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Krankenversicherung - Kosten in Europa

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Hallo zusammen,

 

ich bin bei meinen Recherchen auf dieses Forum gestoßen.

Das Thema Krankenversicherung beschäftigt mich auch seit langem. Wir , meine Frau und ich , sind nun 55 und befinden uns , wenn auch spät, nicht mehr weit von der Entnahmephase.

Die Kosten für Krankenversicherung, welchen Weg man auch beschreitet, sind in Deutschland einfach nur exorbitant hoch, und bei uns, wie auch bei vielen Anderen , einer der größten, wenn nicht der größte monatliche Fix-Posten. Ich selbst kann nicht klagen, da ich mich schon in sehr jungen Jahren privat krankenversichert habe, und nun einen für Deutschland günstigen Beitrag von 200 Euro ( inkl Pflegevers.) zahle. Meine Frau ist in der GKV , was zu dem hier schon oft geschilderten Problem führt, das das Einkommen als ganzes, d.h. Miete, Dividenden, und sogar teilweise das Gesamtvermögen mit zur Ermittlung des Betrages herangezogen wird. D.h. wir reden hier von 600 + euro. Also für uns beide irgendwo zwischen 800 und 1000 Euro ...im Monat. Das ist meiner Meinung nach absolut unverhältnismäßig.

Da in Deutschland aber seit Anfang 2000 ein KV Pflicht besteht, gibt es kaum Auswege , wenn man nicht mehr arbeiten will ( also auch nicht Midi Job ) .

Automatisch richtet sich da der Blick auf das europäische Ausland. Ein Umzug ist für uns relativ unproblematisch, wir haben schon vorher über Jahrzehnte in anderen Ländern gelebt.

Die Frage ist nun , welches Land hier wohl für Privateers die günstigste Kombination aus Steuer und Krankenversicherung bietet.

Als erstes haben wir in die Niederlande geschaut, die KV ist gut und günstig , allerdings hat man in den Niederlanden ein Steuer Problem. Die Niederlande besteuern Vermögen, und zwar alles Vermögen, Bar, Immobilien, u.s.w. auf Grundlage einer fiktiven Verzinsung von mehreren % , was zu einer erheblichen Mehrbelastung führt. Damit sind die Niederlande raus.

Auch Frankreich hat eine gute und günstige KV , aber trotz aller Recherchen konnte ich bisher nicht verbindlich die Aufnahmebedingungen und Grundlagen für die Beitagsberechnung ermitteln.

Nun meine Frage hier ins Forum . Hat jemand Erfahrung mit Krankenversicherungen im europäischen Ausland ?

Viele Grüße

 

Achim

 

Zitat von Achim_Global am 27. Mai 2020, 10:10 Uhr

Meine Frau ist in der GKV , was zu dem hier schon oft geschilderten Problem führt, das das Einkommen als ganzes, d.h. Miete, Dividenden, und sogar teilweise das Gesamtvermögen mit zur Ermittlung des Betrages herangezogen wird.

Hallo Achim, das verstehe ich nicht so ganz. Wieso wird das Gesamtvermögen zur Ermittlung des Beitrags herangezogen? Soweit ich weiß, werden nur Einkünfte verbeitragt ...

Hallo Christine, ich hab das erst auch nicht geglaubt, ist aber so.  Zur Ermittlung der Beiträge zur GKV bei nicht erwerbstätigen freiwillig versicherten kann die gesamtwirtschaftliche Situation des Versicherten mit einbezogen werden, und das beinhaltet die Vermögenswerte.

Zitat von Achim_Global am 27. Mai 2020, 11:55 Uhr

Hallo Christine, ich hab das erst auch nicht geglaubt, ist aber so.  Zur Ermittlung der Beiträge zur GKV bei nicht erwerbstätigen freiwillig versicherten kann die gesamtwirtschaftliche Situation des Versicherten mit einbezogen werden, und das beinhaltet die Vermögenswerte.

Das wär aber für Frugalisten / Privatiers potentiell ein entscheidender Punkt beim Vergleich GKV / PKV, der in den Diskussionen hier bisher meine ich nicht aufgetaucht ist. Da würden mich Details auch brennend interessieren.

Zur Frage kann ich wenig beitragen, außer dass andere Länder sicher begeistert darauf waren, deutsche Mitfünfziger preisgünstig neu in ihr Gesundheitssystem aufnehmen zu dürfen. 🙂 Immerhin tut ihr dem deutschen Sozialsystem damit einen Gefallen. Bin gespannt was ihr da rausfindet. Gefühlt würd ich in Länderm mit deutlich geringerem allgemeinen Lohnniveau suchen.

 

Zitat von Achim_Global am 27. Mai 2020, 11:55 Uhr

Zur Ermittlung der Beiträge zur GKV bei nicht erwerbstätigen freiwillig versicherten kann die gesamtwirtschaftliche Situation des Versicherten mit einbezogen werden, und das beinhaltet die Vermögenswerte.

Nehmen wir an, das stimmt und würde von einer Kasse auch praktiziert. Dann wechselt Deine Frau die Kasse.

... das Thema wurde hier schon besprochen; ich glaube bei den Kommentaren zum letzten Beitrag über Krankenkassenbeiträge während der Entnahmephase von Oliver.

Einkünfte (aller Art: Mieten, Kapitalerträge etc.) werden für die Berechnung der Beiträge herangezogen, angespartes Vermögen bleibt außen vor.

Sollte die Krankenkasse etwas anderes behaupten, liegt das wohl an der Unkenntnis des entsprechenden Sachbearbeiters.

Hallo zusammen, und erst mal danke für das Feedback.

Ich würde gerne wieder zum eigentlichen Thema zurück gehen. Welches Land in Europa bietet die günstigste Kombination aus Krankenversicherung und Vermögenssteuer ?

Generell gibt es ja auch die Möglichkeit der sogenannten Europäischen Krankenversicherung. In Deutschland hat der Gesetzgeber hier leider einen Riegel vorgeschoben und diese nicht als Vollversicherung zugelassen.

Meine Nachforschungen in anderen europäischen Ländern blieben bisher leider erfolglos.

Weltweit ist das KV System in Deutschland wirklich mit Abstand das teuerste, jedenfalls solange man sich freiwillig versichern muss ....was ja schon vom eigentlichen Begriff ein Unsinn ist. In Deutschland besteht ja seit 2001 oder so eine generelle KV Pflicht , und hier liegt die Wurzel des Übels. Dadurch kann man praktisch nicht austreten, auch wenn es zu teuer ist. Der einzige Weg ist hier wirklich, ins Ausland, evtl auch ins aussereuropäische Ausland zu wechseln.

Eine gute KV in Singapore kostet z.b. bei der Axa etwa 1000 Euro...im Jahr

In Deutschland stellen gesetzlich versicherte Gutverdiener nach dem Solidarprinzip eine gleichwertige Gesundheitsversorgung für einkommensschwache Haushalte sicher, das treibt den Beitragssatz hoch. Welche Gesundheitsversorgung gewährt Singapur seinen indischen Gastarbeitern?

Ansonsten bitte nicht nur Versicherungskosten vergleichen, sondern die Gesamtkosten der Gesundheitsversorgung. In den USA und Mexiko (andere Länder kenn ich nicht gut) sind Versicherungskosten niedriger bis nicht vorhanden, wird dann aber z.B. eine Krebstheorie benötigt, reißt das viele Familien in den Ruin.

 

Zitat von Achim_Global am 27. Mai 2020, 16:24 Uhr

Ich würde gerne wieder zum eigentlichen Thema zurück gehen. Welches Land in Europa bietet die günstigste Kombination aus Krankenversicherung und Vermögenssteuer ?

Bei über 45 Staaten in Europa, die alle ein eigenes Gesundheitssystem, Vermögensbesteuerung etc. haben, solltest Du die Auswahl vielleicht ein wenig eingrenzen.

Rein von den Lebenshaltungskosten sind diese die 10 Staaten mit den geringsten Kosten, vermutlich also auch bei der Krankenversicherung relativ weit vorn:

Ungarn, Polen, Montenegro, Serbien, Albanien, Rumänien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Nordmazedonien, Türkei

Politisch sind da natürlich auch ein paar Knaller dabei, aber wenn man flexibel ist und einfach günstig leben will, kann man sich da mal umsehen. In den Top10-Staaten wirst Du kaum eine Kombi finden, die besser ist als hier. D liegt nur knapp über dem EU-Durchschnitt  in Bezug auf die LHK, in allen anderen starken Industrienationen ist die Wahrscheinlichkeit einer Kostensteigerung also signifikant vorhanden, es sei denn, man findet einen Staat, der deutsche Durchschnittsrentner speziell hofiert oder schlicht eine Regelungslücke hat.
Aber wer zieht sich schon freiwillig Risiken in die Kalkulation und preist das nicht ein? Eben.
Zitat von TheWanderer am 27. Mai 2020, 17:45 Uhr

In Deutschland stellen gesetzlich versicherte Gutverdiener nach dem Solidarprinzip eine gleichwertige Gesundheitsversorgung für einkommensschwache Haushalte sicher, das treibt den Beitragssatz hoch. Welche Gesundheitsversorgung gewährt Singapur seinen indischen Gastarbeitern?

Ansonsten bitte nicht nur Versicherungskosten vergleichen, sondern die Gesamtkosten der Gesundheitsversorgung. In den USA und Mexiko (andere Länder kenn ich nicht gut) sind Versicherungskosten niedriger bis nicht vorhanden, wird dann aber z.B. eine Krebstheorie benötigt, reißt das viele Familien in den Ruin.

 

Also ehrlich gesagt, ob ein Land die KV für einen Gastarbeiter zahlt oder nicht , war hier nicht meine Frage, und ich weis auch nicht was das Solidarsystem damit zu tun hat. Ich denke, das Problem mit einer günstigen KV haben alle, die irgendwo vor der gesetzlichen Rente aufhören wollen zu arbeiten.

Meiner persönlichen Meinung nach sollte man Menschen nicht zwingen, Unsummen für eine Versicherung auszugeben, die sie evtl. gar nicht wollen, doch das wird leider in Deutschland mit der Pflichtversicherung gemacht. Und aus diesem Grund suche ich eine billigere Alternative.

Zitat von MFZ73 am 27. Mai 2020, 18:13 Uhr
Zitat von Achim_Global am 27. Mai 2020, 16:24 Uhr

Ich würde gerne wieder zum eigentlichen Thema zurück gehen. Welches Land in Europa bietet die günstigste Kombination aus Krankenversicherung und Vermögenssteuer ?

Bei über 45 Staaten in Europa, die alle ein eigenes Gesundheitssystem, Vermögensbesteuerung etc. haben, solltest Du die Auswahl vielleicht ein wenig eingrenzen.

Rein von den Lebenshaltungskosten sind diese die 10 Staaten mit den geringsten Kosten, vermutlich also auch bei der Krankenversicherung relativ weit vorn:

Ungarn, Polen, Montenegro, Serbien, Albanien, Rumänien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Nordmazedonien, Türkei
Politisch sind da natürlich auch ein paar Knaller dabei, aber wenn man flexibel ist und einfach günstig leben will, kann man sich da mal umsehen. In den Top10-Staaten wirst Du kaum eine Kombi finden, die besser ist als hier. D liegt nur knapp über dem EU-Durchschnitt  in Bezug auf die LHK, in allen anderen starken Industrienationen ist die Wahrscheinlichkeit einer Kostensteigerung also signifikant vorhanden, es sei denn, man findet einen Staat, der deutsche Durchschnittsrentner speziell hofiert oder schlicht eine Regelungslücke hat.
Aber wer zieht sich schon freiwillig Risiken in die Kalkulation und preist das nicht ein? Eben.

Danke, das mit dem eingrenzen stimmt. Mir geht es um die Kosten. Das politische System ist mir ehrlich gesagt relativ egal, die Sicherheit nicht. Deshalb möchte auch auch nicht in Länder Bulgarien, Rumänien, Serbien u.s.w. gehen. Um das ganze mal etwas zu spezifizieren, Informationen über die Möglichkeiten und die Kosten, sich als nicht erwerbstätiger und nicht Rentner in Spanien, Frankreich, Italien, Portugal, Belgien oder Luxembourg krankenzuversichern wären sehr hilfreich. Die Niederlande sind leider auf Grund der fiktiv angenommenen  und mit 4% zu versteuernden Rendite auf alle Vermögenswerte raus. Frankreich hat eine Vermögenssteuer, die greift aber erst über 800K Euro , der Einstiegssatz ist zu verkraften. Die anderen hier aufgeführten Länder haben keine Vermögenssteuer, sind meiner Meinung nach ausserhalb der Großstädte sicher und politisch stabil. Ebenso sind die Nebenkosten ( allem vornan Strom, aber auch Müllabfuhr, Wasser und Grundsteuer ) durchweg um einiges niedriger wie in Deutschland.

 

... ich hatte den Beitrag so verstanden, dass ihr aufgrund hoher Krankenkassenbeiträge ins Ausland wollt. Sollte es sich dabei aber um eine inkorrekte Aussage der Krankenkasse handeln und die Beiträge sind tatsächlich deutlich geringer (wobei sich da sicher auch das eine oder andere noch optimieren lässt), würde der Grund ins Ausland zu gehen ja entfallen.

Diese Beiträge wären ja auch nur fällig während des Zeitraumes zwischen Beginn als Privatier und Beginn des Rentenbezugs. Zudem wäre ein umsiedeln ins Ausland schließlich auch mit einigen Kosten verbunden.

Außer dass ich gehört habe, dass in Großbritannien das Gesundheitssystem allgemein von Steuern finanziert wird, kenne ich mich da nicht aus. Interessant finde ich aber, dass es beispielsweise in Spanien und Österreich sehr viel kürzere Wartezeiten bei Spenderorganen gibt. So etwas würde ich bei der Wahl des Ziellandes berücksichtigen.

 

 

Zitat von Achim_Global am 27. Mai 2020, 21:39 Uhr

Danke, das mit dem eingrenzen stimmt. Mir geht es um die Kosten. Das politische System ist mir ehrlich gesagt relativ egal, die Sicherheit nicht.

Sicherheit ist zB in Ungarn garantiert - man muss halt nur nach den Regeln von Orban leben wollen. 😉

Spaß beiseite:

Ich glaube, Du machst Dir was vor.  Von den von Dir genannten 5 Ländern sind nur zwei unterhalb des Lebenshaltungsindexes von D, nämlich Spanien und Portugal. F, B liegen drüber, Luxemburg massiv drüber. In F mag es Regionen geben, wo man günstig leben kann, aber da muss man dann auch hinwollen.

Spanien und Portugal als politisch stabil zu betrachten, ist 'ne gewagte These. Beide Länder waren vor 5-10 Jahren noch schwer von der Finanzkrise gebeutelt, Portugal hat die Corona-Krise ganz gut im Griff iirc. Spanien ist da eher mau unterwegs. Spanien hatte und hat auch immer noch Separationsprobleme, weil Spanien im Prinzip auch nur ein zwangsweise zusammengewürfeltes Konglomerat von Regionen ist.

An Deiner/Eurer Stelle würde ich daher mal darüber nachdenken, wo man sprachlich am besten klar kommt und sich vor dem endgültigen Umzug das ein oder andere Land bzw eine bestimmte Region anguckt, indem man dort einfach mal 3 Monate lebt. Ich plane solche mehrwöchigen Trips für uns in 10-15 Jahren, werde aber nach aktuellem Stand keinesfalls die deutsche gKV/pKV aufgeben.

Das intensive Hingucken und faktisch dort leben halte ich aber für existenziell - denn was nützt Dir eine etwaig günstige KV, wenn die sonstigen Bedingungen nicht akzeptabel sind ...

Gibt es wirklich viele europaeische Laender mit guenstigem, guten Gesundheitssystem und niedrigen Steuern? Skandinavien hat einre steuerfinanzierte Gesundheitsversorgung, aber auch sehr hohe Steuern. In Suedeuropa sind die Leistungen begrenzt. In England ist es eine Katastrophe. In Osteuropa, keine Ahnung..
Die Frage ist doch auch wo will man leben? Bedingung fuer die Aufnahme in der lokalen Krankenversicherung ist der permanente Wohnsitz in dem Land. Da spielen ganz andere Faktoren eine Rolle als ein paar hundert Euro fuer die Krankenversicherung.
Deine Frau hat nicht die 9/10 Regel erfuellt, korrekt? Ansonsten waere es ja nur 7,3% Beitragssatz, also 342 Euro im Monat. (Edit: Mit Renteneintritt, da jetzt ja erst 55)

In Frankreich zahlt die gesetzliche Krankenversicherung nur:

  • Ambulante Behandlungen, Zahnarztbesuche: 70 Prozent
  • Stationäre Behandlungen im Krankenhaus: 80 Prozent (nach einem Monat 100 Prozent)
  • Laboruntersuchungen: 60 bis 70 Prozent (Aids- und Hepatitis C-Tests werden komplett übernommen)
  • Verschreibungspflichtige Medikamente: 65 Prozent
  • Lebenswichtige und sehr teure Medikamente: 100 Prozent
  • Medikamente mit geringerem Wirkungsgrad und homöopathische Präparate: 35 Prozent
  • Optische Sehhilfen ohne Brillen: 65 Prozent
  • Prothesen und Hilfsmittel für Behinderte: 100 Prozent
  • Kosten für Transport und Unterkunft: 65 Prozent

Dafuer zahlt man CSG: 8,3 %  +  CRDS: 0,5 %  +  CASA: 0,3 %

und dann eben noch die private Zusatzversicherung fuer die happige Eigenbeteiligung.

 

In Spanien gilt man kann seine deutsche Krankenversicherung behalten (gilt evtl. fuer alle EU-Laender), bezahlt aber auch den gleichen Satz.
Oder man wechselt in die spanische Versicherung die aber nur ca, 50% der Aerzte abdeckt weshalb eine private Zusatzversicherung fast Pflicht ist. Zahnbehandlungren werden gar nicht uebernommen. Ausserdem darf man nicht mehr als 90 Tage ausserhalb Spaniens sein. Selbststaendige zahlen 30% vom monatlichen Einkommen bis 4.070,10 Euro fuer die Seguridad Social.

Ich lebe in den USA und kann von 600 Euro im Monat nur traeumen. Alleine die Krankenversicherung waere ohne Arbeitgeber mehr plus die Eigenbeteiligung zusaetzlich.

Bedenke auch ob deine Frau die 9/10 Regelung, durch die die Rentenkasse die Haelfte der GKV-Beitrage uebernimmt, verliert wenn sie im Ausland versichert ist. Nur falls das zutrifft. Also unbedingt klaeren ob das Sozialsystem des Wunschlandes als Fortfuehrung der GKV gilt oder nicht. Sonst gilt man als nicht kontinierlich gesetzlich versichert und muss mit Renteneintritt den vollen Satz zahlen.

Wollt ihr den auswandern oder ist der Plan nur KV-Beitraege zu sparen? Ich denke nicht, dass sich eine Auswanderung dafuer auszahlt.

Hallo zusammen,

 

ich bedanke mich erst mal für die vielen Antworten, auch wenn meine Frage nach eine KV im Ausland ohne Einkommen, also als Privater , leider nicht beantwortet wurde. Aber ich weiß aus eigenen Erfahrungen, das das schwierig ist.

Meine Ansicht zu KV's mag sich deutlich von anderen Menschen, speziell in Deutschland, unterscheiden. Das mag daran liegen, das ich fast man halbes Leben in anderen Ländern verbracht habe. Ich habe z.b kein Problem damit, wenn die KV nur den Krankenhausaufenthalt bezahlen würde. Artztbesuche sind eigentlich garnicht teuer. Das Teuerste was ich ja in Deutschland bezahlt hatte waren 100 Euro. Den teuersten Krankenhausaufenthalt den ich je hatte waren 4000 Euro, das waren aber 2 Wochen mit OP. Also, alles halb so wild. Ich habe selber eine super billige private KV , die 200 Euro ( inclusive Pflege und Tagegeld) kostet. Diese habe ich seit fast 30 Jahren , das mag den niedrigen Beitrag erklären. Aber ich habe auch 5000 Euro Sb , womit ich überhaupt kein Problem habe. Mit vielen Ärzten kann man sprechen, auch in Deutschland.  Beim Zahnarzt verringert sich der P reis zum teil um 50 bis 70 % wenn man freundlich fragt ob man auch Bar bezahlen kann.

Aber zurück zum Thema . Deutschland hat leider extrem hohe Fix Kosten, die hohen KV Kosten sind nur ein Thema von vielen, und ja, wir denken daran das Land zu verlassen .  Die hohen Fix Kosten gibt  kein Lebenshaltungsindex wieder, das Bild was hier oft gezeichnet wird, ist meiner Meinung nach realitätsfremd. Ein normales Einfamilienhaus braucht 100 Euro Strom, 100 Euro Gas/Öl 100 Euro Versicherungen, 100 Euro Wasser/ Abwasser/ Müll, und 50 Euro steuern ...im Monat. Dazu kommen KV fur 2 Personen, GEZ, Autoversicherungen und Steuern, u.s.w.

Da kommt man locker auf über 1400 Euro Fix Kosten. Das ist uns einfach zu viel, und frisst mehr als 1/3 des geplanten Budget auf.

In Frankreich oder Belgien liegen z.b. die Unterhalts und Energie Kosten für ein gleichwertiges Haus bei weniger als der hälfte.

Zu den KV Kosten für Residenten ohne Einkommen ( also leben rein vom Kapitalverzehr)  habe ich leider immer noch keinerlei Informationen finden können.

Immobilien auf dem Land bekommt man bewohnbar in gutem Zustand für 200k .

Mit dem Lebensumständen in den Ländern habe ich mich schon einschlägig befasst. Wie gesagt , habe lange im Ausland gelebt, und habe in den letzen 30 Jahren in mehr als 10 Ländern länger gelebt und gearbeitet ( also mehr als ein Jahr) , und in mehr als 30 fùr mindestes ein paar Monate, und das ganze auf 5 Kontinenten.

Ich hoffe also weiter auf Information zu Krankenversicherungen ohne Einkommen , prozentuale Angaben , auch wenn sie gut gemeint sind, bringen mich leider nicht weiter.

 

 

 

Die Versicherung soll ja auch Extremfälle abdecken. Ich bin ungefähr im gleichen Alter und hatte bisher auch kaum Kosten bei der KV. In unserem Alter kann sich das aber schnell ändern. Ab 50 bekommen zB auf einmal alle möglichen Leute Krebs. Bei so was kommst du mit deinen 4000 nicht weit. Die von dir angegebenen Kosten sind auch deutlich zu niedrig, alleine eine Geburt mit Kaiserschnitt liegt deutlich darüber (auch wenn euch das jetzt nicht mehr betrifft, nur so als Beispiel). Mein Sohn hatte in Spanien eine Platzwunde. Nähen mit 3 Stichen beim deutschsprachigen Notarzt 500 EUR. Wenn man älter wird, kommen auch mehr und mehr Zahnarztkosten dazu. Ein Implantat bei einem guten Arzt liegt nach dem, was ich so gehört habe, bei ca. 5000. Und auch jetzt zu Coronazeiten kann man ja feststellen, dass das deutsche Gesundheitssystem doch nicht so schlecht ist.

Zitat von Privatier am 28. Mai 2020, 9:42 Uhr

Die Versicherung soll ja auch Extremfälle abdecken. Ich bin ungefähr im gleichen Alter und hatte bisher auch kaum Kosten bei der KV. In unserem Alter kann sich das aber schnell ändern. Ab 50 bekommen zB auf einmal alle möglichen Leute Krebs. Bei so was kommst du mit deinen 4000 nicht weit. Die von dir angegebenen Kosten sind auch deutlich zu niedrig, alleine eine Geburt mit Kaiserschnitt liegt deutlich darüber (auch wenn euch das jetzt nicht mehr betrifft, nur so als Beispiel). Mein Sohn hatte in Spanien eine Platzwunde. Nähen mit 3 Stichen beim deutschsprachigen Notarzt 500 EUR. Und auch jetzt zu Coronazeiten kann man ja feststellen, dass das deutsche Gesundheitssystem doch nicht so schlecht ist.

Ja, versichert muss man natürlich sein, damit die Extremfälle abgedeckt werden. Das ehe ich auch so. Daher meine eigen Versicherung mit 5000 Euro Selbstbeteiligung im Jahr . Die haben wir in die Gesamt Lebenshaltungskosten einkalkuliert , wenn wir das nicht brauchen, um so besser. Wir wollen ja nicht ohne Versicherung sein, wir wehren uns nur gegen die exorbitanten 4 stelligen Beiträge pro Monat für 2 Personen.

Die oben beschrieben 500 Euro waren eine absolute Abzocke, ich war auch schon in Spanien mit einer Wunde beim Arzt , die genäht wurde, und habe keine 50 Euro bezahlt.

Der Hintergrund der ganzen Geschichte ist, das wir ein Land suchen, aus privaten Gründen möglichst West Europa, in dem die gesamten Fix Kosten geringer sind, so das wir mit unserem geplanten Budget gut auskommen.

Ich arbeite zur Zeit noch, meine Frau möchte gerne aufhören. Leider nimmt die GKV in diesem Fall die Hälfte meines Einkommens als Grundlage zur Berechnung der freiwilligen Versicherung, was zu einem astronomischen Monatsbetrag führt.

Der Irrsinn in Deutschland kennt keine Grenzen. Wenn meine Frau sich Arbeitslos meldet, und noch Geld vom Staat kassiert, ist sie ohne weitere Kosten krankenversichert. Wenn sie sich aber einfach um sich selber kümmern möchte und keine Hilfe vom Staat annehmen möchte, wird sie dafür mit einem exorbitanten Krankenversicherungsbeitrag bestraft.

Internationale Krankenversicherungen,  wie z.b. die Bupa, sollten erst in Deutschland zugelassen werden, doch das wurde durch eine Gesetzesänderung verhindert. Da hätten die Bürger ja selbstbestimmt was sparen können ( Cigna global bietet mir z.b. eine KV mit globaler Coverage , ausser Deutschland und USA , für 140 Euro im Monat bei 1000 Euro Sb an) . Auch die Einführung der Versicherungspflicht war nur dazu da, denen, die die KV bezahlen können aber nicht wollen, in die Taschen zu greifen.

Die ganze Art und Weise der staatlichen Bevormundung in Deutschland ekelt uns an.

Man kann das System natürlich umgehen, wenn man sich in Deutschland abmeldet, dann die KV entsprechend kündigt, und keine neue KV abschliesst, wenn man sich wieder anmeldet. Ambulante Behandlungen kann man zur Not immer Bar zahlen, nur wenn man in ein Krankenhaus kommt, muss man damit rechnen, das die Krankenversicherung rückwirkend für Jahre die Beiträge nachfordert. Das habe ich schon bei Bekannten erlebt, das war echt übel.

Dass in Deutschland manches falsch läuft, da stimme ich Dir zu.

Aber auf der anderen Seite kann ich berichten, dass meine Schwägerin und ihre Eltern (früher in Deutschland lebend, seit 10 Jahren wieder in Italien) für ihre Arztbesuche nach Deutschland kommen. Das hat sicherlich handfeste Gründe. In Italien bricht während jeder Grippesaison der Notstand in den Krankenhäusern aus, das ist nicht erst seit Corona so. Du kannst Dir jetzt natürlich einreden, dass Du beim Arzt immer hart verhandelst, aber lass es mal was Heftigeres sein (die Wahrscheinlichkeit nimmt mit Deinem Alter auch zu) oder es fährt Dir einer ins Auto und Du bist schwerverletzt - da feilschst Du mit keinem Arzt mehr um den Preis.

Ich persönlich würde mich mal in Österreich umschauen, die haben in vielen Punkten noch vernünftige Regelungen, wo Deutschland den Schuss nicht gehört hat. Sprache passt, Mentalität auch, Sicherheit auch, Wetter auch. Kenne aber deren Steuersystem und Krankenversicherung nicht.

Zitat von Christine am 28. Mai 2020, 10:50 Uhr

da feilschst Du mit keinem Arzt mehr um den Preis.

Und so war das mit meinem Sohn auch. Nachts auf den Kanaren mit einem stark blutenden Kind wird nicht diskutiert. Und das ist in Spanien nicht unüblich, dass man ordentlich abgezockt wird.

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