privatier schreibt... ZEIT und Aufmerksamkeit!

@Privatier: Hab mich i.d.Z. schon gefragt warum ihr den Hort braucht?

Ich würde Planung nicht unbedingt als Schwäche bezeichnen solange man einen gefassten Plan dann auch umsetzt und nicht "mit dem planen nicht fertig wird".

Den Blog habe ich mir schon angesehen und der ist natürlich extrem hilfreich! Aber da ich mich nicht unbedingt als Frugalisten bezeichnen würde, ist der Blog ein Denkanstoß und nicht mehr.

Ich bin jedenfalls sehr dankbar für alle möglichen Informationen die ich hier bekomme, weil sonst sagt einem das ja keiner.

Hi Nyxpriest,

na, wie ist der Stand?

Hast du bereits Kinder, Zwillinge, Nachwuchs erhalten?

Wie bereits von vielen geschrieben, sollte man den Kinderwunsch nicht mit Geld aufrechnen, jedoch ist deine Frage sehr berechtigt und ich möchte kurz meine (Lebens)erfahrung weitergeben.

Ich war sehr jung und das erste Kind kam unerwartet. Ich war Alleinverdiener und hatte im Leben kein Monat ein Doppelgehalt. Es war hart, aber ich möchte meine Kinder nicht missen, bin stolz auf sie, froh sie zu haben. Kinder bleiben Kinder und ich würde hiermit sagen, sie kosten immer noch Geld, sei es, dass man das Ersparte nicht auf den Kopf haut, sondern vererben möchte, sei es Zuschuss bei einer Hochzeit, etc. etc. Aber es sind liebevolle Menschen und ich pfeif auf die Kosten.

Kosten sind von so vielen Umständen ab - sehr schwierig, diese zu bemessen. Gestern in der Mediathek eine Doku gesehen, was ist bzw. kostet ein Menschenleben?

Das ist noch relativ leicht wirtschaftlich zu betrachten...., aber individuell konnte keiner der Befragten es beziffern.

Nun aber zu meinen Kosten: Nehme grobe Durchschnittswerte über 15 Jahre bei zwei Kindern:

Ein Gehalt entgegen zwei Gehälter, das ca. 15 Jahre = 12 x 2000 x 15 = 360.000 (muss bei dir ja nicht zutreffen, aber wir haben uns so entschieden).

360.000 (das ist wirklich eine Ausnahme, Frau arbeitet nicht, aber evtl. sind ja im Durchschnitt 100.000 anzusetzen, das mache ich bei der Summe dann auch)

Als damalige nicht Frugalisten-Eltern - nur sparsame Leute: Hausbau nach einigen Umzügen. Ob ein Hausbau ohne Kinder stattgefunden hätte, kann ich nicht sagen und stelle die Rechnung/Kosten anderweitig auf:

Anstelle 2-Zimmer nun 4 Zimmer: Mehrkosten Wohnung ca. 400 x 12 x 15 = 72.000 Kaltwohnkosten

Wasser/Strom (wenn 2 Jugendliche 2 x täglich duschen, und der PC aufgrund Lan Parties 24 Stunden läuft....) 80 x 12 x 15 = 15.000

Essen - Getränke - Lebensmittel: 10 x 365 x 15 = 55.000

Kleidung auch für Sport und Skifahren (viel gebraucht): 100 x 12 x 15 = 18.000

2. PKW: 250 x 12 x 15 = 45.000 (darin sind alle Kosten, Sprit, Wertverlust, Versicherung, Wartung, etc. enthalten).

Urlaube: Schulzeiten sind teurer und Kinderfestpreis zieht nicht immer, denn Familienzimmer sind dabei häufig Voraussetzung und kosten ein Vielfaches. Würde Urlaube im Mittel als Faktor 3 bei vier Personen zur Einzelperson betrachten (Hauptsaison ist im ebenfalls deutlich kostspieliger):

Mehrkosten Urlaube pro Jahr: 2500 x 15 = 37.000

Essengehen: Mehrkosten zu viert: 8 mal/Jahr: Mehrkosten: 15 euro x 2 x 8 x 15 = 3600

Mehrkosten durch Ausflüge: 500 x 15 = 7500

Mobiliar, Schulfahrten, Schulgeld, Kindergarten, Kindergeburtstage, Fahrräder, Trampolin, etc, etc.  (eigene und eingeladene) pauschal mit 2 x 15.000 = 50.000

Kosten:

100.000+72.000+15.000+55.000+18.000+45.000+37.000+3.600+7.500+50.000 = 383.100 (bei zwei Kinder).

Nun kann man dagegen rechnen: Kindergeld und Splittingtarif: Bei mir waren es sicherlich ca. 500.000 bei zwei Kinder und kommen nicht annähernd auf Oliver's Sparsamkeits-Mehrkostenberechnung - aber das ist ok und halt jedem überlassen.

Meine Zahlen sind auch nur für mich anwendbar, da Situationen/Vorstellungen sehr individuell sind. Aber unterschätzen sollte man die Kosten nicht - geschweige denn, das Risiko einer Trennung / Scheidung und den daraus resultierenden Folgekosten - wie im Thread bereits schon beschrieben. Ich schätze, und das sind nur Erfahrungen aus meinem Bekanntenkreis liegt die Scheidungs- / Trennungsrate aufgrund Kinder sehr hoch (schätze so 50%).

Viele Grüße und berichte doch mal deinen Familienstatus, wenn du möchtest

 

Ich finde auch, dass man Kinder nicht mit Geld aufwiegen sollte.

Davon abgesehen spart man sich mit Kindern aber auch einiges da man vom Staat dann in ziemlich vielen Bereichen steuerlich bevorzugt wird und ja auch noch Geld bekommt jeden Monat.

Hi @frugal_bayer!

Danke für die weitere, ausführliche Antwort. Ich bin aktuell immer noch in der Phase "Datenerhebung".

Bevor ich 30 bin, also in 4 Jahren kommt ein Kind erstmal sowieso nicht in Frage.

Abhängig von dem Stand unserer Finanzen mit 29 und den Infos, die ich bis dahin zum Thema "Kinder und ihre Kosten " generiert habe wird dann entschieden ob es bereits mit 30 ein Kind gibt, oder ob wir noch etwas warten. Aktuell sieht es aber sehr gut aus.

Mit spätestens 35 sollen aber beide Kinder abgeschlossen sein. Also ergibt sich ein Zeitfenster zwischen 29 und 34, wo agiert werden muss.

So der theoretische Plan. Mal sehen was das Leben dazu noch sagt 😀

Grüße

Nyxpriest

Moin moin!

Das ist ein wirklich interessanter Faden. Sag' ich mal so als Vater einer 12- und einer 9-Jährigen. Insbesondere weil er zeigt, dass die "Kostenspannen" enorm sind. Eine vernünftige Grundschule in der Nähe und eine agile, enkelbegeisterte Oma im Ruhestand vor Ort? Kosten für  eine angemessene Beschulung sowie Hort und Schulessen sind damit unter Umständen für viele Jahre quasi gar kein Thema. Ist das aber eben nicht der Fall, können da bei zwei Kindern zusammen schnell mal knapp 1.000 Euro pro Monat nur allein dafür über etliche Jahre zusammenkommen. Ist bei uns so. Dafür haben wir uns aber bisher den zweiten PKW verkniffen.

Bisher im Faden kaum kaum erwähnt: Musikschule, Reiten, Fußball mit Fahrten zu Auswärtsspielen jedes zweite Wochenende oder halt ähnliche Aktivitäten. Die kosten oft nicht wenig Geld und fordern von den Eltern ein hohes Maß an eigenem Zeitaufwand (oft allein schon für Transportaufgaben). Zeit, die irgendwo anders dann manchmal fehlt.

Ganz wichtig und von @absprung_2020 angesprochen:

Die Kosten des Nachwuchses für die Zeit eines Studiums. Hier ist es wirklich sinnvoll, quasi ab dem Zeitpunkt der Geburt des Kindes einen nicht zu geringen monatlichen Betrag zurückzulegen. Davon wird dann ein gewisser Sockelbetrag unter Umständen (!) sofort zu Studienbeginn fällig (erste WG/Wohnungseinrichtung, Führerschein, Transportmittel) und dann zumindest für den Anfang über den Daumen gepeilt vielleicht 1.000 Euro. Dafür verursachen die Kinder dann im eignen Haushalt natürlich weniger Kosten.

Unabhängig davon haben wir uns über die "Kosten der Kinder" zum Zeitpunkt der Geburt unserer Kinder tatsächlich keine Gedanken gemacht. Wir haben beide ganz manierlich verdient und sind (mit leichter AZ-Reduzierung) bis heute ein Doppelverdienerhaushalt (HH-Einkommen aus Erwerbstätigkeit etwa 150% des stat. Durchschnittes, damit aber immer noch durchschnittlich). Viele Dinge kann und möchte man sich mit und für die Kinder leisten, wenn man es denn kann. Man wächst also damit. Fürs wunderbare Gefühl des Glücklichseins mit den Kindern spielen aber andere Dinge (ganz vorn Zufriedenheit) eine größere Rolle.

Was den Zeitpunkt des Kinderbekommens betrifft: Da es quasi nie den richtigen Zeitpunkt gibt (irgendwas ist immer, was jetzt gerade dagegen spricht), gibt es auch kaum den falschen Zeitpunkt. Tendenziell würde ich heute (!) meinen, je früher, umso besser. Je älter man wird, umso mehr richtet man sich sein (eigenes) Leben ein. Dieses wird durch Kinder aber schon ziemlich über den Haufen geworfen. Aber auch das bekommt man hin. Sehe ich ja an mir selbst. 😉

Davon wird dann ein gewisser Sockelbetrag unter Umständen (!) sofort zu Studienbeginn fällig (erste WG/Wohnungseinrichtung, Führerschein, Transportmittel)

Führerschein: klar

Transportmittel: war bei mir Papa's altes Auto - das er ansonsten für 1.600 DM in Zahlung gegeben hätte

Wohnungseinrichtung:
Hatte erst zwei Semester ein möbliertes Zimmer für 150 DM... dann 3 Jahre ein möbliertes Apartment im Studentenwohnheim...
Und die ersten eigenen Möbel (die ich mit 23 gebraucht habe) waren mit Ausnahme der Matratze in dem örtlichen Anzeigenblatt unter "zu verschenken" inseriert...

Vorteil des eigenen Autos ist ja, dass man sperrige Sachen selber transportieren kann 😉

Zitat von exit-tbd am 3. Juni 2021, 10:35 Uhr

Davon wird dann ein gewisser Sockelbetrag unter Umständen (!) sofort zu Studienbeginn fällig (erste WG/Wohnungseinrichtung, Führerschein, Transportmittel)

Führerschein: klar

Transportmittel: war bei mir Papa's altes Auto - das er ansonsten für 1.600 DM in Zahlung gegeben hätte

Wohnungseinrichtung:
Hatte erst zwei Semester ein möbliertes Zimmer für 150 DM... dann 3 Jahre ein möbliertes Apartment im Studentenwohnheim...
Und die ersten eigenen Möbel (die ich mit 23 gebraucht habe) waren mit Ausnahme der Matratze in dem örtlichen Anzeigenblatt unter "zu verschenken" inseriert...

Vorteil des eigenen Autos ist ja, dass man sperrige Sachen selber transportieren kann 😉

Ich hatte das ja ganz bewusst mit "unter Umständen" beschrieben und mit einem "(!)" garniert. Deine Anmerkungen dazu illustrieren eben auch die die Eingangs von mir beschriebene Diversität dieser möglichen "Kosten" oder persönlichen Vorstellungen. 🙂

Hi Nyxpriest,

danke für deine Rückmeldung. Mit deinem Alter war ich bereits Vater, hatte eine Ausbildung und ein Studium in der Tasche und ab da wurde es dann holprig bzw. leider ein steiniger Weg. Darum kann ich deine Schilderung und das sich Zeitlassen gut verstehen.

Wir hatten damals kein Finanzpolster, kein Erbe und als Alleinverdiener war es sehr hart und belastend.

Da finde ich deinen Weg, sich erst etwas aufbauen als Doppelverdiener sehr gut, jedoch ist das Leben ja nicht immer planbar. Wir waren dankbar, gesunde Kinder auf die Welt gebracht zu haben und es sind nun sehr emphatische junge Menschen daraus geworden. Auch das hat einen Vorteil, nun große, erwachsene Kinder zu haben.

Es sollte hoffentlich nicht auf euch zu treffen, jedoch gibt es auch in meinem Bekanntenkreis Kinderlose, die gerne Kinder hätten, auch ein Paar, die den Kindeswunsch erst nach einigen Jahren erfüllt bekommen hat...wie gesagt, nicht alles planbar. So, dann wünsche ich euch alles Gute und vielleicht gibt es ja Mehrlinge, dann hat sich das mit dem Zeitfenster 29-34 möglicherweise erledigt

 

Zitat von Cosmic68 am 3. Juni 2021, 10:02 Uhr

Moin moin!

Das ist ein wirklich interessanter Faden. Sag' ich mal so als Vater einer 12- und einer 9-Jährigen. Insbesondere weil er zeigt, dass die "Kostenspannen" enorm sind. Eine vernünftige Grundschule in der Nähe und eine agile, enkelbegeisterte Oma im Ruhestand vor Ort? Kosten für  eine angemessene Beschulung sowie Hort und Schulessen sind damit unter Umständen für viele Jahre quasi gar kein Thema. Ist das aber eben nicht der Fall, können da bei zwei Kindern zusammen schnell mal knapp 1.000 Euro pro Monat nur allein dafür über etliche Jahre zusammenkommen. Ist bei uns so. Dafür haben wir uns aber bisher den zweiten PKW verkniffen.

Bisher im Faden kaum kaum erwähnt: Musikschule, Reiten, Fußball mit Fahrten zu Auswärtsspielen jedes zweite Wochenende oder halt ähnliche Aktivitäten. Die kosten oft nicht wenig Geld und fordern von den Eltern ein hohes Maß an eigenem Zeitaufwand (oft allein schon für Transportaufgaben). Zeit, die irgendwo anders dann manchmal fehlt.

Ganz wichtig und von @absprung_2020 angesprochen:

Die Kosten des Nachwuchses für die Zeit eines Studiums. Hier ist es wirklich sinnvoll, quasi ab dem Zeitpunkt der Geburt des Kindes einen nicht zu geringen monatlichen Betrag zurückzulegen. Davon wird dann ein gewisser Sockelbetrag unter Umständen (!) sofort zu Studienbeginn fällig (erste WG/Wohnungseinrichtung, Führerschein, Transportmittel) und dann zumindest für den Anfang über den Daumen gepeilt vielleicht 1.000 Euro. Dafür verursachen die Kinder dann im eignen Haushalt natürlich weniger Kosten.

Unabhängig davon haben wir uns über die "Kosten der Kinder" zum Zeitpunkt der Geburt unserer Kinder tatsächlich keine Gedanken gemacht. Wir haben beide ganz manierlich verdient und sind (mit leichter AZ-Reduzierung) bis heute ein Doppelverdienerhaushalt (HH-Einkommen aus Erwerbstätigkeit etwa 150% des stat. Durchschnittes, damit aber immer noch durchschnittlich). Viele Dinge kann und möchte man sich mit und für die Kinder leisten, wenn man es denn kann. Man wächst also damit. Fürs wunderbare Gefühl des Glücklichseins mit den Kindern spielen aber andere Dinge (ganz vorn Zufriedenheit) eine größere Rolle.

Was den Zeitpunkt des Kinderbekommens betrifft: Da es quasi nie den richtigen Zeitpunkt gibt (irgendwas ist immer, was jetzt gerade dagegen spricht), gibt es auch kaum den falschen Zeitpunkt. Tendenziell würde ich heute (!) meinen, je früher, umso besser. Je älter man wird, umso mehr richtet man sich sein (eigenes) Leben ein. Dieses wird durch Kinder aber schon ziemlich über den Haufen geworfen. Aber auch das bekommt man hin. Sehe ich ja an mir selbst. 😉

@cosmic68

ja, dem ist nichts mehr hinzuzufügen....und insbesondere nochmals auf das Zeitfenster einzugehen, dein letzter Abschnitt sagt es gut aus: den richtigen Zeitpunkt gibt es quasi nie

Bei der Geburt meiner 2 war ich 32 und 34. Bis sie einigermaßen auf eigenen Beinen stehen bin ich Mitte 50. Das ist ok, aber später hätte ich sie nicht kriegen wollen.
Zu viel planen sollte man nicht. Es gibt immer mehr mit unerfülltem Kinderwunsch.

Liebe Nyxpriest,

zu den Kosten ist sehr viel geschrieben worden. Dies ist, wie Du aus den Beiträgen erkennen kannst, höchst individuell. Kinder können in Summe betrachtet hohe Kosten bis hin zu einem materiellen Plus führen. Meist wohl in Summe minus.)

Bei mir war es beides:

Ich habe meinen Sohn mit 27 Jahren bekommen. Als er sich ankündigte, hat mich das dazu gebracht schnell zu Ende zu studieren und schnell einen guten Beruf zu finden, der super bezahlt wird und der mir lag. Alles ist mir gelungen. Die Studienzeit hat sich mindestens um ein halbes (wahrscheinlich ein ganzes) Jahr verkürzt. Karrieretechnisch war dies ein super Zeitpunkt für mich. Wir haben dann bei Schwiegereltern ausgebaut und dort mietfrei gewohnt. Wiederum erhebliche Kostenersparnisse trotz des Ausbaues, den wir bezahlt haben. Aber auch die oben beschriebenen Kosten inklusive Einbußen, weil nur ein Verdiener da war habe ich erlebt.

Im Studium meiner Kinder rechne ich mit 2.000 Euro Kosten pro Kind pro Monat (Miete in teuren Städten, Unterhalt ist sparsam was wir zahlen, aber alle Kosten, die das Studium leichter und besser machen übernehmen wir voll: technische Ausstattung, Zusatzkurse, Auslandssemester etc.. Wir haben die Kinder gerne bei uns: Alle Reisen der Kinder nach Hause übernehmen wir voll. Wir laden sie gerne ein, den Urlaub mit uns zusammen zu verbringen (und wir reisen nicht frugal :-)), Kurztrips zu den Kindern etc. Wir haben drei Kinder.

Wichtiger finde ich folgende Erfahrungen, die ich für mich gemacht habe:

  1. Kinder kommen immer unpassend, ABER wenn sie da sind ist es genau richtig! (Bei mir kam mein ältester Sohn als ich in der Examensvorbereitung für mein Studium war, mein zweiter Sohn kam in meiner Examensvorbereitung zum Steuerberater und meine Tochter kam in meiner Examensvorbereitung zum Wirtschaftsprüfer). Das waren theoretisch die schlechtest denkbarsten Zeitpunkte. Aus meiner Perspektive waren es genau die richtigen Zeitpunkte im Nachhinein betrachtet: Ich war zu diesen Zeitpunkten sehr effizient und fokussiert, es mußte einfach gut klappen!
  2. Ich habe vergleichsweise früh meine Kinder bekommen (im Vergleich zu meinen Freunden und Geschwistern): Das war gut, da gerade die erste Zeit mit den Kindern physisch anstrengend ist. Durchwachte Nächte sind mit 27 (auch über Monate hinweg) locker zu bewältigen mit Anfang 40 ist dies schon schwieriger!
  3. Kinder brauchen für die Entwicklung vor allen Dingen die Liebe und die richtigen Anregungen (der Wald ist übrigens der beste Spielplatz für Kinder. Wenn man in der Nähe eines Waldes wohnt, ist dies gleichzeitig eine sehr preiswerte Freizeitbeschäftigung.) Sehr instruktiv sind hierzu die Beiträge von Prof. Manfred Spitzer (https://www.youtube.com/watch?v=E5EKy0x55L4).
  4. Noch ein letztes. In den USA wurden Eltern mit kleinen Kindern über 30 Tage lang gebeten ohne Wertung aufzuschreiben, wie der Tagesablauf aussieht. Diese Aufzeichnungen wurden dann jungen Menschen zum lesen gegeben, die noch keine Kinder hatten. Ergebnis: Diese Menschen werteten die beschriebene Zeit als Horror! Die jungen Eltern haben dann Ihre Aufzeichnungen einige Jahre später zum lesen bekommen: Sie beschrieben diese Zeit als eine sehr schöne und tolle Zeit mit Ihren Kindern.
  5. Quintessenz: Alle Eltern, die ich kenne (ich kenne nur Eltern, die mit der Situation Kinder irgendwie zurecht kamen und nicht komplett überfordert waren), erleben all das, was Du bei den vorherigen Beiträgen gelesen hast. Alle Eltern, die ich kenne, antworten auf die Frage: "Und würdest Du Deine Kinder hergeben wollen?" "Nein, niemals! Meine Kinder sind das beste, was mir in meinem Leben passieren konnte und passiert ist!"

In diesem Sinne wünsche ich Dir Deine Wunschkinder!

Hey Andre

2.000€ pro Kind als Unterstützung ist heftig. Das würde meine FIRE Pläne auf mind. 60 verlängern.

Wenn ich es könnte wollte ich es glaub gar nicht. Zu groß wären meine Bedenken dass die Kinder den Bezug zur Lebensrealität verlieren, bzw. das als Basislevel in das eigene Erwerbsleben verstehen.

Meine 2 werde ich bis zum Ende des Erststudium mit Max. 500€ plus Kindergeld unterstützen. Biete Platz zum Wohnen bei Wunsch. Ansonsten müssen sie noch jobben falls weiterer Bedarf. Für ein mögliches Aufbaustudium/ Promotion müssen sie ihr Kinderdepot verwenden. Das sollte dann locker reichen.

Ich halte es für wichtig die Kinder auch zu fordern sonst besteht die Gefahr dass es später an der notwendige Härte fehlt.

Servus Leute!

Einige Antworten gehen zwar an dem eigentlichen Zweck meiner Frage "Was kosten Kinder" vorbei, aber im großen und ganzen habt ihr mir wie immer weitergeholfen.

Zu den zusätzlich vorgebrachten Aspekten nur so viel: Mir ist bewusst, dass man mit Kindern nicht ewig warten soll. Und ich weiß auch, dass der finanzielle Aspekt bei der Zeugung von Kindern nicht im Vordergrund stehen soll.

Dennoch brauche ich für eine anständige Planung Zahlen und die wurden hier zum Großteil geliefert. Danke dafür.

Was sich aus meinen Recherchen bisher ergeben hat, ist das Kinder Anfangs eigentlich nicht sehr viel kosten, was mir persönlich recht gut passt. Vor allem die ersten 5-10 Lebensjahre der Kinder bin ich finanziell wahrscheinlich noch nicht so aufgestellt, wie ich mir das wünschen würde.

Ab Jahr 10 sollte es dann eigentlich schon ganz gut laufen und ich sollte in der Lage sein auch deutlich höhere Kosten pro Kind gut zu stemmen.

Auch Wenn's noch etwas hin ist bis zum ersten Kind, werde ich euch dann auf dem laufenden halten!

Grüße,

Nyxpriest

Wenn das Kind z. B. eine Künstlerkarriere machen will, braucht es unter Umständen schon mehr finanzielle Unterstützung für private Schulen, die sich darauf spezialisiert haben. Das Gleiche gilt, wenn das Kind in der öffentlichen Schule nicht zurechtkommt und eine private Schule mit anderer Gewichtung evtl. eine bessere Option wäre. Auch Sprachaufenthalte der Kinder im Ausland wären förderungswert, kosten aber etwas. Und was ist, wenn das Kind sehr begabt ist im sportlichen oder künstlerischen Bereich und es damit weit bringen könnte, hätten die Eltern das notwendige Geld dafür bereit?

Mein Bruder, langjähriger Frugalist, zahlte z. B. unserem Neffen eine teure Schule, welche für den Berufseinstieg einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten in einer stark umkämpften Branche darstellte. Es gab nur wenige heiß begehrte Lehrstellen dazu. Durch diese Schule erhielt er das Eintrittsbillet. Solche Ausgaben müssen auch einberechnet werden. Gewisse selbständige Berufe brauchen Startkapital. Ein Kind, dessen Eltern dies geben kann, ist klar im Vorteil gegenüber solchen, die keine solche elterliche Unterstützung erhalten. Das kann der entscheidende Faktor sein, um überhaupt in einem eng konkurrierenden Markt Fuß zu fassen, ohne die besten Lebensjahre zu verlieren. Gerade die Selbständigkeit braucht eine Anlaufstelle von 5 Jahren, wenn es nicht von den Eltern übernommen werden kann.

Es könnte auch sein, dass ein Kind sich nicht so lupenrein entwickelt, z. B. oft schwarz fährt (wegen Rebellion oder Gruppendruck) oder das Auto an die Wand fährt, wodurch hohe Bußen ins Haus flattern, welche zu bezahlen sind, um es nicht absitzen zu müssen, weil sonst das Risiko einer jugendkriminellen Vernetzung der Kinder steigt. Solche negativen Einträge im Lebenslauf wollen Eltern den Kindern normalerweise ersparen und aus der Welt schaffen. Dasselbe gilt später für Verschuldung (z. B. weil das erwachsene Kind zu naiv ist oder sich beim Konsum noch nicht im Griff hat), die dem jungen Erwachsenen harte Konsequenzen bringen (beruflich und bei der Wohnungssuche), wenn die Eltern keinen Ausweg schaffen.

Überhaupt können Teenys hochgradig anstrengend sein, sodass die Eltern froh sind, diese wenigstens in den Schulferien in teure Urlaubsziele zu schicken. Und was gerade Teenys heute für Ansprüche haben, will ich gar nicht laut sagen, vor allem auch der Anteil an dem, was sie verlieren und kaputtmachen an besten IPhones (natürlich immer das Neueste) und sie Eltern geradezu terrorisieren, wenn sie nicht sofort wieder das Neueste zugeschoben kriegen. Da ist es manchmal besser nachzugeben, sonst bräuchte es wieder Geld für einen Therapeuten. So meine aktuellen Beobachtungen bei einer Nichte.

Was weiter anfallen könnte, wenn das Kind sich nicht elternkonform entwickelt: Nachhilfe, Zwischenausbildungen, um schlechte Zeugnisse aufzupolieren. Das Kind könnte auch schon knapp vor der Volljährigkeit schwanger werden, dann bräuchte es finanzielle Unterstützung und Alternativausbildungswege. Oder das Kind wird kränklich und ist weniger leistungsfähig, braucht deshalb zusätzliche Unterstützung oder mehr Zeit für Ausbildung, Studium und Beruf, wodurch es die elterliche Hilfe länger benötigt, um auf die Beine zu kommen.  Es könnten auch teure Operationen notwendig sein. So kannte ich eine Mutter, deren Sohn durch einen Brand breitflächige schwere Verbrennungen aufwies. Das war äußerst kostenintensiv, ihn allein schon mit Salben einzudecken, damit seine Haut ausreichend elastisch gehalten werden konnte. Die haben ihr ganzes Geld drangegeben, um ihrem Sohn ein normales Leben zu ermöglichen.

Oder kurz: Die Kosten für Kinder sind nicht wirklich kalkulierbar. Man gehe am besten vom schlimmsten Szenario aus, d. h. die Eltern wollen aus Liebe helfen, auch wenn das Kind nicht den Erwartungen entspricht. Kinder sind oft ganz anders als ihre Eltern und haben vielfach komplett andere Lebensvorstellungen, die aber liebende Eltern unterstützen werden, weil sie einfach wollen, dass ihr Kind glücklich ist, und sie selbst nicht glücklich sein können, wenn ihr Kind es nicht sein kann.

Liebe Grüße, Laura Maelle

Irgendwie lesen sich diese"Kosten" erschreckend. Sind in der Schweiz die Bußgelder tatsächlich so hoch, das es relevante Kosten sind? Keine Möglichkeit das als Sozialstunden abzuarbeiten?

Und sollte die Medizinische Versorgung nicht solche Dinge abdecken? Operationen selbst bezahlen? Dermatologische Pflege um Lebensqualität zu erreichen?

 

In der Schweiz sind die Bußen allgemein hoch, auch ganz gewöhnliche Ordnungsbußen. Das summiert sich schnell. Bei den medizinischen Kosten gibt es einen Selbstbehalt, den man selber zahlen muss. Zahnarztkosten müssen privat dazuversichert werden, trotzdem wird es teuer. Es wird nur bezahlt, was auf der gesetzlich vorgegeben Liste der Leistungen und Medikamente steht, und dann auch nur eine bestimmte Menge. Bei dem Jungen, dessen Haut zu 60% schwere Verbrennungen aufwies, waren die Kosten für die unzähligen Salben bei weitem nicht gedeckt. Er wohnt in Österreich. Zum Glück gab es auch Spenden für diese Familie.

Liebe Grüße, Laura Maelle

Einkommenseinbußen in Bezug auf Teilzeit wegen Care-Arbeit ist ein hoher Kostenfaktor:

" 40 Prozent ihres Lebenserwerbseinkommens büßen Frauen mit einem Kind durchschnittlich ein — im Vergleich zu kinderlosen Frauen. Frauen mit drei oder mehr Kindern verdienen fast 70 Prozent weniger als Nicht-Mütter. " (Studie der Bertelsmann-Stiftung, die am 22. Juni veröffentlicht wurde)

 

Kann natürlich auch sein, dass der Mann oder ggf. beide Teilzeit arbeiten.  Die geringere Rentenpunkte setzen sich dann für die Menschen lebenslang durch.

Wenn Du alles machen kannst was Du willst solltest Du etwas wollen.

Bloß gut, dass das, was hier in einigen der letzten Posts so berichtet wurde, 98% der Leute nicht wissen. Es würde ja keiner mehr Kinder bekommen. :mrgreen:

Mal so als Vater zweier Kinder gesprochen: Ja, klar, Kinder kosten Geld, wobei die Summen überaus variabel sind. Man kann sich sicher an den statistischen Größen orientieren. Aber die Statistik sprach zum Beispiel auch klar dagegen, dass mein Vater an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken und sterben würde und es hat ihm letztendlich trotzdem nichts genützt.

Mal abgesehen von der nichtmonetären Bereicherung, die Kinder ins Leben bringen, verändert eigener Nachwuchs das Leben auf vielerlei Art. Meistens wird man sparsamer, so dass viele Mehrausgaben für die Kinder dadurch wenigstens teilweise kompensiert werden. Ist ähnlich wie beim altbekannten Eigenheim, welches die Sparquote von Familien meistens nachhaltig vergrößert, was sozusagen für die "innere Rendite" gut ist.

Im übrigen ist das wichtigste, was man Kindern geben kann, Liebe und Zuwendung. Geld ist wie oft im Leben hilfreich, aber ersetzt nichts davon. Klar ist auch, dass Kinder gegen Ende der "Betreuungszeit" finanziell unter Umständen mit Blick auf mögliche Auslandsaufenthalte und ein Studium mit allem Drum und Dran noch mal richtig ins Kontor schlagen. Das sollte man nach Möglichkeit schon berücksichtigen, wenn die Kinder klein sind und entsprechende Mittel/Depots aufbauen. Man sollte den eigenen Kindern aber auch zumuten und zutrauen, ab einem gewissen Zeitpunkt (so ab 16/17/18 würde ich das schon als möglich ansehen) wenigstens einen Teil ihrer "Kosten" (insbesondere solche für gewisse Extras) mit eigenen, kleinen Beiträgen zu co-finanzieren. Das trägt zur Persönlichkeitsbildung mehr bei, als eine allzeit geöffnete Brieftasche der Eltern.