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Vorstellung Grown-Up

Liebe Community,

 

ich bin Mitte 40 und schon seit einiger Zeit stiller Mit-Leser auf dieser Seite.

Schon seit über 20 Jahren beschäftige ich mich mit den Themen Sparen und Geldanlage, insbesondere da ich einerseits meine persönliche Freiheit liebe (unter anderem habe ich 3,5 Jahre Weltreise in 5 verschiedenen Etappen in meinem Leben untergebracht mit Hilfe von Sabbaticals und bei jedem Jobwechsel) und andererseits auch immer finanzielle Rücklagen haben wollte, falls ich den hohen Anforderungen in meinem beruflichen Umfeld nicht mehr gewachsen sein würde.

Beruflich habe ich die ersten Jahre in einer Unternehmensberatung gearbeitet, danach in einem Konzern. Nun bin ich für ein „Grown-Up“ tätig – also einem mittlerweile etwas größeren Start-Up.

Ich vermiete Wohnungen mit insgesamt 250 qm Wohnfläche, habe ein Depot in Höhe von knapp kEUR 300 sowie Altersvorsorgeprodukte mit einem aktuellen Wert von ca. kEUR 100. Vor einiger Zeit konnte ich Firmenanteile bei meinem aktuellen Arbeitgeber kaufen, die in der letzten Finanzierungsrunde einen Wert von kEUR 500 hatten. Meine Schulden betragen aktuell noch kEUR 33 aus den Investitionen in die Wohnungen und in die Firmenanteile, wobei ich im Februar 2021 schuldenfrei sein werde.

Bezogen auf den Wert der Firmenanteile schätze ich diesen in 3 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit zu je einem Drittel auf kEUR 250, kEUR 850 und kEUR 1200 vor Steuern. Diese Geldanlage birgt also hohe Chancen und auch hohe Risiken und ist zudem komplett illiquide (bis zu einem sogenannten „Liquidity Event“).

Auf der Ausgabenseite benötige ich – ohne Schuldentilgung - für mich alleine 2700 EUR monatlich, wovon 750 EUR Miete, 600 EUR PKV und 350 EUR in die Altersvorsorge abgehen. Meine Gesamteinnahmen im Jahr liegen bei brutto kEUR 150.

Beruflich möchte ich gerne noch ein paar Jahre bei meinem jetzigen Arbeitgeber bleiben, um unter anderem den potentiellen Börsengang oder den Firmenverkauf in einigen Jahren mitzuerleben.

Eine aktuelle Überlegung ist, meine Arbeitszeit in ein paar Monaten auf 60% zu reduzieren und das dadurch freie Budget in eine Zusatzstelle in meiner Abteilung umzuwandeln.

Vielen Dank für Eure Anregungen und Euer Feedback!

Euer Grown-Up

Wie geht Ihr bezüglich Eurer Vermögenseinschätzung / Zukunftsplanung mit den folgenden Themen um:

  • Ein großer Teil des Vermögens ist illiquide für zumindest noch einige Jahre (bei mir v.a. die Firmenbeteiligung)
  • Ein nennenswerter passiver Geldstrom kommt nur aus den Immobilien, nicht aber aus der Firmenbeteiligung, der Altersvorsorge und nur in sehr geringer Höhe aus dem Depot, da dieses v.a. aus thesaurierenden ETFs besteht
  • Die Höhe des Nettovermögens in Zukunft ist stark davon abhängig wie gut sich mein Arbeitgeber entwickelt und somit der Wert meiner Firmenanteile

 

Wenn du die Liquidität aktuell nicht benötigst, ist das doch erstmal egal.

Und wenn du mit entsprechendem Immobilienvermögen klar kommst, ist das doch auch ok. Du kannst ja versuchen, in der Zukunft ein bisschen mehr zu streuen.

Die Firmenanteile würde ich dann in meiner Vermögensaufstellung mit dem niedrigsten Wert bewerten. So hatte ich zB meine Rentenansprüche viele Jahre mit einem Barwert von 0 eingetragen.

Anbei ein Update von meiner Seite aus, da es vorzeitig Neuigkeiten bezüglich meiner Firmenanteile gibt.

Ich habe nun keine Firmenanteile mehr, da es eine Transaktion gab, stattdessen aber EUR 1.6m auf dem Bankkonto

(davon muss ich aber im Jahre 2022 knapp kEUR 400 Kapitalertragssteuer bezahlen).

Nun habe ich also überraschend früh ein Nettovermögen von EUR 2.5m und bin somit m.E. zeitlebens nicht mehr auf weitere Gehaltszahlungen angewiesen.

Somit stellen sich also akut ganz neue Fragen:

  • Soll ich aufhören zu arbeiten (was ich zumindest für 2021 ausschließen möchte, da es zZ sehr interessant - da neu - ist) ?
  • Soll ich ab 2022 auf 40 oder 50% reduzieren ?
  • Wie soll ich die EUR 1.2 m anlegen (gibt es spezielle Literatur für die Anlage eines solch hohen Betrages) ?
  • Soll ich davon kEUR 250 bei Liqid/Moonfare in Private Equity / Venture Capital anlegen ?
  • Kann ich die kEUR 400 an Steuern bereits in meiner Steuererklärung dieses Jahr angeben und vorab bezahlen ?
  • Falls nein, wie parke ich die kEUR 400 am besten für 1 Jahr ?

Fragen über Fragen! Danke schonmal vorab für Eure Überlegungen/Beiträge

Hi Grown-up - erstmal Glückwunsch zum beachtlichen, selbst erwirtschafteten NW mit Mitte 40.

  • Soll ich aufhören zu arbeiten (was ich zumindest für 2021 ausschließen möchte, da es zZ sehr interessant - da neu - ist) ?

Mmh, ich denke diese Frage kannst nur Du selbst beantworten 🙂

Was möchtest Du denn mit Deinem restlichen Leben anstellen? Fremde Kulturen kennenlernen, am Strand liegen und Fliegenfischen, soziales Engagement, Kinder in die Welt bringen, ein eigene Unternehmung gründen, den Zauberwürfel schneller lösen als je ein Mensch zuvor, Deine Sammlung porzellanener Elefanten ausbauen?

Im Ernst, es ist schwierig das zu beantworten ohne Dich und Deine Bedürfnisse zu kennen.

Wenn Die Arbeit noch Spass macht - go for it. Dann ein Päuschen mit Reisen einstreuen wie Du es früher schon gemacht hast, und dann ..?

 

Da gibt es nicht viel zu ergänzen außer einen herzlichen Glückwunsch.

Immobilien fast entschuldet. Thessaurierende ETFs sind schon da, Cash auf mehrere Banken mit max. 100k verteilen. Mieteinnahmen plus extrem SWR.

...und dann mit der Freiheit machen was du willst. Auf den Weltreisen hast du ja schon Ideen sammeln können.

@grown-up

Ich denke auch, dass Sie bei den finanziellen Daten von FU sprechen können und gratuliere ebenfalls!

Da Sie alles gut zu überblicken scheinen gibts von mir nur einen ungefragten Steuertipp: Wenn ich Sie wäre, dann würde ich die (Abgeltungs-) Steuer so schnell wie möglich bezahlen und Strich drunter. Warum erst 2022? Das Risiko, dass derlei Erträge zukünftig mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern sind scheinen weit aus größer als dass Sie noch auf bessere Steuertarife hoffen können. Selbst auf 2 Jahre zu verteilen bringt bei derlei Beträgen wohl nix.

Dieses Jahr ist Bundestagswahl und je nachdem wer sich wie profiieren will halte ich das genannte Szenario für wahrscheinlich, zumal ds schin seit Jahren mehr oder weniger offen als Option für die Besteuerung von Kapital (oder auch Reichtum) diskutiert wird.

 

Ich war fleißig in den letzten Tagen und habe mir meine strategische Asset Allocation überlegt, die ihr gerne kommentieren dürft:

Meine Hauptinformationsquellen:

William Bernstein: If you've won the game, stop playing it (Podcast)

Kommer / Gierhake: Sourverän Vermögen schützen (neu erschienenes Buch)

 

Das Ergebnis meiner Überlegungen ist wie folgt:

Vermietete Immobilien: kEUR 750 (bleibt wie gehabt)

Bitcoin: kEUR 70 (also die Gewinne der letzten 12 Monate einfach liegen lassen)

Aktien / ETFs: kEUR 750 (kEUR 400 zusätzlich in einen ETF noch zu investieren - FTSE All-World-Index)

Private Equity: kEUR 250 (bei Moonfare / Liqid in einen Fonds einsteigen)

"Risikolos" a): kEUR 250 Barwert GRV / Riester-Rente / Lebensversicherungen (bleibt wie gehabt)

"Risikolos" b): kEUR 500 gesamt (kEUR 100-200 auf verschiedenen Banken, Festgeld (?, mal sehen),  1 ETF nach Kommer "FTSE MTS Highest Rated Macro-Weighted Government Index 1-3 Jahre" kEUR 300-400 - muss ich erst noch kaufen)

Im Prinzip tätige ich eigentlich nur 3 Käufe (Aktien ETF, PE-Fonds, Anleihen-ETF).

Ob noch etwas Gold dazugemischt wird, kann ich ja im Laufe des Jahres entscheiden und dies aus meinem Arbeitseinkommen 2021 finanzieren

Und klar, die Abgeltungssteuer i.H.v. kEUR 400 versuche ich schon in 2021 zu bezahlen (im Zusammenhang mit meiner Einkommenssteuer 2020).

 

Spannend wie die Millionäre hier immer mehr werden.

Ich misstraue den Angaben, aber wenn das Geld da ist: Warum ein Forum zum Thema Sparsamkeit?

Zitat von Cricetus am 28. Februar 2021, 9:30 Uhr

... die Millionäre hier ...

... wenn das Geld da ist: Warum ein Forum zum Thema Sparsamkeit?

vielleicht weil mancher Millionär bei fehlender Sparsamkeit bald (wieder) pleite ist?

oder gar nicht zum Millionär wird?

Zitat von Grown-Up am 22. Februar 2021, 11:54 Uhr

... vorzeitig Neuigkeiten bezüglich meiner Firmenanteile gibt.

Ich habe nun keine Firmenanteile mehr, da es eine Transaktion gab, stattdessen aber EUR 1.6m auf dem Bankkonto

(davon muss ich aber im Jahre 2022 knapp kEUR 400 Kapitalertragssteuer bezahlen).

dann erst mal Glückwunsch zum (rechtzeitigen?) Verkauf!

 

Zitat von Grown-Up am 22. Februar 2021, 11:54 Uhr

... ganz neue Fragen:

  • Soll ich aufhören zu arbeiten (was ich zumindest für 2021 ausschließen möchte, da es zZ sehr interessant - da neu - ist) ?
  • Soll ich ab 2022 auf 40 oder 50% reduzieren ?

Woher sollen wir das wissen?
soooooo gut kennen wir Dich (noch) nicht...

Rückfragen:

kurzer Rückblick:
Welche Erlebnisse/Erfahrungen/Erfolge der letzten 15 oder 20 Jahre sind Dir am wichtigsten und wertvollsten?

und etwas vorausgedacht:
wenn Du im Jahr 2040 auf die letzten 19 Jahre (2021 bis 2039) zurückblickst - auf welche Erlebnisse/Erfahrungen/... willst Du dann zurückblicken?

--> was verschafft DIR Freude und Erfüllung?

 

Zitat von Grown-Up am 22. Februar 2021, 11:54 Uhr
  • ... die EUR 1.2 m ...
  • Soll ich davon kEUR 250 bei Liqid/Moonfare in Private Equity / Venture Capital anlegen ?

"Liqid/Moonfare" sagt mir nix ...

wie lange ist der Laden schon im VC-Geschäft?

und WIE haben die sich/die dort investierten Gelder in den letzten Krisen (so von 2001 bis ´03 bzw. von 2008 bis ca. 2010/´11) geschlagen?
Schönwettersegeln ist keine Kunst - entscheidend ist auch heil durch ein Sturmtief zu kommen!

generell sehe ich bei VC-Fonds u.ä. ein strukturelles Problem:
- wenn es gut läuft, schöpft das Management einen guten Teil der Gewinne ab
- wenn es schief läuft (z.B. weil die aktuelle Euphorie in der Start up-Szene verpufft), dann kriegt das Management halt keine fetten Boni, und die Investoren die kompletten Verluste

--> könnte eine etwas asymmetrische Verteilung von Chancen und Risiken sein?!

aber WENN Du eh schon Start up-Erfahrung hast:

warum nicht ein Sabbatical einlegen, bis zur nächsten "2001er post-Crash-Stimmung"
(und die 250 k€ "Spielgeld" sicher inflationsgeschützt einlagern)
um dann ein oder zwei Gründungsvorhaben/junge Start ups zu suchen, die Dir zusagen und in die Du Vertrauen hast - um als Co-Founder/Business Angel einzusteigen und den/die Läden mit groß zu ziehen?
Du solltest ja Erfahrungen haben, die neuen Gründern noch fehlen?
warum diese nicht in ein Investment mit einbringen?