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Steigende Nebenkosten machen Wohneigentum attraktiver ?

Hier im Forum wird ja sehr oft über Immobilienerwerb diskutiert. Es gibt ja auch von diversen Experten (wirkliche Experten oder Selbsternannte sei mal dahingestellt) eine Reihe von Handlungsempfehlung die teils ganze Bücher füllen. Was meiner Meinung bei diesen Betrachtungen zur Wirtschaftlichkeit einer eigenen Immobilie meist außen vor bleibt sind die mittlerweile hohen Nebenkosten. Hier mal eine entsprechende Info:

Wohnen in Deutschland wird für viele Menschen immer teurer. Das liegt nicht nur an den steigenden Mieten, vor allem in den Städten. Ein zusätzlicher Kostenblock beim Wohnen sind schon immer die Betriebskosten oder bei vermieteten Wohnungen die sogenannte "zweite Miete". Der Deutsche Mieterbund (DMB) hat nun wieder vorgerechnet, wie viel für Heizung, Warmwasser, Grundsteuer, Hausmeister oder Müllbeseitigung draufgeht. Im Durchschnitt sind das 2,19 Euro pro Quadratmeter und Monat. In Deutschland erhalten 21 Millionen Haushalte jedes Jahr eine Betriebskostenabrechnung.

In Häusern mit besonderen Zusatzkosten, etwa für die Gartenpflege oder einen Aufzug, belaufen sich die Nebenkosten sogar bis auf durchschnittlich 2,79 Euro pro Monat und Quadratmeter. Die Ausgaben für Strom, die Mieter im Normalfall direkt an ihren Versorger zahlen, sind dabei nicht berücksichtigt. Dies geht aus dem neuen Betriebskostenspiegel hervor, den der DMB vorgelegt hat. Sind alle möglichen Betriebskosten fällig, wären für eine 80-Quadratmeter-Wohnung im Durchschnitt etwa 2678 Euro im Jahr zu bezahlen.

2678 Euro im Jahr nenne ich mal grundsätzlich eine Hausnummer die es auf dem Weg in die Frührente zu berücksichtigen gilt. Erschreckend für mich kommt ja noch hinzu das hier so gut wie keine Einsparmöglichkeiten für den Mieter bestehen. Das sieht meiner Meinung beim selbst bewohnten Einfamilienhaus bzw. eingeschränkt bei der Eigentumswohnung schon anders aus.

Gleichermaßen bei Miete bzw. Eigentum schlagen nur die Grundsteuer bzw. die Gebäudeversicherung zu Buche (bei uns ca. 750 Euro im Jahr)

Bei allen anderen Kosten hat der Wohneigentümer (hier speziell im Einfamilienhaus) dann doch deutlich mehr Möglichkeiten zur Einsparung. Im Gegensatz zu unserer vorherigen Mietwohnung fallen folgende Kosten bei uns überhaupt nicht oder nur zu deutlich geringeren Beträgen an:

Schornsteinfeger -100%,Heizungswartung  -80%, Heizkostenabrechnung -100%, Heizkosten -85 % WW-Kosten -80 %, Stromkosten - 70 % , elektrische Prüfungen -100%, Hausmeister -100%, Wasser - 40 %, Aufzug 100%, Müll 25 %, Treppenhausreinigung 100% usw.

Alles in allem liegen wir noch nicht einmal bei der Hälfte der oben aufgeführten jährlichen Nebenkosten bei fast doppelter Wohnfläche und Stromkosten inklusive.

Gerade Energiekosten sind ja einer der Preistreiber bzw. haben einen sehr hohen Einfluss auf die jährliche Inflation. Sicherlich kann natürlich auch eine Mietwohnung mit hoher Energieeffizienz bezogen werden, aber hier zahle ich dann natürlich auch einen entsprechenden Aufschlag auf die Kaltmiete (wir nehmen hier 20 Prozent mehr an Kaltmiete für ein 115 qm Energiesparhaus).

Wir denken so ein bisschen nach dem Motto- keine Kosten im Ruhestand sind die besten Kosten- Einsparungen sind z.B. ja auch steuerfrei ...

Wie seht ihr das ? berücksichtigt ihr das in eurer Planung für den früheren Ruhestand bzw. für die wirtschaftliche Entscheidung eigenen Immobilie oder doch Mieter?

 

 

 

vermutlich weiterhin Mieter:

- eine Wohnung in ein MFH kann auch zu Zusatzkosten führen, weil hier die Gemeinschaft entscheidet
- Instandhaltungsrücklage bestimmt auch die Gemeinschaft
- die zweite Miete fällt ebenfalls weiterhin ab

Ich könnte meine Warmiete inzwischen per Netto-Dividende zahlen und die Dividende stieg in den letzten 20 Jahren schneller als die Miete.
Allerdings würden wir für die aktuelle Miete nur 60-70% des Wohnraums bekommen.

Häuschen im Grünen:
- wenn ich sehe wieviel Arbeit so ein Grundstück/Haus macht - bin ich ein wenig abgeschreckt

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Eigentum nur bei 100% EK.

Eigentum nur bei 100 % Bestimmung (Wohnung und Entscheidungen die Geld kosten nach Abstimmung inerhalb Eigentümertgemeinschaft scheiden somit aus).

Im Eigentum kann man hausen wie man will, also auch wenn man kein Geld mehr hat und nix mehr groß investieren kann.

Fazit: Eigenes Haus senkt Kosten. Muss aber auch erst erspart werden. Können nicht alle.

Es ist schon richtig, dass die NK immer weiter steigen, insb. durch teure Wartungsverträge für technische Komponenten. Aber je älter man wird, umso beschwerlicher wird ein eigenes Haus - eben weil man alles selbst erledigen muss. Da ist eine "wartungsärmere" Wohnform von Vorteil.

Grad im Ruhestand werd ich froh sein um organisierten Hausmeister, Treppenhausreinigung, Gartenpflege, ... und mag diese Dinge weder selbst machen noch mich selbst drum kümmern müssen (mag ich ja jetzt schon nicht). Vergibt man diese Dinge alle selbst an Fremdfirmen, ist der Spareffekt schnell wieder dahin. Und den Ärger mit den Dienstleistern gibt´s gratis dazu.

Zitat von dev am 4. Juni 2019, 16:00 Uhr

vermutlich weiterhin Mieter:

- eine Wohnung in ein MFH kann auch zu Zusatzkosten führen, weil hier die Gemeinschaft entscheidet
- Instandhaltungsrücklage bestimmt auch die Gemeinschaft
- die zweite Miete fällt ebenfalls weiterhin ab

Ich könnte meine Warmiete inzwischen per Netto-Dividende zahlen und die Dividende stieg in den letzten 20 Jahren schneller als die Miete.
Allerdings würden wir für die aktuelle Miete nur 60-70% des Wohnraums bekommen.

Häuschen im Grünen:
- wenn ich sehe wieviel Arbeit so ein Grundstück/Haus macht - bin ich ein wenig abgeschreckt

Hallo Dev

du hast natürlich recht das mit einer Eigentumswohnung da die Möglichkeiten eingeschränkt sind. Meist sind da ja zuviel Interessen im Spiel. Ein Kollege besitzt in einem Mehrfamilienhaus drei von fünf Wohnungen,eben genau aus dem von dir genannten Grund. da hat er natürlich die selben Vorteile wie im Einfamilienhaus da Mehrheitsbeschluss zählt.

Die Heizkosten sind bei Öl in einem Jahr schon mal um 100 Prozent gestiegen (da ist der Nachbar als Rentner -1200 Euro Rente monatlich -  mit vorher 2000 Euro auf 4000 Euro im Jahr schon ins schleudern gekommen). Im Moment "geht" es wieder, aber ist auch eine Überlegung in Richtung Sicherheit wert.

Leider steigen ja nicht nur die Nebenkosten sondern auch die Mieten, aber in den Hochburgen macht kaufen ja wirklich beim derzeitigen Preisniveau keinen Sinn. In unserer Region ist das Einfamilienhaus in guter Lage noch bezahlbar bzw. es gibt noch eine Rendite bei Vermietung (Großstadt mit 105.000 Einwohnern und Uni)

Unser Häuschen im "fast" Grünen macht nicht wirklich viel Arbeit: 15 x Rasenmähen im Jahr - sehe ich als sportliche Aufgabe a 45 min (könnte auch der Roboter machen), Schnee hatten wir schon lange keinen richtigen mehr. Der kleine Nutzgarten läuft unter Hobby zur Selbstversorgung, muss man ja nicht haben. Das mit der vielen Arbeit liegt ja auch an der Grundstücksgröße und was man daraus macht. Unsere 4 "Edelbüsche" sind jetzt nicht wirklich pflege aufwendig, und für den Rest reicht eine kleine Hand geführte Kehrmaschine. Alles einfach und robust bzw. langlebig ausgelegt, denke nicht das wir die nächsten 40 Jahre irgend eine große Reparatur haben werde (wären dann schon 9 Jahre über meiner statistischen Lebenserwartung)

Zitat von Schwaebin am 4. Juni 2019, 16:34 Uhr

Es ist schon richtig, dass die NK immer weiter steigen, insb. durch teure Wartungsverträge für technische Komponenten. Aber je älter man wird, umso beschwerlicher wird ein eigenes Haus - eben weil man alles selbst erledigen muss. Da ist eine "wartungsärmere" Wohnform von Vorteil.

Grad im Ruhestand werd ich froh sein um organisierten Hausmeister, Treppenhausreinigung, Gartenpflege, ... und mag diese Dinge weder selbst machen noch mich selbst drum kümmern müssen (mag ich ja jetzt schon nicht). Vergibt man diese Dinge alle selbst an Fremdfirmen, ist der Spareffekt schnell wieder dahin. Und den Ärger mit den Dienstleistern gibt´s gratis dazu.

Hallo Schwaebin,

statistisch gesehen leben Häuslebesitzer länger - wahrscheinlich weil sie eine Aufgabe haben und sich mehr bewegen (müssen). Aber das nur am Rande.  Das von dir genannte liegt natürlich auch an der Art des Bauens und des Grundstücks, sicherlich hast du bei 1000 qm park ähnlich angelegt recht, aber bei unseren 300 qm rund ums Haus pflegeleicht angelegt entstehen da selbst bei Fremdvergabe nur geringe Kosten, das Treppenhaus umfasst ja auch nur eine Treppe. Abgesehen davon: geht es gar nicht mehr wird eben verkauft und umgezogen.

Zitat von Absprung_2020 am 4. Juni 2019, 16:02 Uhr

Eigentum nur bei 100% EK.

Eigentum nur bei 100 % Bestimmung (Wohnung und Entscheidungen die Geld kosten nach Abstimmung inerhalb Eigentümertgemeinschaft scheiden somit aus).

Im Eigentum kann man hausen wie man will, also auch wenn man kein Geld mehr hat und nix mehr groß investieren kann.

Fazit: Eigenes Haus senkt Kosten. Muss aber auch erst erspart werden. Können nicht alle.

Eigentum mit 100 Prozent Eigenkapital können die wenigsten, wir haben es genau umgekehrt gemacht (100 Prozent) Fremdkapital (plus einen geringen Teil Eigenleistung). Geht aufgrund der geringen Nebenkosten gerade so auf das wir unwesentlich mehr zahlen als auf Miete, haben allerdings auch alles an Förderung mitnehmen können was es gab und sind schon ein ganzes Stück von den 100 Prozent runter. Das bisschen was wir an Zinsen zahlen macht die Wertsteigerung lange wett.

Bei der 100 Prozent Bestimmung hast du natürlich völlig Recht, anders würden wir es nie machen, in den Spitzenlagen wäre für uns das Bauen auch nicht finanzierbar gewesen.

Die Nebenkosten, bzw. fast alle Wohnkosten auch die Instandhaltung rechnen sich über die qm.  Egal ob Mietwohnung oder Eigentum.  Bei wenig qm kann man entspannter sein bei steigenden Energiekosten oder anstehenden Instandhaltungsmassnahmen.

Zitat von TakeTwo am 4. Juni 2019, 20:31 Uhr

Die Nebenkosten, bzw. fast alle Wohnkosten auch die Instandhaltung rechnen sich über die qm.  Egal ob Mietwohnung oder Eigentum.  Bei wenig qm kann man entspannter sein bei steigenden Energiekosten oder anstehenden Instandhaltungsmassnahmen.

Hallo TakeTwo, die Nebenkosten, Wohnkosten bzw. Instandhaltungskosten rechnen sich natürlich nicht über die Qudratmeter der Wohnfläche. Ein Energiesparhaus kann bei gleicher Wohnfläche ca 80 Prozent weniger Heizkosten haben, Photovoltaik und Solarthermie auf dem Einfamilienhaus sparen ebenfalls bzw. bringen Einnahmen. Ein Quadratisches Haus hat deutlich weniger Wandfläche zum Instand setzen als ein Winkelbungalow mit gleicher Wohnfläche. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und Restwärmeheizung hat kaum Teile die kaputt gehen und spart sowohl Heiz - als auch Instandhaltungskosten. Die Liste kann jetzt noch deutlich  länger werden reicht aber denke ich aus. Unsere letzte Mietwohnung hatte 30 Prozent weniger qm aber 100 Prozent höhere Nebenkosten, bezogen auf die qm war der prozentuale  Anteil der Nebenkosten noch deutlich höher.

Weniger qm bedeuten  bei gleichem Baustandard und gleicher Nutzung immer höhere Nebenkosten pro qm, in Summe können sie aber niedriger für die Wohneinheit sein, die Miete wäre dann ja auch geringer.

Genau aus diesem Grund hat der Gesetzgeber ja auch den verpflichtenden Energieausweis vorgeschrieben. Der greift leider in Städten mit Wohnungsnot nicht wirklich, hier bei uns wird aber schon danach geschaut.

Da hast Du selbstverständlich recht. Bausubstanz und die anderen Werte machen natürlich viel aus. Trotzdem wird man im Schnitt bei kleinerer Wohnfläche weniger zahlen.  Die Nebenkostenabrechnung bei Eigentumswohnungen werden über qm Wohnfläche gerechnet. Sogar die Heizkosten: 50% werden auch bei vorhandenen Messgeräten über die Fläche gerechnet, genauso wie der Winterdienst oder die Gartensrbeiten und Instandhaltungsmassnahmen.

Hallo TakeTwo, Hintergrund meiner Frage war die Möglichkeit bei Wohneigentum deutlich mehr Einfluss auf die Höhe der Nebenkosten zu haben. Bei Eigentumswohnungen ist das nur sehr eingeschränkt möglich, im Einfamilienhaus bzw. Reihenhaus sieht das aber komplett anders. Hier kann jeder Kostenpunkt optimiert werden, bzw. so gar komplett wegfallen. Auch wir rechnen unsere Selbstkosten für Heizung usw.  auf den qm aus um einen Überblick zu haben. Die entstehenden Kosten sind die Position, die bezahlt werden muss und die gesenkt werden müssen, unabhängig von den qm. Natürlich werden die Kosten über einen Schlüssel (meist qm aber auch Anzahl der Personen) aufgeteilt. Heizkosten werden übrigens meist nur zu 50 Prozent nach dem tatsächlichen Verbrauch berechnet, da ja z.B. mittig in einem Wohnblock liegende Wohnungen kaum Wärme verlieren können, schaltet dieser Mieter dann die Heizung ab, zahlen es die Nachbarn mit. Deine Meßgeräte zur Erfassung kosten dich z.B. auch Geld, das wir nicht ausgeben müssen. Instandhaltungsmaßnahmen dürfen übrigens nicht auf den Mieter umgelegt werden. Wir liegen bei über 130 qm Wohnfläche bei ca. 42 Euro im Monat für Heizung, Warmes Wasser und Strom, das sind gerade mal ca. 0,35 Euro im Monat pro qm, vergleich das bitte mal mit deinen Werten und du wirst den Unterschied erkennen.

Seit Studentenzeiten wohne ich zur Miete, und habe mit 62 auch nicht mehr vor, das zu ändern.

Seit ca. 20 Jahren wohne ich in einer innenstadtnahen Wohnung in Konstanz. Die Miete (seit März 733€) könnte man "lauwarm" nennen: Strom, Gas, Müll zahle ich selbst an die Stadtwerke, dafür ist Wasser und Kabelfernsehen usw. in der Miete enthalten. Eigentlich ist die Wohnung zu groß für mich Single, aber eine kleinere würde mehr kosten... 🙁

Sparpotenzial habe ich bei Strom, Gas, auch Wasser (ich nutze z.B. Badewasser auch zur Klospülung, mit einem Eimer).

Aber gerade diese Arbeiten die anfallen halten eben auch Fit.

Bei uns haben alle in der Familie Häuser bzw die älteren gehabt bis Ende....

Daher kenne ich das gar nicht anders. Die die ihren Garten aufgegeben mussten bauten extrem schnell ab..und das wars dann..Garten etc ist wie Fitnesstudio

Grüße aus Hannover Oberricklingen
Zitat von Energiefuchs am 6. Juni 2019, 9:30 Uhr

Wir liegen bei über 130 qm Wohnfläche bei ca. 42 Euro im Monat für Heizung, Warmes Wasser und Strom, das sind gerade mal ca. 0,35 Euro im Monat pro qm, vergleich das bitte mal mit deinen Werten und du wirst den Unterschied erkennen.

Das ist natürlich extrem günstig. Wir haben eine energetische Sanierung vor 10 Jahren machen lassen einschließlich neuer Heizung, neue Fenster und Türen, Dämmung der Außenhülle, Photovoltaikanlage, aber wir haben bei etwa denselben qm ca 90 EUR an Gas im Monat. Stromeinnahmen decken in etwa die Stromkosten, ist also kostenneutral und Warmwasser geht über Strom. Wir kommen so auf 350 EUR pro Monat insgesamt, wenn man weitere Wohnkosten wie Frischwasser, Grundbesitzabgabe (Grundsteuer, Abwasser, Müllabfuhr, Straßenreinigung), Gebäudeversicherung, GEZ, Telefon/Internet dazurechnet. Wenn man niedrige Verbrauchskosten hat, hatte man vorher entsprechende Investitionskosten (Neubau oder Sanierung). There is no free lunch!

Zitat von Vision2020 am 27. Juni 2020, 14:43 Uhr
Zitat von Energiefuchs am 6. Juni 2019, 9:30 Uhr

Wir haben eine energetische Sanierung vor 10 Jahren machen lassen einschließlich neuer Heizung, neue Fenster und Türen, Dämmung der Außenhülle, Photovoltaikanlage, aber wir haben bei etwa denselben qm ca 90 EUR an Gas im Monat. Stromeinnahmen decken in etwa die Stromkosten, ist also kostenneutral und Warmwasser geht über Strom. Wir kommen so auf 350 EUR pro Monat insgesamt, wenn man weitere Wohnkosten wie Frischwasser, Grundbesitzabgabe (Grundsteuer, Abwasser, Müllabfuhr, Straßenreinigung), Gebäudeversicherung, GEZ, Telefon/Internet dazurechnet. Wenn man niedrige Verbrauchskosten hat, hatte man vorher entsprechende Investitionskosten (Neubau oder Sanierung). There is no free lunch!

Hallo @Vision2020,

du hast natürlich recht das solche Verbrauchswerte bei Sanierung im Bestand schwer bis gar nicht zu erreichen sind, von den Mehrkosten, die sich ja rechnen sollen mal abgesehen. Bei unserem Neubau sah das anders aus, mit vernünftiger Planung und Ausnutzung von fördergeldern waren die Mehrkosten im Verhältnis zur Bausumme sehr gering. Zinsgünstigere Dalehn sparen noch mal zusätzlich und ob ich jetzt z.b 100 Euro im Monat mehr für Heizung und Strom ausgebe oder damit den etwas höheren Kredit tilge ist ja von den monatlichen Kosten her egal. Eher sogar vorteilhaft, da es ja Energiepreissteigerung beim Kredit eher nicht so gibt, dafür aber eine ordentliche Wertsteigerung beim Gebäude und nach Abzahlung des Kredits kaum Betriebskosten. Außerdem sind die Instandhaltungs- und Wartungskosten  niedriger, ich habe noch keine Heizungswartung bezahlen müssen und falls mal ne neue  fällig ist reichen 3000 Euro locker für ne kleinstwärmepumpe aus.

Zitat von Energiefuchs am 4. Juni 2019, 15:44 Uhr

Was meiner Meinung bei diesen Betrachtungen zur Wirtschaftlichkeit einer eigenen Immobilie meist außen vor bleibt sind die mittlerweile hohen Nebenkosten.

Mit Verlaub: das ist grandioser Unfug, aber wie man in diesem Thread auch schon wieder erkennen kann, eine sehr beliebte Herangehensweise, den eigenen persönlichen Weg zum non-plus-Ultra zu verklären.

Kommer hat das Grundproblem in seinem Standardwerk thematisiert und über D gemittelt berechnet, die Kernaussage lautet: der disziplinierte Mieter ist bei Finanzierungen zwischen 25-30 Jahren knapp vorn.

Daran hat sich wenig geändert und speziell Dir sollte bekannt sein, dass die Baukosten in den letzten Jahren ebenfalls signifikant über der Inflationsrate gestiegen sind. An der Stelle also einen Gewinn durch Eigenheimfunanzuerung sicher zu erkennen, ist hoch spekulativ und funktioniert nicht so, wie es hier gerade fortlaufend am eigenen Beispiel durchexerziert wird.

Die geringsten Wohnkosten im ganzen Forum habe nämlich ich. Warum? Weil ich das sage. /Ironie off

Wir denken so ein bisschen nach dem Motto- keine Kosten im Ruhestand sind die besten Kosten- Einsparungen sind z.B. ja auch steuerfrei ...

Einsparungen von bereits versteuertem Kapital sind natürlich steuerfrei. Ausgaben so betrachtet aber auch. Die Behauptung, dass beim Wohnen keine Kosten entstehen würden (auf welchem Weg auch immer finanziert) ist reine Augenwischerei. Wohnen kostet. Punkt.

Wie seht ihr das ? berücksichtigt ihr das in eurer Planung für den früheren Ruhestand bzw. für die wirtschaftliche Entscheidung eigenen Immobilie oder doch Mieter?

Ich plane um Alter eine Vermietung durch meine Kinder. Vorzeitige Übergabe des Erbes in Form einer (optional teilfinanzierten) Wohnung an die Kinder, die ich zurück miete. Damit wird mein Kapital (teilweise) frei, die Kosten können bei den Kindern steuerlich geltend gemacht werden und das Mietnomaden/-ausfallrisiko liegt nahe Null.

Kommer mieten oder kaufen ist von 2016, da Stand der Umweltschutz und die CO2 Vermeidung leider noch nicht ganz so im Fokus. Es fehlen auch die deutlich angehobene Fördersätze oder Fördermöglichkeiten für Energieeffizientes bauen oder sanieren oder das baukindergeld. Von einer CO2 Abgabe auf konventionelle Energieträger war auch noch keine Rede. Kann man so also nicht vergleichen, genauso wie Bauprojekte im einzelnen und nicht durchnittlich zu betrachten wären. Habe jetzt Kommers Buch nicht gelesen, aber genau ausrechnen kann man es ja eh nur am selben oder gleichen Objekt und nicht über den Durchschnitt. Und auch dann wird es schwierig, wer sagt mir was in 15 Jahre mein Energieträger kostet. Dann wären auch die gestiegenen Immobilienpreise, Baukosten, Mieten, Energiekosten oder die gesunkenen Finanzierungskosten usw. berücksichtigt, neben den allgemein gestiegenen handwerkerkosten für Wartung usw.

Ob unser Weg als das non plus ultra von uns verklärt wird kann ich nicht beurteilen, Unsinn ist er auf keinen Fall. Der eine legt halt wert auf Platz, Komfort oder Luxus beim Wohnen, bei uns war es halt der ökologische Gedanke und berufliches Interesse was geht in Sachen Verbrauchsreduktion ohne Einbuße an Lebensqualität.

Ob unsere Wohnkosten die niedrigsten im ganzen Forum sind oder wir gar keine haben wurde übrigens nie gesagt oder behauptet, dazu haben wir zu zweit auch deutlich zu viel Wohnfläche. Bei den Nebenkosten pro qm werden aber sicherlich 95%  über uns liegen, und prozentual die meisten werden Mieter sein ( da sind wir wirklich frugal) .

Wir haben uns auch aus dem Sicherheitsgedanken heraus dazu entschieden, besagter Fall das sich die Energiekosten verdoppeln ( hatten wir bei Heizöl ja schon mal fast in einem Jahr) würde uns das kaum belasten, wenn aus 1000 Euro jährlich fürs Gas  plötzlich 2000 Euro werden sieht das schon anders aus.

Und sollte  Covid 19 doch noch Gehaltseinbussen bringen,  auch dann hilft es wenn monatlich kaum was abgebucht wird und der Schornsteinfeger keine Rechnung schickt.