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Sparquote?!

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Zitat von Badner am 10. September 2018, 13:53 Uhr

Solche Dinge wie große Rechnungen o.ä. werden zum Teil durch meinen "Bullshit Fond" (Dauerauftrag monatlich ~ 100 € aufs Sparbuch) oder durch meine Notreserve (alte Grundregel mindestens 3 Bruttogehälter) beglichen.

Sind die 3 Bruttogehälter angetastet werden diese schnellstmöglich wieder durch die im vorigen Post erwähnten "Überschüsse" wieder angespart.

Bullshit Fonds heißt bei mir Schnickschnackkonto. Und reicht trotz doppelt so hoher Einzahlungen niemals für eine große Rechnung. Große Rechnung heißt: neues Auto, neue Heizung, Straßenbeitrag o.ä. - das sind jeweils fünfstellige Summen. Einzeln habe ich das schon auf dem Konto, aber eben nicht mehrmals pro Jahr.

Teilzeitfrugalist

So, nun habe ich auch einmal nachgerechnet: Je nach Einkommen (schwankt bei uns) liegen wir zwischen realistisch gerechneten 53% und schöngerechneten 73% Sparquote. Zwei Erwachsene, zwei Kinder.

Schöngerechnet ist: Maximales Gehalt. Alles, was länger als drei Monate weggelegt wird inkl. Tilgung für selbst genutzte Immo kommt in den Zähler. Jährliche Steuererstattung erhöht Zähler und Nenner. -> 73%

Realistisch gerechnet ist: diesjährig kleinstes Gehalt. Sparraten für Instandhaltung, im nächsten Jahr zu tätigende Ausgabe und das nächste KFZ fliegen raus. Tilgung und Steuererstattung wie oben. -> 53%

Wobei der Treiber eher das Gehalt als das Weglassen ist.

 

Über die Tilgung habe ich länger nachgedacht, da sie ein anderer Haupttreiber ist. Eine selbst genutzte Immo ist für mich erst einmal eine Liability. Die Instandhaltungskosten sind Ausgaben. Und die erzielte Rendite (gesparte Miete / Kaufpreis inkl. Nebenkosten) ist mager, wenn auch steuerfrei. Trotzdem sehe ich die Tilgung als vermögenssteigernd. Wir wohnen in einer Gegend mit stark steigenden Preisen. Die Steigerung rechne ich nicht ein, aber als "Geldspeicher" taugt die Immo schon. Schließlich kann ich sie bei regelmäßiger Instandhaltung irgendwann vermutlich zu einem mindestens genauso hohen Preis wieder verkaufen. Rentieren wird sich das Gaze übrigens trotzdem nicht, da die Instandhaltung wenn man ehrlich rechnet und Schnickschnack wie Gartengestaltung usw miteinrechnet, unverhältnismäßig hoch ist. Kein finanzrational denkender Mensch würde sich solche eine hohe Miete (Instandhaltung + entgangene Rendite auf das eingesetzte Kapital) leisten. Aber ich habe nicht den Anspruch, Frugalist zu sein, da darf man dann solch teuer Hobbies haben 😉

Teilzeitfrugalist

Bullshit Fonds heißt bei mir Schnickschnackkonto. Und reicht trotz doppelt so hoher Einzahlungen niemals für eine große Rechnung. Große Rechnung heißt: neues Auto, neue Heizung, Straßenbeitrag o.ä. - das sind jeweils fünfstellige Summen. Einzeln habe ich das schon auf dem Konto, aber eben nicht mehrmals pro Jahr.

...nuja, realistisch betrachtet ist die Wahrscheinlichkeit ja auch eher gering, dass einem alles aufs mal kaputt geht. Okay, Ausnahmen bestätigen die Regel :-).

Ja das sind fünfstellige Summen - und eben für diese halte ich mich an die alte Grundregel, dass man eben mindestens 3 Bruttogehälter zur schnellen verfügbarkeit auf der Seite hat ;-).

Das SchnickSchnack- Konto ist dann bei mir auch eher für Kleinkram im unteren 4-stelligen Bereich gedacht wie: Kühlschrank, Backofen, Fahrrad, Spülmaschine, Handy, PC, TV oder sonstiges das kaputt geht oder repariert werden muss. Wird in der Regel aber selten genutzt und auf Dauer sammelt sich da auch was an.

Gibt es eine große Reparatur die sich bei mir (anders als bei Dir) nicht vorher ankündigen 😉 dann greife ich eben auf meine Rücklage (die mindestens 3 Bruttogehälter) - und selbige wird dann umgehend auch wieder aufgefüllt durch die Überschüsse - ist diese "Kriegskasse" wieder gefüllt kann ich die Überschüsse auch sparen - zähle sie aber eben nicht zur Sparquote, da Sie eben nicht FIX  sondern veränderlich sind.

Daher komme ich auch nur auf ~ 30% Sparquote; wenn ich nun noch Steuererstattungen und Tilgungen einrechne liege ich auch höher

 

@DEV, ja 100 % korrekt, man hat dann nach (relativ) kurzer Zeit mehr Dividende bekommen als man für die Aktien bezahlt hat!

Die Steigerungsrate ist also mit von entscheidender Bedeutung für die Gesamtrendite.

Beispiel eines angeblich tollen Dividendzahlers: Die Deutsche Telekom, relativ zum Kurs immer bei 3-6 % jedes Jahr, jedoch wie traurig ist die Gesamtperformance da die Telekom die Dividende eher senkt als steigert, trotz auf den ersten Blick attraktiven Dividendenniveau nicht zu empfehlen! Von der Kursentwicklung ganz zu schweigen:

Deutsche Telekom, Jahresverlauf Dividenden
2017 0,65 4,781 %
2016 0,60 3,459 %
2015 0,55 3,441 %
2014 0,50 3,058 %
2013 0,50 3,993 %
2012 0,70 7,639 %
2011 0,70 8,527 %
2010 0,70 6,184 %
2009 0,78 8,696 %
2008 0,78 9,187 %

Ich muss hier "irgendwie" > 20 Jahren warten bis mein Einstiegsinvest wieder eingespielt ist. Das will ich nicht.

Mein Top Wert unter diesem Aspekt: Starbucks, nicht viel schlechter sind Stryker oder Medtronic oder ITW. Als ich die für irgendwie 5 €/Stück gekauft hatte zahlten die gar keine Dividende, dann Start bei 10 cent/Stück in 2010. Mittlerweile bezahlen die 36 cent/Stück*Quartal. Auf mein damals eingesetztes Kapital komme ich derzeit auf fast 20 %. Bei der Telekom würde ich immer noch bei den 5 % rumdümpeln.

Fazit: Dividendensteigerer identifizieren und kaufen und kein Stück mehr hergeben!

Zitat von Absprung_2020 am 10. September 2018, 16:50 Uhr

@DEV, ja 100 % korrekt, man hat dann nach (relativ) kurzer Zeit mehr Dividende bekommen als man für die Aktien bezahlt hat!

Die Steigerungsrate ist also mit von entscheidender Bedeutung für die Gesamtrendite.

....

Fazit: Dividendensteigerer identifizieren und kaufen und kein Stück mehr hergeben!

Viel wichtiger als die Dividende ist der Gewinn, denn die Dividende ist meist nur der ausgeschüttete Anteil der Dividende.

Und genau da loost die Telekom! https://www.ariva.de/fundamentaldaten/kompakt.m?secu=303

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett
Zitat von Katja_neu am 10. September 2018, 13:07 Uhr

Wie rechnet Ihr Eure Sparquoten?

Alle Einnahmen (großteils Lohn, aber auch Steuerrückzahlungen, Dividenden, Geldgeschenke, Verkäufe...) abzüglich aller Ausgaben.

(Früher hatte ich als Basis nur das Nettogehalt. Sonstige Einnahmen habe ich auf mein "Urlaubskonto" geschoben.)

Meine Sparquote liegt durchschnittlich bei etwas über 50%.

Zitat von frugi63 am 1. September 2018, 7:42 Uhr

Ich ziehe vor jedem hier den Hut der weniger wie  3000€ pro Monat verdient und eine prozentuale Quote von über 50% hat.

Das ist bei mir der Fall, ich verdiene netto weniger als 2500.

Diesen Monat hatte ich erstmals seit ich meine Sparrate ermittle (das tue ich seit 2014) monatliche Ausgaben von unter 1000€. Schönes Gefühl, dann am Ende des Monats einen großen Batzen Geld für's Investieren übrig zu haben. Ich hoffe die niedrigen Ausgaben gehen so weiter, vor kurzem habe ich meine Kosten fürs Wohnen reduziert.

 

Zitat von Noemi am 4. November 2018, 23:07 Uhr

Das ist bei mir der Fall, ich verdiene netto weniger als 2500.

Diesen Monat hatte ich erstmals seit ich meine Sparrate ermittle (das tue ich seit 2014) monatliche Ausgaben von unter 1000€. Schönes Gefühl, dann am Ende des Monats einen großen Batzen Geld für's Investieren übrig zu haben. Ich hoffe die niedrigen Ausgaben gehen so weiter, vor kurzem habe ich meine Kosten fürs Wohnen reduziert.

Wenn ich das mit meinen Zahlen vergleiche, finde ich ziemlich bemerkenswert, dass du so wenig Varianz in deinen Ausgaben hast. Wenn du bei 2500 Nettoeinkommen und 50% Sparquote bist, bedeutet das ja Durchschnittsausgaben von 1250€. Wenn du bisher nie unter 1000€ ausgegeben hast, darfst du ja auch so gut wie nie über 1500€ ausgeben.

Bei mir schwanken die Ausgaben doch deutlich stäker. Ich hatte witzigerweise im letzten Monat auch meinen sparsamsten Monat seit Beginn meiner Aufzeichnungen (sind erst 2 Jahre) mit 1100€. Dafür liege ich bei gar nicht frugalistischen 2000€ Durchschnittsausgaben im Monat. Da ist auch mal ein Monat mit 3000€ dabei, bei Urlaub, teureren Anschaffungen, Reparaturen (Auto :-/ ). Aber ich merke schon, hier liegt scheinbar der Hase begraben. Wenn ich diese Ausgaben abschaffen könnte, würde ich dem Frugalismus auch ein gutes Stück näher kommen 🙂

Das sind zwar letztlich Zahlenspielereien, aber wenn man geglättete Ausgaben haben will, muss man die Spitzen abschneiden. Also z.B. den Urlaub in jedem Monat anteilig verbuchen und diese „Ausgabe“ auf ein Sonderkonto verschieben. Wenn die Kosten dann tatsächlich anfallen, sind sie schon verbucht und verderben nicht mehr den Durchschnitt.

 

Gruß, Tino

Für mich gehört der Tilgungsanteil der Immobilienfinanzierungen ganz klar zur Sparquote , da es ja auch Vermögensaufbau ist. Immobilen können ja theoretisch und praktisch auch jederzeit verkauft werden. Ob mit Gewinn oder Verlust sei mal dahingestellt, aber das weiß man bei ETF's, Fond's, Aktien, Optionsscheinchen u.ä. ja auch nicht . . .

Die lfd. Renovierungen gehören für mich nicht zur Sparquote, außer es sind nachhaltig wertsteigernde Maßnahmen.

Zumal kann man auch bei Immobilien genauso wie bei obig anderen Anlagemöglichkeiten "günstig" und "teuer" einkaufen und verschiedene Faktoren berücksichtigen, was eine Immobilienanlage langfristig nicht wirklich "riskanter" als Wertpapiere macht.

Ich bin seit vielen Jahren in meinen Anlageprodukten breit aufgestellt, aber mit Immoblien habe ich unterm Strich bisher am Besten und Kalkuliertestem abgeschnitten. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich mich in dem Bereich aus beruflichen Gründen sehr gut auskenne, was die steuerlichen Möglichkeiten angeht und in jüngeren Jahren auch nix dagegen hatte alle zwei/drei Jahre umzuziehen 😉

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