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Tiny House als Steuersparmodell (IAB/Sonder-AfA) – Zu schön um wahr zu sein?

Funktioniert der IAB und die Abschreibungen wirklich so gut?
ja
nein
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Hallo zusammen,

ich bin Johann, Gutverdiener und fleißiger Sparer. Um meine Steuerlast zu senken, beschäftige ich mich aktuell intensiv mit dem IAB (Investitionsabzugsbetrag) und der Sonder-AfA.

Konkret geht es um ein Investitionsmodell zur Vermietung, wie man es beispielsweise auf tinyhouse.investments findet. Wenn ich die steuerlichen Abschreibungen in den ersten Jahren mit meinem Steuersatz durchrechne, kostet mich das Tiny House am Ende rechnerisch fast nichts und soll jährlich rund 8.000 € Cashflow abwerfen.

Eigentlich die perfekte frugale Cash-Cow – aber mein Bauchgefühl ist skeptisch.

  • Rechnen sich diese Modelle durch die Steuerersparnis am Ende wirklich oder verdient hier vor allem der Anbieter?

  • Welche Risiken (Auslastung, realer Wertverlust, Pacht) werden in solchen Kalkulationen gerne schöngerechnet?

Ich freue mich auf euren ehrlichen Realitätscheck!

Viele Grüße, Johann

Der klassische Immobilienmarkt ist durch die hohen Zinsen und die explodierten Quadratmeterpreise für normale Anleger extrem unattraktiv geworden – die traditionelle „Betongold“-Rendite ist oft komplett im Keller.

Deshalb sind solche alternativen Konzepte mit mobilen Wirtschaftsgütern ja überhaupt erst so spannend geworden. Man versucht quasi, die hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum oder Tourismus mit den steuerlichen Vorteilen eines Gewerbebetriebs zu kombinieren, um überhaupt noch auf eine vernünftige Rendite zu kommen. Es ist definitiv ein extrem interessantes Pflaster, gerade weil sich der Markt so stark verändert hat!

Hab mir mal die Seite angeschaut, alle Projekte sind irgendwie nicht verfügbar, in Planung, whatever.  Man kriegt auch nicht raus, wo die stehen, vermutlich noch gar nicht.

In Deutschland gibts für Tiny Houses quasi keine Baugenehmigung. Entweder man ist im Bereich Camping/mobile Home/Wohnwagen unterwegs, oder gleich ein Haus.

Steuerlich kann ich nichts beitragen, wenn es sich nur rechnet über die Steuerersparniss wäre ich vorsichtig.

Ich hab mich da jetzt einfach mal angemeldet und mir das Ganze direkt erklären lassen. Der Kundenservice war echt super nett und hat sich richtig Zeit genommen.Was die mir aber erklärt haben  ist eigentlich die perfekte Flucht vor dem ganzen Bau- und Regulierungswahnsinn hierzulande. Schau dir doch mal an, was aktuell in den Großstädten abgeht: Airbnb und private Kurzzeitvermietungen werden wegen der Zweckentfremdungsverbote fast überall komplett plattgemacht. Wer da heute noch eine Ferienwohnung legal und profitabel vermieten will, rennt doch nur noch gegen Wände.

Ich fasse mal das zusammen was die mir erklärt haben. Die Rendite für den Investor entsteht dann ganz klassisch durch die Übernachtungen der Feriengäste, die für eine stylische Auszeit im Grünen bereit sind, zu zahlen. Nach Abzug der Management-Gebühr und der Grundstückspacht fließt der Gewinn an den Investor zurück. Abgerundet wird das Modell durch handfeste steuerliche Vorteile, Also IAB = Anzahlung bei der bank, und da bewegliche Güter oft viel schneller abgeschrieben werden können als normale Immobilien.  Sollte ein Standort nach Jahren mal an Attraktivität verlieren, kann das gesamte Asset im Extremfall einfach per anhänger an einen besseren Ort transportiert werden. Man investiert also in einen realen, flexiblen Sachwert und profitiert vom Glamping-Trend, ohne die typischen Kopfschmerzen eines Vermieters zu haben.

Ich hab da mal kurz reingeschaut. Klingt ja erstmal gut, aber das tut Werbung meistens.

Was ich mich da sofort frage: Wie realistisch ist die als realistisch angegeben Auslastung von 60% wirklich? Gibt es da schon nachweisbare Erfahrungswerte, und wenn ja an welchen Standorten?

Ferien und Wochenenden im Sommerhalbjahr, ok. In Südeuropa auch noch vom frühen Frühjahr bis in den späten Herbst.

Aber wer will bei schlechtem Wetter und Kälte auf so kleinem Raum und in der Pampa Urlaub machen? Selbst wenn die kleine Bude gut zu heizen sein sollte scheint mir das wenig attraktiv. Ich finde die 60 Prozent arg optimistisch. Und ne Garantie für eine Mindstestauslastung gibt es nicht, oder?

ne die wollen nur ihre Produkte verkaufen. Denke beide Accounts sind da um die Seite zu pushen.

Und ich stelle mir grade folgendes Szenario vor:

Es läuft nicht so gut, du bist unzufrieden und beschwerst dich. Und die Tiny-House-Plattform antwortet „ja, schade! Aber Gratulation, Sie besitzen ein Tiny House das aufgrund mangelnder Vermietung auch nur minimal abgerockt ist. Es steht bei Buxtehude und kann jederzeit mit dem LKW und Autokran abgeholt werden“

Oder die Plattform geht Pleite, soll ja vorkommen.

Mietest du dann nen LKW und hast ein Grundstück wo du es heimlich hinpackst? Oder was passiert dann?

Ich hab das Kleingedruckte nicht gelesen, vielleicht ist das ja alles geregelt. Aber die Frage „was passiert wenns nicht läuft“ ist ja das interessante.

Da schreibt er, man kann das per Anhänger einfach an einen anderen interessanten Standort bringen.  Nein, kann man nicht! Es gibt abseits von Campingplatz keine erschlossene Grundstücke. Man wird quasi zum Dauercamper, gibt’s  und gab es schon immer.