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Minimal mögliche SWR bzw. Vermögenshöhe

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Hallo Forum,

ich bin jenseits der 50 und überlege meine Arbeitszeit zumindest zu reduzieren oder mit 55 aufzuhören. Dazu brauche ich aber die sichere SWR bzw. daraus das nötige Vermögen. Meine jetzigen Fixkosten kenne ich bzw. hab ich schon hochgerechnet (PKV usw.)

Jetzt habe ich schon einige Seiten dazu gelesen, um zu berechnen wie hoch das Portfolio-Vermögen sein müßte.

Was ich nicht so ganz verstehe oder mich nachdenklich macht:

  1. Die 4 % Regel kann scheitern, wenn ich Simulationen damit in verschiedenen Tools (cfiresim.com, portfoliovisualizer.com, vanguard-nestegg) durchführe.
  2. Beispiel:

1.000.000 EUR mit 80% Aktien und 20% Cash ohne Inflation und 25 Jahre und 40.000 EUR Entnahme (4%):

  1. Cfiresim: 95% Erfolgswahrscheinlichkeit
  2. portfoliovisualizer.com (worst 2 years): 91%
  3. Vanguard (mit Inflation): 92%

Wenn ich das Ganze jetzt auf zinsen-berechnen.de mit dem Entnahmeplan durchrechne erhalte ich selbst bei 0% Zinsen 100% Erfolg.

Dann würde es doch sinnvoller sein, das Geld gar nicht anzulegen oder nur in sichere Staatsanleihen und zu entnehmen.

Irgendwo kann da doch an den Simulationmodellen was nicht ganz stimmen, oder ich mache einen Rechenfehler.

 

Nächster Punkt:

Wenn ich beim Portvoliovisualizer.com das Sequence-of-Return-Risiko mit berücksichtige, da erhalte ich eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit mit einem fast 50% Anleihenteil, also Aktien/Anleihen  50/50.

Werte: 1 Mio€, 40T€ Entnahme, 25Jahre, worst 4 Years., 99% Erfolgswahrscheinlichkeit.

Nur kann ich heute noch von historischen Anleihezinsen ausgehen, egal ob Treasurys oder Corp.bonds (wie es bei Vanguard ist)?

Nach meinem Verständnis stehen die "sicheren" Anleihen ähnlich wie Cash da, 0% Zinsen und werden nur noch durch die Kurse bestimmt, sind dann aber fast wie Aktien zu behandeln, da kaum noch Coupon in den kommenden Jahren.

 

Mein Problem jetzt:

Wie ermittelt man halbwegs zuverlässlich eine SWR, zumindest eine sichere minimale SWR ohne auf unter 3% zu rutschen, denn dann kann man auch einfach in Cash/AAA-Staatsanleihen gehen und braucht keine Aktien (Entnahmeplan mit Festgeld).

Vielen geht’s vielleicht wie mir und die brauchen keine 30 Jahre plus wie die Frugalisten, sondern weniger (20Jahre oder 25 Jahre).

Dynamische Entnahmeregeln helfen hier erstmal nicht, da ich ja die niedrigste mögliche SWR suche, um die Portfoliohöhe zu berechnen.

Grüße

Heini

Ein paar Anmerkungen von mir:

  • wenn du Anfang 50 bist, musst du doch mit mehr Jahren als 20 oder 25 rechnen. Ausser du hast bereits jetzt eine Krankheit, die ein längeres Leben verhindern wird. Ich bin 53 und rechne bis 90, also 37 Jahre. Ich will ja nicht mehr mit 85 Pizza ausfahren...
  • Grundsätzlich musst du bei der Überlegung, ob du aufhören kannst, alle Assetklassen berücksichtigen. Hast du Immobilien? Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung?
  • Hohe Cashquote ist schön und gut, aber du verlierst jedes Jahr durch die Inflation. Aktuell ist die ja noch einigermaßen niedrig, aber individuell evtl auch deutlich höher (steigende Krankenkasse, steigende Mietkosten etc.). Bei 35 Jahren kannst du das ja mal mit 2-5% Inflation und 1 Mio Cash durchrechnen wann du pleite bist.
  • Ich halte die 4% Regel für viel zu knapp. Überlege dir mal was passiert, wenn du von 1 Mio 800K in ETFs steckst und der Markt ein paar Jahre nach deinem Ausstieg, nachdem dein Cashanteil schon reduziert wurde, 70% runtergeht. Die Dividendenausschüttungen werden deutlich reduziert. Und dann dauert es 10 Jahre bis die Kurse wieder anfangen zu steigen. Dann wird es langsam knapp!

Unabhängig davon welche Entnahmestrategie jetzt die beste sein soll, so haben alle Strategien dasselbe Problem: Es werden Rückschlüsse aus der Vergangenheit für Prognosen auf die Zukunft getroffen.

Wer kann schon in die Zukunft blicken? Die Prognosen sind alle unter Vorbehalt zu betrachten!

Ich würde davon losgelöst eine philosophische Betrachtungsweise heranziehen.

Welche Möglichkeiten bzw. Optionen ergeben sich generell:

 

1. Du stirbst bevor dein Vermögen aufgebraucht ist.

Wahrscheinlichkeit steigt mit dem Alter; ich würde die Wahrscheinlichkeit generell bei 50% ansetzen.

Fazit: Du hast alles richtig gemacht.

 

2. Du bist sehr schwer krank oder dement wenn dein Vermögen aufgebraucht ist.

Wahrscheinlichkeit würde ich mit 20 bis 30% ansetzen.

Fazit: Da du deine finanzielle Unabhängigkeit nicht mehr voll auskosten kannst und sowieso nur noch eine geringe Lebenserwartung hast, hast du alles richtig gemacht.

 

3. Mit der Gesundheit ist es zwar soweit in Ordnung, wenn dein Vermögen aufgebraucht ist, aber kurze Zeit später erkrankst du sehr schwer und es geht mit dir zu Ende.

Wahrscheinlichkeit würde ich bei 10 bis 20% ansetzen.

Fazit: Du hast ebenfalls alles richtig gemacht, die allermeiste Zeit konntest du die finanzielle Unabhängigkeit voll auskosten.

 

4. Du hast dein Vermögen aufgebraucht, bist vielleicht 80..85 Jahre alt, topfit, geistig wie körperlich und wirst tatsächlich über 90.

Wahrscheinlichkeit würde ich bei 10% ansetzen.

Bricht jetzt alles zusammen? Musst du im hohen Alter Pizza ausliefern oder bei McDonalds an der Friteuse stehen?

Fazit: Wohl kaum! Du hast weiterhin deine bescheidene Rente, die dann auf Grundsicherungsniveau aufgestockt wird. Krankenversicherung zahlt der Staat, deine Wohnung kann dir auch niemand wegnehmen, schon gar nicht als Eigentümer und auch sonst zahlt dir der Staat die Miete für einen angemessenen Wohnraum.

 

Von daher würde ich das alles lockerer sehen, insbesondere wenn man mit 55 aufhören will. Dann bekommt man zwei Jahre Arbeitslosengeld und bis zur Rente (nach 35 Beitragsjahren) ab 63 sind es dann nur sechs zu überbrückende Jahre, wo man sich voll finanzieren müsste.

Betrachtet das Leben einfach als eine Wette auf eine möglichst lange Laufzeit; sollte das Vermögen tatsächlich mit 80 aufgebraucht sein und man ist noch topfit; was solls. Hat man doch 25 gute Jahre finanziell unabhängig genießen können, und geht dann eben zum Sozialamt um Grundsicherung zu beantragen...

Danke für deine Hinweise,

aber das passt schon so, kurz die Erklärung:

  • habe eigene abbezahlte Immobilie
  • in ca. 10 Jahren werden Lebens- und Rentenversicherungen ausbezahlt (>200T€), das sollte bei konservativer Anlage in 15 Jahren ca. 300T€ machen, das reicht von 80 bis 90 Jahren.
  • Frau hat auch noch Rente, zusammen passt das im hohen Alter (ab 80J macht man kaum noch Urlaub).
  • Also reichen mir max. 25 Jahre, die zu überbrücken wären.
  • PKV hab ich schon mit 5% Teuerung/Jahr reingerechnet bis 60J, ab dann greift die Altersrückstellung.

Ich brauch also nur max. 25Jahre (eigentlich schon 20J, also 5J Reserve) zu kalkulieren mit jetzigem Aktienportfolio, was danach ist muß ich zwischenzeitlich anpassen, 35 Jahre hinaus kann ich nur schätzen, Inflation, Zinssätze, Aktienmarkt usw.

Daher auch meine Frage: Kann man bei 25Jahren mit 4% sicher kalkulieren? Die Trinitystudie geht ja von 30Jahren aus.

P.S.: Ich gehe den Weg: Kosten jetzt und Kosten mit 60 Jahre -> Hochrechnung, welches Kapital brauche ich (da kommt der % Satz zum tragen) -> Entscheidung wie lange muß ich noch bzw. wieviel Geld brauch ich noch.

Dann hast du ja noch diverse andere Assets / Zuflüsse. Ich mit einer gewissen Risikoaversität würde mit max. 3% rechnen, bei 40 TEUR also 1,2 - 1,3 Mio. Davon dann mindestens 200 TEUR in Cash um zumindest die nächsten 5 Jahre abzudecken.

Zitat von Privatier am 12. Februar 2020, 16:08 Uhr

Dann hast du ja noch diverse andere Assets / Zuflüsse. Ich mit einer gewissen Risikoaversität würde mit max. 3% rechnen, bei 40 TEUR also 1,2 - 1,3 Mio. Davon dann mindestens 200 TEUR in Cash um zumindest die nächsten 5 Jahre abzudecken.

Rechnest du 3% auf die 25 Jahre oder auf 35 Jahre? Das macht ja schon ne Menge aus, die 10 Jahre Dauer. Auf 25 Jahre denke ich sind 3% zu vorsichtig, da könnte zuviel am Ende übrigbleiben.

3% auf 25 Jahre. Wenn du nach 10 Jahren siehst, dass du über Plan bist, kannst du deine Ausgaben immer noch erhöhen.

Ich für mich werde wohl auch mit einer lebendigen 3% Regel rechnen. Nach einiger Recherge mit Auszahlphilosophien war ich ein wenig überfordert, habe aber kapiert das eine hochprozentige Erfolgswahrscheinlichkeit mit der Bereitschaft einhergeht, entweder die Auszahlhöhe statisch zu reduzieren (2,5-3% ) oder lebendig abhängig nach Portfolioentwicklung, anzupassen. Letzendlich ist es mir egal ob am Ende noch Vermögen über ist. Das vermeintlich gute Gefühl der Überlebenswahrscheinlicheit des Portfolios ist mir wichtiger als noch 100 eur mehr im Monat zu haben.

Überlegt aber auch, wenn man gesund alt ist, wird man sicherlich ein ungutes Gefühl haben, am Ende seines Lebens evt. Verzicht üben zu müssen. Dementsprechend ist es mir wichtig meine Kaufkraft weiterhin bis zum Ende zu erhalten und nicht dann noch wieder in die Abhängigkeit zu rutschen.

Zinsen berechnen.de scheint mir auch recht positiv zu rechnen. Auch wird die Rechenmethode nicht detailiert veröffentlicht.

Auch ich rechne meine Scenarien mit dem Case eines anfänglichen Bärenmarktes ( wäre m.M. auch fahrlässig dieses zu unterlassen angesichts der zur Zeit relativ langen Bullenphase ) . Dieses ist allerdings mit der lebendigen 3% Regel schon eingerechnet.

Moin zusammen,

zum Thema sichere Entnahmerate habe ich ein paar Studien durchgeführt. Ich denke dieser Artikel könnte für Deine Problemstellung interessant sein: https://www.finanzen-erklaert.de/entnahmestrategien-optimieren-bessere-rente-dank-cape-ratio/

Die 4% Regel taugt meiner Ansicht nach nicht als pauschale Regel, insb für Entnahmephasen länger als 30 Jahre.

 

Gruss Georg

Zitat von Heini am 11. Februar 2020, 14:38 Uhr

Hallo Forum,

ich bin jenseits der 50 und überlege meine Arbeitszeit zumindest zu reduzieren oder mit 55 aufzuhören. Dazu brauche ich aber die sichere SWR bzw. daraus das nötige Vermögen. Meine jetzigen Fixkosten kenne ich bzw. hab ich schon hochgerechnet (PKV usw.)

Jetzt habe ich schon einige Seiten dazu gelesen, um zu berechnen wie hoch das Portfolio-Vermögen sein müßte.

Was ich nicht so ganz verstehe oder mich nachdenklich macht:

  1. Die 4 % Regel kann scheitern, wenn ich Simulationen damit in verschiedenen Tools (cfiresim.com, portfoliovisualizer.com, vanguard-nestegg) durchführe.
  2. Beispiel:

1.000.000 EUR mit 80% Aktien und 20% Cash ohne Inflation und 25 Jahre und 40.000 EUR Entnahme (4%):

  1. Cfiresim: 95% Erfolgswahrscheinlichkeit
  2. portfoliovisualizer.com (worst 2 years): 91%
  3. Vanguard (mit Inflation): 92%

Wenn ich das Ganze jetzt auf zinsen-berechnen.de mit dem Entnahmeplan durchrechne erhalte ich selbst bei 0% Zinsen 100% Erfolg.

Dann würde es doch sinnvoller sein, das Geld gar nicht anzulegen oder nur in sichere Staatsanleihen und zu entnehmen.

Irgendwo kann da doch an den Simulationmodellen was nicht ganz stimmen, oder ich mache einen Rechenfehler.

 

Hallo Heini,

ich bin 56 (und arbeite gerne) und habe zu Deiner Frage für mich folgende Überlegungen:

Meine Lebenserwartung beträgt statistisch betrachtet noch ca. 25 Jahre (http://www.gbe-bund.de/oowa921-install/servlet/oowa/aw92/dboowasys921.xwdevkit/xwd_init?gbe.isgbetol/xs_start_neu/&p_aid=i&p_aid=21725924&nummer=524&p_sprache=D&p_indsp=-&p_aid=14826998) bezogen auf die Durchschnittsbevölkerung. Allerdings bin ich glücklich verheiratet, treibe Sport, ernähre mich gesund, lebe gesund etc.. Damit verlängert sich meine statistische Lebenserwartung noch mal um mindestens 5 eher 10 Jahre auf 30 bis 35 Jahre. Dann sehe ich im positiven noch den medizinische Fortschritt in der mir verbleibenden Lebenserwartung. Das bringt noch mal ca. 5 Jahre in meiner Lebenserwartung (meine Schätzung). So bin ich bei 35 bis 40 Jahre Lebenserwartung im Durchschnitt. Wenn ich zudem den Durchschnitt schlage, habe ich eine Lebenserwartung, die jenseits der 40 Jahre liegt.

Um es kurz zu fassen, aus Sicherheitsgründen möchte ich, dass mein Kapital mindestens 70+ Jahre reicht und mir inflationsgesicherte Renten bringt!

Ich habe die Zahlenreihen von der jährlichen Entwicklung der US-Aktienmärkte bis zum Jahre 1926 zurück. Hier habe ich im Rückwärtstest diverse Szenarien ausprobiert. Die beste Strategie war für mich wie folgt:

  1. 4 % des jeweiligen Vermögens zum Entnahmezeitpunkt wird einmal im Jahr entnommen ggf. durch entsprechende Verkäufe!
  2. Dieser Betrag wird als Barbestand angelegt und hiervon lebt man im Folgejahr.
  3. Um zu vermeiden, das schlechte Börsenjahre zu schmerzhaften Einschnitten in der Lebensführung führen, will ich, dass auch bei einem Kursrückgang von 50 % noch eine ausreichende Entnahme möglich ist. Das ist mein 1. Sicherheitspolster.
  4. Hierzu hatte ich vereinfachend angenommen, dass die Steuerlast 1/4tel der Entnahmen betragen wird.

Diese Strategie führte im Durchschnitt unweigerlich dazu, dass ich im Zeitablauf deutlich steigendes Vermögen und damit deutlich steigende Entnahmen hatte.

Diese Strategie führte dann zu besseren Ergebnissen, wenn ich in guten Börsenjahren, die Entnahmen plangemäß vorgenommen hatte. Da gemäß meiner Planung damit die doppelten (oder mehr) Jahresausgaben abgedeckt wurden, bleiben in diesen guten Jahren Barbestände übrig, die vorgetragen werden können. In schlechten Börsenjahren werden diese Reserven zunächst zum Leben herangezogen, verbraucht und findet Null Entnahme aus dem Depot statt. So erfolgt automatisch ein antizyklisches Handeln.

Es gab nur eine Phase, wo diese Strategie zu Mindereinnahmen (also Einnahmen unter den gewünschten Ausgaben für ca. 6 Jahre) führte: Hätte ich diese Strategie im Jahre 1928 gestartet.

Vor diesem Hintergrund rechne ich so, dass wir (meine Frau und ich) mit dieser Strategie unser volles Wunschbudget in Punkto Ausgaben abdecken können, wenn der Depotwert um 50 % zurückgegangen ist. Wir haben daneben noch Ansprüche auf Pension (meine Frau) und Renten (ich). Das ist unser 2. Sicherheitspolster.

Weiterhin sind wir mittlerweile schon durch und finanziell frei, aber arbeiten gerne. Klar ist, dass wir mindestens noch 4 wenn nicht sogar 6 Jahre weiter voll arbeiten werden. Alle hieraus resultierenden Ersparnisse und Renditen erhöhen unser Vermögen weiter. Das ist unser 3. Sicherheitspolster.

Weiterhin ist klar, dass selbst wenn wir offiziell im Ruhestand sind, ich weiter meine Berufung (reduziert) ausüben werde. Auch hier werden weitere Einnahmen hereinkommen. Das ist unser 4. Sicherheitspolster.

Vor diesem Hintergrund gibt es für mich folgende Szenarien:

  • Der große Crash kommt in den nächsten 4 bis 6 Jahren: Dann werden wir noch mal richtig nachinvestieren und solange arbeiten (zumindest ich), bis die Erholung richtig gegriffen hat. In diesem Falle hätte sich unser Vermögen nach meinen Berechnungen noch mal verdoppelt. Dann kann bei meiner Strategie der Wert der  Aktien sogar um 75 % im Kurs zurückgehen.
  • Der große Crash kommt nach 6 Jahren: Dann haben sich unsere Aktien auch verdoppelt. (Die Werte, die wir gekauft haben und in denen wir investiert sind, sind nach meinen Berechnungen derzeit ca. fair bewertet und haben ein Gewinnwachstum, was mindestens zu einer Verdoppelung des Aktienwertes führen wird.)
  • Der große Crash kommt deutlich später. Auch dann bin ich bei einem Aktienvermögen, was eine Phase wie in 1928 ff. gut mit obiger Strategie für uns funktioniert.
  • Es gibt keinen großen, langanhaltenden Crash wie in 1928ff.  sondern es gibt allenfalls nur kurze, große Kursrückgänge  wie in den Jahren 2001 - 2003 und 2007 bis 2009 (Normalfall). Dann brauche ich nur zusehen wie unser Vermögen wächst, obwohl wir irgendwann davon sehr gut leben werden.

Noch eine Nebenbemerkung:

  • Ich habe ein sehr konzentriertes Depot: 4 Aktienwerte und ein Fonds für Spezialanleger, der wiederum stark in diesen Aktienwerten investiert ist und von dem ich meine Aktienideen habe.
  • Bei zwei Aktienpositionen (Alphabet und Facebook) gibt es eine interessante Story, die ich von dem Fondsmanager meines Fonds gelesen hatte: Er war in der Zeit der Finanzkrise 2007 bis Anfang 2009 auf einer Konferenz von großen Investoren und Aktiengesellschaften. Die Aktiengesellschaften stellten den Investoren vor, wie ihre Strategien für die Finanzmarktkrise aussehen. Ergebnis alle Aktiengesellschaften berichteten von Konsolidierung sprich Kostensenkungen. Es gab eine Ausnahme, die Ausgaben für Werbung im Internet/Social Media sollte ausgeweitet werden so jedes Unternehmen. Ergo ca. 40-50 % meines Depots ist ein Hedge gegen Wirtschaftskrisen.
Zitat von Heini am 11. Februar 2020, 14:38 Uhr

Hallo Forum,

Nächster Punkt:

Wenn ich beim Portvoliovisualizer.com das Sequence-of-Return-Risiko mit berücksichtige, da erhalte ich eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit mit einem fast 50% Anleihenteil, also Aktien/Anleihen  50/50.

Werte: 1 Mio€, 40T€ Entnahme, 25Jahre, worst 4 Years., 99% Erfolgswahrscheinlichkeit.

Nur kann ich heute noch von historischen Anleihezinsen ausgehen, egal ob Treasurys oder Corp.bonds (wie es bei Vanguard ist)?

Nach meinem Verständnis stehen die "sicheren" Anleihen ähnlich wie Cash da, 0% Zinsen und werden nur noch durch die Kurse bestimmt, sind dann aber fast wie Aktien zu behandeln, da kaum noch Coupon in den kommenden Jahren.

 

Mein Problem jetzt:

Wie ermittelt man halbwegs zuverlässlich eine SWR, zumindest eine sichere minimale SWR ohne auf unter 3% zu rutschen, denn dann kann man auch einfach in Cash/AAA-Staatsanleihen gehen und braucht keine Aktien (Entnahmeplan mit Festgeld).

Vielen geht’s vielleicht wie mir und die brauchen keine 30 Jahre plus wie die Frugalisten, sondern weniger (20Jahre oder 25 Jahre).

Dynamische Entnahmeregeln helfen hier erstmal nicht, da ich ja die niedrigste mögliche SWR suche, um die Portfoliohöhe zu berechnen.

Grüße

Heini

Lieber Heini,

Deine Überlegungen sind richtig.

Allerdings kommen bei meinen Überlegungen (siehe vorherige Antwort) noch die Punkte Inflation und eine mögliche höhere Lebenserwartung hinzu. Würde ich mein Kapital bei einer Verzinsung von 0 % einfach nur durch gleichbleibende Entnahmen verbrauchen, so hätte ich weder die Möglichkeit, die Inflation auszugleichen noch die Möglichkeit eine höhere Lebenserwartung zu bestreiten.

Deshalb werde ich in Aktien investiert bleiben (siehe vorherige Antwort).

Zitat von Heini am 11. Februar 2020, 14:38 Uhr

Hallo Forum,

Dynamische Entnahmeregeln helfen hier erstmal nicht, da ich ja die niedrigste mögliche SWR suche, um die Portfoliohöhe zu berechnen.

Grüße

Heini

Hallo Heini,

Mit den dynamischen Entnahmeregeln sehe ich das für mich so, dass ich das größte Crash-Szenario für mich berechne und zu Grunde lege. Wenn dann meine dynamische Entnahmeregel noch funktioniert (4 % des jeweiligen tatsächlichen Depotwertes zum Entnahmezeitpunktes, siehe Beitrag oben), dann weiß ich das ich sicher bin.

Mir ging es hier wie Dir. Ich hatte zunächst auch einen festen Betrag (wie 4 % des Vermögens zu Beginn aller Entnahmen) im Kopf. Diese Überlegungen führten mich aber immer in die gedankliche Sackgasse: Was passiert, wenn der Crash größer oder die Crashzeit länger ist, als ich mir jetzt vorstellen kann.

Mit der Überlegung, wie tief kann es denn überhaupt mit allen psychologischen Übertreibungen überhaupt fallen und trägt meine Strategie der Entnahmen für mich dann noch, fühle ich mich deutlich sicherer und besser.

Wenn Du zu meinen Überlegungen in den letzten drei Beiträgen noch Fragen hast, bin ich gerne bereit, diese zu beantworten.

Dir bei Deiner Entscheidung alles Gute.

Zitat von Georg am 15. Februar 2020, 8:08 Uhr

Moin zusammen,

zum Thema sichere Entnahmerate habe ich ein paar Studien durchgeführt. Ich denke dieser Artikel könnte für Deine Problemstellung interessant sein: https://www.finanzen-erklaert.de/entnahmestrategien-optimieren-bessere-rente-dank-cape-ratio/

Die 4% Regel taugt meiner Ansicht nach nicht als pauschale Regel, insb für Entnahmephasen länger als 30 Jahre.

 

Gruss Georg

Deine Cape-Regel ist ja richtig gut und einfach zu verstehen. Nach deinen Untersuchungen taugt die 4% Regel aber bei 25 Jahren Entnahme, so wie ichs gelesen habe.

Ich fahre ja gedanklich in 2 Abschnitten, da ich in 10 Jahren über 200T€ zusätzlich anlegen oder als Cash verbrauchen kann (und das jetzige Depot weiterlaufen kann), jenachdem wie sich die Börsen dann entwickelt haben.

Von daher kann ich mein Depot (bzw. Aktien/Cash-Portfolio) in max. 25 Jahre aufbrauchen.

Aber für eine sichere SWR gefällt mir deine Cape-Regel sehr gut, bisher das einfachste, was ich gefunden habe. 🙂

Hoffe da kommen noch weitere Untersuchungen von dir um das noch abzusichern.

Das bringt mich auf die Idee eventuell noch zu warten wie sich das Cape der nächsten 3-5 Jahre entwickelt (und mein Depot) und dann den Rentenzeitpunkt (Sequence-of-Return) besser abschätzen zu können. Ich bleibe dran.

 

@andre: Das liest sich bei deiner Entnahmestrategie so, daß du im Endeffekt bei 3,2% landen würdest- ähnlich der 16/wurzel(Cape) Formel.

Aber vielen Dank dir, dein Text bringt mich weiter in meinen Überlegungen, wie ichs am Besten abschätzen kann. Leider hab ich nicht ganz soviele Sicherheitspuffer.

 

@andre, bei dir ist es doch so wie wahrscheinlich vielen: du arbeitest dann doch bis 70, kippst dann um und bist äh warst 6-fach abgesichert. Was soll das bringen? Möglichst viel Geld anhäufen? Ehrlich, ich glaube, du machst dir da was vor...

Schön ist es auch, dass du mit deinen 4 Aktien so schlau bist. Facebook und Alphabet würde ich bei den aktuellen Kursen nicht mehr kaufen. Volles Klumpenrisiko voraus. 2000 / 2001 war das übrigens anders. Da wurden die Investitionen massiv zurückgefahren. Google zb hängt massiv von Werbeeinnahmen ab und die werden bei einer Weltwirtschaftskrise auch einbrechen.

Demut ist es, was der Markt einfordert. Und das fehlt dir leider völlig. Das wird dir dann irgendwann das Genick brechen (im übertragenen Sinne).

Zitat von Privatier am 15. Februar 2020, 19:12 Uhr

@andre, bei dir ist es doch so wie wahrscheinlich vielen: du arbeitest dann doch bis 70, kippst dann um und bist äh warst 6-fach abgesichert. Was soll das bringen? Möglichst viel Geld anhäufen? Ehrlich, ich glaube, du machst dir da was vor...

Schön ist es auch, dass du mit deinen 4 Aktien so schlau bist. Facebook und Alphabet würde ich bei den aktuellen Kursen nicht mehr kaufen. Volles Klumpenrisiko voraus. 2000 / 2001 war das übrigens anders. Da wurden die Investitionen massiv zurückgefahren. Google zb hängt massiv von Werbeeinnahmen ab und die werden bei einer Weltwirtschaftskrise auch einbrechen.

Demut ist es, was der Markt einfordert. Und das fehlt dir leider völlig. Das wird dir dann irgendwann das Genick brechen (im übertragenen Sinne).

Lieber Privatier,

bin ich Dir zu nahe getreten? Ich hoffe nicht, denn das liegt mir ferne, sowohl bei Dir als auch jedem anderen Menschen in diesem Blog.

Wie auch immer, Dir alles, alles Gute und vor allen Dingen Gesundheit.

Beste Grüße

André

 

Zitat von Privatier am 15. Februar 2020, 19:12 Uhr

@andre, bei dir ist es doch so wie wahrscheinlich vielen: du arbeitest dann doch bis 70, kippst dann um und bist äh warst 6-fach abgesichert. Was soll das bringen? Möglichst viel Geld anhäufen? Ehrlich, ich glaube, du machst dir da was vor...

Schön ist es auch, dass du mit deinen 4 Aktien so schlau bist. Facebook und Alphabet würde ich bei den aktuellen Kursen nicht mehr kaufen. Volles Klumpenrisiko voraus. 2000 / 2001 war das übrigens anders. Da wurden die Investitionen massiv zurückgefahren. Google zb hängt massiv von Werbeeinnahmen ab und die werden bei einer Weltwirtschaftskrise auch einbrechen.

Demut ist es, was der Markt einfordert. Und das fehlt dir leider völlig. Das wird dir dann irgendwann das Genick brechen (im übertragenen Sinne).

Liebe alle,

damit es klar ist:

Ja, ich arbeite gerne, weil ich jeden Tag aufs neue meine Tätigkeiten gerne ausübe und sie (meine Arbeit) mich erfüllt und sie aus meiner Sicht Sinn stiftet.

Ich weiß, dass ich damit Glück habe und weiß dies sehr zu schätzen und bin dementsprechend dankbar.

Bitte seid versichert, dass ich all denen, die ihren Beruf ausüben müssen und darunter leiden, mit meiner Haltung nicht zu nahe treten möchte.

Und ja, wenn ich kann und meine Gesundheit es mitmacht werde ich wohl auch mit 70, 80, 90 und 100 und darüber hinaus arbeiten, weil mir meine Arbeit im richtigen Maß, Spaß bringt, mich erfüllt und sie mir sinnvoll erscheint.

Was ist das Ziel meiner Vermögensanlagen nachdem ich die finanzielle Freiheit erreicht habe:

  1. Seitdem eine Partei in Deutschland, die systematisch südländisch aussehende Menschen (dazu gehöre ich) als kriminell diffamiert und stolz darauf ist Faschisten in ihrer Mitte zu haben, erstaunlich erfolgreich ist, will ich jederzeit in der Lage sein, in jedes beliebiges Land dieser Welt auswandern zu können. Dies ist nur möglich bei ausreichend hohem Vermögen (hierzu werde ich noch einen weiteren Thread aufmachen). Dies ist mein nächstes Ziel. Herabsetzende Kommentare, wie ich sie von Privatier lesen darf (Ehrlich, ich hätte nicht vermutet, dass in diesem Blog Menschen sich auf ein derart trauriges Niveau bewegen könnten. Es erschreckt mich einfach dieser Umgang miteinander. @Privatier  und ich vermute sogar, dass Du mich noch nicht mal verletzen wolltest, sondern Du hast Dich einfach nur geärgert oder was auch immer), bestärken mich noch in diesem Wunsch.
  2. Wenn das Ziel Nr. 1 erreicht ist, würde ich nur noch in Anlagen wie Generation Forrest e.G., Chancen e.G., Oikocredit etc. investieren.

Euch allen ein schönes Wochenende

Liebe Grüße

André

 

Zitat von Andre am 15. Februar 2020, 21:51 Uhr

Ja, ich arbeite gerne, weil ich jeden Tag aufs neue meine Tätigkeiten gerne ausübe und sie (meine Arbeit) mich erfüllt und sie aus meiner Sicht Sinn stiftet.

Meine Tochter meine mal zu uns, das wir keinen Job hätten, obwohl wir beide mehr als 40h arbeiten.

Sie meine: " Weil uns unsere Arbeit Spaß macht".

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Andre, leider scheinst du keine Kritik annehmen zu wollen. Ich bin da leider recht deutlich, aber nur auf der Sachebene, in diesem Fall was deine Investitionen angeht. Wahrscheinlich war mein Kommentar hier zu scharf formuliert. Das war keine Absicht. Nächstes mal werde ich mehr aufpassen. Wie gesagt, du solltest über meine Anmerkungen mal nachdenken...

Geärgert habe ich mich nicht. Ich finde es immer nur etwas seltsam, wenn in einem Frugalisten Forum Mitglieder erläutern, warum sie bis 60,70, 80 Jahre arbeiten und deutlich mehr Gelder anhäufen wollen. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, kann jeder machen wie er will, finde ich hier im Gesamtkontext aber recht eigenartig.

Ich wollte dich auch nicht verletzen. Jedenfalls ist das kein Grund mich in einem Satz mit Faschisten zu nennen. Das ist nämlich beleidigend.

Nu streitet euch doch nicht,

wer genre viel und lange arbeitet, weils ihm Spass macht oder er nichts anderes weiß, oder sich einfach nur dran gewöhnt hat, ist doch toll.

Jeder wie er möchte, kein Leben ist wie das andere und manche Arbeit ist stressiger als andere, kommt doch auch auf den Stress im Job an.

Mir geht es garnicht darum, ob oder wann ich genau aufhöre mit der Arbeit, sondern ab wann ich es könnte, das ist finanzielle Freiheit. Das bedeutet für mich aber auch der Zeitpunkt, wann ich ohne Einbußen im Lebensstil komplett aufhören könnte.

Sorry Heini, für diesen Thread,  nun muss ich auch noch mal in diese Abdrift spreizen, was mir eigentlich missfällt.

@Andre: Seitdem eine Partei in Deutschland, die systematisch südländisch aussehende Menschen (dazu gehöre ich) als kriminell diffamiert und stolz darauf ist Faschisten in ihrer Mitte zu haben, erstaunlich erfolgreich ist, will ich jederzeit in der Lage sein, in jedes beliebiges Land dieser Welt auswandern zu können. Dies ist nur möglich bei ausreichend hohem Vermögen (hierzu werde ich noch einen weiteren Thread aufmachen). Dies ist mein nächstes Ziel. Herabsetzende Kommentare, wie ich sie von Privatier lesen darf (Ehrlich, ich hätte nicht vermutet, dass in diesem Blog Menschen sich auf ein derart trauriges Niveau bewegen könnten. Es erschreckt mich einfach dieser Umgang miteinander. @Privatier  und ich vermute sogar, dass Du mich noch nicht mal verletzen wolltest, sondern Du hast Dich einfach nur geärgert oder was auch immer), bestärken mich noch in diesem Wunsch.

Ich habe schon in einem anderen Thread angemerkt das dieses Abdriften ins persönlich nehmen/ persönlich beleidigt sein eine völlig unpassende Art darstellt in einem Forum mit zuwirken. Ein wenig Einsteckvermögen sollte gerade auch in einem recht anonymen Forum Grundlage des Mitwirkens sein, da sich die Teilnehmer tendenziell extremer äußern werden als im "wahrem Leben". Das sollte einem prinzipiell klar sein und in sein Wirken einfließen !!  Laufend driften Themen in ein unsachliches Gegeneinander, weil bei Einigen evt. "Übersensibelchen" vorhanden sind. Evt. hilft es mal, ein Tag länger darüber zu sinnen ob man nich sachlich bleiben könnte.

Nicht hilfreich sind dann auch Sätze, (hier von Diskriminierung und Radikalen), in die Nähe, ( in einen wohl gewollten leichten Zusammenhang ) von Sätzen zu bringen in den ein anderer Mitwirkender genannt wird. Dieses löst, wenigstens bei mir, sofort eine negative Aufmerksamkeit in Richtung des Genannnten aus.

Nach Rücklesen konnte ich aber keinerlei diskriminierende Äußerung @Privatier s erkennen und kann ihn ganz und gar entlasten !!  Das wenig "Straßen-Slang" sollte schon erlaubt sein.

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