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Vorstellung plus Fragen

Hallo,

ich bin 37Jahre alt und oefters single. Bis zum heutigen Tage konnte ich ein Vermoegn von 220000€ ansparen. 15000€ behalte ich als reserve auf dem Konto, vom Rest habe ich 70% ETFs und 30% Aktien.

Als Ingenieur verdiene ich um die 50000€ netto im Jahr, 35000€ kann ich davon ansparen.

Mein Ziel ist es von 1400€ monatlich zu leben, sprich 424000€ (wie Oli) plus 80000€ fuer eine Wohnung (in Thailand) anzusparen.

Da ich viel in Asien unterwegs war, beforzuge ich eher ein wearmeres Land, um sich niederzulassen. Thailand steht da ganz oben auf der Liste.

Jetzt komme ich zu meinen Fragen an Euch!

1. Hat jemand Erfahrungen mit Auswandern gemacht? Thailand hat mit Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet. Kennst sich jemand damit aus?

2. Viele Beitreage im Forum handeln von Pleanen, Treamen und Zunkuftsvisionen (So wie meiner auch 🙂 ). Welcher Leser von euch lebt tatseachlich von von seiner Entnahmestrategie? Wieviel Geld ist dafuer eingespart worden und mit welchem Alter?

Danke fuers Lesen!

Hallo @tom82

zu Frage 2: Ich bin auch Ingenieur, etwas älter als du und seit 14 Jahren im Arbeitsleben. Im Prinzip hätte ich vor 2 bis 3 Jahren aufhören können, habe mich aber vor einem dreiviertel Jahr für ein Teilzeitmodell entschieden. Mit dem frugalen Lebensstil habe ich bereits während meines Studiums angefangen, also vor etwa 17 Jahren (mit Anfang 20). Allerdings weiß ich erst seit einem Jahr, dass ich "Frugalist" bin. Hatte mit dieser Bewegung nie was zu tun und habe eher mein eigenes Ding durchgezogen.
Das Wort "Entnahmestrategie" finde ich ehrlich gesagt etwas befremdlich. Es bedeutet ja, dass man von der Substanz lebt und praktisch nur sein "Tafelsilber" verkauft. So habe ich nie gerechnet. Der Kapitalstock muss eine Rendite erwirtschaften, von der man leben kann. Da sollte man eher wie ein Unternehmer denken.
Wieviel Geld du brauchst hängt ganz entscheidend von deiner Anlagestrategie und deinem Lebensstil ab. Das kann man so pauschal gar nicht sagen.
Ich persönlich verbrauche etwa 1.300 EUR pro Monat. Rein rechnerisch bin/war ich mit 300.000 EUR (bar/Wertpapiere ohne Immo.) aus dem Schneider. Dabei erwirtschafte ich aber auch eine Durchschnittsrendite von etwa 11 bis 14% (netto) pro Jahr. Die Rechnungen hier auf der Seite sind da deutlich konservativer und gehen von etwa 4% pro Jahr aus. Damit brauchst du natürlich einen wesentlich größeren Kapitalstock, vielleicht 400.000 bis 500.000 EUR.
Gehe mal davon aus, dass du etwa die Hälfte deiner Durchschnittsrendite für deinen Lebensunterhalt ausgeben kannst. Die andere Hälfte brauchst du für schlechte Zeiten. Also wenn an der Börse nichts läuft.
Da ich jetzt weiter gearbeitet habe, habe ich meinen Kapitalstock noch vergrößern können, um mehr Handlungsfreiheit und ein größeres Polster aufzubauen.

Weiterhin viel Erfolg!

Zitat von Fritz am 11. Oktober 2019, 9:49 Uhr

Die Rechnungen hier auf der Seite sind da deutlich konservativer und gehen von etwa 4% pro Jahr aus.

Das ist übrigens ein Irrtum. Die häufig auftauchenden 4 % sind die anfängliche Enttnahmerate, nicht die Rendite.

Zitat von Christine am 11. Oktober 2019, 10:01 Uhr
Zitat von Fritz am 11. Oktober 2019, 9:49 Uhr

Die Rechnungen hier auf der Seite sind da deutlich konservativer und gehen von etwa 4% pro Jahr aus.

Das ist übrigens ein Irrtum. Die häufig auftauchenden 4 % sind die anfängliche Enttnahmerate, nicht die Rendite.

Die Trinity-Studie, auf der die ganze Überlegung basiert, geht von 50% Anleihen und 50% Aktien aus. Die US-amerikanischen Aktien wurden (damals) mit einer Durchschnittsrendite von 7% p.a. angesetzt. Heute ist es vermutlich weniger. Langlaufende US-Staatsanleihen bringen aktuell etwa 2% p.a. Mit einer Buy-and-Hold-Strategie kommt man damit auf etwa 4,5% p.a. Der MSCI-World, der des öfteren genannt wird, dürfte auch nicht mehr als 7% p.a. bringen (sehr optimistisch). Also ich lasse mich gern berichtigen, falls ich da was übersehen habe. Aber ich denke nicht, dass man mit den hier vorgestellten Anlagestrategien sehr viel mehr als 4...5 % p.a. erreicht.

@fritz, die Renditen waren in allen untersuchten 30-Jahres-Zeiträumen ja extrem verschieden. Die waren NICHT die feste Größe.

Die US-amerikanischen Aktien wurden (damals) mit einer Durchschnittsrendite von 7% p.a. angesetzt.

Das war ja grade das Revolutionäre (bei Bergen und auch dann Trinity): Eben nicht mit der Durchschnittsrendite zu rechnen wie alle anderen Leute bisher, sondern das echte Sequence-of-Returns-Risko abzubilden mit jährlichen, historischen Daten von 1926 bis 1995!

Zitat von Fritz am 11. Oktober 2019, 19:17 Uhr

Die Trinity-Studie, auf der die ganze Überlegung basiert, geht von 50% Anleihen und 50% Aktien aus.

In der Trinity-Studie wurden nicht nur 50/50-Depots untersucht, sondern (Grafik ist in diesem Artikel https://frugalisten.de/william-bengen-trinity-wahrscheinlichkeiten-entnahmestrategien-teil-3/) 0 %, 25 %, 50 %, 75 % und 100 % Aktienanteil.

Hallo @Fritz

Zitat von Fritz am 11. Oktober 2019, 9:49 Uhr

Dabei erwirtschafte ich aber auch eine Durchschnittsrendite von etwa 11 bis 14% (netto) pro Jahr.

Deine Durchschnittsrendite klingt nicht schlecht. Darf ich erfahren in welche Wertpapiere du investierst? Meine ersten Aktien bzw. ETF habe ich Anfang diesen Jahres gekauft. Dabei habe ich die eine oder andere Zitrone mitgekauft, die ich mit meiner heutigen Erfahrung nicht kaufen wuerde, z.B. Daimler, BMW, H+R (A2E4T7), Thyssen, Telefonica, Drillisch...  Ich habe mich zu sehr auf den Deutschen Markt beschreankt. Des weiteren habe ich mit der Zeit bessere gut laufende klassiker Aktien wie z.B.  Microsoft, Varta, Baidu, Alphabet.... gekauft.

@tom82 Meine Anlagestrategie orientiert sich im Wesentlichen an statistischen Kenngrößen. Aus diesem Grund lege ich keinen Wert auf bestimmte Titel. Das sogenannte "Stockpicking" habe ich früher mal gemacht und entsprechend der Fundamental-Analyse die vermeintlich besten Titel versucht herauszufischen. Das funktioniert aber nicht und dafür gibt es auch hinreichende wissenschaftliche Untersuchungen. Man sehe sich hierzu nur einmal die Performance-Daten der Top-Fondsmanager über einen längeren Zeitraum an. Selbst diese "Experten" schaffen es kaum ihren Vergleichsindex zu schlagen. Es ist also reine Zeitverschwendung gute Aktien herauszusuchen.
Ich wähle meine Aktien aus den großen deutschen Indizes, mehr oder weniger nach dem Zufallsprinzip aus und nehme dann eine Gleichgewichtung vor, also nach dem 1/n-Prinzip. Meine Prämisse sind dabei nur rein moralische: keine Rüstungsunternehmen und Waffenhersteller und keine Unternehmen, die durch besonders eklatante Umweltzerstörung, Ausbeutung oder Betrug auffallen. (Daher halte ich mich aktuell auch von Autoherstellern fern.)
Für die Kauf- und Verkaufszeitpunkte richte ich mich nach dem Gebert-Indikator. Der hilft sehr zuverlässig größere Crashs zu vermeiden. Demzufolge bin ich auch nur am deutschen Markt aktiv. Eine Ausrichtung auf internationale Märkte bringt keinen Mehrwert. Das Depot wird dadurch nur komplexer nicht aber besser diversifiziert. Um das alles zu verstehen, empfehle ich dir mal die Bücher von Thomas Gebert zu lesen, das würde sonst hier zu weit führen.

@christine Ja, da hast du natürlich recht. Ich habe hier prinzipiell sehr pauschal argumentiert. Allerdings, egal wie man nun die Gewichtung vornimmt, bei einer Buy-and-Hold-Strategie auf einen breit gefächerten Index, wie z.B. den MSCI-World, ist selbst bei 100% Aktienanteil keine hohe Rendite möglich. Ich schätze mal, dass ein Durchschnitt über die gesamte Anlagedauer (40...50 Jahre) von mehr als 5% p.a. schon sehr optimistisch ist. Ich halte auch nichts davon historische Renditen durch eine Monte-Carlo-Analyse zu jagen. Das ist genauso sinnvoll, wie die Lottozahlen der letzten 20 Jahre auszuwerten. Diese Erkenntnisse sagen für die Zukunft nicht viel aus. Ein Test am Worst-Case-Szenario reicht, um herauszufinden, ob eine Strategie was taugt. Aus diesen Gründen habe ich mich mit den dargestellten Strategien auch nicht sehr intensiv befasst. Aber wie gesagt, für die Gesamt-Performance ist schon die Durchschnittsrendite relevant. Die Reihenfolge der Renditen ist nur für das SoRR von Interesse.

 

Zitat von Fritz am 12. Oktober 2019, 21:11 Uhr

Aber wie gesagt, für die Gesamt-Performance ist schon die Durchschnittsrendite relevant. Die Reihenfolge der Renditen ist nur für das SoRR von Interesse.

Beim Ansparen (man spart ja in der Regel in Raten an) wie beim Entsparen kommt es durchaus auf die Reihenfolge der Jahresrenditen an.

Die Durchschnittsrendite ist nur bei einer Einmalanlage bis zum Entnahmebeginn relevant. Das könnte bei Tom allerdings zutreffen, soweit hast Du Recht.

 

@Fritz, darf ich erfahren um welche Titel es sich konkret handelt?

Zitat von Fritz am 12. Oktober 2019, 21:11 Uhr

Ich wähle meine Aktien aus den großen deutschen Indizes,

Grad Thailand hat halt den Nachteil, dass man dort als Ausländer kein Immobilieneigentum erwerben kann. Das würde mich für einen dauerhaften Aufenthalt schon mal abschrecken.

 

 

 

Zitat von Schwaebin am 14. Oktober 2019, 11:11 Uhr

Grad Thailand hat halt den Nachteil, dass man dort als Ausländer kein Immobilieneigentum erwerben kann. Das würde mich für einen dauerhaften Aufenthalt schon mal abschrecken.

Dies stimmt nur zum Teil. Land kann man nur als Thai erwerben, eine Wohnung darf auch ein Ausleander kaufen.