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Kritische Fragen/Haltlose Gedanken und eine Geschichte

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ETFs scheinen voll im Trend zu sein, aber was genau ist das eigentlich und wie funktioniert das?

Was ist ein ETF?

Wiki Auszug:

"Ein börsengehandelter Fonds[ (englisch exchange-traded fund, ETF) ist ein Investmentfonds, der an einer Börse gehandelt wird. Er wird im Normalfall nicht über die emittierende Investmentgesellschaft, sondern über die Börse am Sekundärmarkt erworben und veräußert. Die meisten börsengehandelten Fonds sind passiv verwaltete Indexfonds. Der Begriff ETF wird auch synonym mit Indexfonds benutzt."

Was ist ein Sekundärmarkt?

"Als Sekundärmarkt (auch Umlaufmarkt; englisch aftermarket) bezeichnet man im Finanzwesen einen Markt, auf dem die Marktteilnehmer bereits in Umlauf befindliche Finanzinstrumente als Handelsobjekt erwerben oder weiterveräußern. Komplementärbegriff ist der Primärmarkt."

"Wozu benötige ich dann einen Sekundärmarkt?"

Es klingt wie eine Instanz die einfach den Primärmarkt zu anderen Bedingungen abbildet.

Oder anders gesagt ich mache eine Lotterie auf und richte mich nach der Hauptlotterie, gleichzeitig schließe ich eine Versicherung mit einer Institution ab, falls doch mal jemand gewinnen sollte das er seinen Preis erhält. Auf dauer werde ich aufgrund der Gesetze der Wahrscheinlichkeit gewinne fahren, vorausgesetzt es machen genug Leute mit.

Eine kleine ausgedachte Geschichte mit paar Fakten

ETFs gibt es in Deutschland grade einmal seit ca. 1988, noch hat keine Generation dieses Modell als Altersvorsorge erprobt. Trotzdem werden ETF's mit einer soliden Sicherheit für das Alter umworben.  Menschliche Intuition versagt bekanntlich oft. Ich persönliche kenne Leute die Gewinne an der Börse eingefahren haben und welche die auch verloren haben, aber wirklich verstehen tut es niemand von ihnen. Es wirkt einfach wie Art Glücksspiel.

Und was ich über Trends persönlich feststellen musste meistens gewinnen nur die, die von Anfang an dabei waren, alle anderen gehen leer aus müssen aber beworben werden, um "ausgesaugt zu werden" (ohne Verlierer keine Gewinner), somit springen alle auf den Bandwagon auf und im Alter dann der Schreck, wenn alle Anfangen zu entnehmen Platzt die Blase" Ich könnte es nicht mit meinem gewissen vereinbaren am Ende so viele Leute ins Unglück gestürzt zu haben und ich profitiere, denn ich hätte es sehen können, natürlich kann der Mensch sich alles selbst rechtfertigen sogar einen Mord. Es unterscheidet mich dann aber in keinster weise von einem "psychopathischen" Bänker.

 

 

Vielleicht kann mir jemand lückenlos logisch herleiten nach einem einfachen Kalkül wie das ganze den bitte für die Masse funktionieren soll?

Meiner Meinung nach macht es viel mehr Sinn die Augen offen zu halten und sich selber Gedanken machen was mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Trend wird, wenn man es denn möchte.

 

 

 

 

 

 

Interessante und denkanregende Fragestellung; ähnliche Gedankengänge habe ich auch schon gehabt.

Das Wort ETF ist tatsächlich momentan in aller Munde und scheint immer populärer zu werden. Man ließt und hört immer mehr von ETFs doch die wenigsten wissen was sich für ein Vehikel hinter dem Kurzbegriff verbirgt; frei dem Motto: Bringt Rendite, der Rest ist mir egal.

Um dem von Dir weitergesponnenen Szenario zu entkommen setze ich eben nicht alles auf eine Karte (ETFs) sondern Diversifiziere im Depot weiterhin auch mit Dividendentiteln und Zukunftsaktien wie z.B. Wasserstoff und Co.

Desweiteren wird eben nicht das Gesamte Kapital zur Börse getragen sondern eben gemäß der alten 3-Speichen Regel verteilt.

Irgendwo gabs auch die Aussage "Lebenserwartung in Jahren - aktuelles Alter in Jahren = Aktienanteil in %" und da versuche ich mich obendrein auch dran zu halten. Ergibt im Endeffekt auch Sinn, denn wer mit 60 noch 100% seines Vermögens im Depot hat aber genau da der Markt stark absackt sieht u.U. doof aus.

Ich finde, Gerd Kommers Blogartikel bringen schwammige Gefühle sehr schön auf ein sicheres Fundament. Lies mal https://www.gerd-kommer-invest.de/daemonisierung-von-etfs/

Ich kann aber auch alle anderen kostenlosen Blogartikel von ihm sehr empfehlen, nüchtern und mit Quellen belegt, das mag ich gerne.

Empfinde ich auch als ziemlich fragwürdig, aber ich möchte keine unnötigen Ängste schnüren, denn am Ende kannst du alles hinterfragen.

Vielleicht bin ich nicht bewandert genug, aber es ist doch Überhaupt nicht Sachlich es ist ein verstecken hinter im Kreis führenden Schlagworten, so scheint es jedenfalls.

Viele kritische Stimmen gibt es nicht, so wie der Herr es in seinem Artikel suggeriert.

Außerdem liefert er keine Antworten, sondern sagt nur das die kritischen Fragen "doof" sind und warum er sie "doof" findet. Er wirft ebenso mit Analogien um sich wie die Fragensteller.

Alter ich werd langsam genervt ließ dir das doch mal fragend objektiv mit Verstand durch.

"ETFs in ihrer heutigen Form existieren seit 1993, also seit 24 Jahren. Aufgrund der Erfahrungen in den zwei großen Markt- und Börsenkrisen der vergangenen 17 Jahre wurde die ETF-Struktur in mehreren Details noch weiter verbessert, denn nichts Menschliches auf der Welt ist perfekt oder wird es je sein. Das gilt für jedes Finanzprodukt."

Was sagt das denn wirklich aus....? oder alles was er schreibt .... es ist nichtssagend... ich werde ggf. das hier überarbeiten. Er benutzt allgemein gültige aussagenlogische Wahrheiten wie"denn nichts Menschliches auf der Welt ist perfekt oder wird es je sein" " ist äquivalent mit "Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt wie es ist

ich schreibe langsam auch aus einer emotionalen Beweisführung heraus. /sorry

 

"Wenn du überlegst ein Haus zu kaufen, frage nicht die Leute die schon ein Haus gekauft haben."

"Wenn man etwas nicht einfach erklären kann, hat man es nicht verstanden."

Mit den Zitaten will ich eigentlich nur das sagen, was ich auch denke und es fällt immer wieder auf, es wirkt doch nur wie Bauernfängerei, klar gibt es glückliche Bauern, aber der Großteil ist doch zum scheitern verurteilt oder nicht?

 

Was soll ein Finanzguru denn sagen der viel Zeit und Mühne investiert hat? Seine subjektive Wahrnehmung wird seine objektive Wahrnehmung überschreiben und die die bereits Konvertiert sind werden natürlich folgen.

Ehrlich wäre vermutlich: "Ich habe wirklich selber keine Ahnung und dieser Blog verschafft mir Beschäftigung Sinn und Anerkennung ggf. Geld und die Farce einer Expertise?" Wenn sich ein Mensch sowas eingestehen muss würde er unter kognitiven Dissonanzen leiden.

 

 

 

 

 

Vielleicht ist es gut wenn alle in einen Richtungswinkel laufen, den Winkel nicht komplett entgegengesetzt einschlagen, sondern einfach anders abweichen. Nur weil etwas in der Vergangenheit so war muss es ja nicht in der Zukunft so sein, aber mit der Masse schwimmen, scheint nicht richtig zu sein und gegen die Masse auch nicht, wenn man jedenfalls nach der Vergangenheit geht.

Desweiteren möchte ich auf Warren Buffet hinweißen.

„Investiere nie in ein Geschäft, welches du nicht verstehen kannst.”

Und unter Verständnis verstehen wir das folgende:

Verstehen (auch Verständnis genannt) ist das inhaltliche Begreifen eines Sachverhalts, das nicht nur in der bloßen Kenntnisnahme besteht, sondern auch und vor allem in der intellektuellen Erfassung des Zusammenhangs, in dem der Sachverhalt steht. Verstehen bedeutet nach Wilhelm Dilthey, aus äußerlich gegebenen, sinnlich wahrnehmbaren Zeichen ein „Inneres“, Psychisches zu erkennen. Der Begriff „Verstehen“ wird häufig dem Begriff „Erklären“ gegenübergestellt, wobei das genaue Verhältnis beider Begriffe (und Prozesse) zumeist zueinander unklar bleibt. Grundlage des Verstehens ist Verstehbarkeit.

Oder kurz:

den Sinn von etwas erfassen; etwas begreifen
"einen Gedankengang, Zusammenhang verstehen"
Die ganz großen ETF Animateure kommen mir eher so vor, ob es ihnen bewusst ist oder nicht:

 

Zitat von AlwaysDoubtful am 16. Oktober 2019, 14:53 Uhr

Empfinde ich auch als ziemlich fragwürdig, aber ich möchte keine unnötigen Ängste schnüren, denn am Ende kannst du alles hinterfragen.

Vielleicht bin ich nicht bewandert genug, aber es ist doch Überhaupt nicht Sachlich es ist ein verstecken hinter im Kreis führenden Schlagworten, so scheint es jedenfalls.

Viele kritische Stimmen gibt es nicht, so wie der Herr es in seinem Artikel suggeriert.

Außerdem liefert er keine Antworten, sondern sagt nur das die kritischen Fragen "doof" sind und warum er sie "doof" findet. Er wirft ebenso mit Analogien um sich wie die Fragensteller.

Sorry, ich kann grade nicht folgen. Sprichst Du hier von Gerd Kommers Artikel?

Was genau ist daran fragwürdig?

Worauf liefert er keine Antworten?

Falls Du Dich ernsthaft auf diesen sachlichen und gut argumentierten Artikel beziehst, hast Du ihn vielleicht nur überflogen, statt ihn zu lesen. Er ist auch keine ganz leichte Kost, er setzt ein paar Finanzbegriffe voraus, das stimmt natürlich.

Ich würde mich über eine echte Diskussion freuen; momentan erscheint mir Dein Geschreibsel allerdings eher trollmäßig. Sollte ich Dir da unrecht tun und Du steigst doch noch sachlich und nicht "aus einer emotionalen Beweisführung heraus" in die Diskussion ein, dann werde ich selbstverständlich Abbitte leisten.

Ja ich gebe dir recht meine Sachlichkeit geht Flöten und mein Geschreibsel ist Zusammenhangslos...

Und nochmal es geht nicht darum ob kritische Stimmen existieren sondern wie genau das Massenfinanzprodukt ETF funktionieren soll. Ich möchte verstehen.

ETFs sind für mein Verständnis einfach Fonds, nur wählt kein Manager oder Team die Aktien aus, sondern der Index gibt die Werte vor, die gekauft werden.

(Aktive) Fonds gibt es doch schon seit ein paar Jahrzehnten, Templeton Growth wurde z.b. laut Wiki 1954 aufgelegt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Franklin_Templeton_Investments

Was ich nicht kaufen würde wären irgendwelche Swap Konstruktionen, wenn die eigentlichen Aktien gar nicht mehr gehalten werden.

Was ich ok finde ist, wenn physisches Sampling angewandt wird und nicht mehr alle Titel in einem Index mit über 1000 Werten gehalten werden.

https://www.justetf.com/de/academy/replikationsmethoden-von-etfs.html

 

... ich gehe erstmal lernen

Ich muss gestehen, dass ich gar nicht den Ehrgeiz habe, alles bis in die letzte Verästelung zu verstehen. Für mich bilden ETFs einen bereits bestehenden Aktienindex nach, werden daher nicht gemanagt, haben deshalb weniger Kosten und gut ists. Meine Lebensversicherung und meine berufsständische Versorgung kapier ist auch nicht bis ins letzte Detail.

Ich brauch ein paar ETFs für Rendite, weils die beim Festgeld nun mal nicht gibt (aktuell). In der berufsständischen Versorgung bin ich per Zwangsbeglückung eh schon, und Immoeigentum hab ich auch bereits.

Ohne jetzt auf die etf Thematik im einzelnen einzugehen: wenn ich in ein Produkt investiere, habe ich schon den Anspruch das sehr detailliert zu verstehen.

Das hat mich vor vielen Fehlern und Verlusten bewahrt. Oft bin ich dann bei einer genauen Analyse noch rechtzeitig ausgestiegen. Ich investiere deshalb auch nur in aktien, anleihen, tagesgeld, physisches Gold (und wenn ich mal kaufe physische Immobilien)

Ich verstehe grade nicht genau, was bei ETF so schwer verstehbar sein soll?

Ein (Investment)Fonds ist das, was sein Name sagt: Ein Topf. Ein Topf, in den viele Anleger Geld reinwerfen. Die topfhaltende Organisation (ist NICHT Eigentümer des Geldes, nur Verwalter) kauft davon das, was sie laut Verkaufsprospekt kaufen soll und darf. Das wird alles staatlich überwacht. Die Anleger haben den Vorteil, dass sie sich nicht um den Kauf/Verkauf von Wertpapieren kümmern müssen und dass sie schon mit kleinstem Geld (25 €) beteiligt sein können. Bei aktiv gemanagten Fonds kümmern sich außerdem Experten um die Anlageentscheidungen und der Anleger kann sich in Ruhe seinen eigentlichen Hobbies widmen.

Bei einem Fonds für deutsche Aktien kauft der Fondsmanager und sein Team von dem Geld im Topf deutsche Aktien. Bei einem Geldmarktfonds kaufen sie Geldmarktpapiere. Sollen sie genau die Aktien/Renten/Rohstoffe/Immobilien kaufen, die in einem Index vertreten sind, beispielsweise der FTSE100, dann kaufen sie stumpf genau die 100 Aktien, die im Index gelistet sind, und zwar in der Gewichtung, wie sie aktuell im Index drin sind. Weil das kein besonderes Können erfordert (passiv), kann man die Kosten für die Fondsmanager niedrig halten. Wenn sich die enthaltenen Titel im Index/die Gewichtung im Index verändert, kaufen/verkaufen die Fondsmanager entsprechend Fondspapiere. Wenn viele Anleger Geld in den Topf einzahlen, kaufen sie Aktien/Renten/Rohstoffe/Immobilien nach.

ETF haben eben die Eigenschaft, dass man deren Anteile nicht direkt vom "Topfhalter", der Investmentgesellschaft, kauft oder zurückgibt (diese stellt nur einmal am Tag einen Rücknahmepreis fest), sondern jederzeit an der Börse handeln kann.

Ganz ohne Hokuspokus. Auch kein Lotteriespiel oder Schwindel oder Schneeballsystem ("im Alter dann der Schreck, wenn alle Anfangen zu entnehmen Platzt die Blase").

So ein Fonds kann, wenn alle Anleger am selben Tag ihr Geld haben wöllten, alle Papiere verkaufen und das Geld ausbezahlen. Da platzt nichts (außer vielleicht die Überstundenkonten der Mitarbeiter, die das alles abwickeln müssen). Im Gegensatz zu einer Bank, wenn alle Leute ihr Giroguthaben/Sparguthaben abheben wollen.

Ganz so einfach ist es leider nicht.

Ein ETF ist nicht einfach nur ein "Topf" mit Wertpapieren drin. Wer sich mal die Mühe gemacht hat und die Prospekte eines ETF gelesen hat, wird wahrscheinlich die Hälfte nicht verstanden haben. Warum ist das so kompliziert, wenn es doch angeblich nur ein "Topf" mit Wertpapieren ist?

Bei genauer Betrachtung sind da Derivate drin, die ein latentes Risiko darstellen können und dem Normalanleger nicht auffallen (weil er es nicht versteht). Bsp. sog. Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps). Das sind Papiere, die ich als "toxisch" bezeichnen würde, weil hier niemand durchblicken kann wer der eigentliche Schuldner ist. Diese Derivate haben unter anderem die Finanzkrise 2008 mit ausgelöst. Sie dürfen oft auch bei ganz simplen Index-ETFs enthalten sein.

Weiteres Beispiel, sog. sysnthetische ETFs. Wenn also die Wertentwicklung eines Index nicht mehr mit dessen tatsächlichen Inhalt nachgebildet wird, sondern mit anderen Wertpapieren, dann kann eine Anleger das Risiko in keinster weise mehr einschätzen. Ein etwas überspitzter Vergleich: "Man kauft einen SDAX-ETF, tatsächlich sind da aber chinesische Aktien drin."

Es werden demokratiefeindliche Machtinstanzen bei den Emittenden geschaffen. Bestes Beispiel ist Black Rock (iShares ist der ETF-Anbieter dieses Molochs). Dieser Konzern verwaltet mittlerweile mehr Geld, als die weltweit größten Banken, unterliegt aber kaum einer Kontrolle. Den Einfluss auf die Politik kann man hier nur als sehr bedenklich einstufen, obwohl kaum einer etwas davon weis. Zum näheren Verständnis sei das Buch "BlackRock: Eine heimliche Weltmacht greift nach unserem Geld" von Heike Buchter empfohlen.

Ein weiteres Problem ist das sog. "Common Ownership". Wenn ein ETF-Emmittent Anteile an konkurrierenden Unternehmen hat, dann leidet darunter der gesunde Wettbewerb bzw. die Marktmechanismen werden ausgehebelt. Die Unternehmen haben keinen Anreiz mehr ihre Effizienz zu steigern oder Produktverbesserungen durchzuführen, denn der Anteilseigner (also der ETF-Emittent), hat ja nichts davon. Die Unternehmen lassen also die Zügel schleifen und Gewinne verschwinden vielleicht eher in der Vorstandsetage, anstatt sie im Unternehmen zu reinvestieren. Da diese Fondsgesellschaften (ETF-Emittenten) mittlerweile ganz beträchtliche Anteile an den größten Konzernen haben, ist das durchaus ein ernstzunehmendes Problem.

Ich bin zwar nicht grundsätzlich gegen ETF, da sie durchaus auch ihre Vorteile haben, muss aber hier gleichzeitig vor allzu großer Naivität warnen.

Ich hab vor über 25 Jahren im Devisenhandel auch Swaps und Optionen gehandelt (bankseitig). Das waren ganz unzocker-mäßig Instrumente für Importeure/Exporteure. Derivate als toxisch zu bezeichnen stellt Deine persönliche Meinung dar.

Warum sollen Fonds von BlackRock "kaum einer Kontrolle" unterliegen? Ich habe es nicht überprüft, gehe aber davon aus, dass die meisten der von Black Rock aufgelegten Investmentfonds (inkl. ETF) UCITS-Fonds sind.
"Demokratiefeindliche Machtinstanz" - sorry, aber jetzt muss ich schnell meinen Aluhut aufsetzen. Große Unternehmen haben auch heute schon überall auf der Welt Einfluss auf die Politik. Denkst Du, das ist - ganz willkürlich ausgewählt - bei VW/Pfizer/Royal Dutch Shell etc.pp anders?

Warum genau werden Deiner Ansicht nach Marktmechanismen ausgehebelt, wenn AG Nummer 1 Aktien von ihrem Mitbwerber AG Nummer 2 kauft? (Und was hat das mit einem ETF zu tun? Der Anteilseigner ist nicht der Emittent.) Es gibt viele Wirtschaftsbereiche, in denen es nur eine Handvoll Anbieter gibt. Da könnte man jetzt auch sagen "Apple hat Anteile an Google, jetzt haben die keinen Anreiz mehr, die Effizienz zu steigern".

Außerdem unterschätzt Ihr womöglich den Marktanteil von ETF am gesamten Investmentmarkt. Gerd Kommer beziffert das im bereits verlinkten Artikel https://www.gerd-kommer-invest.de/daemonisierung-von-etfs/ auf unter 1 Prozent.

Und dazu: "Wenn von den Großtaten der volkswirtschaftlichen Kapitalallokation von Fondsmanagern bzw. aktiven Anlegern im Allgemeinen die Rede ist, sollte auch nicht übersehen werden, dass der Sektor der nicht börsennotierten Unternehmen global vermutlich größer ist als der börsennotierte Sektor".

Der Anteil von ETFs und passiven Fonds dürfte inzwischen weit mehr als 1 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung börsennotierte Aktien ausmachen. Eine genaue Zahl habe ich allerdings gerade auch nicht zur Hand. Ein gewisser - prozyklischer Effekt - sollte schon da sein. Das bestreitet auch niemand ernsthaft.

Zum Thema "toxische Derivate" folgende Anmerkung meinerseits. Ich würde Derivate auch nicht generell verteufeln. Ursprünglich dienten sie ja gerade zur Absicherung von Postitionen/Risiken. Sind also volkswirtschaftlich grundsätzlich sinnvoll.

Was die Finanzmarktkrise betrifft stimmt es aber, dass in diesem Fall das Problem tatsächlich durch Derivate massiv verstärkt worden ist. Es waren eben nicht (nur) 1:1 Verbriefungen auf US-Hypothekenkredite, was zwar bei Verlusten von z.T. 30 Prozent vom Peak und angesichts unglaublich hoher Milliarden-Beständen bei fast allen europäischen Großbanken schon schlimm genug gewesen wäre. Es gab darüber hinaus aber auch sog. Square-Produkte (Derivate) auf MBS oder CDOs., wo sich das Risiko potenzierte, sodass zB. bei einem 10-prozentigen Verlust der Underlyings (Hypothekenkredite), die Papier deutlich überproportional im Kurs fielen. Das haben vermutlich nicht alle Bankvorstände und andere Finanzmarktteilnehmer  begriffen.

Zu den CDS: CDS werden neben klassischen Absicherung von Kassa-Positionen, zwar auch spekulativ eingesetzt, hatten aber in der letzten Finanzmarktkrise jedenfalls keine auslösende Bedeutung. Es war "lediglich" unsicher, ob der jeweilige Kontrahent zahlungsfähig war. Der Grundgedanke der CDSs war aber nicht das Problem, im Gegensatz zu den MBS, CDOs o.ä., die - rückblickend - zu Unrecht ein AAA-Rating aufwiesen. Bei ETFs sehe ich in der Praxis keine große Relevanz von CDS, ist mir jedenfalls nicht bekannt.

@christine Du brauchst mich hier nicht gleich in die Verschwörer-Ecke zu stellen. Auch wenn du vielleicht beruflich mit solchen Sachen zu tun hattest, heißt das nicht unbedingt, dass du die Deutungshoheit gepachtet hast. Meine Informationen stammen aus seriösen Quellen: Insider, die ausgepackt haben, investigativer Journalismus, Berichte und Reportagen von Öffentlich-Rechtlichen. Also ich bin hier bestimmt kein Aluhut-Träger.

Zitat von Fritz am 18. Oktober 2019, 18:05 Uhr

@christine Du brauchst mich hier nicht gleich in die Verschwörer-Ecke zu stellen. Auch wenn du vielleicht beruflich mit solchen Sachen zu tun hattest, heißt das nicht unbedingt, dass du die Deutungshoheit gepachtet hast. Meine Informationen stammen aus seriösen Quellen: Insider, die ausgepackt haben, investigativer Journalismus, Berichte und Reportagen von Öffentlich-Rechtlichen. Also ich bin hier bestimmt kein Aluhut-Träger.

Fritz, ich habe keinesfalls die Deutungshoheit und hatte auch genauer nachgefragt, wie Du die Dinge gemeint hast. Du kannst noch in die Diskussion einsteigen!

Den Aluhut habe ich mir aufgesetzt, weil die "demokratiefeindliche Machtinstanz" diesen Reflex bei mir auslöst. Vielleicht erklärst Du mir einfach, warum die Emittenten, die das Geld im Auftrag der Anteilsinhaber nach festen Vorgaben verwalten und nicht in eigener Regie, so demokratiefeindlich sein sollen. Dann können wir über diese Fakten sprechen und den Aluhut im Schrank lassen.

Michael Burry .... Der Investor wurde bekannt durch den Film "The Big Short" – vor der Finanzkrise wettete er gegen den US-Immobilienmarkt und wurde reich. ........Aber er warnt auch vor einem neuen Crash an den Märkten und fürchtet, dass wir nichts gelernt haben aus der letzten Krise. Die größte Gefahr sieht er im Hype der ETFs. Da so viel Geld in diese Indexfonds fließe, würde damit das Risiko nicht mehr vernünftig bepreist und Aktien und Anleihen würden verzerrt, auch durch die negativen Zinsen. Er warnt davor, dass ETFs den nächsten Crash auslösen könnten und setzt daher auf Nebenwerte.

https://www.youtube.com/watch?v=nlu9gEWTaNI , Mission Money vom 17.10.19

Wenn Du alles machen kannst was Du willst solltest Du etwas wollen.
Zitat von Christine am 17. Oktober 2019, 0:03 Uhr

Ich verstehe grade nicht genau, was bei ETF so schwer verstehbar sein soll?

Bei einem Geldmarktfonds kaufen sie Geldmarktpapiere.

So ein Fonds kann, wenn alle Anleger am selben Tag ihr Geld haben wöllten, alle Papiere verkaufen und das Geld ausbezahlen. Da platzt nichts (außer vielleicht die Überstundenkonten der Mitarbeiter, die das alles abwickeln müssen). Im Gegensatz zu einer Bank, wenn alle Leute ihr Giroguthaben/Sparguthaben abheben wollen.

Sie einfach ist vieles eben nicht:

  • Bei Geldmarktfonds waren eben um die 2008er Jahre massiv zB ABS in den Fonds enthalten, die zu deutlichen Verlusten der Geldmarktfonds führten. Das sollte natürlich so nicht sein, Ich hatte das damals erkannt und alle Geldmarktfonds verkauft
  • Bei den replizierenden Fonds besteht das Risiko, dass man dann die zugrunde liegenden Papiere auf einmal erhält. Bei einem größeren Anbieter waren das zB japanische Aktien. Will man in einem turbulenten Markt anstelle seines Stoxx600 auf einmal ein Portfolio japanischer Aktien haben?

Ich kann die Liste noch beliebig weiterführen. Vielleicht solltest du dich wirklich mal damit beschäftigen?

Ich hab mal in den Verkaufsprospekt und in den Halbjahresbericht eines Geldmarktfonds geschaut. Da steht (Hervorhebung durch mich)
Ein Finanzderivat ist als Anlage des Fonds zulässig, wenn es an einem geregelten Markt gemäß Artikel 50 Absatz 1 Buchstabe a, b oder c der OGAW-Richtlinie oder OTC gehandelt wird und alle nachstehend genannten Voraussetzungen erfüllt sind:
a) Bei den Basiswerten des Derivats handelt es sich um Zinssätze, Wechselkurse, Währungen oder die vorgenannten Basiswerte nachbildende Indizes;
b) das Derivat dient einzig und allein der Absicherung der mit anderen Anlagen des Fonds verbundenen Zinssatz- oder Wechselkursrisiken;
c) die Gegenparteien bei Geschäften mit OTC-Derivaten sind regulierte und beaufsichtigte Institute einer der von der CSSF zugelassenen Kategorien;
d) die OTC-Derivate unterliegen einer zuverlässigen und überprüfbaren Bewertung auf Tagesbasis und können jederzeit auf Initiative des Fonds zum beizulegenden Zeitwert veräußert, liquidiert oder durch ein Gegengeschäft glattgestellt werden.

Im selben Dokument gibt es ausführliche Angaben, wann ein ABCP eingesetzt werden darf. Die Regulierungen sind - für mich jedenfalls - ausreichend. Bspw. keine Wiederverbriefung und keine synthetische Verbriefung.

Ich habe mir den Halbjahresbericht angesehen, sieh es mir nach, dass ich nicht jede einzelne Position der dort aufgeführten festverzinslichen Wertpapiere auf Risiko überprüft habe. Ich hab nämlich selbst kein Interesse an einem Geldmarktfonds.

Zum replizierenden Fonds: Ich nehme an, Du meintest einen synthetisch replizierenden Fonds (replizieren tun die Indexfonds alle). Den muss man ja nicht wählen, es gibt physisch voll replizierende bzw. optimiert replizierende Fonds in Hülle und Fülle. Die synthetischen sind für institutionelle/professionelle Anleger.

@christine BlackRock ist der weltgrößte Vermögensverwalter mit einem Volumen von 4,7 Billionen US-Dollar (4.700 Milliarden US-Dollar !) und mit knapp 57 Milliarden Dollar der größte Investor im Dax. Und dabei ist das von Unternehmen nur wenigen ein Begriff. Trotz der immensen Größe unternimmt BlackRock alles, um nicht als "systemrelevant" eingestuft zu werden, obwohl dies längst der Fall ist.

Larry Fink, der Chef und Gründer des Unternehmens, gilt als der Miterfinder der strukturierten Hypothekenpapiere, die letztlich die Immobilien- und weltweite Finanzkrise auslösten. Der Name BlackRock taucht bisher bei fast jeder Rettungsaktion von Notenbanken und Regierungen auf. Denn wer kann die Risiken in den Schrottpapieren besser analysieren, als Fink selbst. Und so erlangte BlackRock tiefe Einblicke in die Bilanzen der Kreditinstitute sowohl in den USA als auch in Europa. Mittlerweile zählen 50 Notenbanken zu den Kunden. BlackRock berät die Fed genauso wie die EZB und alle großen Finanzministerien. Das dessen Macht bis in höchste Politikkreise geht, konnte man in jüngster Vergangenheit an der Wahl der neuen CDU-Vorstandsvorsitzenden sehr offensichtlich sehen. Der Kontrahent von AKK, Friedrich Merz, steht auf der Gehaltsliste von BlackRock und hat daraus auch keinen Hehl gemacht. Wie würde das wohl seine Entscheidungsfähigkeit beeinflussen, wenn er dann tatsächlich in ein Regierungs-Amt gewählt werden würde?

Der Aufstieg von Fink ist so eng mit der Finanzkrise verbunden, dass ohne sie BlackRock nie die Macht und Bedeutung gewonnen hätte. Das Imperium hat in allen Phasen und Zeiten gute Geschäfte gemacht und sogar an Krisen verdient, da es sowohl auf Geberseite bei Rettungsplänen während der Finanzkrise, als auch auf Nehmerseite immer in vorderster Front mitgemischt hat. Und ein Ende der Expansion ist nicht in Sicht. Hier kam und kommt es ganz klar zu Interessenkonflikten. BlackRock wurde beispielsweise von der EZB als Berater für das Anleiheaufkaufprogramm in Billionenhöhe engagiert. Gleichzeitig ist der Vermögensverwalter aber auch einer der größten Investoren in europäischen Anleihen und damit genau jenen Papieren, die in dem EZB-Programm aufgekauft werden sollen. Alle Beteiligten beteuern zwar immer wieder, dass organisatorische Regularien solche Interessenskonflikte ausschließen oder zumindest minimieren, aber konkrete Informationen werden nicht preisgegeben, da sie vertraulich(!) sind. Vertrauen ist gut - Kontrolle unmöglich?! Ich glaube bei einer echten Bank wäre ein solches Geschäftsgebahren heute unmöglich. BlackRock (und auch anderen großen Vermögensverwaltern) ist es bisher immer wieder gelungen, sich gegen die Einstufung als systemrelevante Unternehmen zu wehren und dadurch schärfere Regeln zu umgehen.

Was passiert, wenn heute ein großer Vermögensverwalter ins Wanken gerät und Aktien, Anleihen und Rohstoffe verkauft oder verkaufen muss? Es würde eine Kettenreaktion auslösen und den gesamten Markt zusammenbrechen lassen. Ein Horrorszenario!

Dabei werden hier viele weitere Themen unseres täglichen Lebens berührt, Arbeitsplätze, Wohnungen, Straßen, Erziehung, Gesundheitsversorgung. usw. Genauso kann eine direkte Einflussnahme insbesondere auf höchste Personalentscheidungen bei fast allen(!) großen DAX-Unternehmen statt finden. Durch diese Machtkonzentration ist es für das Untenehmen genauso ein Leichtes politische Entscheidungen zu beeinflussen. Das kann z.B. passieren, indem Druck auf Regierungen ausgeübt wird um evtl. Gesetze und Entscheidungen zu verhindern, die nicht im Sinne des Unternehmens sind. Wenn ein Anleihenbesitzer in dieser Größenordnung damit droht seine Anleihen zu verkaufen, kann das Staaten ins wanken bringen. Oder er droht damit mal eben die Börsen auf Talfahrt zu schicken oder Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. Zwar haben Großaktionäre und Lobbyisten, schon immer Einfluss auf politische Entscheidungen genommen, aber eine solche Machtkonzentration wie bei Black Rock ist einfach noch nie da gewesen. Gesetze, die vielleicht mehr Transparenz, mehr Kontrolle oder mehr Arbeitnehmerrechte ermöglichen sollen, werden somit unmöglich. Das Unternehmen ist bei dieser Finanz- und Machtkonzentration gerade dabei die Regierungen an die Leine zu nehmen. Und das geschieht fast schon automatisch, je mehr es sich in die Unternehmen, Großkonzerne und Staatsanleihen einkauft.

Um noch einmal auf das Problem der ETF zurückzukommen: Anbieter von ETFs beschleunigen krisenhafte Entwicklungen an den Finanzmärkten bzw. destabilisieren sie. Je mehr ETFs gehandelt werden, umso mehr Kleinanleger drängen in die breiten Märkte. Insbesondere bei fallenden Kursen werden massiv Fondanteile zurückgegeben, was wiederum zum Verkauf der Index-Aktien führen würde. Gibt man ETFs für enge Märkte aus, dann verschärft sich die Situation zusätzlich, weil die Käufer im Ernstfall fehlen würden. Außerdem entsteht bereits beim Versuch der Nachbildung von Indizes eine höhere Volatilität. Schließlich besteht eine weitere Gefahr, nämlich die Entfremdung der Eigentümer vom Eigentum. Das Problem der wachsenden Dominanz der Vermögensverwalter ist nicht nur, dass sie Unternehmen in eine bestimmte Richtung lenken, sondern dass sie sich nicht wirklich für das Schicksal der meisten Unternehmen in ihren Portfolios interessieren. Auch das hatte ich bereits mit dem Phänomen des "Common Ownership" versucht anzudeuten. Wenn ein Anteilseigner wesentliche Anteile an normalerweise konkurrierenden Unternehmen besitzt, dann hat er kein Interesse mehr daran, dass eines besser wird als das andere, da er ja an allen verdient. Es entstehen Nachlässigkeiten und das "In-die-eigenen-Tasche-wirtschaften" von Entscheidungsträgern innerhalb der Unternhemen.

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