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Szenario "70s-Revival": Investmentstrategie für eine post-Ninfty Fifties-Phase?

Die Nifty Fifty bezeichnet eine Gruppe von 50 großen US-amerikanischen Aktien, die in den 1960er- und 1970er-Jahren als besonders solide, wachstumsstark und „Blue-Chip“ galten. Die Aktien dieser Unternehmen wurden damals als nahezu risikofrei angesehen und waren bei Anlegern extrem beliebt. ... Die Auswahl ... basierte auf Kriterien wie Marktkapitalisierung, Bekanntheit, kontinuierlichem Umsatz- und Gewinnwachstum sowie stabiler Dividendenpolitik. Aufgrund dieser Merkmale galten die Nifty Fifty als „One-Decision Stocks“ – also Aktien, die man einmal kaufte und lange halten konnte.

Klingt nach den allseits beliebten "Qualitätsaktien" ...  "Dividendenaristokraten" ... Brandmaiers "5 Diamanten"-Aktien ...

soweit so gut ...

The long bear market of the 1970s which began with the 1973–74 stock market crash and lasted until 1982 caused valuations of the nifty fifty to fall to low levels along with the rest of the market, with most of these stocks under-performing the broader market averages.

Gerade in der Baisse - wenn man "Sicherheit" sucht - sind diese "Qualitätsaktien" also noch mieser abgekackt als der Gesamtmarkt 😯 🙁

--> hat schon mal jemand recherchiert, mit was für Portfolios man unbeschadet durch die Zeit ab 1973 gekommen ist?

PS:
ich finde von Berkshire Hathaway keinen durchgehenden Chart, sondern nur "Year-End Stock Prices"

1970 39
1971 70
1972 80
1973 71
1974 40
1975 38
1976 89
1977 138
1978 157
1979 320
1980 425

 

d.h. Herr Buffett hatte in dieser Zeit auch ne üble Klatsche bekommen - von 80 USD Ende 1972 auf 40 bzw. 38 USD 1974/´75 waren immerhin 50 Prozent Verlust!

Erst ab 1976 hatte er eine "solidere" Investmentstrategie entwickelt/gefunden ... oder von Herrn Munger gelernt ...

Und was soll uns diese Kryptik sagen? Das Herr Menger Herr Munger ist?!?

--> hat schon mal jemand recherchiert, mit was für Portfolios man unbeschadet durch die Zeit ab 1973 gekommen ist?

Ich hab 1986 als Student mit Kleinstbeträgen angefangen mit Aktien zu "spielen", denn Investieren würde ich das heute nicht mehr nennen. Was interessiert mich also die Zeit davor.

Zitat von MoneyMaker am 1. Juni 2026, 22:19 Uhr

Ich hab 1986 als Student mit Kleinstbeträgen angefangen mit Aktien zu "spielen", denn Investieren würde ich das heute nicht mehr nennen. Was interessiert mich also die Zeit davor.

ab 1965 Vietnamkrieg - seit 2022 Ukrainekrieg

nach u.a. dem Jom Kippur-Krieg 1973 zeitnah folgende Öl)preis)krise  - könnte in Folge der Trumpel-Müllaas-Klopperei am Persischen Golf auch wieder anstehen

dazu die "gefühlte Sicherheit" bei Invstitionen in "Qualitätsaktien" - wie vor 54+ Jahren bei Nifty Fifties-Aktionären berichtet ...

-->  sollte sich die Geschichte reimen, so könnte erneut ein Stagflationsjahrzehnt bevorstehen???
wie zuletzt in den 1970ern - bzw. ab 1973 bis 1982 (Beginn der nächsten Megahausse!)

Also sollte man sich vielleicht Gedanken machen, wie man durch SOLCHE Zeiten unbeschadet und ungerupft durchkommt ...

Das ist eine sehr spannende Frage, weil die Geschichte der Nifty Fifty oft falsch erzählt wird.

Die Lehre lautet nämlich nicht, dass die Unternehmen schlecht waren.

Die Lehre lautet:

Selbst großartige Unternehmen können zu schlechten Investments werden, wenn man zu viel bezahlt.

Was waren die Nifty Fifty?

In den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren galten etwa 50 US-Unternehmen als:

unzerstörbar

dauerhaft wachsend

„One Decision Stocks“

Man kaufte sie und verkaufte nie wieder.

Viele davon waren tatsächlich fantastische Firmen.

Beispiele:

The Coca-Cola Company

McDonald's Corporation

Johnson & Johnson

The Walt Disney Company

Philip Morris International Inc. (damals Philip Morris)

The Procter & Gamble Company

Xerox Holdings Corporation

Polaroid Corporation

Wie hoch waren die Bewertungen?

Teilweise absurd hoch.

Unternehmen

KGV am Höhepunkt (ca.)

Polaroid

80–90

McDonald's

70–90

Disney

60–80

Coca-Cola

40–50

Johnson & Johnson

50–60

Avon

60–70

Xerox

40–50

Philip Morris

30–40

Die durchschnittlichen US-Aktien wurden damals oft mit KGVs von 15–20 gehandelt.

Was passierte danach?

1973–1974:

Inflation explodierte

Ölkrise

Zinsen stiegen massiv

Rezession

Fast alle Nifty-Fifty-Aktien brachen ein.

Typische Verluste:

Aktie

Rückgang

Polaroid

-90 %

Avon

-85 %

Xerox

-70 %

Disney

-70 %

McDonald's

-70 %

Coca-Cola

-60 %

Johnson & Johnson

-60 %

Das Verrückte

Viele Firmen blieben hervorragend.

Beispiel:

Johnson & Johnson

1972:

hervorragendes Unternehmen

1975:

immer noch hervorragendes Unternehmen

Aber:

Aktie fiel trotzdem rund 60 %

Warum?

Weil das KGV von etwa 55 auf etwa 15 fiel.

Buffett hat daraus viel gelernt

Seine Erkenntnis:

„Ein wunderbares Unternehmen ist nicht automatisch eine wunderbare Aktie.“

Man muss auch auf den Preis achten.

Vergleich zu heute

Einige aktuelle Qualitätswerte erinnern teilweise daran:

Heute

Nifty-Fifty-ähnlich?

Microsoft

teilweise

Nvidia

ja

Costco

ja

Intuitive Surgical

teilweise

Visa

etwas

S&P Global

etwas

Der Unterschied:

Viele dieser Firmen wachsen heute schneller und haben oft stärkere Burggräben als manche Nifty-Fifty-Werte damals.

Das ist genau die Frage, die Buffett, Munger und Graham interessiert hätte:

Wenn die Bewertungsexzesse platzen, was hält sich dann relativ gut?

Die Antwort ist überraschend:

1. Damals hielten sich nicht die besten Unternehmen am besten

Sondern oft die am niedrigsten bewerteten Unternehmen.

1973–74 wurden die Nifty Fifty brutal abverkauft, während viele langweilige Value-Aktien deutlich weniger verloren.

Gewinner bzw. relative Gewinner

🟢 Öl- und Energieunternehmen

Durch die Ölkrise stiegen die Ölpreise massiv.

Beispiele:

Exxon Corporation

Chevron Corporation

Texaco Inc.

Diese hielten sich deutlich besser.

🟢 Rohstoff- und Bergbauunternehmen

Hohe Inflation führte zu steigenden Rohstoffpreisen.

Beispiele:

Bergbau

Stahl

Kupfer

Goldminen

🟢 Versicherungen

Einige Versicherer kamen vergleichsweise gut durch die Phase.

Warum?

Sie waren niedrig bewertet und profitierten teilweise von höheren Zinsen.

🟢 Banken (später)

Nicht sofort, aber nach dem ersten Schock wurden viele Banken extrem günstig.

Wer wurde besonders hart getroffen?

🔴 Wachstumsaktien mit hohem KGV

Polaroid

Avon

McDonald's

Disney

Xerox

Nicht weil die Firmen schlecht wurden.

Sondern weil das KGV von 70 auf 20 fiel.

Die eigentliche Lehre

Es gab damals zwei Risiken:

Risiko A: Unternehmensrisiko

(Firma wird schlecht)

Risiko B: Bewertungsrisiko

(Firma bleibt gut, Aktie fällt trotzdem)

Bei den Nifty Fifty war Risiko B das Problem.

Übertragen auf heute

Wenn wir die heutige Börse anschauen:

Höheres Bewertungsrisiko

Eher:

NVIDIA Corporation

Costco Wholesale Corporation

Palantir Technologies Inc.

teilweise Intuitive Surgical, Inc.

Geringeres Bewertungsrisiko

Eher:

Adobe Inc.

Zoetis Inc.

Medtronic plc

General Mills, Inc.

Conagra Brands, Inc.

S&P Global Inc.

Was hätte Buffett damals gemacht?

Der heutige Buffett würde wahrscheinlich nicht sagen:

"Kaufe die teuersten Qualitätsaktien."

Sondern eher:

"Kaufe Qualitätsaktien zu vernünftigen Preisen."

Genau deshalb finde ich es interessant, dass du aktuell auf Unternehmen wie:

Adobe

Zoetis

Coloplast

S&P Global

Medtronic

schaust.

Das sind nicht die Aktien, die heute von jedem gefeiert werden.

Für dein Depot

Wenn dein Ziel wäre:

"Wie überstehe ich einen Nifty-Fifty-ähnlichen Bewertungscrash?"

Dann würde ich heute auf eine Mischung setzen aus:

Qualitäts-Compoundern

Microsoft Corporation

Alphabet Inc.

S&P Global Inc.

vernünftig bewerteten Healthcare-Werten

Zoetis Inc.

Coloplast A/S

Medtronic plc

etwas Realwert-/Inflationsschutz

Exxon Mobil Corporation oder andere Energie-/Rohstoffwerte (nicht zu hoch gewichten)

Der vielleicht wichtigste Punkt:

1973–74 verlor selbst Coca-Cola massiv. Der Schutz bestand nicht darin, die "richtigen" Qualitätsaktien zu besitzen, sondern darin, nicht 50-, 70- oder 90-fache Gewinne für sie zu bezahlen. Das ist die eigentliche Nifty-Fifty-Lektion.

Suppi, was mit KI Unterstützung alles gezaubert werden kann!

Inhaltlich soweit belastbar. Fühle mich da (leider massiv betroffen). Die KGVs vieler Werte wird korrigiert. Jahrelang jenseits der 40 bei Novonesis, Coloplast, Bechtle, Beiersdorf.... die jetzt korrigiert sind, bzw. Novonesis immer noch zu hoch, daher das weitere Abschlagspotenzial überschaubar. Es gibt für jede Zeit die richtigen Aktien. Im Vergleich zu anderen Assets sogar deutlich flexibler da Branchenspezifische Auswahl möglich. "DIE" Aktien gibts nicht.

Medronic morgen mit Zahlen.

Ja nachdem ich ChatGpt gut 1 Jahr dafür nutze und ihm langsam meine denke beigebracht habe, kommen inzwischen brauchbare Ergebnisse für mich raus...

👉 „Die heutige Börse ist kein neues Nifty-Fifty-Universum, aber sie zeigt wiederholt Nifty-Fifty-ähnliche Bewertungsübertreibungen in einzelnen Qualitätsclustern, die durch Zinsen und Wachstumserwartungen zyklisch korrigiert werden.“

Zitat von Privatier am 2. Juni 2026, 16:23 Uhr

... die Geschichte der Nifty Fifty ...

Die Lehre lautet:

Selbst großartige Unternehmen können zu schlechten Investments werden, wenn man zu viel bezahlt.

Ist dem "schwäbische Linealmethoden"-Guru diese Lehre bewusst?

Aktien, die uns gefallen, sehen so aus: von links unten nach rechts oben. Wir haben sie Wachstumsaktien getauft. Sie erkennen sie bei uns an der Bewertung mit vier oder fünf Diamanten. Solche Firmen schaffen es regelmäßig, mehr Umsatz und Gewinn zu erwirtschaften – und damit ihren Firmenwert zu steigern. Natürlich sind auch solche Aktien nicht gegen Rückschläge gefeit. Qualitätsaktien wie Beiersdorf erholen sich aber früher oder später und markieren neue Höchstkurse. Diese Papiere eignen sich hervorragend zum Kaufen, Liegenlassen und Geldverdienen.

Im "70er-Revival-Szenario" würde das "Liegenlassen" ja mal für ca. 10 Jahre nicht zum "Geldverdienen" führen 🙄

(meines Wissens ja sind mindestens zwei langjährige Leser des entsprechenden Aktienbriefs hier im Forum)

 

 

Sag mal warum wechselst du eigentlich ständig das thema und bleibst nicht bei der eigentlichen Fragestellung? Das ist doch wieder was völlig anderes, was interessiert dein komischer Investmentbrief...

Und natürlich gehen Aktien nicht immer und dauerhaft aufwärts sondern es gibt oft lange seitwärts Phasen...

Zitat von Privatier am 2. Juni 2026, 19:58 Uhr

Und natürlich gehen Aktien nicht immer und dauerhaft aufwärts sondern es gibt oft lange seitwärts Phasen...

Wissen die ETF-Jünger das (schon)?

Oder müssen sie diese Lektion noch lernen?

Wobei echte "seitwärts Phasen" ja noch ok sind ... wenn sich der (reale!) Depotwert gemächlich über die Jahre halbiert, dann könnte das mehr zermürben bzw. Altersvorsorgen und Pensionspläne zerbröseln als ein kurzer "Crash" ...

Zitat von exitus2022 am 2. Juni 2026, 20:18 Uhr
Zitat von Privatier am 2. Juni 2026, 19:58 Uhr

Und natürlich gehen Aktien nicht immer und dauerhaft aufwärts sondern es gibt oft lange seitwärts Phasen...

Wissen die ETF-Jünger das (schon)?

Oder müssen sie diese Lektion noch lernen?

Wobei echte "seitwärts Phasen" ja noch ok sind ... wenn sich der (reale!) Depotwert gemächlich über die Jahre halbiert, dann könnte das mehr zermürben bzw. Altersvorsorgen und Pensionspläne zerbröseln als ein kurzer "Crash" ...

Und, was hat das mit dem Thema zu tun? Bin ich ETF Jünger?

So wirr...

Die Definition "Aktien steigen dauerhaft" ist da ja schon hilfreich. Wenn ich 35- Jahreszeiträume betrachte stehen viele Aktien nicht schlecht da. Wenn ich in 5- Jahreszeiträumen bewerte wirds dünne. Um nicht zu sagen... diese Aktie dauerhaft , die also jeden 5 Jahreszeitraum im Plus steht, die gibts nicht.