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Risiko von Zwangsverkauf (Abegeltungssteuer) durch “Strukturänderung/Verschmelzung/Schließung” eines ETF

Hallo zusammen,

wie seht ihr eigentlich das Risiko einer Schliessung/Verschmelzung oder Strukturänderung eines ETF der einen steuerlichen Verkauf nach sich ziehen würde?

Ich habe in Olivers`s Blog gelesen, dass ihm das bei 4 von 6 ETF schon passiert ist. (ETF-Strukturänderung und somit Zahlung von Abgeltungssteuer).

 

Wäre es nicht besser mehrere ETF von mehreren großen Fondsanbietern zu haben, um dieses Risiko und den möglichen steuerlichen Verlust wenn das bei einem ETF passiert, möglichst zu minimieren (ich denke da so an mindestens 8 ETF bei mindestens 3 verschieden Anbietern).

Die ETF`s sollten ja 30 Jahre oder länger bestehen bleiben, das ist schon ein langer Zeitraum in dem viel passieren könnte.

 

Oder seht ihr die die Gefahr eher nicht, dass ein großer ETF-Anbieter (ishares, Vanguard,..)  mit Fondsvolumen von >500 Mio. Euro seine Fondstruktur auf einmal ändert und damit die Abgeltungssteuer durch Zwangsverkauf fällig wird?

Das Risiko ist natürlich da, und auch wirtschaftlich relevant. Wenn Sie als Beispiel 20.000 € im plus sind und dann davon über 5.000 € Abgeltungssteuer abfließen fehlen die für ihre weitere Vermögensbildung per Zinseszinseffekt sowie wenn Sie einen ausschüttenden ETF haben in der Dividende! Das Gute: In den Jahren in denen das passiert können Sie ggf. auch eine Position die im Minus steht verkaufen und das steuerlich dagegenstellen. Ein schwacher Trost, ich weiß.

Andererseits: Über eine Laufzeit von 30 Jahren wird der Schaden auch relativ gering sein und die Märkte werden das langfristig heilen, zumindest emotional. Es gilt zudem die Einstellung, dass man Dinge die man sowieso nicht beeinflussen kann einem nicht den Tag versauen sollten.

Bei Einzelaktien kann Ihnen das übrigens auch passieren (oder bei SpinOffs), da bekommen Sie aber schon meist zeitlich deutlich vorher eine Info und können zumindest ewas strategischer agieren.

Das Problem existiert, ist aber in der Rangfolge wohl weit hinter "ich sag zwar buy and hold, in Wahrheit fummel ich aber alle zwei Jahre am Depot rum" und immer noch hinter der steuerlichen Neuregelung (wahrscheinlich so etwa alle 10 Jahre neue Bedingungen) anzusiedeln.

Bei meinen ETFs ist das bisher zum Glück nie passiert.

Aber natürlich ist das ein massives finanzielles Risiko. Wenn ich mir zum Beispiel meine größten und am stärksten gestiegenen Aktienpositionen ansehe und dort käme es zur Versteuerung der Kursgewinne (ohne das ich es zeitlich steuern kann), dann wäre das schon übel.

Das ist übrigens einer von vielen Gründen, warum ich relativ wenig in ETFs investiere.

Zitat von georg454 am 6. Januar 2020, 13:27 Uhr

Ich habe in Olivers`s Blog gelesen, dass ihm das bei 4 von 6 ETF schon passiert ist. (ETF-Strukturänderung und somit Zahlung von Abgeltungssteuer).

Das ist nicht korrekt – es ist nur bei einem von 6 ETFs passiert (meinem Lyxor ACWI-ETF), bei den anderen drei wurde der Index oder die Replikationsmethode geändert, es kam dort aber nicht zu einem steuerlich relevanten "Zwangsverkauf".

Zitat von Privatier am 6. Januar 2020, 19:59 Uhr

Aber natürlich ist das ein massives finanzielles Risiko. Wenn ich mir zum Beispiel meine größten und am stärksten gestiegenen Aktienpositionen ansehe und dort käme es zur Versteuerung der Kursgewinne (ohne das ich es zeitlich steuern kann), dann wäre das schon übel.

Warum ist das ein massives finanzielles Risiko? Irgendwann musst du es sowieso versteuern. Und außerdem musst du es ja nicht aus deinen sonstigen Rücklagen zahlen, sondern kannst es aus dem Verkaufserlös finanzieren.

Kleine Denksportaufgabe...denke mal nach, warum das wohl so ist?

Das ist übrigens einer von vielen Gründen, warum ich relativ wenig in ETFs investiere.

Hallo Privatier, mich würde interessieren welche weiteren Gründe neben dem hier genannten für Dich gegen ETFs sprechen.

Gruß

Georg

Mir ist das bei 3 von 8 Aktienfonds bei ausländischen Fondsgesellschaften (Threadneedle, Amundi ) passiert im Zuge des Brexitchaos ( Verlagerung des Fondvolumen in ähnliche Fonds im Euroraum )

Alle sind auch noch "Altanteile" ( Kauf vor 2009) gewesen. Da kommt dann nicht nur die vorzeitige Versteuerung sondern auch noch der Wegfall der Steuerfreiheit ( 100000,- eur ) zukünftiger Wertgewinne zu tragen. Da wird es dann ganz ärgerlich.

Passiert das zukünftig im Status als freiwillig Versicherter kommt auch noch die Krankenkasse und will Beitrag.

Jetzt stehen nur noch knapp 225000,- Fondvolumen als Basis für die Ausnutzung des Freibetrags zur Verfügung. Die Erfahrung der Vergangenheit zeigt, das steuerliche Zusicherungen der Regierung sehr kurze Beine haben, nach ein paar jahren wieder einkassiert werden. Also ich wahrscheinlich den Freibetrag gar nicht mehr ausschöpfen kann.