Nachträglich Steuern sparen?
Zitat von Knowledge-Seeker am 20. April 2025, 6:07 UhrIch habe im letzten Juli eine vermiete Wohnung zur Geldanlage im Rahmen einer Zwangsversteigerung gekauft. Bezahl mit 100% Eigenkapital. Leider erst jetzt habe ich mich mit den steuerlichen Aspekten beschäftigt und bei einem Telefonat mit Haus und Grund kommt raus, dass man den Kauf doch nachträglich auf Kredit machen könnte ("ist ja noch nicht ein Jahr her"), um Steuer (die Zinsen sind absetzbar) zu sparen. Das klang für mich sehr abgefahren. Hat hier jemand Erfahrungen?
- Machen Banken bei sowas mit?
- Macht das Finanzamt bei sowas mit?
- Macht das steuerlich Sinn?
Insbesondere der letzte Punkt bereitet mir noch Kopfzerbrechen. Insbesondere wenn ich es vergleiche mit dem aktuellen Status Quo (ist bezahlt und das wars). Wenn ich die Kaufsumme als Kredit bekomme (sagen wir mal 250k auf 10 Jahre), würde ich ja das Geld haben und nicht für die Immobilie ausgeben müssen (die ist ja schon bezahlt). Die Zinsen muss ich zahlen. Von den Zinsen kann ich einen Teil benutzen, um mein Einkommen zu drücken (sagen wir mal 40%). Aber ein Großteil der Zinsen muss ich ja schon zahlen. Damit das besser ist, muss mit dem freien Geld gearbeitet werden. D.h. ich lege die 250k an und jedes Jahr wird rund 25k entnommen. D.h. im Durchschnitt über die Jahre werden 125k angelegt. Bei einer Rendite von 6% wären das 7500 Euro / Jahr. Dagegen stehen bei 3,5% Kredizins 45800 Euro Zinsen in den 10 Jahren an. Sind 4580 / Jahr. Wären also 2920 Ersparnis für die Kreditvariante. Wenn aber die Anlagenrendite nur 4% ist, schmilzt der Vorsprung auf knappe 500 Euro / Jahr.
Was übersehe ich?
Ich habe im letzten Juli eine vermiete Wohnung zur Geldanlage im Rahmen einer Zwangsversteigerung gekauft. Bezahl mit 100% Eigenkapital. Leider erst jetzt habe ich mich mit den steuerlichen Aspekten beschäftigt und bei einem Telefonat mit Haus und Grund kommt raus, dass man den Kauf doch nachträglich auf Kredit machen könnte ("ist ja noch nicht ein Jahr her"), um Steuer (die Zinsen sind absetzbar) zu sparen. Das klang für mich sehr abgefahren. Hat hier jemand Erfahrungen?
- Machen Banken bei sowas mit?
- Macht das Finanzamt bei sowas mit?
- Macht das steuerlich Sinn?
Insbesondere der letzte Punkt bereitet mir noch Kopfzerbrechen. Insbesondere wenn ich es vergleiche mit dem aktuellen Status Quo (ist bezahlt und das wars). Wenn ich die Kaufsumme als Kredit bekomme (sagen wir mal 250k auf 10 Jahre), würde ich ja das Geld haben und nicht für die Immobilie ausgeben müssen (die ist ja schon bezahlt). Die Zinsen muss ich zahlen. Von den Zinsen kann ich einen Teil benutzen, um mein Einkommen zu drücken (sagen wir mal 40%). Aber ein Großteil der Zinsen muss ich ja schon zahlen. Damit das besser ist, muss mit dem freien Geld gearbeitet werden. D.h. ich lege die 250k an und jedes Jahr wird rund 25k entnommen. D.h. im Durchschnitt über die Jahre werden 125k angelegt. Bei einer Rendite von 6% wären das 7500 Euro / Jahr. Dagegen stehen bei 3,5% Kredizins 45800 Euro Zinsen in den 10 Jahren an. Sind 4580 / Jahr. Wären also 2920 Ersparnis für die Kreditvariante. Wenn aber die Anlagenrendite nur 4% ist, schmilzt der Vorsprung auf knappe 500 Euro / Jahr.
Was übersehe ich?
Zitat von Daniel II am 20. April 2025, 7:12 UhrHey Knowledge-Seeker,
bin bei einer Bank beschäftigt und kann vielleicht helfen.
Aus banktechnischer Sicht spricht nichts dagegen, hinreichende Bonität vorausgesetzt und unterstellt.
Du solltest aber vor allem einen Steuerberater fragen, ob die Zinskosten in diesem Fall (nachträgliche Kreditaufnahme) vom Finanzamt auch anerkannt würden, weil der Zusammenhang zwischen der Erzielung der Mieteinnahmen (Frage macht natürlich nur bei V+V Sinn) von diesem gesehen werden müsste.
Anlagetechnisch reicht es in den meisten Fällen, wenn der Anlagezinssatz gleich hoch ist wie der Kreditzinssatz, oder sogar etwas weniger.
Hintergrund: Die Steuerermäßigung durch die Zinszahlung erfolgt zum persönlichen Grenzsteuersatz (je nach Einkommen zum Beispiel 42 % + ggfs Kirchensteuer).
Geldanlagen werden aber „nur“ mit der Abgeltungssteuer belastet (25 % + ggfs Kirchensteuer).
Deine Idee würde sich also in den meisten Fällen rechnen!
Aber: Bitte lasse Deine persönliche Situation und die Anerkennung der Zinsen durch das Finanzamt bei nachträglicher Kreditaufnahme prüfen.
Hoffe, ich konnte Dir helfen.
LG
Daniel
Hey Knowledge-Seeker,
bin bei einer Bank beschäftigt und kann vielleicht helfen.
Aus banktechnischer Sicht spricht nichts dagegen, hinreichende Bonität vorausgesetzt und unterstellt.
Du solltest aber vor allem einen Steuerberater fragen, ob die Zinskosten in diesem Fall (nachträgliche Kreditaufnahme) vom Finanzamt auch anerkannt würden, weil der Zusammenhang zwischen der Erzielung der Mieteinnahmen (Frage macht natürlich nur bei V+V Sinn) von diesem gesehen werden müsste.
Anlagetechnisch reicht es in den meisten Fällen, wenn der Anlagezinssatz gleich hoch ist wie der Kreditzinssatz, oder sogar etwas weniger.
Hintergrund: Die Steuerermäßigung durch die Zinszahlung erfolgt zum persönlichen Grenzsteuersatz (je nach Einkommen zum Beispiel 42 % + ggfs Kirchensteuer).
Geldanlagen werden aber „nur“ mit der Abgeltungssteuer belastet (25 % + ggfs Kirchensteuer).
Deine Idee würde sich also in den meisten Fällen rechnen!
Aber: Bitte lasse Deine persönliche Situation und die Anerkennung der Zinsen durch das Finanzamt bei nachträglicher Kreditaufnahme prüfen.
Hoffe, ich konnte Dir helfen.
LG
Daniel