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Was ist Freiheit?

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Finanzielle Freiheit wird ja meist so definiert, dass man seinen Lebensunterhalt bestreiten kann ohne einer Erwerbsarbeit nachgehen zu müssen.

Für viele heißt das wohl erstmal viel sparen um dann irgendwann Summe x angelegt zu haben und von den Erträgen Leben zu können. Also erstmal lange Zeit Vollzeit arbeiten um dann später gar nicht mehr arbeiten zu müssen.

Wäre es nicht auch Freiheit sofort nur so viel zu arbeiten wie man zum Leben braucht? Also anstatt 50% oder mehr zu sparen nur 50% oder weniger zu arbeiten, nicht zu sparen, aber dafür jetzt schon freie Zeit zu haben, in der man nicht arbeiten muss?

Was ist Freiheit für euch?

Für viele wäre dann Hartz4 auch eine Option...

Natürlich ist das möglich, es kommt nur mit ein paar Nachteilen wenn man damit ohne Kapitalpolster beginnt:

(1) Man ist weiter zwingend auf die Arbeit angewiesen. Man hat evtl. nicht mehr die Freiheit sich die Arbeit auszusuchen.
(2) Man hat keinen Zinseszins Effekt, also muss man in der Summe mehr arbeiten als wenn das Kapital arbeitet.
(3) Man rutscht in die Altersarmut oder andere finanzielle Miseren sobald man nicht mehr arbeiten kann.

Viele der hier vertretenen User arbeiten nur noch Teilzeit, lange bevor die finanzielle Freiheit erreicht wurde, eben weil sie nicht mehr auf die regelmässigen Einnahmen angewiesen sind. Von vornherein aber nur so viel zu arbeiten, dass es gerade zum Leben reicht obwohl man problemlos mehr verdienen kann scheint mir nicht sehr klug wenn man an die Zukunft denkt.

Da gibts auch schon einen Artikel von Oliver zu dem Thema:

 

https://frugalisten.de/teilzeitjob-early-retirement-was-darfs-fuer-dich-sein/

 

Hier werden die Vor- und Nachteile beider Seiten aufgeführt 🙂

Teilzeit zu arbeiten bedeutet jetzt mehr Zeit zum Leben zu haben.
Ich denke, da gibt es verschiedene Grundeinstellungen. Die einen wollen das finanzielle Polster und malochen bis sie ihr "Ziel" (hoffentlich) erreicht haben, den anderen ist das finanzielle Polster nicht so wichtig.

Ich habe immer im Hinterkopf, dass 3 Bekannte von mir entweder ihr "Ziel" nie erreicht haben, bzw. nur sehr kurze Zeit ihr Ziel genießen konnten. Sie sind zu früh gestorben, als das sie jemals entspannt leben konnten.
Das wäre ein klares Argument für Teilzeit jetzt. Ich nenne es Downshifting. Dazu hatte ich vor ein paar Jahren mal 2 Artikel verfasst.

Liebe Grüße, Flitzekittel --------------------------------------------- NEU: www.miteigenenhaenden.de - Minimalismus, Selbstversorgung, Konsumreduzierung, Suffizienz, DIY -

Arnim vielen Dank für den Artikel von Oliver, dort wird das ganze sehr schön dargestellt 🙂

Flitzekittel, ich sehe auch das Risiko, dass man sein "Ziel" vielleicht nie erreicht, wenn man es zu sehr nach hinten schiebt - niemand weiß schließlich wie alt er wird.

Vielen Dank für euren tollen Input!

Wer mit Präsenz Pflicht und skaliert arbeitet, für den mag TZ einen Mehrwert bringen.

Sinnvoll auch in sozialen Berufen die immer stärker ökonomisiert wurden und die darin arbeiteten Menschen mental und emotional ausbrennen.

Es muss jeder seinen Weg finden wie er im Hier und Jetzt lebt. Das ist aber mehr eine Kopfsache und Lebenseinstellung als eine Frage starrer Stunden.

Das Blöde ist nur, dass die Bereiche welche Präsenzzeit erfordern und skaliert sind oft schlechter bezahlt werden und dann in TZ kaum Sparquote zum Vermögensaufbau bleibt!

Ich arbeite räumlich und geistig kreativ mit genügend Freiräumen. Da vermisse ich keine TZ. Ist in meinem Bereich aber quasi nicht existent.

Habe es mal mit einer 4 Tagewoche für ein Jahr versucht und bin dann wieder auf Vollzeit.

Kann im Jahr bis zu 20 Tage zusätzlich zum Urlaub frei nahmen. Das mache ich gerne und bringt mir mehr.

Ansonsten hat der Vermögensaufbau in der Arbeitsphase tatsächlich Priorität!

Hi @nofrugalist eine sehr gute Frage was Freiheit für jeden von uns bedeutet.

Für mich ist dazu die finanzielle Unabhängigkeit erstmal eine Grundvoraussetzung für Freiheit. Um mich wohl zu fühlen sollte mein finanzielles Polster mir regelmäßige Einnahmen (Dividenden/Rendite what ever) generieren mit dem ich alle meine Kosten decken kann ohne das Polster selbst aufzubrauchen.
Das was ich tue soll mir so viel Spaß machen das ich es auch zu tun bereit wäre wenn ich kein Geld dafür bekomme und es auch tun würde wenn ich in Rente bin.
(Arbeit sollte Alters- und Geldunabhängig sein)
Ich habe auch gemerkt das ich mich nicht auf lange Zeit festlegen möchte was ich tue (arbeite). Wenn dann möchte ich mir nur zeitlich befristet irgendwo binden und immer neu entscheiden ob ich verlängere oder lieber was ganz anderes mache. Eigentlich ist es jetzt genau umgekehrt wie vor FIRE. Davor wollte ich und war auch unbefristet beschäftigt und nahezu unkündbar. Jetzt finde ich eine befristete Beschäftigung viel attraktiver weil ich mich nicht festlegen möchte.
Zudem habe ich gemerkt das mein Körper zu mehr geschaffen ist als 8 Stunden am Tag vor einem Monitor meine Ideen über eine Tastatur in einen PC zu hacken (SW zu programmieren). Unser Körper ist so vielseitig und ich möchte ihn auch sehr vielseitig einsetzen um mich wohl zu fühlen. Wenn ich das tuen kann ist das auch Freiheit.

Da gibt es natürlich wie immer tausend Aspekte zu berücksichtigen und jeder bewertet das anders. Und die Einschätzung von jedem ist genau für die Person wahrscheinlich richtig. Das ändert sich ja oft auch im Laufe eines Lebens.

Als ich jung war, wollte ich zB den (für mich) intellektuell herausforderndsten Job. Also habe ich in einer große Beratung angefangen (wurden dann 12 Jahre). Ja, da musste man tlw. sehr viel arbeiten, wobei es bei mir ging. Aber ich habe teilweise super interessante Projekte mit sehr interessanten und schlauen Leuten gemacht. Das viele Geld kam so nebenbei, war aber nicht der Hauptzweck. Klar, ich hätte auch 30 Stunden in der Woche irgendeinen langweiligen Dödeljob machen können. Da hätte ich aber wahrscheinlich nach 2 Wochen vor Langweile hingeschmissen. Völlig unabhängig vom Geld.

Bei meinem letzten Job hatte ich dann die letzten 4 Monate vor meinem Jobende nicht mehr viel zu tun. Aber die 5 Stunden, die ich jeden Tag im Büro abhängen musste, ohne noch wirklich eine herausfordernde Aufgabe  zu haben (ausser neue Aufgaben geschickt abzuwehren), waren für mich schrecklich.

Für ich persönlich gilt: entweder 150% oder 0%.

Mal ganz abgesehen davon, dass mit Zinseszinseffekt die am Anfang verdiente Kohle natürlich massiv zum Wertzuwachs beiträgt. Und, wenn man einen anspruchsvollen Job hat, auch immer mal was nebenbei abfällt (Stock-Options, Betriebsrente, Abfindung etc). Und die absolute Sparquote natürlich, wenn man sich unter Kontrolle hat, drastisch höher ist.

Da ich aber weiss, dass man nicht nur arbeiten sollte (mein UrUrgroßvater starb ungefähr 2 Jahre, nachdem er sein Unternehmen für einen Riesenbetrag verkauft und sich zwecks Immobilienmanagement in der Schweiz niedergelassen hatte), hatte ich mit Anfang 30 4 Monate unbezahlten Urlaub genommen und dann zur Geburt meines Sohnes 9 Monate Elternzeit und dann noch 1 Jahr auf 75% reduziert. Würde ich beides nicht missen wollen! Und mit 50 war ja dann auch Ende.

Da hier manche schon wieder vom frühen Sterben reden. Über welches Alter reden wir denn? Wenn man "sofort nur so viel zu arbeitet wie man zum Leben braucht", dann denke ich da an den Berufseinsteiger, also in den 20ern. Spätestens Mitte 30 sollte man wenn man schlau war genug Kapital und einen Position/Karriere haben, wo man über Teilzeit nachdenken kann. Die Wahrscheinlichkeit davor zu sterben ist verschwindend gering und wer schon an seinen Tod denkt bevor das Leben richtig angefangen hat sollte die Prioritäten ganz anders setzen.

Das ist auch der Zeitraum in dem man sehr viel Energie hat und praktisches Wissen und Erfahrung sammelt. Ich denke es wird sptäter sehr schwer das aufzuholen. Und die nächste Krise wird kommen.

Zitat von Tim am 6. Mai 2022, 1:01 Uhr

Da hier manche schon wieder vom frühen Sterben reden. Über welches Alter reden wir denn? Wenn man "sofort nur so viel zu arbeitet wie man zum Leben braucht", dann denke ich da an den Berufseinsteiger, also in den 20ern. Spätestens Mitte 30 sollte man wenn man schlau war genug Kapital und einen Position/Karriere haben, wo man über Teilzeit nachdenken kann. Die Wahrscheinlichkeit davor zu sterben ist verschwindend gering und wer schon an seinen Tod denkt bevor das Leben richtig angefangen hat sollte die Prioritäten ganz anders setzen.

Das ist auch der Zeitraum in dem man sehr viel Energie hat und praktisches Wissen und Erfahrung sammelt. Ich denke es wird sptäter sehr schwer das aufzuholen. Und die nächste Krise wird kommen.

Ich mag mich irren, dann verzeih mir, aber das klingt mir doch recht von hohen Ross herunter gepredigt.

Nicht jeder plant mit 20 Jahren mit 40 in Rente zu gehen. Die allermeisten schwimmen erst einmal im Mainstreem, bevor sie erkennen, dass dieser Lebensplan nicht der richtige für sie ist. Es soll ja auch Leute geben, die ihren Job einige Jahre lang gern machen (oder meinten ihn gern zu machen). Vielleicht war es auch Anfangs alles prima mit dem Job, dann kamen Familie, Kinder und sie sind Alleinverdiener, oder sie haben ihren Job so "gern" gemacht, dass sie sich irgendwann völlig ausgepowert haben...
Ich denken, dass nicht wenige 35/40 Jahre sind, bis ihnen das Arbeitsleben so stinkt, dass sie ernsthaft über Alternativen nachdenken. Für Otto-Normalverdiener ist es dann nicht mehr so leicht ein Kapital aufzubauen, dass er mit 45/50 in Rente gehen kann.
Dann ist Teilzeit eine Möglichkeit, aus dem Leben noch etwas anderes zu machen als von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu malochen.

 

Liebe Grüße, Flitzekittel --------------------------------------------- NEU: www.miteigenenhaenden.de - Minimalismus, Selbstversorgung, Konsumreduzierung, Suffizienz, DIY -

Mit dem "Hauptjob" habe ich nie wirklich viel Geld verdient, wohl auch weil ich nirgends länger als maximal zwei Jahre geieben bin. Den Vermögensaufbau habe ich nebenberuflich gestemmt. Den Teilzeitjob empfinde ich als sehr kurzweilig und interessant und ich nehme auch nichts davon mit nach Hause, bekomme keine Anrufe in der Freizeit und muss mich nicht ständig aufregen. Das ist schon toll. Es ist eine gute Chance, sich in der vielen Freizeit zu sortieren und was eigenes auf die Beine zu stellen um Vermögen bilden zu können. Das empfinde ich schon als großebaportion Freiheit.

Mit der Gesundheit ist das immer so eine Sache. Da kann auch mit Mitte 30,sobwie bei mir schon einiges unklar sein. Ich habe eine vererbte Gerinnungsstörung die mir schon seit Jahren immer wieder Embolien berursacht hat. Dazu nun vor ein paar Wochen die Diagnose Diabetes. Auch mit den Leber - und Pankreaswerten stimmt was nicht. Viele Untersuchungen in den nächsten Monaten werden hoffentlich aufzeigen was dahinter steckt. Alles was in Frage kommt ist auf jeden Fall scheiße und verbunden mit deutlichen Einschränkungen in Ldbensqualität vor allem auch Lebenserwartung. Sollte sich das bestätigen, dann brauche ich über Familienplanung nicht weiter nachdenken und würde dann wohl schon zum Ende diesen Jahres die Reißleine ziehen statt in vier Jahren mit 40. Nur für meine Freundin und mich alleine bin ich wohl gut genug aufgestellt für den Ruhestand, zumal ich von Glück reden kann wenn ich überhaupt noch da bin wenn der Freundeskreis das reguläre Rentenalter erreicht. Mit diesen Erkenntnissen der letzten Tage und Wochen umzugehen ist nicht leicht. Umso mehr bin ich froh, mir bereits in diesem jungen Alter so viel aufgebaut zu haben, dass ich jederzeit die Reißleine auch ein paar Jahre eher als geplant ziehen kann und auch meine Freundin mkt Anfang 30 lebenslang finanziell abgesichert ist.

Ich bin selbst gespannt wie sich das in den nächsten Monaten so entwickelt. Bis zur Sicheren Diagnose mache ich erstmal weiter wie gehabt. Die Ferienhausvermietung werde ich in jedem Fall weiter betreiben bis ich tot umfalle. Das alleine würde schon reichen um ohne Familie gut leben zu können. Das ETF Depot mit derzeit gut 200.000€ an Einzahlungen wächst in den nächsten zwei Jahrem auf gut das doppelte an - bei weiterhin laufenden Einnahmen also ordentlich Puffer, dazu noch ein in 8 Jahren potenziell veräußerbares MFH. Zumindest finanziell muss ich mir die nächsten 20 Jahre also keinerlei gedanken machen. Das beruhigt ungemein, zumal mir kürzlich die BU Versicherung gekündigt wurde so dass ich an dieser Stelle keinerlei Unterstützung erhoffen kann.

 

Die Ausgangsfrage ist ja: "Was ist Freiheit"

Da würde ich erst mal zwischen innerer- und äußerer Freiheit unterscheiden. Der Rahmen der Arbeitszeit ist für mich erst mal ein äußerer. Je kontrollierter und von außen fremdgesteuert sowie an bestimmten Orten (Büro, Klinik, Werkstatt etc. fixiert), desto mehr sehe ich auch meine innere Freiheit eingeschränkt.

Wenn TZ zur innerern Freiheit beitragen kann, weil der Rahmen der Arbeit freiheitseinschränkend ist, mag das ok sein. Aber dann bin ich immer noch abhängig beschäftigt oder auch abhängig in der Selbständigkeit und damit unfrei. Deshalb ist mein Bestreben wirklich unabhängig von abhängiger Beschäftigung zu sein und somit uneingeschränkt frei.

Die Innerer Freiheit ist zudem viel mehr eine Kopfsache als von Teilzeit abhängig. Vielleicht ist es viel hilfreicher über das eigene Verhältnis zur Arbeit nachzudenken und eine andere innere Haltung dazu einzunehmen?

 

Zitat von Jan Veerman am 5. Mai 2022, 21:21 Uhr

... Um mich wohl zu fühlen sollte mein finanzielles Polster mir regelmäßige Einnahmen (Dividenden/Rendite what ever) generieren mit dem ich alle meine Kosten decken kann ohne das Polster selbst aufzubrauchen.

genau so ist es bei mir auch

und Freiheit heißt für mich, einfach  - auch SPONTAN - weitgehend tun und lassen zu können was ich will

also auch z.B. wenn es mir im November hier zu kalt und grau wird mal für 2 Monate in südlicheren Gefilden zu überwintern  😉

ein Job mit PRÄSENZpflicht schränkt diese Freiheit drastisch ein ...

Als ich das seltsame Wort "Frugalist" noch nicht kannt, habe ich mein wachsendes, kleines Vermögen immer als meine "finanzielle Schlagkraft" gesehen.  Das war mir immer wichtiger als die Erfüllung materieller Wünsche. Jetzt hat mein Vermögen die Größe erreicht, die mich ganz gelassen z.B. Gespräche mit meinem Chef führen lässt. Ich fühle mich nicht mehr von ihm abhängig sondern frei in meinem Handeln. Da kehrt bei Stress schnell mental wieder Ruhe ein.

An anderer Stelle bei einer ähnlichen Frage habe ich glaube ich geschrieben:

Ich will niemandem Herr, aber auch niemandes Knecht sein.

Geld ist in unseres Gesellschaft (leider) gleichzusetzen mit Freiheit. Und von letzterer möchte ich doch bitte möglichst viel.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/arbeit-wert-work-life-balance-101.html

Ein Artikel der gut zusammenfasst welche Elemente bei der Arbeit zum Glück beitragen. Nämlich:

  1. Zeitliche Souveränität
  2. Örtliche Unabhängigkeit
  3. Wertschätzung
  4. genügend Einkommen um über eine Reduzierung, Sabbatical etc. nachdenken zu können, bzw. Vermögen bilden zu können
Zitat von NoFrugalist am 5. Mai 2022, 8:09 Uhr

Finanzielle Freiheit wird ja meist so definiert, dass man seinen Lebensunterhalt bestreiten kann ohne einer Erwerbsarbeit nachgehen zu müssen.

Für viele heißt das wohl erstmal viel sparen um dann irgendwann Summe x angelegt zu haben und von den Erträgen Leben zu können. Also erstmal lange Zeit Vollzeit arbeiten um dann später gar nicht mehr arbeiten zu müssen.

Wäre es nicht auch Freiheit sofort nur so viel zu arbeiten wie man zum Leben braucht? Also anstatt 50% oder mehr zu sparen nur 50% oder weniger zu arbeiten, nicht zu sparen, aber dafür jetzt schon freie Zeit zu haben, in der man nicht arbeiten muss?

Was ist Freiheit für euch?

Das ist halt eher Definitionssache. Will man die "komplette" Freiheit und arbeitet dafür erst mal noch mehr, oder reicht einem die "teilweise" Freiheit aus und man nimmt sie sofort, aber ohne die Möglichkeit, noch auf die komplette Freiheit zu kommen. Das muss ja jeder für sich selbst wissen, was man will.

Zitat von Frugi85 am 6. Mai 2022, 9:37 Uhr

Mit dem "Hauptjob" habe ich nie wirklich viel Geld verdient, wohl auch weil ich nirgends länger als maximal zwei Jahre geieben bin. Den Vermögensaufbau habe ich nebenberuflich gestemmt. Den Teilzeitjob empfinde ich als sehr kurzweilig und interessant und ich nehme auch nichts davon mit nach Hause, bekomme keine Anrufe in der Freizeit und muss mich nicht ständig aufregen. Das ist schon toll. Es ist eine gute Chance, sich in der vielen Freizeit zu sortieren und was eigenes auf die Beine zu stellen um Vermögen bilden zu können. Das empfinde ich schon als großebaportion Freiheit.

Mit der Gesundheit ist das immer so eine Sache. Da kann auch mit Mitte 30,sobwie bei mir schon einiges unklar sein. Ich habe eine vererbte Gerinnungsstörung die mir schon seit Jahren immer wieder Embolien berursacht hat. Dazu nun vor ein paar Wochen die Diagnose Diabetes. Auch mit den Leber - und Pankreaswerten stimmt was nicht. Viele Untersuchungen in den nächsten Monaten werden hoffentlich aufzeigen was dahinter steckt. Alles was in Frage kommt ist auf jeden Fall scheiße und verbunden mit deutlichen Einschränkungen in Ldbensqualität vor allem auch Lebenserwartung. Sollte sich das bestätigen, dann brauche ich über Familienplanung nicht weiter nachdenken und würde dann wohl schon zum Ende diesen Jahres die Reißleine ziehen statt in vier Jahren mit 40. Nur für meine Freundin und mich alleine bin ich wohl gut genug aufgestellt für den Ruhestand, zumal ich von Glück reden kann wenn ich überhaupt noch da bin wenn der Freundeskreis das reguläre Rentenalter erreicht. Mit diesen Erkenntnissen der letzten Tage und Wochen umzugehen ist nicht leicht. Umso mehr bin ich froh, mir bereits in diesem jungen Alter so viel aufgebaut zu haben, dass ich jederzeit die Reißleine auch ein paar Jahre eher als geplant ziehen kann und auch meine Freundin mkt Anfang 30 lebenslang finanziell abgesichert ist.

Ich bin selbst gespannt wie sich das in den nächsten Monaten so entwickelt. Bis zur Sicheren Diagnose mache ich erstmal weiter wie gehabt. Die Ferienhausvermietung werde ich in jedem Fall weiter betreiben bis ich tot umfalle. Das alleine würde schon reichen um ohne Familie gut leben zu können. Das ETF Depot mit derzeit gut 200.000€ an Einzahlungen wächst in den nächsten zwei Jahrem auf gut das doppelte an - bei weiterhin laufenden Einnahmen also ordentlich Puffer, dazu noch ein in 8 Jahren potenziell veräußerbares MFH. Zumindest finanziell muss ich mir die nächsten 20 Jahre also keinerlei gedanken machen. Das beruhigt ungemein, zumal mir kürzlich die BU Versicherung gekündigt wurde so dass ich an dieser Stelle keinerlei Unterstützung erhoffen kann.

 

Das klingt vernünftig. Gerade wenn jemand nicht gesund ist, rate ich persönlich zu einem minimalistischen Leben, nicht nur äußerlich, sondern auch in der Lebensgestaltung. Man muss dann einfach Abstriche machen, damit das Leben bewältigbar bleibt. Durch den Verzicht - z. B. auch auf Kinder - bleibt dafür mehr Zeit für sich und die eigene Gesunderhaltung. Das ist auch wichtig. Man hat mehr Möglichkeiten, das Leben intensiver zu leben, sodass du bei einem möglichen kürzeren Leben genauso viel erlebt hast.

Ich wollte wegen meiner früh einsetzenden Schmerzkrankheit nie eigene Kinder, habe aber trotzdem Kinder in Teilzeit betreut und aufgezogen, nämlich meinen Neffen und meine Nichte. Mein Neffe (28-jährig) chillt gerade in Spanien für ein paar Wochen. Meine Nichte (bald 14) wird im Juli für 1 Woche nach Kroatien in Urlaub fahren (letztes Jahr war sie für 3 Wochen bei ihren Großeltern in Italien, Apulien). Kosten: jeweils nur den Flug, alles andere ist kostenlos, da Unterbringung bei Freunden. Man hilft sich gegenseitig. Mein Neffe hilft einer MS-kranken Freundin, die ohne Hilfe nichts unternehmen könnte. So hilft er ihr für Kost und Logis. Danach fliegen sie gemeinsam zurück in die Schweiz.

Liebe Grüße, Laura Maelle

Freiheit heißt die Wahl zu haben. Ständig und bei allem, ohne jegliche Abhängigkeiten.

Dass man das nicht beliebig betreiben kann und will, von der Beziehung bis zum Lebensort und Geld ist klar.

Aber von dieser Maximalposition würde ich gedanklich mal starten und nachfolgend selbst auferlegte Freiheits"verluste" durchgehen und auf "Akzeptierbarkeit" prüfen. Was will ich, was kann ich, was darf ich.

Zitat von Absprung_2020 am 11. Mai 2022, 21:31 Uhr

Freiheit heißt die Wahl zu haben. Ständig und bei allem, ohne jegliche Abhängigkeiten.

Dass man das nicht beliebig betreiben kann und will, von der Beziehung bis zum Lebensort und Geld ist klar.

Aber von dieser Maximalposition würde ich gedanklich mal starten und nachfolgend selbst auferlegte Freiheits"verluste" durchgehen und auf "Akzeptierbarkeit" prüfen. Was will ich, was kann ich, was darf ich.

Klingt gut, ist aber schon utopisch. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Mensch komplett determiniert ist. Das sehe ich zwar nicht so, aber das pure Gegenteil wäre auch übertrieben.

Liebe Grüße, Laura Maelle

Muss = Freiheit

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