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Selbst ist die Frau ...

Zitat von NewEraSurf am 2. Juni 2020, 19:11 Uhr

Den Bausparer würde ich auf jeden Fall schlachten, und nicht weiter einzahlen. Solche Verträge finde ich generell schlecht, das Geld ist darin lebendig begraben und man spart nur dem Traum einer Immobilie hinterher. Für die Bank ist es ein Kettengeschäft: Hast du ein Giro, schwätzen sie dir einen Bausparer auf, wird der irgendwann reif, schenken sie dir ihr bestes Zahnpastalächeln, dass du den restlichen Kredit auch dort nimmst,  und immer so weiter... der Weg zur finanziellen Freiheit ist das gewiss nicht. Im Gegenteil, die Abhängigkeit wird immer größer. Um Sparkasse und VR würde ich einen besonders großen Bogen machen, andere sind nicht viel besser.

Es hängt davon ab, wie man es gestaltet. Bausparer hatte ich persönlich nie, meine Eltern haben auch was für mich abgeschlossen, allerdings hatte meine LG einen, der in den Hauskauf eingeflossen ist. Kredit wurde nicht abgerufen, hätte man anders beginnen (!) können, aber man kommt aus der Nummer eben schlecht raus. Also betreibt man dort Schadensbegrenzung.

Ansonsten nerve ich meinen Sparkassenbetreuer regelmäßig und drohe mit Rückzahlung/vorzeitiger Tilgung. Man kann also auch mit der Sparkasse wunderbar klarkommen. 😉

Außerdem solltest du aufhören, in deinem Kopf die Konten getrennt betrachten. Du hast einen hoch verzinsten Kredit laufen, und auf der anderen Seite Geld in nem Bausparer, das keine Realrendite erzielt und noch nicht mal liquide ist. Schlechte Konstellation.

Wie gesagt, Sie kann da nicht mehr raus. Ist afaik auch hier im Thread schon behandelt worden, hat daher wenig Sinn, das nochmal zu thematisieren. Viel wichtiger ist, dass Sie jetzt einen Plan hat und bis zur Schuldenfreiheit Febr. 2021 sind es noch knapp 9 Monate. Das ist doch super. Was sie dann mit ihrem Bausparer macht, ist vollkommen marginal, der läuft halt irgendwie mit und wird irgendwann ausgezahlt.

Würdest du 20k Bankschulden stehen lassen, wenn du 4k zu Hause in nem Tresor liegen hast? Bestimmt nicht.

Hmm ... ich habe aktuell so ca. 20T€ cash, rund 240T€ Schulden (pöhse pöhse!) und locker 100T€ Kapital in beweglichen Gütern. Was mache ich Deiner Meinung nach falsch? Aktuell ist mein Plan, mindestens 50T€ Cash aufzubauen - erst darüber werde ich privat Sondertilgungen machen, die Betriebsschulden werden nur zurückgezahlt, wenn mir gar nichts anderes mehr einfällt.

Indefinitpronomen tut übrigens das Gleiche, Sie zieht aus Ihrer Ausbildung, Ihrem Invest eine Frucht, nämlich die 150€ Zusatzverdienst. Das ist ein bescheidenes Niveau, aber sie hat ja auch deutlich weniger Kredite als ich und wenn es ihr obendrein noch Spaß macht, wo ist das Problem? Durch das Wohnen bei den Eltern und Ausgabenverzicht hat Sie eh schon eine abnorme Rückzahlungsrate und damit schon eine komplette Kehrtwende in Bezug auf ihren vorigen Konsum hinter sich.

Ich finde ihren Weg bis hierhin und in der kurzen Zeit absolut beachtlich.

Du würdest doch auf 16k reduzieren wollen. Aber genau so ist deine Lage, bloß mit etwas anderen Parametern.

Genauso, einen Notgroschen anzulegen, solange der Kredit noch läuft, ist ebenfalls Quatsch. Du hast ja doch durch das Zurücklegen nicht mehr Geld zur Verfügung, als wenn du tilgst. Du hast mehr Cash, aber auch mehr Schulden. Nullsummenspiel. Hol dir lieber einen vernünftigen Dispo. Es gibt bereits Dispos, die sind günstiger, als das, was du für deinen Altkredit zahlst...

Aua. Sie hat sich ja nunmal für eine Umschuldung X entschieden, läuft bis Febr. 2021. Eine weitere Umschuldung ist mit weiterem Aufwand und mit weiteren Kosten verbunden, um das wieder rauszuholen, ist der Zeitraum zu kurz. Das ist ineffektiv. Wenn sie den gleichen Zeitaufwand für ihre Shoppingtouren zusätzlich verwendet, kommt vermutlich mehr dabei heraus.

Wenn man einen Kredit mit flexibler Tilgung hat, gibt es 2 Möglichkeiten:

a) Man kann den Zins mit Rendite (deutlich) schlagen. Dann sehe ich keinen Grund, überhaupt zu tilgen.

b) Der Zins ist so hoch, dass man mit gängigen Investments diesen nicht schlagen kann. Dann sollte man zusehen, dass man es getilgt oder umgeschuldet bekommt.

Bei dir ist eher b) der Fall.

Genau. Und deswegen hat es auch keinen Sinn, an ihrem aktuellen Plan herumzukritteln. Sie ist in 9 Monaten schuldenfrei und hat einen schlecht laufenden Bausparer - das ist nicht optimal, aber hätte schlimmer kommen können.

Es gibt übrigens auch noch Wertpapierkredite, z.B. bei Smartbroker mit 2,25%... das kann man definitiv langfristig schlagen, und tilgen wie man lustig ist. Vorausgesetzt, dass man Wertpapiere hat.

Manchmal frage ich mich wirklich, was in diesem Forum los ist. Sie hat 'ne kostenpflichtige Ausbildung absolviert und wohnt aktuell wieder zuhause bei ihren Eltern, damit sie die Kosten dafür überhaupt tilgen kann. Und dann soll sie was tun? Sich Geld für Wertpapiergeschäfte leihen? Obwohl Du wenige Zeilen weiter oben exakt von solchen Zins-Swaps abgeraten hast, ich zitiere:

"Außerdem solltest du aufhören, in deinem Kopf die Konten getrennt betrachten."

Das kannst Du ja mal mir vorschlagen. Das würde so halbwegs Sinn ergeben, weil ich die nötigen Rücklagen und das Risikokapital dafür habe, so einen Unfug anzufangen. Ich bin aber finanziell ganz leicht besser aufgestellt als die TE - und wenn Du mir mit möglichen 6% (Aktienkurs 8% abzgl. 2,25% für Smartbroker) Bruttogewinn vor Steuern den Mund wässrig machen willst, dann wäre meine Frage nur ... wo denn die restlichen außerst defensiv angesetzten 24% herkommen sollen, die mich dazu bewegen würden, mein Kapital durch Smartbroker zu hebeln?

Dünnes Eis.

Zitat von Indefinitpronomen am 2. Juni 2020, 13:28 Uhr

Nur, dass ich die Sachen jetzt nichtmehr für mich selbst kaufe. So habe ich in den letzten beiden Monaten jeweils 150€ zusätzlich eingenommen. Wenn ich diesen Umsatz aufrecht erhalten kann, fällt innerhalb eines Jahres dadurch zumindest eine Rate an die Bank weg, die ich dadurch begleichen kann.

Den Restplan finde ich sehr gut, Febr. 2021 ist ein überschaubares Ziel, dann bist Du schuldenfrei und hast 'n doofen Bausparer - damit liegst Du absolut im Mittelfeld. 😉

Für die 150€ zusätzlichen Gewinn nach Umsatz (Begriffe unterscheiden!) hätte ich einen Vorschlag. Nimm' doch nur mal diese 300€ und geh damit Shoppen, aber unter dem Gesichtspunkt, dass das Dein Firmenkapital ist und Rendite abwerfen muss.

Nehmen wir dann an, dass Du folgende Renditen erwirtschaften kannst, basierend auf Deinem 15€-Gewinn bei dem 3€-Kleid, was einer Rendite von 500% entspricht.

Gesamt 300€ verzinsen sich wie folgt:

5% = 15€ mit 500% => Reingewinn 75€

10% = 30€ mit 200% => Reingewinn 60€

35% = 105 mit 80% => Reingewinn 84€

30% = 90€ mit 25% => Reingewinn 22,5€

20% = 60 € mit 0% => Reingewinn -60€ (also Verlust)

Gesamtgewinn wäre damit ~180€ entspr. ~60% im Durchschnitt (vor Steuern/Aufwand; von den prozentualen Zahlen nicht blenden lassen, wenn Du deinen Zeitaufwand nur mit 10€/h ansetzt, ist die Gesamtrendite in Nullkommanull negativ.).

Also nur mal so aus Interesse ... wenn Du jetzt mit den 300€ unter den gegeben Umständen einkaufen würdest, würdest Du es schaffen, damit in spätestens 3 Monaten und vertretbarem Aufwand 500€ Umsatz zu erwirtschaften? Ich würde das an Deiner Stelle mal riskieren, kannst ja auch einfach nur 100€ reinvestieren und dann mal real nachhalten, wie hoch die Einnahme letztlich war, wie hoch der Zeitaufwand und wie lange es insgesamt gedauert hat, die Ware weiter zu veräußern. Wenn das für Dich funktioniert und Dir Spaß macht, ist dann die Frage, ob man das skalieren kann, um die tatsächlichen Kosten zu decken ...

Dann darf man auch zur überstanden Probezeit gratulieren? Oder ist es so lala bis eben das Ziel Frei von Schulden erreicht ist?

 

Der Nebenverdienst klingt nach einer Win-Win-Win Situation:

-Spaß am Einkaufen

-Nebeneinkunft

-Tatsächlich nachhaltige Mode

 

Ich hoffe einfach mal auf weitere, positive Nachrichten. Spätestens 2021.

 

 

 

hört sich doch gut an. Das mit Nebenverdienst würde ich nur machen, wenn es wirklich auch Spaß macht, und nicht zu viel Streß ist. Irgendwann ist man ja kein privater ebay-Verkäufer mehr, der Privatverkäufe tätigt, sondern gewerblicher Händler, dann muss wohl auch  so Sachen machen, wie Widerrufsbelehrungen rausschicken und Steuererklärung mit Anlage EÜR... (keine Ahnung, wie da die Grenzen genau gezogen werden).

Spaßkasse und VR-Bank - ich sage mal: Gewisse kritische Grundhaltung ist durchaus angebracht - aber es kann schon Vorteile haben, wenn eine Bank vor Ort ist. Wir haben vor zehn Jahren bei einigen Banken wegen der Finanzierung unserer kleinen Wohnung bei einigen Instituten angefragt (bzw. anfragen lassen) - alle haben abgesagt, nur die örtliche Sparkasse hat mitgemacht (Volksbanken usw. haben wir nicht angefragt). Woran das lag - weiß ich nicht genau: Die Investition als solche war eigentlich ein Selbstläufer, wir haben auch signifikant Eigenkapital eingebracht - das sagten uns auch die Berater der Sparkassen - die wissen auch, zu welchen Kursen Immobilien in welcher Lage gehandelt werden. Unsere Einkommenssituation (befristete Verträge usw.) war nicht so prickelnd, das sagte uns die ein oder andere Bank, die ablehnte (auch, wenn wir da schon länger ein Konto hatten).

Zitat von n am 2. Juni 2020, 23:38 Uhr

Wir haben vor zehn Jahren bei einigen Banken wegen der Finanzierung unserer kleinen Wohnung bei einigen Instituten angefragt (bzw. anfragen lassen) - alle haben abgesagt, nur die örtliche Sparkasse hat mitgemacht (Volksbanken usw. haben wir nicht angefragt). Woran das lag - weiß ich nicht genau:

Das liegt am internen Berechnungs- und Beurteilungsmodell der jeweiligen Bank. Die Banken lehnen - wie Versicherungen - manche Risiken schlicht ab und das entscheiden eben nicht die Sachbearbeiter vor Ort.

 

@indefinitpronomen Schön zu hören, dass du konsequent dabei bist und deine Ziele aus Januar ("bis zu 1.500€ sparen, schuldenfrei in 2 Jahren") sogar noch steigern konntest.

Ich würde dir anders als @newerasurf trotz Schulden zu einer gewissen Cashreserve ("Notgroschen") raten. Da du keine Miete zahlst und kein beruflich benötigtes Auto hast, kann das auch erstmal weniger als die oft zitierten 3-6 Monatsgehälter sein.

Es geht dabei nicht um maximale Rendite sondern Liquidität, mehr Unabhängigkeit und weniger Geldsorgen bei wegbrechdem Einkommen oder ungeplanten Ausgaben, die man mit leicht schlechterer Rendite bezahlt. Auch wenn du dich mit deinen Eltern gut verstehst, fühlt es sich vielleicht besser an, wenn du das Geld für die eigene Wohnung (Kaution + 1. Miete) hast. Nur als Beispiel. Auch musst du dir dann keine Sorgen um die Kreditraten machen, wenn du sie noch eine Weile aus dem Polster zahlen könntest.

Zum Thema eigene Wohnung oder nicht: Könntest du dir auch eine WG vorstelln? Habe Jahre als Berufstätiger in einer WG mit anderen Berufstätigen gewohnt und fand das ne super Sache. Funktioniert entspannter, als wenn man sich mit klammen Ersties ums Klopapierbudget kloppen muss. :mrgreen:

Zitat von MFZ73 am 2. Juni 2020, 22:02 Uhr

Außerdem solltest du aufhören, in deinem Kopf die Konten getrennt betrachten. Du hast einen hoch verzinsten Kredit laufen, und auf der anderen Seite Geld in nem Bausparer, das keine Realrendite erzielt und noch nicht mal liquide ist. Schlechte Konstellation.

Wie gesagt, Sie kann da nicht mehr raus. Ist afaik auch hier im Thread schon behandelt worden, hat daher wenig Sinn, das nochmal zu thematisieren. Viel wichtiger ist, dass Sie jetzt einen Plan hat und bis zur Schuldenfreiheit Febr. 2021 sind es noch knapp 9 Monate. Das ist doch super. Was sie dann mit ihrem Bausparer macht, ist vollkommen marginal, der läuft halt irgendwie mit und wird irgendwann ausgezahlt.

Würdest du 20k Bankschulden stehen lassen, wenn du 4k zu Hause in nem Tresor liegen hast? Bestimmt nicht.

Hmm ... ich habe aktuell so ca. 20T€ cash, rund 240T€ Schulden (pöhse pöhse!) und locker 100T€ Kapital in beweglichen Gütern. Was mache ich Deiner Meinung nach falsch? Aktuell ist mein Plan, mindestens 50T€ Cash aufzubauen - erst darüber werde ich privat Sondertilgungen machen, die Betriebsschulden werden nur zurückgezahlt, wenn mir gar nichts anderes mehr einfällt.

Es gibt übrigens auch noch Wertpapierkredite, z.B. bei Smartbroker mit 2,25%... das kann man definitiv langfristig schlagen, und tilgen wie man lustig ist. Vorausgesetzt, dass man Wertpapiere hat.

Manchmal frage ich mich wirklich, was in diesem Forum los ist. Sie hat 'ne kostenpflichtige Ausbildung absolviert und wohnt aktuell wieder zuhause bei ihren Eltern, damit sie die Kosten dafür überhaupt tilgen kann. Und dann soll sie was tun? Sich Geld für Wertpapiergeschäfte leihen? Obwohl Du wenige Zeilen weiter oben exakt von solchen Zins-Swaps abgeraten hast, ich zitiere:

"Außerdem solltest du aufhören, in deinem Kopf die Konten getrennt betrachten."

Das kannst Du ja mal mir vorschlagen. Das würde so halbwegs Sinn ergeben, weil ich die nötigen Rücklagen und das Risikokapital dafür habe, so einen Unfug anzufangen. Ich bin aber finanziell ganz leicht besser aufgestellt als die TE - und wenn Du mir mit möglichen 6% (Aktienkurs 8% abzgl. 2,25% für Smartbroker) Bruttogewinn vor Steuern den Mund wässrig machen willst, dann wäre meine Frage nur ... wo denn die restlichen außerst defensiv angesetzten 24% herkommen sollen, die mich dazu bewegen würden, mein Kapital durch Smartbroker zu hebeln?

Dünnes Eis.

Der Bausparer läuft "halt irgendwie" mit und zahlt sich "irgendwann" aus.  Aha. Ja, klingt wirklich nach nem sehr durchdachten Plan :mrgreen: 🙄  Junge, in dem Bausparer steckt mehr Geld als, sie Netto überhaupt besitzt. Wenn man böswillig wollte, könnte man es sogar so auslegen, dass der Bausparer durch das geliehene Geld gehebelt ist. Rechnerisch läuft es darauf hinaus.

Nein, warum man Cash bunkert und gleichzeitig Schulden macht, erschließt sich mir im privaten Bereich nicht. Das ergibt überhaupt keinen Sinn, da man Zinsen für die Schulden bezahlt, und gleichzeitig Opportunitätskosten für den Cash hat, der nicht investiert ist.

Bei Betriebsvermögen, die (nicht nur gedanklich, sondern auch rechtlich) getrennt zu betrachten sind, mag das anders sein. Auf dem Gebiet kenne ich mich nicht aus.

Was den Wertpapierkredit angeht, so verstehst du diesen Begriff völlig miss: Ein Wertpapierkredit ist ein Kredit, der mit Wertpapieren besichert ist, aber keineswegs ausschließlich zum Kauf von Wertpapieren verwendet werden kann.

Wer so einen Kredit und ein üppiges Depot hat, braucht übrigens auch keinen "Notgroschen". Man ist immer liquide. Die Opportunitätskosten des rumliegenden, inflationsausgesetzten Cash sind höher als der Zins. Von daher ist die Sache mathematisch völlig eindeutig. Außerhalb von mathematischen Gesichtspunkten kann natürlich jeder glauben oder empfinden was er will, das ist jedoch rein subjektive Psychologie. Wenn jemand mit 100k Schulden und 50k unterm Kopfkissen besser schläft, als mit 50k Schulden und ohne Barschaft, gönne ich ihm seinen guten Schlaf, aber rational ist das eben nicht.

Dieser ganze Notgroschengedanke ist auch was typisch deutsches... was erstaunlich ist, denn hier gibt es einen Blumenstrauß an Sozialleistungen, in jeder Lebenslage. Geld nutzlos rumliegen zu haben ist einfach ein Bremsklotz auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit. Und zwar über die Jahre ein ganz gewaltiger, rechne dir das mit Zinseszins ruhig mal aus... Die Bank freut sich, dass sie mit dem Geld arbeiten kann, und setzt der Bevölkerung entsprechende Flöhe ins Ohr ("Weltspartag" usw., lächerlich). Der Sparer ist nicht der clevere, sondern am Ende immer der bauernschlaue Loser. Das hat die Geschichte oft genug gezeigt. Ich lebe, was ich sage: auf meinem Giro wirst du unter normalen Umständen nicht mehr als 100€ antreffen. Geld, dass ich in die Finger bekomme, investiere ich immer sofort. Hat noch nen Vorteil: ich muss mir auch über Timing keine Gedanken machen 😉

Zitat von NewEraSurf am 3. Juni 2020, 16:32 Uhr

Nein, warum man Cash bunkert und gleichzeitig Schulden macht, erschließt sich mir im privaten Bereich nicht. Das ergibt überhaupt keinen Sinn, da man Zinsen für die Schulden bezahlt, und gleichzeitig Opportunitätskosten für den Cash hat, der nicht investiert ist.

Ich habe genug Gründe genannt. Rendite war keiner davon, also warum wiederholst du das hier nochmal?

Was den Wertpapierkredit angeht, so verstehst du diesen Begriff völlig miss: Ein Wertpapierkredit ist ein Kredit, der mit Wertpapieren besichert ist, aber keineswegs ausschließlich zum Kauf von Wertpapieren verwendet werden kann.

Wer so einen Kredit und ein üppiges Depot hat, braucht übrigens auch keinen "Notgroschen". Man ist immer liquide.

Sie hat keinen Wertpapierkredit. Aber wieso hängt die Notwendigkeit eines "Notgroschen" jetzt auf einmal von so einem Kredit ab, eben war er noch im privaten Bereich pauschal unnötig?

Die Opportunitätskosten des rumliegenden, inflationsausgesetzten Cash sind höher als der Zins. Von daher ist die Sache mathematisch völlig eindeutig.

Du hast es nicht verstanden. Es gibt Leute, die brauchen sowas nicht. Du gehörst nicht zu ihnen.

Dieser ganze Notgroschengedanke ist auch was typisch deutsches... was erstaunlich ist, denn hier gibt es einen Blumenstrauß an Sozialleistungen, in jeder Lebenslage. Geld nutzlos rumliegen zu haben ist einfach ein Bremsklotz auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit. Und zwar über die Jahre ein ganz gewaltiger, rechne dir das mit Zinseszins ruhig mal aus... Die Bank freut sich, dass sie mit dem Geld arbeiten kann, und setzt der Bevölkerung entsprechende Flöhe ins Ohr ("Weltspartag" usw., lächerlich). Der Sparer ist nicht der clevere, sondern am Ende immer der bauernschlaue Loser. Das hat die Geschichte oft genug gezeigt. Ich lebe, was ich sage: auf meinem Giro wirst du unter normalen Umständen nicht mehr als 100€ antreffen. Geld, dass ich in die Finger bekomme, investiere ich immer sofort. Hat noch nen Vorteil: ich muss mir auch über Timing keine Gedanken machen 😉

Ah und ich hab mich gefragt, was da für Los Leute in den USA nach einer Woche ohne Arbeit mit ihrem SUV bei der Lebensmittelausgabe vorfahren. Ich beginne zu verstehen.

Hallo,

 

ich fande das Buch investiern statt sparen von Otte sehr interessant.

Wenn Du das Buch gelesen hast würdest Du zu dem von anderen bereits geschrieben Grundsatz kommen erst einmal Kredit abzahlen

Sicherheitspolster aufs Konto legen und dann investieren

 

Lg Casefabre

Lasst den NewEraSurf doch seine Erfahrungen machen, in 10 Jahren redet er auch anders. Ich halte @indefinitpronomen für souverän genug, sich die Ratschläge rauszusuchen, die zu ihr passen und ihren eigenen Weg zur Schuldenfreiheit und anschließend zum Vermögensaufbau zu gehen.

Zitat von Christine am 3. Juni 2020, 20:21 Uhr

Lasst den NewEraSurf doch seine Erfahrungen machen, in 10 Jahren redet er auch anders. Ich halte @indefinitpronomen für souverän genug, sich die Ratschläge rauszusuchen, die zu ihr passen und ihren eigenen Weg zur Schuldenfreiheit und anschließend zum Vermögensaufbau zu gehen.

Wie bitte? Was sollte in 10 Jahren denn anders sein? Da habe ich noch viel mehr Kapital, und bin auf eine Reserve noch viel weniger angewiesen als jetzt 😆

Finanzielle Unabhängigkeit anzustreben (deswegen sind wir doch hier?!) heißt, gegen den Strom zu schwimmen. Das erreicht man nicht mit Mainstream-Ansichten und -Handlungen. Ich habe euch fundiert dargelegt, dass eine Cashreserve, Notgr... wie auch immer man es nennt, mathematisch/wirtschaftlich keinen Sinn macht. In keiner mir vorstellbaren Situation. In Kombination mit Schulden dreimal nicht.

Auf einer anderen Ebene KANN es bestimmt Sinn machen. Jemand, der nachts im kalten Schweiß und Alpträumen erwacht, wenn er keine Reserve hat, sollte wohl besser eine haben.

Die Reserve ist letztlich eine Versicherung, bloß mit sich selbst, anstatt einer Gesellschaft, abgeschlossen und ohne Vertrag... und Versicherungen lohnen sich nunmal nicht, daher hat man nur die nötigsten (Haftpflicht).

Jeder Mensch sollte seine Prinzipien haben, das respektiere ich. Aber man sollte eben gängige Finanz-Dogmen zumindest mal in Frage stellen - die sind nämlich einer der Hauptgründe, warum die meisten Menschen nie reich werden. Gerade weil dieses Thema vom Notgroschen von jedem wiedergekäut und auch von den Banken gerne angeführt wird, sehe ich es sehr kritisch. Wenn man das dann mal auseinandernimmt, bläst einem gleich der Wind ins Gesicht. Daran bin ich schon gewöhnt, aber hier hätte ich das in dieser Form nicht unbedingt erwartet.

Also lasst mir hier bitte auch meine Meinung... die Threaderstellerin braucht nicht den 37sten Post, der ihr eine Cashreserve vorbetet. Man sollte froh sein, wenn man auch Alternativen aufgezeigt bekommt. Dann, und in dem Punkt gebe ich dir Recht, kann sie ja immer noch selbst entscheiden.

 

Zitat von Casefabre50 am 3. Juni 2020, 18:45 Uhr

Hallo,

 

ich fande das Buch investiern statt sparen von Otte sehr interessant.

Wenn Du das Buch gelesen hast würdest Du zu dem von anderen bereits geschrieben Grundsatz kommen erst einmal Kredit abzahlen

Sicherheitspolster aufs Konto legen und dann investieren

 

Lg Casefabre

Das Buch kenne ich nicht, aber ich habe Prof. Otte schon in diversen Talk-Formaten gesehen. Dabei hatte er teilweise ganz gute Gedanken, wenn er nicht gerade dabei war seinen Fonds zu promoten. Vielleicht sehe ichs mir mal an. Auf jeden Fall: WENN man ein Polster wünscht, halte ich das auch für die richtige Reihenfolge.

@newerasurf

Auch von mir der Hinweis, das cash-Reserven nicht zu unterschätzen sind, gleichzeitg aber auch deutliche UNterstützung für Ihren Punkt: Kein Stress mehr mit Invest-Zeitpunkten und Überlegungen wann wie was. Ganz klar bei Ihnen: Alles was übrig ist sofort angelegt wird. Das wird langfristig erfolgreich sein vor dem Hintergrund Rendite, ich will Ihnen aber dennoch auch sage: Egal ob bei Bankverhandlungen, ggf. Steuernachzahlung, Börsencrash, Wirtschaftskrise und rasche Umschichtung erforderlich, Zwischenfinanzierung und ganz wichtig: Unabhängigkeit von allen nur denkbaren persönlichen, gesundheitlichen, familiären...Havarien. Und auch für Klein-Investoren gilt der uralt-Investoren-Spruch: Cash ist wie Testosteron...wenn eine Chance kommt, dann musst du können, immer!

@newerasurf

Dein Ansinnen kann ich nachvollziehen. Jedoch ist es psychologisch für viele sehr vorteilhaft, eine Reserve zu haben. Es beruhigt, im Falle des Falle auf etwas zurückgreifen können. Das Gehirn funktioniert so, dass es das wachsende Guthaben positiver registriert, als die schrumpfenden Schulden. Es ist ein Erfolgsgefühl, welches beim Durchhalten wichtig ist. Dabei darf natürlich das zurückzahlen der Schulden nicht vernachlässigt werden.

Zitat von Absprung_2020 am 4. Juni 2020, 12:02 Uhr

@newerasurf

Auch von mir der Hinweis, das cash-Reserven nicht zu unterschätzen sind, gleichzeitg aber auch deutliche UNterstützung für Ihren Punkt: Kein Stress mehr mit Invest-Zeitpunkten und Überlegungen wann wie was. Ganz klar bei Ihnen: Alles was übrig ist sofort angelegt wird. Das wird langfristig erfolgreich sein vor dem Hintergrund Rendite, ich will Ihnen aber dennoch auch sage: Egal ob bei Bankverhandlungen, ggf. Steuernachzahlung, Börsencrash, Wirtschaftskrise und rasche Umschichtung erforderlich, Zwischenfinanzierung und ganz wichtig: Unabhängigkeit von allen nur denkbaren persönlichen, gesundheitlichen, familiären...Havarien. Und auch für Klein-Investoren gilt der uralt-Investoren-Spruch: Cash ist wie Testosteron...wenn eine Chance kommt, dann musst du können, immer!

Ja, hast in fast allen Punkten Recht. Bloß: können ist eine Frage von Liquidität, und die muss nicht von Cash kommen!

Und natürlich hätte ich mir im März auch Cash gewünscht, wer nicht. Trotzdem stehe ich zu meiner Strategie, keinen zu halten. Die Hälfte des Lebens wartet der Soldat vergebens... entgangene Rendite wiegt langfristig schwerer. Auch alles berechenbar.

 

Zitat von wkrein am 4. Juni 2020, 12:31 Uhr

@newerasurf

Dein Ansinnen kann ich nachvollziehen. Jedoch ist es psychologisch für viele sehr vorteilhaft, eine Reserve zu haben. Es beruhigt, im Falle des Falle auf etwas zurückgreifen können. Das Gehirn funktioniert so, dass es das wachsende Guthaben positiver registriert, als die schrumpfenden Schulden. Es ist ein Erfolgsgefühl, welches beim Durchhalten wichtig ist. Dabei darf natürlich das zurückzahlen der Schulden nicht vernachlässigt werden.

Beim Vermögensaufbau geht es, wie bei allen Dingen, die Disziplin erfordern, eben auch darum, dass eigene Hirn zu überlisten. Der Geist will immer schnelle, sichtbare Belohnungen. Keine Entbehrungen, Überwindungen und Ungewissheiten.

So will man auch am liebsten alles hinwerfen, wenn es Minus 30% auf die Kurse hagelt, und am liebsten noch mehr kaufen, wenn das Allzeithoch verdoppelt wurde. Tilgen will man am liebsten gar nicht, Kredit aufnehmen hingegen geht einem leicht von der Hand. Der Mensch ist und bleibt Jäger und Sammler.

Man muss sich selbst neu programmieren, DAS ist der Weg zum Erfolg. Also ja, du hast natürlich Recht, diese Faktoren sind real, und man kann keinen 100% von freisprechen, aber man muss eben stärker sein!

Zitat von NewEraSurf am 4. Juni 2020, 11:04 Uhr

Wie bitte? Was sollte in 10 Jahren denn anders sein? Da habe ich noch viel mehr Kapital, und bin auf eine Reserve noch viel weniger angewiesen als jetzt 😆

Finanzielle Unabhängigkeit anzustreben (deswegen sind wir doch hier?!) heißt, gegen den Strom zu schwimmen. Das erreicht man nicht mit Mainstream-Ansichten und -Handlungen. Ich habe euch fundiert dargelegt, dass eine Cashreserve, Notgr... wie auch immer man es nennt, mathematisch/wirtschaftlich keinen Sinn macht. In keiner mir vorstellbaren Situation. In Kombination mit Schulden dreimal nicht.

In 10 Jahren hast Du etwas mehr Lebenserfahrung, was zum einen Ratschläge an andere angeht (ich hab im Jahr 2000 auch Leute auf Aktienfonds beraten und war davon überzeugt, die Kunden könnten damit umgehen), als auch, was im Leben so alles passieren kann, was dann eben doch eine Cashreserve erfordert. Viele, die 2000 Aktienfonds gekauft haben, bekamen halt spätestens beim zweiten Crash 2008 kalte Füße, da war von 10 Jahren Mindestanlagedauer nicht mehr die Rede.

Ich habe vor 20 Jahren auch noch anders beraten. Aber nicht jeder hat Dein Sicherheitsbedürfnis. Nicht jeder hat einen Anlagehorizont, der durch nichts im Leben je erschüttert werden kann. Ich mache ein wahres Beispiel: Ich sprach mit Kunden über Anlagebedarf und es gab einen Betrag, der auf jeden Fall mindestens 10 Jahre lang liegen konnte. Kinder seien auch erst in frühestens 5 Jahren geplant. Tja, keine 2 Wochen nach dem Aktienfonds-Investment kam halt die Nachricht "wir sind schwanger". Also - nicht jeder tickt so wie Du (oder ich damals).

Wir haben versucht, die Situation der Threaderstellering herauszuarbeiten und auch ihr Sicherheitsbedürfnis. Und sie hatte sich entschieden, den Bausparvertrag zu behalten (vielleicht, weil die unproportionale Teilung bei ihrer Bausparkasse nicht möglich war, wir wissen es nicht).

Jetzt anzukommen und ihr zu sagen, ihre aufgeklärte Entscheidung sei doch unvernünftig, finde ich halt nicht so glücklich.

Zitat von Christine am 4. Juni 2020, 18:02 Uhr
Zitat von NewEraSurf am 4. Juni 2020, 11:04 Uhr

Wie bitte? Was sollte in 10 Jahren denn anders sein? Da habe ich noch viel mehr Kapital, und bin auf eine Reserve noch viel weniger angewiesen als jetzt 😆

Finanzielle Unabhängigkeit anzustreben (deswegen sind wir doch hier?!) heißt, gegen den Strom zu schwimmen. Das erreicht man nicht mit Mainstream-Ansichten und -Handlungen. Ich habe euch fundiert dargelegt, dass eine Cashreserve, Notgr... wie auch immer man es nennt, mathematisch/wirtschaftlich keinen Sinn macht. In keiner mir vorstellbaren Situation. In Kombination mit Schulden dreimal nicht.

In 10 Jahren hast Du etwas mehr Lebenserfahrung, was zum einen Ratschläge an andere angeht (ich hab im Jahr 2000 auch Leute auf Aktienfonds beraten und war davon überzeugt, die Kunden könnten damit umgehen), als auch, was im Leben so alles passieren kann, was dann eben doch eine Cashreserve erfordert. Viele, die 2000 Aktienfonds gekauft haben, bekamen halt spätestens beim zweiten Crash 2008 kalte Füße, da war von 10 Jahren Mindestanlagedauer nicht mehr die Rede.

Ich habe vor 20 Jahren auch noch anders beraten. Aber nicht jeder hat Dein Sicherheitsbedürfnis. Nicht jeder hat einen Anlagehorizont, der durch nichts im Leben je erschüttert werden kann. Ich mache ein wahres Beispiel: Ich sprach mit Kunden über Anlagebedarf und es gab einen Betrag, der auf jeden Fall mindestens 10 Jahre lang liegen konnte. Kinder seien auch erst in frühestens 5 Jahren geplant. Tja, keine 2 Wochen nach dem Aktienfonds-Investment kam halt die Nachricht "wir sind schwanger". Also - nicht jeder tickt so wie Du (oder ich damals).

Wir haben versucht, die Situation der Threaderstellering herauszuarbeiten und auch ihr Sicherheitsbedürfnis. Und sie hatte sich entschieden, den Bausparvertrag zu behalten (vielleicht, weil die unproportionale Teilung bei ihrer Bausparkasse nicht möglich war, wir wissen es nicht).

Jetzt anzukommen und ihr zu sagen, ihre aufgeklärte Entscheidung sei doch unvernünftig, finde ich halt nicht so glücklich.

Berater, so so. Deine Zunft sehe ich äußerst kritisch. "Berater" (=Verkäufer von Finanzprodukten, und das hat auch gewiss nichts mit "Ratschlägen zu tun") tragen in den meisten Fällen auch dazu bei, dass jemand überhaupt erst mal in so einer Situation landet wie die Erstellerin.

Deine Kunden waren einfach zu schwach, das ist meine Einschätzung. Ich hab selbst 2 mal 70% meines gesamten Vermögens verloren. Einmal schaute ich auf meine Verluste und musste mich beinahe übergeben (das meine ich wörtlich). Und dann? Bin ich aufgestanden und weitermarschiert. Und mein Vermögen mit mir. Wer schwach ist, rennt davon und kommt nicht wieder, und erzählt fortan allen, dass Aktien ja Teufelszeug sind und der Kleinanleger am Ende immer über den Tisch gezogen wird. Ich kenne diesen Typ Mensch. Sich sein eigenes Versagen noch schönzureden, ist Schwäche in Vollendung. Schwäche ist der größte Feind auf dem Weg zum Reichtum. Nicht Börsencrashs.

Wobei ich da dazu sagen muss: da kannst du natürlich nichts dazu, wenn der Kunde sich später umentscheidet. Fonds sind ja zum Glück noch relativ flexibel. Vermutlich waren die werdenden Eltern "nur" um den Ausgabeaufschlag und eine saftige Gebühr beim Verkauf erleichtert... trifft das zu?

Zitat von NewEraSurf am 5. Juni 2020, 18:10 Uhr

Berater, so so. Deine Zunft sehe ich äußerst kritisch. "Berater" (=Verkäufer von Finanzprodukten, und das hat auch gewiss nichts mit "Ratschlägen zu tun") tragen in den meisten Fällen auch dazu bei, dass jemand überhaupt erst mal in so einer Situation landet wie die Erstellerin.

Du weißt nicht mal, was für einer "Zunft" ich angehörte. Und nichts von Deinen Vermutungen trifft zu.

Ich diskutiere hier auch nicht weiter, wollte eigentlich nur erläutern, weshalb ich denke, dass Du im Laufe der Jahre Erfahrung über das Leben sammeln und dann vermutlich mehr auf die Situation Deines Gegenübers eingehen wirst, dem Du Ratschläge erteilst.

Ich überlasse diesen Thread wieder Indefinitpronomen und ihrem Vorankommen!

 

Zitat von Christine am 5. Juni 2020, 18:34 Uhr

Ich überlasse diesen Thread wieder Indefinitpronomen und ihrem Vorankommen!

👍

Zitat von Christine am 5. Juni 2020, 18:34 Uhr
Zitat von NewEraSurf am 5. Juni 2020, 18:10 Uhr

Berater, so so. Deine Zunft sehe ich äußerst kritisch. "Berater" (=Verkäufer von Finanzprodukten, und das hat auch gewiss nichts mit "Ratschlägen zu tun") tragen in den meisten Fällen auch dazu bei, dass jemand überhaupt erst mal in so einer Situation landet wie die Erstellerin.

Du weißt nicht mal, was für einer "Zunft" ich angehörte. Und nichts von Deinen Vermutungen trifft zu.

Ich diskutiere hier auch nicht weiter, wollte eigentlich nur erläutern, weshalb ich denke, dass Du im Laufe der Jahre Erfahrung über das Leben sammeln und dann vermutlich mehr auf die Situation Deines Gegenübers eingehen wirst, dem Du Ratschläge erteilst.

Ich überlasse diesen Thread wieder Indefinitpronomen und ihrem Vorankommen!

 

Dann klär mich bitte auf, Christine! Ich weiß gerne, mit wem ich es zu tun habe. Einen Vorstellungsthread von dir konnte ich nicht finden.

Erfahrung sammelt man wohl, ob man will oder nicht. Das hat mich am Leben immer am meisten fasziniert: was man alles lernen kann.

Ja, ich wünsche dem Pronomen auch das beste und dass sie bald mit Aktiengeschäften einsteigen kann, dass der Vermögensaufbau richtig los geht!

Zitat von NewEraSurf am 3. Juni 2020, 16:32 Uhr

Der Bausparer läuft "halt irgendwie" mit und zahlt sich "irgendwann" aus.  Aha. Ja, klingt wirklich nach nem sehr durchdachten Plan :mrgreen: 🙄

Der zahlt sich nicht aus im Sinne einer profitablen Rendite, sondern er wird irgendwann ausgezahlt - weil vollständig angezahlt. Das ist ein himmelweiter Unterschied in der Aussage. Dass ein Bausparer nicht die cleverste aller Optionen ist, ist ein Allgemeinplatz, aber es nützt nichts, wenn das Ding halt abgeschlossen ist - man kommt ohne Kosten nicht aus dem Vertrag. Darum geht's.

 

Junge, in dem Bausparer steckt mehr Geld als, sie Netto überhaupt besitzt.

Das ist egal. Sie kommt an das eingezahlte Geld nicht kostenfrei dran. Außer Sie zahlt weiter ein, bis die Auszahlungsreife erlangt wird.

Wenn man böswillig wollte, könnte man es sogar so auslegen, dass der Bausparer durch das geliehene Geld gehebelt ist. Rechnerisch läuft es darauf hinaus.

Das ist rechnerisch korrekt, aber wie jetzt mehrfach erläutert ... faktisch egal. Der Vertrag ist schlecht, geschenkt. Sie kommt nicht raus ohne Opportunitätskosten und weiteren Zeitaufwand.

Nein, warum man Cash bunkert und gleichzeitig Schulden macht, erschließt sich mir im privaten Bereich nicht. Das ergibt überhaupt keinen Sinn, da man Zinsen für die Schulden bezahlt, und gleichzeitig Opportunitätskosten für den Cash hat, der nicht investiert ist. Bei Betriebsvermögen, die (nicht nur gedanklich, sondern auch rechtlich) getrennt zu betrachten sind, mag das anders sein. Auf dem Gebiet kenne ich mich nicht aus.

Ich bin selbständiger Einzelunternehmer (KMU <10 MA) und kann Schulden/Cash zwischen privat und Gewerbe hin und herschieben, wie es mir passt. Gewerbliche Zinsen kann ich dabei von der Steuer absetzen, private Zinsen nicht. Dazu kommt, dass ich mittlerweile grundsätzlich so safe bin, dass die Bank gar nichts dagegen tun kann, wenn ich zB gewerblich Kapital aufnehme und damit meine privaten Schulden für die Hausfinanzierung tilge. Solange die Firma die Tilgung tragen kann und kein betrügerischer Konkurs unterstellt werden kann, ist das schnuppe. Ob sich das rechnet, hängt aber auch davon ab, welchen Steuersatz ich gerade habe - das schwankt uU stark.

Zudem halte ich es in meiner Situation wegen der Auswirkungen der Pandemie, die in meiner Branche noch nicht angekommen sind, für äußerst sinnvoll, meine Hauskredite stehen zu lassen bzw. aktuell keine SoTi's zu tätigen und Cash zu bunkern. Ob ich das auf dem Firmen- oder Privatkonto belasse, spielt dabei keine Rolle.

Grundsätzlich (!) will ich asap unter 100T€ Kreditbelastung beim Haus und werde dann entscheiden, ob ich überhaupt noch weiter tilge oder ob ich mir quasi eine Dauerbelastung wie bei einer Erbpacht bastele, indem ich die 100T€ einfach mit x% Zinsen dauerhaft leihe. Das würde ich nicht jedem empfehlen, aber ich bin der Meinung, dass das zumindest eine Option ist. Kann sich rechnen ...

Was den Wertpapierkredit angeht, so verstehst du diesen Begriff völlig miss: Ein Wertpapierkredit ist ein Kredit, der mit Wertpapieren besichert ist, aber keineswegs ausschließlich zum Kauf von Wertpapieren verwendet werden kann.

Touche, Du hast Recht. Allerdings sind solche Kredite teuer und sie hat afaik kein Depot - scheidet also aus. Für die paar Monate, die sie noch hat, ist das nicht zielführend.

Wer so einen Kredit und ein üppiges Depot hat, braucht übrigens auch keinen "Notgroschen". Man ist immer liquide. Die Opportunitätskosten des rumliegenden, inflationsausgesetzten Cash sind höher als der Zins. Von daher ist die Sache mathematisch völlig eindeutig. Außerhalb von mathematischen Gesichtspunkten kann natürlich jeder glauben oder empfinden was er will, das ist jedoch rein subjektive Psychologie. Wenn jemand mit 100k Schulden und 50k unterm Kopfkissen besser schläft, als mit 50k Schulden und ohne Barschaft, gönne ich ihm seinen guten Schlaf, aber rational ist das eben nicht.

Bei Konsumkrediten gebe ich Dir Recht, bei Immokrediten kann das anders aussehen. Meine Bude ist grob 400T€ wert, wenn ich da noch 100T€ Kredit draufhabe, bedeutet das, dass ich 300T€ Kapital in der Immo gebunden halte. Wenn ich tilge, sind es 400T€. Risiko einer dauerhaften 25%-Beleihung der Immo? Liegt bei mir im homöopathischen Bereich. Ist ein simpler Zins-swap, also genau das, was Du die ganze Zeit proklamierst - es ist daher verwunderlich, dass Du die Option kategorisch ausschließt, nur weil man es aus einer anderen Perspektive betrachtet.

Ich beleihe mein Haus - Du empfiehlst die Beleihung von Wertpapierdepots. Wo ist der Unterschied? Im Sinne dieser Diskussion gibt es keinen.

Dieser ganze Notgroschengedanke ist auch was typisch deutsches...

Ja, aber das muss jeder selbst wissen. Ich halte das persönlich auch für überflüssig, aber für andere mag das eben beruhigend sein.