Du musst dich anmelden um Beiträge und Themen zu erstellen.

Spenden

Hallo an alle,

ich würde gerne mal eure Meinungen zum Thema spenden hören.

Früher habe ich jedes Jahr 600 € an die Malteser gespendet sowie 170 € an lokale Vereine. Seit ich mit dem Projekt "Finanzielle Unabhängigkeit" angefangen habe, habe ich ersteres Spende auf 60 € im Jahr reduziert. Natürlich muss das jeder selber wissen, aber ich hätte gerne von euch ein paar Erfahrungsberichte, wie ihr es mit dem Spenden haltet. Provokativ formuliert: Stehen Spenden der Finanziellen Unabhängigkeit im Wege?

Nein!

Ich Laufe beim Marathon Hamburg beim Spendenlauf mit. Wir sammeln gemeinsam über 100k jedes Jahr ein! Heißt es müssen nicht immer Geldspenden sein, manchmal bringt ein Ehrenamt deutlich mehr!

Spenden finde ich sehr wichtig, wenn das Geld sinnvoll eingesetzt wird. Aktuell spende ich im Jahr rund 700 Euro, die ich dann aber auch steuerlich absetzen kann. Meine Spenden gehen dabei an eine handvoll Empfänger, die ich mir vor längere Zeit ausgesucht habe.

Neben meiner finanziellen Unabhängigkeit sehe ich aber auch eine Art Verantwortung gegenüber anderen, zumindest wenn man nicht unbedingt am Existenzminimum lebt. Lieber etwas Geld spenden als sich unnützen Mist kaufen.

Normal
0

21

false
false
false

DE
X-NONE
X-NONE

/* Style Definitions */
table.MsoNormalTable
{mso-style-name:"Normale Tabelle";
mso-tstyle-rowband-size:0;
mso-tstyle-colband-size:0;
mso-style-noshow:yes;
mso-style-priority:99;
mso-style-parent:"";
mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;
mso-para-margin-top:0cm;
mso-para-margin-right:0cm;
mso-para-margin-bottom:10.0pt;
mso-para-margin-left:0cm;
line-height:115%;
mso-pagination:widow-orphan;
font-size:11.0pt;
font-family:"Calibri","sans-serif";
mso-ascii-font-family:Calibri;
mso-ascii-theme-font:minor-latin;
mso-hansi-font-family:Calibri;
mso-hansi-theme-font:minor-latin;
mso-bidi-font-family:"Times New Roman";
mso-bidi-theme-font:minor-bidi;
mso-fareast-language:EN-US;}

Ich habe alle Spendenaufträge bei großen Organisationen gekündigt und unterstützte seit einigen Jahre durch eine Patenschaft bei einer kleinen Organisation mit 50 Euro im Monat eine Familie in Nordafrika. Es gehen 100 % meines monatlichen Patenschaftsbeitrages an die Familie, die Hilfsorganisation trägt sich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Habe mich selbst vor Ort überzeugt und meine Familie und ihre Lebensumstände kennengelernt. Ich bin total begeistert von dem was vor Ort neben der Organisation der Patenschaften noch angeboten wird.

Ich spende 120€ im Jahr an die Welthungerhilfe. Finde es gut das man das bei der Steuer angeben kann.

Ich halte eigentlich nichtsvom Spenden mit der Giesskanne, deswegen Stiftung für effektiven Altrueismus und http://www.givewell.org

Ein echter Tipp für Frugalisten: Wenn man wenig verdient (unter 6-stellig p.a.), sollte man m. E. NICHT selber spenden, sondern das Geld lieber irgend einem Gutverdiener in der einkommensteuerlichen Spitzenprogression schenken (in D bis 20.000€ schenkungssteuerfrei).

Der kann das Geschenk dann verdoppeln und anschliessend den Gesamtbetrag einkommensteuerlich geltend machen. So muss der Gutverdiener selbst im Ergebnis nichts draufzahlen und es kommt aus Sicht des Schenkers der doppelte Betrag bei der Hilfsorganisation an....

Zitat von Olaf am 1. Mai 2018, 14:37 Uhr

Ich halte eigentlich nichtsvom Spenden mit der Giesskanne, deswegen Stiftung für effektiven Altrueismus und http://www.givewell.org

Ein echter Tipp für Frugalisten: Wenn man wenig verdient (unter 6-stellig p.a.), sollte man m. E. NICHT selber spenden, sondern das Geld lieber irgend einem Gutverdiener in der einkommensteuerlichen Spitzenprogression schenken (in D bis 20.000€ schenkungssteuerfrei).

Der kann das Geschenk dann verdoppeln und anschliessend den Gesamtbetrag einkommensteuerlich geltend machen. So muss der Gutverdiener selbst im Ergebnis nichts draufzahlen und es kommt aus Sicht des Schenkers der doppelte Betrag bei der Hilfsorganisation an....

Könntest du das bitte nochmal ausführlich erläutern? Ich höre davon zum ersten Mal.

Gern.

Zunächst mal zum Thema EA: https://ea-stiftung.org/

Nehmen wir an, Du möchstest 100€ an eine als gemeinnützig anerkannte Organisation spenden und zahlst mit Deinen Einkünften 20% Steuern. Nachdem Du das Geld überwiesen hast, bekommst Du eine Spendenquittung über 100€ und reichst Diese bei Deiner Jahressteuererklärung ein. Im Ergebnis muss Du dann Einkünfte in Höhe von 100€ nicht versteuern. Da Du (bzw Dein Arbeitgeber) vermutlich die 20% bereits als Lohnsteuer bezahlt hast, bekommst Du nun 20€ erstattet. Du hast also im Ergebnis 80€ für Deine 100€ Spende aufgewendet.

Nun zur Variante mit dem befreundeten Gutverdiener, der selbst nicht 20%, sondern 50% Steuern zahlen muss, weil er eben gut verdient. (Ein Radiologe zB oder ein gut verdienender Banker oder Manager). Wenn dieser 100€ spendet, bekommt er natürlich auch eine Spendenquittung, nur ist diese für ihn nicht 20€ wert, sondern 50€, weil er ja schon 50€ an Steuern auf seine eigenen Einkünfte bezahlt hat. Wenn Du ihm jetzt anbietest, ihm seinen eigenen Aufwand dadurch zu erstatten, dass Du ihm 50€ schenkst, hast Du statt 80€ im Ergebnis nur 50€ bezahlt, obwohl in beiden Fällen 100€ bei der gemeinnützigen Organisation angekommen sind. Die Schenkung  an den Gutverdiener löst idR in D keine Schenkungssteuer aus, weil es da einen steuerlichen Freibetrag von 20.000€ gibt.

Wenn Du bei Deiner Spende von 80€ (nach Deinen Steuern) bleiben möchtest, kann Dein gutverdienender Freund sogar 160€ spenden, ohne dass ihm das weh tut. Immerhin 60% mehr für einen guten Zweck...

REKORD BEIM SPENDENLAUF!

Der Marathon ist gelaufen und wir haben ein Rekord

Hochgeladene Dateien:
  • Du musst dich anmelden um auf Uploads zugreifen zu können.
Zitat von Olaf am 2. Mai 2018, 10:05 Uhr

Gern.

Zunächst mal zum Thema EA: https://ea-stiftung.org/

Nehmen wir an, Du möchstest 100€ an eine als gemeinnützig anerkannte Organisation spenden und zahlst mit Deinen Einkünften 20% Steuern. Nachdem Du das Geld überwiesen hast, bekommst Du eine Spendenquittung über 100€ und reichst Diese bei Deiner Jahressteuererklärung ein. Im Ergebnis muss Du dann Einkünfte in Höhe von 100€ nicht versteuern. Da Du (bzw Dein Arbeitgeber) vermutlich die 20% bereits als Lohnsteuer bezahlt hast, bekommst Du nun 20€ erstattet. Du hast also im Ergebnis 80€ für Deine 100€ Spende aufgewendet.

Nun zur Variante mit dem befreundeten Gutverdiener, der selbst nicht 20%, sondern 50% Steuern zahlen muss, weil er eben gut verdient. (Ein Radiologe zB oder ein gut verdienender Banker oder Manager). Wenn dieser 100€ spendet, bekommt er natürlich auch eine Spendenquittung, nur ist diese für ihn nicht 20€ wert, sondern 50€, weil er ja schon 50€ an Steuern auf seine eigenen Einkünfte bezahlt hat. Wenn Du ihm jetzt anbietest, ihm seinen eigenen Aufwand dadurch zu erstatten, dass Du ihm 50€ schenkst, hast Du statt 80€ im Ergebnis nur 50€ bezahlt, obwohl in beiden Fällen 100€ bei der gemeinnützigen Organisation angekommen sind. Die Schenkung  an den Gutverdiener löst idR in D keine Schenkungssteuer aus, weil es da einen steuerlichen Freibetrag von 20.000€ gibt.

Wenn Du bei Deiner Spende von 80€ (nach Deinen Steuern) bleiben möchtest, kann Dein gutverdienender Freund sogar 160€ spenden, ohne dass ihm das weh tut. Immerhin 60% mehr für einen guten Zweck...

dieses komplizierte Konstrukt scheitert bei mir daran, dass ich keinen Freund habe, der einen Grenzsteuersatz von 50% hat und mir gleichzeitig bei einer steuerlichen Optimierung meiner Spenden behilflich sein will (und ich will auch keinen kennenlernen...).

Steuern zahlen ist zwar - da nicht freiwillig - nicht Spenden im engeren Sinn, aber im Grunde dienen die gezahlten Steuern doch im großen und ganzen auch vor allem Zwecken, die man als gut bezeichnen könnte.

Ich spende gezielt einmal im Jahr an die Johaniter und an eine Blindenhilfe.

Dann "gönne" ich mir noch ein Dauerlos der Aktion Mensch - hier weiß ich, dass das Geld wirklich ankommt und hab nebenbei noch die Chance auf nen Gewinn (wobei ich es wirklich als Spende sehe).

Zitat von Olaf am 2. Mai 2018, 10:05 Uhr

Gern.

Zunächst mal zum Thema EA: https://ea-stiftung.org/

Nehmen wir an, Du möchstest 100€ an eine als gemeinnützig anerkannte Organisation spenden und zahlst mit Deinen Einkünften 20% Steuern. Nachdem Du das Geld überwiesen hast, bekommst Du eine Spendenquittung über 100€ und reichst Diese bei Deiner Jahressteuererklärung ein. Im Ergebnis muss Du dann Einkünfte in Höhe von 100€ nicht versteuern. Da Du (bzw Dein Arbeitgeber) vermutlich die 20% bereits als Lohnsteuer bezahlt hast, bekommst Du nun 20€ erstattet. Du hast also im Ergebnis 80€ für Deine 100€ Spende aufgewendet.

Nun zur Variante mit dem befreundeten Gutverdiener, der selbst nicht 20%, sondern 50% Steuern zahlen muss, weil er eben gut verdient. (Ein Radiologe zB oder ein gut verdienender Banker oder Manager). Wenn dieser 100€ spendet, bekommt er natürlich auch eine Spendenquittung, nur ist diese für ihn nicht 20€ wert, sondern 50€, weil er ja schon 50€ an Steuern auf seine eigenen Einkünfte bezahlt hat. Wenn Du ihm jetzt anbietest, ihm seinen eigenen Aufwand dadurch zu erstatten, dass Du ihm 50€ schenkst, hast Du statt 80€ im Ergebnis nur 50€ bezahlt, obwohl in beiden Fällen 100€ bei der gemeinnützigen Organisation angekommen sind. Die Schenkung  an den Gutverdiener löst idR in D keine Schenkungssteuer aus, weil es da einen steuerlichen Freibetrag von 20.000€ gibt.

Wenn Du bei Deiner Spende von 80€ (nach Deinen Steuern) bleiben möchtest, kann Dein gutverdienender Freund sogar 160€ spenden, ohne dass ihm das weh tut. Immerhin 60% mehr für einen guten Zweck...

Okay, aber der Grenzsteuersatz von 42% ist ja schnell erreicht (ca. 55.000 Euro zu versteuerndes Einkommen). Für den Höchstsatz (45 %) braucht man zwar ca. 260.000 Euro, aber das sind ja dann nur 3 Prozentpunkt mehr.

Hallo,

ich spende nicht mehr, stattdessen vergebe ich Mikrokredite an Menschen, die keine regulären Bankkredite bekommen, da sie keine Sicherheiten haben.

Das ganze läuft über https://www.kiva.org/

Es funktioniert so, dass sich die Keditnehmer auf der Kiva.org Plattform bewerben und ihnen verschiedene Personen jeweils (mindestens) 25 USD leihen. Somit ist das Verlustrisiko für den einzelnen Geber auf diese 25 USD begrenzt.  (Man kann natürlich auch mehr leihen) Wenn sich Rückzahlungen angesammelt haben, suche ich mir einen neuen Kreditnemer aus und verleihe das zurückgezahlte Geld immer wieder neu. Im Laufe der Zeit  habe ich 116 Mikrocredite an Menschen  in 37 Ländern vergeben.

Natürlich könnte ich auch das Geld verschenken, mir ist aber wichtig, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und Menschen zu unterstützen, die sich eine Existenz aufbauen oder ausbauen wollen. Und irgendwie ist es ein schönes Gefühl , wenn man zB mit 20 anderen Leute aus der ganzen Welt  einer Bäuerin in Bolivien die Finanzierung einer neuen Kuh ermöglicht.

Übrigens, die Ausfallquote ist minimal, trotz fehlenerder Sicherheiten.

 

 

 

Zitat von namir am 2. Mai 2018, 15:23 Uhr

 

dieses komplizierte Konstrukt scheitert bei mir daran, dass ich keinen Freund habe, der einen Grenzsteuersatz von 50% hat und mir gleichzeitig bei einer steuerlichen Optimierung meiner Spenden behilflich sein will (und ich will auch keinen kennenlernen...).

Oh, aber ich kenne Leute, die einen deutlich höheren ESt. Satz haben und werde das Thema genüßlich mal bei einem Bier auf den Tisch hauen. Über Geld wird ja allgemein hin nicht so gerne geredet.