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Sparen vs. Leben im Hier und Jetzt

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Hallo zusammen,

ich wollte euch mal fragen, wie ihr mit dem (für mich relativ starken) Gegensatz zwischen Sparen und Leben im Hier und Jetzt umgeht.

Vielleicht verdient ihr ja so unglaublich viel, dass euch das nicht betrifft, aber bei meinem Gehalt und einer Sparrate von 40% bleibt nicht mehr so viel zum "Verprassen". Das heißt, von den 60% lebe ich sehr gut, habe eine schöne Wohnung zur Miete, esse gute Bio-Lebensmittel, aber sonst gönne ich mir nicht viel: Mal 2nd Hand Kleidung, kein teures Auto oder so...

Aber ich habe ein Hobby, für das ich gerne viel mehr ausgeben würde: Reisen. Und das bedeutete in meiner Vergangenheit, dass ich immer wieder mehrere Monat oder auch mal ein Jahr auf Gehalt verzichtet habe, um reisen zu gehen. Nur konnte ich in diesen Zeiten nichts ansparen, sondern habe vom Ersparten gelebt.

Und genau das ist mein innerer Konflikt: Klar könnte ich in 15 Jahren in Rente gehen - dann bin ich 50. Oder aber ich arbeite bis 65, kann in den 30 Jahren aber immer wieder ganze Jahre verreisen.

Kennt ihr das auch, diesen Konflikt (bei euch sind es ja vielleicht andere Interessen)? Wie geht ihr damit um, wofür habt ihr euch entschieden?

Das muß natürlich jeder für sich selber entscheiden und hängt vor allem von den persönlichen Bedürfnissen und dem verfügbaren Einkommen ab.

Ich habe immer recht gut verdient, das hat das Ansparen leichter gemacht. Ich habe aber zB 25 Jahre kein Auto gehabt, weil ich einfach auch keinen Bedarf hatte.

Zum Glück gibt es ja zwischen 1) ich verprasse alles =100% und ich spare nichts =0% und 2) ich spare fast alles =80% du gebe fast nichts aus =20% auch noch Abstufungen.

Auf alles verzichten würde ich zB nicht. Wenn dir zB Reisen sehr wichtig ist, würde ich das immer berücksichtigen, Was nützt es dir, wenn du mit 50 nicht mehr arbeiten musst, aber dann aus welchen Gründen auch immer nicht mehr reisen kannst?

Ich bin zB auch viel gereist, hatte mal 4 Monate Auszeit genommen. Das hat mich bezüglich Ausstieg vielleicht theoretisch 6 Monate nach hinten geworfen. Aber auch nur theoretisch. Vielleicht habe ich dadurch so viel Energie gewonnen, dass ich überhaupt die nächsten 15 Jahre gut durchhalten konnte. Ausserdem kann ich jetzt, wo ich viel Zeit habe, auch reisen wie ich will. Aber ich habe schon so viel gesehen, dass ich gar nicht reisen muß.

Bei materiellen Dingen würde ich schon versuchen, mich gut unter Kontrolle zu halten. Die haben meistens nur einen kurzen positiven Effekt und verlieren schnell an Wert. Gutes Beispiel sind hier teure Smartphones oder Autos.

Danke für deine Antwort.

 

Meine Frage zielte auch ein bisschen darauf ab, dass ich halt beeindruckt bin von den bekannten Leuten in der Szene. Wenn man von einem Money Moustache liest, der mit 24.000 über die Runden kommt, mit Frau und Kind etc., frage ich mich halt schon: Das ist beeindruckend, aber kann bzw. will ich das?? Klar, ist das subjektiv sehr unterschiedlich, aber grundsätzlich ist es bei normalen Gehältern und normal sparsamen Leben sehr schwierig, finanziell unabhängig zu werden - so empfinde ich das zumindest. Und deshalb frage ich mich halt: Sollte ich mehr sparen und dafür weniger "leben"....

Lass Dich da nicht von dem, was man so in der Szene liest, beeindrucken. Den Wahrheitsgehalt kannst Du nicht überprüfen, die Gegebenheiten im jeweiligen Land nicht eins zu eins auf Dich übernehmen, die Familiensituation meist auch nicht.

Lebe heute. Das heißt nicht, dass Du mit Deinem Geld um Dich werfen sollst, das hat Privatier ja schon erläutert. Aber Du kannst Dich mental vom heutigen Lebensstil abkoppeln. Mir beispielsweise hat Aussehen noch nie viel bedeutet.* Deshalb bin ich was Kleidung und Frisur angeht, absolut nicht modebewusst. Habe sehr wenige Stücke und manche sind schon über 20 Jahre alt. Frisur ist Pferdeschwanz. Makeup hab ich nie benutzt. Meine 2011 gekauften Wanderstiefel trage ich tagein, tagaus. Ich muss nicht mit dem Auto protzen, mit Smartphone, mit fettem Fernseher. Das ist eine Einstellungssache. Somit habe ich keinerlei Verzichtsgefühl. Und darauf kommt's an. Ich bin gerne großzügig, wenn es darum geht, anderen Geschenke zu machen. Da würde ich nicht sparen wollen. Ich würde auch nicht aus meiner Kirche austreten, weil ich dann Steuern spare. Du siehst, es ist sehr individuell.

Letztlich solltest Du so leben, wie Du den Rest Deines Lebens auch leben willst. Nicht heute verzichten und morgen prassen. Auch nicht heute prassen und morgen verzichten. Sondern Dich im Kopf von dem Haste-was-biste-was befreien und dann für Dich selbst (nicht für die Blogosphäre) festlegen, was Dir im Leben wichtig ist und wofür Du Dein Geld ausgeben möchtest.

Was das Reisen angeht: Man kann teuer reisen oder günstig. Manchmal ist vielleicht eine Reise, bei der Du bei Einheimischen (mit)lebst, viel erinnerungswürdiger als drei Pauschalreisen. Ob Du für viele Reisen dann lieber 15 Jahre Berufsleben dranhängst, das musst Du ganz alleine entscheiden. Das kann Dir niemand abnehmen.

* Meine Familie und meine Freunde mögen mich nicht wegen der Oberfläche, sondern wegen dem, wie ich bin.

 

hm, man kann doch auch günstig reisen, ich werde im Januar wieder nach Lanzarote fliegen, kostet mich insgesamt gerade mal 200 Euro für eine Woche, inkl Flug, wenn ich es darauf angelegt hätte, könnt ich sogar auf nur gut 100 Euro kommen, allerdings dann im Mehrbettzimmer mit Etagenbetten, so bin ich in einem Hostel, Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad, es gibt auch Unterkünfte für 350 euro die Nacht, hab mir die angeschaut auf dem Buchungsportal, im Grunde hat man da das gleiche und ausserhalb der Unterkunft ist es eh für alle gleich, Busfahren ist da übrigens sehr günstig...

Zitat von klausif am 22. Oktober 2019, 16:35 Uhr

Danke für deine Antwort.

 

Meine Frage zielte auch ein bisschen darauf ab, dass ich halt beeindruckt bin von den bekannten Leuten in der Szene. Wenn man von einem Money Moustache liest, der mit 24.000 über die Runden kommt, mit Frau und Kind etc., frage ich mich halt schon: Das ist beeindruckend, aber kann bzw. will ich das?? Klar, ist das subjektiv sehr unterschiedlich, aber grundsätzlich ist es bei normalen Gehältern und normal sparsamen Leben sehr schwierig, finanziell unabhängig zu werden - so empfinde ich das zumindest. Und deshalb frage ich mich halt: Sollte ich mehr sparen und dafür weniger "leben"....

 

Ich kann mich den anderen nur anschliessen. Lass dich vom geschriebenen anderer Leute nicht verrückt machen ! Vor nem halben Jahr bis Jahr war ich genauso und habe jegliche Aussage anderer zum Thema Gehalt, sparen, ausgeben etc. abgeglichen und immer gedacht ich wäre der totale Looser.

So zum Beispiel habe ich mich oft gefragt wie andere das schaffen 3* pro Jahr in den Urlaub zu gehen, ein neues Auto zu haben, zur Miete zu wohnen und dann noch was sparen zu wollen...

...mittlerweile denke ich da nicht mehr drüber nach denn das was man sieht oder hört ist oftmals nur die halbe Wahrheit. Ich bin mir nicht mehr sicher von wem aber in einem meiner Kriegs-Geschichts Bücher stand folgende Aussage (Napoleon oder irgendein General) "Die Deutschen glauben das was Sie sehen" - was wiederum heißt man kann Sie gut täuschen.

Fakt ist, man kann Aussagen (besonders aus dem Internet) nicht vergleichen.

  • Gehalt: Hier gibt es die größten Unterschiede; kommt derjenige aus einem anderen Land ? Wird von Brutto oder Netto geredet (keine Ahnung warum aber immernoch so viele Menschen werfen das munter durcheinander)? Welche Steuerklassen sind zugrunde gelegt?

 

  • Kosten: Tja; nicht all zu selten ist es in der heutigen Gesellschaft so, dass jener der mehr verdient meist auch mehr verbraucht. Nur wer steht nach 10 Jahren besser da - jener der mtl. 2000 € netto hat und 600 € Fixkosten oder jener der 4000 €netto hat aber 2500 € Fixkosten ?

 

 

 

Zum Thema "Sparen oder Leben" kann ich Dir nur den Rat geben für Dich selbst die passende Mischung zu finden. Ich für meinen Teil möchte aufs Motorradfahren oder 1* pro Jahr eine 2-3 -wöchige Tour mit einem Wohnmobil nicht verzichten. Gut vielleicht bin ich ein gebranntes Kind da 3 meiner Onkels schon im Alter von 58 - 63 Jahren verstorben sind; und so möchte ich nicht Enden von wegen "Das ganze Leben geschuftet und gespart und dann nix davon gehabt".

 

 

 

 

 

ich halte es ganz klar so, dass ich auf nichts verzichten muss und mir alles gönne was ich nach reiflicher Überlegung auch haben will oder Dinge die mir für meinen Lebensstandard wichtig sind

wenn dir deine Reisen wichtig sind und du nicht erst 20 Jahre darauf warten willst dann würde ich das auch machen - unter Umständen lassen sich ja auch die Reisen frugal gestalten, wie man an den Tips oben sieht und es geht nicht so viel Erspartes drauf.

Letztlich muss man sich aber immer zwischen dem "jetzt" und dem "dann" entscheiden - ganz egal wie hoch Gehalt und Sparrate sind.

du musst da deinen eigenen Weg finden - Copy Paste funktioniert da nicht 😉

 

 

 

Hallo Klausif,

die Entscheidung was dir wichtiger ist kann dir keiner abnehmen welchen Weg du da einschlägst. Ich an deiner Stelle würde versuchen einen Mittelweg zu finden.

  1. Priorität bei den Ausgaben halt auf den Urlaub setzen
  2. Urlaube vielleicht etwas reduzieren bzw. eine günstigere Variante wählen
  3. Die Sparrate dann entsprechend anpassen und ggfls. etwas länger arbeiten

Im Prinzip das was bei einigen im Threat schon angeführt wurde.

Hallo zusammen,

vielen Dank für die vielen Antworten!

 

Eigentlich sind das ja auch die Schlüsse, zu denen ich gekommen bin. Aber (das passt dann wohl eher ins Finanzen-Forum) finde ich schon, dass ich sehr sparsam lebe, ein relativ hohes Einkommen habe - und trotzdem muss ich noch so lange arbeiten, bis ich mich zur Ruhe setzen kann 😉 Das fühlt sich einfach nicht so gut an, wenn man dann von den Leuten liest, die ein freies Leben ab 30 genießen...aber wie gesagt, ich mache in den nächsten Tagen mal einen Post ins Finanzen-Forum, vielleicht bekomme ich da noch ein paar wetvolle Tipps.

 

EDIT: Das hier ist ja das Finanzen-Forum...vielleicht mache ich also hier einen neuen Post oder schreib meine finanzielle Situation noch hier drunter, wenn es keinen stört, dass es thematisch vielleicht etwas vom bisherigen Thema abweicht, bzw. sehr in die Tiefe geht...

 

Vielen Dank euch allen!

 

Zitat von klausif am 25. Oktober 2019, 6:58 Uhr

Das fühlt sich einfach nicht so gut an, wenn man dann von den Leuten liest, die ein freies Leben ab 30 genießen...

Mach Dich nicht von dem abhängig, was andere haben oder nicht haben!

Und falls es Dir  hilft, auch einen nicht so fürstlichen Bericht zu lesen: Ich werde (weil fast mein ganzes bisheriges Berufsleben sehr schlecht verdient) trotz jahrzehntelangem frugalem Lebensstil nie finanziell unabhängig werden. Ich werde arbeiten müssen, bis ich es nicht mehr kann (dann springt die private Pflegeversicherung ein). Und trotzdem bin ich nicht deprimiert. Es ist so. Das ist mein Leben und ich lebe jeden Tag nach dem anderen. Nicht für den Tag x, ab dem ich dann vermeintlich endlich glücklich bin.

Wenn du reisen möchtest, dann reise 🙂

Letztlich ist es eine Abwägung, was dir im Leben wichtiger ist: Reisen oder Zeit.

Ich stelle mir selbst die Frage, was mir finanzielle Unabhängigkeit bringt, wenn ich dadurch zwar Zeit gewinne, aber nichts tolles damit anfange. Frugalismus bringt nichts wenn man es als "Verlust von Lebensqualität" empfindet. Und Freiheit bringt nichts, wenn man lieber mehr Geld hätte um mehr zu unternehmen.

Auf meinem Weg zum Frugalismus und meiner Freiheit lerne ich täglich, dass man garnicht auf so viel verzichten muss, sondern manchmal sogar gleichzeitig Lebensqualität gewinnt UND spart. Ich finde zb die Geschichten von Oliver toll. Er verreist, aber günstig. Camping statt 5 Sterne Hotel. Viele empfinden das sogar als Gewinn, weil Camping mehr Freiheit bietet.

Ich verzichte zb nicht auf gutes Essen. Ich gehe dazu aber nicht ins Restaurant sondern koche selber. Frugalismus MUSS nicht ein Konflikt zwischen Leben und Sparen sein. Gleichwohl KANN er es sein wenn man es übertreibt. Wer nur von Nudeln mit Ketchup lebt und Abends kein Licht anmacht, spart nicht, er geizt 😛

Für mich hat das Thema mehr mit Effizienz, bewussten Entscheidungen und reflektion zu tun.
Ich würde nie auf die niedrigen Ausgaben von Oliver oder manchen anderen kommen, muss ich aber auch nicht.
Jeder muss seinen eigenen Weg und sein eigenes Ziel finden.
Vielleicht komme ich irgendwann an dem Punkt an dem ich nicht mehr Arbeiten muss an, wahrscheinlicher ist das ich ab einem Punkt X reduziert bis zur Rente arbeite.

Effizients bedeutet, das ich das was ich mache versuche mit dem sinnvollsten Ressourcenaufwand zu erreichen. Also Zeit und Geld.
Daraus ergibt sich über die Zeit meine Sparrate ohne das ich auf etwas, das mir wichtig wäre oder etwas das ich brauche, verzichte.
Ich entscheide nur bewusst was ich brauche und mache und wieviel Geld und Zeit ich darin investiere.

Und das schließt Investitionen in sinvolles auch nicht aus. Und in sich selbst sollte man auch investieren 😉

Um das Beispiel Andreas900 zu verwenden, anstatt das Licht nicht anzumachen, LED lampen verwenden.

Mir gelingt es auch nicht immer, aber mach dich nicht verrückt. Das hier genannte Einkommen und die Sparleistung können sogar in vielen Fällen stimmen. Jedoch liegt es in der Natur der Sache, dass sich hier oftmals Schreiber mit höherem Einkommen und/oder Sparleistung finden. Verwechsele jedoch nicht die Schreiber hier mit dem Durchschnitt der Bevölkerung! Hier kannst du nachschauen, wo du mit deinem Einkommen stehst: https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/einkommen-so-stehen-sie-im-vergleich-zu-ihrer-bevoelkerungsgruppe-a-1280747.html

Egal wo du stehst, jeder kann nur das Beste aus seinen Möglichkeiten machen. Jeder hat einen eigenen Hintergrund und ist mit unterschiedlichen Talenten, familiären Hintergrund, Schicksalsschlägen oder Gesundheit gesegnet oder belastet.

Beruhigend sollte doch schon einmal sein, dass selbst Oliver mit einer guten Ausbildung, einem gefragten Beruf, einer sehr sparsamem Lebensweise (die ich so nicht schaffen würde) und einer optimalen Investition in den Aktienmarkt die finanzielle Unabhängigkeit mit 40 und nicht mit 30 erreicht. Das dann er aber auch nur, wenn er den sparsamen Lebensstil dauerhaft beibehält. Bei "Normalos" wird es dann vielleicht irgendwas mit 50+ und dann auch nur eine Reduktion der Arbeitszeit. Die komplette finanzielle Unabhängigkeit  ist eben nur wenigen vorbehalten und so nicht "vorgesehen".

Jede Sparleistung, jeder Monat Freiheit oder jede Stunde weniger als als Vollzeit ist schon etwas besonderes und ein grosser Erfolg.

Ansonsten kann ich mich nur den anderen Schreibern anschliessen. Wenn dir Reisen so viel Freude bereitet, würde ich es tun, so lange es noch geht. Man kann sich wie bei anderen Ausgaben aber immer fragen, kann ich das auch günstiger bekommen, kann ich irgendwo Abstriche machen, die das Reiseerlebnis jedoch nicht besonders schmälern? Vielleicht muss es kein x Sterne Hotel sein, vielleicht gehe ich nur x Mal die Woche essen und versorge mich grösstenteils selbst. Ist die Reise zu bestimmten Zeiten günstiger usw. Kann ich evtl. in einem anderen Lebensbereich eher Abstriche als bei den Reisen hinnehmen?

Frugalismus sollte, wenn ich ihn richtig vertstanden habe, eben genau nicht zu einem Verzichtsgefühl führen, so etwas führt nur zu Frust. Im Idealfall ist man durch weniger oder einfacher sogar glücklicher.  Mich würden mehr Ausgaben einfach nicht glücklicher machen und am Monatsende bleibt etwas übrig.

Wenn lange oder kostenintensive Urlaube in weiter Ferne das wichtigste für dich sind, hast du eben schöne (Urlaubs)jahre erlebt. Du hast schöne Erinnerungen, die dir niemand mehr nehmen kann. Das hast du dann wiederum anderen voraus. Viele andere werden bis zum Ende arbeiten müssen ohne je grosse Reisen unternommen zu haben.

Ich lebe jetzt auch nicht in Askese, um ein paar Euro mehr monatlich zu sparen.  Wenn ich etwas kaufe,  bin ich normalerweise schon ziemlich preissensibel, versuche also den besten Preis zu bekommen. Genauso versuche ich mein Einkommen zu maximieren, indem ich versuche alles abzurechnen was geht.  So verstehe ich zum Beispiel nicht,  dass Kollegen auf die Erstattung von Reisekosten verzichten, weil ihnen die Abrechnung zu viel Arbeit macht. Ich rechne im Zweifel auch 6€ ab.

Wenn ich Dinge als zu teuer erachte (Cappuccino 4€ etc.) verkneife ich sie mir normalerweise,  es sei den die Situation rechtfertigt dies.

Bei den Ausgaben für die Kinder sind ein paar Dinge dabei, die ich einfach schlucke (Reiten, Musiklehrer etc.). Dafür kauft meine Frau kaum neue Klamotten für die Kinder,  sondern tauscht viel oder kauft gebraucht.

Insgesamt spielt jedoch mittlerweile die Wertentwicklung vom Depot und der Immobilien eine deutlich entscheiderende Rolle für das Gesamtvermögen, als ob ich jetzt 500€ mehr oder weniger monatlich spare.

Zitat von Andreas900 am 25. Oktober 2019, 12:03 Uhr

Ich stelle mir selbst die Frage, was mir finanzielle Unabhängigkeit bringt, wenn ich dadurch zwar Zeit gewinne, aber nichts tolles damit anfange. Frugalismus bringt nichts wenn man es als "Verlust von Lebensqualität" empfindet. Und Freiheit bringt nichts, wenn man lieber mehr Geld hätte um mehr zu unternehmen.

Wir haben immer wieder festgestellt, daß Anhänger der Konsumsekte oft kaum wissen, wie sie ihr Dasein frei gestalten könnten.

Für mich ist es schwer verständlich wie viel Lebenszeit so viele Deutsche für fremdbestimmten Gelderwerb aufwenden, wie groß soweit ich auch in diesem Thread lese die empfundene innere Abhängigkeit von Gekauftem zu sein scheint. Für mich wird Lebensqualität kaum von soetwas ausgemacht, schon mehr von eigenen inneren Zustand. Und der leidet nach meinem Eindruck oft schwer, wenn man sich zum Teil ungut motivierter Wirtschaftsstrukturen macht. Soetwas hat meist tiefe Auswirkungen auf das eigene Weltempfinden, die eigene innere Verfassung.

Auf meinem Weg zum Frugalismus und meiner Freiheit lerne ich täglich, dass man garnicht auf so viel verzichten muss, sondern manchmal sogar gleichzeitig Lebensqualität gewinnt UND spart.

Ja. 🙂

Zitat von klausif am 22. Oktober 2019, 12:44 Uhr

Kennt ihr das auch, diesen Konflikt (bei euch sind es ja vielleicht andere Interessen)? Wie geht ihr damit um, wofür habt ihr euch entschieden?

Nur zu gut!

Ich habe mich aber entgegen der hier vorherrschenden Meinung, nicht auf die Ausgabenseite gestürzt und dort nach Einsparungen gesucht sondern genau die Gegenseite wurde zu meinem Fokus! Wenn ich etwas haben möchte, dann muss ich sehen wie ich mein Einkommen entsprechend hochschrauben kann! Ich denke nicht begrenzt sondern Grenzenlos, wahrscheinlich bleiben einige Wünsche unerfüllt keine Frage aber Träume zu haben und danach zu streben ist ein unendliches Freiheitsgefühl! Auf dem Weg zum nächsten Traum vergisst man ganz wie unwichtig es ist ob man gerade 10% / 20% oder 0% Sparquote hat, denn der erhöhte Cashflow macht sowas schnell wett! Sich selbst große Wünsche zu erfüllen (aus eigenen Mitteln nicht auf Kredit, da sind wir uns einig) ist aus meiner Sicht ein fantastisches Erlebnis!

Eines muss auch mal klar gesagt werden, sehr sehr viele die ne "Protzkarre" fahren, können sich diese auch leisten und Protzen nicht sondern schaffen sich einfach eine Wohlfühlumgebung die für andere unerreichbar scheint. Dieses Klischee finde ich ehrlich gesagt bisschen dumm und es jeden Tag zu wiederholen macht es dann auch nicht wirklich schlauer.

 

 

 

Trading ist Handwerk, keine Wissenschaft - regel basierend und duplizierbarer Optionshandel.
Zitat von Rene am 30. Oktober 2019, 14:09 Uhr

Eines muss auch mal klar gesagt werden, sehr sehr viele die ne "Protzkarre" fahren, können sich diese auch leisten und Protzen nicht sondern schaffen sich einfach eine Wohlfühlumgebung die für andere unerreichbar scheint. Dieses Klischee finde ich ehrlich gesagt bisschen dumm und es jeden Tag zu wiederholen macht es dann auch nicht wirklich schlauer.

Wenn ich persönlich Protzautos für nicht glücklich machend halte, dann ist das meine Weltansicht. Die darf ich - und das ist Glück - in diesem Land haben und vertreten. Du darfst es anders sehen und es für Dein Lebensglück halten, ein Protzauto zu fahren.

Aber ich würde Dich bitten, das nicht als dumm abzuqualifizieren.

1) kenne ich sehr viele Leute die sich die protzautos eben nicht leisten können sondern ihr ganzes Geld rausblasen

2) kannte ich, als ich noch in Frankfurt lebte, viele Leute die sich ihre Aston Martins oder Ferraris locker leisten konnten. Glücklicher hat es sie nicht gemacht.

3) selbst wenn ich 100 Mrd hätte würde ich mir nicht so ein Ding kaufen. Da halte ich es mit warren buffett

Zitat von Rene am 30. Oktober 2019, 14:09 Uhr
Zitat von klausif am 22. Oktober 2019, 12:44 Uhr

Kennt ihr das auch, diesen Konflikt (bei euch sind es ja vielleicht andere Interessen)? Wie geht ihr damit um, wofür habt ihr euch entschieden?

Nur zu gut!

Ich habe mich aber entgegen der hier vorherrschenden Meinung, nicht auf die Ausgabenseite gestürzt und dort nach Einsparungen gesucht sondern genau die Gegenseite wurde zu meinem Fokus! Wenn ich etwas haben möchte, dann muss ich sehen wie ich mein Einkommen entsprechend hochschrauben kann! Ich denke nicht begrenzt sondern Grenzenlos, wahrscheinlich bleiben einige Wünsche unerfüllt keine Frage aber Träume zu haben und danach zu streben ist ein unendliches Freiheitsgefühl! Auf dem Weg zum nächsten Traum vergisst man ganz wie unwichtig es ist ob man gerade 10% / 20% oder 0% Sparquote hat, denn der erhöhte Cashflow macht sowas schnell wett! Sich selbst große Wünsche zu erfüllen (aus eigenen Mitteln nicht auf Kredit, da sind wir uns einig) ist aus meiner Sicht ein fantastisches Erlebnis!

Eines muss auch mal klar gesagt werden, sehr sehr viele die ne "Protzkarre" fahren, können sich diese auch leisten und Protzen nicht sondern schaffen sich einfach eine Wohlfühlumgebung die für andere unerreichbar scheint. Dieses Klischee finde ich ehrlich gesagt bisschen dumm und es jeden Tag zu wiederholen macht es dann auch nicht wirklich schlauer.

Nun, ich mache beides. Zwar leben wir nicht extrem frugal, aber haben einen leicht unterdurchschnittlichen Lebensstandardfuer hier. Das was uns wichtig ist wird sich auch gemacht bzw. gekauft. Aber immer preisbewusst. Reisen ja, aber Airbnb Zimmer, Bambushuette oder Zelt, keine Luxusresort. Immobilie ja, aber Reihenhaus, keine McMansion, Autos ja, aber Kostenoptimiert. Wir versuchen im Alltag minimalistisch zu sein und wenn dann hohe Qualitaet zu kaufen die lage haelt.
Letztlich leben wir so wie wir es immer getan haben, wie direkt nach der Ausbildung. Der Unterschied ist nur, dass ich jetzt 5x so viel verdiene und wir damit etwa ein Durchschnittsgehalt zum Leben verwenden und vier weitere sparen. Dafuer bezahle ich mit 30% Mehrarbeit und natuerlich mehr Verantwortung. Finde ich ok fuer ein paar Jahre. Ich habe mich bewusst dafuer entscheiden, schliesslich muss ich das nur 1/3 so lange machen wie einen normalen Job um das gleiche Ergebnis im Depot zu haben.

@christine wenn ich Dich persönlich angegriffen habe entschuldige ich mich hiermit ausdrücklich. Ich kenne Dich gar nicht und es liegt mir absolut fern Dich als Dumm zu bezeichnen. Was ich aber als Dumm bezeichne ist einen Menschen zu beurteilen oder noch schlimmer zu verurteilen, aufgrund seines Auto's! Wie zum Beispiel in Berlin bei einigen SUV Fahrern geschehen und dokumentiert! Leider gibt es einige Blogger die auf diese Masche sehr wohl reiten und den Protzkarrenfahrer = Finanzieller voll Proll hinstellen. Das ist mir persönlich zu einfach, falsch und damit auch dumm.

@privatier

zu 1. - keine Frage natürlich gibt es solche Typen, aber ist das wirklich die Regel von der Ausnahme?!?

zu2. - genau darum geht es ja, wenn ich mir das leisten kann, warum soll es mich dann Glücklicher machen? Es ist einfach normal und ein ruhiger ausgeglichener Charakter muss doch noch mit jeder Anschaffung auch Glück oder Scharm empfinden?!?

zu3. - sprechen wir vom gleichen Warren Buffet? Der der sich im privat Jet durch den USA fliegen lässt? Die Bude sogar gekauft hat um den reichen eine eigene Wohlfühl Oase zu schenken?!?! Nee ist klar, bin ich voll bei dir.

@tim  finde ich perfekt. Wenn ich Deine Zeile lese, habe ich das Gefühl du bist mit deinen Entscheidungen im Einklang und fokusierst Dich auf deine Ziele. Ich denke das ist doch das worauf es im Leben ankommt und eben nicht die Typen wie im Pkt1 vom Privatier beschrieben, irgendwelche unzufriedenen möchte gern Protzer/Weltverbesserer die mit sich selbst nicht klar kommen!

Trading ist Handwerk, keine Wissenschaft - regel basierend und duplizierbarer Optionshandel.
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