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Staatsschulden - Warum sie anders sind als für die schwäbische Hausfrau

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Misstrauen kann man ja haben, bringt aber nichts außer Kopfzerbrechen. Wir Schreiberlinge hier tun doch alles um uns gegen eine ungewisse Zukunft zumindest finanziell abzusichern. Wenn dann Generation Klimaschut(Z) zunehmend den Bundestag einnimmt, dann werden sicher nochmal ganz andere Ideen ausgebrütet werden. Die Zukunft ist immer ungewiss. Mehr als sich lokal engagieren und die Welt im Kleinstmaßstab zu verbessern und Einfluss zu nehmen bleibt dem Normalbürger ja ohnehin nicht übrig 🤷🏻‍♂️

 

Zitat von Absprung_2020 am 29. März 2025, 11:07 Uhr

Du springst wieder beliebig in neue Schlagworte rein und ignorierst das was du zuvor selbst geschrieben hast, was eben oft Fake ist. Sachma, ganz unter uns, Dipl. Ing. (FH), oder so, gelle. Kenn ich zuhauf derlei Syndrom.

Ganz unter uns ... verrätst Du einem Unterschichtenemporkömmling wie mir bitte, was ich angeblich zuvor geschrieben und in der Folge ignoriert haben möge und was daran "fake" sein könnte? Womöglich klärt sich dann, wer hier unter welchen Symptomen leidet.

Zitat von MFZ73 am 28. März 2025, 23:22 Uhr

Ach, Absprung, Du kleiner Angsthase. Das ist doch nicht mal in der Nähe eines Argumentes. Es steht Dir natürlich frei, in deutsche Staatsanleihen zu investieren oder es zu lassen - aber D gehört seit 13 Jahren ununterbrochen in die Kategorie AAA … WEIL … D konsistent seinen Kreditverpflichtungen nachkommt.

@MFZ73 ich nehme jetzt mal nur diesen Beitrag hier von dir. Um es gleich vorwegzunehmen, bei deinen anderen sieht es oft nicht besser aus.

Nur weil ein Land einer Kreditverpflichtung nachkommt erhält es kein TripleA. Die Ratingagenturen beleuchten allein die aktuelle wirtschaftliche Stabilität einer Volkswirtschaft, sowie das politische Doing. Sprich: Die zukünftige Entwicklung und erwartbare Wahrscheinlichkeit, dass ZUKÜNFTIG die Zinszahlungen UND Tilgungen bezahlt werden können. Vergangene Zahlungen als Kriterium zu nennen ist daher Fake.

Die These …

Zitat von Absprung_2020 am 28. März 2025, 20:03 Uhr

Wenn das passiert....  alles gut.

… ist angesichts der Tatsache, dass D vor nicht allzulanger Zeit gar dafür bezahlt wurde, Geld von Investoren anzunehmen und - logischerweise - auch zurückzuzahlen … tja … wie nennt man das nun, ohne Dir persönlich zu nahe zu treten … mutig?

Nur weil in einem ganz kleinen Zeitraum, der keinesfalls repräsentativ für die Nachkriegszeit steht, für NEUemissionen negative Zinsen aufgerufen wurden sagt uns also was? Nein, das ist keinerlei Garantie, dass das zukünftig so bleibt, oder dass man daher Staatschulden wegen 0-Zinsen beliebig ausdehnen kann. Es scheint sogar höchst unwahrscheinlich, dass das so bleibt. Bereits in 2024 wurden wieder 40 Mrd Euro für die Summe aller Staatsschulden bezahlt. Die Annahme, dass wir das Zinsniveau von 2022 konservieren könnten, übrigens in deiner Annahme abgekoppelt vom Zinssatz sonst auf der Welt, was ja Bedingung wäre, ist daher ebenfalls Fake.

Meine Beobachtung ist da allerdings anders. Es wird immer mehr neu- verschuldet als rückbezahlt.

Nehmen wir für eine logische Nanosekunde an, Du hättest Recht: wie konnte D dann überhaupt mal irgendwann auf AAA-Status gelangen und diesen über 13 Jahre erhalten? Trotz der ganzen verfehlten Ausgaben, die es unbestritten in den letzten Jahrzehnten (!) gegeben hat …

 

Siehe oben, das sagt gar nix. Dein Rückschluss also bare Behauptung und somit ein Fake Argument.

Das zieht sich bei dir halt durch. Wir können alle besser werden, niemand ist hier unfehlbar. Wäre schön, wenn du das für dich in Inhalt und vor allem Tonfall mal beherzigen würdest.

schönen Sonntag.

Was aber auch Fakt ist und was bei den ganzen Betrachtungen gerne übersehen wird: Ohne Schulden keine Zinsen - und wir alle wollen doch gerne Zinsen für unser angelegtes Kapital.

70 Prozent der ausgegebenen Staatsschulden, lustigerweise Sondervermögen genannt, gehen an Gläubiger im Inland. In der regel sind das die Zentralbanken, private Kreditinstitute und direktanlegende Bürger in Form von Staatsanleihen. Ein gutes Beispiel dafür sind kapitalgedeckete Lebensversicherungen, Riester, private Altersvorsorge etc. Und dafür wollen wir natürlich Zinsen haben. Wie werden diese erwirtschaftet?: Die Herausgeber der genannten Produkte sind per Gesetz verpflichtet, 90% der Einlagen in sichere Staatsanleihen zu "investieren". Das sind jedes Jahr Zig Milliarden an Anleiheanlagen. Das Geld vermehrt sich ja nicht von alleine. Man muss erkennen und begreifen lernen dass unsere kapitalistische Marktwirtschaft auf Zinsen angewiesen ist. In der freien Wirtschaft sieht es nicht anders aus. Wir investieren unser Geld in Unternehmen und wollen dass es "für uns arbeitet". Geld arbeitet aber nicht, sondern irgendjemand arbeitet dafür, dass am Ende alle ihren Teil abbekommen. Die Aktionäre wollen Geld, die Mitarbeiter wollen Geld, die Firmen selbst haben Kosten und wollen ebenfalls gewinne generieren.

Und das alles klappt natürlich nur dann wenn die Gewinne von Jahr zu Jahr immer weiter steigen, die Produktionsverfahren immer effizienter werden, damit man konkurrenzfähig bleibt und das System aufrecht erhalten werden kann.

Hierfür braucht es aber unter anderem gut ausgebildete Fachkräfte, sicherer Energieversorgung, gute Infrastruktur und effiziente und zuverlässige Transportwege, industrielle oder technologisch strukturierte Ballungszentren mit ebenfalls entsprechendem Angebot an Wohnraum, Schulen, Universitäten, öffentlichen Einrichtungen und auch effiziente Verwaltungen und Sicherheitsstrukturen. Das alles beschafft (mehr oder weniger gut) der Staat als Grundlage für eine funktionierende Wirtschaft mit entsprechender Wirtschaftsleistung als Resultat. Auch Rüstungsausgaben, ebenso wie Invests in europäische wie auch globale politische Zusammenarbeit zum Zwecke eines reibungslosen Handels und Sicherheit vor Aggressoren verlangen nach Kapital das zu gezielten Zeitpunkten nicht einfach aus dem Haushalt entnommen werden kann. Das alles kann und muss  finanziert und überwiegend aus Schulden anderer Länder mit schlechterer Bonität und entsprechend höheren Sollzinsen erwirtschaftet werden, führt letztlich aber eben auch zu unserem tollen Tripple A Rating das wir erhalten weil wir vernünftig wirtschaften und politisch in sicherer Gemeinschaft eingebunden sind und somit als stets handlungsfähig gelten.

verpassen wir den Ausbau unserer Infrastruktur im internationalen vergleich, so können wir nicht konkurrenzfähig bleiben und der Standort Deutschland verliert sowohl für Unternehmen wie auch Anleger an Attraktivität. Statistisch gesehen hat jeder Deutsche rund 60K Vermögen und anteilig 30k Staatsschulden, wobei das natürlich nicht gleichmäßig verteilt ist. Die Schulden trägt tatsächlich jeder mit, beim Vermögen sieht es allerdings so aus, dass davon 30% dem oberen 1% gehören, 60% den oberen 10%. Und da gehts dann los mit der Ungerechtigkeit in unseren Sozialsystemen in der die Reichen von Zinsen der Arbeitsleistungen des ärmeren Teils der Gesellschaft profitieren und dabei noch massiv gefördert werden...das geht schon bei den privaten Krankenkassen los - aber das ist noch wieder eine andere Geschichte....

Zitat von Absprung_2020 am 30. März 2025, 10:08 Uhr

Nur weil in einem ganz kleinen Zeitraum, der keinesfalls repräsentativ für die Nachkriegszeit steht, für NEUemissionen negative Zinsen aufgerufen wurden sagt uns also was? Nein, das ist keinerlei Garantie, dass das zukünftig so bleibt, oder dass man daher Staatschulden wegen 0-Zinsen beliebig ausdehnen kann.

Dass man die Staatsschulden ewig ausdehnen könne, ist eine These, die allein Du in den Raum geworfen hast. Das kommt nicht von mir und auch nicht von der SPD.

Es scheint sogar höchst unwahrscheinlich, dass das so bleibt.

Das ist ebenfalls allein Deine Annahme, vor allem, dass das "höchst unwahrscheinlich" sei.

Bereits in 2024 wurden wieder 40 Mrd Euro für die Summe aller Staatsschulden bezahlt. Die Annahme, dass wir das Zinsniveau von 2022 konservieren könnten, übrigens in deiner Annahme abgekoppelt vom Zinssatz sonst auf der Welt, was ja Bedingung wäre, ist daher ebenfalls Fake.

Das nennt man nicht fake, sondern Missinterpretation Deinerseits. So oft wie Dir das unterkommt, muss man Absicht unterstellen und ist selbstverständlich nicht mal ansatzweise eine Antwort auf meine Frage.

 

Zitat von Noordlicht am 30. März 2025, 10:57 Uhr

Und da gehts dann los mit der Ungerechtigkeit in unseren Sozialsystemen in der die Reichen von Zinsen der Arbeitsleistungen des ärmeren Teils der Gesellschaft profitieren und dabei noch massiv gefördert werden...das geht schon bei den privaten Krankenkassen los - aber das ist noch wieder eine andere Geschichte....

Vordergründig passt das nicht ins Thema, aber das ist ja am Ende die Hauptmotivation für die propagierte Austeritätspolitik. Man hat sich was aufgebaut und das sollen die Jungen bitteschön nicht verkonsumieren und zu deren Wohl wird daher die Schuldenbremse installiert.

Funktioniert - nachweislich - natürlich nicht, aber das interessiert die programmatischen Mahner dieser These in der Regel nicht.

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