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Neue interessante Frugal-Welt

Hallo zusammen 🙂

Ich bin 32 Jahre alt, wohne im Süden Deutschlands und bin Informatiker.

Bis vor ca 7 Jahren hatte ich recht wenig Geld, habe von prekären Jobs gelebt. Das wurde dann durch Erfolg in Ausbildung und Beruf glücklicherweise anders.

Heutzutage lebe ich mit meiner Frau zusammen von etwa 4300 Euro Netto im Monat (3150 ich, 1150 sie). Ich habe es lange Zeit sehr genossen, nicht mehr auf alles verzichten zu müssen und mir endlich etwas mit meinem Job leisten zu können. Das habe ich auch in vollen Zügen getan.

Meine Frau war schon immer frugal, auch wenn sie das nicht so nennt. Wenn Klamotten kaputt gehen kauft sie sich im Aldi neue, beim Frisör war sie vermutlich vor einem Jahr das letzte Mal, die Haare werden für gewöhnlich selbst geschnitten.

Ich bin da anders gepolt.

Bis vor gut zwei Wochen habe ich von unserem Gehalt ca 4000 Euro für Konsum, Versicherungen etc. ausgegeben / 'bewusst allokiert'.

In regelmäßigen Abständen bin ich auf einer Excel-Liste die Ausgaben durchgegangen und habe geprüft, welche davon um 10% gesenkt werden können oder gar obsolet sind.

Treffer hatte ich da nur sehr selten. Eben das übliche: Stromkosten senken, Handytarif kündigen (weil das Diensthandy reicht), etc pp..

Ich war schon immer stark interessiert an Finanzlektüre. Für gewöhnlich eher im Börsen-Bereich. John Bogle etc. haben mich hier oft gefesselt, Finanz-Literatur lese ich wie andere Menschen Romane.

Dass ich an meinen Ausgaben schrauben kann um im finanziellen Leben voran zu kommen, daran hatte ich bis dato nur gelegentlich gedacht ('Wie machen das die Menschen nur die weniger verdienen als wir? So wenig ist das doch eigentlich gar nicht?!'). Die Gedanken habe ich meist schnell zur Seite geschoben.

Vor gut zwei Wochen und nach der Lektüre von 'Mehr Geld für mehr Leben' bin ich jetzt gerade an Florian Wagners 'Rente mit 40' und habe mich entschlossen, mich mit Gleichgesinnten zusammen zu tun. Hauptsächlich weil der Austausch innerhalb der 'Frugalisten-Nerd-Szene' für mich zum jetzigen Zeitpunkt (oder auch langfristig) vermutlich zielführender ist als eine Diskussion mit Arbeitskollegen - die im Durchschnitt vermutlich ähnlich viel verdienen wie ich und sich (bis auf die Rente) nicht allzu viele Gedanken über Geld machen.

Zurzeit kann ich mir noch schlecht vorstellen, wie man mit weniger Ausgaben im zB Elektronik-Bereich klar kommt....

...gleichzeitig ich bin wissbegierig. Und freue mich auf regen Austauch 🙂

PS: Meine Sparquote hat sich 'auf dem Papier' von ehemals 10% auf jetzt ca 20% gesteigert. Darauf bin ich schon mächtig stolz. Schauen wir mal wo da noch mehr geht, ich bin gerade gestartet... 🙂

Herzlich Willkommen hier im Forum,

als Tipp möchte ich anbringen, dass du einmal nachdenkst "Warum mache ich das?" und "Was soll Geld für mich sein?".

Die Antwort auf das Warum stärkt dein Durchhaltevermögen &

Gerade die zweite Frage hat mich persönlich zum Nachdenken angeregt und mir die Augen geöffnet. - Sie hat mir ein Trainer gestellt im Rahmen eines Trainings mit dem Namen "Über Geld spricht man nicht. - Ich schon."

Welche Bücher würdest du mir/ uns empfehlen?

MfG

 

Ich finde auch, dass auf "alles verzichten" nicht unbedingt der richtige Weg ist. Bei mir hat sich gezeigt, hatte man jahrelang wirklich wenig, dann gibt es erst einmal Nachholeffekte. Das relativiert sich aber mit der Zeit, wenn man das eigene Niveau hält.

Worauf ich an deiner Stelle noch einmal ein Auge werfen würde, ist das Thema Versicherungen. Die meisten Deutschen sind gnadenlos überversichert. Gerne auch deshalb, weil sie keine Rücklagen haben. Aber man muss sich immer bewusst machen, am Ende gewinnt immer die Bank ... ääähh Versicherung ;).

Danke Euch für's nette willkommen heißen 🙂

@jupp78: Ich bin gerade dabei, die BU für meine Frau zu kündigen (getsurance). Wenn sie für einige Monate (oder im Notfall auch Jahre) arbeitslos werden sollte können wir das gut abfedern (bei einer Berufsunfähigkeit von meiner Seite wäre das anders). Die Rechtsschutzversicherung zu meiner BU lasse ich weiter laufen. Die Planung der restlichen Ausgaben sieht wie folgt aus (alles monatsweise, das Haushaltsgeld, die Taschengelder etc dann automatisch gesplittet auf die jeweiligen Wochen, überwiesen zu Wochenstart):

- 1.000,00 € Monatsmiete
- 540,00 € Haushaltsbudget (Lebensmittel, Kantine, Zigaretten (sie, nein - die nehm ich ihr nicht weg), Drogerieartikel)
- 360,00 € Studium
- 150,00 € "Taschengeld" (er) (Massage, Klamotten, Frisör....)
- 200,00 € Konsum (Wohnen, Kultur, Elektronik, Urlaub, Geschenke)
- 200,00 € Fahrkarte er, Pendler (Großteil vom Arbeitgeber erstattet)
- 100,34 € Berufsunfähigkeit (er)
- 100,00 € "Taschengeld" (sie)
- 100,00 € Verkehrspauschale (inkl. BahnCards)
- 100,00 € Rücklagen Gesundheit
- 51,50 € Fahrkarte sie
- 50,00 € Ausbildung (sie)
- 44,33 € Strom
- 34,95 € Internet
- 30,00 € Steuerberater (felix1) (Steuer zu aufwändig alleine zu machen)
- 25,30 € Versicherung (Zahnzusatz) (er)
- 22,00 € Rücklagen Gesundheit (Ergänzung Zahnzusatz) (sie)
- 17,00 € Rundfunkgebühr
- 13,00 € Versicherung (Zahnzusatz) (sie)
- 11,00 € Rechtsschutz (Privat, Beruf, Verkehr)
- 10,00 € Bankkonten
- 10,00 € Handy (sie)
- 9,08 € Rechtsschutz (Mietwohnung)
- 8,40 € Google Drive
- 6,00 € Mitgliedsbeitrag 1
- 5,27 € Versicherung (Haftpflicht)
- 5,00 € Riester (er)
- 5,00 € Riester (sie)
- 5,00 € Mitgliedsbeitrag Bund der Versicherten
- 4,40 € Versicherung (Hausrat)
- 3,00 € Mitgliedsbeitrag 2
- 1,65 € Versicherung (Reisekrankenversicherung)

gesamt: 3272,22 €

Riester läuft zurzeit nur um grundsätzlich mal im Vertrag zu bleiben, Planung ist derzeit, den Riester zu besparen sobald der Pauschbetrag für uns erschöpft ist (Steuervorteile nutzen).

Was meint Ihr dazu? Wo würdet Ihr am ehesten sparen?

Gar nicht so einfach, da alleine neutral drauf zu schauen.

PS: Wenn das hier in einen anderen Thread gehört bitte Bescheid geben, dann mach ich einen neuen auf.

PPS: Bücher? Die Kunst über Geld nachzudenken, the Black Swan, Rich Dad Poor Dad, Der Weg zur finanziellen Freiheit, The man in the Arena, Kapitalismus ist nicht das Problem sondern die Lösung, Warren Buffets Ground Rules, ...

Zitat von stoic am 26. September 2019, 21:06 Uhr

Was meint Ihr dazu? Wo würdet Ihr am ehesten sparen?

Ueberall ein bisschen. Es gibt keinen Punkt den man einfach so eliminieren kann, schliesslich habt ihr ja einen Grund dafuer Geld auszugeben.
Ihr habt eigentlich durchweg hohe Kosten und ueberall kann man etwas einsparen.

  • Miete:  Schwierig und wer moechte schon umziehen um 50 Euro oder so zu sparen?
  • Lebensmittel und Haushalt:  Da ist viel Potential
  • Studium:  Bildungsgutschein schon genutzt? Studium aufhoerten waere eine dumme Idee, daher keine Option.
  • Massage, Friseur: In dem Umfang Luxus. Muss man persoenlich abwaegen.
  • Konsum: Wofuer so viel?
  • Versicherungen. Was ist notwendig
  • Kein Geld fuer Reisen und Ausfluege eingeplant?

 

Hi Stoic,

wo ist für Dich der Unterschied zwischen Konsum und Taschengeld? Ist beides stark reduzierbar. Geschenke kann man selbst machen. Kantine würde ich nix ausgeben (wenn ich eine hätte), ich nehme mir immer Essen mit. Ist viel günstiger und gesünder (und schmeckt mir auch noch besser).

Ihr seid beide angestellt - da ist die Steuererklärung wirklich kein Hexenwerk. Daher würde ich mir das Geld für den Steuerberater sparen. Wenn Du dann wirklich nicht alleine zurecht kommst, hast Du zwei günstigere Möglichkeiten:
a) Lohnsteuerhilfeverein
b) die Punkte, die Du nicht verstehst, beim Finanzamt erfragen. Die müssen Dir kostenlos helfen.

Ich find die Miete sehr happig - aber ich kenne natürlich Euren Wohnort nicht. Ihr pendelt beide, vielleicht könnt Ihr zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und in eine günstigere Wohnung näher am Arbeitsplatz ziehen.

Studium UND Ausbildung?

Komisch finde ich den Posten "Verkehrspauschale", wo es die beiden Posten Fahrkarte er/sie doch gibt. Was ist "Rücklagen Gesundheit"?

Und die Zahnzusatzversicherung sollte man hinterfragen. Ist da wirklich viel im Raum oder nicht? Ich hatte lange keine und dann hat mein Zahnarzt mir gesagt, dass heute nichts zu machen ist, aber vielleicht was in Zukunft. Jetzt habe ich eine und wenn die nächsten Monate was kommt, dann ist das so und die kommt im Anschluss dann wieder weg.

Hallo Stoic!

Danke für deine Vorstellung und Glückwunsch zum bereits Erreichten! Ich denke, du hast beste Voraussetzungen, du bist jung, gut ausgebildet, hast schon einiges

erlebt und offenbar auch eine Zeit lang den Konsum in vollen Zügen genossen - diese Geschichte kommt häufig vor hier. Ich pers. habe das auch getan, wobei immer sehr bewusst - und bin erst seitdem ich selbständig bin viel interessierter an Finanzen, auch den persönlichen.

Ich glaube im Kern des Minimalismus geht es darum, Zeit deutlich höher zu gewichten als Güter und Dienstleistungen, die man mit Geld (=meistens Arbeitszeit) tauscht - nur - man muss auch der Typ dazu sein. Bei mir pers. ist eine schöne Runde mit Freunden etc. deutlich mehr wert als ein teurer Tagesausflug, ebenso geniesse ich Zeit für mich alleine ungeheuer - das tut mir gut - aber nicht alle Menschen sind so gewickelt, vielen bereitet das Mühe und sie brauchen viel Struktur und viele Mitmenschen. Darüber muss man nachdenken und für sich entwickeln und herausfinden, was einem Lebensqualität und Glück bringt.

Pers. würde ich dir empfehlen, dein Excel zu erweitern mit einer App - z.B. Fast Budget finde ich ganz prima - mit dieser kannst du mit wenigem Aufwand (ausser dem einmaligen Einarbeiten) deine Finanzen komplette erfassen. Das Excel verwende ich zusätzlich für die Monatsabschlüsse und Prognosen. Das Verwenden der App führt automatisch zu einem Lernprozess (zitat Florian) - und du findest so selber heraus, woran du sparen kannst - willst - oder eben nicht - aber dadurch wird der Prozess bewusst - und das ist der Schlüssel.

PS: auf duröhrst also YouTube hat MindfulMoney ein gutes Video zur App FastBudget erstellt - das findest du dort über die Suche.

 

 

 

Vielen Dank für die zahlreichen lieben und vor allem hilfreichen Antworten.

Die Budgets die ich weiter oben aufgeführt habe entsprechen einer Verteilung auf meinen verschiedenen Budget-Konten.

Gut zu sehen ist dieses Vorgehen zB bei "Konsum (Wohnen, Kultur, Elektronik, Urlaub, Geschenke)" - ich habe einen Posten und gebe diesem einen 'pi mal Daumen' Betrag. In diesem Fall 200 Euro. Diese 200 Euro werden dann durch einen Split-Dauerauftrag verteilt auf die jeweiligen Konten (von denen dann abgehoben wird um zweckgebunden einzukaufen). Bei bunq (bunq.com) lässt sich das relativ gut regeln, quasi wie mit Schiebereglern. Das nutze ich wie folgt:

Durch Eure Unterstützung habe ich die Posten in der Zwischenzeit angepasst. Planung ist, dass ich alles immer eine Weile austeste und dann schaue ob ich irgendetwas richtig hart vermisse (wenn ja, dann warte ich 3 Monate vor einer Erhöhung). Anschließend wird wieder justiert. Hoffentlich weiter nach unten.

  • Miete:  Schwierig und wer moechte schon umziehen um 50 Euro oder so zu sparen?
    • Richtig, in eine andere Wohnung möchte ich nicht ziehen - die jetzige ist von der Größe her ziemlich ideal. Warm ca 100 Euro im Monat teurer als in anderen Teilen meiner Stadt, dafür aber mir Einbauküche (Kühlschrank wurde vor kurzem vom Vermieter durch ein neues Gerät ersetzt). Wichtig sind mir auch ein Balkon und ein Arbeitszimmer (das größtenteils von der Steuer abgesetzt werden kann).
  • Lebensmittel und Haushalt:  Da ist viel Potential
    • Letzte Woche gekürzt auf 120 Euro / Woche, jetzt nochmal gekürzt auf 100 Euro / Woche, mal sehen wie weit ich das drücken kann bevor es wirklich weh tut
  • Studium:  Bildungsgutschein schon genutzt? Studium aufhoerten waere eine dumme Idee, daher keine Option.
    • Kann ich nicht, kann das Studium aber komplett von der Steuer absetzen, was mir unterm Strich vermutlich 60% der hier entstehenden Kosten spart
  • Massage, Friseur: In dem Umfang Luxus. Muss man persoenlich abwaegen.
    • Taschengeld 'er' ist mittlerweile auf 100 Euro / Monat gekürzt
    • 40 Euro Frisör, alle 4-5 Wochen - weil direkt gegenüber von der Arbeit, wenig Zeitstress, genieße ich bewusst
    • 30 Euro Massage, bisher alle 2 Wochen, Kürzung auf alle 4 Wochen
    • 30 Euro Klamotten, bisher 75 Euro - fühlt sich derzeit noch komisch an, werde mich bei Bedarf vermutlich bei Kleiderkreisel o.ä. umschauen
  • Konsum (gemeint ist hier, mittlerweile, ausschließlich Konsum zu zweit): Wofuer so viel?
    • Zurzeit sparen auf einen PAX-Schrank den meine Frau gerne haben will, ansonsten für Elektronik (ggf. werde ich den Elektronikposten bald noch weiter runterkürzen, fühlt sich im Moment noch nicht richtig an)
  • Versicherungen. Was ist notwendig
    • Berufsunfähigkeitsversicherung meiner Frau ist gekündigt
    • Hausratversicherung kann vermutlich in ca 2 Jahren gekündigt werden, bis dahin lebe ich / leben wir vielleicht minimalistischer und haben mit Sicherheit genug Geld, wichtige Dinge direkt ersetzen zu können
    • Zahnzusatzversicherungen sind mir persönlich wichtig, das sind bei uns zurzeit die einzigen Versicherungen die sich ganz direkt rechnen
    • Haftpflicht: Ist glaub ich logisch
    • Reisekrankenversicherung: Sollte ich mal irgendwo auf der Welt unterwegs sein will ich krankenversichert sein (und 'die 2 Euro im Monat')
  • Kein Geld fuer Reisen und Ausfluege eingeplant?
    • Zählt für mich zum gemeinsamen Konsum (Urlaub, Kultur - siehe Screenshot oben)

Ich finde die frugale Denkweise gerade richtig spannend. Das ist weniger das "ich spare im Budget und es tut mir manchmal weh dass ich nichts kaufen kann", sondern schon jetzt mehr ein 'ach interessant, ich kann die Zeitschrift (Magazin für poliitsche Kultur) bei ebay verkaufen wenn ich sie fertig gelesen habe'. Ich denke Ihr versteht was ich meine.

Ihr seid beide angestellt - da ist die Steuererklärung wirklich kein Hexenwerk. Daher würde ich mir das Geld für den Steuerberater sparen. Wenn Du dann wirklich nicht alleine zurecht kommst, hast Du zwei günstigere Möglichkeiten:
a) Lohnsteuerhilfeverein
b) die Punkte, die Du nicht verstehst, beim Finanzamt erfragen. Die müssen Dir kostenlos helfen.

Valider Punkt - 'leider' sind wir nicht nur angestellt. Ich habe nebenbei ein Kleingewerbe und kann mich deswegen nicht von den Lohnsteuerhilfevereinen beraten lassen. Das letzte Mal als ich unsere Steuer alleine gemacht habe habe ich (mit Computer-Programm) ca 16 Stunden damit verbracht. Hier ist mir die Auslagerung wirklich etwas wert.

Komisch finde ich den Posten "Verkehrspauschale", wo es die beiden Posten Fahrkarte er/sie doch gibt. Was ist "Rücklagen Gesundheit"?

Wir wohnen beide ca 400 km entfernt von 'zuhause'. Deswegen fahren wir alle x Monate zusammen in die Heimat, mal wegen einem Fest und mal einfach nur um die Freunde oder Bekannten zu besuchen. In die Vekehrspauschale werden darüber hinaus die Fahrkarten gebucht die ich teilweise brauche wenn ich an meinem Arbeitsort vom Hauptbahnhof mit der U-Bahn zur Arbeit pendel. Hier habe ich die Fahrkarte schon damals bewusst so gekauft dass sie nur für die Teilstrecke zwischen dem Zuhause-Bahnhof und dem Bahnhof am Arbeitsort gilt - schlicht, weil ich schon nach 2 mal laufen mit dieser Fahrkarte günstiger fahre. Ich kann mir nach Deiner Rückfrage durchaus vorstellen, dass hier noch Sparpotential besteht indem ich weniger mit der U-Bahn fahre und noch öfter zu Fuß laufe (meistens fahre ich jetzt U-Bahn wenn ich spät dran bin). Ob das auch im Winter eine gangbare Option bleibt muss ich sehen.

"Rücklagen Gesundheit" ist dafür gedacht, sich eine eigene kleine Versicherung aufzubauen auf die man zurückgreifen kann wenn man krank wird. Das können die Differenz zwischen Zahnarzt-Kosten und Rückerstattung der Zahnzusatz sein, eine bessere Versorgung im Krankenhaus oder auch die Kosten für eine neue Brille.

Und die Zahnzusatzversicherung sollte man hinterfragen. Ist da wirklich viel im Raum oder nicht? Ich hatte lange keine und dann hat mein Zahnarzt mir gesagt, dass heute nichts zu machen ist, aber vielleicht was in Zukunft. Jetzt habe ich eine und wenn die nächsten Monate was kommt, dann ist das so und die kommt im Anschluss dann wieder weg.

Ich hatte für mich bisher die Befürchtung, dass ich gegen hohe Kosten beim Zahnarzt noch zu schlecht gewappnet bin. Ggf. werde ich auch hier Modifikationen vornehmen, diese Posten rühre ich aber vermutlich erst ganz zum Schluss an - auch, weil sich die beiden Zusatzversicherungen zurzeit schon rechnen.

Danke für deine Vorstellung und Glückwunsch zum bereits Erreichten! Ich denke, du hast beste Voraussetzungen, du bist jung, gut ausgebildet, hast schon einiges erlebt und offenbar auch eine Zeit lang den Konsum in vollen Zügen genossen - diese Geschichte kommt häufig vor hier. Ich pers. habe das auch getan, wobei immer sehr bewusst - und bin erst seitdem ich selbständig bin viel interessierter an Finanzen, auch den persönlichen.

Danke 🙂 Und Glückwunsch zur Selbstständigkeit!

Ja, ich für meinen Teil habe lange Zeit einfach nur meine Probleme 'wegkaufen' wollen, Und tatsächlich habe ich mir mit dem Vorgehen vermutlich in einigen Belangen auch einen Grundstein dafür gelegt, dass ich heute stehe wo ich stehe. zB habe ich mir so meinen Programmier-Kurs geleistet der mich in meiner Karriere jetzt stark voranbringt, oder auch meinen Englischkurs der sich durch ein Cambridge-Zertifikat (C1) ausgezahlt hat (macht sich ganz gut im Lebenslauf).

Dass mich das Geld ausgeben in meinem privaten Bereich wenig weiterbring habe ich auch dann nicht gemerkt als mir meine Frau gesagt hat, dass sie statt im 4-Sterne-Hotel auch im Hostel glücklich wäre. Da müssen erst die Frugalisten kommen damit ich das verstehe. Vielleicht ist bei mir aber auch mittlerweile einfach die Zeit reif dafür und ich habe den kurzfristigen Luxus lange genug ausgekostet. 😉

Ich glaube im Kern des Minimalismus geht es darum, Zeit deutlich höher zu gewichten als Güter und Dienstleistungen, die man mit Geld (=meistens Arbeitszeit) tauscht - nur - man muss auch der Typ dazu sein. Bei mir pers. ist eine schöne Runde mit Freunden etc. deutlich mehr wert als ein teurer Tagesausflug, ebenso geniesse ich Zeit für mich alleine ungeheuer - das tut mir gut - aber nicht alle Menschen sind so gewickelt, vielen bereitet das Mühe und sie brauchen viel Struktur und viele Mitmenschen. Darüber muss man nachdenken und für sich entwickeln und herausfinden, was einem Lebensqualität und Glück bringt.

Ich seh' es zurzeit so, dass ich mir mit dem Verzicht auf den kurzfristigen Luxus ein Stück Freiheit erarbeiten kann. Interessanter, alsdass ich das bei der Einarbeitung in die letzten Details der Geldanlage könnte. Mit dem Gewinn, dass ich automatisch mehr im 'hier und jetzt' lebe und mir allem sehr viel bewusster werde. Das ist zurzeit was ich fühle und es fühlt sich richtig gut an. Die teuren Tagesausflüge brauchen wir zum Glück beide nicht. Nur zur Familie zu fahren ist meiner Frau dann doch wichtig. Ggf. kann man das aber auch günstiger gestalten. Statt in der 1. Klasse (ja, ich bin in den letzten Jahren auf Fernstrecken immer 1. Klasse unterwegs gewesen) 2. Klasse fahren oder auch mit blablacar oder den Fernbussen.

Ich werde mir FastBudget anschauen, ggf. als Alternative aber auf YNAB ausweichen (als Student bekomme ich das kostenlos angeboten). Kennst Du YNAB? Kannst Du die beiden aus dem Stand vergleichen?

 

Ich bin gerarde richtig platt wenn ich mir meine finanzielle Planung jetzt anschaue. Ich spare ab nächstem Monat das erste Mal in meinem Leben mehr als 1000 Euro / Monat. Und so wie ich das sehe wird sich dieser Betrag eher erhöhen als verringern. Und gleichzeitig lerne ich, ohne viel Geld auszukommen. 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Wie konnte ich so blind sein...

Danke nochmal für die vielen Rückmeldungen!

Ich freue mich drauf, mich hier weiter mit Euch auszutauschen. 🙂

Eure Mobilitätskosten finde ich viel zu hoch. Die Riesters würde ich kündigen. Die Kosten für Gesundheit und Zähne sind auch recht üppig. Sind die Mitgliedsbeiträge nötig?

Die Miete ist recht hoch, aber so ein Umzug ist natürlich auch teuer nebst neuen Einrichtungsgegenständen, Küche ist immer so n Thema. Bis sich das amortisiert hat ...

Gesundheit:

  • Habe ich gerade 'todesmutig' auf 50 Euro runtergesetzt. Die Zahnzusatzversicherungen rechnen sich gerade und darüber hinaus sträubts mich ein wenig die zu kündigen - muss erstmal den persönlichen Schock verkraften dass ich mir keine Krankenhauszusatzversicherung ins Boot hole um im Fall der Fälle ins Einzelzimmer mit Chefarztbehandlung zu können - was ganz schöner Käse gewesen wäre, aber die 'neue' Welt mit ihren Möglichkeiten wird für mich gerad ein wenig zum Kulturschock - auch wenn's Spaß macht.

Mitgliedsbeiträge:

  • CCC: Nein, nötig nicht, aber von der Steuer absetzbar. Und ein gewisser Luxus. Für den guten Zweck.
  • Bund der Versicherten: Wenn ich mir eine Zweitmeinung zu meinen Versicherungen einholen will ganz nützlich, sonst aber nur für die Rechtsschutzversicherung (Rahmenvertrag) notwendig <- und die wiederum halte ich gerade als Absicherung für den Leistungsfall meiner Berufsunfähigkeitsversicherung

Mobilitätskosten

  • Die 400km Zugfahrt je Strecke wird das nächste Mal an Weihachten 'fällig' und kommt nach jetziger Planung auf ca 150 Euro hin und zurück (2. Klasse). Die Fahrten vor Ort werden vermutlich so 15 Euro kosten. Neben diesen 'Event-Fahrten' fallen im Alltag teilweise öffi-Tickets zu Meetups und andere innerstädtische Fahrten am Arbeitsort an. Ich kann die individuellen Fahrtkosten vermutlich noch auf 80 Euro drücken. Dass wir da auch noch drunter kommen kann ich mir aber nicht vorstellen (was aber natütlich nicht heißt dass das nicht geht. Schauen wir mal 😉 )
  • Um die 200 Euro Fahrkarte werd ich nicht drumrum kommen - ich fahre die Strecke jeden Werktag + Samstag hin und zurück (80km pro Strecke)
  • Die ca 51,50 Euro Fahrkarte wird von ihrer Seite benötigt um die Einkäufe zu erledigen und zur Arbeit zu kommen

Wie würdest Du das ohne die öffentlichen machen? Gut, Fahrrad wäre hier innerstädtisch im Sommer ggf. eine Option.

Riester

  • ja, durchaus valide. Ich schätze dass ich die bei der jetzigen finanziellen Planung sowieso nicht mehr brauchen werde. Vermutlich werde ich die Verträge schlicht stilllegen.

Danke für die Anregungen

PS: Ich bin gerade stolz auf mich. Bei der Suche nach 'welchen Krempel habe ich da eigentlich in mein Leben gelassen?!' bin ich dabei auszumisten und habe heute für 60 Euro Bücher verkauft die ich entweder schon gelesen habe oder niemals lesen werde. Fühlt sich gut an.