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Mein bewusster Start

Hallo,

schon seit vielen Wochen/ Monaten verfolge ich diese gelungene Seite und das was sich Frugalismus nennt. Nun habe ich auch Lust etwas beizutragen und euch meine Einstellung oder meinen Ansatz dazu zu erzählen.

Erstmal ein riesen Kompliment an Oliver Nölting! Tolle Inhalte, sehr inspirierend diese Offenheit und Transparenz zu seiner Lebenseinstellung und seinen Zielen. Ich habe die letzten Monate alles dazu gelesen und mir zahlreiche Videos etc. dazu angesehen (vor allem das lange Interview z.B. beim Finanzrocker).

Recht bescheiden und auf dem Boden geblieben war ich schon immer. Ich habe auch schon immer Geld gespart, mehr oder weniger planvoll. In den letzten Jahren habe ich mich auch immer mehr mit Geldanlage und persönlichen Zielen dazu beschäftigt. Das ich mich in letzter Zeit immer mehr für Investments in Aktien und auch Immobilien interessiert habe und dies auch umgesetzt habe und nun die Inhalte dieses Konzepts dazu passt gut zusammen. Dadurch habe ich das Gefühl das alles ab sofort noch bewusster und mit einem klareren Ziel zu machen.

Zu mir: Bin 32 Jahre und trotz hoher Sparquote nicht der typische Frugalist ala Oliver. Ich kann meine Sparquote z.B. jetzt nicht genau beziffern, ich führe auch kein Haushaltsbuch (habe mir zuletzt mal grob notiert welche Fixausgaben ich habe). Ich führe auch so extrem was den "Verzicht" (sorry, Oliver verzichtet nicht... ich meine das aber trotzdem anders.. weil mir für vieles seiner "Konzepte" schlicht die Zeit fehlt) angeht kein "frugalistisches" Leben. Ich möchte generell auch in der Zukunft nichts kopieren, sondern mich von verschiedenen Seiten inspirieren lassen und das Beste von allem für mein persönliches Leben nutzen.

Warum kenne ich meine Sparquote nicht? Mein Einkommen schwankt mehr oder weniger stark aufgrund meiner Vertriebstätigkeit, es liegt ohne Sonderzahlungen gerechnet ca. bei 4.000-4.500 EUR Netto im Monat (es ist nicht unrealistisch da mit Sondereffekten noch mal gut 1.000 Netto monatlich draufzurechnen). Momentan stehe ich an einem Punkt, bei dem ich meine Zeit finanziell gesehen eher in Arbeit stecke als in Dokumentation von Ausgaben oder Überlegungen wo ich was sparen kann. Weil ich denke, dass ich in einer Stunde Arbeit mehr generieren kann als es möglich ist auf anderem Wege in einer Stunde einzusparen. Gedanken über eine sinnvolle Anlage sind aber natürlich wichtig. Als grobe Faustformel sage ich mir, dass ein Einkommen von 2.000 EUR Netto im Monat super sind und man in jedem Fall bei einem normalen Lebensstil damit gut auskommen sollte. Das heißt meine Sparquote liegt in jedem Fall irgendwo zwischen 50-70% auf das Gehalt bezogen.

Oliver habe ich sehr gut verstanden was er mit "Rente mit 40" meint. Es geht nicht um den klassischen Begriff der "Altersrente". Es geht um finanzielle Unabhängigkeit, es geht um Freiraum, es geht um Spielräume und Selbstbestimmung. Genauso sehe ich es auch. Ich habe mir nun mal das Ziel mit 50 Jahren gesetzt. Aus meinem Stand heute kann ich mir vorstellen ca. bis 50 genauso weiter zu arbeiten wie jetzt. Aus meiner Sicht heute wäre es dann an der Zeit ein bisschen was zu ändern. Was genau wird die Zeit und die Situation dann zeigen.

Möchte euch noch kurz beschreiben was ich bisher gemacht habe und an welchem Punkt ich stehe: Ich habe derzeit ca. 75.000 EUR liquides Geld (davon das meiste in Tagesgeld, ca. 10.000 EUR in Aktienfonds investiert, weiteres noch in einem Bausparvertrag). Weiteres nicht liquides Geld steckt in Altersvorsorgeverträgen (Riester, selbstfinanzierte- und Arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente), Mitarbeiterbeteiligungen und in 2 Eigentumswohnungen (daraus generiere ich 1.050 EUR Kaltmiete, die Wohnungen sind beide aber bewusst hoch fremdfinanziert... die Erste nur ca. 80% fremd, die Zweite aber Kaufpreis + Makler sogar, also ca. 105% fremd). Fest per Sparplan gehen derzeit 500 EUR im Monat in Aktienfonds (200 in eine Fondspolice - 6 verschiedene aktive Aktienfonds, 300 direkt in 3 Aktienfonds - ETF auf den MSCI World, ETF auf den MSCI EM und ein aktiver Fonds mit Schwerpunkt auf wachstumsstarke Unternehmen). Ab sofort möchte ich deutlich mehr investieren und zusätzlich ca. 2.000 EUR monatlich direkt in die ETFs zahlen.

Soweit dazu, es hat mir Spaß gemacht dies ein bisschen aufzuschreiben und hilft mir auch bei der Umsetzung. Euch allen noch viel Spaß und viel Erfolg. Anmerkungen oder Fragen gerne raus damit 🙂

Ziel50

 

 

 

Cool, hört sich schon mal ganz gut an!  Frage:  wie ist Deine eigene Wohnsituation? Wohnen ist der größte Kostenfaktor, gefolgt von Krankenkasse und Auto, wobei Auto beim Vertriebsjob dabei sein dürfte. Mit Tankkarte...

Krankenkasse?

Viele Grüße!

Danke für deine Reaktion!

Selbst wohne ich zur Miete, 440 EUR Warm. Auf ein Auto kann ich nicht verzichten. Auto ist ein großer Kostenfaktor, aber nicht zuletzt verdiene ich damit auch mein Einkommen und ansonsten ist es ja auch ganz schön frei mobil zu sein. Beim Auto achte ich aber auf einen akzeptablen Verbrauch, ein zuverlässiges Auto und ich werde mir immer so 2-4 Jahre alte Gebrauchtwagen holen (Preissektor 15.000-18.000 EUR).

Krankenkasse ist ein komplexes Thema. Bin derzeit aus 2-3 Gründen in der gesetzlichen Krankenkasse. Da zahle ich natürlich einen horrenden Beitrag (glaube mit Pflege so rund 850 EUR im Monat). In der privaten Krankenkasse würde ich bei einem guten Schutz auf max. 450 EUR im Monat kommen und 2 Zusatzversicherungen mit Gesamt ca. 35 EUR im Monat könnten auch noch wegfallen. Dazu habe ich verschiedene Überlegungen, es gibt viel für aber auch wider.

Das wäre interessant für mich: Wie denkst du oder ihr darüber?

Hallo Ziel50! Danke für deine Einblicke. Wir sind beide in einer sehr ähnlichen Situation, gleiches Alter, ähnliche Einkommen, dein Vermögen ist bereits grösser und liquider, meines ist grösstenteils in der Vorsorge.

Ich teile deine Interpretation von "Rente mit 40", es bedeutet für mich ebenfalls ab einem gewissen Punkt in den erlauchten Kreis der Investoren aufzusteigen. Ist ein Warren Buffet Pensionär? Wohl kaum - als Investor bleibt man am Ball, auch wenn man es gänzlich Passiv macht - dann hat man sehr viele zeitliche Freiheiten, umso Aktiver man das betreibt (ggf. mit Immobilien), umso zeitintensiver wird deren Verwaltung - davon lebt ja man schliesslich dann.

Ich pers. schraube ebenfalls nicht notorisch an der Sparschraube, da es mir wie bei dir als Unternehmer deutlich leichter fällt, das Einkommen zu steigern als Ausgaben zu senken. Dadurch konnte ich in meiner nun 2 Jährigen Selbständigkeit deutlich mehr ansparen (absolut), als ich es auf dem Beruf als angestellter Maschineningenieur je hätte können, ganz zu schweigen von den Freiheiten (z.B. 6 Wochen Grossbritannien-Reise letzten Sommer). Ich passe mein Lebensstil saisonal an, im Sommer bin ich sehr frugalistisch unterwegs, tiefes Einkommen, tiefe Ausgaben, wenig Arbeiten - dann gibt es wieder Monate mit interessanten Projekten, da arbeite ich sehr viel, verdiene sehr viel und die Kosten steigen etwas (v.a. Ernährung, weil die Zeit dann fehlt und ich viel unterwegs bin, um selber zu kochen - das rechnet sich dann leider nicht).

Zum Thema, keine Zeit für ein Haushaltsbuch: Das gibt in der Tat sehr viel Arbeit - ABER nur in der Aufbauphase! Ich habe mir ein Excel erstellt, damit habe ich jetzt endlich eine klare Übersicht über all meine Vermögensteile und Ausgaben - dieses zu aktualisieren ist nur noch einmal monatlich ein rel. kleiner Aufwand, alle Bestände zu aktualisieren.

Darüber hinaus führe ich auf der App Fast Budget ein Haushaltstagebuch - da das Natel immer dabei ist, ist das auch sehr einfach und gibt v.a. anfangs im Aufbau etwas Arbeits, dannach läuft das fast automatisch.

Zur Zeit ist es sogar ein kleines Hobby geworden, da man dadurch auch Buchhalterisch learning by doing geschult und bewusster wird, deshalb führe ich sie zur Zeit zeitintensiver als nötig wäre - es ist ein sehr lernreicher Prozess und ein Motivierender, weil man den Fortschritt schön sieht etc. Ggf. wäre das etwas für dich.

Hallo,

Ich kann Dir nur empfehlen ein Haushaltsbuch zu führen. Ich mache es auch mit excel und wenn es einmal steht ist der Aufwand doch sehr überschaubar.

In Sachen Sparquote... überleg doch mal ob du einfach dein fixes Einkommen dass du ja sicher hast nimmst und darauf ein Budget festlegst. Darüberhinaus wird alles was an Prämie rein kommt komplett gespart. So oder so ähnlich würde es Dir Bodo Schäfer raten um möglichst schnell unabhängig zu werden. Ich finde diese Strategie aber durchaus nachahmenswert. Ein bisschen was kann man auch von diesen Gurus lernen.

Ansonsten viel Spaß hier im Forum

Ich rate auch ganz dringend zum Führen eines Haushaltsbuches. Es ist sehr erhellend. Gibt´s auch als App fürs Smartphone. Und nachdem die meisten darauf eh ständig rumdaddeln, sind auch 5 min täglich nicht übermäßiger Extra-Aufwand.

Bis dahin ist es auch aufschlußreich, die Kontoauszüge und die Kreditkartenabrechnungen der letzten 2 Jahre auszuwerten.

Zitat von frugi63 am 7. August 2019, 17:24 Uhr

Hallo,

Ich kann Dir nur empfehlen ein Haushaltsbuch zu führen. Ich mache es auch mit excel und wenn es einmal steht ist der Aufwand doch sehr überschaubar.

In Sachen Sparquote... überleg doch mal ob du einfach dein fixes Einkommen dass du ja sicher hast nimmst und darauf ein Budget festlegst. Darüberhinaus wird alles was an Prämie rein kommt komplett gespart. So oder so ähnlich würde es Dir Bodo Schäfer raten um möglichst schnell unabhängig zu werden. Ich finde diese Strategie aber durchaus nachahmenswert. Ein bisschen was kann man auch von diesen Gurus lernen.

Ansonsten viel Spaß hier im Forum

Danke für euern Input in die selbe Richtung! Haushaltsbuch.

Ich habe für meine Ausgaben ein gutes Gefühl und auch meine Kontobewegungen, Abbuchungen, Bargeldverfügungen sehr gut und genau im Auge.

Bisher habe ich, wie alles, das  nach meinem Gefühl gemacht. Es ist schon interessant für mich alles strategischer und mehr noch auf Fakten beruhend zu machen.

Ich könnte eine Excel anlegen über sämtliche Einnahmen und Ausgaben. Besonders auch für die Einnahmen, weil die ja etwas schwankender sind (wobei über Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge natürlich am ehesten im Nachhinein nachvollziehbar).  Insbesondere könnte ich mir so auch noch mehr Klarheit über Ausgaben/ Einnahmen der vermieteten Wohnungen verschaffen. Teils ist das nicht ganz so einfach, da ich alles über ein Konto laufen habe. Die beiden Wohnungen betrachte ich momentan auch nicht ganz so streng, da ich sie weniger als sofortigen "Cash-Flow" gekauft habe als mehr zum Kapital "anlegen" bzw. eher Immobilien Kapital aufbauen. Die variablen Ausgaben genau zu dokumentieren wird die größere Herausforderung, interessant wäre das aber für mich.

Am Ende eines Jahres oder einzelner Monate könnte ich so auch doch eine genaue Sparquote ermitteln.

Frugi63: So in etwa mache ich das auch schon. Mein Leben auf ein normales, fixes Einkommen aufbauen und alles darüber hinaus sparen/ anlegen oder mal das etwas besondere gönnen (wobei das bei mir dann eben auch ein normaler Urlaub, ein schöner Ausflug, schönes Essen oder ein Besuch einer Veranstaltung ist - nichts verrücktes).

Das kommt mir doch in etwa bekannt vor. Auch ich habe ein recht schwankendes Einkommen, bekomme durch Mehrarbeit im Durchschnitt etwa doppelt so viel wie mein Grundgehalt. Ich gehe auch lieber den Weg das Einkommen zu erhoehen. Ein Haushaltsbuch und auch eine Vermoegensuebersicht habe ich trotzdem angefangen und es hat mir geholfen die Sparquote zu erhoehen. Da man so mit den Zahlen spielen kann sieht man sofort den Effekt einzelner Massnahmen, behaelt einen Ueberblick ueber den Cashflow und die Reserven in der naeheren Zukunft.

In mein Haushaltsbuch trage ich einfach alle paar Tage alle Konto und Kreditkartenbewegungen ein und monatlich die Endbetraege der Konten.
Dann habe ich noch Ableger der Tabelle mit der prognostizierten zukuenftigen Entwicklung fuer dieses und des naechsten Jahres um eben besser planen zu koennen.

Hallo,

bevor ich ein neues Thema aufmache, passt hier auch ganz gut:

Ich habe mein ETF Depot leicht abgeändert. Und zwar erweitert um den „iShares MSCI World Small Cap UCITS ETF USD (Acc) Share Class“.

Es sieht künftig also so aus:

Ganz klassisch MSCI World (Sparrate ca.64,3%), MSCI Emerging Markets (Sparrate ca. 28,6%) und nun die neue Position MSCI World Small u. Mis Cap (7,1%).

Würde ich mal unter Kosmetik abhaken.

Ein kurzer Nachschlag auch zum Thema Sparquote, habe jetzt einige Monate Einnahmen/ Ausgaben über Excel geführt:

Sparquote liegt zwischen 60-70 %

Habe gerade mal 2019 grob durchgerechnet ... ich komme auf eine Sparquote von ~100%, wenn ich meine Kammerbeiträge mit einbeziehe (kapitalgedeckte gRV).

Für einen bekennenden Nicht-Frugalisten ist das ganz ordentlich, finde ich. 😉 Ohne die Kammerbeiträge liege ich immer noch deutlich über 70%.

100%!? Kann doch nicht sein! ... doch, das kann sein. Weil ich 2016, 2017 und vor allem 2018 massiv in meinem Unternehmen investiert habe und ab 2019 die Abschreibungen kumuliert wirksam werden. Wenn meine Sparquote so berechnet über 100% liegt, bedeutet das schlicht und ergreifend, dass der Steuervorteil aus den Abschreibungen 2019 größer war als meine Konsumausgaben.

Finde ich ganz beruhigend, vor allen Dingen, weil das Investitionen waren, die bis zu 10 Jahre abgeschrieben werden, d.h., wenn ich mein Konsumverhalten nicht großartig ändere, wird sich das in den kommenden 6-8 Jahren ähnlich auswirken. An dem Punkt muss ich Oli dann doch mal Recht geben, denn die Macht des Nicht-(Konsum-)Kaufs hat sich hier sehr positiv ausgewirkt. Wenn ich das nicht re-investiert, sondern privat für Konsum ausgegeben hätte, läge meine Quote massiv unter diesen Werten.

Liegt aber auch bei mir an stark schwankendem Einkommen, insofern ist das nur ein lustiger Einzel-Wert, den man nicht zu ernst nehmen sollte.

Vor knapp einem Jahr habe ich mich hier gemeldet und seitdem bin ich daran meine persönlichen Finanzen weiter und besser zu strukturieren.

Im vergangenen Jahr habe ich per Excel eine Einnahmen- Ausgaben Liste geführt, meine Sparquote schwankt aber genau wie angenommen zwischen 50-70%.

Gerne möchte ich ähnlich zu Oliver N. und anderen „Finanzbloggern“ meine Schritte und Erfahrungen teilen und in Austausch/ Diskussion mit euch treten. Ich nutze dazu aber einfach diese bestehende Community und bin ein Teil davon.

Nun habe ich begonnen das zu Papier zu bringen was ich mir vorher allenfalls grob im Kopf überlegt habe. Mein „Vermögens-Tracking“ möchte ich regelmäßig überprüfen und teile dies nun ca. halbjährlich hier im Forum, weshalb sollte ich das nicht tun und es nur für mich still und heimlich in Excel pflegen? Das motiviert mich auch mehr und sehe ich als Sinn dieser Community.

 

Risikoarmer-Anteil:

Tagesgeld: 10.000

Bausparvertrag: 6.310

„Rentenversicherung“ mit Beitragsgarantie und Überschussbeteiligung*: 24.837

Riester-Vertrag beitragsfrei: 11.832

Betriebsrente-Entgeltumwandlung (40 EUR-VL): 12.299

Unternehmensbeteiligungen (5 Jahre Laufzeit, fester Zins+variabel): 3.223

Gesamt: 68.501

 

Risikoreicher-Anteil:

ETF-Depot: 29.491

Fondsgebundene-Rente: 6.196

Rürup-Rente-Fonds: 3.999

Gesamt: 39.686

 

-*die „Rentenversicherung“ dient als Tages- Festgeldersatz, monatliche Teilentnahme- und Zuzahlungsmöglichkeit

-es ist noch anzumerken, dass alle Versicherungsverträge „Nettopolicen“ mit sehr günstiger Kostenstruktur sind, gleiches gilt für den Bausparvertrag (keine Abschlusskosten)

-es gibt noch 2 vollständig Arbeitgeberfinanzierte Rentenverträge, die halte ich hier raus.

Mein Ziel Verhältnis habe ich mit 70% Risikoreich, 30% Risikoarm festgelegt und muss feststellen, dass dies momentan eher andersrum ist.

Dann habe ich noch 2 vermietete ETWs, die betrachte ich separat – führe sie als doch bedeutenden Baustein aber mit auf:

ETW1 (Bj 2007): Wert ca. 150.000 EUR – aktuelles Darlehen: 121.000 (Annuität: 348 EUR) – Miete Kalt: 530EUR

ETW2 (Bj 1995): Wert ca. 129.000 EUR – aktuelles Darlehen: 128.000 (Annuität: 405 EUR) – Miete Kalt: 540EUR

Wenn Du eine vernünftige Vermögensübersicht führen willst, müssen da natürlich alle Posten mit entsprechender Bewertung rein, also auch die Immobilien und die Rentenverträge. Wieso sind die Immobilien separat?

Bei den Altersversorgungen würde ich aber nicht die eingezahlten Beträge sondern die aktuellen Rentenzusagen abgezinst auf heute in die Übersicht einbauen.

Zitat von Ziel50 am 17. Juni 2020, 16:19 Uhr

ETW1 (Bj 2007): Wert ca. 150.000 EUR – aktuelles Darlehen: 121.000 (Annuität: 348 EUR) – Miete Kalt: 530EUR

ETW2 (Bj 1995): Wert ca. 129.000 EUR – aktuelles Darlehen: 128.000 (Annuität: 405 EUR) – Miete Kalt: 540EUR

Wie @privatier schon richtig sagt, die Rentenverträge gehören mit in eine korrekte Aufstellung, die Immos ebenfalls.

Die Immos kann man nicht allein auf Grund der Annuität und Kaltmiete beurteilen, ich glaube aber nicht, dass nach Deinem individuellen Steuersatz monatlich was übrig bleibt und das ist dann schon nicht gut. Wenn Deine Marktwerte stimmen, hast Du eine Kreditbelastung von 90%, damit fast maximalen Hebel - aber keine Rendite bzw. läuft die komplett in die Tilgung. Wenn die Marktwerte nachlassen (und damit die Mieten), hängen solche Finanzierungen schnell direkt am eigenen Gehalt oder werden anderweitig querfinanziert.

Zitat von Privatier am 17. Juni 2020, 17:03 Uhr

Bei den Altersversorgungen würde ich aber nicht die eingezahlten Beträge sondern die aktuellen Rentenzusagen abgezinst auf heute in die Übersicht einbauen.

Grundsätzlich korrekt, aber für die meisten Laien schwer zu koordinieren. In seinem Beispiel hätte man einerseits aktuelle Immowerte (die ebenfalls nicht sofort realisierbar sind, weil Opportunitätskosten für zB Vorfälligkeitsentschädigungen anfallen) gemixt mit auf 20, 30 oder 40 Jahre abgezinsten Rentenwerten in der Aufstellung.

Es stellt sich auch die Frage, ob das mit anderen Usern, die das gleiche Problem haben, vergleichbar ist.

Das wäre mal ein Thema für sich, wie man in seine persönliche Finanzübersicht Immobilien aufnimmt und bewertet. Da ich keine habe, habe ich mich aktuell damit noch nicht beschäftigt. Aber ich glaube, bei den meisten wird die zu hoch sein.

Zu den Rentenwerten: hier die Einzahlungen aufzunehmen, kann zu einem bösen Erwachen führen. Beispiel Rentenversicherung: Meine abgezinsten Rentenzahlungen sind deutlich niedriger, als die bisher eingezahlten Beträge.

Danke für euern Input!

Bzgl. der Rentenversicherungen müsste ich dann gucken welche Rente jetzt steht bei Beitragsfreistellung. Wobei das natürlich gerade bei rein Fondsgebundenen Verträgen irgendwie schwer und auch unrealistisch ist, da es sowieso keine garantierte Rente gibt. Zudem sei noch gesagt, dass die private Fondsgebundene-Rente nicht dazu gedacht ist die zu verrenten.

Außerdem wollte ich die mit in das 70:30 Verhältnis nehmen, das ich anstrebe und das ist natürlich auch schwierig, wenn ich Renten ausweise.

Bei den Immobilien ist mir auch unklar wie ich diese mit aufnehmen und bewerten soll. 150.000 Marktwert (geschätzt), 121.000 Restdarlehen. Also 29.000 Vermögenswert, oder wie? Und das als risikofreier Teil? Irgendwie hinkt das.. daher meine Idee das einfach separat zu betrachten.

@ MFZ73: Grenzsteuersatz ist natürlich gut 42% + Soli und so..

Kann ich alles nachvollziehen was du schreibst und ist korrekt. Die beiden Wohnungen sind aber natürlich reine Altersvorsorgeobjekte, Vermögensaufbau und Cash-Flow im hier und jetzt ist nett, für mich aber absolut nicht relevant. Nach Ablauf der Zinsbindung dürfte die Rechnung komplett anders aussehen und die Immobilien mich nicht belasten. Weiterer Bestandsaufbau ist nicht geplant. Die Mieteinnahmen sollen später passives Einkommen generieren und die Rente aufbessern.